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    Veranlassung einer MPU

    Im Jahr 2006 wurde eine MPU für etwa 0,2 Prozent aller Fahrer (bei etwa 50 Millionen Führerscheininhabern in Deutschland) gefordert, in der Regel nach Entzug der Fahrerlaubnis und Ablauf der Sperrfrist. Anähernd die Hälfte davon waren Wiederholungsuntersuchungen nach nicht bestandener MPU. Laut Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wurden im Jahr 2008 insgesamt 103.137 Untersuchungen durchgeführt, ein Rückgang um 2333 gegenüber dem Jahr 2006. Der Rückgang erfolgte schwerpunktmäßig bei den Alkoholfragestellungen, die aber mit 56 % weiterhin den größten Anteil beitragen. Die Anteile der Untersuchungsanlässe am Gesamtaufkommen haben sich gegenüber 2006 kaum verändert.[11]
    Meist wurden schwerwiegende Auffälligkeiten und/oder Regelverstöße im Straßenverkehr festgestellt, die bei Gerichten oder Fahrerlaubnisbehörden zu erheblichen Zweifeln an der Eignung des betreffenden Kraftfahrers führten. Deutlich über 50 Prozent aller Fragestellungen hatten Fahren unter Alkoholeinfluss zum Inhalt, etwa 20 Prozent Fahren unter Drogeneinfluss bzw. Handel mit Drogen im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr, der Rest auffälliges Verhalten im Straßenverkehr, Straftaten oder körperliche Gebrechen. Die Drogenfragestellungen stiegen weiter kontinuierlich an.
    In der Regel steht hinter den entdeckten Straftaten und Ordnungswidrigkeiten eine hohe Anzahl nicht entdeckter Delikte. Die Angaben zur Dunkelziffer bei alkoholauffälligen Fahrern schwanken zwischen 1:1000 und 1:60. Die Wahrscheinlichkeit, bei Fahrten unter Alkoholeinfluss oder anderen Verkehrsstraftaten und Ordnungswidrigkeiten entdeckt zu werden, ist aufgrund der geringen polizeilichen Kontrolldichte in Deutschland sehr niedrig. Jede Fahrt unter Alkoholeinfluss ohne Unfall und ohne Polizeikontrolle erhöht somit die Wahrscheinlichkeit der nächsten Fahrt; Alkohol am Steuer ist ein Seriendelikt.[12]




    Quelle Wikipedia