Ersttäter ... Vorfall in 2016 - Erster Versuch !

Andi18

Erfahrener Benutzer
10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)


Anfangs belief sich die konsumierte Menge auf 3 bis 4 Biere; ( a 0,33 l / 2 Einheiten ) also 7 bis 8 Einheiten im Durchschnitt oder auch 4 – 5 Gläser Sekt ( a 0,1 / 1 Einheit ) also bis zu 5 Einheiten jedes zweite Wochenende.
Später erhöhte sich die konsumierte Menge und auch die Häufigkeit auf 6 – 7 Biere ( a 0,33 l / 2 Einheiten ) also auf bis zu 14 Einheiten oder auch 7 – 8 Gläser Sekt ( a 0,1 / 1 Einheit ) also bis zu 8 Einheiten und mündete schließlich in einem Konsum auf bis zu 10 Bieren ( a 0,33 l / 2 Einheiten ) also 20 Einheiten an jedem Wochenende oder mitunter auch in der Woche ( Hinweis meinerseits: Die TF war an einem Donnerstag, am nächsten Tag begann mein Urlaub für 3 Wochen ).
mit diesen Angaben erklärt sich mir nicht, wie Du Dich auf 1,7‰ antrainiert hast
Eine TE Bier entspricht im übrigen 0,2L, welche bei 80kg 0,1‰ in etwa ausmacht.
10 Bier a 0,33L = 3,3L Bier - kommst nach 5hr bei Deinem Gewicht von 90kg auf 1,2‰ in etwa. Hier mußt also noch bedeutend "nachjustieren".
12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive; Anmerkung: o.g. Link "psychologisches Gespräch" lesen)


Als junger Mensch spürte ich, dass ich durch die enthemmende Wirkung des Alkohols meine Schüchternheit, die ich als junger Mensch noch empfand, insbesondere dem anderen Geschlecht gegenüber, ablegen konnte.
Später habe ich auch festgestellt, dass durch den Alkoholkonsum ein Stimmungstief überwunden werden konnte und sich für den Augenblick alle Probleme in Luft aufgelöst haben.

So habe ich mir 2004 nach dreijähriger Ehe eingebildet, die Belastung der anstehenden Scheidung nur auszuhalten, in dem ich mit dem Freundeskreis durch die Kneipen gezogen bin und mich so den eigenen Ängsten und Herausforderungen entzogen habe.

Ich hatte Angst, dass ich eine lange Zeit alleine ohne Partnerin leben müsste und ob ich es schaffen würde, die finanziellen Verpflichtungen aus der der gemeinsamen Ehezeit alleine stemmen zu können. Denn von meiner Ex-Frau war diesbezüglich nichts zu erwarten. Und der Gedanke, sich mit ihr in dieser Sache auseinander setzen zu müssen, machte mich wütend und unsicher und ich verdrängte dies, indem ich dann an den Wochenenden in Gesellschaft Alkohol konsumierte.
Zwar lernte ich später eine neue Frau kennen. Da ich aber noch immer die finanziellen Verpflichtungen aus der Ehezeit abzutragen hatte, belastete dies die Beziehung und diese zerbrach bereits nach 2 Jahren im Jahr 2007.
das klingt für mich plausibel. Du warst überfordert, hast alles in Dich reingefressen. Hast keinem Dich anvertraut mit Deinen existentiellen Ängsten? Mangelndes Selbstwertgefühl könnte hierbei auch eine Rolle spielen. Schau Dir den verlinkten Artikel diesbzgl noch an.
Ergänzend zum Nachlesen die Trinkmotive
In diesem Jahr verstarb auch noch unser Vater an seiner erst am Anfang des Jahres (2007) festgestellten Krebserkrankung. Da nun zur Trennung, den finanziellen Verpflichtungen auch noch die Trauer wegen des Verlustes hinzukam, wirkte sich dies abermals auf mein Trinkverhalten aus.

Ich hatte das Gefühl, in einer nichtendenden Spirale von Ereignissen zu sein, die ich vermeintlich nicht steuern konnte.
Das was mir einfach hier stark zu denken gibt, ist daß diese Ereignisse bis zum Jahre 2007 stattfanden. Deine TF war 2016.
Somit denke ich mir dann, was hat der Junge danach gemacht? Warum soll er sich geändert haben?
d.h. der Zeitraum der Trinkgewöhnung könnte sehr lange sein, somit wird es schwierig KT zu rechtfertigen.
Da ich auch das Gefühl hatte, beruflich nicht weiterzukommen und meine Leistungen aus meiner Sicht nicht adäquat anerkannt wurden, zog ich mich immer mehr zurück und unterdrückte meine Unzufriedenheit indem ich an den Wochenenden immer wieder Alkohol konsumierte.
Hier bringst ein weiteres Motiv zur Sprache. Mangelnde Wertschätzung der Arbeit. Zukunftsängste auch wegen finanzieller Verpflichtung, mangelndes Selbstbewusstsein mit dem Vorgesetzten Deine Unzufriedenheit zu klären sind an sich alleine schon ausreichende Motive.
Quantitativ womöglich überfordert, wolltest alles perfekt abliefern, hast nicht mit Kollegen gesprochen etc., mangelndes Teamverständnis.
Es ist grundsätzlich besser ein Motiv zu thematisieren als mehrere "Baustellen" anzureißen.

Ich vermute, daß der Job präsenter ist als die erstgenannten Schicksalsschläge. V.a. sind diese bestimmt näher zur TF aufgetreten?
Damit könntest Dich jdfs in ein viel besseres Licht rücken, was dann v.a. für die Strategie KT betrifft.
Denke nochmal drüber nach.
 
mit diesen Angaben erklärt sich mir nicht, wie Du Dich auf 1,7‰ antrainiert hast
Eine TE Bier entspricht im übrigen 0,2L, welche bei 80kg 0,1‰ in etwa ausmacht.
10 Bier a 0,33L = 3,3L Bier - kommst nach 5hr bei Deinem Gewicht von 90kg auf 1,2‰ in etwa. Hier mußt also noch bedeutend "nachjustieren".
Ja, da hast Du Recht. Ich überlege, ob es nicht sinnvoller ist, die Trinkmenge auf 0,4 l anzuheben (lässt sich einfacher rechnen) was ja dann 2 TE entspricht und die Anzahl anzupassen. Ich werde mal den Promillerechner bemühen.
Das was mir einfach hier stark zu denken gibt, ist daß diese Ereignisse bis zum Jahre 2007 stattfanden. Deine TF war 2016.
Somit denke ich mir dann, was hat der Junge danach gemacht? Warum soll er sich geändert haben?
d.h. der Zeitraum der Trinkgewöhnung könnte sehr lange sein, somit wird es schwierig KT zu rechtfertigen.
Ja, das gefällt mir auch nicht. Ich habe auch Angst, dass ich am Tag X die Menge an Baustellen und Zeitfenster durcheinander bringe oder zerrede und damit die TF bzw. der Tag aus dem Fokus gerät.

Ich werde somit:

Ich vermute, daß der Job präsenter ist als die erstgenannten Schicksalsschläge. V.a. sind diese bestimmt näher zur TF aufgetreten?
Damit könntest Dich jdfs in ein viel besseres Licht rücken, was dann v.a. für die
das Thema Arbeit zum Schwerpunkt machen. Zumal ich ja seit März 2017 eine Tätigkeit der höheren Ebene wahrnehme (die begleitet wurde mit einem ergänzendem Studium, welches im März 2019 erfolgreich endete). Damit wäre das Motiv der Unzufriedenheit angegangen und ausgeräumt worden.

Ich mache mich nachher an die Arbeit.
 
So, hier eine überarbeite Fassung des FB.

Vorab eine Frage zu Frage 10:

Am Tag der TF wurden ja ausschließlich Biere a 0,5 Liter konsumiert.

Wie ich ja eingangs erwähnte, würde bei einem Konsum von 2 Bieren a 0,5 l in einer Stunde also in 5 Stunden 10 Biere a 0,5 l ein Gesamtvolumen von 5 Litern konsumiert. Gemäß Promillerechner komme ich da auf über 2 Promille ??????

Da brauche ich bitte eure Hilfe. Also eine Angabe der Trinkmengen in den o.g. Zeiträumen zur Frage 10, so dass die 1,7 bei der TF plausibel erscheint. Ausgedachte Getränke (Schnäpse o.ä.) würde ich gerne vermeiden, da dies a) nicht der Wahrheit entspricht und vorallem b) eine mögliche Fehlerquelle im Gespräch darstellen könnte und ich mich verhaspeln könnte.

Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)


Ich habe an diesem Tag um 8 Uhr meinen Dienst angetreten und hatte um 15.30 Uhr Feierabend.

Auf dem Weg zum Parkplatz bekam ich einen Anruf von meinem Bruder, der um ein Treffen bat um mit mir den weiteren Werdegang bezüglich der Unterbringung unserer Mutter in eine Pflegeeinrichtung zu besprechen. Meine Mutter hatte Anfang 2015 ihren ersten und in 2016 ihren zweiten Schlaganfall und war seitdem nicht mehr in der Lage, alleine und ohne Pflege den Alltag zu meistern.

Ich sagte zu und so fuhr ich mit meinem Auto zum besagten Treffpunkt.

Es handelte sich hier um ein Barrestaurant mit Aussengastronomie.

Mein Bruder war bereits am Treffpunkt und hatte, da er meine Ankunftszeit abschätzen konnte, bereits zwei 0,5 L Glas Bier geordert.

Ihm war, das muss ich ehrlich sagen, nicht bekannt, dass ich mit dem Auto kommen würde, denn oft bin ich auch mit dem ÖPNV zur Arbeit gefahren (zwischen Wohnung und Arbeit beträgt die Entfernung ca. 6 Km). Die Entfernung zwischen meinem Büro und dem Treffpunkt liegt bei gerade mal 15 Gehminuten. Mit dem Auto habe ich wegen der Parkplatzsuche ebenfalls knapp 15 Minuten gebraucht.

Ich nahm nach der Begrüßung das Glas Bier ohne über die möglichen Konsequenzen nachzudenken in die Hand und trank daraus.

Der Anlass unseres Treffens war ja, das weitere Vorgehen bezüglich unserer Mutter zu besprechen.

Das Gespräch entwickelte sich zeitintensiv und so orderten wir in einem Zeitraum von knapp 5 Stunden sicherlich 16 Biere a 0,5 Liter, so dass ich alleine auf 8 vielleicht auch 9 gekommen sein mag. Ich möchte nicht ausschließen, dass es auch mehr gewesen sein können.


Jedenfalls bemerkte ich gegen 21 Uhr, dass ich mich unwohl und schläfrig fühlte, weshalb ich aufstand, auf den Tisch Bargeld legte und meinen Bruder bat, mich zu entschuldigen, ich müsse nun gehen.

Ich lief zielgerichtet, und aus heutiger Sicht ziemlichen gedanken- und verantwortungslos, zum Parkplatz wo mein PKW stand, stieg ein und fuhr los.

Die Entfernung zu meiner Wohnung beläuft sich auf ca. 4 – 5 Km.

Ich erreichte schließlich eine Nebenstraße meiner Wohnsiedlung, in der ich einbog und stellte fest, dass die Straße durch Polizei und Feuerwehr gesperrt war. Wie ich später erfuhr, hatten Feuerwehr und Polizei an diesem Abend einen Großeinsatz wegen austretendem Gas.

Jedenfalls hielt ich an und fuhr rückwärts ein Stück zurück, um die anliegende Straße abzubiegen und so die gesperrte Straße zu umfahren. Dabei übersah ich einen Straßenbegrenzungspoller und stieß auf diesen. Das Geräusch krachenden Kunststoffes (meines Stoßfängers) hatte die vor Ort befindliche Einsatztruppe der Polizei auf den Plan gerufen, die sich rennend meinem Fahrzeug näherten ( so steht es in der Ermittlungsakte ).

Ich vernahm den Zusammenstoß und wollte ein Stück wieder vorfahren, um die Kreuzung nicht zu behindern und den Schaden zu begutachten. Dazu kam es jedoch nicht mehr, denn eine der herbei geeilten Polizeikräfte klopfte an meine Seitenscheibe. Als ich diese öffnete, vernahm er (laut Ermittlungsakte) Alkoholgeruch und bat mich auszusteigen. Ich wurde befragt, ob ich was getrunken habe und ob ich bereit bin, an der Atemalkoholkontrolle mitzuwirken.

Dies war um ca. 21.15 Uhr und das Ergebnis lag bei 1,62 %.

Es erfolgte die Belehrung und ich wurde mit auf den Abschnitt genommen, wo mir um 22.40 Uhr Blut abgenommen wurde; ermittelter Wert = 1,71 %

Ich wurde schließlich abermals belehrt, musste meinen Führerschein im Abschnitt belassen und wurde dann entlassen.


2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken? (Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)

Ich habe zwischen 16 Uhr und 21 Uhr also in 5 Stunden ca. 8 bis 9 Gläser Bier ( 500 ml ) getrunken. Ich schließe nicht vollkommen aus, dass es auch mehr Gläser gewesen können. In jedem Fall waren es je Stunde mehr als ein Getränk.


3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?

Insgesamt wollte ich ca. 5 km fahren. Der Vorfall geschah nach 5 Kilometern in meiner Wohnsiedlung.

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können? (Ja/Nein + Begründung)

Ich habe mir zu diesem Zeitpunkt ehrlich gesagt, gar keine Gedanken gemacht, ob ich noch fahren kann oder nicht.
Ich bin eingestiegen und losgefahren. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, ob ich mich beim Fahren sicher oder unsicher gefühlt habe.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Ich habe die Trunkenheitsfahrt nicht verhindern wollen. Ich habe mir keine Gedanken über meinen Zustand und meine Fahruntüchtigkeit gemacht.
Dass mein Verhalten falsch und gefährlich war, habe ich mir zu dem Zeitpunkt noch nicht bewusst gemacht.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?

nein

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

Ich gehe in der Zeit von 1995 bis 2008 von mehr als 40 Fahrten mit dem PKW aus, bei den zuvor Alkohol konsumiert wurde. In der Zeit von 2008 bis 2013 bin ich nur Motorrad gefahren (kein Auto) und ein Konsum mit anschließender Fahrt entfiel.

Hier ist es aber bestimmt auch zu Fahrten an 15 Tagen mit Restalkohol vom Vortag gekommen.

Von 2013 bis 2016 (Ereignistag) waren es sicherlich 9 oder 10 Fahrten.

Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)


Den ersten Kontakt mit Alkohol hatte ich (bewusst) in meiner Kindheit wahrgenommen, wenn meine Eltern und Verwandte zu familiären Anlässen zusammen kamen.

Ich habe mit 15 Jahren, also 1991, das erste Mal Alkohol ( auf der Klassenfahrt ) zu mir genommen.


9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?

Anfangs habe ich sporadisch an den Wochenenden getrunken, wobei es durchaus auch Wochenenden gab, an denen ich kein Alkohol konsumiert habe.
Später allerdings gab es Phasen an denen ich regelmäßig jedes Wochenende Alkohol konsumiert habe.
In den letzten Jahren vor dem Ereignistag hat sich die Menge des konsumierten Alkohols stetig erhöht und meine Toleranzschwelle stieg unbemerkt, so dass sich auch die Anzahl der konsumierten Getränke erhöhte.

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

Anfangs belief sich die konsumierte Menge auf 3 bis 4 Biere; ( a 0,4 l / 2 Einheiten ) also 7 bis 8 Einheiten im Durchschnitt oder auch 4 – 5 Gläser Sekt ( a 0,1 / 1 Einheit ) also bis zu 5 Einheiten jedes zweite Wochenende.
Später erhöhte sich die konsumierte Menge und auch die Häufigkeit auf 6 – 7 Biere ( a 0,4 l / 2 Einheiten ) also auf bis zu 14 Einheiten oder auch 7 – 8 Gläser Sekt ( a 0,1 / 1 Einheit ) also bis zu 8 Einheiten und mündete schließlich in einem Konsum auf bis zu 10 Bieren ( a 0,4 l / 2 Einheiten ) also 20 Einheiten an jedem Wochenende oder mitunter auch in der Woche ( Hinweis meinerseits: Die TF war an einem Donnerstag, am nächsten Tag begann mein Urlaub für 3 Wochen ).


11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?

Bis zum Ende des Studiums ( 1994/1995 ) mit Studienkollegen meines Alters insbesondere bei Besuchen der Disco oder von Konzerten.
Später hatte sich der Freundes-/Bekanntenkreis verkleinert, da jeder seinen weiteren Lebensweg gesondert angegangen hatte, so dass letztendlich nur zwei feste Freundschaften geblieben sind, mit denen regelmäßig beim Skat oder zur Sportschau in einer Kneipe Alkohol konsumiert wurde.
Als 2007 unser Vater 64jährig unerwartet verstorben war, hatte sich die Beziehung zu meinem Bruder gefestigt und wir unternahmen regelmäßig zusammen etwas wobei sich unsere Freundschaften dem auch angeschlossen hatten. Auch hier fand in der Hauptsache ein Zusammensein in Kneipen oder Biergärten statt; seltener jeweils zu Hause.


12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive; Anmerkung: o.g. Link "psychologisches Gespräch" lesen)



Als junger Mensch spürte ich, dass ich durch die enthemmende Wirkung des Alkohols meine Schüchternheit, die ich als junger Mensch noch empfand, insbesondere dem anderen Geschlecht gegenüber, ablegen konnte.
Im Laufe meines Berufslebens musste ich feststellen, dass Leistungseinsatz und Zuverlässigkeit nicht unbedingt zu den Anforderungen gehören, die man sich bei meiner Arbeit wünscht.

Häufig wurden unbezahlte Überstunden als selbstverschuldet abgetan; krankheitsbedingte Ausfälle von Kolleg*innen führten zu erheblichen Mehrarbeiten; ein sach- und fachgerechtes Feedback und auch Abhilfe durch die Vorgesetzten blieb aus. Die fehlende Anerkennung verbunden mit der Belastung führte letztendlich auch dazu, dass mein Selbstbewusstsein litt.

Ich hatte das Gefühl, in einer nicht endenden Spirale von Ereignissen zu sein, die ich vermeintlich nicht steuern konnte.

Da ich ja nun das Gefühl hatte, beruflich nicht weiterzukommen und meine Leistungen aus meiner Sicht nicht adäquat anerkannt wurden, zog ich mich immer mehr zurück und unterdrückte meine Unzufriedenheit indem ich an den Wochenenden immer wieder Alkohol konsumierte und damit alternative Perspektiven im Beruf nicht in Erwägung zog bzw. sich mit diesen auseinandersetzen wollte. Ich empfand mangelndes Zutrauen in meinen eigenen Fähigkeiten und war hilflos.


13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)


Bei wenig Alkohol fühlte ich mich entspannt und lockerer. Wenig Alkohol hatte eine auflockernde Wirkung.
Ich dachte nicht immer nur an meine Alltagssorgen, konnte auch 'lustige' Gespräche führen, selbst wenn ich zuvor melancholisch gewesen bin.

Bei viel Alkohol wurde ich ruhig. Es fiel mir schwer, Gespräche zu führen. Viel Alkohol machte mich ruhig und auch müde.


14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Es gab keine kritischen Hinweise auf meinen Alkoholkonsum.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Rückblickend stellte ich fest, dass ich vor meiner TF mich durchaus oft für einen Tag dienstunfähig krank gemeldet habe und dadurch oft die Arbeitsabläufe im Büro erschwert und sogar behindert worden sind. Seit März 2017 bin ich in einem neuen Fachbereich mit mehr Verantwortung und Vorbildfunktion tätig und wollte daher die Fehlzeiten in keinem Fall beibehalten.

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.


Rückblickend waren die Jahre 2003 und 2004, in welchem meine Ehe gescheitert war und ich die Scheidung einreichen musste sowie die ersten 6 Monate nach dem Tod unseres Vaters im Jahr 2007 die Zeiten, in denen der Alkoholkonsum selbstzerstörerische Ausmaße annahm; insbesondere die zeitlichen Abstände verringerten sich, die konsumierte Menge nahm zu.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Ich habe schon einmal die Kontrolle über die Trinkmenge verloren. Ich schlief unvermittelt ein.


18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Vor der Trunkenheitsfahrt gab es keinen längeren Zeitraum, in dem ich keinen Alkohol konsumiert habe. Nach der Trunkenheitsfahrt habe ich für sechs Monate auf jeglichen Konsum verzichtet.

19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)


Früher habe ich mich in gar keiner Kategorie von Trinker gesehen. Ich fand es nicht schlimm, Bier oder auch ein Glas Sekt zu trinken.
Ich habe mein Trinkverhalten nicht als Problem erkannt. Es erschien mir nicht problematisch, Bier oder Sekt zu trinken.
Da ich auch immer wieder mehrere Tage nichts getrunken hatte und auch im Alltag funktionierte, sah ich für mich auch keine Gefahr.

Rückblickend betrachtet, halte ich meine Auffassung von damals für naiv. Es ist ein Irrtum anzunehmen, dass der unkontrollierte Alkoholkonsum keine Auswirkungen auf den Körper und auf die Psyche haben könnte. Dieser Gefahr bin ich mir heute bewusst.

Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)


Ich trinke noch Alkohol. Jedoch beschränkt sich mein Alkoholkonsum nur noch auf sorgsam ausgewählte Anlässe.

Auszug aus meinem Trinkkalender 2020:

Februar: 2 Glas ( 2 x 0,3 l) Bier Geburtstag meines Bruders im Restaurant; zwischendurch 2 Glas Fanta
April: 1 Glas ( 1 x 0,3 l) Bier Geburtstag meines besten Freundes
Juli: 1 Glas Sekt ( 1 x 0,1 l ) Geburtstag meiner Schwägerin im Restaurant; danach ausschließlich Minerlawasser
Oktober: 2 Glas Sekt ( 2x 0,1 l ) Geburtstag meiner Lebensgefährtin; zwischendurch Mineralwasser
Dezember: 1 Glas Sekt ( 1x 0,1 l ) zu meinem Geburtstag
und 1 Glas Sekt ( 1x 0,1 l) Sylvester

Zitat
 
Teil 2:

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

Im Juli 2021 1 Glas Sekt ( 1 x 0,1 l) zum Anstoßen beim Geburtstag meiner Schwägerin

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?

nein

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?

Ich trinke heute Alkohol nur noch zu sehr sorgsam ausgewählten Anlässen, die ich vorallem mit Menschen verbinde, die mir etwas bedeuten. Hierzu gehören insbesondere meine Lebensgefährtin, mein Bruder und meine Stiefmutter, aber auch meine Schwägerin sowie mein bester Freund.

Ich verstehe das Anstoßen als nette Geste dem Gastgeber bzw. meinen Gästen gegenüber.


24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?

Nach der Trunkenheitsfahrt war ich über mich selbst so erschrocken, dass ich erstmal knapp 6 Monate gar keinen Alkohol getrunken habe.
Wie konnte es soweit kommen? Ich fing an, über mein Leben nachzudenken und musste feststellen, dass ich mehr trank als mir gut tat.

Ich musste mir eingestehen, dass ich mir durch den häufigen Alkoholkonsum doch eine recht hohe 'Trinkfestigkeit' angeeignet hatte. Das war mir so gar nicht bewusst gewesen.
Ich fing da schon an, meinen Alkoholkonsum zu hinterfragen.
Bis zu meiner Trunkenheitsfahrt hatte ich jedoch meinen Konsum, insbesondere auch die Menge, als normal angesehen und nicht in Frage gestellt.
Ich habe erkannt, dass ich meine Probleme nicht mit Alkohol lösen kann, sondern lediglich verschiebe.

Außerdem wollte ich mir auch selbst beweisen, dass ich in der Lage bin, Bier oder auch Sekt als ein Genussmittel wahrzunehmen, dass ich in Maßen genießen kann, wenn es der Anlass erlaubt.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Nach der Trunkenheitsfahrt war ich erstmal einige Tage in einer Art Schockstarre. Ich musste erstmal selbst für mich alles sortieren.
Wie konnte es soweit kommen? Was wäre passiert, hätte ich jemanden durch mein unverantwortliches Handeln verletzt?

Ich begann, mich mit meinem Alkoholkonsum auseinander zu setzen und beschloss, den Konsum vorerst einzustellen und mich mit der Thematik Alkohol intensiv zu beschäftigen. Nachdem ich mich im Internet schlau gemacht hatte, besuchte ich in diesem Zusammenhang auch den betrieblichen Suchtbeauftragten auf, welcher mir absolute Verschwiegenheit zusicherte. In dem fast zweistündigen Gespräch wurde mir klargemacht, dass ich in all den Jahren eine hohe Toleranzgrenze angetrunken hatte und dass mein Körper sich an diese Toleranzschwelle gewöhnt hatte. Im Gespräch wurde mir klar (gemacht), dass die Ursache in meiner Dienststelle zu suchen ist und ich ernsthaft in Erwägung ziehen sollte, mich innerhalb der Firma in einem neuen Aufgabengebiet zu versuchen.

Ich bekam diverses Informationsmaterial mit und man bot mir auch an, mich bei Bedarf beratend zu unterstützen.

Ich hatte ja nun erst einmal dem vollständigen Konsum von Alkohol eingestellt. Ich fing in dieser Zeit auch an, mich mehr meinen Hobbys zu widmen, insbesondere dem Fahrradfahren, dem Modellbau und unserem Garten.

Ich begann nun auch, meinen beruflichen Weg zu hinterfragen. Ich bewarb mich erfolgreich auf eine höherdotierte Stelle, die ich im März 2017 antrat und die auch mit einem 2jährigen Erweiterungsstudium, das ich neben der Arbeit absolvieren musste, verbunden war. Das Studium schloss ich Anfang 2019 erfolgreich ab. In dieser Zeit wurde ich durch die Firma insofern unterstützt, als dass man mir den Rücken frei hielt und ich nicht in alte Muster durch Überarbeitung fiel.

Ich wollte nun aber nicht den Kontakt zu meinen Freunden und der Familie komplett abbrechen, weshalb ich alle in gesonderten Gesprächen über mein Vergehen informierte und dass sie sich nicht wundern sollen, wenn ich in der nächsten Zeit ausschließlich mit nichtalkoholischen Getränken anstoßen würde. Ich war sehr überrascht, welche positiven Reaktionen ich erhielt.

In der Zeit des Verzichtes begann ich einen Zeitplan über ein volles Jahr aufzustellen und dort die Anlässe, zu denen ich bereit wäre, Alkohol zu konsumieren.

Dabei stellte ich fest, dass es insgesamt 7 – 8 Anlässe geben könnte, an denen ich mir zutraute Alkohol in einer festgesetzten Menge zu konsumieren.

Ich begann also ab 2017 diesen aufgestellten Jahresplan als Grundlage für mein Trinkverhalten zu verwenden. An den Tagen, an denen ich Alkoholkonsum vorausplante, wollte ich künftig mit dem ÖPNV ( oder Taxi ) anreisen; für die anderen Tage nutze ich konsequent das Fahrrad, soweit ich mich innerhalb meines Wohn- und Arbeitsbezirks aufhalten würde.

Schon bald stellte ich fest, dass es auch zu Ereignissen kam, die nicht vorherzusehen waren und folglich nicht eingeplant wurden. So hatte ich das 25jährige Dienstjubiläum im September 2017 einer Kollegin nicht eingeplant. Da ich aber dieses Ereignis nicht eingeplant hatte, beschloss ich, mit einem Glas Orangensaft der Jubilarin zuzuprosten. Dabei war für mich auch unerheblich, dass ich genau an diesem Tag wetterbedingt ohne Fahrrad ins Büro fuhr.

Ich war stolz, dass ich mich konsequent an mein Vorhaben hielt und teilte dies auch gleich meiner Lebensgefährtin mit.

Nach diesem Ereignis war ich fest entschlossen, weiter so zu verfahren.

Das Bedürfnis, die Fahrerlaubnis bereits nach Ende der Sperrzeit wieder zu erlangen, stellte ich zurück, auch, um mich nicht unter Druck zu setzen und meine bisherigen Erfolge zu gefährden.

Mein PKW und mein Motorrad hatte ich bereits in 2016 nach dem Ereignis veräußert; wirtschaftliche Erwägungen o.ä. waren also aussen vor.

Nach mehr als 5 Jahren kann ich für mich feststellen, dass der geplante und maßvolle Umgang mit Alkohol meine Lebensqualität in keiner Weise geschadet, sondern sogar gebessert hat.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

Ich habe mehr Struktur in meinem Alltag eingebracht. Auf Arbeit fühle ich mich selbstbewusst, so dass ich durch Fachwissen und Motivation der Kolleg*innen zu einem guten Betriebsklima beitragen kann.

Meine Familie und Freunde können mich spontan um Hilfe bitten und müssen nicht damit rechnen, dass ich ablehnen muss, weil ich z.B. am Vortag unkontrolliert getrunken habe.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

Ich mache mir ständig bewusst, dass ich mich auf einem schmalen Grad des Scheiterns bewege und daher unbedingt an meine Jahresplanung halten muss. Ich belohne mich und mein näheres Umfeld durch Zuverlässigkeit, Ordnung und gegenseitigem Vertrauen. Ich unterschätze niemals die Macht der Versuchung. Ich werde Probleme auf der Arbeit offen ansprechen, Abhilfe abfordern und ggf. auch dienstrechtliche Maßnahmen einleiten und ich werde mich nicht mehr für die mangelnde Kooperation der Führungskräfte verantwortlich machen. Ich setze dies schon konsequent um und meine Dienststelle weiß somit auch, was ich von ihr erwarten kann.


Mein nächstes Ziel ist es, das Rauchen aufzugeben. Ich habe festgestellt, dass das Rauchen bei meinen damaligen Trinkgewohnheiten ein wesentlicher Bestandteil war. Trank ich viel, so nahm auch der Zigarettenverbrauch zu.

Heute bin ich bei einem durchschnittlichen Verbrauch von einem Päckchen ( 20 Zigaretten ) früher mitunter bis zu zwei Päckchen.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(mit Begründung)


Ich mache mir ständig bewusst, dass ich mich auf einem schmalen Grad des Scheiterns bewege und in alte Verhaltensmuster verfallen kann.

Heute weiß ich aber, dass man auch nicht jedes Problem lösen muss. Es wird immer wieder etwas geben, wo es (für mich) keine Lösung gibt.

Die Erkenntnis, nicht perfekt zu sein und auch mit Schicksalsschlägen rechnen zu müssen, hat mir großes Selbstvertrauen geschenkt. Ich bin stärker und zielstrebiger geworden.

Ich habe eine tolle Familie und gute Freunde, die mir bei Bedarf Tag und Nacht zur Seite stehen würden.

Ich traue mich heute, Probleme anzusprechen und ich würde mich auch nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

Ich weiß um die Gefahr, in alte Gewohnheiten zurückzufallen, denn ich weiß, dass meine erworbene Trinkfestigkeit für immer bestehen bleiben wird.

Daher wähle ich die Anlässe, an denen ich ein oder zwei kleine Gläser Bier oder Sekt trinken möchte, sehr sorgfältig aus und ich weiß im Vorfeld, ob ich ein oder 2 kleine Gläser Sekt trinken werde.

An solchen Anlässen werde ich nicht mit einem Fahrzeug zur Feier fahren; wir lassen uns mitnehmen oder fahren mit dem Taxi/ÖPNV.
 

Max

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Ich habe auch vor, Diagramme zu fertigen.
Die habe ich auch angefertigt und sind sehr gut angekommen, hatte die Gutachterin zuvor noch nie gesehen.
Trinkdiagramm

Bin mal gespannt auf deine Ausfertigung.

Mein TK 08/15 hat vollkommen ausgereicht ... alles auf einen Blick erkennbar ...
 

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Andi18

Erfahrener Benutzer
Ich finde nun Deinen FB für recht gelungen. Hoffe aber, daß sich noch ein Experte hier zu Wort meldet.
Das innere Motiv im Beruf zu finden scheint denke ich genau zu passen.
Hätte hier ein paar kleine Anmerkungen:
12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive; Anmerkung: o.g. Link "psychologisches Gespräch" lesen)



Als junger Mensch spürte ich, dass ich durch die enthemmende Wirkung des Alkohols meine Schüchternheit, die ich als junger Mensch noch empfand, insbesondere dem anderen Geschlecht gegenüber, ablegen konnte.
Im Laufe meines Berufslebens musste ich feststellen, dass Leistungseinsatz und Zuverlässigkeit nicht unbedingt zu den Anforderungen gehören, die man sich bei meiner Arbeit wünscht.

Häufig wurden unbezahlte Überstunden als selbstverschuldet abgetan; krankheitsbedingte Ausfälle von Kolleg*innen führten zu erheblichen Mehrarbeiten; ein sach- und fachgerechtes Feedback und auch Abhilfe durch die Vorgesetzten blieb aus. Die fehlende Anerkennung verbunden mit der Belastung führte letztendlich auch dazu, dass mein Selbstbewusstsein litt.

Ich hatte das Gefühl, in einer nicht endenden Spirale von Ereignissen zu sein, die ich vermeintlich nicht steuern konnte.

Da ich ja nun das Gefühl hatte, beruflich nicht weiterzukommen und meine Leistungen aus meiner Sicht nicht adäquat anerkannt wurden, zog ich mich immer mehr zurück und unterdrückte meine Unzufriedenheit indem ich an den Wochenenden immer wieder Alkohol konsumierte und damit alternative Perspektiven im Beruf nicht in Erwägung zog bzw. sich mit diesen auseinandersetzen wollte. Ich empfand mangelndes Zutrauen in meinen eigenen Fähigkeiten und war hilflos.
Hier könnte zum Schluss noch die Frage entstehen, warum Du niemanden gefunden hast Dich anzuvertrauen?
Könnte dann i.d. Richtung verargumentiert werden, daß Du es als Schwäche empfunden hättest..

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Rückblickend stellte ich fest, dass ich vor meiner TF mich durchaus oft für einen Tag dienstunfähig krank gemeldet habe und dadurch oft die Arbeitsabläufe im Büro erschwert und sogar behindert worden sind. S
eit März 2017 bin ich in einem neuen Fachbereich mit mehr Verantwortung und Vorbildfunktion tätig und wollte daher die Fehlzeiten in keinem Fall beibehalten.
das erachte ich für sehr kritisch, v.a. weil Du mit KT antrittst. Aufgrund der Zeit, könnte das zwar verargumentiert werden, doch rückt Dich das einfach in ein schlechtes Licht. Du hattest mit dieser Aussage dem Alk-Konsum höhere Priorität eingeräumt als Deinem Beruf.
Das würde ich nicht erwähnen und die Frage einfach damit beantworten, daß es keine negativen Auswirkungen gab und Du jeglichen Verpflichtungen nachgekommen bist. Dein Konsum beschränkte sich ja eh nur aufs Wochenende.
17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Ich habe schon einmal die Kontrolle über die Trinkmenge verloren. Ich schlief unvermittelt ein.
Das ist ein Killer für KT. Frage ist, ob Du weißt was Kontrollverlust genau bedeutet? Mehr zu Trinken, als Dir vorgenommen hattest?
Volltrunkenheit wäre mit Filmriss gleich zu setzen. Lass es einfach weg.

Ansonsten fällt mir nichts weiteres auf. Halte den FB für eine durchgängige und plausible Darstellung.
Die Haaranalyse zur Untermauerung von KT ist sinnvoll, welche i.d. Falle sicher sogar einen abstinenten Befund ausweisen wird.
Dennoch hoffe ich, daß sich ein Experte noch meldet.
 
Hier könnte zum Schluss noch die Frage entstehen, warum Du niemanden gefunden hast Dich anzuvertrauen?
Könnte dann i.d. Richtung verargumentiert werden, daß Du es als Schwäche empfunden hättest.
Danke für den Hinweis. Werde dies in der nächsten FB-Fassung verarbeiten.


Das würde ich nicht erwähnen und die Frage einfach damit beantworten, daß es keine negativen Auswirkungen gab und Du jeglichen Verpflichtungen nachgekommen bist.

Klingt plausibel.
Das ist ein Killer für KT. Frage ist, ob Du weißt was Kontrollverlust genau bedeutet? Mehr zu Trinken, als Dir vorgenommen hattest?
Volltrunkenheit wäre mit Filmriss gleich zu setzen. Lass es einfach weg.
Also wie folgt beantworten: Nein, einen echten Kontrollverlust hatte ich noch nicht erlebt.

Danke für die Tipps Andi

Die Haaranalyse zur Untermauerung von KT ist sinnvoll, welche i.d. Falle sicher sogar einen abstinenten Befund ausweisen wird.
Ich komme aber nicht auf 6 Monate, oder verstehe ich Dich falsch? Selbst die 3 Monate werden wegen der Haarlänge schwer. Erweiterter Gesichtskreis, wenn Du verstehst.
 

Andi18

Erfahrener Benutzer
Ich komme aber nicht auf 6 Monate, oder verstehe ich Dich falsch? Selbst die 3 Monate werden wegen der Haarlänge schwer. Erweiterter Gesichtskreis, wenn Du verstehst.
ich wollte schon auf 1HA hinaus mit 3 Monaten. Denke das würde reichen, da Du in einem früheren Post das erwähnt hattest.
Wenn HA nicht infrage kommt, bleiben nur Blutwerte übrig. Hierzu v.a. der CDT-Wert. Diesen würde ich dann die letzten 3 Monate monatlich vor der Mpu ermitteln lassen. Ich persönlich glaube halt, daß ein forensischer Beleg einfach Sicherheit gibt und Deine Argumentation untermauert. Ob Blutwerte nun gewürdigt werden oder nicht ist nach diversen Meinungen hier im Forum GA-abhängig. Die HA ist anerkannt und wird immer gewürdigt.
 

Andi18

Erfahrener Benutzer
Bei KT sind keine Nachweise prinzipiell erforderlich. Aber werden halt "gerne" gesehen.. Stichwort Sicherheit, eigentlich menschlich.
In meinem Labor sind i.ü. im Merkblatt erwähnt, wenn die Haare kürzer sind wird im Befund halt pro cm = Monat ausgewiesen.
 
Ob der Gutachter dir das glaubt :smiley2204:
Ich warte mal ab bis ihr Beide durch seid, falls gewünscht ... schau ich mir das dann mal an.
Ich bin für jeden Hinweis dankbar. Natürlich hatte ich mal Kontrollverlust. Ich bin in einer Technodisco eingeschlafen...das ist aber sehr lange her.

Sagen oder nicht sagen?

Ich warte noch mit dem finalen FB.
 

Max

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Sagen oder nicht sagen?
Kein Problem, ich habe damals zwei Kontrollverluste angegeben ... meine Gutachterin empfand dies als ehrliche Aussage.
Ich habe mich mit ihr nach dem Gespräch noch rein privat unterhalten. Über das Thema Alkohol sagte sie mir ... jeder der zur MPU kommt, muss doch auch mal irgendwie den "Arsch" so richtig voll gehabt haben. Sie selbst hat mir auch erzählt das sie selbst auch schon Kontrollverluste hatte, quasi am nächsten Tag leichte Gedächtnislücken hatte. Für sie war "einen über den Durst trinken" auch kein Problem, dass Problem ist, dass man Autofahren und Alkohol strikt trennen muss ... wer das kann, der hat in der Zukunft auch keine Probleme mit einer erneuten MPU.
 
So, hier der FB nach den Hinweisen.

Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)


Ich habe an diesem Tag um 8 Uhr meinen Dienst angetreten und hatte um 15.30 Uhr Feierabend.

Auf dem Weg zum Parkplatz bekam ich einen Anruf von meinem Bruder, der um ein Treffen bat um mit mir den weiteren Werdegang bezüglich der Unterbringung unserer Mutter in eine Pflegeeinrichtung zu besprechen. Meine Mutter hatte Anfang 2015 ihren ersten und in 2016 ihren zweiten Schlaganfall und war seitdem nicht mehr in der Lage, alleine und ohne Pflege den Alltag zu meistern.

Ich sagte zu und so fuhr ich mit meinem Auto zum besagten Treffpunkt.

Es handelte sich hier um ein Barrestaurant mit Aussengastronomie.

Mein Bruder war bereits am Treffpunkt und hatte, da er meine Ankunftszeit abschätzen konnte, bereits zwei 0,5 L Glas Bier geordert.

Ihm war, das muss ich ehrlich sagen, nicht bekannt, dass ich mit dem Auto kommen würde, denn oft bin ich auch mit dem ÖPNV zur Arbeit gefahren (zwischen Wohnung und Arbeit beträgt die Entfernung ca. 6 Km). Die Entfernung zwischen meinem Büro und dem Treffpunkt liegt bei gerade mal 15 Gehminuten. Mit dem Auto habe ich wegen der Parkplatzsuche ebenfalls knapp 15 Minuten gebraucht.

Ich nahm nach der Begrüßung das Glas Bier ohne über die möglichen Konsequenzen nachzudenken in die Hand und trank daraus.

Der Anlass unseres Treffens war ja, das weitere Vorgehen bezüglich unserer Mutter zu besprechen.

Das Gespräch entwickelte sich zeitintensiv und so orderten wir in einem Zeitraum von knapp 5 Stunden sicherlich 16 Biere a 0,5 Liter, so dass ich alleine auf 8 vielleicht auch 9 gekommen sein mag. Ich möchte nicht ausschließen, dass es auch mehr gewesen sein können.


Jedenfalls bemerkte ich gegen 21 Uhr, dass ich mich unwohl und schläfrig fühlte, weshalb ich aufstand, auf den Tisch Bargeld legte und meinen Bruder bat, mich zu entschuldigen, ich müsse nun gehen.

Ich lief zielgerichtet, und aus heutiger Sicht ziemlichen gedanken- und verantwortungslos, zum Parkplatz wo mein PKW stand, stieg ein und fuhr los.

Die Entfernung zu meiner Wohnung beläuft sich auf ca. 4 – 5 Km.

Ich erreichte schließlich eine Nebenstraße meiner Wohnsiedlung, in der ich einbog und stellte fest, dass die Straße durch Polizei und Feuerwehr gesperrt war. Wie ich später erfuhr, hatten Feuerwehr und Polizei an diesem Abend einen Großeinsatz wegen austretendem Gas.

Jedenfalls hielt ich an und fuhr rückwärts ein Stück zurück, um die anliegende Straße abzubiegen und so die gesperrte Straße zu umfahren. Dabei übersah ich einen Straßenbegrenzungspoller und stieß auf diesen. Das Geräusch krachenden Kunststoffes (meines Stoßfängers) hatte die vor Ort befindliche Einsatztruppe der Polizei auf den Plan gerufen, die sich rennend meinem Fahrzeug näherten ( so steht es in der Ermittlungsakte ).

Ich vernahm den Zusammenstoß und wollte ein Stück wieder vorfahren, um die Kreuzung nicht zu behindern und den Schaden zu begutachten. Dazu kam es jedoch nicht mehr, denn eine der herbei geeilten Polizeikräfte klopfte an meine Seitenscheibe. Als ich diese öffnete, vernahm er (laut Ermittlungsakte) Alkoholgeruch und bat mich auszusteigen. Ich wurde befragt, ob ich was getrunken habe und ob ich bereit bin, an der Atemalkoholkontrolle mitzuwirken.

Dies war um ca. 21.15 Uhr und das Ergebnis lag bei 1,62 %.

Es erfolgte die Belehrung und ich wurde mit auf den Abschnitt genommen, wo mir um 22.40 Uhr Blut abgenommen wurde; ermittelter Wert = 1,71 %

Ich wurde schließlich abermals belehrt, musste meinen Führerschein im Abschnitt belassen und wurde dann entlassen.


2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken? (Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)

Ich habe zwischen 16 Uhr und 21 Uhr also in 5 Stunden ca. 8 bis 9 Gläser Bier ( 500 ml ) getrunken. Ich schließe nicht vollkommen aus, dass es auch mehr Gläser gewesen können. In jedem Fall waren es je Stunde mehr als ein Getränk.


3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?

Insgesamt wollte ich ca. 5 km fahren. Der Vorfall geschah nach 5 Kilometern in meiner Wohnsiedlung.

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können? (Ja/Nein + Begründung)

Ich habe mir zu diesem Zeitpunkt ehrlich gesagt, gar keine Gedanken gemacht, ob ich noch fahren kann oder nicht.
Ich bin eingestiegen und losgefahren. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, ob ich mich beim Fahren sicher oder unsicher gefühlt habe.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Ich habe die Trunkenheitsfahrt nicht verhindern wollen. Ich habe mir keine Gedanken über meinen Zustand und meine Fahruntüchtigkeit gemacht.
Dass mein Verhalten falsch und gefährlich war, habe ich mir zu dem Zeitpunkt noch nicht bewusst gemacht.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?

nein

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

Ich gehe in der Zeit von 1995 bis 2008 von mehr als 40 Fahrten mit dem PKW aus, bei den zuvor Alkohol konsumiert wurde. In der Zeit von 2008 bis 2013 bin ich nur Motorrad gefahren (kein Auto) und ein Konsum mit anschließender Fahrt entfiel.

Hier ist es aber bestimmt auch zu Fahrten an 15 Tagen mit Restalkohol vom Vortag gekommen.

Von 2013 bis 2016 (Ereignistag) waren es sicherlich 9 oder 10 Fahrten.

Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)


Den ersten Kontakt mit Alkohol hatte ich (bewusst) in meiner Kindheit wahrgenommen, wenn meine Eltern und Verwandte zu familiären Anlässen zusammen kamen.

Ich habe mit 15 Jahren, also 1991, das erste Mal Alkohol ( auf der Klassenfahrt ) zu mir genommen.


9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?

Anfangs habe ich sporadisch an den Wochenenden getrunken, wobei es durchaus auch Wochenenden gab, an denen ich kein Alkohol konsumiert habe.
Später allerdings gab es Phasen an denen ich regelmäßig jedes Wochenende Alkohol konsumiert habe.
In den letzten Jahren vor dem Ereignistag hat sich die Menge des konsumierten Alkohols stetig erhöht und meine Toleranzschwelle stieg unbemerkt, so dass sich auch die Anzahl der konsumierten Getränke erhöhte.

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

Anfangs belief sich die konsumierte Menge auf 3 bis 4 Biere; ( a 0,4 l / 2 Einheiten ) also 7 bis 8 Einheiten im Durchschnitt oder auch 4 – 5 Gläser Sekt ( a 0,1 / 1 Einheit ) also bis zu 5 Einheiten jedes zweite Wochenende.
Später erhöhte sich die konsumierte Menge und auch die Häufigkeit auf 6 – 7 Biere ( a 0,4 l / 2 Einheiten ) also auf bis zu 14 Einheiten oder auch 7 – 8 Gläser Sekt ( a 0,1 / 1 Einheit ) also bis zu 8 Einheiten und mündete schließlich in einem Konsum auf bis zu 10 Bieren ( a 0,4 l / 2 Einheiten ) also 20 Einheiten an jedem Wochenende oder mitunter auch in der Woche ( Hinweis meinerseits: Die TF war an einem Donnerstag, am nächsten Tag begann mein Urlaub für 3 Wochen ).


11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?

Bis zum Ende des Studiums ( 1994/1995 ) mit Studienkollegen meines Alters insbesondere bei Besuchen der Disco oder von Konzerten.
Später hatte sich der Freundes-/Bekanntenkreis verkleinert, da jeder seinen weiteren Lebensweg gesondert angegangen hatte, so dass letztendlich nur zwei feste Freundschaften geblieben sind, mit denen regelmäßig beim Skat oder zur Sportschau in einer Kneipe Alkohol konsumiert wurde.
Als 2007 unser Vater 64jährig unerwartet verstorben war, hatte sich die Beziehung zu meinem Bruder gefestigt und wir unternahmen regelmäßig zusammen etwas wobei sich unsere Freundschaften dem auch angeschlossen hatten. Auch hier fand in der Hauptsache ein Zusammensein in Kneipen oder Biergärten statt; seltener jeweils zu Hause.


12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive; Anmerkung: o.g. Link "psychologisches Gespräch" lesen)



Als junger Mensch spürte ich, dass ich durch die enthemmende Wirkung des Alkohols meine Schüchternheit, die ich als junger Mensch noch empfand, insbesondere dem anderen Geschlecht gegenüber, ablegen konnte.
Im Laufe meines Berufslebens musste ich feststellen, dass Leistungseinsatz und Zuverlässigkeit nicht unbedingt zu den Anforderungen gehören, die man sich bei meiner Arbeit wünscht.

Häufig wurden unbezahlte Überstunden als selbstverschuldet abgetan; krankheitsbedingte Ausfälle von Kolleg*innen führten zu erheblichen Mehrarbeiten; ein sach- und fachgerechtes Feedback und auch Abhilfe durch die Vorgesetzten blieb aus. Die fehlende Anerkennung verbunden mit der Belastung führte letztendlich auch dazu, dass mein Selbstbewusstsein litt.

Ich hatte das Gefühl, in einer nicht endenden Spirale von Ereignissen zu sein, die ich vermeintlich nicht steuern konnte.

Da ich ja nun das Gefühl hatte, beruflich nicht weiterzukommen und meine Leistungen aus meiner Sicht nicht adäquat anerkannt wurden, zog ich mich immer mehr zurück und unterdrückte meine Unzufriedenheit indem ich an den Wochenenden immer wieder Alkohol konsumierte und damit alternative Perspektiven im Beruf nicht in Erwägung zog bzw. sich mit diesen auseinandersetzen wollte. Ich empfand mangelndes Zutrauen in meinen eigenen Fähigkeiten und war hilflos. Die Möglichkeit, mich der Fachaufsicht oder der Personalvertretung anzuvertrauen, verwarf ich, weil ich befürchtete, dass dies als Schwäche angesehen werden könnte und sich negativ auf meinen weiteren beruflichen Werdegang auswirken könnte.

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)


Bei wenig Alkohol fühlte ich mich entspannt und lockerer. Wenig Alkohol hatte eine auflockernde Wirkung.
Ich dachte nicht immer nur an meine Alltagssorgen, konnte auch 'lustige' Gespräche führen, selbst wenn ich zuvor melancholisch gewesen bin.

Bei viel Alkohol wurde ich ruhig. Es fiel mir schwer, Gespräche zu führen. Viel Alkohol machte mich ruhig und auch müde.


14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Es gab keine kritischen Hinweise auf meinen Alkoholkonsum.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Mein Alkoholkonsum hatte keine Auswirkungen auf mein Leben oder auf mein Umfeld. Ich kam meiner Arbeit weiter regelmäßig, wenn auch unmotiviert, nach. Auch auf mein Umfeld wirkte sich mein Alkoholkonsum nicht merklich auf.

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.


Rückblickend waren die Jahre 2003 und 2004, in welchem meine Ehe gescheitert war und ich die Scheidung einreichen musste sowie die ersten 6 Monate nach dem Tod unseres Vaters im Jahr 2007 die Zeiten, in denen der Alkoholkonsum selbstzerstörerische Ausmaße annahm; insbesondere die zeitlichen Abstände verringerten sich, die konsumierte Menge nahm zu.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Ja, es gab schon einmal den Moment, wo ich die Kontrolle über die Trinkmenge verloren hatte. Ich schlief unvermittelt ein.


18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Vor der Trunkenheitsfahrt gab es keinen längeren Zeitraum, in dem ich keinen Alkohol konsumiert habe. Nach der Trunkenheitsfahrt habe ich für sechs Monate auf jeglichen Konsum verzichtet.

19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)


Früher habe ich mich in gar keiner Kategorie von Trinker gesehen. Ich fand es nicht schlimm, Bier oder auch ein Glas Sekt zu trinken.
Ich habe mein Trinkverhalten nicht als Problem erkannt. Es erschien mir nicht problematisch, Bier oder Sekt zu trinken.
Da ich auch immer wieder mehrere Tage nichts getrunken hatte und auch im Alltag funktionierte, sah ich für mich auch keine Gefahr.

Rückblickend betrachtet, halte ich meine Auffassung von damals für naiv. Es ist ein Irrtum anzunehmen, dass der unkontrollierte Alkoholkonsum keine Auswirkungen auf den Körper und auf die Psyche haben könnte. Dieser Gefahr bin ich mir heute bewusst.

Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)


Ich trinke noch Alkohol. Jedoch beschränkt sich mein Alkoholkonsum nur noch auf sorgsam ausgewählte Anlässe.



Auszug aus meinem Trinkkalender 2020:

Februar: 2 Glas ( 2 x 0,3 l) Bier Geburtstag meines Bruders im Restaurant; zwischendurch 2 Glas Fanta
April: 1 Glas ( 1 x 0,3 l) Bier Geburtstag meines besten Freundes
Juli: 1 Glas Sekt ( 1 x 0,1 l ) Geburtstag meiner Schwägerin im Restaurant; danach ausschließlich Minerlawasser
Oktober: 2 Glas Sekt ( 2x 0,1 l ) Geburtstag meiner Lebensgefährtin; zwischendurch Mineralwasser
Dezember: 1 Glas Sekt ( 1x 0,1 l ) zu meinem Geburtstag
und 1 Glas Sekt ( 1x 0,1 l) Sylvester
 
Teil 2:

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

Im Juli 2021 1 Glas Sekt ( 1 x 0,1 l) zum Anstoßen beim Geburtstag meiner Schwägerin

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?

nein

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?

Ich trinke heute Alkohol nur noch zu sehr sorgsam ausgewählten Anlässen, die ich vorallem mit Menschen verbinde, die mir etwas bedeuten. Hierzu gehören insbesondere meine Lebensgefährtin, mein Bruder und meine Stiefmutter, aber auch meine Schwägerin sowie mein bester Freund.

Ich verstehe das Anstoßen als nette Geste dem Gastgeber bzw. meinen Gästen gegenüber.


24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?

Nach der Trunkenheitsfahrt war ich über mich selbst so erschrocken, dass ich erstmal knapp 6 Monate gar keinen Alkohol getrunken habe.
Wie konnte es soweit kommen? Ich fing an, über mein Leben nachzudenken und musste feststellen, dass ich mehr trank als mir gut tat.

Ich musste mir eingestehen, dass ich mir durch den häufigen Alkoholkonsum doch eine recht hohe 'Trinkfestigkeit' angeeignet hatte. Das war mir so gar nicht bewusst gewesen.
Ich fing da schon an, meinen Alkoholkonsum zu hinterfragen.
Bis zu meiner Trunkenheitsfahrt hatte ich jedoch meinen Konsum, insbesondere auch die Menge, als normal angesehen und nicht in Frage gestellt.
Ich habe erkannt, dass ich meine Probleme nicht mit Alkohol lösen kann, sondern lediglich verschiebe.

Außerdem wollte ich mir auch selbst beweisen, dass ich in der Lage bin, Bier oder auch Sekt als ein Genussmittel wahrzunehmen, dass ich in Maßen genießen kann, wenn es der Anlass erlaubt.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Nach der Trunkenheitsfahrt war ich erstmal einige Tage in einer Art Schockstarre. Ich musste erstmal selbst für mich alles sortieren.
Wie konnte es soweit kommen? Was wäre passiert, hätte ich jemanden durch mein unverantwortliches Handeln verletzt?

Ich begann, mich mit meinem Alkoholkonsum auseinander zu setzen und beschloss, den Konsum vorerst einzustellen und mich mit der Thematik Alkohol intensiv zu beschäftigen. Nachdem ich mich im Internet schlau gemacht hatte, besuchte ich in diesem Zusammenhang auch den betrieblichen Suchtbeauftragten auf, welcher mir absolute Verschwiegenheit zusicherte. In dem fast zweistündigen Gespräch wurde mir klargemacht, dass ich in all den Jahren eine hohe Toleranzgrenze angetrunken hatte und dass mein Körper sich an diese Toleranzschwelle gewöhnt hatte. Im Gespräch wurde mir klar (gemacht), dass die Ursache in meiner Dienststelle zu suchen ist und ich ernsthaft in Erwägung ziehen sollte, mich innerhalb der Firma in einem neuen Aufgabengebiet zu versuchen.

Ich bekam diverses Informationsmaterial mit und man bot mir auch an, mich bei Bedarf beratend zu unterstützen.

Ich hatte ja nun erst einmal dem vollständigen Konsum von Alkohol eingestellt. Ich fing in dieser Zeit auch an, mich mehr meinen Hobbys zu widmen, insbesondere dem Fahrradfahren, dem Modellbau und unserem Garten.

Ich begann nun auch, meinen beruflichen Weg zu hinterfragen. Ich bewarb mich erfolgreich auf eine höherdotierte Stelle, die ich im März 2017 antrat und die auch mit einem 2jährigen Erweiterungsstudium, das ich neben der Arbeit absolvieren musste, verbunden war. Das Studium schloss ich Anfang 2019 erfolgreich ab. In dieser Zeit wurde ich durch die Firma insofern unterstützt, als dass man mir den Rücken frei hielt und ich nicht in alte Muster durch Überarbeitung fiel.

Ich wollte nun aber nicht den Kontakt zu meinen Freunden und der Familie komplett abbrechen, weshalb ich alle in gesonderten Gesprächen über mein Vergehen informierte und dass sie sich nicht wundern sollen, wenn ich in der nächsten Zeit ausschließlich mit nichtalkoholischen Getränken anstoßen würde. Ich war sehr überrascht, welche positiven Reaktionen ich erhielt.

In der Zeit des Verzichtes begann ich einen Zeitplan über ein volles Jahr aufzustellen und dort die Anlässe, zu denen ich bereit wäre, Alkohol zu konsumieren.

Dabei stellte ich fest, dass es insgesamt 7 – 8 Anlässe geben könnte, an denen ich mir zutraute Alkohol in einer festgesetzten Menge zu konsumieren.

Ich begann also ab 2017 diesen aufgestellten Jahresplan als Grundlage für mein Trinkverhalten zu verwenden. An den Tagen, an denen ich Alkoholkonsum vorausplante, wollte ich künftig mit dem ÖPNV ( oder Taxi ) anreisen; für die anderen Tage nutze ich konsequent das Fahrrad, soweit ich mich innerhalb meines Wohn- und Arbeitsbezirks aufhalten würde.

Schon bald stellte ich fest, dass es auch zu Ereignissen kam, die nicht vorherzusehen waren und folglich nicht eingeplant wurden. So hatte ich das 25jährige Dienstjubiläum im September 2017 einer Kollegin nicht eingeplant. Da ich aber dieses Ereignis nicht eingeplant hatte, beschloss ich, mit einem Glas Orangensaft der Jubilarin zuzuprosten. Dabei war für mich auch unerheblich, dass ich genau an diesem Tag wetterbedingt ohne Fahrrad ins Büro fuhr.

Ich war stolz, dass ich mich konsequent an mein Vorhaben hielt und teilte dies auch gleich meiner Lebensgefährtin mit.

Nach diesem Ereignis war ich fest entschlossen, weiter so zu verfahren.

Das Bedürfnis, die Fahrerlaubnis bereits nach Ende der Sperrzeit wieder zu erlangen, stellte ich zurück, auch, um mich nicht unter Druck zu setzen und meine bisherigen Erfolge zu gefährden.

Mein PKW und mein Motorrad hatte ich bereits in 2016 nach dem Ereignis veräußert; wirtschaftliche Erwägungen o.ä. waren also aussen vor.

Nach mehr als 5 Jahren kann ich für mich feststellen, dass der geplante und maßvolle Umgang mit Alkohol meine Lebensqualität in keiner Weise geschadet, sondern sogar gebessert hat.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

Ich habe mehr Struktur in meinem Alltag eingebracht. Auf Arbeit fühle ich mich selbstbewusst, so dass ich durch Fachwissen und Motivation der Kolleg*innen zu einem guten Betriebsklima beitragen kann.

Meine Familie und Freunde können mich spontan um Hilfe bitten und müssen nicht damit rechnen, dass ich ablehnen muss, weil ich z.B. am Vortag unkontrolliert getrunken habe.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

Ich mache mir ständig bewusst, dass ich mich auf einem schmalen Grad des Scheiterns bewege und daher unbedingt an meine Jahresplanung halten muss. Ich belohne mich und mein näheres Umfeld durch Zuverlässigkeit, Ordnung und gegenseitigem Vertrauen. Ich unterschätze niemals die Macht der Versuchung. Ich werde Probleme auf der Arbeit offen ansprechen, Abhilfe abfordern und ggf. auch dienstrechtliche Maßnahmen einleiten und ich werde mich nicht mehr für die mangelnde Kooperation der Führungskräfte verantwortlich machen. Ich setze dies schon konsequent um und meine Dienststelle weiß somit auch, was ich von ihr erwarten kann.


Mein nächstes Ziel ist es, das Rauchen aufzugeben. Ich habe festgestellt, dass das Rauchen bei meinen damaligen Trinkgewohnheiten ein wesentlicher Bestandteil war. Trank ich viel, so nahm auch der Zigarettenverbrauch zu.

Heute bin ich bei einem durchschnittlichen Verbrauch von einem Päckchen ( 20 Zigaretten ) früher mitunter bis zu zwei Päckchen.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(mit Begründung)


Ich mache mir ständig bewusst, dass ich mich auf einem schmalen Grad des Scheiterns bewege und in alte Verhaltensmuster verfallen kann.

Heute weiß ich aber, dass man auch nicht jedes Problem lösen muss. Es wird immer wieder etwas geben, wo es (für mich) keine Lösung gibt.

Die Erkenntnis, nicht perfekt zu sein und auch mit Schicksalsschlägen rechnen zu müssen, hat mir großes Selbstvertrauen geschenkt. Ich bin stärker und zielstrebiger geworden.

Ich habe eine tolle Familie und gute Freunde, die mir bei Bedarf Tag und Nacht zur Seite stehen würden.

Ich traue mich heute, Probleme anzusprechen und ich würde mich auch nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

Ich weiß um die Gefahr, in alte Gewohnheiten zurückzufallen, denn ich weiß, dass meine erworbene Trinkfestigkeit für immer bestehen bleiben wird.

Daher wähle ich die Anlässe, an denen ich ein oder zwei kleine Gläser Bier oder Sekt trinken möchte, sehr sorgfältig aus und ich weiß im Vorfeld, ob ich ein oder 2 kleine Gläser Sekt trinken werde.

An solchen Anlässen werde ich nicht mit einem Fahrzeug zur Feier fahren; wir lassen uns mitnehmen oder fahren mit dem Taxi/ÖPNV.
 

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Max

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Das Diagramm halte ich für überflüssig. Du solltest lieber eins anfertigen, was deine Trinkentwicklung zeigt. Das interessiert den Gutachter viel mehr.
 
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