Führerscheinentzug, MPU 2. Straftat

relaxopol

Neuer Benutzer
Hallo,
im letzten Jahr wurde mir der Führerschein aufgrund einer Trunkenheitsfahrt von 1,64Promille entzogen (30 Tagessätze, 9Monate Sperrfrist). Nach erfolgreicher MPU im ersten Anlauf habe ich den Führerschein seit Januar 2024 wieder.

Nun wird mir eine Unfallflucht vorgeworfen. Zum (wahrscheinlichen) Hergang: ich soll ein parkendes Auto beim Einparken beschädigt haben und wurde dabei von einem Zeugen gesehen. Tatsächlich war ich zu der Zeit dort am Ort und hatte mehrere Kinder im Auto, habe den Schaden aber nicht bemerkt (2,5 Tonnen VW Bus, Musik und Kinder im Auto) An meinem Auto habe ich am nächsten Tag Kratzer bemerkt. Da stand auch schon die Polizei vor der Tür.

Nun ist meine Verzweiflung groß. Ich weiß noch nicht, wie groß der Schaden am anderen Auto sind (bei mir nicht zu tiefe Kratzer, aber ueber Fläche von 10*20cm).
Anwalt wird erstmal Akteneinsicht beantragen. Ich habe gelesen, dass der Schaden bei sowas schnell mal ueber 1300Euro geht und dann droht Führerscheinentzug.

Würde man mir den Führerschein dann aufgrund der Vorstrafe länger entziehen? Droht eine erneute MPU?
Ich weiss es fehlen noch Fakten (Schadenshoehe etc) aber viell habt ihr schon mal eine erste Einschätzung. :(
 

MrMurphy

Erfahrener Benutzer
Ich habe gelesen, dass der Schaden bei sowas schnell mal ueber 1300Euro geht und dann droht Führerscheinentzug.

Richtig. Dann erlischt die Fahrerlaubnis und der Führerschein wird wieder geschreddert.

Zum einen sind Handwerksarbeiten in den letzten Jahren grundsätzlich teurer geworden. Zudem müssen bei moderenen Autos häufig Messsysteme für Fahrassistenten aufwändig neu justiert werden.

Von deinem Schaden auf den am anderen Auto zu schließen ist unseriös und bringt dich nicht weiter. Von entscheidender Bedeutung werden die Zeugenaussagen sein. Also ob die beschreiben, das du dich so verhalten hast als wäre der Unfall nicht geschehen. Oder ob du zum Beispiel unnötigerweise kurz angehalten hast um möglicherweise nach Zeugen Ausschau zu halten oder sogar ausgestiegen bist.

Würde man mir den Führerschein dann aufgrund der Vorstrafe länger entziehen?

Das ist unwahrscheinlich, die Strafe für die Unfallflucht (falls du verurteilt wirst) wird sich im üblichen Rahmen bewegen.

Droht eine erneute MPU?

Die Möglichkeit ist sehr groß, falls der Schaden über 1.300,00 Euro liegt. Die Alkoholfahrt war zugleich eine Strafttat und ein Verkehrsvergehen. In der Hinsicht kannst du also als Wiederholungstäter eingestuft werden.
 

Karl-Heinz

Erfahrener Benutzer
Falls der Schaden über der magischen Grenze liegt, halte ich es für denkbar, dass die Sperrfrist bei 12 Monaten liegt, also an der oberen Grenze dieses Tatbestands.
 
Oben