MPU (21.04.2021) - TF mit dem Fahrrad (1.98%)

Iiyama

Neuer Benutzer
Hallo zusammen,
aufgrund meiner Trunkenheitsfahrt vom 02/2019 habe ich kommenden Mittwoch (21.04.2021) meine zweite MPU.
Als ich im Sommer letzten Jahres den Bescheid bekommen hatte, eine MPU machen zu müssen hatte ich hierfür nur knapp 2 Monate Zeit aufgrund der festgelegten Frist der Führerscheinbehörde. Diese MPU hatte ich nicht bestanden und somit habe ich mich anschließend in die Betreuung eines Verkehrspsychologen begeben um mich auf meinen zweiten Versuch vorzubereiten.
Während ich mich auf das Gespräch nächste Woche vorbereite, bin ich auf dieses Forum gestoßen.
Ich würde gerne meinen FB hier posten, in der Hoffnung noch weiteren Input zu erhalten der mich auf nächste Woche vorbereitet.

Was ich bisher in anderen Posts gelesen habe, lässt mich bereuen nicht eher auf dieses Forum gestoßen zu sein. Ihr leistet hier eine super Arbeit für Menschen, die auf der Suche nach Unterstützung sind. Ich weiss, dass mein Anliegen recht kurzfristig ist aber einen Versuch wollte ich gerne wagen.

Zur Person
Geschlecht: männlich
Größe: 1.83m
Gewicht: 80kg
Alter: 32

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 16.02.2019 - ca. 3:00 Uhr
BAK: 1.98 Promille
Trinkbeginn: 21:30 Uhr
Trinkende: 2:30 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 3:30 Uhr

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: Bereits abgeschlossen
Strafbefehl schon bekommen: Ja. Bereits bezahlt
Dauer der Sperrfrist: Keine

Führerschein
Hab ich noch: Nein
Hab ich abgegeben: Ja
Hab ich neu beantragt: Ja
Habe noch keinen gemacht: -

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Nein
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: Nein
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): Bedenken Ihrer Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen

Bundesland:
Baden-Württemberg

Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: Nein
Ich lebe abstinent seit: 25.02.2020

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: Ja
Urinscreening ja/nein: Nein
Keinen Plan?: -

Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: Nein

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: Nein
Selbsthilfegruppe (SHG): Nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: Ja (8 Sitzungen x 1 Stunde)
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: Nein
Ambulante/stationäre Therapie: Nein
Keine Ahnung: -

MPU
Datum: 21.04.2021
Welche Stelle (MPI): PIMA GmbH
Schon bezahlt?: Ja
Schon eine MPU gehabt? Ja
Wer hat das Gutachten gesehen?: Ich, mein VP
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: Das Gutachten befindet sich derzeit bei meinem VP.
Sinngemäß: Aufgrund meiner ärztlichen Untersuchung ist nicht davon auszugehen, dass ich alkoholabhängig bin, es konnte jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich eine Alkoholfahrt wiederholen wird. Mir wird empfohlen eine einjährige Alkoholabstinenz zu absolvieren und einen Verkehrspsychologen aufzusuchen.

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: Nein
 

Rübezahl

Erfahrener Benutzer
Hallo Iiyama. Hm, in einer Woche wirst leider nicht viel rausreißen können. Der kleine Fragebogen sagt jetzt nicht viel aus, eigentlich nur die groben allgemeinen Dinge, die Fakten. Du bräuchtest hier den großen FB mit ca 30 Fragen hier aus dem forum. die sind ausführlichst zu beantworten und wird viel Text. Grundsatzfrage: was hast du die 1,5 Jahre bis zur ersten MPU gemacht? Warum nach einem Jahr plötzlich abstinent? was hast von MPU 1 bis jetzt außer 8x VP getrieben.
Der GA Text macht mich stutzig. auf die standardfrage hin beantwortet das GA Frage alkabhängig oder nicht und empfiehlt die abstinenz. In dem alter und mit < 2,0 finde ich das sehr resolut. wer weiß was du da im Herbst alles erzählt hast. bedenklich. Ist MPI das gleiche?
 

Iiyama

Neuer Benutzer
Hallo Rübezahl,
vielen Dank für deine Antwort.

Ich habe mich im ersten Text verschrieben, was den Zeitpunkt der ersten MPU angeht. Ich hatte die erste MPU im Sommer 2019 (Mit knapp 2 Monaten Vorbereitungszeit) und nicht im Sommer 2020.
Ich hatte meinen Post etwas voreilig abgeschickt. Ich arbeite gerade an dem Fragebogen, welchen ich morgen Vormittag hier ergänzen werde.

Zu deiner Frage, die MPI ist die Selbe.
 

Rübezahl

Erfahrener Benutzer
das war ein kardinalsfehler diese MPU gemacht zu haben. ich hatte 2,5 Monate Frist. Hab es aber vorher mitbekommen, dass das quatsch ist. der fsst ist das egal. Glaub die wissen gar nicht, dass das inhaltlich nonsens ist
 

Andi18

Erfahrener Benutzer
Der GA Text macht mich stutzig. auf die standardfrage hin beantwortet das GA Frage alkabhängig oder nicht und empfiehlt die abstinenz. In dem alter und mit < 2,0 finde ich das sehr resolut. wer weiß was du da im Herbst alles erzählt hast. bedenklich. Ist MPI das gleiche?
das finde ich auch sehr merkwürdig. Wenn Du nicht schon bezahlt hättest würde ich empfehlen, eine andere MPI-Org zu wählen.
Daß Du zu früh zur mpu angetreten bist, kann nicht diese Schlussfolgerung haben..
Mein VP hat mir von der PIMA im Ort sehr abgeraten, akzeptieren wohl seltenst AB <12M. Die GA sind wohl sehr antiquiert und halten unabhängig der Aufarbeitung grundsätzlich daran fest.. wie bei den VPs gibts solche und solche..
Ich würde gerne meinen FB hier posten, in der Hoffnung noch weiteren Input zu erhalten der mich auf nächste Woche vorbereitet.
Was ich bisher in anderen Posts gelesen habe, lässt mich bereuen nicht eher auf dieses Forum gestoßen zu sein.
Aufarbeitung
...Psychologe/Verkehrspsychologe: Ja (8 Sitzungen x 1 Stunde)
das ist das nächste was mich etwas überrascht. 8hr bei nem VP zu verbringen, dann sollte der FB bzw. der rote Faden längstens stehen. Scheint noch nicht soweit zu sein.
 

Iiyama

Neuer Benutzer
Hallo zusammen,

gibt es vorab eine Übersicht aller Abkürzungen? Ich sehe diese hier im Forum sehr oft und tue mir recht schwer damit, diese zu verstehen. Ggf. gibt es hier im Forum etwas, das ich bisher übersehen hatte.

Bei meiner ersten MPU wurde im Gutachten empfohlen, 12 Monate Abstinenz nachzuweisen und mit Hilfe eines Verkehrpsychologens mein aufzuarbeiten.
Die 12 Monate habe ich bereits als Nachweise vorhanden und ein letztes Gespräch mit meinem Verkehrspsychologen findet nächste Woche Dienstag statt.

Meine MPU Gebühren habe ich bereits bezahlt und somit steht die PIMA als Organisation fest. Bei mir zur Auswahl gab es noch den TÜV, der wohl schlechtere Bewertungen als die PIMA hatte.

Anbei nun mein Fragebogen.
 

Iiyama

Neuer Benutzer
Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(Wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)

Ich hatte am 15.02.2019 bis ca. 18 Uhr gearbeitet und meine letzte Mahlzeit an diesem Tag um 12 Uhr zur Mittagspause zu mir genommen. Anschließend war ich von 20 - 21 Uhr im Boxtraining, welches ich zwischen 2 - 3 mal die Woche besuche. Da ich mich mit einem Bekannten, den ich die Wochen zuvor beim Snowboarden kennengelernt hatte und welcher noch nicht lange in der Stadt wohnt, um 21:30 Uhr in einem Wirtshaus verabredet hatte, musste es nach dem Training schnell gehen. Ich hatte mich zu Hause geduscht und bin schnell mit dem Fahrrad in die Stadt gefahren, sodass ich pünktlich am Treffpunkt ankam.

Das von uns besuchte Wirtshaus besitzt eine hauseigene Brauerei, welche fünf unterschiedliche (selbstgebraute) Biere auf der Getränkekarte beworben hatte. Das erste Bier war schnell getrunken, woraufhin das zweite Bier nachbestellt wurde. Zu diesem Zeitpunkt haben wir uns die Getränkekarte erneut angeschaut und uns dafür entschlossen, eine Verkostung aller Biere vorzunehmen, was dann auch geschah. Nachdem die Biere den Magen gut gefüllt haben und das Hungergefühl somit unterdrückt wurde, haben wir uns dazu entschlossen, uns nur einen Flammkuchen zu teilen. Während dieser Zeit haben wir uns angeregt unterhalten und die letzten drei Biere probiert und diese im Anschluss nach eigenem Empfinden bewertet und diskutiert.

Mein Bekannter hatte nach dem Besuch im Wirtshaus gegen 23:00 Uhr gefragt, welche Möglichkeiten man in der Stadt noch hätte, um weiter zu ziehen. Er wollte jedoch wohin, wo es mehr als nur Bier gab, da er vom Bier bereits einen aufgeblähten Bauch hatte. Kurz darauf haben wir uns entschieden, ein Irish Pub zu besuchen. Dort angekommen, war mein Bekannter sehr froh darüber eine Whisky Karte gefunden zu haben. Auch wenn ich bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich Bier trinke, ist mir Whisky nicht fremd. Mein Bekannter ist ein großer Whisky Fan und hat zwei seiner Lieblingssorten in der Karte ausfindig machen können, welche wir gemeinsam getrunken haben.

Es war Freitagabend, im Irish Pub war nicht so viel Betrieb und wir wollten uns anschließend gegen 0:30 Uhr noch etwas unter die Leute mischen. 50 Meter Luftlinie vom Irish Pub war eine Diskothek, die keinen Eintritt verlangte. Wir dachten uns, da wir keinen Eintritt zahlen müssen, können wir ja nichts kaputt machen. Wenn es uns nicht gefällt, beenden wir den Abend und gehen nach Hause.

Dort angekommen waren wir an der Bar, wo mir mein Bekannter erneut versichert hat, dass er kein Bier trinken kann, da sein Bauch immer noch sehr aufgebläht war. Auf die Frage hin was er denn trinken mag, sprach er sich für Vodka aus. Auch wenn ich kein Fan von Vodka bin, wir hatten zu diesem Zeitpunkt schon den ganzen Abend das Selbe getrunken gehabt und da ich kein "Spielverderber" sein wollte, habe ich dem Vodka zugestimmt. Die Stimmung in der Disco hatte uns nicht zugesagt, weshalb wir nach dem ersten Getränk nach Hause wollten. Auf dem Weg zum Ausgang haben wir dort dann eine Arbeitskollegin von meinem Bekannten getroffen. Die Stimmung hatte sich plötzlich um 180° gewendet, wir hatten uns unterhalten, getanzt und im Verlauf des Discobesuchs noch 3-4 weitere Vodkashots getrunken.

Zu Ende war der Discobesuch für uns um ca. 2:30 Uhr. Wir hatten uns verabschiedet und ich bin anschließend zum Wirtshausgelaufen, wo ich mein Fahrrad abgestellt hatte. Ich hatte mich auf das Fahrrad gesetzt und bin innerhalb der ersten 50 Meter zwei mal gestürzt. Anschließend bin ich stark schwankend und in Schlangenlinien nach Hause gefahren, wo ich dann von der Polizei gegen 3:10 Uhr kontrolliert wurde. Ein erster Atemtest hatte ergeben, dass ich auf keinen Fall im Stande war, am öffentlichen Verkehr teilzunehmen. Ich wurde anschließend mit auf das Polizeipräsidium genommen, wo ein Blutalkoholtest um 3:30 Uhr mit einem Ergebnis von 1.98 Promille gemacht wurde.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)

Wirtshaus 21:30 Uhr - 23:00 Uhr
5 x 0.5l Bier (darunter ein Bockbier mit ca. 6.5%)

Irish Pub 23:00 Uhr - 0:30 Uhr
2 x 4cl Whisky 40%

Diskothek 0:30 Uhr - 2:30 Uhr
4-5 x 2cl Vodka 40%

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?

Ich bin 3.5km gefahren - 3.7km waren die Gesamtstrecke

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)

Ich konnte absolut nicht mehr sicher fahren. Ich bin zum Beginn der Fahrt schon zwei mal gestürzt und bin sehr schwankend in Schlangenlinien gefahren.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Ich hatte nach dem Discobesuch kein Bargeld mehr bei mir, weshalb eine Fahrt mit dem Taxi nicht in Frage kam. Zudem Stand mein Fahrrad noch am Wirtshaus. Ich wollte den zusätzlichen Aufwand am nächsten Tag vermeiden, das Fahrrad in der Stadt zu holen, weshalb ich mich dazu entschlossen habe, mit dem Fahrrad nach Hause zu fahren.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?

Nein.

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

Wichtig zu erwähnen ist, dass ich bis 04/2019 kein Auto besaß, weshalb eine Trunkenfahrt mit dem Auto für mich nicht möglich war. Zudem habe ich beim führen eines PKW stets ein 0.0% Prinzip.

Ich habe ca. 20-30 mal alkoholisiert am Straßenverkehr mit dem Fahrrad teilgenommen ohne aufzufallen. Niemals jedoch in einem Maße wie es in der Nacht der Trunkenheitsfahrt war. Gerade die Teilnahmen am Straßenverkehr mit geringeren Alkoholmengen führen dazu, den Respekt für diese Situation zu verlieren und das Risiko zu unterschätzen, denn ich hatte ja immer alles unter Kontrolle und fühlte mich körperlich im Stande dafür. Am Ende vom Tag bin ich ja immer sicher zu Hause angekommen. Des Weiteren unterschätzte ich auch die Folgen, welche ich als Fahrradfahrer auf den Verkehr habe kann, sollte doch etwas passieren.

Diese Anhäufungen von alkoholisierten Fahrradfahrten in der Vergangenheit haben letzten Endes dazu geführt, dass ich es gewagt habe meine Trunkenheitsfahrt anzutreten.
 

Iiyama

Neuer Benutzer
Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)

Meine allererste Erinnerung würde ich auf 5-6 Jahren einschätzen. Ich bin mit Alkohol am Tisch aufgewachsen. Meine Eltern hatten zum Abendessen oder Fernsehabend gerne ein Bier getrunken.

Mein erster Konsum war mit ca. 9-10 Jahren auf einem Sommerfest bei uns im Dorf. Mein Vater hatte einen Krug Radler für sich gekauft, von welchem ich zum Ersten mal probieren durfte.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?

Von 10/2011 bis 10/2012
- Umzug in eine WG mit dem besten Freund
- Im ersten Studentenjahr 2 x wöchentlich Party 5-6 Bier (0,5L) und 3-4 Jägermeister (4cl)

Von 10/2012 bis 06/2014

- Studium abgebrochen und erste Feste Anstellung
- Häufigkeit hat nachgelassen aufgrund der Arbeitsstelle. Mengen sind gleich geblieben
- Meist Party am Freitag oder Samstag (5-6 Bier (0,5L) und 3-4 Jägermeister (4cl))

Von 06/2014 bis 10/2018 (In diesem Zeitraum war ich in einer Beziehung)

- Normaler Konsum, kaum Partys. Am Wochenende bei den Schwiegereltern zum Essen/Grillen
- 1-3 Bier (0,5L)

Von 10/2018 bis 02/2019 (Vorfall)

- Hauptsächlich am Wochenende (jedes Wochenende) getrunken zum Party machen (Single und über den großen Trennungsschmerz hinweg war)
- Nie weniger wie 3 Bier (0,5L)
- Im Durchschnitt 5-6 Bier (0,5L)
- Maximal 8 Bier (0,5L)
- Selten unter der Woche da kaum Zeit (40h Woche + 3x Training)
- Zum Fußballspiel schauen mit Freunden 2 Bier (0,5L)

Von 02/2019 bis 02/2020

- Konsum um ca. 50% reduziert
- Party alle 2 Wochenenden
- Im Durchschnitt 2-3 Bier (0,5L)
- Maximal 4 Bier (0,5L)
- Sehr seltener Konsum unter der Woche
- Alle 3-4 Wochen mit Freunden zu Besuch mit 2 Bier (0,5L)

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?

Siehe Punkt 9.

11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?

Ich habe ausschließlich in Gesellschaft mit Freunden auf Partys getrunken. Partyabende haben üblicherweise bei Gesprächen zu Hause mit 1-2 Bier angefangen bevor der Abend in eine Bar oder Disco verlegt wurde.

Alle 2-3 Wochen hat sich ein kleiner Freundeskreis von 2-4 Personen zum Fußballschauen verabredet. Diese fanden auch zu Hause statt.

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)

Wie aus meiner Trunkenheitsfahrt hervorgeht, habe ich mich aufgrund des gemeinsamen "Spieles" den Abend über immer das Selbe zu trinken unter Druck setzen lassen. Ich wollte kein Spielverderber sein und habe dann die Art von Alkohol getrunken, die mir persönlich gar nicht zusagt. Auch wenn dies nie ausgesprochen wurde und es den Abend in keinerlei geändert hätte, wollte ich die Gruppendynamik dadurch nicht stören und habe mir diesen Zwang selbst auferlegt.

Ich hatte zuvor schon erwähnt, dass ich mit Alkohol am Tisch aufgewachsen bin. Meine Eltern/Familie haben gerne das Abendessen mit einem Bier ergänzt. Des Weiteren war meine Familie Mitgründer einer Narrenzunft. Hier war es in den Wintermonaten üblich, nach einem Faschingsumzug oder auf entsprechenden Hüttenveranstaltungen mit Alkohol zu feiern. Auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt minderjährig und somit zu jung zum trinken war, bin ich seit ich denken kann mit dieser Erfahrung aufgewachsen. Ich war es gewohnt, eine Feier mit Alkohol zu ergänzen und kannte dies nicht anders und habe es auch nicht anders praktiziert, seitdem ich selbst alt genug zum trinken war.

Ich bin mit 22 Jahren mit meinem besten Freund für sieben Jahre in eine WG gezogen. Ich würde mich selbst nicht als Konfliktscheuer Mensch beurteilen aber über diese sieben Jahre hat sich ein uns in der WG eine gewisse Routine eingebürgert, aufgrund dessen wir uns auf einer Beziehungsebene voneinander entfernt haben. Es gab sogar Zeiten, in denen wir uns unter der Woche in der eigenen Wohnung nicht gesehen oder gesprochen haben. In dieser Zeit hat sich ein Verhalten eingebürgert, dass wir uns über unangenehme Themen im Bezug unserer WG nur unterhalten hatten, während wir feiern waren und somit Alkohol tranken. Wir hatten ohne Alkohol schlichtweg nicht den Mut und die emotionale Offenheit, unangenehme Themen oder Themen die einem persönlich wichtig waren anzusprechen.

Ende 2018 hatte sich meine damalige Partnerin von mir getrennt. Eine Trennung die ich persönlich nicht erwartet hatte, nachdem wir Wochen zuvor noch Wohnungen für einen gemeinsamen Zusammenzug angeschaut hatten. Ich habe die Trennung nicht gut verkraftet und habe in dieser Zeit danach, den Alkohol als Mittel genutzt um mich von meinem Herzschmerz abzulenken.

Ein wichtiger Punkt war hier der sporadische Kontakt mit meiner damaligen Partnerin, welchen ich nie komplett abgebrochen hatte. Sei es eine beiläufige Nachricht, ein neues Bild auf Instagram oder ein Status in WhatsApp. All diese Dinge zu sehen, haben mich emotionaler belastet als ich es mir eingestehen wollte.
Selbst als ich angefangen habe mich bezüglich der Trennung besser zu fühlen, hat sich an meinem Verhalten nichts geändert. Ich habe es genossen, keine Rücksicht einer anderen Person gegenüber nehmen zu müssen. Ich hab es genossen "frei" zu sein und machen zu können was ich wollte.

Hinzu kam die Angst, in einem Freundeskreis 30+, in welchem jeder in einer festen Beziehung ist und die Zukunft in Richtung Haus und Kind geplant wird, alleine zu sein.

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)

Bei wenig Alkoholgenuss habe ich bereits gemerkt, wie meine Stimmung angehoben wurde. Ich war für Gesprächsthemen schnell zu begeistern und habe diese euphorisch mitverfolgt und daran teilgenommen. Mit weiterem Alkoholgenuss wurde ich vermehrt emotional bis dies schlussendlich in Mündigkeit umschlägt.

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Es gab keine kritischen Hinweise. Ich hatte jedoch mal meinen Onkel der mir mitteilte "Ich war auch mal so Jung wie du, pass auf dass du nicht zu viel trinkst." Ich hatte diesem Rat zum damaligen Zeitpunkt nicht viel Beachtung geschenkt, da ich meiner Meinung nach, damals nicht zu viel getrunken hatte.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Bis auf dass ich den Tag nach aktivem Konsum nur im Bett oder auf dem Sofa lag, hatte der Alkoholkonsum auf meinen Alltag und mein Umfeld keine Folgen. Ich habe wie gewohnt 40 Stunden die Woche gearbeitet und bin meinen privaten und beruflichen Verpflichtungen stets nachgekommen.

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?

Wie in Punkt 9. bereits beschrieben, war meine aktivste Zeit des Alkoholkonsums im ersten Jahr, als ich mit meinem besten Freund in eine WG gezogen bin. Wir waren 22 Jahre alt und hatten schon Jahrelang das Ziel in einer Stadt zu wohnen und die Möglichkeit zu haben, zu Fuß in die Stadt gehen zu können um Bars und Clubs zu besuchen.

Dies war zudem auch mein Erstes und Einziges Studienjahr, in welchem ich vor Antritt meiner Arbeitsstelle viel Zeit zur Verfügung hatte.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Ja, ein Mal ist das passiert ca. Herbst 2013. Wir waren in einem Club und kannten den DJ, der an diesem Abend für die Musik gesorgt hat. Der DJ hatte uns den ganzen Abend mit Freigetränken versorgt gehabt, ohne das wir etwas dafür bezahlen mussten. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht viel Geld zur Verfügung und habe diese Möglichkeit ausgenutzt. Ich hatte an diesem Abend so viel getrunken gehabt, dass erbrechen musste und am nächsten Tag nicht mehr wusste wie wir nach Hause gekommen sind.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Ja, zu Beginn des Jahres 2014. Als Neujahrsvorsatz hatte ich eine Alkoholabstinenz von 3 Monaten durchgeführt.

Da ich diese Abstinenz mit meinem Mitbewohner durchgeführt hatte, war es gemeinsam kein Problem diese Zeit ohne Alkohol durchzuführen. Wir hatten uns zu dieser Zeit aktiv mit Fitness beschäftigt und uns somit "etwas Gutes" getan.

19. In welcher Kategorie eines Alkohol trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)

Zum damaligen Zeitpunkt habe ich mich in keiner bestimmten Kategorie gesehen. Ich war ganz gewöhnlich unter der Woche Arbeiten und am Wochenende habe ich mit Freunden meine freie Zeit genossen. Da ich auch nur mit gleichgesinnten unterwegs war, ist mir die Frage eines ungewöhnlichen Konsums nie in den Sinn gekommen.

Rückblickend Stufe ich meinen Alkoholkonsum definitiv missbräuchlich auf einer Skala von 1-100 auf 65-70 ein. Ich kann mich an keine von mir besuchte Veranstaltung erinnern, an der kein Alkohol getrunken wurde. Die Tatsache dass ich zu dieser Zeit auch kein Auto hatte, hat mich auch nicht zum nichttrinken "gezwungen".
 

Iiyama

Neuer Benutzer
Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

Ich trinke keinen Alkohol mehr

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

25.02.2020

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?

Ich trinke in seltenen Fällen 0.0% Bier (Auf alkoholfreies Bier verzichte ich, da dies immer noch einen Alkoholgehalt von bis zu 0.5% enthält)

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?

Ich bin mit Anfang 30 so fit wie ich es in meinen 20ern nicht wahr. Ich habe seit meiner Abstinenz kein Sonntagstraining mehr verpasst. Auch seitdem das Boxstudio derzeit aufgrund von Corona geschlossen hat, habe ich mich umorientiert und das Laufen und Body Weight Übungen für mich entdeckt, die ich 4 mal die Woche durchführe, bis das Boxstudio wieder öffnen darf. Ich habe nach wie vor, zukünftig einen Amateurkampf zu bestreiten und der Alkohol widerspricht hier meinem sportlichen Engagement auf ganzer Linie.

Zudem genieße ich es frei zu sein. Ich habe für mich erkannt, dass ein Tag gefangen zu sein im Bett oder auf dem Sofa nichts mit Freiheit zu tun hat. Ein Tag eingesperrt in der Wohnung, weil es mir zu schlecht geht andere Aktivitäten durchzuführen schränkt mich in meinem Möglichkeiten ein. Ich genieße es an einem schönen Samstag Morgen joggen zu gehen, den Markt zu besuchen oder zu tun und lassen wonach mir der Sinn steht. Diese Entscheidung hat der Alkohol in der Vergangenheit für mich getroffen.

Ich hatte im Februar diesen Jahres einen Freund zu Besuch, der sich eine Wasserpfeife gekauft hatte. Es war nicht gerade gutes Wetter aber wir wollten es uns nicht nehmen lassen, seinen neuen Kauf zu testen. Bei kaltem Wetter sind wir auf dem Balkon gesessen und haben die Wasserpfeife geraucht. Ich bin selbst kein Raucher und hatte am Folgetag sehr starke Hals -und Kopfschmerzen. Ich hatte in dieser Nacht nicht gut geschlafen und konnte mich für nichts motivieren. Dieses Erlebnis glich einem verkaterten Tag nach starkem Alkoholkonsum. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich in meiner Entscheidung bestätigt gefühlt, dass ich das nie wieder haben möchte. Gleichzeitig habe ich mich in Frage gestellt, wie ich mir das Wochenende für Wochenende antun konnte.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?

Der Tag nach meiner Trunkenheitsfahrt war ein Tag voller Scham, Angst und Planlosigkeit. Ich weiß noch wie ich morgens im Bett lag und dachte, dass alles nur ein Traum gewesen sei, bis ich das Pflaster und das darunter befindende Einstichsloch der Blutabnahme sah.

Ein Signal für mich, dass sich etwas ändern musste. Ich habe zu diesem Zeitpunkt den Konsum von Alkohol halbiert, unwissend das weitere Verfahrensschritte auf mich zukommen werden. Im Sommer 2019 erhielt ich dann die Mitteilung, dass ich die MPU binnen zwei Monate absolvieren muss, welche ich ohne notwendige Vorbereitung nicht bestanden hatte. Im Gutachten dieser MPU wurde mir empfohlen, eine einjährige Abstinenz durchzuführen und mich mit einem Verkehrspsychologen zu beraten. Dieser Empfehlung bin ich ursprünglich gefolgt, mit dem Gedanken nach einem Jahr wieder Alkohol zu trinken.

Im April letzten Jahres, zwei Monate nach dem Beginn meiner Abstinenz, war ich auf der Hochzeit meines Onkels. Das erste große Fest seit dem Beginn meiner Abstinenz, in einem Umfeld welches Feierlichkeiten gerne mit Alkohol ergänzt. Ich erkannte über den Verlauf des Tages, wie die Stimmung angeregter, die Gespräche lauter und Gesprächsthemen emotionaler wurden. Im Umfeld meiner Familie fand ich es sehr amüsant, diese Entwicklung zu beobachten und es war alles in allem ein sehr schöner Tag an welchem ich mich sehr wohl gefühlt habe. Der einschneidendste Moment für mich an dieser Hochzeit war jedoch das Frühstück am Tag danach. Die Familie saß zusammen und ich konnte an vielen Gesichtern die Nachwirkungen des gestrigen Festes erkennen. Es wurde nicht viel gesprochen, es herrschte eine Art "Katerstimmung". Ich hingegeben war topfit, hatte mich mit meiner Großmutter über meine Pläne des restlichen Tages unterhalten und ihr im Haushalt ausgeholfen.

Es gab im ersten halben Jahr meiner Abstinenz noch zwei ähnliche Erfahrungen wie diese an der Hochzeit. Dies waren der 30. Geburtstag meiner Schwester und ein kleines Fest mit Freunden.

Zusammenfassend sei gesagt, dass der Impuls der Abstinenz aufgrund der entsprechenden Empfehlung des Verkehrspsychologen gesetzt wurde, ich im Laufe der Abstinenz und den entsprechenden Erfahrungen die ich gemacht habe, mich sehr stark mit diesem Lebensstil identifizieren konnte und mich dafür entschieden habe, diesen zukünftig fortzusetzen.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Mein Trinkverhalten hatte ich nach der Trunkenheitsfahrt zunächst halbiert. Ich habe mir damals nicht die Zeit genommen mich ausreichend selbst zu reflektieren und mein Handeln zu hinterfragen. Ich hatte angefangen mir das Prinzip des kontrollierten Trinkens anzueignen, hatte Konsum geplant und ihn auch in einem Tagebuch dokumentiert. Während dieser Zeit war ich mit Freunden auf einem Festival, auf welchem ich den Konsum von zwei Radler geplant hatte. Nachdem ich beide dieser Radler getrunken hatte und anschließend auf Wasser umgestiegen bin, hatte sich einer meiner Freunde lustig über mich gemacht. Er verstand die Ernsthaftigkeit meiner Situation nicht, weshalb ich ihm diese daraufhin erklärt habe. Er hatte sich anschließend für sein Verhalten bei mir entschuldigt und hatte sich auch zukünftig nicht mehr darüber lustig gemacht. Ein weiterer Punkt nach den zwei Radler war für mich, dass ich gerne ein weiteres Bier getrunken hatte und das einzige was mich davon abgehalten hat, waren die horrenden Preise auf dem Festival.

Ich habe daraufhin aufgehört meinen Konsum zu dokumentieren. "Geplant" war der Konsum immer am Wochenende und ich trinke nicht mehr so viel wie früher. Wieso also notieren, dachte ich mir.

Mein Trinkverhalten habe ich zum 25.02.2020 komplett eingestellt. Die Umstellung betraf ausschließlich die Tage an denen ich in der Vergangenheit Alkohol konsumiert hatte. In meinem Fall waren das die Wochenenden und in seltenen Fällen gemeinsame Abende mit Freunden, an welchen wir ein Fußballspiel geschaut hatten.

Zu dieser Zeit Begann die Pandemie langsam an, Fahrt auf zu nehmen. Der erste Lockdown stand bevor, die Kontakte wurden beschränkt und Onlinetreffen fanden immer öfter statt. Gerade an den Onlinetreffen wurde dann virtuell miteinander getrunken und sich ausgetauscht, was mir persönlich nichts ausgemacht hatte. Lediglich zu früher, als ich bis tief in die Nacht wach geblieben bin, habe ich den Abend früher beendet, so wie es für mich angemessen war.

Über den Sommer hinweg wurden die Kontaktbeschränkungen gelockert und auch die Fitnessstudios durften wieder öffnen. In diesem Zeitraum konnte ich meiner Leidenschaft, dem Boxen, sehr aktiv nachgehen. Auch treffen mit Freunden in Biergärten haben stattgefunden, welchen ich mich sehr gerne angeschlossen habe. Keinen Alkohol zu trinken, war für mich kein Grund mich mit meinen Freunden nicht zu treffen. Ich habe einen sehr unterstützenden Freundeskreis, mit welchem ich auch immer über meine Situation gesprochen hatte, wenn das Thema aufkam. Ich wurde nie in einer gewissen Art und Weise angesprochen oder gefragt, ob ich nicht doch Alkohol trinken möchte. Ganz im Gegenteil, mein Freundeskreis hat meine Situation genutzt, um den eigenen Alkoholkonsum zu reflektieren. Dies hat zur Folge, dass bei unseren Treffen um ein vielfaches weniger Alkohol getrunken wird als das es in der Vergangenheit der Fall war.

Als die Fitnessstudios wieder schließen, und die Kontaktbeschränkungen wieder bestimmt wurden, hatte ich bereits einen Punkt erreicht an dem ich großen Gefallen daran gefunden habe, mein Leben ohne Alkohol zu bestreiten. Ich habe mir eine persönliche Herausforderung gesucht, die diesen Lebensstil unterstützt und mich zeitgleich körperlich Fit hält, da ich nicht mehr ins Training gehen konnte. Diese Herausforderung betrifft einen Amateurkampf im Boxen, welchen ich ehrlich gesagt schon länger im Hinterkopf habe. Ich habe aktiv angefangen Joggen zu gehen und diese Einheiten mit Bodyweight Übungen zu ergänzen und hoffe, 2023 einen entsprechenden Kampf bestreiten zu können.

Was ich über die Umstellungsphase zudem erlebt habe, ist dass sich die Freundschaft mit einem meiner besseren Freunde sehr gefestigt hat. Ein Freund welcher einen hohen Fokus auf Fitness setzt und in der Vergangenheit als Bodybuilder auf der Bühne stand. Wir teilen den Enthusiasmus über Sport, auch wenn wir unterschiedliche Sportarten betreiben. Er selbst trinkt sehr selten Alkohol und wir sind beide in einer ähnlichen Lebenssituation. Wir sind beide alleinstehend, sportbegeistert und in einer Zeit in der sich nur zwei Personen unterschiedlicher Haushalte treffen dürfen.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

Ich bin mit meinen Freunden und der Familie sehr offen mit diesem Thema umgegangen woraufhin ich seit Tag 1 nach der Trunkenheitsfahrt ein hohes Maß an Unterstützung erhielt.

Die größte Unterstützung erhielt ich von meinem besten Freund, mit welchem ich zuvor in einer WG gewohnt hatte. Sei es das gemeinsame Einkaufen mit seinem Auto von Getränken oder die Gespräche dir wir gemeinsam geführt hatten um z.B. meine jeweilige Sitzung mit dem Verkehrspsychologen zu diskutierten. Ich hatte das Gefühl, das wir diese Art der Umstellung teilweise gemeinsam durchführten. Wir haben uns angefangen wieder öfter zu treffen und hatten sogar ein klärendes Gespräch bezüglich unserer vergangenen Art und Weise, wie wir mit emotionalen Themen umgegangen sind. Seit diesem Tag hat unsere Freundschaft eine neue "Tiefe" erreicht, welche mich sehr dankbar sein lässt, diesen Freund in meinem Leben zu wissen.

Nachdem ich meine Freizeit am Wochenende nicht mehr zum Party machen und zum Erholen davon verbringe, ist mein Alltag um ein vielfaches strukturierter geworden. Wenn ich den Alkohol in der Vergangenheit als Ablenkung und Fluchtmittel genutzt hatte, so wurden diese Themen lediglich aufgeschoben. Ich habe mich sehr stark mit meiner Trennung befasst und habe den Kontakt mit meiner damaligen Partnerin auf allen Kanälen abgebrochen. Ich habe organisierte Tage am Wochenende, an denen ich mich z.B. um meinen Haushalt und die Einkäufe kümmere.

Dieses strukturierte Vorgehen habe ich zugleich mit in mein berufliches Leben integriert, was zugegeben vorher schon vorhanden war, aber nun einen höheren Stellenwert für mich besaß. Ich übernehme seit über einem Jahr die alleinige Verantwortung meines Bereiches mit der Leitung zweier Mitarbeiter.

Auch im Bezug auf meine Ernährung macht sich meine strukturierte Lebensweise bezahlt. Ich bestelle so gut wie kein Essen, bereite meine Mahlzeiten für den Folgetag der Arbeit vor und ernähre mich förderlich meiner sportlichen Ziele. Ein kleiner Bonus hierbei ist natürlich auch, dass ich aufgrund dieser Vorbereitungen viel Geld für Fastfood spare.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

Ich habe seit meinem Verzicht auf Alkohol mein Verhalten in vielerlei Hinsicht geändert. Ich habe mehr Zeit zur Verfügung die ich effizienter und strukturierter Nutze. Zudem nutze ich die neu gewonnene Zeit für Dinge, die mich persönlich interessieren und um persönliche Ziele zu verwirklichen.

Ich sehe, dass die Veränderungen in meinem Leben nicht nur mich sondern auch meinen Freundeskreis gut tun. Ich habe die Möglichkeit, mit meiner Lebensweise Menschen die mir viel bedeuten zu inspirieren und ein Umdenken zu erzeugen.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(mit Begründung)

Theoretisch, ja. Ich könnte es mir vorstellen wieder in alte Gewohnheiten zu verfallen auch wenn nicht so extrem wie am Tag der Trunkenheitsfahrt.

Jedoch weiß ich, dass ich bei derartigen Gedanken die Möglichkeit habe, auf professionelle Hilfe zurückzugreifen. Ich habe bereits die professionelle Hilfe eines Verkehrspsychologen in Anspruch genommen und sehr gute Erfahrungen damit gemacht und würde nicht davon zurückschrecken, erneute Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Des Weiteren habe ich einen sehr starken Zusammenhalt binnen meiner Familie und Freundeskreis die seit Tag 1 in meiner Situation unterstützt haben und dies auch weiter tun werden.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

In dem ich mich an meine mir selbst gesteckten Ziele halte und zukünftig Abstinent bleibe.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?

Nein, ich habe nichts weiter hinzuzufügen.
 

Iiyama

Neuer Benutzer
Sinngemäß: Aufgrund meiner ärztlichen Untersuchung ist nicht davon auszugehen, dass ich nicht alkoholabhängig bin, es konnte jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich eine Alkoholfahrt wiederholen wird. Mir wird empfohlen eine einjährige Alkoholabstinenz zu absolvieren und einen Verkehrspsychologen aufzusuchen.
Mir ist beim erneuten durchlesen folgender Schreibfehler aufgefallen, der wohl stark für Verwirrung gesorgt hatte.
Bitte entschuldigt.
 

Andi18

Erfahrener Benutzer
Von 06/2014 bis 10/2018 (In diesem Zeitraum war ich in einer Beziehung)

- Normaler Konsum, kaum Partys. Am Wochenende bei den Schwiegereltern zum Essen/Grillen
- 1-3 Bier (0,5L)
12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)

Wie aus meiner Trunkenheitsfahrt hervorgeht, habe ich mich aufgrund des gemeinsamen "Spieles" den Abend über immer das Selbe zu trinken unter Druck setzen lassen. Ich wollte kein Spielverderber sein und habe dann die Art von Alkohol getrunken, die mir persönlich gar nicht zusagt. Auch wenn dies nie ausgesprochen wurde und es den Abend in keinerlei geändert hätte, wollte ich die Gruppendynamik dadurch nicht stören und habe mir diesen Zwang selbst auferlegt.

Ich hatte zuvor schon erwähnt, dass ich mit Alkohol am Tisch aufgewachsen bin. Meine Eltern/Familie haben gerne das Abendessen mit einem Bier ergänzt. Des Weiteren war meine Familie Mitgründer einer Narrenzunft. Hier war es in den Wintermonaten üblich, nach einem Faschingsumzug oder auf entsprechenden Hüttenveranstaltungen mit Alkohol zu feiern. Auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt minderjährig und somit zu jung zum trinken war, bin ich seit ich denken kann mit dieser Erfahrung aufgewachsen. Ich war es gewohnt, eine Feier mit Alkohol zu ergänzen und kannte dies nicht anders und habe es auch nicht anders praktiziert, seitdem ich selbst alt genug zum trinken war.

Ich bin mit 22 Jahren mit meinem besten Freund für sieben Jahre in eine WG gezogen. Ich würde mich selbst nicht als Konfliktscheuer Mensch beurteilen aber über diese sieben Jahre hat sich ein uns in der WG eine gewisse Routine eingebürgert, aufgrund dessen wir uns auf einer Beziehungsebene voneinander entfernt haben. Es gab sogar Zeiten, in denen wir uns unter der Woche in der eigenen Wohnung nicht gesehen oder gesprochen haben. In dieser Zeit hat sich ein Verhalten eingebürgert, dass wir uns über unangenehme Themen im Bezug unserer WG nur unterhalten hatten, während wir feiern waren und somit Alkohol tranken. Wir hatten ohne Alkohol schlichtweg nicht den Mut und die emotionale Offenheit, unangenehme Themen oder Themen die einem persönlich wichtig waren anzusprechen.

Ende 2018 hatte sich meine damalige Partnerin von mir getrennt. Eine Trennung die ich persönlich nicht erwartet hatte, nachdem wir Wochen zuvor noch Wohnungen für einen gemeinsamen Zusammenzug angeschaut hatten. Ich habe die Trennung nicht gut verkraftet und habe in dieser Zeit danach, den Alkohol als Mittel genutzt um mich von meinem Herzschmerz abzulenken.
Du hast jetzt hier Deine Trinkhistorie aufgeführt. Weiß nicht, ob man das wirklich 10 Jahre zurück bis aufs Bier genau wissen muß. Aber egal.
Ich komme mit dem inneren Motiv nicht ganz klar.
Du erwähnst, daß Alkohol erst mal allgegenwärtig in der Familie war, aufgrund Narrenzunft.
Dann mit 22 Jahren in eine WG gezogen und konntest mit dem Freund nur angerauscht Dich über Probleme unterhalten. Aber genau in der Zeit, sofern ich es richtig interpretiere, hast Du Deinen Konsum fast komplett runtergefahren, da Du nur bei den Schwiegereltern zum Grillen warst.

Man mag es mir nachsehen, vlt meldet sich noch ein Experte zu Wort, ich erkenne daraus keine inneren Motive. Sind alles äußere Einflüsse.
Warum konntest Du Dich mit Deinem Spezi nicht normal unterhalten. Hatte das Elternhaus Einfluss?
Dann nach der TF dieser Konsum, entspricht nicht den Regeln des KT? Warum dann jetzt Abstinenz, ausschließlich wegen FE
Von 02/2019 bis 02/2020

- Konsum um ca. 50% reduziert
- Party alle 2 Wochenenden
- Im Durchschnitt 2-3 Bier (0,5L)
- Maximal 4 Bier (0,5L)
- Sehr seltener Konsum unter der Woche
- Alle 3-4 Wochen mit Freunden zu Besuch mit 2 Bier (0,5L)
Für meine Begriffe bin ich mir da sehr unsicher.
Wie hast das denn mit Deinem VP so besprochen? Bei 8 Sitzungen müsste dies aufgearbeitet worden sein.
 

Iiyama

Neuer Benutzer
Du erwähnst, daß Alkohol erst mal allgegenwärtig in der Familie war, aufgrund Narrenzunft.
Dann mit 22 Jahren in eine WG gezogen und konntest mit dem Freund nur angerauscht Dich über Probleme unterhalten. Aber genau in der Zeit, sofern ich es richtig interpretiere, hast Du Deinen Konsum fast komplett runtergefahren, da Du nur bei den Schwiegereltern zum Grillen warst.
Hier haben sich die Zeiten überschnitten, als ich mit meiner damaligen Freundin zusammen gekommen bin und in der WG gewohnt habe. Während der Beziehung waren wir zwar auch ab und zu auf Partys (und auf den Grillfesten der Schwiegereltern) aber in keinster Weise so viel wie es vor der Beziehung der Fall war. Aufgrund dessen ist mein Alkoholkonsum während der Beziehung stark gesunken (obwohl ich mit meinem Kumpel zusammengewohnt habe)
Hinzu kommt, dass mein Kumpel und ich in dieser Zeit sehr viel mit unseren jeweiligen Partnerinnen gemacht haben und wir innerhalb unserer WG mehr oder weniger an uns vorbei lebten, was unserer Freundschaft auf Dauer sehr geschadet hatte.
Den starken Konsum hatte ich seit dem Einzug in die WG bis zum 06/2014 als ich mit meiner Freundin zusammen gekommen bin.

Macht es Sinn, die Zeit von vor 10 Jahren einfach weg zu lassen?

Warum konntest Du Dich mit Deinem Spezi nicht normal unterhalten. Hatte das Elternhaus Einfluss?
Es ist nicht so, dass wir uns ohne Alkohol überhaupt nicht unterhalten konnten.
Der Alkohol hat jedoch in prekären Situationen geholfen, die Hemmschwelle zu senken um emotionalere Themen anzusprechen.

Dann nach der TF dieser Konsum, entspricht nicht den Regeln des KT? Warum dann jetzt Abstinenz, ausschließlich wegen FE
Die Abstinenz habe ich ausschließlich auf Empfehlung des VP meiner ersten, nicht bestandenen MPU begonnen.
Ich habe während meiner Abstinenz so viele positiven Erfahrung heraus genommen, dass ich für mich entschieden habe, auch zukünftig auf Alkohol zu verzichten.
 

Rübezahl

Erfahrener Benutzer
Macht es Sinn, die Zeit von vor 10 Jahren einfach weg zu lassen?
Es gibt nie ein schwarz oder weiß. Auffällig verheimlichen oder gar lügen geht nicht. Allerdings gab man mir den Tip nicht zu ausschweifend und detailliert in die Vergangenheit zu blicken. Es muss eine Entwicklung im Konsum erkennbar sein, wobei dieser mit den oft angesprochenen Motiven verknüpft sein muss. Dieser muss so hoch sein, dass er zur TF passt. Der Zeitraum des erhöhten Konsums muss realistisch (ausreichend vorhanden) sein, damit sich Gewöhnung einstellte. Allerdings auch nicht zu lange! Andernfalls könnte man eine Lernhistorie unterstellen, die möglicherweise schlecht wieder wegtrainierbar ist. Man riet mir zu 1 bis max. 3 Jahre. Ziel muss es ja sein: konkrete Belastung führte zu alkohol als ventil. Lösung der Probleme führen dazu dass Ventilfunktion überflüssig wurde. Nie andersrum. und lieber von Belastung als von (handfesten) Problemen reden. Die lassen sich glaubhafter lösen...von der Wortbedeutung her.
 

Iiyama

Neuer Benutzer
Hallo @Andi18, MPU ist gut verlaufen. Habe direkt die mündliche Bestätigung des Psychologens bekommen, dass es ausreicht um mich zu entlasten.
Warte jetzt auf das schriftliche Gutachten.
Besten Dank nochmal.
 

Andi18

Erfahrener Benutzer
Gratuliere. Hast am FB noch gearbeitet gehabt? das innere Motiv würde mich dabei sehr interessieren.
War denn der Gesprächsverlauf schon entlang des FBs?
 
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