MPU angeordnet – Ersttäter 1,23 ‰

Dewores

Neuer Benutzer
Meinen herzlichen Gruß an alle!

Es freut mich auf dieses Forum gestoßen zu sein und ich bin für jede Hilfestellung sehr dankbar. Gestern habe ich einen Brief vom Amt erhalten, der zu meiner Verwunderung trotz BAK von 1,23 ‰ als Ersttäter eine MPU angeordnet hat. Dabei ist zu erwähnen das ich einige Monate zuvor durch drei Geschwindigkeitsüberschreitungen von über 20 km/h innerhalb einer Woche aufgefallen bin (Details dazu unten), was der Anlass für die MPU zu sein scheint. Hier die Begründung im Wortlaut:

Alle Delikte sprechen dafür, dass Sie Ihr Verhalten primär an der Wahrung von Eigeninteressen orientieren und die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer in Kauf nehmen. Ein solches Verhalten verweist auf Einstellungs- und Verhaltensdefizite, welche eine künftig auf Dauer regelangepasste Straßenverkehrsteilnehme in Frage stellen. [...] Deshalb ist innerhalb einer Frist von 6 Monaten nach Erhalt dieses Schreibens die Beibringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens erforderlich, in dem die Frage beantwortet wird, ob bei Ihnen aufgrund der aktenkundigen Tatsachen zukünftig mit Verstößen gegen verkehrsrechtliche Vorschriften zu rechnen ist.


Zur Person
Geschlecht: männlich
Größe: 1,90 m
Gewicht: 65 kg
Alter: 21 Jahre (zum Tatzeitpunkt 20)

Was ist passiert?
Zeitpunkt der Auffälligkeit: Oktober 2019
AAK: etwa 1,4 ‰ (erinnere mich nicht genau und findet keine Erwähnung im Urteil)
BAK: 1,23 ‰
Trinkbeginn: etwa 20 Uhr
Trinkende: etwa 3 Uhr
Uhrzeit der AAK-Prüfung: 3:40 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 4:45 Uhr

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: Nein, Oktober 2019
Strafbefehl schon bekommen: Ja
Dauer der Sperrfrist: 6 Monate

Führerschein
Hab ich noch: Nein
Hab ich abgegeben: Ja, am Tattag
Hab ich neu beantragt: Ja, vor kurzem

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein:
Nein, wie gehts das? Im Brief stand "Vor Übersendung der Unterlagen haben sie hier die Möglichkeit der Akteneinsicht", aber dem Brief waren keine Akten beigefügt und "hier" wurde nicht näher definiert. Die Ämter haben aktuell alle zu und telefonisch erreichen kann ich nicht einmal meine Sachbearbeiterin, sondern nur irgendwen in einem Callcenter.

Sonstige Verstöße oder Straftaten?:
Geschwindigkeitsüberschreitung von 29 km/h auf der Stadtautobahn (daher innerorts) – zulässige Geschw.: 80 km/h, Uhrzeit 4:30 Uhr
Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 km/h auf der Stadtautobahn (daher innerorts) – zulässige Geschw.: 80 km/h, Uhrzeit 6:50 Uhr
Geschwindigkeitsüberschreitung von 26 km/h auf der Stadtautobahn (daher innerorts) – zulässige Geschw.: 80 km/h, Uhrzeit 3:40 Uhr
Innerhalb einer Woche jeweils an dem selben Schwarzlichtblitzer (Januar 2019)

Genaue Fragestellung der FSSt:
Ob aufgrund der aktenkundigen Tatsachen zukünftig mit Verstößen gegen verkehrsrechtliche Vorschriften zu rechnen ist

Bundesland: Berlin

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: Nein
Urinscreening ja/nein: Nein

Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: Nein

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: Nein
Selbsthilfegruppe (SHG): Nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: Nein
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: Nein
Ambulante/stationäre Therapie: Nein

MPU
Datum: -
Welche Stelle (MPI): Noch offen, ich bin dankbar für Empfehlungen in Berlin
Schon bezahlt?: -
Schon eine MPU gehabt? Nein
Wer hat das Gutachten gesehen?: -
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: -

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden, Punkte oder sonstige Straftaten:
Strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten, Punkte siehe o.g. Verstöße


Meine Fragen

- Ein befreundeter Anwalt der mich zu Beginn des Prozesses dankenswerterweise kostenlos beraten hat, war der Auffassung eine MPU müsse ich nicht fürchten. Ist die Anordnung der MPU bei der BAK überhaupt rechtens? Wenn nein, wie kann ich dagegen vorgehen? Eine Klage kann ich mir nicht leisten, da ist die MPU sicher günstiger.

- Die Aufforderung zur MPU hat mich überrascht, daher bin ich vollkommen unvorbereitet. Sechs Monate sind zudem eine kurze Frist. Muss ich zur MPU einen Abstinenznachweis mitbringen? Genügen da auch weniger als sechs Monate? Oder muss ich beim Amt um Fristverlängerung bitten?

- Wie kann ich vor allem jetzt in der Corona-Zeit meine Akte einsehen? Dazu gab es im Brief vom Amt gar keine Informationen.

- Ergibt es Sinn sich an einem Verkehrspsychologen zu wenden? Was kostet sowas?

- Was gibt es bei der Wahl der Begutachtungsstelle zu beachten? Habt ihr dort für Berlin vielleicht eine Empfehlung? Hier im Forum habe ich viel Gutes über die AVUS GmbH gelesen.

- Was wird in diesem Fall beim medizinischen Teil der MPU überhaupt geprüft werden? Haare, Urin? Nur auf Alkohol oder auch auf andere Substanzen? Oder wird überhaupt nichts geprüft und man muss selbst einen Abstinenznachweis mitbringen?

- Kriege ich die Bearbeitungsgebühr für den Antrag erstattet, wenn ich ihn zurückziehe? Ich habe mich wegen der Strafzahlung ohnehin schon verschulden müssen und durch Corona meinen Job verloren. Ungern würde ich jetzt auch noch 400€ für eine MPU bezahlen müssen. Wenn die 200€ für den Antrag versunkene Kosten sind, dann habe ich wohl keine Wahl, andernfalls würde ich ihn lieber zurückziehen.


Anbei noch mein ausgefüllter Fragebogen zu eurer Information:

Tathergang

Für den Kontext ist zunächst relevant, dass ich zu dem Zeitpunkt seit über einem Jahr Mitglied einer Studentenverbindung war, bei der leider massiver Alkoholkonsum zum Alltag gehörte. Das war der Grund für meine hohe Toleranz am Tattag und auch der Grund für meinen Austritt aus der Verbindung im Dezember 2019. Die Zeit dort hat meiner Gesundheit erheblich geschadet und daher habe ich nach dem Austritt einige Monate abstinent gelebt (Januar bis Mai 2020) um gesundheitlich wieder auf die Beine zu kommen. Seit Juni 2020 habe ich im Rahmen von Dates und Treffen mit Freunden wieder angefangen in moderaten Mengen Alkohol zu konsumieren (höchstens zwei Bier an zwei bis vier Tagen im Monat).

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(Wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)

Ich bin mit drei anderen Mitgliedern der Verbindung zwischen 20 Uhr abends und 3 Uhr nachts in vier verschiedenen Bars gewesen. In der letzten trafen wir zufällig drei weitere Bekannte und blieben dort daher am längsten.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)

Zu Beginn einen Whisky Sour, dann drei Gin Tonic und zuletzt drei verschiedene Drinks auf Rumbasis, immer im Abstand von etwa einer Stunde.

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?

Wollte 3,8 km fahren, bin 1,7 km gefahren.

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)

Ich habe mich aufgrund der Alkoholeinwirkung überschätzt und fühlte mich offenbar hinreichend wenig eingeschränkt um das Fahrzeug sicher zum Ziel zu fahren, sonst wäre ich nicht losgefahren. Während der Fahrt habe ich die Einschränkungen durch den Alkohol aber durchaus zu spüren bekommen.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Ich habe versucht jemanden zu finden der sich mit mir ein Taxi teilt, aber einige waren schon weg und der Rest wollte noch bleiben.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?

Nein.

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

Etwa 20 Mal schätze ich, meist um der Sauferei vor Ort zu entfliehen und weil keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr fuhren. Allerdings selten in derartig stark alkoholisiertem Zustand. Dabei habe ich mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht, welche Gefahr ich für mich und andere darstelle. Ich folgere daraus, dass mein Verhalten verantwortungslos war und ich zurecht meinen Führerschein verloren habe.

Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)

Erster Kontakt muss bei einem Familienfest gewesen sein, denn meine Eltern trinken nie zuhause. Erster Konsum war mit 15 Jahren auf einem katholischen Sommerzeltlager auf der Insel Usedom.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?

Da ich mit 16 Jahren angefangen habe zu studieren, habe ich etwa in dem Zeitraum angefangen regelmäßig zu trinken. Das geschah allerdings maßvoll und mit längeren Abständen, da ich aufgrund meines Alters meinen Konsum auf private Partys beschränken musste. Kurz nachdem ich 18 wurde trat ich auch schon in die Verbindung ein und mit meinem Eintritt in die Studentenverbindung habe ich angefangen exzessiv zu trinken. Seit meinem Austritt war ich einige Monate abstinent und halte meinen Konsum seit Juni sehr stark reduziert.

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

Zu Studienbeginn etwa zwei bis vier Bier die Woche. In der Verbindung im Schnitt fünf Tage die Woche, nicht weniger als sechs Bier an einem Abend, aber auch mal bis zu 20 Liter. "Trinken" kann man das aber auch nicht mehr nennen, denn meistens reicht das Magenvolumen nach einer gewissen Zeit nicht mehr aus und man muss sich übergeben. Wieviel Alkohol dann tatsächlich im Blut landet ist schwer zu sagen. Seit meinem Austritt s.o.

11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?

Praktisch nur mit Verbindungsstudenten auf dem eigenen oder auf fremden Verbindungshäusern, manchmal auch in Kneipen und Bars. Auf Familienfeiern oder bei Treffen mit Freunden zu Beginn meines Studium und zu Beginn meiner Mitgliedschaft in der Verbindung auch. Mit zunehmender Zeit in der Verbindung habe ich diese Gelegenheiten aber eher genutzt um mich vom exzessiven Alkoholkonsum in der Verbindung zu erholen und habe nichts getrunken.

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)

Zu Beginn aus Neugier und für das Zugehörigkeitsgefühl. Als ich mit 16 mit dem Studium angefangen habe war das Teil der neugewonnen Freiheit und als jüngster im Studium wollte ich nicht auch noch mehr auffallen. Da ich früh eingeschult wurde und auch noch eine Klasse übersprungen habe, war ich immer überall der jüngste und wollte zumindest im Studium mit meinen Kommilitonen auf Augenhöhe sein. Dazu gehörte in meinen damaligen Augen eben auch das Trinken und die Teilnahme das Trinkspielen wie Bierball. Mit der Zeit wurde Alkohol zunehmend Mittel zum Zweck, um bei Zusammenkünften mit neuen Bekanntschaften redseliger und lockerer zu sein. Diese Wirkung ist bei größeren Mengen Alkohol aber nicht mehr gegeben, daher war mein Konsum auch in der Zeit noch moderat. In der Verbindung war der Grund ein anderer: bei Weigerung wäre mir unbrüderliches Verhalten vergeworfen worden und ich hätte mit ernsthaften Strafen rechnen müssen. Es handelte sich dabei schließlich um Kampfsaufen und alles was ich nicht trinke, müssen meine Verbindungsbrüder für mich trinken.

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)

Bei einem oder höchstens zwei Bier: erhöhte Redseeligkeit und Ehrlichkeit, positive Grundeinstellung und gesteigerte Motivation
Bei größeren Mengen: Übelkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen, Fiepen im Ohr, aufdringliches Verhalten, übersteigertes Selbstbewusstsein und geminderte Schlafqualität
Bei regelmäßigem Konsum: Einschränkung des peripheren Sichtfelds und der Farbwahrnehmung, Schwächung des Immunsystems, Beeinträchtung der kognitiven Leistung und des Erinnerungsvermögens sowie Beeinträchtigung des Kreislaufsystems und der sportlichen Leistung

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Ja, vor allem von meiner Familie. Diese habe ich auch als gerechtfertigt angesehen, aber solange ich Teil der Verbindung bleiben wollte, musste ich das halt durchstehen.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Instabiler Schlafrhythmus, Abbau sportlicher Leistungsfähigkeit, Schwierigkeiten bei der Wissensaufnahme im Studium, Konzentrationsschwierigkeiten, ständiges Vergessen von Terminen oder Kleinigkeiten (alles musste ich mir notieren), unangenehmes Gefühl aufgrund der beeiträchtigten Sehkraft selbst an nüchternen Tagen.

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.

Ja, wie gesagt, in der Studentenverbindung. Gegenüber der GA würde ich ggf. auch noch die Bräuche und Trinkrituale der Verbindung näher beschreiben, aber das sprengt hier dann wirklich den Rahmen.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Zu Beginn des Studiums habe ich bei der einen oder anderen Party mehr getrunken, als angemessen gewesen wäre. Im weiteren Verlauf des Studiums hat sich das aber gelegt und ich hatte stets die volle Kontrolle über meine Trinkmenge. Erst während der Zeit in der Verbindung hatte ich praktisch gar keine Kontrolle über meine Trinkmenge mehr. Volltrunkenheit, also über 3 ‰ und schwere Orientierungsschwierigkeiten oder narkotischer Schlaf, habe ich dennoch nie erreicht. Auch konnte ich mich immer ziemlich genau an die Geschehnisse des vorhergeganenen Abends erinnern und fand immer ohne fremde Hilfe ins Bett. Heute habe ich aufgrund des sehr moderaten Konsums auch wieder volle Kontrolle über meine Trinkmenge.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Während des Bachelorstudiums nicht, denn da waren die Zeiträume zwischen dem Alkoholkonsum meist ohnehin noch recht lang. Zum Ende der Zeit in der Verbindung habe ich bewusst zwei Wochen auf Alkohol verzichtet und es hat mir die geistige Klarheit gegeben, die Entscheidung zu treffen, auszutreten. Nach dem Austritt war ich dann zwecks gesundheitlicher Regeneration fünf Monate (Januar bis Mai 2020) abstinent.

19. In welcher Kategorie eines Alkohol trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)

Früher wie heute: krankhafter Alkoholismus, das war mir auch damals bewusst, obwohl es von vielen Mitgliedern der Verbindung verharmlost wurde. Heute weiß ich vor allem wie stark gefährdet ich war langfristig alkoholabhängig zu werden und bin froh den Schritt aus der Verbindung gemacht zu haben.

Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

An zwei bis vier Abenden pro Monat. Nie mehr als zwei Bier an einem Abend, bei mehr wird mir sofort richtig schlecht und ich habe einen dicken Schädel. Sorte kann auch mal ein guter Whisky oder ein Magenbitter sein.

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

Am 21. August 2020 bei einem Date.

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?

Nein ich mag den Geschmack von Bier ohnehin nicht besonders.

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?

In erster Linie aus Gruppenzwang / um nicht aufzufallen oder um unter neuen Bekanntschaften enthemmter zu sein. Ich kann die Wirkung mittlerweile aber kaum mehr ausstehen. Mit guten Freunden trinke ich gar nicht.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?

Aufgrund der erheblichen physischen und psychischen Schäden. Ausgetreten bin ich aus der Verbindung nicht schon eher, da eine gewisse Schmerzgrenze noch nicht erreicht war und ich noch Hoffnung hatte, die Zeit durchzustehen. Man ist ja nach einem Jahr auch schon mit den Leuten befreundet und ein Austritt bedeutet immer komplettes Kontaktverbot zu den Mitgliedern.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Erreicht habe ich die Änderung indem ich einfach aufgehört habe, ich habe ja nie freiwillig so viel getrunken. Die Umstellungsphase habe ich dabei als regelrechte Erleichterung empfunden. Mir ging es schon nach zwei Monaten Abstinenz wieder richtig gut und ich war bis heute nicht einmal krank.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

Die negativen Nebenwirkungen sind alle weg, ich kann wieder regelmäßig Sport treiben, bin nicht alle drei Wochen für ein paar Tage krank, sehe und höre wieder besser, kann mich hervorragend konzentrieren, meine kognitiven Fähigkeiten sind wieder wo sie waren, ich habe alle Klausuren in diesem Semester mit besten Noten bestanden, ich kann mich wieder genau an alles erinnern, ich bin in der Lage wieder ordentliche Gespräche mit Freunden zu führen und das Verhältnis zur Familie ist deutlich besser geworden.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

Der Austritt aus der Verbindung ist stets ohne Möglichkeit der Rückkehr und es besteht aufgrund des Austritts zu allen damaligen Sauffreunden Kontaktverbot, daher besteht keine Gefahr in damalige Verhaltensmuster zurückzukehren. Zudem habe ich aufgrund der Zeit in der Verbindung eine derartige Aversion zu Alkohol aufgebaut, dass exzessives Rauschtrinken für mich absolut undenkbar ist. Darüber hinaus habe ich in der Zeit seit meinem Austritt einige neue Freunde gefunden, die den Schritt begrüßen und mich bei meinem reduzierten Alkoholkonsum unterstützen.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(mit Begründung)

Nein, siehe Frage 27.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

Ich besitze kein Auto, sondern entscheide immer nur zwischen ÖPNV, Taxi und Carsharing. In der Vergangenheit habe ich mich, wenn der ÖPNV nicht infrage kam, aus Kostengründen fürs Carsharing statt für ein Taxi entschieden, leichtsinniger- und egoistischerweise auch wenn ich mal an- oder betrunken war. Die Massen an Geld die mich die TF, bei der ich aufgefallen bin, gekostet hat, haben mir aber klargemacht, dass ich mit betrunkenem Teilnehmen am Straßenverkehr nicht nur Menschen gefährde, sondern auch mehr Geld verliere als spare. Daher werde ich künftig ganz sicher nie wieder betrunken ein Fahrzeug steuern.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?

Sollte ich noch was hinzufügen?

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Ich bedanke mich herzlich bei allen, die sich die Zeit genommen haben den gesamten Beitrag zu lesen und freue mich auf hilfreiche Rückmeldungen.

Meine besten Wünsche
Georg
(Name geändert)
 

Nancy

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Hallo Dewores,

willkommen im Forum :smiley138:

Dein Posting ist ins falsche Unterforum "gerutscht", denn du hast keine Alk.-, sondern eine verkehrsrechtliche Fragestellung.
Ich habe deinen Beitrag darum in den richtigen Bereich verschoben.
Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein:
Nein, wie gehts das? Im Brief stand "Vor Übersendung der Unterlagen haben sie hier die Möglichkeit der Akteneinsicht", aber dem Brief waren keine Akten beigefügt und "hier" wurde nicht näher definiert. Die Ämter haben aktuell alle zu und telefonisch erreichen kann ich nicht einmal meine Sachbearbeiterin, sondern nur irgendwen in einem Callcenter.
"Hier" bedeutet in diesem Falle die Behörde die deine FS-Angelegenheit bearbeitet. IdR ist das die zuständige Führerscheinstelle (FSSt.), die auch oft beim Landratsamt sitzt. Wenn du zumindest ein Callcenter erreichen kannst, rufe doch dort mal an und erkundige dich, wie du jetzt verfahren sollst bzw. kannst
Dass die Ämter "ganz zu" haben kenne ich jetzt hier in Hessen nicht, es dauert nur etwas länger um einen Termin zu bekommen...

Edit: Da du in Berlin wohnst ist für dich die "Labo" zuständig.
Meine Fragen

- Ein befreundeter Anwalt der mich zu Beginn des Prozesses dankenswerterweise kostenlos beraten hat, war der Auffassung eine MPU müsse ich nicht fürchten. Ist die Anordnung der MPU bei der BAK überhaupt rechtens? Wenn nein, wie kann ich dagegen vorgehen? Eine Klage kann ich mir nicht leisten, da ist die MPU sicher günstiger.
Wie o. bereits erwähnt handelt es sich um eine verkehrsrechtliche Fragestellung und ja, diese ist in deinem Fall sicher gerechfertigt.
- Die Aufforderung zur MPU hat mich überrascht, daher bin ich vollkommen unvorbereitet. Sechs Monate sind zudem eine kurze Frist. Muss ich zur MPU einen Abstinenznachweis mitbringen? Genügen da auch weniger als sechs Monate? Oder muss ich beim Amt um Fristverlängerung bitten?
Damit beantwortet sich auch schon diese Frage: Nein, du musst keine AN vorweisen. Wichtige Abkürzungen
- Wie kann ich vor allem jetzt in der Corona-Zeit meine Akte einsehen? Dazu gab es im Brief vom Amt gar keine Informationen.
Habe ich weiter oben bereits beantwortet.
- Ergibt es Sinn sich an einem Verkehrspsychologen zu wenden? Was kostet sowas?
Das kommt ganz darauf an...
Bei einer verkehrsrechtlichen MPU ist ein VP sicher nicht von Nachteil. Dies gilt in erster Linie für den Fall wenn die eigene Sichtweise fehlt um herauszufinden WARUM mehrfach gegen verkehrsrechtliche Bestimmungen verstoßen wurde. Ein VP ist recht teuer. Im Schnitt kann derzeit wohl (in Berlin) mit mind. 100 Euro pro Therapiestunde (45 Min.) gerechnet werden und dabei handelt es sich oft um bis zu 10 Sitzungen.
Aber dafür gibt es ja uns - meist können wir den Usern hier auf die "Sprünge helfen". Sollte dies nicht ausreichend sein, kann vor der MPU trotzdem noch ein VP aufgesucht werden, wenngleich dann auch mit (hoffentlich) viel weniger Sitzungen...
- Was gibt es bei der Wahl der Begutachtungsstelle zu beachten? Habt ihr dort für Berlin vielleicht eine Empfehlung? Hier im Forum habe ich viel Gutes über die AVUS GmbH gelesen.
Generell sagen wir immer das bei guter Vorbereitung die MPU überall zu bestehen ist. Natürlich gibt es hier und da "schwarze Schafe", also MPI die nicht gerade durch ihre Freundlichkeit etc. auffallen.....und ja, wir empfehlen schon des öfteren die Avus. Ob das nun für Berlin die richtige Wahl ist kann ich allerdings nicht sagen. Hier könntest du mal in unseren Erfahrungsberichten stöbern, evtl. wirst du da für Berlin fündig.
- Was wird in diesem Fall beim medizinischen Teil der MPU überhaupt geprüft werden? Haare, Urin? Nur auf Alkohol oder auch auf andere Substanzen? Oder wird überhaupt nichts geprüft und man muss selbst einen Abstinenznachweis mitbringen?
In deinem Fall wird es im ärztlichen Teil keine Überprüfung von Haaren, Urin oder Blut geben. Es folgt nur eine kurze Untersuchung (Blutdruck messen, evtl. Abhören, ggf. auf einem Bein stehen). Viel mehr dürfte da nicht passieren...
- Kriege ich die Bearbeitungsgebühr für den Antrag erstattet, wenn ich ihn zurückziehe? Ich habe mich wegen der Strafzahlung ohnehin schon verschulden müssen und durch Corona meinen Job verloren. Ungern würde ich jetzt auch noch 400€ für eine MPU bezahlen müssen. Wenn die 200€ für den Antrag versunkene Kosten sind, dann habe ich wohl keine Wahl, andernfalls würde ich ihn lieber zurückziehen.
MW gibt es das Geld für den Antrag nicht zurück, denn die FSSt. hat ja deinen Fall "bearbeitet"....
Ich wüsste jetzt auch nicht warum du ihn zurückziehen solltest, denn die "Mindestverhaltensänderungzeit" von 6 Monaten hast du doch erreicht :smiley2204:

Zum FB:

Bitte fülle den für dich relevanten Bogen aus:

Fragebogen für eine verkehrsrechtliche MPU
 

Dewores

Neuer Benutzer
Nachdem die Institute nicht mehr an die Gebührenordnung gebunden sind lohnt es sich auch die Preise von verschiedenen MPIs zu vergleichen.

Auf den Seiten der Berliner MPIs (TÜV, ABV, PIMA, IAS und AVUS) habe ich keine Informationen zu Preisen gefunden. Wenigstens die IAS informierte, dass sie einem den Preis zusenden, sobald sie die Akte von der FEB erhalten haben. Gibt es einen Weg vorweg herauszufinden welcher Anbieter der günstigste sein wird? Sobald ich sie auswähle und ihnen die Unterlagen zusenden lasse, gilt der Auftrag ja bereits als erteilt. Im Zweifel werde ich wohl die AVUS nehmen, die wirken von der Website am vertrauenswürdigsten und deren Psychologin sieht sympathisch aus.

@Nancy Den Fragebogen fülle ich gleich aus :)
 

Dewores

Neuer Benutzer
@Nancy

Allgemeine Fragen

1. Wie viele Verstöße hatten sie?

Drei Geschwindigkeitsüberschreitungen von über 20 km/h, eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 5 km/h (die jedoch im Brief der Behörde nicht erwähnt wird) und eine TF mit 1,23 ‰.

2. Was waren das für Verstöße?

Geschwindigkeitsüberschreitung von 29 km/h auf der Stadtautobahn (daher innerorts) – zulässige Geschw.: 80 km/h, Uhrzeit 4:30 Uhr
Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 km/h auf der Stadtautobahn (daher innerorts) – zulässige Geschw.: 80 km/h, Uhrzeit 6:50 Uhr
Geschwindigkeitsüberschreitung von 26 km/h auf der Stadtautobahn (daher innerorts) – zulässige Geschw.: 80 km/h, Uhrzeit 3:40 Uhr
Innerhalb einer Woche jeweils an dem selben Schwarzlichtblitzer in einem Tunnel (Januar 2019)

Geschwindigkeitsüberschreitung von 5 km/h an einem innerstädtischen Kreisverkehr – zulässige Geschw.: 50 km/h, Uhrzeit etwa 2 Uhr, muss Herbst 2018 gewesen sein

TF:
Zeitpunkt der Auffälligkeit: Oktober 2019
AAK: etwa 1,4 ‰ (erinnere mich nicht genau und findet keine Erwähnung im Urteil)
BAK: 1,23 ‰
Trinkbeginn: etwa 20 Uhr
Trinkende: etwa 3 Uhr
Uhrzeit der AAK-Prüfung: 3:40 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 4:45 Uhr

3. Wann waren diese Verstöße und in welchem Zeitraum fanden diese statt? (möglichst Datum und zu welcher Tageszeit-um so genauer, um so besser)

s.o.

4. Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen?

Ich hatte eine falsche Grundeinstellung zur Verkehrssicherheit, habe meine eigenen Fähigkeiten überschätzt und bin daher notorisch zu schnell gefahren. Vor allem nachts, wenn die Straßen leer waren, wurde ich leichtsinnig. Es war nur eine Frage der Zeit bis ich geblitzt werden würde.

5. Wie war ihre Gefühlslage bei diesen Delikten?

Ich war geschafft und wollte schnell nach Hause. Bei den drei Verstößen im Januar 2019 kam ich von der Arbeit wieder, daher war meine Gefühlslage eine Mischung aus Euphorie und Vorfreude auf mein Bett. Bei dem Verstoß Ende 2018 kam im ebenfalls von der Arbeit, holte aber noch einen Freund aus einem Biergarten ab, da er zu betrunken war, und fuhr ihn nach Hause. Da ich eine neue Strecke gefahren bin, waren mir die Blitzer nicht bekannt und ich wurde erwischt. Bei der TF habe ich mich aufgrund der Alkoholeinwirkung überschätzt und fühlte mich offenbar hinreichend wenig eingeschränkt um das Fahrzeug sicher zum Ziel zu fahren, sonst wäre ich nicht losgefahren. Während der Fahrt habe ich die Einschränkungen durch den Alkohol aber durchaus zu spüren bekommen.

6. Was hätte passieren können bei den jeweiligen Delikten?

Durch mein verantwortungsloses Verhalten hätte ich einen Unfall verursachen können, bei dem Menschen verletzt oder getötet werden. Durch die eingeschränkten Sichtverhältnisse, begrenzten Platz und schlechte Belüftung ist rücksichtsloses Fahren in einem Tunnel besonders gefährlich. Bei meiner TF war ich aufgrund des Alkohols derart eingeschränkt, dass ein sicheres Führen des Fahrzeugs nicht mehr gewährleistet war.

7. Wie schätzen sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?

Ich habe meine Fähigkeiten überschätzt und mich daher dazu verleiten lassen, die Möglichkeiten des Fahrzeugs bis über die Grenzen des sicheren Fahrens hinaus auszureizen und damit mich und andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Aufgrund der mangelden Fahrpraxis und der unzureichenden Auseinandersetzung mit dem Thema, habe ich die möglichen Folgen für andere Menschen und mich unterschätzt.

8. Woran lag es das sie keinen Unfall hatten?

An einer Menge Glück und am regelkonformen und rücksichtsvollen Verhalten der anderen beteiligten Verkehrsteilnehmer. Ich bin wegen meiner verantwortungslosen Fahrweise auf nasser Fahrbahn zwei Mal in sehr brenzliche Situationen geraten.

9. Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?

In erster Linie aus Opportunismus. Da ich fast ausschließlich mit Carsharing-Fahrzeugen gefahren bin, deren Mietpreis von der Mietdauer abhängt, habe ich versucht diese so weit wie möglich zu reduzieren. Ich habe aufgrund der erheblichen Ersparnisse, die ich durch das notorische zu schnell Fahren hatte, billigend in Kauf genommen, geblitzt zu werden und ein Bußgeld zahlen zu müssen. Das schnelle Fahren bereitete mir keine Freude, ich nahm es als anstrengend war. Die wenigen Male, die ich mit fremden privaten Fahrzeugen gefahren bin, hatte ich kein Bedürfnis mit überhöhter Geschwindigkeit zu fahren. Auf der anderen Seite bin ich in Anwesenheit von Beifahrern, insbesondere von anderen Mitgliedern der Studentenverbindung, bewusst rücksichtslos gefahren, da ich dachte auf diese Weise als besserer Autofahrer oder reiferer Mensch wahrgenommen zu werden.

10. Wie haben sie auf das Verhalten der Polizei reagiert nachdem sie gestoppt oder gelasert wurden?

Bei der TF: Ich beantwortete ihre Fragen, blies in das mobile AAK-Gerät und lies mich mit auf die Polizeiwache mitnehmen.

11. Wie haben sie auf die ersten Verwarn- bzw. Bußgelder reagiert?

Das erste Bußgeld für die geringfügige Geschwindigkeitsüberschreitung habe ich als Opportunitätskosten der Nutzung des Carsharing-Dienstes angesehen und mein Verhalten nicht weiter überdacht. Die späteren höheren Bußgelder haben mich zum Nachdenken gebracht. Allerdings habe ich mir eingeredet vermeiden zu können, geblitzt zu werden, wenn ich mir merke wo die Blitzer alle stehen. Die Gefahren des schnellen Fahrens habe ich weiterhin komplett verachtet.

12. Was hatten sie sich vorgenommen, um keine Punkte mehr zu bekommen?

Ich habe mir vorgenommen die Blitzer.de-App zu installieren.

13. Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?

Habe ich getan und wurde seitdem auch nicht mehr geblitzt.

14. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Punktesammeln und bestimmten Ereignissen in ihrem Leben?

Aufgrund der übersprungenen Klassen und des jungen Abiturs war ich stets in meinem Umfeld der jüngste. Das hat in mir eine gewisse Angst hervorgerufen als unreif wahrgenommen zu werden. Ich malte mir aus, eine defensive Fahrweise wäre ein Zeichen von Unsicherheit und Unreifheit, was einer der Gründe war, warum ich insbesondere in Anwesenheit von Beifahrern eine rücksichts- und verantwortungslose Fahrweise an den Tag legte. Die TF steht hingegen ganz klar im Zusammenhang mit meiner Mitgliedschaft in der Studentenverbindung, siehe vorheriger FB.

Fragen nach Änderungen gegenüber früher

15. Wie lauten ihre Vorsätze heute?

Absolute 0 ‰ Grenze beim Fahren. An den wenigen Abenden an denen ich Alkohol trinke, lasse ich mich ggf. fahren oder nehme die öffentlichen Verkehrsmittel. Da es nun mit Uber eine kostengünstigere Alternative zu Taxen in Berlin gibt, ist das auch aus finanzieller Sicht attraktiver. Außerdem habe ich vor, sofern es den Verkehrsfluss nicht erheblich beeinträchtigt oder andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, mich uneingeschränkt an sämtliche Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten und ein vorbildlicher Autofahrer mit einem gelassenen und rücksichtsvollen Fahrstil sein.

16. Was ist daran anders?

Mir ist bewusst geworden wie gefährlich, aufdringlich und asozial meine damalige Fahrweise war und wie knapp ich wirklich schweren Unfällen entgangen bin. Mein Glück möchte ich auf keinen Fall herausfordern. Zudem bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass nicht verantwortungsloses Rasen, sondern ein gelassener und rücksichtsvoller Fahrstil ein Zeugnis von geistiger Reife ist. Mit schnellem Fahren hinterlasse ich genau den gegenteiligen Eindruck, den ich meinem Beifahrer eigentlich vermitteln will, und gefährde ihn zudem noch unnötig.

17. Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?

Ich werden mein Fahrverhalten künftig kritisch im Auge behalten und mir die Kosten und vor allem Gefahren des zu schnellen Fahrens bewusst machen, wenn ich in ein Carsharing-Auto steige.

18. Was hat sich ansonsten bei ihnen geändert?

Siehe vorheriger FB, ich bin aus der Studentenverbindung ausgetreten und trinke nur noch in sehr moderaten Mengen Alkohol. Zudem bin ich früher arbeitsbedingt regelmäßig nachts gefahren, wo dank der leeren Straßen eine überhöhte Geschwindigkeit tatsächlich eine erhebliche Zeitersparnis zufolge hat. Heute arbeite ich nicht mehr nachts und bewege ich mich daher fast ausschließlich tagsüber fort, wo Rasen einen nicht schneller ans Ziel bringt.

19. Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben sie heute und was ist daran neu?

Früher habe ich die Verkehrsregeln als unsinnig erachtet, weil ja auch alles gut ging wenn ich sie brach. Heute ist mir klar geworden, dass Verkehrssicherheit nur dann gewährleistet werden kann, wenn sich alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten. Ich habe keine Recht die Regelkonformität der anderen zu meinen Gunsten auszunutzen und dabei ihre Gesundheit oder ihr Leben zu gefährden. Außerdem habe ich mir bewusst gemacht, dass die brenzligen Situationen, in denen ich mich wiedergefunden habe, einen schweren Unfall zufolge haben konnten und die Tatsache, dass es damals nicht dazu gekommen ist, kein Zeugnis guter Fahrzeugkontrolle oder besonderer Fähigkeiten, sondern nur einer Menge Glück ist.

20. Was ist ihrer Meinung nach im Straßenverkehr besonders wichtig?

Dass sich alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten, insbesondere an die Geschwindigkeitsbegrenzungen, und gegenseitig Rücksicht nehmen. Darüber hinaus ist auch eine aufmerksame und vorrauschende Fahrweise unabdingbar, um Unfälle zu vermeiden.

21. Was könnte ihre guten Vorsätze wieder zum Scheitern bringen?

Nichts, da die Vorsätze nicht auf dem Wunsch der Vermeidung von Bußgeldern und Geldstrafen beruhen, sondern sich meine Einstellung zum Führen von Fahrzeugen grundlegend geändert hat.
 

Dewores

Neuer Benutzer
Hier könntest du mal in unseren Erfahrungsberichten stöbern, evtl. wirst du da für Berlin fündig.

Danke für den Hinweis, in den Berichten klingt ja die PIMA besondern aussichtsreich. Die Berichte aus Berlin sind allerdings auch alle aus 2011 / 2012, also wer weiß wie das jetzt aussieht.

:smiley2204: anrufen und fragen....?!

Die jungen Leute. Den ganzen Tag am Handy und dann sowas:zwinker0004:

Die Fragestellung von der FSST hast du ja. Damit wissen die worum es geht und können dir den Preis sicher sagen.

Klingt vernünftig, dann werde ich das morgen mal probieren ;)
 

Dewores

Neuer Benutzer
"Hier" bedeutet in diesem Falle die Behörde die deine FS-Angelegenheit bearbeitet. IdR ist das die zuständige Führerscheinstelle (FSSt.), die auch oft beim Landratsamt sitzt. Wenn du zumindest ein Callcenter erreichen kannst, rufe doch dort mal an und erkundige dich, wie du jetzt verfahren sollst bzw. kannst
Dass die Ämter "ganz zu" haben kenne ich jetzt hier in Hessen nicht, es dauert nur etwas länger um einen Termin zu bekommen...

Edit: Da du in Berlin wohnst ist für dich die "Labo" zuständig.

Heute habe ich endlich meine Sachbearbeiterin erreicht. Sie sagte mir, die Passage sei ein Irrtum gewesen, eine Akteneinsicht sei aktuell nicht möglich. Was soll ich jetzt machen? Einfach blind die Unterlagen versenden lassen? Was anderes bleibt mir wohl nicht übrig, denn sie drohte mir, dass ein Gutachten, welches in Unkenntnis der Akten erstellt worden ist, von ihr nicht anerkannt wird und automatisch zur Ablehnung des Antrags führt.

:smiley2204: anrufen und fragen....?!

Die jungen Leute. Den ganzen Tag am Handy und dann sowas:zwinker0004:

Die Fragestellung von der FSST hast du ja. Damit wissen die worum es geht und können dir den Preis sicher sagen.

Falls es noch jemand anderen interessieren sollte, die Preise gehen (aufgrund der aktuellen Mehrwertsteuersenkung wohlgemerkt) von 549,32 € bis 565,- €. Deutlich mehr, als ich erwartet habe leider. Ich werde mich vermutlich für die Dekra entscheiden.
 

Andr3as

Stamm-User
eine Akteneinsicht sei aktuell nicht möglich.

Du kannst dir deine Akte in Copy, gegen ein geringes Entgelt auch nach Hause schicken lassen.
Kostet zwischen 10-15 Euronen.
Ein formloses Schreiben ist dafür ausreichend.

Beispiel:

Betreff: Antrag auf Akteneinsicht

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit beantrage ich die Akteneinsicht nach § 49 OWiG in folgende mich betreffende Akte: ....
 
Zuletzt bearbeitet:

Dewores

Neuer Benutzer
Lohnt sich das überhaupt? Wenn ich ohnehin keine Möglichkeit habe, das Übersenden der Akte zu unterbinden, brauch ich doch auch nicht wissen was da genau drinsteht.

Unnötiges Vollzitat des Vorpostings gelöscht *Nancy*
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
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arcr11

Gast
Heute habe ich endlich meine Sachbearbeiterin erreicht. Sie sagte mir, die Passage sei ein Irrtum gewesen, eine Akteneinsicht sei aktuell nicht möglich. Was soll ich jetzt machen? Einfach blind die Unterlagen versenden lassen? Was anderes bleibt mir wohl nicht übrig, denn sie drohte mir, dass ein Gutachten, welches in Unkenntnis der Akten erstellt worden ist, von ihr nicht anerkannt wird und automatisch zur Ablehnung des Antrags führt.
Moin,
Lass die Akte zum mpi schicken und Dann kannst du da einsicht nehmen. Das ist ein völlig normaler Vorgang und ist problemlos machbar.
Akteneinsicht bei der fsst selbst, vermutlich aufgrund der covid Geschichte schwierig aktuell beim Amt.


Falls es noch jemand anderen interessieren sollte, die Preise gehen (aufgrund der aktuellen Mehrwertsteuersenkung wohlgemerkt) von 549,32 € bis 565,- €. Deutlich mehr, als ich erwartet habe leider. Ich werde mich vermutlich für die Dekra entscheiden.
Jeder mpi darf seit einiger Zeit selbst die Preise festlegen. Die liegen alle weiterhin in einer Region, der eine teurer, der andere günstiger.
Davon jedoch solltest du deine Wahl nicht abhängig machen!
Informiere dich über die vorhandenen Stellen, guck nach Erfahrungsberichten etc. Bevor du dich entscheidest.

Du kannst dir deine Akte in Copy, gegen ein geringes Entgelt auch nach Hause schicken lassen.
Kostet zwischen 10-15 Euronen.
Ein formloses Schreiben ist dafür ausreichend.

Beispiel:

Betreff: Antrag auf Akteneinsicht

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit beantrage ich die Akteneinsicht nach § 49 OWiG in folgende mich betreffende Akte: ....
Wo hast du denn das her?! Mal davon abgesehen, daß die Quellen Angabe deines kopierten Textes fehlt, hast du keinerlei rechtlichen Anspruch auf das zusenden einer Kopie der Akte. Und im Normalfall, wird dies auch keine fsst tun.
Die Akteneinsicht haben sie dir zur Vorbereitung zu gewähren. Bestehe als notfalls darauf.
Leichter ist es wie gesagt, beim mpi selbst.

Wenn vor Ort Kopien gemacht, oder sogar fotografieren erlaubt wird ( und auch hier teilen sich die diversen Erfahrungen mal wieder) , ist das schon eine Ausnahme der Regel.

Es soll sonst wohl auch mittlerweile möglich sein, online Einblick zu nehmen. Kostet je nach fsst Gebühren und ist zeitlich begrenzt. Ob dem so wirklich ist, kann ich nicht bestätigen. Die meisten Akten werden wohl noch immer auf Papier sein.
 

Dewores

Neuer Benutzer
Ist es möglich die Frist zur Abgabe des Gutachtens verlängern zu lassen? Das MPI hat eine Wartezeit von 12 Wochen bis zu einem Termin in Aussicht gestellt und ich kann das momentan finanziell auch nicht wirklich stemmen...
 

funkytown

Erfahrener Benutzer
Da du deine FE nicht mehr besitzt solltest du ruhig mit der FSST sprechen. Wenn die FE bereits weg ist, sind die in der Regel bei einer Fristverlängerung dabei.
 

Dewores

Neuer Benutzer
Vorweg meinen herzlichen Gruß! Mir wurde nun der 11.01. als Termin für die MPU bekannt gegeben. Die Einhaltung der Frist sollte daher erstmal kein Problem darstellen.

Ich wäre allerdings ausgeprochen dankbar wenn ihr meinen zweiten FB überfliegen und mir ein bisschen Feedback geben könntet. Klingen meine Antworten soweit nachvollziehbar? Kann ich das ohne Bedenken so im Gespräch wiedergeben?

Insbesondere frage ich mich ob ich wirklich angeben sollte, dass ich mehrfach alkoholisiert gefahren bin, wenn ich danach gefragt werde. Das erscheint mir keine zielführende Strategie zu sein, zumal der GA ja in dem Fall auch keiner Schweigepflicht unterliegt, oder?
 

funkytown

Erfahrener Benutzer
Willst du dem GA auch sagen "Hab ich doch schon beantwortet"?

Da ich eine neue Strecke gefahren bin, waren mir die Blitzer nicht bekannt und ich wurde erwischt.
"Ich bin mir keiner Schuld bewusst, ich kannte nur den Blitzer nicht."
9. Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?

In erster Linie aus Opportunismus. Da ich fast ausschließlich mit Carsharing-Fahrzeugen gefahren bin, deren Mietpreis von der Mietdauer abhängt, habe ich versucht diese so weit wie möglich zu reduzieren.
Das solltest du dem GA wirklich nicht erzählen. Davon abgesehen ist es auch faktisch falsch: Carsharing Mieten berechnen sich aus Kombination aus Zeit und Entfernung.
ch habe aufgrund der erheblichen Ersparnisse, die ich durch das notorische zu schnell Fahren hatte, billigend in Kauf genommen, geblitzt zu werden und ein Bußgeld zahlen zu müssen.
Ah, das Problem war nur das geblitzt werden?

Das schnelle Fahren bereitete mir keine Freude, ich nahm es als anstrengend war. Die wenigen Male, die ich mit fremden privaten Fahrzeugen gefahren bin, hatte ich kein Bedürfnis mit überhöhter Geschwindigkeit zu fahren. Auf der anderen Seite bin ich in Anwesenheit von Beifahrern, insbesondere von anderen Mitgliedern der Studentenverbindung, bewusst rücksichtslos gefahren, da ich dachte auf diese Weise als besserer Autofahrer oder reiferer Mensch wahrgenommen zu werden.
Kannst du dich dazu durchringen, die wahren Gründe zu nennen? "Ich spare Geld beim Mietwagen" muss eines der... interessantesten Argumente sein, die ich je gelesen hab, um ehrlich zu sein.

12. Was hatten sie sich vorgenommen, um keine Punkte mehr zu bekommen?

Ich habe mir vorgenommen die Blitzer.de-App zu installieren.

13. Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?

Habe ich getan und wurde seitdem auch nicht mehr geblitzt.
Das willst du doch nicht allen Ernstes dem GA erzählen, oder?
14. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Punktesammeln und bestimmten Ereignissen in ihrem Leben?

Aufgrund der übersprungenen Klassen und des jungen Abiturs war ich stets in meinem Umfeld der jüngste. Das hat in mir eine gewisse Angst hervorgerufen als unreif wahrgenommen zu werden. Ich malte mir aus, eine defensive Fahrweise wäre ein Zeichen von Unsicherheit und Unreifheit, was einer der Gründe war, warum ich insbesondere in Anwesenheit von Beifahrern eine rücksichts- und verantwortungslose Fahrweise an den Tag legte. Die TF steht hingegen ganz klar im Zusammenhang mit meiner Mitgliedschaft in der Studentenverbindung, siehe vorheriger FB.
Wichtigster Punkt: Du weißt, dass der GA den "vorherigen FB" nicht kennt? Sinn und Zweck des "bitte immer ganzen FB posten" ist, dass wir uns nicht durch unterschiedliche Posts wühlen müssen.

15. Wie lauten ihre Vorsätze heute?

Absolute 0 ‰ Grenze beim Fahren. An den wenigen Abenden an denen ich Alkohol trinke, lasse ich mich ggf. fahren oder nehme die öffentlichen Verkehrsmittel.
Vielleicht gibt es ja auch eine Alkoholkontrolle.de-App?

Außerdem habe ich vor, sofern es den Verkehrsfluss nicht erheblich beeinträchtigt oder andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, mich uneingeschränkt an sämtliche Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten und ein vorbildlicher Autofahrer mit einem gelassenen und rücksichtsvollen Fahrstil sein.
Ich muss dir leider sagen: Du wirst mit wehenden Fahnen durchfallen, ich sehe 0% Chance, dass du die MPU so bestehst. Du hast dich nicht wirklich mit deinem Fehlverhalten auseinander gesetzt und scheinst immer noch der Meinung zu sein, dass Regeln eher Richtlinien darstellen.

16. Was ist daran anders?

Mir ist bewusst geworden wie gefährlich, aufdringlich und asozial meine damalige Fahrweise war und wie knapp ich wirklich schweren Unfällen entgangen bin.
Deshalb auch die App - die bewahrt mich nämlich davor, mein Verhalten tatsächlich zu ändern.
Mein Glück möchte ich auf keinen Fall herausfordern.
Nicht? Das liest sich etwas anders.
Ich werden mein Fahrverhalten künftig kritisch im Auge behalten und mir die Kosten und vor allem Gefahren des zu schnellen Fahrens bewusst machen, wenn ich in ein Carsharing-Auto steige.
Aber nur da - andernfalls ist's mir egal.

18. Was hat sich ansonsten bei ihnen geändert?

Siehe vorheriger FB, ich bin aus der Studentenverbindung ausgetreten und trinke nur noch in sehr moderaten Mengen Alkohol. Zudem bin ich früher arbeitsbedingt regelmäßig nachts gefahren, wo dank der leeren Straßen eine überhöhte Geschwindigkeit tatsächlich eine erhebliche Zeitersparnis zufolge hat. Heute arbeite ich nicht mehr nachts und bewege ich mich daher fast ausschließlich tagsüber fort, wo Rasen einen nicht schneller ans Ziel bringt.
Sobald ich aber wieder nachts fahre, werde ich wieder ballern bis die Polizei kommt.

19. Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben sie heute und was ist daran neu?

Früher habe ich die Verkehrsregeln als unsinnig erachtet,
Ist heute immer noch so, aber nicht mehr alle Regeln! (Denn wenn die anderen zu schnell fahren, mache ich das auch! Verkehrsfluss ist eben das Wichtigste und absolut meine Aufgabe!)
21. Was könnte ihre guten Vorsätze wieder zum Scheitern bringen?

Nichts, da die Vorsätze nicht auf dem Wunsch der Vermeidung von Bußgeldern und Geldstrafen beruhen, sondern sich meine Einstellung zum Führen von Fahrzeugen grundlegend geändert hat.
Das ist
a) nicht erkennbar und
b) hast du bereits darüber gesprochen die Regeln wieder zu brechen, wenn es genügend andere auch machen.
 

funkytown

Erfahrener Benutzer
Ich weiß, dass ich jetzt zwischendurch etwas hart war, habe aber größtenteils einfach wiedergegeben, wie sich das für mich anhört.

Zu dem hier noch:
Insbesondere frage ich mich ob ich wirklich angeben sollte, dass ich mehrfach alkoholisiert gefahren bin, wenn ich danach gefragt werde. Das erscheint mir keine zielführende Strategie zu sein, zumal der GA ja in dem Fall auch keiner Schweigepflicht unterliegt, oder?
Doch, er unterliegt prinzipiell der Schweigepflicht - davon entbindest du ihn, wenn du das Gutachten abgibst. Aber was meinst du damit? Hast du Angst, dass die FSST dann ne Reihe Anzeigen stellt?! Das wird nicht passieren und du machst dich unglaubwürdig, wenn du sagst, dass du genau einmal alkoholisiert gefahren bist und dann auch noch erwischt wurdest.
 

Dewores

Neuer Benutzer
@funkytown Vielen Dank für deine wachrüttelnden Worte und die hilfreichen Anregungen. Ich habe den FB nun noch einmal überarbeitet:


Allgemeine Fragen

1. Wie viele Verstöße hatten sie?

Fünf

2. Was waren das für Verstöße?

Drei Geschwindigkeitsüberschreitungen von über 20 km/h, eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 5 km/h (die jedoch im Brief der Behörde keine Erwähnung findet) und eine TF mit 1,23 ‰

3. Wann waren diese Verstöße und in welchem Zeitraum fanden diese statt? (möglichst Datum und zu welcher Tageszeit-um so genauer, um so besser)

Geschwindigkeitsüberschreitung von 29 km/h auf der Stadtautobahn (daher innerorts) – zulässige Geschw.: 80 km/h, Uhrzeit 4:30 Uhr
Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 km/h auf der Stadtautobahn (daher innerorts) – zulässige Geschw.: 80 km/h, Uhrzeit 6:50 Uhr
Geschwindigkeitsüberschreitung von 26 km/h auf der Stadtautobahn (daher innerorts) – zulässige Geschw.: 80 km/h, Uhrzeit 3:40 Uhr
Innerhalb einer Woche jeweils an dem selben Schwarzlichtblitzer in einem Tunnel (Januar 2019)

Geschwindigkeitsüberschreitung von 5 km/h an einem innerstädtischen Kreisverkehr – zulässige Geschw.: 50 km/h, Uhrzeit etwa 2 Uhr, muss Herbst 2018 gewesen sein

TF:
Zeitpunkt der Auffälligkeit: Oktober 2019
AAK: etwa 1,4 ‰ (erinnere mich nicht genau und findet keine Erwähnung im Urteil)
BAK: 1,23 ‰
Trinkbeginn: etwa 20 Uhr
Trinkende: etwa 3 Uhr
Uhrzeit der AAK-Prüfung: 3:40 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 4:45 Uhr

4. Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen?

Ich hatte eine falsche Grundeinstellung zur Verkehrssicherheit, habe meine eigenen Fähigkeiten überschätzt und bin daher regelmäßig zu schnell gefahren (bei jeder zweiten Fahrt, also etwa ein Mal die Woche)
Ich habe schon sehr früh begonnen schnell zu fahren, da ich mich sicherer fühle wenn ich dem dichten Verkehr entkommen kann und mich niemand überholt
Ich bin oft spät losgefahren und habe mich dann von mir selbst drängen lassen
Ich habe einen Hang zum Perfektionismus und eine hohe Risikobereitschaft, weshalb ich stets versucht habe meine Fahrtzeit zu optimieren
Ich bin vor o.g. TF sechs Mal alkoholsiert gefahren. In allen Fällen hatte ich weniger als drei Bier getrunken. Das war damals meine Regel um noch fahren zu können, denn ich habe die Promillezahl unterschätzt. Diese Fahrten haben bei mir die Hemmschwelle gesenkt und den Weg zur Selbstüberschätzung am Tattag geebnet

5. Wie war Ihre Gefühlslage bei diesen Delikten?

Ich habe zum Zeitpunkt der Geschwindigkeitsüberschreitungen als Kartengeber in einem Pokerverein gearbeitet
Bei den drei Verstößen im Januar 2019 kam ich von der Arbeit wieder, daher war meine Gefühlslage eine Mischung aus Euphorie und Vorfreude auf mein Bett
Bei dem Verstoß Ende 2018 kam im ebenfalls von der Arbeit, holte aber noch einen Freund aus einem Biergarten ab, da er zu betrunken war, und fuhr ihn nach Hause
Zum Zeitpunkt vor der TF fühlte ich mich zwar bereits stark betrunken, wollte aber die Kontrolle über die Situation behalten und war nicht bereit Hilfe anzunehmen, indem ich jemanden bitte mich zu fahren, frage ob ich bei ihm übernachten kann oder einen Taxifahrer rufe
Das Kontrollbedürfnis war auch der Grund weshalb ich die Bar nicht zusammen mit jemand anderem verlassen habe, sondern alleine
Die Alkoholeinwirkung hat dazu geführt, dass ich meine Fahrtüchtigkeit überschätzt habe und weitergefahren bin, obwohl ich während der Fahrt die Einschränkungen durch den Alkohol deutlich zu spüren bekam

6. Was hätte passieren können bei den jeweiligen Delikten?

Durch mein verantwortungsloses Verhalten hätte ich einen Unfall verursachen können, bei dem Menschen verletzt oder getötet werden
Durch die eingeschränkten Sichtverhältnisse, begrenzten Platz und schlechte Belüftung ist rücksichtsloses Fahren in einem Tunnel besonders gefährlich
Bei meiner TF war ich aufgrund des Alkohols derart eingeschränkt, dass ein sicheres Führen des Fahrzeugs nicht mehr gewährleistet war

7. Wie schätzen Sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?

Aufgrund der mangelden Fahrpraxis habe ich meine Fähigkeiten überschätzt
Ich war der Auffassung, dass in erster Linie eine schnelle Fahrweise einen guten Autofahrer ausmacht
Ich hatte das Bedürfnis mich in Anwesenheit von Beifahrern durch hohe Geschwindigkeiten zu profilieren, weil ich dachte, dass es den Eindruck erweckt, ich hätte gute Kontrolle über das Fahrzeug
Infolge meiner Risikobereitschaft habe ich mich dazu verleiten lassen, die Möglichkeiten des Fahrzeugs bis über die Grenzen des sicheren Fahrens hinaus auszureizen und damit mich und andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden
Wegen der unzureichenden Auseinandersetzung mit dem Thema, habe ich die möglichen Folgen des schnelles Fahrens und der TF für andere Menschen und mich unterschätzt

8. Woran lag es das Sie keinen Unfall hatten?

An einer Menge Glück und am regelkonformen und rücksichtsvollen Verhalten der anderen beteiligten Verkehrsteilnehmer

9. Warum haben Sie sich (immer wieder) so verhalten?

Ich bin mehrfahr alkoholisiert Auto gefahren, weil ich das Bedürfnis hatte die Situation unter Kontrolle zu behalten und aus eigenen Stücken hin und zurück zu kommen ohne fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen
Da ich sehr unsicher war fiel es mir schwer 'Nein' zu sagen und ich habe mich leicht überreden lassen, Alkohol zu trinken, obwohl ich wusste, dass ich noch Auto fahren möchte
Ich hatte das Bedürfnis, mich im sozialen Umfeld der Studentenverbindung deren Mitglied ich war durch Alkoholkonsum zu profilieren, so kam überhaupt erst die Toleranz zustande um mit 1,4 ‰ in ein Fahrzeug steigen zu können
Ich habe infolge des Alkoholkonsums und der Unkenntnis der Promillezahl meine Fahrtüchtigkeit überschätzt
Es hat mir Spaß gemacht zu schnell zu fahren und ich konnte zu mir selbst nicht 'Nein' sagen. Gute Laune und geringes Verkehrsaufkommen habe diese Grundeigenschaft verstärkt
Da ich orientierungslos war und mich im neuen sozialen Umfeld profilieren wollte habe ich insbesondere in Anwesenheit von Mitgliedern der Verbindung eine aggressive Fahrweise an den Tag gelegt

10. Wie haben Sie auf das Verhalten der Polizei reagiert nachdem Sie gestoppt oder gelasert wurden?

Ich beantwortete ihre Fragen, blies in das mobile AAK-Gerät und lies mich mit auf die Polizeiwache mitnehmen

11. Wie haben Sie auf die ersten Verwarn- bzw. Bußgelder reagiert?

Ich habe mein Verhalten nicht weiter überdacht

12. Was hatten Sie sich vorgenommen, um keine Punkte mehr zu bekommen?

Gar nichts

13. Warum konnten sie Ihre guten Vorsätze nicht einhalten?

Es gab keine guten Vorsätze

14. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Punktesammeln und bestimmten Ereignissen in Ihrem Leben?

Da mein Vater auch oft mit überhöhter Geschwindigkeit fährt erschien es mir nicht ungewöhnlich geblitzt zu werden und ich habe diese Gewohnheit übernommen
Aufgrund der übersprungenen Klassen und des jungen Abiturs war ich stets in meinem Umfeld der jüngste. Das hat in mir eine gewisse Angst hervorgerufen als unreif wahrgenommen zu werden. Ich verfiel der Illusion, eine defensive Fahrweise wäre ein Zeichen von Unsicherheit, Unreifheit und mangelnder Kontrolle über das Fahrzeug
Das war der Grund, warum ich insbesondere in Anwesenheit von Beifahrern durch eine rücksichts- und verantwortungslose Fahrweise auffiel
Ich war bis kurz nach meiner letzten TF Mitglied einer Studentenverbindung
Dort wurde Alkohol weniger aus Geselligkeit, sondern eher aus Konkurrenzdenken heraus getrunken und daher war schneller und übermäßiger Alkoholkonsum das Hauptmittel um sich in diesem sozialen Umfeld bestätigt zu fühlen
Zudem waren meine vorhergegangenen TF in den Kreisen der Verbindung bekannt, wurden toleriert und unterstützt


Fragen nach Änderungen gegenüber früher

15. Wie lauten Ihre Vorsätze heute?

Absolute 0 ‰ Grenze beim Fahren. An den wenigen Abenden an denen ich Alkohol trinke, lasse ich mich ggf. fahren, nehme die öffentlichen Verkehrsmittel oder übernachte bei jemandem
Außerdem habe ich vor, mich uneingeschränkt an sämtliche Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten und ein vorbildlicher Autofahrer mit einem angemessenen, gelassenen und rücksichtsvollen Fahrstil zu sein

16. Was ist daran anders?

Mir ist bewusst geworden wie gefährlich meine damalige Fahrweise war und wie knapp ich wirklich schweren Unfällen entgangen bin
Ich bin infolge des Mitfahrens bei meinen Freunden zu der Erkenntnis gekommen, dass nicht verantwortungsloses Rasen, sondern ein gelassener und rücksichtsvoller Fahrstil ein Zeugnis von geistiger Reife ist. Mit schnellem Fahren hinterlasse ich genau den gegenteiligen Eindruck, den ich meinem Beifahrer eigentlich vermitteln will, sorge dafür, dass er sich unwohl fühlt und gefährde ihn unnötig
Mein Bild von einem guten Autofahrer hat sich gewandelt von jemanden, der besonders schnell fährt, zu jemandem der in der Lage ist eine angemessene Geschwindigkeit zu halten, vorausschauend fährt und sein Fahrzeug in jeder Situation voll unter Kontrolle hat
Es fällt mir leichter in sozialen Situationen bestimmt 'Nein' zu sagen, wenn ich keinen Alkohol trinken möchte und zu mir selbst 'Nein' zu sagen, wenn ich merke dass die Freude am Fahren das Bedürfnis weckt aufs Gas zu drücken und ich habe gelernt, dass sich das auch lohnt
Ich habe gelernt Hilfe anzunehmen und rufe jemanden an um mich abzuholen oder übernachte bei Freunden wenn es spät geworden ist

17. Was wollen sie konkret tun, damit Sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?

Meine Freundin und ich werden mein Fahrverhalten kritisch im Auge behalten
Ich werde frühzeitig losfahren um nicht zu riskieren, dass ich mich unter Druck setze um rechtzeitig am Ziel anzukommen
Ich werde mir jedes Mal wenn ich in ein Fahrzeug steige die Gefahren des schnellen Fahrens vor Augen halten und mir vorstellen, es sei meine Freundin oder meine Mutter deren Leben ich gefährde, wenn ich mich für einen aggressiven und rücksichtslosen Fahrstil entscheide
Ich habe gelernt mein Kontrollbedürfnis anders zu kanalisieren und ich fokussiere mich darauf, die Kontrolle über mein eigenes Verhalten zu behalten, statt über das Umfeld
Mein Risikobereitschaft verleitet mich nicht mehr zu einer verantwortungslosen Fahrweise denn zum einen lebe ich meine Risikobereitschaft beim Mountainbiken aus und zum anderen würde ich jetzt deutlich mehr aufs Spiel setzen, wenn ich wieder alkoholisiert ins Fahrzeug steige oder mit überhöhter Geschwindigkeit fahre

18. Was hat sich ansonsten bei Ihnen geändert?

Es ist viel Zeit vergangen und ich habe seitdem nie wieder so viel Alkohol getrunken wie damals. Das Nüchternsein hat mir geholfen meine Verhaltensweisen zu reflektieren und zu Erkenntnissen über die Ursachen zu kommen
Ich bin in einer deutlich stabileren Lebenssituation als zum Zeitpunkt meiner Vergehen
Ich bin aus der Studentenverbindung ausgetreten, habe keinen Kontakt mehr zu den Mitgliedern der Verbindung und trinke heute nur noch in sehr moderaten Mengen Alkohol
Ich arbeite nicht mehr nachts als Kartengeber, sondern habe einen neuen Job im Bereich, in dem ich studiere und konzentriere mich nebenbei in erster Linie auf das Studium
Ich werde in drei Monaten von meinen Eltern weg und mit meiner Freundin in eine erste eigene Wohnung ziehen
Für den Umzug und die alltäglichen Erledigungen wäre es mir sehr wichtig wieder einen Führerschein zu haben und den würde ich unter keinen Umständen wieder aufs Spiel setzen wollen
Ich habe nicht mehr das Bedürfnis Leute zu beeindrucken und habe eingesehen, dass meine Fahrweise nicht beeindruckend war, da ich in den letzten Monaten regelmäßig mit Freunden mitgefahren bin und mir aufgefallen ist, dass ich mich bei vernünftigen Fahrern sicherer fühle und sie einen kontrollierteren und reiferen Eindruck erwecken
Da ich aus der Studentenverbindung ausgetreten bin habe ich keinen Anreiz mehr mich über Alkoholkonsum zu profilieren. Ich komme dem Bedürfnis, mich mit anderen zu messen, mich selbst an neue Grenzen zu bringen und Erfolge zu erreichen beim Sport nach

19. Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben Sie heute und was ist daran neu?

Ich habe früher die Gefahren des schnellen bzw. alkoholisierten Fahrens verachtet, weil ich unzureichend über die Gefahren informiert war und ich bisher keinen Unfall verursacht hatte
Heute ist mir klar geworden, dass Verkehrssicherheit nur dann gewährleistet werden kann, wenn sich alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten und dass die verantwortungsvolle Fahrweise der anderen Fahrer dafür verantwortlich war, dass ich keinen Unfall hatte
Ich habe gelernt, dass ich kein Recht habe, die Regelkonformität der anderen zu meinen Gunsten auszunutzen und dafür ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel zu setzen
Ich habe mir bewusst gemacht, dass die brenzligen Situationen, in denen ich mich wiedergefunden habe, einen schweren Unfall zufolge haben konnten und die Tatsache, dass es damals nicht dazu gekommen ist, kein Zeugnis guter Fahrzeugkontrolle oder besonderer Fähigkeiten, sondern nur einer Menge Glück ist

20. Was ist Ihrer Meinung nach im Straßenverkehr besonders wichtig?

Dass sich alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten, insbesondere an die Geschwindigkeitsbegrenzungen, und gegenseitig Rücksicht nehmen
Darüber hinaus ist ein intaktes Reaktionsvermögen und eine aufmerksame und vorrauschende Fahrweise unabdingbar, um Unfälle zu vermeiden

21. Was könnte Ihre guten Vorsätze wieder zum Scheitern bringen?

Nichts, da die Vorsätze nicht auf dem Wunsch der Vermeidung von Bußgeldern und Geldstrafen beruhen, sondern sich meine Einstellung zum Führen von Fahrzeugen grundlegend geändert hat
 
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