1. Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

MPU wegen 8 Punkte durch Geschwindigkeit und Mobiltelefon

Dieses Thema im Forum "MPU wegen sonstiger Vergehen" wurde erstellt von Neo, 5. Januar 2019.

  1. Neo

    Neo Neuer Benutzer

    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    FB auf Wunsch des Users gelöscht, da noch Korrekturen anstanden.
    *Nancy*
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 7. Januar 2019
  2. Neo

    Neo Neuer Benutzer

    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Ich habe gesehen, dass ich den Basis-Teil des FB noch nicht dabei hatte. Hier noch die weiteren Infos:

    Zur Person

    Geschlecht: m
    Alter: 48

    Stand des Ermittlungsverfahrens

    Gerade erst passiert: nein
    Strafbefehl schon bekommen: ja
    Dauer der Sperrfrist: bis September 2018

    Führerschein

    Hab ich noch: nein
    Hab ich abgegeben: ja
    Hab ich neu beantragt: ja
    Habe noch keinen gemacht: n/a

    Führerscheinstelle

    Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: nein
    Sonstige Verstöße oder Straftaten?: nein
    Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): nicht bekannt

    Bundesland
    : Bayern

    Aufarbeitung
    Psychologe/Verkehrspsychologe: Nein
    Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: Nein

    MPU
    Datum: 09.01.2019
    Welche Stelle (MPI): TÜV Süd
    Schon bezahlt?: Ja

    Schon eine MPU gehabt?: Nein
    Wer hat das Gutachten gesehen?: n/a
    Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: n/a

    Altlasten
    Punkte oder sonstige Straftaten: Keine Straftaten, Punkte wie oben beschrieben.
     
  3. Neo

    Neo Neuer Benutzer

    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Hallo,

    ich habe am kommenden Mittwoch, den 09.01.2018 meine MPU und wollte Euch hier mal meinen FB zur Verfügung stellen. Vielleicht hat ja noch jemand Zeit, den einen oder anderen Kommentar abzuzgeben.

    Alle im Text vorkommenden Namen und Orte sind geändert.


    Allgemeine Fragen

    1. Wie viele Verstöße hatten sie?
    Siehe Zusammenfassung unter 3.

    2. Was waren das für Verstöße?
    Siehe Zusammenfassung unter 3.

    3. Wann waren diese Verstöße und in welchem Zeitraum fanden diese statt? (möglichst Datum und zu welcher Tageszeit-um so genauer, um so besser)

    Folgende Verstöße wurden zwischen dem 27.04.2014 und dem 12.04.2017 amtlich dokumentiert:
    • 1 Punkt am 27.04.2014, 15:32 München, Potsdamer Strasse an einem Sonntag (Mobiltelefon während der Fahrt)
    • 1 Punkt am 02.07.2014 (25.10.2014 - 25.04.2017), 17:35 Auf Weg am Abend von Produktpräsentation bei einem Kunden zur Produktpräsentation bei einem anderen (BAB A2, KM 329415), (zulässige Höchstgeschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaft um 31km/h (131 statt 100)
    • 1 Punkt am 19.03.2015 (01.05.2015 - 01.11.2017), 8:42 Auf Weg zur Arbeit nach Pfaffenhofen a. d. Ilm, §23 Abs. 1a, § 49, §24 246.1 BKat (Mobiltelefon während der Fahrt)
    • 1 Punkt am 04.03.2016 (19.04.2016 - 19.10.2018), 13:38 in Garmisch auf Weg in Urlaub mit Frauke, Lora und Peter an Board
    • 2 Punkte am 25.03.2016, 08:25, Auf dem Weg zum Tropical Island, Auf der B115, OL Prierow aus Richtung Lübben, zulässige Höchstgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaft um 39km/h (89 statt 50)
    • 1 Punkt am 27.04.2016 (21.06.2016 - 21.12.2018) Mobiltelefon während der Fahrt auf dem Heimweg von Arbeit, Potsdamer Strasse an einem Donnerstag)
    • 1 Punkt am 05.04.2017 (12.2017 - 6.2020) Auf dem Weg vom Kunden zum Flughafen mit einem Mietwagen mit außerhalb 22 zu schnell (82 statt 60 auf Autobahn im Baustellenbereich)
    Nicht dokumentiert aber natürlich nicht weniger schlimm:
    • häufiges Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit aufgrund von Zeitdruck, Unkonzentriertheit, Leichtsinn, Übermut und Arroganz gegenüber Geschwindigkeitsbegrenzungen
    • häufiges Telefonieren am Steuer mit dem Mobiltelefon in der Hand, entweder um die Zeit während des Autofahrens für Geschäftstelefonate zu nutzen oder aus Langeweile
    • oft auch übermüdetes Autofahren am Abend nach der Arbeit von Pfaffenhofen nach München zurück
    • Angewohnheit, auf der linken Fahrbahn zu fahren, damit zumindest keiner überholen kann (und mich "besiegt").
    • häufiges Falschparken
    • mit dem Fahrrad oder als Fußgänger über rote Ampel gefahren, wenn keiner kommt
    Keine Probleme bestehen dagegen mit
    • Angurten
    • Abstand halten (führt zu Stress)
    • Geschwindigkeitswahn (ganz im Gegenteil, führt eher zu Unbehagen und Unsicherheit)
    • Alkohol (40 Jahre gar kein Alkohol getrunken, seit 2013 vielleicht 1 Wein oder Bier alle zwei Wochen, sicher aber nie in Kombination mit KFZ)

    4. Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen?

    Wie bei der Auflistung der undokumentierten Verstöße zu sehen ist, war mein Fahrverhalten vollkommen gesetzwidrig und ignorant gegenüber Verkehrsregeln. Ich dachte falscher Weise, solange ich keine Unfälle baue, mache ich alles richtig. Hinzu kam sehr großer Stress und häufiger Zeitdruck bei der Arbeit als Geschäftsführer und Software-Vertriebler im Außendienst Da aber die wenigsten Fehler dokumentiert werden, hatte ich zumindest seit der Vertriebstätigkeit für meinen Arbeitgeber auch immer einen oder zwei Punkte. Spätestens seit dem 25.03.2016 aber hat ein Umdenken und eine Erkenntnis eingesetzt, dass ich ein Problem habe und der feste Vorsatz, die Geschwindigkeitsbegrenzungen ernst zu nehmen. Mit dem Vorfall am 27.04. dann auch mit dem Mobil-Telefon. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt absehbar 7 Punkte und wusste, dass ich mir keinerlei Fehler mehr erlauben konnte. Diverse taktische und strategische Maßnahmen wurden bewusst gesucht und auch konsequent für ein Jahr ergriffen. Ich habe in dieser Zeit tatsächlich keinerlei Überschreitungen mehr begangen. Eine taktische Maßnahme bestand darin, mit jedem Geschwindigkeitsverkehrschild den Tempomat einzustellen, was sehr gut funktioniert hat. Am 05.04.2017 kurz bevor ältere Punkte dann nach und nach verfallen wären, habe ich dann auf der Autobahn auf dem Weg vom Kunden zum Flughafen (in einem mir fremden Mietwagen ohne den Tempomat zu verwenden) auf der Autobahn die Geschwindigkeit von 82 statt 60 überschritten (Baustelle).

    5. Wie war ihre Gefühlslage bei diesen Delikten?

    Ich fühlte mich beim Autofahren oft cool und über den Regeln stehend. Geschwindigkeitsbegrenzungen waren in meinem Empfinden für die Autofahrer gemacht, die unkonzentriert waren. Falschparken war fast schon ein Abenteuerspiel mit geringem Einsatz, das immer dann gewonnen war, wenn kein Ticket am Auto hing. Ich fühlte mich stark und cool. Beim Telefonieren am Steuer hatte ich immer ein schlechtes Gewissen, ich wusste eigentlich immer, dass das eigentlich der schlimmste Fehler ist.

    6. Was hätte passieren können bei den jeweiligen Delikten?

    Beim Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit verlängerte sich mein Bremsweg (quadratisch mit der Geschwindigkeit) sowie meine Fahrstrecke während der Reaktionszeit (proportional mit der Geschwindigkeit). Zudem sind gerade Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Regel genau da wo es Gefahrenstellen mit häufigen Unfällen gibt. Beim Telefonieren während des Fahrens verlor ich völlig die Konzentration und verhielt mich fast schon wie ein Geisterfahrer (ich habe das oft bei mir beobachtet und in den Nachrichten gelesen). Beim übermüdeten Fahren riskierte ich einen Sekundenschlaf, der zum sofortigen ungebremsten Unfall bei hoher Geschwindigkeit hätte führen können. Ich hätte durch meine Fehler oder auch nur Fehler von anderen mich, meine Beifahrer oder andere schwer verletzen oder töten können. Ich hätte zudem strafrechtlich belangt werden können bis hin zu Gefängnisaufenthalt und Zerstörung der Existenz meiner Familie. Versicherungen hätten zudem Schadenübernahmen (zu Recht) verweigern können und meine Familie finanziell ruinieren können. Meine Kinder hätten ohne ihren Vater und in finanzieller Not aufwachsen können. Außerdem hätte ich andere Teilnehmer behindern oder zu Unfällen veranlassen können.

    7. Wie schätzen sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?

    Aus damaliger Sicht als unfallfreien und kontrollierten Fahrer, der besser als die anderen fährt und deswegen sich nicht an jede Geschwindigkeitsbegrenzung halten muss. Aus damaliger Sicht war ich auch in der Lage bei Müdigkeit noch zu fahren oder selbst mit einem Mobil-Telefon am Ohr keinen Fehler machen würde.
    Aus heutiger Sicht war ich ein sehr schlechter, arroganter und überheblicher Fahrer, dessen grundsätzlich charakterliche Veranlagung prädestiniert ist, um Grenzen zu übertreten. Dass es nicht zu Unfällen gekommen ist, war aber nur ein Riesenglück.

    8. Woran lag es das sie keinen Unfall hatten?

    Zum einen durch eine sehr lange Serie von Glückfällen und zum anderen am gleichzeitig sehr korrekten und defensiven Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer.

    9. Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?

    Nachdem es zu keinen Unfällen kam, musste ich auch keine Konsequenzen ziehen. Über Jahre wurde mir damit bestätigt, dass ich funktioniere.
    Die Lebens-Umstände sowie die Organisation meines Alltags war auch falsch und haben dazu geführt, dass ich ständig in Zeitdruck kam:
    • Abholung der Kinder von der KiTa mit einer täglichen Fahrstrecke von 60 Km am Feierabend => jede kleine Stauung führte zu Zeitdruck
    • in der Regel Nutzung meines Fahrzeuges für Kundenbesuche => absoluter Zeitdruck und Abhängigkeit von Verkehrslagen, wenn ich nicht um 4 Aufstehen wollte
    • Stress und Zeitdruck auch schon in der Früh, weil ich die Kinder um 09:00 in die KiTa gebracht habe, dann 60 Km Arbeitsweg hatte und um 17:00 schon wieder abholen musste
    • Hoher Stress- und Verantwortungslevel durch die Tätigkeit als Geschäftsführer

    10. Wie haben sie auf das Verhalten der Polizei reagiert nachdem sie gestoppt oder gelasert wurden?

    Das war immer ruhig und kontrolliert, einsichtige und mit einem sehr schlechten Gewissen.

    11. Wie haben sie auf die ersten Verwarn- bzw. Bußgelder reagiert?

    Ich habe sie bezahlt und nicht weiter ernst genommen.

    12. Was hatten sie sich vorgenommen, um keine Punkte mehr zu bekommen?

    Im April 2016 kam ich von 3 auf plötzlich 7 Punkte (2 Geschwindigkeitsübertretungen, einmal Mobiltelefon). Bis das Schreiben mit Aufforderung zum Verkehrstraining ankam, war ich plötzlich schlagartig schon auf 7 Punkten. Mir war klar, dass ich mein Fahrverhalten vollständig umstellen musste und ab sofort 0 Fehler machen durfte.

    Ich habe folgende Maßnahmen damals beschlossen und sehr konsequent eingehalten:
    Taktische Maßnahmen:
    • Volle Konzentration auf alle Verkehrsschilder und strenge Übernahme der jeweils zulässigen Höchstgeschwindigkeit in den Tempomat - ich habe das vollkommen automatisiert und unterbewusst eingeübt
    • Zusätzliche Einstellung des Navigationssystems, dass es bei Geschwindigkeitsüberschreitung einen Warnton abgibt
    • Grundsätzliches Fahren auf der mittleren oder rechten Spur
    • Anschaffung eines Halters für das Mobiltelefon und Einrichtung der Freisprechanlage mit Sprachsteuerung
    Strategische Maßnahmen
    • Entkopplung von KFZ und Kundenbesuchen => Reisen nur noch mit BahnCard 100 oder Flug
    • Eröffnung eines Büros in München in der Nähe der KiTa
    • Niederlegung der Geschäftsführung und Übergabe der Verantwortung an Michael Kugler
    • Verkauf der Firmenanteile an die anderen Gesellschafter
    • Übergang in sozialversicherungspflichtiger Festanstellung mit Arbeitslosenversicherung und Entkopplung von Gehalt und Firmenerfolg
    • "Ich bin zwar noch da, aber raus aus der Verantwortung"
    Psychologische Maßnahmen:
    • Leider keine

    13. Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?

    Ich habe meine Vorsätze bis heute sehr konsequent eingehalten und dachte, dass sie ausreichend sind. Der 8. Punkt hat mir aber aufgezeigt, dass es meine Maßnahmen eine wichtige Lücke hatten. Hier bin ich mit Kollegen zu einem Kunden geflogen und hatte einen Mietwagen vor Ort gemietet. Bei der Rückfahrt musste ich unter Zeitdruck (um den Flug nicht zu verpassen) mich orientieren (um den Flughafen zu finden) und hatte mich auch nicht mit dem Mietwagen und dem Tempomat vor Fahrtantritt vertraut gemacht. In dieser Kombination habe ich dann bei der Baustelle zunächst das 80 Km/h wahrgenommen und die Geschwindigkeit auch folgerichtig korrekt reduziert. Das 60 Km/h Schild habe ich aber dann nach bestem Wissen und Gewissen übersehen und nicht wahrgenommen. Als ich geblitzt wurde, war ich felsenfest davon überzeugt, alles richtig gemacht zu haben und habe die Welt nicht mehr verstanden.

    14. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Punktesammeln und bestimmten Ereignissen in ihrem Leben?

    Aus heutiger Sicht durchaus:
    • Mein Vater ist 1975 gestorben, also ich gerade 4 Jahre und jüngstes von 3 Kindern war => Seit Kindheit an hat mein ältester Bruder dann die Verantwortung übernommen und immer alles korrekt und richtig gemacht. Ich war immer der kleine Bruder, und habe von da an schon versucht, anders und besser zu sein. Mein emotionaler Leitsatz ist, "Du musst besser sein als die anderen, um geliebt zu werden". Damit auch schneller fahren, näher Parken, weniger Regeln beachten, etc .
    • Große Krise nach Trennung von Steffi (meine erste Frau) und nachfolgenden Gerichtsverfahren zu Besuchsrechts, Unterhaltsregelungen sowie Hausverkauf
    • In der Folge über Jahre (2010 bis ca. 2016) große Angst meine Kinder Franziska (2006) und Sabine (2009) nicht zu verlieren, ich wollte Ihnen und auch meiner Ex-Frau auch immer beweisen, dass ich ein cooler Vater bin. Nicht nur beim Autofahren.
    • Es gab 2012 dann eine Elterntherapie über 18 Monate, in der wir viel aufgearbeitet haben
    • Durch zweite Ehe mit Frauke (meiner jetzigen Frau) habe ich aber nach und nach meiner Ängste verloren und mit Frauke unsere Kinder Lora (2014), Peter (2015) und Michael (2017) bekommen. Die Beziehung zu allen meinen Kinder ist sehr gefestigt.
    • Und ganz wichtig: Durch den Wechseln aus der Software Entwicklung in den Vertrieb im Jahr 2014 war ich plötzlich mit dem Auto sehr viel unterwegs (30.000 bis 40.000 Km / Jahr) und das oft unter Zeitdruck wegen KiTa oder Kundentermin.
    • Ein besonderes Ereignis war für mich, dass ein fahrlässiger Autofahrer (am 28.06.2018, 08:29) meine Frau mit allen unseren 3 Kindern im offenen Lasten-Fahrrad seitlich überfahren hat. Dieses Ereignis war für mich ein Schlüsselereignis im negativen wie positiven Sinne, da mir klar wurde, dass auch mein geringster Fehler jederzeit tödlich sein kann und ganze Familien auslöschen kann. Ich fühle seit diesem Schock am eigenen Leib, welche permanente Bedrohung vom Straßenverkehr ausgeht.

    Fragen nach Änderungen gegenüber früher

    15. Wie lauten ihre Vorsätze heute?

    Taktische Maßnahmen:
    • Alle Maßnahmen aus dem Jahr 2017, die im Wesentlichen sehr gut funktioniert haben
    • zusätzlich Mobil-Telefon auf dem Kindersitz hinter mir wenn ich den Weg kenne
    Strategische Maßnahmen:
    • Alle Maßnahmen aus dem Jahr 2017
    • Umzug in die Nähe der Kita / Arbeit (alles in einem 1km erreichbar)
    • Wir haben ein elektrisches Familien-Lastenrad angeschafft und ich lege den Weg Haus => Kita => Arbeit => Kita => Haus ausschließlich mit dem Fahrrad zurück (egal ob Sommer, Winter, Regen oder Schnee)
    • Bahncard 100 oder Flugzeug mit Taxi vor Ort
    • => Vollkommene Entkopplung von zeitkritischen Situationen mit dem Führen eines KFZ
    • Heute bräuchten wir den Führerschein nur noch für gemeinsame Ausflüge mit der Familie am Wochenende oder für Urlaubsfahrten
    Psychologische Maßnahmen:
    • Ich habe den Zusammenhang erkannt, dass mein "Gewinnen wollen" in meinem Leben das Kernproblem ist, nicht nur beim Autofahren, sondern je länger ich drüber nachdenke eigentlich überall. Ich habe mein gesamtes Leben auf Zusammenhänge mit dem "Ich bekomme Liebe, wenn ich besser bin, als die anderen" Glaubenssatz. Ich bin auf viele sehr unerwartete Erkenntnisse gestoßen, die mir die Augen öffnen. So komme ich beruflich in meiner eigenen Firma seit Jahren nicht vorwärts, weil ich nicht in der Lage bin, ein Team zu führen und motivieren, damit das besser ist als die Einzelnen (also auch ich). Ich habe auch in Beziehungen am Ende genau wegen dem Problem "Ich bin besser als Du" immer wieder Probleme gehabt.
    • Nach vielen Gesprächen mit Freunden und insbesondere meiner Frau, ist dieser Glaubensgrundsatz jedoch nicht nur schlecht und steht mir nicht nur im Weg, sondern im Wesentlichen auch oft gut. Dass es uns wirtschaftlich gut geht und wir genug Geld, eine schöne Wohnung und ein mittlerweile ein sehr einfache und entspanntes Leben haben, ist sicher die gute Seite daran.
    • Es ist zudem nicht realistisch, dass ich diesen Glaubensgrundsatz ändern kann, wenn es auch wichtig ist, um die Zusammenhänge zum Beispiel beim Autofahren zu erkennen.
    • Die Lösung ist aus dem Kernproblem den Kern der Lösung zu machen: "Ich werde ein besserer Autofahrer als alle anderen sein und weniger Fehler machen, als alle anderen."
    16. Was ist daran anders?
    • Durch die Umkehrung meines "Besser sein Wollens" Problems in eine "Ich bin der bessere Autofahrer und mache weniger Fehler als alle anderen" Lösung nutze ich das Reframing meines Glaubenssatzes
    • Das Gefühl keine Fehler zu machen gibt mir eine unheimliche innere Ruhe, wenn ich mich darauf konzentriere

    17. Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?

    Ich will die beschlossenen Maßnahmen konsequent umsetzen. Aber der Schlüssel zum Erfolg ist psychologische Komponente. Ich habe diese für mich gründlich ausgearbeitet und dann auch mit meiner Frau lange und ausführlich besprochen. Ich bin sicher, dass keine weiteren Punkte hinzukommen können, wenn ich meine Vorsätze präsent halte und konsequent durchführe.

    18. Was hat sich ansonsten bei ihnen geändert?

    Siehe Antworten zu 15.

    19. Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben sie heute und was ist daran neu?

    Ich komme noch mal auf den Unfall meiner Familie zurück (siehe 14). Ich weiss heute, dass von mir und anderen als Fahrer eines KFW, Fahrrad oder auch Fußgänger eine permanente Gefahr ausgeht, die man so gut es geht Minimieren muss. Und dazu gibt es Ampeln, Verkehrsschilder, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Punkte, etc. Das ist vollkommen in Ordnung und wichtig.

    20. Was ist ihrer Meinung nach im Straßenverkehr besonders wichtig?
    • Zunächst mal, dass ich mich an die Regeln halte, die von außen angeboten werden
    • Darüber hinaus sollte man mit eigenen Fehlern sowie auch denen von anderen Rechnen und vorausschauend und defensiv fahren
    21. Was könnte ihre guten Vorsätze wieder zum Scheitern bringen?
    • Wenn ich alle meine strategischen, taktischen und psychologischen Maßnahme halte, fällt mir kein Grund mehr ein
    • Wie ich aber bei meinem 8. Punkt gesehen habe, können auch noch so gute Vorsätze keine 100% Sicherheit geben, dass ich als Mensch keinen Fehler mache, ich mache mir da keine Illusion
    • Dennoch weiss ich, dass ich alles dafür tun werde, dass die Gefahr durch mich egal ob als Autofahrer, Fahrradfahrer oder Fußgänger geringer sein wird, als durch andere Teilnehmer.
     
  4. Nancy

    Nancy Super-Moderator und MPU Profi Mitarbeiter Administrator

    Beiträge:
    5.576
    Zustimmungen:
    7
    Ort:
    Hessen
    Hallo Neo,

    man spürt das du dir viele Gedanken zu deinem Fehlverhalten gemacht, und auch einiges in die Wege geleitet hast, um dies zu ändern. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass der Gutachter viele Ansatzpunkte hat, um dir fehlende Einsicht oder nicht vorhandene, künftige Strategien zu unterstellen...

    Ich habe darum nur wenige Anmerkungen zu deinen Aussagen (in deinem Text fett markiert):

    Du schreibst "leider", warum hast du denn dann keine in Anspruch genommen?
    Wie nun kann diese "Lücke" künftig geschlossen werden?
    Wozu, wenn du nun eine Freisprecheinrichtung hast?
    Reframing gehört nicht unbedingt zu meiner Lebensphilosophie, darum erlaube ich mir die Frage:
    Setzt du dich damit nicht selbst wieder unter Druck, wenn du dich in deiner Umdeutung als den "besseren Autofahrer als alle anderen" siehst?
     
  5. Neo

    Neo Neuer Benutzer

    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Leider schreibe ich hier aus heutiger Sicht, weil ich mit der Analyse meiner psychologischen Beweggründe das ganze Ausmaß meines Problems erst erkannt habe. Diese Maßnahmen waren ja schon im Sommer 2016 ergriffen worden und das war ein Jahr vor meinem 8. Punkt.
     
  6. Neo

    Neo Neuer Benutzer

    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Heute kommt zu diesen Maßnahmen noch dazu:

    • keine fremden Autos fahren
    • keinerlei Kopplung von Geschäftsterminen, Kita-Abholung oder anderen zeitkritischen Reisen mit dem Auto
    • 100% Konzentration auf strikte Einhaltung aller Verkehrsreglen in jedem Moment
    • Umstellung des Alltags auf 7 Stunden Schlaf durch früheres ins Bett gehen und Rauswurf der Kinder aus dem Schlafzimmer
     
  7. Neo

    Neo Neuer Benutzer

    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Das ist ein guter Punkt. Ich bin mir nicht sicher, ob nicht auch der Betrieb der Freisprecheinrichtung am Ende die Konzentration stört und zu Fehlern führen kann. Auch die Verwendung des Mobil-Telefons als Navigationsgerätes ist so eine Grauzone für mich. Was meinst Du?
     
  8. Neo

    Neo Neuer Benutzer

    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Oh je. Das ist eigentlich meine wichtigste Erkenntnis, wenn ich nicht mich selber in Frage stellen will und meine gesamte Persönlichkeit mit allem was mich ausmacht, aufgeben will. Ich denke, dass ich mit diesem psychologischen Trick beides sein kann, gut in dem was ich tue und ein guter Autofahrer, der andere nicht in Gefahr bringt.

    Wenn Du meinst, dass der Gutachter das nicht gelten lässt, dann habe ich keine Antwort, wie ich das abstellen kann.
     
  9. Nancy

    Nancy Super-Moderator und MPU Profi Mitarbeiter Administrator

    Beiträge:
    5.576
    Zustimmungen:
    7
    Ort:
    Hessen
    Es gibt im Leben keine Garantien dafür, das nicht dieses oder jenes zu einem Fehlverhalten oder Fehler führt. Die Verwendung einer Freisprecheinrichtung würde ich da aber nicht unbedingt dazuzählen. Du hast sie ja als "Vermeidungsstrategie" aufgeführt - somit ist die Verwendung auch naheliegend und wird den Gutachter sicher mehr beeindrucken, als ein "Handy auf dem Kindersitz"...

    Doch, natürlich hast du eine Antwort - in dem du so viele Maßnahmen getroffen und dich nun ausführlich mit dir selbst und deinen Motiven auseinandergesetzt hast, weißt du doch künftig worauf du achten musst. Dafür musst du nicht zum (überspitzt ausgedrückt) "weltbesten Autofahrer" werden. Wenn du dich in Zukunft an die Regeln hältst ist das genau das, was der Gutachter von dir hören möchte.

    Dies hier..

    geht in die falsche Richtung, denn es klingt (ungewollt) nach Überheblichkeit (und dabei habe ich den Mittelteil deiner Antwort bewusst nicht fett markiert)...
     

Diese Seite empfehlen