MPU wegen Cannabis am Steuer mit hohen Werten

Udo11

Benutzer
Hallo liebe Mitglieder,
ich bereite mich seit Monaten für meine MPU vor (Datum noch unbekannt). Mittlerweile habe ich meine 5. von 6 Urinproben durch und habe am 30.09 einen Termin bei der Fsst für die Neubeantragung. Während der Vorbereitung habe ich mich fleissig durchgelesen und bin den FB durchgegangen. Ich habe mir viel Zeit genommen, bin in mich gegangen und versucht alles so gut wie möglich zu reflektieren. Fühle mich dennoch unsicher und hoffe auf eure Hilfe.
Vielen lieben Dank im Voraus für eure Mühe und Zeit.



FB Drogen



Zur Person

Geschlecht: männlich

Alter: 38



Was ist passiert?

Drogensorte: Cannabis

Konsumform (Dauer und Häufigkeit je Substanz): regelmässig

Datum der Auffälligkeit: 18.03.2021



Drogenbefund

Blutwerte: 18ng/ml THC und 160ng/ml THC COOH

Schnelltest: Ja Urintest positiv auf THC und Kokain

Beim Kauf erwischt: nein

Nur daneben gestanden: nein



Stand des Ermittlungsverfahrens

Gerade erst passiert: nein

Polizei hat sich mit den Blutwerten gemeldet: ja

Verfahren gegen Bußgeld eingestellt: Bussgeld und 2 Punkte und 3Monate Fahrverbot

Verurteilt: nein

Strafe abgebüßt: ja



Führerschein

Hab ich noch: nein

Hab ich abgegeben: ja

Hab ich neu beantragt: Termin am 30.09

Habe noch keinen gemacht: -



Führerscheinstelle

Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: ja

Sonstige Verstöße oder Straftaten?: nein

Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): -



Bundesland: Hessen



Konsum

Ich konsumiere noch: nein

letzter Konsum: 18.03.2021



Abstinenznachweis

Haaranalyse: nein

Urinscreen: 5 von 6

Keinen Plan: -



Aufarbeitung

Drogenberatung: nein

Selbsthilfegruppe (SHG): nein

Psychologe: nein

Ambulante/stationäre Therapie: nein

Keine Ahnung:



MPU

Datum: noch nicht bekannt

Welche Stelle (MPI): Tüv Nord (wahrscheinlich)

Schon bezahlt?: nein

Schon gehabt?: nein

Wer hat das Gutachten gesehen?: -

Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: -



Altlasten

Bist du Rückfalltäter?: nein
 

Udo11

Benutzer
1. Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?

In der Schulzeit, in der 9.Klasse mit 15Jahren. Auf einer Gartenparty hatten Mädchen aus der Klasse die ganze Zeit auf der Couch gesessen und stundenlang nichts gesagt. Ich habe später erfahren, dass sie Hanfkekse gebacken und gegessen haben.

2. Wann haben Sie das erste Mal Cannabis konsumiert? (Datum) Mit wem?

Es war auf der Abschlussklassenfahrt in Budapest nach der 10. Klasse im Alter von 16Jahren. Eine Schulklasse aus den Niederlanden war mit uns in der gleichen Jugendherberge. Wir haben uns mit einigen Schülern gut verstanden und ein Junge hatte einen Joint in der Runde weitergegeben. Ich habe 1-2mal gezogen. Ausser dass ich stark husten musste, hatte ich nichts gespürt bzw konnte nicht genau die Auswirkung einschätzen.

3. Wie sah der Cannabis-Konsum im Detail aus? (Menge)

Im Herbst 2002 habe ich angefangen zu studieren und mein Vordiplom in 3Semester absolviert.

2004 Frühling nach der letzten Klausur haben wir uns bei einem Kommilitonen getroffen. Einer aus der Gruppe hatte Marihuanna dabei und hat an dem Abend einen Joints gedreht. Ich hatte 4-5 Züge gezogen. Es war ein lustiger Abend; wir hatten viel Spass gehabt und hatten Gesellschaftsspiele wie Tabu gespielt.

Im selben Jahr haben wir uns im Spätsommer in der Vorlesungsfreien Zeit zum Grillen getroffen. Da hatte einer aus der Gruppe einen Joint und ich habe 4-5 Züge genommen. Die ersten Male war es pure Neugierde und ich wollte zur Gruppe gehören.
Im Verlauf des Hauptstudiums hatte ich die Erfahrung gemacht in einer Klausur gerade so mit 5punkte zu bestehen und auch mal durchzufallen. Das waren die erste Erfahrungen eines schulischen Misserfolges.

Ende 2006 nach dem ersten Durchfallen einer Klausur hatte ich mit einem Kommilitonen zu zweit einen Joint bei ihm zu Hause geraucht und es hat sich gehäuft.

Im Jahr 2007 hatte ich alle zwei Monate habe ich mit ihm einen joint geraucht.
Im Jahr 2008 hatte ich mein Studium vernachlässigt und konsumierte alleine 1-2 Joints im Monat. Zwischenzeitlich war ich im einem Fach zweimal durchgefallen. Damals war es so, dass beim dritten Durchfallen dass BWL Studium für mich beendet gewesen wäre.

Ende 2008 hatte ich mich wieder auf das Studium konzentriert, Abstand zu den Drogen genommen und die Prüfung beim dritten Anlauf geschafft.

Ende 2009 war ich Scheinfrei und habe an meiner Diplomarbeit gearbeitet bis Mitte 2011 in der Zeit habe ich alle 3 Monate einen Joint alleine geraucht.

2011 habe ich angefangen zu arbeiten und habe bis 2019 keine Drogen konsumiert.
Herbst 2019 im Alter von 35Jahren wechselte ich die Abteilung. Nach einer Sonderprüfung hatte die Firma viele Baustellen (100 Feststellungen). Der damalige Mitarbeiter, der für die Abteilung verantwortlich war, hatte seine Aufgaben nicht im Griff. Hinzukam, dass er vor der Nachprüfung krankheitsbedingt über ein halbes Jahr ausfiel. Mein Geschäftsführer hatte mich daraufhin in diese Abteilung versetzt, mir zugesprochen mein Gehalt zu erhöhen und mich zu befördern, falls ich die anstehende Prüfung erfolgreich begleite.

Binnen 4Monate musste ich mich selbstständig in den neuen Bereich einarbeiten und die Feststellungen abarbeiten.

Im Oktober 2019 hatte ich alle zwei Wochen alleine einen Joint konsumiert.

Des Weiteren gaben mir meine Eltern Druck schnell zu Heiraten und Kinder zu bekommen. Der Druck war Ende 2019 und 2020 enorm. Bereits im Herbst 2019 hatte ich meine Freundin gebeten mich in Ihren Eltern in Japan vorzustellen um im Winter zu Heiraten, zu diesem Zeitpunkt war meine Freundin (später Frau) dazu noch nicht bereit, was mich zusätzlich belastete. Ab November waren es 1-2 mal in der Woche alleine einen Joint.

Letztendlich beschlossen wir im März 2020 nach Japan zu fliegen um mich ihren Eltern vorzustellen um im Sommer 2020 zu heiraten. Dann ist Corona ausgebrochen, der Lockdown und Kontaktbeschränkung wurde beschlossen. Die Reise musste abgebrochen werden.

Des Weiteren blieb die versprochene Lohnerhöhung und Beförderung trotz erfolgreicher Beseitigung aller Feststellungen aus. Die Enttäuschung war gross und ich war gefrustet. Der Konsum erhöhte sich im März auf 2-3mal in der Woche alleine einen Joint.

Am 10.Mai ist meine Oma gestorben, der ich Enkelkinder versprochen hatte, da ich mit Abstand das älteste Enkelkind war. Aufgrund der Corona Situation konnte ich nicht mal zu Ihrer Beerdigung. In dieser Zeit habe ich mich oft mit meiner Freundin und meinen Eltern gestritten und Schuldvorwürfe gemacht. Die Trauer, der Frust von der Arbeit, die Kontaktbeschränkung, Home Office und der Lockdown führten dazu dass ich kein ausgeglichenes Leben hatte. Der Sport, Fussball, Schwimmen, Treffen mir Freunden wurde untersagt. Und mein Konsum erhöhte sich auf 4mal in der Woche alleine 1-2 Joints.

Im November 2020 hatten wir beschlossen eine Auszeit zu nehmen und meine Freundin ist für 5-6Monate nach Japan geflogen. Ab diesem Zeitpunkt konsumiere ich 5mal in der Woche alleine 2-3 Joints.

4. Haben Sie Cannabis zusammen mit Alkohol konsumiert? (Wie oft, warum?)

Nein.

5. Wie ist in dieser Zeit der Umgang mit Alkohol an sich gewesen?

2-3 mal im Jahr , 1-2 Radler auf Geburtstagen.

6. Haben Sie auch andere Drogen genommen? (Welche?, Wie oft?)

Einmal Kokain, Ende Februar 2021

7. Haben Sie bei sich negative Folgen des Cannabiskonsums festgestellt?

Rückblickend stellte ich bei meinem gelegentlichen Konsum zwischen 2004 bis 2007 und 2009 -2011 keine negativen Folgen fest.

2008 hatte ich mein Studium vernachlässigt, wurde faul und träge.

Als ich ab 2019 bis 2021 häufiger konsumierte, fühlte ich mich motivations- und antriebslos. Ich hatte Schwierigkeiten Aufzustehen und aus dem Bett zu kommen. Ich hatte öfters Sachen vergessen, mir ist sehr schwer gefallen mich zu konzentrieren und hatte meine ToDos nicht mehr abgearbeitet. Nach dem Lockdown hatte ich meine Hobbys und Freunde vernachlässigt. Durch die späteren Gespräche mit meiner Freundin(Frau), erkannte ich, dass ich nicht mehr gesprächig und überwiegend demotiviert war. Ich hatte meinen Fokus verloren mich weiterzuentwickeln, auf der Arbeit sowie auch menschlich. Gesundheitlich hatte ich keine Probleme ausser dass ich abgenommen hatte.
8. Haben Sie trotz negativer Folgen des Cannabiskonsums weiter konsumiert? (Warum?)

Ja, ich hatte trotz negativer Folgen weiter konsumiert. Ich hatte den Konsum verharmlost und mir eingebildet dass ich alles unter Kontrolle habe. Ich hatte die die Veränderungen nicht wirklich wahrgenommen und mir auch keine Gedanken gemacht. Durch das Konsumieren wollte ich die Probleme vergessen und verdrängen.

9.Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?

18ng/ml THC und 160ng/ml THC COOH

10.Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?

In der Woche hatte ich an 5Tagen jeweils 2-3Joints geraucht.

11.Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit konsumiert?

An dem Tag der Auffälligkeit hatte ich 2Joints geraucht.

12.Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?

Ich war an diesem Tag im Home Office. Nach einem Telefonat mit meiner Freundin, wollte ich den Kopf frei kriegen, da das Gespräch nicht positiv verlief. Sie teilte mir mit, dass Sie noch mehr Zeit benötigt (Auszeit)

13.Wie sind Sie auffällig geworden?

Ich bin über die Wege für Anlieger im Feld gefahren. Die Polizei ist mir hinterher gefahren um zu überprüfen ob ich in der Liegenschaft wohne und hat mich vor der Haustür kontrolliert. Ich habe die Fragen nervös beantwortet und der Schnelltest war positiv.

14.Was war der Zweck der Fahrt?

Mein Home Office Notebook musste für ein Update in der Firma abgegeben werden.

15.Wie weit wollten/sind Sie gefahren?

Gesamtstrecke 12,4km (Hin und Zurück)

16.Wie oft waren Sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?

Unter der Berücksichtigung dass man bis zu 72Stunden nach dem letzten Konsum von Cannabis noch unter Einfluss dieser Droge steht und ich mir nicht wirklich bewusst war, schätze ich über 200mal unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs gewesen zu sein (November 2019-März2020 (5 Monate: 21Tage x 5= 105Fahrten) und März2020-März2021 (12Monate: 8Tage x 12 = 96Fahrten)

17.Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Konsum und dem Führen eines Kfz gelöst?

Rückblickend gesehen, hatte ich gar keinen Konflikt und konnte ihn auch nicht lösen. Ich habe mir vorher über das Fahren unter THC Einfluss keine Gedanken gemacht. Ich war der Meinung, dass ich in der Lage sei ein Fahrzeug zu führen. Ich war nicht richtig über die Wirkung von Cannabis und Konsequenzen aufgeklärt. Heute weiss ich, dass es ein grosser Irrtum war. Ich hatte mich in eine grosse Gefahr gesetzt und stellte noch eine größere Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer dar.

18.Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein Kfz zu führen?

Durch den Konsum von Cannabis verändert sich die Wahrnehmung. Die Reaktionszeit verlängert sich und die Augen sind empfindlicher gegenüber hellen Licht. Die Einschätzung der Entfernung und Geschwindigkeit leider darunter. Das führt wiederum zu einer erhöhten Unfallgefahr, somit stellt man für sich und vor allem für andere Verkehrsteilnehmer eine extreme Gefahr dar.

19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?

Nach dem Konsum von Cannabis steht man bis zu 72Stunden unter Einfluss dieser Droge. Das ist aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängt von der körperlichen Verfassung und Konsummenge ab.
Kokain steht man bis ca. 24 Stunden unter Einfluss, in Ausnahmefällen auch länger. Amphetamine bewirken die Freisetzung körpereigener Botenstoffe (Noradrenalin).
20.Sind Sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?

Der tägliche Konsum kann ich eine Abhängigkeit führen. Ausserdem kann er zum Konsum von härteren Drogen führen. Des Weiteren läuft man in Gefahr, dass die Persönlichkeit sich verändert, die Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis nachlässt. Auch besteht die Gefahr in eine Psycho oder Depression zu fallen.

Warum ist es passiert?
21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?

Mit meinen asiatischen Wurzeln bin ich sehe streng und konservativ erzogen worden. Ich musste in meiner Schulzeit früh nach Hause und von mir wurden immer sehr gute Noten erwartet. Obwohl ich ein 1er und 2er Schüler war, musste ich zur Nachhilfe. Statt ins Fussballtraining musste ich zum Geigen und Klavierunterricht. Auch während des Studiums verspürte ich grossen Druck.

Am Anfang der Studienzeit war es Neugierde und ich wollte dazugehören. In der Mitte und Endphase des Studiums war es der Unistress, das Durchfallen von Klausuren. Ich wollte durch den Konsum abschalten.
2019 spielte der Heiratsdruck meiner Eltern und dass mich meine Freundin noch nicht Ihren Eltern vorstellen wollte eine grosse Rolle. Hinzukam der Stress auf der Arbeit und die Enttäuschung von meinem Arbeitgeber. Durch den Konsum wollte ich die Unzufriedenheit vergessen und mich beruhigen, mich auf andere Gedanken bringen. Dann kam der Tod meiner Oma. Die Ereignisse hatte mich sehr mitgenommen.

Die Kontaktbeschränkung und das Home Office im Jahr 2020 führten dazu, dass ich soziale Kontakte nicht mehr pflegte. Letztendlich kam die zwischenzeitliche Auszeit mit meiner Freundin.

Anstatt mich mit meinen Eltern und Verlobten auszutauschen, häufte sich der Drogenkonsum. Ich war nicht bereit über mein Verhalten und über die Situation/die Geschehnisse nachzudenken und konsumierte weiter.

22. Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?

Meine Eltern waren schockiert und meine Freundin hatte wenig Verständnis. Nach vielen offenen Gesprächen stand meine Freundin(Frau) mir zur Seite und hat mich sehr unterstützt. Meine engen Freunde hatten sich gewundert, warum ich mich so zurück gezogen hatte und waren ebenfalls überrascht.

23. Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?

Der Tod von meiner Oma, die Kontaktbeschränkung und die Auszeit mit meiner Verlobten. Ich habe mich alleine gefühlt und mich immer mehr zurückgezogen . Rückblickend gesehen, entwickelte sich mein Konsumverhalten von einem gelegentlichen Konsumieren bis zur Regelmässigkeit und führte zum ein Missbrauch von Drogen mit einer grossen Gefahr in die Abhängigkeit zu geraten.

24. Haben Sie sich an Jemand um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden?

(Warum, wann, wer?)

Nach der Auffälligkeit hatte ich mich zunächst mit mir selber und meinem Konsum auseinandergesetzt. Ich hatte mich fest entschlossen aufzuhören und hatte mich um Hilfe bei meinem Freund, der vom Beruf Pastor. Mein Freund betreut bedürftige Menschen, die obdachlos sind und Drogen konsumieren. Er hat auch eine anonyme Gruppe an der ich 3Monate teilgenommen hatte. Aber vor allem durch persönliche Gespräche mit ihm hatten mir sehr geholfen. Des Weiteren hatte ich viel Zeit mit meiner Frau verbracht und alles offen gelegt. Sie hat kein Drogen nicht toleriert und hat mich in meiner Abstinent sehr unterstützt. Auch über das Internet hatte ich mich informiert und much mit anderen Gleichgesinnten ausgetauscht.

25. Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?

Nein

26. Hatten sie Konsumpausen/spitzen?

Warum? Wann?

2020 war der Höhepunkt meines Konsum von Cannabis. Ich hatte mit dem Abschalten von der Arbeit Probleme. Die Trauer um den Tod meiner Oma. Der Frust aufgrund der verschobenen Hochzeit und die Auszeit mit meiner Verlobten.

Konsumpausen gab es ebenfalls. Von 2011 bis Herbst 2019.

27. Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?

Ich selbst war das Problem, anstatt über Möglichkeiten nachzudenken wie ich abschalten kann und mich mit meinem Konsum auseinander zu setzen, hatte ich lieber einen Joint geraucht. Die Trauer und der Frust war für den Moment durch das Konsumieren vergessen, aber dadurch hatten sich die Probleme nicht gelöst. Im Gegenteil dadurch hat sich mir der Zeit der Konsum gesteigert und mein Verhalten sich geändert. Ich suchte die Schuld bei anderen und wollte andere verantwortlich machen. Das war mir nicht bewusst und damals wollte ich das nicht einsehen.

28. Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?

Ja, jeder der Drogen nimmt ist gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten. Da ich Drogen konsumiert hatte, war ich auch gefährdet in eine Abhängigkeit zu geraten.

29. Waren sie drogenabhängig?

Nein
Wieso passiert das nicht wieder?

30. Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?

Ja, wenn ich nein zu Drogen gesagt hätte und mich mehr mit dem Thema Drogen und den Folgen auseinandergesetzt hätte. Ich hätte mich mit den Ursachen und Gründe intensiver nachdenken und beschäftigen müssen. Über andere Möglichkeiten zum Abschalten und Problembewältigung Gedanken machen müssen. Ich hätte meine Drogenproblematik frühzeitig erkennen müssen und mir ernsthafte Gedanken darüber machen müssen und mich an Hilfe wenden sollen.
 
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Udo11

Benutzer
31. Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?

Aufgrund dem was ich erlebt hatte. Die Polizeikontrolle vor meiner Haustür, die Urinprobe mitten auf der Strasse in der Nachbarschaft, die Enttäuschung meiner Freundin und Familie. Ich habe die Gefahr erkannt, dass ein gelegentlicher Konsum sich schnell in einen regelmäßigen Konsum entwickeln kann. Die letztendlich fallen gelassene Strafanzeige in Verbindung mit einem Eintrag ins Führungszeugnis würden mir den weiteren Aufstieg in meinem Berufsleben negativ beeinträchtigen. Seitdem ich abstinent bin, führe ich ein ausgeglichenes glückliches Leben und bin selbstbewusst Probleme oder schwierige Lebenssituationen meistern zu können. Mittlerweile habe ich einen neuen Geschäftsführer der meine Leistung anerkannt, mich belohnt und befördert hat. Mein Arbeitgeber fördert mich weiterhin damit ich in Zukunft eine höhere Führungsposition einnehmen kann. Ich besuche Seminare und bilde weiter fort. Um dieses Ziel erfolgreich zu verfolgen, bin ich im Klaren, dass eine strikte Abstinenz neben Fleiss und gesundem Ehrgeiz die Grundvoraussetzung ist. Ich habe mich mit meinen Eltern ausgesprochen. Sie haben sich für den Druck und hohe Erwartungen entschuldigt, mir gesagt dass sie mich lieben und dass es Ihnen leid tut, dass es Ihre Art und Weise war Liebe zu zeigen und die konservative Tradition aufrecht erhalten wollten, weil sie es nicht anders erfahren hatten und dass Sie immer nur das Beste für mich wollten. Zwischenzeitlich ist meine Frau im vierten Monat schwanger. Ich möchte in Zukunft ein Vorbild für mein Kind sein. Ich kann immer mehr meine Eltern nachvollziehen, jedoch werde ich meinem Kind versuchen nicht so Druck auszuüben. Rückblickend bin ich froh an dem Tag auffällig geworden zu sein.

32. Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)

Der Knackpunkt war die Auffälligkeit durch die Verkehrskontrolle und das Schreiben von der Fsst und Gericht. Bei der Kontrolle habe ich mich geschämt. Es war auch im Laufe des Prozess der Aufarbeitung, als ich mich mit meinem Verhalten und Drogenkonsum befasste. Es ist mir bewusst geworden, dass ich durch den Konsum von Drogen mich selbst geschädigt hatte insbesondere im Bezug zu meiner Beziehung mit meiner Verlobten, einen gravierenden Karriereknick riskiert hatte und vor allem andere Verkehrsteilnehmer hätte schädigen können.

33. Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht für gelegentlicher Konsum in Betracht?

Ich habe selbst erlebt wie aus dem gelegentlichen Konsum ein regelmäßiger Konsum bis zum Missbrauch werden kann. Einem ist das in dem Moment nicht bewusst und möchte es auch nicht wahrhaben, dass sich das Verhalten und Charakter verändert hat. Ich möchte mich und andere Verkehrsteilnehmer nicht in Gefahr bringen und durch das Konsumieren von Drogen die Beziehung mit meiner Familie und meine Karriere nicht aufs Spiel setzen.

34. Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?

Ich hatte 2-3 Wochen Schwierigkeiten mit dem Einschlafen. Ich bin auch öfters in der Nacht aufgewacht und habe viel geschwitzt. Ab der vierten Woche ging es immer besser. Ich hatte zuvor Gewicht verloren durch meine Appetitlosigkeit. Nach der Umstellung hatte ich wieder angefangen mich gesund zu ernähren, viel Sport gemacht und an Gewicht zugenommen. Ich habe mir für zu Hause einen Hometrainer (Hantelbank, Gewichte, Yogamatte und Fahrrad) geholt. Da meine Frau sich schon immer einen Hund gewünscht hatte und Sie nicht mehr arbeitstätig ist, haben wir uns vor einem Jahr einen Hund gekauft, der mich / uns sehr beschäftigt.

35. Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?

Meine Frau hat mir sehr geholfen. Sie ist meine Vertrauensperson, die immer für mich da ist. Viele Gespräche mit meinem langjährigen Freund (Pastor). Er hat mich stark unterstützt.

36. Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?

Mein Umfeld reagierte positiv auf die Umstellung. Ich habe viele tiefe Gespräche mit meiner Frau und meinem Freund geführt. Ich habe mich auch mit meinen Eltern ausgesprochen und wir vertragen uns gut.

37. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?

Nein.

38. Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?

Nein.

39. Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?

Ich vermeide den Kontakt mit Drogen und deren Konsumenten. Ich verharmlose das Konsumieren von Drogen nicht mehr, das habe ich durch meine Aufarbeitung gelernt und verinnerlicht. Was mir Wiederfahren ist, möchte ich nicht mehr erleben. Mir ist bewusst geworden ein gelegentlicher Konsum zur Regelmäßigkeit führen kann. Ich setze mich auch im Berufsleben und Privatleben nicht mehr stark unter Druck. Ich habe gelernt, Probleme mit Ruhe und Geduld konstruktiv anzugehen und Gegebenheiten so anzunehmen wie sie sind. Vor allem Probleme nicht aus dem Weg zu gehen und sie zu lösen, statt sie mit Konsumieren von Drogen verdrängen. Ich bin mir bewusst geworden, dass ich mich glücklich schätzen kann. Es werden Dinge im Leben passieren, die nicht vorhersehbar sind und Faktoren die ich nicht beeinflussen kann. Ich habe verinnerlicht Entscheidungen und Gegebenheiten so zu akzeptieren und an mir weiter zu arbeiten um meine Ziele zu erreichen. Durch ehrliche Kommunikation und Nachdenken über die Ursachen. Des Weiteren schalte ich mit Musik, Sport ab und verbringe viel Zeit mit meiner Frau und meinem Hund.

40. Haben Sie zu Hause Cannabis?

Nein

41. Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?

Indem ich weiterhin strikt abstinent bleibe und mich mit Problemen und Konflikte auseinander setze. Und mich nicht mehr mit Betäuben von Drogen diese zu verdrängen um sie zu vergessen. Ich werde den Umgang mit illegalen Drogen und deren Konsumenten stets meiden.

42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?

Theoretisch schliesse ich einen Rückfall für mich aus. Ich habe mich intensiv mit mir selbst, meinem Verhalten und den Ursachen auseinander gesetzt und erkannt, dass Drogen keine Lösung für meine Probleme darstellen. Ich hatte dadurch die Probleme ignoriert und mich in größere Schwierigkeiten gebracht. Durch die Aufarbeitung habe ich gelernt die Vorwarnungen und Anzeichen zu erkennen. Falls ich jedoch unerwartet in eine Situation kommen sollte, die mich potenziell rückfällig werden lässt, werde ich mich direkt an meine Frau und meinem Freund wenden. Bei einem Trauerfall, weiss ich, dass ich Hilfe beim Psychologen oder Therapeuten für die Trauerbewältigung ersuchen kann.

43. Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?

Ich trinke ungefähr 3-4 mal zu besonderen Anlässen nur in kleinen Mengen wie 1-2 Radler oder ein Glas Sekt
 
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Udo11

Benutzer
Hallo,

habe ich etwas vergessen zu beachten? Falls nein warte ich geduldig ab : )

Ich würde mich sehr über Anmerkungen freuen.

*kleiner Hilferuf* :p
 

Hans64

Stamm-User
Hallo,
Hilferuf gehört ;)

Manchmal muss man nochmal nachsetzen hier im Forum.
Der Drogen Profi @Max ist gerade für drei Wochen im Urlaub.
Bis dahin geb ich dir gerne Feedback bzw meine Meinung dir gerne wieder.

Wie ist das mit dem Kokain bei dir?
Du hast angegeben bei den schnelltest positiv aber Blutwerten ist nichts?
Was steht in deiner Führerscheinakte?

Zu Frage 3:
Da geht es nur um die reine Konsumbiografie, was, wann, wieviel.
Da hast du zu viele Infos reingepackt die nicht zu dieser Frage gehören...zum Beispiel:

Im Herbst 2002 habe ich angefangen zu studieren und mein Vordiplom in 3Semester absolviert.

Es war ein lustiger Abend; wir hatten viel Spass gehabt und hatten Gesellschaftsspiele wie Tabu gespielt.
Solche Äußerungenen würde ich nicht sagen, bringen dir nur unangenehme Rückfragen

Die ersten Male war es pure Neugierde und ich wollte zur Gruppe gehören
Das passt zur Frage 21,persönliche Hintergründe


Zwischenzeitlich war ich im einem Fach zweimal durchgefallen. Damals war es so, dass beim dritten Durchfallen dass BWL Studium für mich beendet gewesen wäre.
Das ist ebenfalls für die Frage uninteressant.
Deine Antwort zur Frage 3 liest sich eher nach einer Erlebnisserzählung deines Studiums und das Cannabis wird neben erwähnt.

Herbst 2019 im Alter von 35Jahren wechselte ich die Abteilung. Nach einer Sonderprüfung hatte die Firma viele Baustellen (100 Feststellungen). Der damalige Mitarbeiter, der für die Abteilung verantwortlich war, hatte seine Aufgaben nicht im Griff. Hinzukam, dass er vor der Nachprüfung krankheitsbedingt über ein halbes Jahr ausfiel. Mein Geschäftsführer hatte mich daraufhin in diese Abteilung versetzt, mir zugesprochen mein Gehalt zu erhöhen und mich zu befördern, falls ich die anstehende Prüfung erfolgreich begleite.

Binnen 4Monate musste ich mich selbstständig in den neuen Bereich einarbeiten und die Feststellungen abarbeiten.
Hat nichts mit Frage 3 zu tun. Mit solchen Antworten bei dieser Frage verliert der Gutachter schnell seine Geduld...
Des Weiteren gaben mir meine Eltern Druck schnell zu Heiraten und Kinder zu bekommen. Der Druck war Ende 2019 und 2020 enorm. Bereits im Herbst 2019 hatte ich meine Freundin gebeten mich in Ihren Eltern in Japan vorzustellen um im Winter zu Heiraten, zu diesem Zeitpunkt war meine Freundin (später Frau) dazu noch nicht bereit, was mich zusätzlich belastete. Ab November waren es 1-2 mal in der Woche alleine einen Joint.

Letztendlich beschlossen wir im März 2020 nach Japan zu fliegen um mich ihren Eltern vorzustellen um im Sommer 2020 zu heiraten. Dann ist Corona ausgebrochen, der Lockdown und Kontaktbeschränkung wurde beschlossen. Die Reise musste abgebrochen werden.

Des Weiteren blieb die versprochene Lohnerhöhung und Beförderung trotz erfolgreicher Beseitigung aller Feststellungen aus. Die Enttäuschung war gross und ich war gefrustet. Der Konsum erhöhte sich im März auf 2-3mal in der Woche alleine einen Joint.

Am 10.Mai ist meine Oma gestorben, der ich Enkelkinder versprochen hatte, da ich mit Abstand das älteste Enkelkind war. Aufgrund der Corona Situation konnte ich nicht mal zu Ihrer Beerdigung. In dieser Zeit habe ich mich oft mit meiner Freundin und meinen Eltern gestritten und Schuldvorwürfe gemacht. Die Trauer, der Frust von der Arbeit, die Kontaktbeschränkung, Home Office und der Lockdown führten dazu dass ich kein ausgeglichenes Leben hatte. Der Sport, Fussball, Schwimmen, Treffen mir Freunden wurde untersagt. Und mein Konsum erhöhte sich auf 4mal in der Woche alleine 1-2 Joints.

Im November 2020 hatten wir beschlossen eine Auszeit zu nehmen und meine Freundin ist für 5-6Monate nach Japan geflogen. Ab diesem Zeitpunkt konsumiere ich 5mal in der Woche alleine 2-3 Joints.

Auch hier, das meiste passt nicht in diese Frage, einen Teil kannst du zum Thema Konsumpausen packen und als äußere Konsummotiv verwenden, aber vieles ist einfach überflüssig für Frage 3.
 

Hans64

Stamm-User
Insgesamt hast jedoch viel erarbeitet, ich finde den FB wenn ich ihn so überfliege ganz ok.
Paar Dinge sind mir noch aufgefallen, aber ich habe nicht die Zeit alles durch zu gehen.
Ich melde mich Sonntag Abend wieder.
Bis dahin, LG
 

Udo11

Benutzer
Vielen vielen Dank für das Feedback!!

Bzgl F3: Beim erneuten Durchlesen habe ich mir das auch schon gedacht, ob bei der Frage lediglich eine Auflistung erforderlich ist. Bei der Erstellung habe ich hier bewusst meine Konsumhistorie und die Hintergründe zusammengefasst. Wieso es zum Konsum bzw. Steigerung gekommen ist. Falls der Gutachter nur nach der Historie fragt, werde ich nur das Jahr und die Menge aufzählen ohne Hintergründe. Des Weiteren werde ich den Fragebogen am Montag aktualisieren.


Zum Kokain: Ja der schnelltest war positiv. Der Bluttest negativ. (Keine Werte und Restwerte(?))

Im Gutachten wird erwähnt dass der positive polizeiliche Vortest auf Kokain durch die Blutuntersuchung nicht bestätigt wurde, ein aktueller Konsum lag nicht vor.

Im Schreiben (OWI) steht drin, dass ich das Kfz unter Wirkung des berauschenden Mittels (THC) geführt habe. (2Punkte, 1Monat Fahrverbot und €500 Geldbusse)

Im Polizeibericht steht drin, dass der Urintest positiv auf Kokain und THC reagiert hat. Das toxilogische Gutachten ergab, dass die Einnahme von Cannabisprodukten zutreffend gewesen ist. Die Einnahme von Kokain wurde durch das Gutachten nicht bestätigt.
 

Hans64

Stamm-User
Des Weiteren werde ich den Fragebogen am Montag aktualisieren.

Dann benutze bitte den Fragebogen aus dem Forum.
Deiner weicht ein wenig ab, fiel mir auf.


 

Hans64

Stamm-User
Im Polizeibericht steht drin, dass der Urintest positiv auf Kokain und THC reagiert hat. Das toxilogische Gutachten ergab, dass die Einnahme von Cannabisprodukten zutreffend gewesen ist. Die Einnahme von Kokain wurde durch das Gutachten nicht bestätigt.

OK, blöde Situation.
Den eigentlich sind ja die Blutwerte ausschlaggebend und in deiner Fragestellung der Fsst wird das Kokain auch nicht erwähnt.
Aber ja, gut möglich das der GA dich darauf ansprechen wird, deswegen bereitest dich darauf vor,vermute ich mal.
Das vertrakte ist halt, das einmaliger Konsum immer schwierig ist zu erklären.
Da musst du dich darauf einstellen das du genau darstellen musst, das es der erste Probierkonsum war.
Ich hatte ebenfalls Probierkonsum bei xtc dargestellt, und war froh dass ich gut vorbereitet war um das glaubwürdig und Widerspruchsfrei rüber zu bringen.

In wie weit es von der Strategie besser ist, es freiwillig zu erzählen oder abzuwarten ob der GA es auf dem Plan ruft, kann ich dir ehrlich gesagt nicht sagen...vielleicht weiß @Nancy an dieser Stelle Rat?
 

Udo11

Benutzer
Genau das bereitet mir grosse Kopfschmerzen..
Wie ich das genau mit dem Kokain darstellen soll.

In Wirklichkeit war es so, dass mein Dealer mir kein Rückgeld (5€ oder 10€) rausgeben konnte. Er hatte auch kein Gras mehr gehabt und wäre dann eine längere Zeit im Urlaub gewesen. Daraufhin hatte er mir angeboten eine Linie zu legen. Ich hätte auf das Rückgeld erstmal verzichten können, aber aus Neugierde hab ich dann gezogen, ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Das war nichts für mich. In der nacht habe ich 1-2 Joints geraucht „um runter zu kommen“, somit auch Mischkonsum betrieben..

Ich gehe stark davon aus, dass der Gutachter nicht begeistert sein wird ?

Hans kannst du dich erinnern wie du den xtc Probierkonsum geschildert hattest?
 

Udo11

Benutzer
1. Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?
In der Schulzeit, in der 9.Klasse mit 15Jahren. Auf einer Gartenparty hatten Mädchen aus der Klasse die ganze Zeit auf der Couch gesessen und stundenlang nichts gesagt. Ich habe später erfahren, dass sie Hanfkekse gebacken und gegessen haben.

2. Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
Es war auf der Abschlussklassenfahrt in Budapest nach der 10. Klasse im Alter von 16Jahren. (Sommer 2000). Eine Schulklasse aus den Niederlanden war mit uns in der gleichen Jugendherberge. Wir haben uns mit einigen Schülern gut verstanden und ein Junge hatte einen Joint in der Runde weitergegeben. Ich habe 1-2mal gezogen. Ausser dass ich stark husten musste, hatte ich nichts gespürt bzw konnte nicht genau die Auswirkung einschätzen.

3. Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)
2004 Frühling nach der letzten Klausur (Vordiplom) haben wir uns bei einem Kommilitonen getroffen. Einer aus der Gruppe hatte Marihuanna dabei und hat an dem Abend einen Joints gedreht. Ich hatte 4-5 Züge gezogen.
Im selben Jahr haben wir uns im Spätsommer in der Vorlesungsfreien Zeit zum Grillen getroffen. Da hatte einer aus der Gruppe einen Joint und ich habe 4-5 Züge genommen.

Ende 2006 nach dem ersten Durchfallen einer Klausur hatte ich mit einem Kommilitonen zu zweit einen Joint bei ihm zu Hause geraucht.

Im Jahr 2007 hatte ich alle zwei Monate habe ich mit ihm einen joint geraucht.

Im Jahr 2008 konsumierte alleine 1-2 Joints im Monat.

(Ende 2008 bis Ende 2009 keine Drogen konsumiert)

Ende 2009 bis Mitte 2011 hatte ich alle 3 Monate einen Joint alleine geraucht.

Mitte 2011 bis 2019 keine Drogen konsumiert.

Im Oktober 2019 hatte ich alle 2 Wochen alleine einen Joint konsumiert.

Ab November 2019 waren es 1-2 mal in der Woche alleine einen Joint.

Der Konsum erhöhte sich im März 2020 auf 2-3mal in der Woche alleine einen Joint.

Im Mai 2020 erhöhte sich mein Konsum auf 4mal in der Woche alleine 1-2 Joints.

Ab November 2020 bis zur Auffälligkeit im März 2021 konsumierte ich 4mal in der Woche alleine 2-3 Joints.

4. Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?

Nein.

5. Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
2-3 mal im Jahr , 1-2 Radler (0,33l) auf Geburtstagen oder ein Glas Sekt.

6. Sonstige Suchtmitteleinnahme?
7-8 Zigaretten am Tag

Probierkonsum Kokain, Ende Februar 2021

7. Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
Rückblickend stellte ich bei meinem gelegentlichen Konsum zwischen 2004 bis 2007 und 2009 -2011 keine negativen Folgen fest.

2008 hatte ich mein Studium vernachlässigt, wurde faul und träge.
Als ich ab 2019 bis 2021 häufiger konsumierte, fühlte ich mich motivations- und antriebslos. Ich hatte Schwierigkeiten Aufzustehen und aus dem Bett zu kommen. Ich hatte öfters Sachen vergessen, mir ist sehr schwer gefallen mich zu konzentrieren und hatte meine ToDos nicht mehr abgearbeitet. Nach der Aufhebung des Lockdowns hatte ich meine Hobbys und Freunde vernachlässigt. Durch die späteren Gespräche mit meiner Freundin(Frau), erkannte ich, dass ich nicht mehr gesprächig und überwiegend demotiviert war. Ich hatte meinen Fokus verloren mich weiterzuentwickeln, auf der Arbeit sowie auch menschlich. Gesundheitlich hatte ich keine Probleme ausser dass ich abgenommen hatte.

8. Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
Ja, ich hatte trotz negativer Folgen weiter konsumiert. Ich hatte den Konsum verharmlost und mir eingebildet dass ich alles unter Kontrolle habe. Ich hatte die die Veränderungen nicht wirklich wahrgenommen und mir auch keine Gedanken gemacht. Durch das Konsumieren wollte ich die Probleme vergessen und verdrängen.

9. Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
18ng/ml THC und 160ng/ml THC COOH

10. Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
In der Woche hatte ich an 4Tagen jeweils 2-3Joints geraucht.

11. Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
An dem Tag der Auffälligkeit hatte ich 2Joints geraucht.

12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
Ich war an diesem Tag im Home Office. Nach einem Telefonat mit meiner Freundin, wollte ich den Kopf frei kriegen, da das Gespräch nicht positiv verlief. Sie teilte mir mit, dass Sie noch mehr Zeit benötigt (Auszeit)

13. Wie sind Sie auffällig geworden?
Ich bin über die Wege für Anlieger im Feld gefahren. Die Polizei ist mir hinterher gefahren um zu überprüfen ob ich in der Liegenschaft wohne und hat mich vor der Haustür kontrolliert. Ich habe die Fragen nervös beantwortet und der Schnelltest war positiv.

Nur für die, die im Straßenverkehr ermittelt wurden(auch Parkplatz):

14. Was war der Zweck der Fahrt?
Mein Home Office Notebook musste für ein Update in der Firma abgegeben werden.

15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?
Gesamtstrecke 12,4km (Hin und Zurück)

16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?
Unter der Berücksichtigung dass man bis zu 72Stunden nach dem letzten Konsum von Cannabis noch unter Einfluss dieser Droge steht und ich mir nicht wirklich bewusst war, schätze ich über 200mal unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs gewesen zu sein (November 2019-März2020 (5 Monate: 21Tage x 5= 105Fahrten) und März2020-März2021 (12Monate: 8Tage x 12 = 96Fahrten)

17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
Rückblickend gesehen, hatte ich gar keinen Konflikt und konnte ihn auch nicht lösen. Ich habe mir vorher über das Fahren unter THC Einfluss keine Gedanken gemacht. Ich war der Meinung, dass ich in der Lage sei ein Fahrzeug zu führen. Ich war nicht richtig über die Wirkung von Cannabis und Konsequenzen aufgeklärt. Heute weiss ich, dass es ein grosser Irrtum war. Ich hatte mich in eine grosse Gefahr gesetzt und stellte noch eine größere Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer dar.

18. Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
(Beschreibung bitte für die zutreffende Substanz)

Durch den Konsum von Cannabis verändert sich die Wahrnehmung. Die Reaktionszeit verlängert sich und die Augen sind empfindlicher gegenüber hellen Licht. Die Einschätzung der Entfernung und Geschwindigkeit leider darunter. Das führt wiederum zu einer erhöhten Unfallgefahr, somit stellt man für sich und vor allem für andere Verkehrsteilnehmer eine extreme Gefahr dar.

19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?
Nach dem Konsum von Cannabis steht man bis zu 72Stunden unter Einfluss dieser Droge. Das ist aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängt von der körperlichen Verfassung und Konsummenge ab.

Kokain steht man bis ca. 24 Stunden unter Einfluss, in Ausnahmefällen auch länger. Amphetamine bewirken die Freisetzung körpereigener Botenstoffe (Noradrenalin).

20. Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
Der tägliche Konsum kann ich eine Abhängigkeit führen. Ausserdem kann er zum Konsum von härteren Drogen führen. Des Weiteren läuft man in Gefahr, dass die Persönlichkeit sich verändert, die Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis nachlässt. Auch besteht die Gefahr in eine Psychose oder Depression zu fallen.

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Warum ist es passiert?

21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?
Mit meinen asiatischen Wurzeln bin ich sehr streng und konservativ erzogen worden. Schon in der Schulzeit verspürte ich viel Druck. Dieser Druck zog sich während des Studiums durch und belastete mich auch im späteren Leben insbesondere im Bezug auf das Heiraten.

Am Anfang der Studienzeit im Jahr 2004 war es Neugierde und ich wollte dazugehören. 2006 bis Mitte 2008, in der Mittel-und Endphase des Studiums war es der Unistress, das Durchfallen von Klausuren. Ich wollte durch den Konsum abschalten.

Im Herbst 2019 spielte der Heiratsdruck meiner Eltern, und dass mich meine Freundin noch nicht Ihren Eltern vorstellen wollte, eine grosse Rolle. Hinzukam der Stress auf der Arbeit in Verbindung mit dem Wechsel in eine neue Abteilung im Oktober 2019.

Die Enttäuschung von meinem Arbeitgeber, die durch das nicht Einhalten einer Lohnerhöhung und Beförderung trotz erfolgreicher Arbeitsleistung, verursacht wurden. (Februar/März 2020)

Durch den Konsum wollte ich die Unzufriedenheit vergessen und mich beruhigen, mich auf andere Gedanken bringen.

Die Kontaktbeschränkung und das Home Office im März 2020 führten dazu, dass ich soziale Kontakte nicht mehr pflegte. Die abgesagte Reise in die Heimat für das Vorstellen bei den Schwiegereltern und die zeitlich verschobene Hochzeitsvorbereitung, belasteten mich sehr und verstärkten den Konsum.

Am 10.Mai ist meine Oma gestorben, der ich Ur-Enkelkinder versprochen hatte, da ich mit Abstand das älteste Enkelkind war. Aufgrund der Corona Situation konnte ich nicht mal zu Ihrer Beerdigung. In dieser Zeit habe ich mich oft mit meiner Freundin und meinen Eltern gestritten und Schuldvorwürfe gemacht. Die Trauer, der Frust von der Arbeit, die Kontaktbeschränkung, Home Office und der Lockdown führten dazu dass ich kein ausgeglichenes Leben hatte. Der Sport, Fussball, Schwimmen, Treffen mit Freunden wurde untersagt.

Letztendlich folgte im November 2020 die zwischenzeitliche 6-monatige Auszeit mit meiner Freundin. Die Ereignisse hatte mich sehr mitgenommen.

Anstatt mich mit meinen Eltern und Verlobten auszutauschen, häufte sich der Drogenkonsum. Ich war nicht bereit über mein Verhalten und über die Situation/die Geschehnisse nachzudenken und konsumierte weiter.

22. Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
Meine Eltern waren schockiert und meine Freundin hatte wenig Verständnis. Nach vielen offenen Gesprächen stand meine Freundin(Frau) mir zur Seite und hat mich sehr unterstützt. Meine engen Freunde hatten sich gewundert, warum ich mich so zurück gezogen hatte und waren ebenfalls überrascht.

23. Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?
Die Enttäuschung von meinem Arbeitgeber. Der Tod von meiner Oma, die Kontaktbeschränkung und die Auszeit mit meiner Verlobten. Ich habe mich alleine gefühlt und mich immer mehr zurückgezogen. Rückblickend gesehen, entwickelte sich mein Konsumverhalten von einem gelegentlichen Konsumieren bis zur Regelmässigkeit und führte zum ein Missbrauch von Drogen mit einer grossen Gefahr in die Abhängigkeit zu geraten.

24. Haben Sie sich an Jemand um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden?
(Warum, wann, wer?)

Nach der Auffälligkeit hatte ich mich zunächst mit mir selber und meinem Konsum auseinandergesetzt. Ich hatte mich fest entschlossen aufzuhören und hatte mich um Hilfe bei meinem Freund, der vom Beruf Pastor. Mein Freund betreut bedürftige Menschen, die obdachlos sind und Drogen konsumieren. Er hat auch eine anonyme Gruppe an der ich 3Monate teilgenommen hatte. Aber vor allem durch persönliche Gespräche mit ihm hatten mir sehr geholfen. Des Weiteren hatte ich viel Zeit mit meiner Frau verbracht und alles offen gelegt. Sie hat kein Drogen nicht toleriert und hat mich in meiner Abstinent sehr unterstützt. Auch über das Internet hatte ich mich informiert und much mit anderen Gleichgesinnten ausgetauscht.

25. Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
Nein.

26. Hatten sie Konsumpausen/spitzen?
Warum? Wann?

2020 war der Höhepunkt meines Konsum von Cannabis. Ich hatte mit dem Abschalten von der Arbeit Probleme. Die Enttäuschung von meinem Arbeitgeber. Der Lookdown und die Kontaktbeschränkung. Die Trauer um den Tod meiner Oma. Der Frust aufgrund der verschobenen Hochzeit und die Auszeit mit meiner Verlobten.

Konsumpausen gab es ebenfalls.

Ende 2008 bis Ende 2009, ich hatte mich wieder auf Studium konzentriert und wollte meinen Abschluss nicht riskieren.

Von 2011 bis Herbst 2019, ich hatte angefangen zu arbeiten, war sportlich sehr aktiv und hatte meine jetzige Frau kennengerlernt.

27. Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?
Ich selbst war das Problem, anstatt über Möglichkeiten nachzudenken wie ich abschalten kann und mich mit meinem Konsum auseinander zu setzen, hatte ich lieber einen Joint geraucht. Die Trauer und der Frust war für den Moment durch das Konsumieren vergessen, aber dadurch hatten sich die Probleme nicht gelöst. Im Gegenteil dadurch hat sich mir der Zeit der Konsum gesteigert und mein Verhalten sich geändert. Ich suchte die Schuld bei anderen und wollte andere verantwortlich machen. Das war mir nicht bewusst und damals wollte ich das nicht einsehen.

28. Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?
Ja, jeder der Drogen nimmt ist gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten. Da ich Drogen konsumiert hatte, war ich auch gefährdet in eine Abhängigkeit zu geraten.

29. Waren sie drogenabhängig?
Nein.
 

Udo11

Benutzer
Wieso passiert das nicht wieder?

30. Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?
Ja, wenn ich nein zu Drogen gesagt hätte und mich mehr mit dem Thema Drogen und den Folgen auseinandergesetzt hätte. Ich hätte mich mit den Ursachen und Gründe intensiver nachdenken und beschäftigen müssen. Über andere Möglichkeiten zum Abschalten und Problembewältigung Gedanken machen müssen. Ich hätte meine Drogenproblematik frühzeitig erkennen müssen und mir ernsthafte Gedanken darüber machen müssen und mich an Hilfe wenden sollen.

31. Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?
Aufgrund dem was ich erlebt hatte. Die Polizeikontrolle vor meiner Haustür, die Urinprobe mitten auf der Strasse in der Nachbarschaft, die Enttäuschung meiner Freundin und Familie. Ich habe die Gefahr erkannt, dass ein gelegentlicher Konsum sich schnell in einen regelmäßigen Konsum entwickeln kann. Die letztendlich fallen gelassene Strafanzeige in Verbindung mit einem Eintrag ins Führungszeugnis würden mir den weiteren Aufstieg in meinem Berufsleben negativ beeinträchtigen. Seitdem ich abstinent bin, führe ich ein ausgeglichenes glückliches Leben und bin selbstbewusst Probleme oder schwierige Lebenssituationen meistern zu können. Mittlerweile habe ich einen neuen Geschäftsführer der meine Leistung anerkannt, mich belohnt und befördert hat. Mein Arbeitgeber fördert mich weiterhin damit ich in Zukunft eine höhere Führungsposition einnehmen kann. Ich besuche Seminare und bilde weiter fort. Um dieses Ziel erfolgreich zu verfolgen, bin ich im Klaren, dass eine strikte Abstinenz neben Fleiss und gesundem Ehrgeiz die Grundvoraussetzung ist. Ich habe mich mit meinen Eltern ausgesprochen. Sie haben sich für den Druck und hohe Erwartungen entschuldigt, mir gesagt dass sie mich lieben und dass es Ihnen leid tut, dass es Ihre Art und Weise war Liebe zu zeigen und die konservative Tradition aufrecht erhalten wollten, weil sie es nicht anders erfahren hatten und dass Sie immer nur das Beste für mich wollten. Zwischenzeitlich ist meine Frau im vierten Monat schwanger. Ich möchte in Zukunft ein Vorbild für mein Kind sein. Ich kann immer mehr meine Eltern nachvollziehen, jedoch werde ich meinem Kind versuchen nicht so Druck auszuüben. Rückblickend bin ich froh an dem Tag auffällig geworden zu sein.

32. Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)
Der Knackpunkt war die Auffälligkeit durch die Verkehrskontrolle und das Schreiben von der Fsst und Gericht. Bei der Kontrolle habe ich mich geschämt. Es war auch im Laufe des Prozess der Aufarbeitung, als ich mich mit meinem Verhalten und Drogenkonsum befasste. Es ist mir bewusst geworden, dass ich durch den Konsum von Drogen mich selbst geschädigt hatte insbesondere im Bezug zu meiner Beziehung mit meiner Verlobten, einen gravierenden Karriereknick riskiert hatte und vor allem andere Verkehrsteilnehmer hätte schädigen können.


33. Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht für gelegentlicher Konsum in Betracht?
Ich habe selbst erlebt wie aus dem gelegentlichen Konsum ein regelmäßiger Konsum bis zum Missbrauch werden kann. Einem ist das in dem Moment nicht bewusst und möchte es auch nicht wahrhaben, dass sich das Verhalten und Charakter verändert hat. Ich möchte mich und andere Verkehrsteilnehmer nicht in Gefahr bringen und durch das Konsumieren von Drogen die Beziehung mit meiner Familie und meine Karriere nicht aufs Spiel setzen.


34. Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?
Ich hatte 2-3 Wochen Schwierigkeiten mit dem Einschlafen. Ich bin auch öfters in der Nacht aufgewacht und habe viel geschwitzt. Ab der vierten Woche ging es immer besser. Ich hatte zuvor Gewicht verloren durch meine Appetitlosigkeit. Nach der Umstellung hatte ich wieder angefangen mich gesund zu ernähren, viel Sport gemacht und an Gewicht zugenommen. Ich habe mir für zu Hause einen Hometrainer (Hantelbank, Gewichte, Yogamatte und Fahrrad) geholt. Da meine Frau sich schon immer einen Hund gewünscht hatte und Sie nicht mehr arbeitstätig ist, haben wir uns vor einem Jahr einen Hund gekauft, der mich / uns sehr beschäftigt.


35. Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
Meine Frau hat mir sehr geholfen. Sie ist meine Vertrauensperson, die immer für mich da ist. Viele Gespräche mit meinem langjährigen Freund (Pastor). Er hat mich stark unterstützt.

36. Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?
Mein Umfeld reagierte positiv auf die Umstellung. Ich habe viele tiefe Gespräche mit meiner Frau und meinem Freund geführt. Ich habe mich auch mit meinen Eltern ausgesprochen und wir vertragen uns gut.

37. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?
Nein.

38. Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?
Nein.

39. Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?
Ich vermeide den Kontakt mit Drogen und deren Konsumenten. Ich verharmlose das Konsumieren von Drogen nicht mehr, das habe ich durch meine Aufarbeitung gelernt und verinnerlicht. Was mir Wiederfahren ist, möchte ich nicht mehr erleben. Mir ist bewusst geworden ein gelegentlicher Konsum zur Regelmäßigkeit führen kann. Ich setze mich auch im Berufsleben und Privatleben nicht mehr stark unter Druck. Ich habe gelernt, Probleme mit Ruhe und Geduld konstruktiv anzugehen und Gegebenheiten so anzunehmen wie sie sind. Vor allem Probleme nicht aus dem Weg zu gehen und sie zu lösen, statt sie mit Konsumieren von Drogen verdrängen. Ich bin mir bewusst geworden, dass ich mich glücklich schätzen kann. Es werden Dinge im Leben passieren, die nicht vorhersehbar sind und Faktoren die ich nicht beeinflussen kann. Ich habe verinnerlicht Entscheidungen und Gegebenheiten so zu akzeptieren und an mir weiter zu arbeiten um meine Ziele zu erreichen. Durch ehrliche Kommunikation und Nachdenken über die Ursachen. Des Weiteren schalte ich mit Musik, Sport ab und verbringe viel Zeit mit meiner Frau und meinem Hund.

40. Haben Sie zu Hause Cannabis?
Nein.

41. Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
Indem ich weiterhin strikt abstinent bleibe und mich mit Problemen und Konflikte auseinander setze. Und mich nicht mehr mit Betäuben von Drogen diese zu verdrängen um sie zu vergessen. Ich werde den Umgang mit illegalen Drogen und deren Konsumenten stets meiden.

42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?
Theoretisch schliesse ich einen Rückfall für mich aus. Ich habe mich intensiv mit mir selbst, meinem Verhalten und den Ursachen auseinander gesetzt und erkannt, dass Drogen keine Lösung für meine Probleme darstellen. Ich hatte dadurch die Probleme ignoriert und mich in größere Schwierigkeiten gebracht. Durch die Aufarbeitung habe ich gelernt die Vorwarnungen und Anzeichen zu erkennen. Falls ich jedoch unerwartet in eine Situation kommen sollte, die mich potenziell rückfällig werden lässt, werde ich mich direkt an meine Frau und meinem Freund wenden. Bei einem Trauerfall, weiss ich, dass ich Hilfe beim Psychologen oder Therapeuten für die Trauerbewältigung ersuchen kann.

43. Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?
Ich trinke ungefähr 3-4 mal zu besonderen Anlässen nur in kleinen Mengen wie 1-2 Radler (0,33l) oder ein Glas Sekt
 

Hans64

Stamm-User
Hans kannst du dich erinnern wie du den xtc Probierkonsum geschildert hattest?

In meinem Thread kannst du alles nachlesen, auch wie der GA es dokumentiert hat.


Wenn noch Fragen diesbezüglich hast, dann geh ich gerne noch näher darauf ein...den wie das Gespräch tatsächlich verläuft ist nochmal anders als es im FB steht und dann im Gutachten.
Heute Abend habe ich mehr Zeit.
 

Hans64

Stamm-User
In der nacht habe ich 1-2 Joints geraucht „um runter zu kommen“, somit auch Mischkonsum betrieben..

Ich gehe stark davon aus, dass der Gutachter nicht begeistert sein wird ?

Nein, begeistert wird er bestimmt nicht sein, den das "runterrauchen" nach einer "Upperdroge" ist klassischer bzw routinemäßiger Mischkonsum das viele betreiben/betrieben (einschließlich mir selbst) und dann ist das mit dem Probierkonsum dahin, das glaubt dir kein GA der Welt.
Das würde ich keinenfalls erwähnen, sowie auch die Story mit dem Wechselgeld...

Wenn es im Gespräch erwähnt wird dann wurde es dir angeboten, du hast probiert weil du warst neugierig, wolltest zu der Gruppe dazugehörigen o.s.ä.
 

Udo11

Benutzer
Upps, da ist mir ein Fehler passiert.
Du hast ja noch keine Fragestellung...sorry, da habe ich dich verwechselt. Peinlich.
Ja, ich habe am 30.09 einen Termin bei der Fsst für den Neuantrag. Erhalte ich auch ein Schreiben mit der Fragestellung bevor ich zur MPU gehe?

Ich habe mir deinen Thread durchgelesen, erstmal Herzlichen Glückwunsch zum Bestehen der MPU!

Eine Frage durftest du den Kalender (Konsum-Historie) zum MPU Gespräch mitnehmen? Sprich beim Erzählen auf den Kalender zurückgreifen?

Natürlich werde ich mir die Jahre und Menge verinnerlichen, falls ich jedoch einen Blackout bekommen sollte, frage ich mich ob man seine Dokumentation bzgl der Konsumhistorie als Hilfe benutzen darf.
 

Hans64

Stamm-User
Eine Frage durftest du den Kalender (Konsum-Historie) zum MPU Gespräch mitnehmen? Sprich beim Erzählen auf den Kalender zurückgreifen?

Ja, durfte ich.
Bei #40 habe ich das beschrieben.
War aber situationsbedingt bei mir.
Hab auch an anderer Stelle gelesen, daß so manch einer vor dem psychologischem Gespräch gefragt hat ob er seine Notizen benutzen darf, falls man einen Blackout hat.
Ich denke mir mal, das zu einer gut umfassenden Vorbereitung es ganz normal ist, das man Notizen bei sich hat und zeigt dem GA auch, daß man sich vorbereitet hat.
 

Hans64

Stamm-User
Ja, ich habe am 30.09 einen Termin bei der Fsst für den Neuantrag. Erhalte ich auch ein Schreiben mit der Fragestellung bevor ich zur MPU gehe?

Ja...das du diese Frage stellst, zeigt das du noch nicht ganz so wirklich informiert bist, also mehr im Forum lesen ;)

Es läuft so ab:

-Du stellst einen Antrag auf Wiedererteilung des Führerschein (Passfoto, Erste Hilfe Bescheinigung, Sehtest und Führungszeugnis erforderlich, bei C1 und C1E noch Augenarzt und Ärztliche Untersuchung)

- dann sendet dir die Fsst ein Schreiben mit einer Aufforderung zur MPU und der Fragestellung. (Tip: Sobald du die Fragestellung hast würde ich empfehlen dir nochmal gegen kleines Entgelt dir eine weitere Kopie der FsAkte anzufordern, da diese jetzt auf dem aktuellen Stand ist; sollte sich nämlich was geändert haben bist du jetzt auf der sicheren Seite ;) )
Zusätzlich ist ein Formular in zweifacher Ausführung mit drin, welches MPI du beauftragen möchtest.
Eines schickst du zum deinen gewählten MPI und eines zu der Fsst zurück.

- Die Führerscheinstelle wird nun deine FSAkte an deine MPI senden und das MPI dir eine Rechnung.
Wenn du die Rechnung beglichen hast bekommst du deinen Termin.
 

Udo11

Benutzer
Sorry : (

Ich hätte mich noch besser im Forum informieren sollen. Mein Fokus lag in der Bearbeitung des FB, lieben dank für die Beantwortung!

Und nochmal Entschuldigung für die Umstände, danke für Dein Verständnis!! Ich lese mich jetzt im Forum durch und mache mich schlau über den genauen Ablauf und dem weiteren Prozess.
 

Hans64

Stamm-User
Und nochmal Entschuldigung für die Umstände, danke für Dein Verständnis!! Ich lese mich jetzt im Forum durch und mache mich schlau

Hey, kein Ding, musst dich echt nicht entschuldigen ;)

Ich gebe mein bestes, auch wenn ich kein Profi bin...

Ja, wirklich viel lesen, das Forum ist ein Quell des Wissens, brutal.
Man kann sich damit so unheimlich viel Geld sparen zum einen und zum anderen sich sehr gut vorbereiten ohne von einem VP abhängig zu sein der letztendlich dir die wichtigsten Infos Häppchenweise serviert...und selbst da noch oft mit Mängel, wie man hier lesen kann.
Der Preis für das was du dir halt an Geld sparen tust, musst du auf der anderen Seite an Energie und Fleiß in die Waagschale legen...so habe ich zumindest meine Vorbereitungen mit diesem Forum hier empfunden.

Apropos Vorbereitung...die Fsst und das MPI setzen es voraus, daß du all deine Dokumente, Fristen, Auflagen usw alles selbst herausfindest.
Service oder Selbstverständlichkeiten brauchst du nicht zu erwarten.
Sie geben zwar (meist) Antworten auf deine Fragen, freundlich und formal kommunizieren hilft ungemein, aber im allgemeinen wollen die sehen das du dich um alles selbst bemühst, das du dein Leben wieder im Griff hast, um es einfach auszudrücken.

Jetzt schau ich mir deinen neuen FB mal an...
 
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