TF Fahrrad 2,1 Promille

Marius 2

Neuer Benutzer
Hallo zusammen,

im Mai letzten Jahres hatte ich eine TF in Berlin mit dem Fahrrad. Ich bin dabei auf dem Gehweg gestürzt, was die Polizei beobachtet hat. Der BAK Wert lag mit 2,1 Promille erschreckend hoch. Ich trinke nicht regelmäßig, war aber eine Zeit lang gerne und lange am Wochenende feiern und an diesem Tag ist das ziemlich aus dem Ruder gelaufen. Ich will hier nichts beschönigen und mir ist absolut klar, dass so ein Wert nicht "normal" ist und ich war selber sehr erschrocken darüber. Ich lasse es seitdem ruhiger angehen, verzichte aber nicht komplett auf Alkohol. Der Strafbefehl ist Ende Dezember 2020 in Kraft getreten. Ich bin zwar nicht auf meinen Führerschein dringend angewiesen, besitze auch kein Auto etc., dennoch würde ich ihn ungern zu lange abgeben müssen. Meine Frage ist, wann ich mit Post von der Führerscheinstelle rechnen kann und inwieweit es sinnvoll ist, bereits jetzt mit den Abstinenznachweisen und ggf. einer verkehrspsychologischen Beratung zu beginnen? Dumm gefragt, wie kann ich herausfinden, ob und in welcher Form ich eine MPU machen muss und wie ist sichergestellt, dass das dann schon "zählt", wenn ich damit bereits anfange, ohne Post von der Führerscheinstelle bekommen zu haben?

Vielen Dank!


FB Alkohol

Zur Person
Geschlecht: männlich
Größe: 1,70 m
Gewicht: 70g
Alter: 31

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 05.05.2020
BAK: 2,1 ‰
Trinkbeginn: 15 Uhr
Trinkende: 21 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 22:00 Uhr

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: Nein
Strafbefehl schon bekommen: Ja (Ende Dez. 2020 in Kraft getreten)
Dauer der Sperrfrist: keine

Führerschein
Hab ich noch: Ja
Hab ich abgegeben: Nein
Hab ich neu beantragt: Nein
Habe noch keinen gemacht: Nein

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Nein
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: Nein
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): Nicht bekannt

Bundesland: Berlin


Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: Ja. 2-3 Mal pro Monat, Glas Wein zum Essen, zu Anlässen wie Geburtstagen etc.
Ich lebe abstinent seit: nein

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: nein
Urinscreening ja/nein: nein
Keinen Plan?:

Leberwerte ja/nein seit wann, wie viele: Seit der TF keine Werte erhoben, beim Checkup etwa ein halbes Jahr vor der TF waren alle Werte gut

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: Ja - 6 Gespräche, es wurde kein Anzeichen für ein Suchtproblem festgestellt
Selbsthilfegruppe (SHG): Nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: Nein
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: Nein
Ambulante/stationäre Therapie: Nein
Keine Ahnung: -

MPU
Datum: Noch keine Nachricht erhalten
Welche Stelle (MPI): Berlin
Schon bezahlt?:
Schon eine MPU gehabt? Nein
Wer hat das Gutachten gesehen?: -
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: -

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: Nein
 
Servus @Marius 2,
DASS die MPU kommt, dessen kannst du dir gewiss sein.
Sobald die Aufforderung von der FSSt rausgeht, hast du eine Frist von 2-3 Monaten, um mit einem positiven Gutachten den Fahrerlaubnisentzug abzuwehren.
Für das Gutachten selbst musst du mindestens 6 Monate Verhaltensänderung glaubhaft machen (bei KT) bzw. nach weisen (bei AB). Da diese Zeiten deutlich länger sind als die Frist, solltest du umgehend mit der Reduktion deines Konsums beginnen (bzw. hättest bereits sollen).
Dafür musst du nicht auf eine Einladumg warten.
Besonders wichtig ist jetzt die Wahl einer Strategie für die Zukunft : KT oder AB.
Ab 2 Promille verlangt KT zwar eine recht gründliche Aufarbeitung, ist jedoch keinesfalls per se unmöglich.
Sofern aufgrund deiner persönlichen Situation nichts gegen KT spricht (das ließe sich anhand des großen Fragebogens grob abschätzen), solltest du eine Strategie wählen, die du glaubwürdig vertreten kannst.
 

Alyx

Benutzer
Moin @Marius 2 .

die MPU kommt, das ist sicher. Bei 2,1 BAK wirst du es vorn vornerein schwer haben, dessen musst du dir bewusst sein. KT würde ich persönlich völlig streichen, das wird sonst ein Glücksspiel (nicht zu deinen Gunsten) und kostet dich am Ende viel mehr Geld, Zeit und Nerven, als wenn du eine saubere, mindestens 12-Monatige AB-Zeit nachweisen kannst und sowie einige VP-Stunden nimmst. Sei dir im Klaren dass die MPU wie ein Zweitstudium sich anfühlen kann, bei dem du über dich, deine innersten Motive, psychologische Entwicklung und Alkoholwissen lernen musst und dann dieses ganze Wissen in eine Form bringen, die es dir erlaubt mind. 30 min frei darüber zu sprechen.

Verzichte auf die MPU und gib deinen FS freiwillig ab und nutze dann die Zeit bis zum Antrag auf Neuerteilung um die Nachweise zu sammeln und dich vorzubereiten. Das ist der beste, nachhaltigste Tipp den ich dir geben kann, denn ich selbst habe damals diese Fehler alle selbst gemacht und es auf die harte Tour gelernt.

Aber zunächst lade mal deinen FB hoch, dann können wir es dir noch viel genauer sagen ;)
 

Andi18

Erfahrener Benutzer
Sorry Alyx, ich halte jetzt diese pauschale Darstellung mit notwendiger Strategie von AB12 für recht überzogen. Der Großteil hier kommt mit KT durch in dieser Größenordnung und stimme da den Ausführungen von Radion sehr zu.

Marius sollte versuchen den FS-Entzug abzuwehren. Nachdem er "leider" seit Mai i.d. Form die Zeit nicht für AN's genutzt hat, bleibt vermutlich nur mehr KT übrig. Präventiv könntest eine HA erstellen, zum Beweis der letzten 3 Monate, kannst sowohl für KT und ggf. AB verwenden. Dann könntest auch ggf. mit AB 6 (Monate) antreten, abhängig Deiner Intention.

Grundsätzlich würde mich interessieren, warum Du eine Suchtberatungsstelle aufgesucht hattest und was bei diesen 6 Gesprächen rausgekommen ist, abgesehen von Suchtindizien. Wird da nichts in Richtung MPU angesprochen?
 

Marius 2

Neuer Benutzer
Hallo zusammen,
vielen dank für eure Rückmeldungen. Nur leider bin ich jetzt etwas verwirrt :D
Ich hatte die Suchtberatungsstelle aufgesucht, weil ich selber über mich erschrocken war, wie so ein hoher Wert zustande kommen kann und weil ich dieses Event schon als Auslöser genommen habe, mich selber zu reflektieren und mir die Frage gestellt habe, ob das mehr oder weniger "normales" Partyverhalten a la "er hat jetzt mal einen über den Durst getrunken" oder vielleicht doch etwas Schlimmeres dahinter steckt. Ich war mir sicher, dass ich kein Suchtproblem habe, was mir ja auch bestätigt wurde, dennoch wollte ich das mit jemandem besprechen und gemeinsam analysieren. Ich weiß auch, dass das nicht der Weisheits letzter Schluss ist und will mich darauf auch nicht ausruhen, ich bin nach wie vor über den hohen Wert entsetzt und will mich da auch noch besser kennenlernen, warum ich es so übertreiben musste. Ich bin prinzipiell bereit, ein Jahr (oder ggf. länger) komplett auf Alkohol zu verzichten. Es kommt ohnehin ganz regulär vor, dass ich Wochen oder Monate überhaupt gar nichts trinke und damit hätte ich kein großes Problem. Die KT Variante wäre mir natürlich auch trotzdem lieb. @Andi18: Meinst du, es wäre jetzt zu spät mit den Abstinenznachweisen anzufangen? Gibt es denn eine Vorgabe von der Führerscheinstelle oder kann man selber entschieden, ob Abstinenz, KT etc. in der Hoffnung, dass die gewählte Variante die Prüfer überzeugt? Ich dachte, dass man hier mit der Abstinenz die besten Chancen hat. Wenn ich persönlich die freie Wahl hätte, würde ich 6 Monate Abstinenz wählen, mich intensiv verkehrspsychologisch mit mir auseinandersetzen und anschließend KT. Aber die MPU ist vermutlich kein Wunschkonzert ;)
 

Andi18

Erfahrener Benutzer
Meinst du, es wäre jetzt zu spät mit den Abstinenznachweisen anzufangen?
Bei Dir ist als Fahrrad-Delinquent der Faktor Zeit das Problem. Wann sich die Fsst meldet mit Aufforderung zur MPU ist Glaskugelei. Diese setzen Dir dann eine Frist von üblicherweise 2-3 Monate. Dies kriegst vlt mit guten Gründen etwas hinaus verzögert.

Wenn Du hoffentlich genug Haarpracht hast, kannst sofort eine HA beauftragen, welche 3 Monate rückwirkend gilt (3cm). Deswegen meine dringende Empfehlung das sofort zu tun.
Wenn nicht bleibt prinzipiell nur ein Urin-Kontrollprogramm übrig. Dies beweist dann lediglich Abstinenz und nichts anderes.

Wenn Du zur MPU antrittst, mußt Dich entscheiden, ob KT oder AB. Behilflich der richtigen Strategie sind eben mehr oder weniger die VPs.
Mit AB brauchst zwingend den forensischen Beleg. Ob dann hierbei 6M reichen oder 12M liegt im Ermessen des GA. Lies hier mal nach.
Wenn mit KT antrittst, Deine Aufarbeitung zuviel Hinweise auf ein fortgeschrittenes Alkohol-Problem liefern und der GA dann glaubt, Du bist AB-Pflichtig, hast Zeit und Geld verloren.
Wenn ich persönlich die freie Wahl hätte, würde ich 6 Monate Abstinenz wählen, mich intensiv verkehrspsychologisch mit mir auseinandersetzen und anschließend KT. Aber die MPU ist vermutlich kein Wunschkonzert
Halte das für eine plausible Strategie. Denke nur an den Faktor Zeit.

Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: Ja. 2-3 Mal pro Monat, Glas Wein zum Essen, zu Anlässen wie Geburtstagen etc.
Sorry, aber diese Angabe entspricht nicht den Regeln des KT und bestätigt Deine favorisierte Strategie.
Um eine HA sofort durchzuführen hoffe ich allerdings, daß Du diese Konsumgewohnheit schon längstens abgelegt hast..
 

Marius 2

Neuer Benutzer
Alles klar, danke für die Infos! Das hatte ich vielleicht nicht so klar erwähnt: Für mich wäre es kein Problem, den Führerschein zeitweise abzugeben, das ist mir relativ egal, da ich max. 1-2 Mal pro Jahr Auto fahre und darauf auch verzichten kann. Wenn ich jetzt mal davon ausgehe, dass ich jetzt mit der Absinenz anfange, die Führerscheinstelle sich in 3 Monaten meldet und mir eine Frist von 3 Monatzen setzt, ich dann weitere 6 Monate die Nachweise sammle und dann die MPU mache, hätte ich vermutlich ca. ein halbes Jahr plus Bearbeitungszeit etc. - positives Gutachten vorausgesetzt" - meinen Führerschein entzogen bekommen. Kann man so in etwa rechnen oder spricht etwas gegen diese "Strategie"?
 
Dass sich die FSSt erst in 3 Monaten meldet, halte ich für sehr optimistisch.
Da du offenbar kein größeres Problem mit dem vorübergehenden Verlust der FE hast, allerdings doch eher zu KT tendierst, würde ich genau in diese Richtung gehen. Maximales Risiko ist dann der Verlust der Begutachtungsgebühren bei minimalem Zeitverlust.
Was hältst du von folgendem Vorgehen?
- ab sofort Konsum einstellen bei intensiver KT-Vorbereitung
- MPU (falls dort Haaranalyse als Bestätigung angeboten wird, hättest du sicher bestanden)
- bei Nichtbestehen umgehend Haaranalyse (3 Monate rückwirkend) bei gleichzeitigem Umschwenken auf AB12
Dein maximaler Zeitverlust wäre also die Zeit, bis due MPU-Aufforderung bei dir eintrudelt.
-Solltest du innerhalb der nächsten 3 Monate nichts von denen hören, kann man nochmal neu darüber nachdenken
Da eine HA, die nur KT bestätigt, nicht tauglich für einen Strategiewechsel ist, und selten verlangt wird, ist es eher finanzieller Verlust.
Aber alles steht und fällt halt mit dem großen FB.
 

Fuchs

Benutzer
Mir ist Ähnliches im August passiert. Strafbefehl gab es im Dezember. Und vor 10 Tagen erhielt ich die Aufforderung zur MPU.
Hab allerdings seit dem Unfall abstinent gelebt.
Also das Ding wird 100% kommen.
Mein Tipp: fang jetzt schon mal an. Ich hab knappe 3 Monate um den Schein vorzulegen und merke schon wie ich mich stresse.
 

Marius 2

Neuer Benutzer
Hallo zusammen,

ich habe nun Post vom LABO bekommen. Ich soll ein Gutachten innerhalb von 2 Monaten vorlegen, in dem folgende Fragen geklärt werden sollen:
  • ob zu erwarten ist, dass ich zukünftig ein Kfz unter Alkoholeinfluss führen werde
  • ob psycho-funktionale Beeinträchtigungen vorliegen, die das sichere Führen eines Kfz der Klassen AM+A1+A+B+L in Frage stellen
Von einem Abstinenznachweis oder dergleichen wird nichts geschrieben. Ich gehe aber einfach mal schwer davon aus, dass irgendetwas in der Richtung vorgelegt werden sollte. Da ich erst seit gut einem Monat komplett abstinent lebe, wird das schwierig, die Frist einzuhalten. Ich möchte jetzt folgendermaßen vorgehen:

- Den Führerschein gebe ich kostenfrei frewillig innerhalb der 2 Monate ab (dazu hat mir der Sachbearbeiter bei der LABO geraten, der relativ nett schien). Das wurde ja auch schon hier im Forum empfohlen und da ich den Führerschein nicht wirklich brauche, stört mich das auch nicht groß

- Ich habe einen Verkehrspsychologen aufgesucht. Nach einem längeren ersten Telefonat sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass die sinnvollste Strategie eine halbjährige Abstinenz durch Nachweis von zwei Haarproben wäre. Hier ist eben auch der Punkt, bei dem ich noch relativ unsicher bin. Ich habe mehrere Stellen angeschrieben und von "KT" bis "mindestens 12 Monate AB" war alles dabei. Gibt es da keine einheitlichen Richtlinien? Ich würde jetzt auf die 6 Monate erst einmal vertrauen und im Zweifel, wenn es dann bei der ersten Begutachtung (wegen der zu kurzen AB Zeit) nicht reicht, weitere 6 Monate dranhängen. Als Begutachtungsstelle hat mir der Psychologe die Avus GmbH hier in Berlin emfpohlen.

Was sind eure Meinungen dazu? Vielen Dank und viele Grüße aus Berlin!
 

Max

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Von einem Abstinenznachweis oder dergleichen wird nichts geschrieben.
Das entscheidet auch nicht die FSST, sondern deine Begutachtung.
Hier ist eben auch der Punkt, bei dem ich noch relativ unsicher bin. Ich habe mehrere Stellen angeschrieben und von "KT" bis "mindestens 12 Monate AB" war alles dabei. Gibt es da keine einheitlichen Richtlinien?
Es kann keine einheitlichen Richtlinien in diesem Punkt geben, da jeder seine eigenen Trinkmotive sowie Trinkverhaltensweise hat.
Um dir jetzt einen Rat zu geben, muss man deine Trinkmotive sowie Trinkentwicklung kennen ... erst dann kann man dir entsprechende Empfehlungen geben.

Dazu noch folgendes zur Orientierung ...

Abstinenzzeiträume sind in den Begutachtungsleitlinien definiert und festgeschrieben.

Unabhängig, wie der stattgehabte Alkoholkonsum bei gelebter Alkoholabstinenz bewertet wird, ergeben sich die unten aufgeführten verbindlichen Abstinenznachweise, die VOR der Begutachtung zu erbringen sind:

• Freiwilliger Alkoholverzicht mind. 6 Monate Alkoholabstinenz

• Notwendigkeit zum Alkoholverzicht mind. 12 Monate Alkoholabstinenz

• Alkoholabhängigkeit mind. 12 Monate Alkoholabstinenz

Achtung: «Ich kann nicht kontrolliert trinken» verkommt jetzt zur Abstinenzpflicht und bringt 12 Monate!!!
 

Marius 2

Neuer Benutzer
Das entscheidet auch nicht die FSST, sondern deine Begutachtung.

Es kann keine einheitlichen Richtlinien in diesem Punkt geben, da jeder seine eigenen Trinkmotive sowie Trinkverhaltensweise hat.
Um dir jetzt einen Rat zu geben, muss man deine Trinkmotive sowie Trinkentwicklung kennen ... erst dann kann man dir entsprechende Empfehlungen geben.

Dazu noch folgendes zur Orientierung ...

Abstinenzzeiträume sind in den Begutachtungsleitlinien definiert und festgeschrieben.

Unabhängig, wie der stattgehabte Alkoholkonsum bei gelebter Alkoholabstinenz bewertet wird, ergeben sich die unten aufgeführten verbindlichen Abstinenznachweise, die VOR der Begutachtung zu erbringen sind:

• Freiwilliger Alkoholverzicht mind. 6 Monate Alkoholabstinenz

• Notwendigkeit zum Alkoholverzicht mind. 12 Monate Alkoholabstinenz

• Alkoholabhängigkeit mind. 12 Monate Alkoholabstinenz

Achtung: «Ich kann nicht kontrolliert trinken» verkommt jetzt zur Abstinenzpflicht und bringt 12 Monate!!!

Danke für die schnelle Antwort! Mir ist schon klar, dass jeder Fall irgendwo anders ist. Ich dachte nur, dass es grobe Richtlinien gibt, an denen man sich orientieren kann. Aber da ich freiwillig auf den Alkohol verzichte, scheint mir die Strategie mit den 6 Monaten gar nicht verkehrt. Auf der Webseite der Begutachtungsstelle steht auch, dass man dort anrufen kann. Meint ihr, das ist sinnvoll, um zu erfahren, was für eine Abstinenzdauer sie empfehlen würden?
 

Max

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Meint ihr, das ist sinnvoll, um zu erfahren, was für eine Abstinenzdauer sie empfehlen würden?
Beratungsgespräche der MPI sind verboten. Allein der TÜV bedient sich eines Tricks und beschäftigt "unabhängige" private Gutachter für Beratungsgespräche.
Hier im Forum kann dir nur geholfen werden, wenn wir etwas über dich wissen.
 

Andi18

Erfahrener Benutzer
ob zu erwarten ist, dass ich zukünftig ein Kfz unter Alkoholeinfluss führen werde
  • ob psycho-funktionale Beeinträchtigungen vorliegen, die das sichere Führen eines Kfz der Klassen AM+A1+A+B+L in Frage stellen
Die Fragestellung nach Psycho-funktionalen Beeinträchtigungen irritiert mich etwas. Gibt’s denn diesbzgl Aspekte über den Alkoholkonsum hinaus, welche aktenkundig sind?
 

rüdscher

Neuer Benutzer
Hallo Marius,

am Ende ist weniger relevant, was man selbst über sich und den Konsum denkt. Versetz dich in die Situation des GA, der am Tag 6-10 Geschichten zu hören bekommt, und sich da ein Bild machen muss.
Und bitte versteh das nicht verurteilend, ich hatte selbst 2x den Lappen weg, weil ich besoffen im Auto gefahren bin, sondern sieh es als Hilfestellung an:
Was glaubst du, wird der GA denken, wenn jemand kommt, der mit über 2 Promille überhaupt noch Fahrrad fahren konnte, wenn auch mit Sturz, und der an einem Wochentag um 15h mit dem Saufen angefangen hat?

Am Ende kann man aber vorher nur begrenzt sagen, was alles notwendig ist (ausser z.B. bei WHT), klar ist jedenfalls, dass eine MPU bei 2 Promille kein Spaziergang wird.

Bearbeite mal den grossen Fragebogen, das hilft dir und dem Forum, dich zu verstehen, deine Aufarbeitung mal zu beleuchten und dir auch ein Feedback zu geben, worauf die eine oder andere Äusserung vielleicht hinzielt und was das beim GA auslöst...

Viele Grüsse,
rüdscher
 

Marius 2

Neuer Benutzer
Danke zunächst für eure Antworten!

@ Max: Alles klar, dann muss ich wohl auf die Einschätzung meines Psychologen vertrauen.

@ Andi18: Nein, ich bin weder vorbestraft, noch hatte ich auch nur einen Strafzettel oder irgendetwas, das in die Verkehrsakte kommen könnte.

@ rüdscher: Mir ist total klar, dass das nicht leicht wird und ich will hier ja auch gar nicht verhandeln, ob ich länger oder kürzer abstinent sein muss, ich bin eben nur verwundert, dass man sich das quasi selbst aussuchen kann und dann einfach hoffen muss, dass man den Prüfer auf dem richtigen Fuß erwischt. Zu meiner Ehrenrettung muss ich auch noch sagen, dass der 08.05. in Berlin ein Feiertag war ;-) Aber na klar, ich war und bin nach wie vor absolut erschrocken, dass ich so einen Wert hatte und ich reflektiere das seit dem und bin froh, mich jetzt intensiv und professionell mit der Thematik auseinanderzusetzen. Der Psychologe, zu dem ich gehe war auch jahrelang selber Begutachter und es werden auch 1-2 MPU 1:1 Simulationen durchgeführt. Ich denke, dass ich hier dann eine realistische Einschätzung bekomme, ob es Sinn ergibt, die echte MPU dann nach einem halben Jahr Abstinenz anzutreten.
 

Andi18

Erfahrener Benutzer
@ Andi18: Nein, ich bin weder vorbestraft, noch hatte ich auch nur einen Strafzettel oder irgendetwas, das in die Verkehrsakte kommen könnte.
diese Frage nach den psycho-funktionalen Beeinträchtigungen hatten mich stark irritiert. Klang danach, daß evtl. eine psychische Erkrankung aktenkundig ist oder evtl. im Verlauf etwas genannt bzw. die ehrenwerten Vertreter der Exekutive was im Bericht vermerkt hatten.

@ rüdscher: Mir ist total klar, dass das nicht leicht wird und ich will hier ja auch gar nicht verhandeln, ob ich länger oder kürzer abstinent sein muss, ich bin eben nur verwundert, dass man sich das quasi selbst aussuchen kann und dann einfach hoffen muss, dass man den Prüfer auf dem richtigen Fuß erwischt.
leider ist das so nicht ganz falsch. Trittst mit KT an, reicht ein eingeübter Zeitraum von 6 Monaten,
bei AB ist die Sache eher "schwammig" formuliert. Lies in dem Link nach, dort es schön zusammengefasst.
Zu meiner Ehrenrettung muss ich auch noch sagen, dass der 08.05. in Berlin ein Feiertag war ;-)
ich persönliche erachte jetzt 15 Uhr nicht für so grenzwertig. Nicht jeder Wochentag ist gleichzeitig Arbeitstag. So dürfen Schichtarbeiter hierbei nicht unberücksichtigt bleiben, oder hattest Urlaub, Feiertag, Kurzarbeit (Mai 2020 Corona allgemein bekannt)..
Der Psychologe, zu dem ich gehe war auch jahrelang selber Begutachter und es werden auch 1-2 MPU 1:1 Simulationen durchgeführt.
Ich denke, dass ich hier dann eine realistische Einschätzung bekomme, ob es Sinn ergibt, die echte MPU dann nach einem halben Jahr Abstinenz anzutreten.
Simulationen machst ja erst am Ende der Maßnahme sozusagen, d.h. ganz zum Schluss und kurz vor der MPU. Somit klingt das für mich jetzt unlogisch.
 

Marius 2

Neuer Benutzer
@Andi 18: Alles klar, dann werde ich hier beim Verkehrspsychologen noch mal nachhaken, wie es zu solch einer Einschätzung kommt. Ich bin weder psychisch krank, noch ist etwas Ungewöhnliches bei dem Vorfall passiert. In der Akte wurde auch nichts vermerkt, mir liegt diese durch die Akteneinsicht meines Anwaltes damals vor.

Und genau, natürlich ist es auch nicht meine Art, mich tagsüber zu besuafen. In diesem Fall war wie gesagt Feiertag in Berlin und wir haben uns für einen Geburtstagsumtrunk getroffen.

Genau, ich meinte, dass ich gegen Ende der 6 Monate eine Simulation durchspielen würde und wenn hier Unsicherheiten herauskommen oder sich bis dahin heruasstellt, dass 6 Monate doch eine zu kurze Abstinenzphase sind, dachte ich, ich könnte sie dann um 6 Monate verlängern und die MPU entsprechend später antreten.
 

Andi18

Erfahrener Benutzer
Alles klar, dann werde ich hier beim Verkehrspsychologen noch mal nachhaken, wie es zu solch einer Einschätzung kommt
ich muß mich revidieren, sorry für meine Fehlinterpretation. Habe bei Karl im Thread dessen GA grad gelesen, dort ist diese Terminologie im Bereich der Tests (Reaktion-Leistungstest) genannt. Somit ist das wohl übliche Terminologie.
Sorry dafür.
 
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