Trunkenheitsfahrten, Straftaten und Cannabis

rüdscher

Erfahrener Benutzer
Du hast auch recht, deswegen würde ich auch dranbleiben und versuchen, die Akteneinsicht rechtzeitig zu bekommen, aber wenn nicht, dann geht es in diesem Fall auch ohne, da werden die Details nachher nicht ausschlaggebend sein...
 

Nico1990

Stamm-User
Die Aussage am Telefon war :
Einmal bitte ne Email schreiben mit der bitte um Termin zur Akteneinsicht.
Dauer : Bis zu 10 Monaten. Das ist wirklich kein Hoax
Aber schlimmer kann es einen ja eh nicht mehr zerlegen, und mehr als Therapie und AB kann ich ja auch nicht machen.
Das mit der Kopie der Akte ist eine Gute Idee, das versuche ich.

Ja ansonsten wurde ich noch mit 167 (Toleranz schon abgezogen) in ner 70er Zone geblitzt. ( April 2018)

Aber ich meine das OWIS eh nach 2,5 Jahren gelöscht werden. Auszug aus FAER ist ja auch beantragt.

Ich hab sonst alles auf dem Schirm. Auch strafrechtlich relevantes. Das meißten ist schon aus dem führungszeugnis getilgt. Die TF verjähren im Sep. 2023 und der Rest kein Jahr später. Dann gelte ich auch schon als nicht mehr vorbestraft
 

rüdscher

Erfahrener Benutzer
Ich hab sonst alles auf dem Schirm. Auch strafrechtlich relevantes. Das meißten ist schon aus dem führungszeugnis getilgt. Die TF verjähren im Sep. 2023 und der Rest kein Jahr später. Dann gelte ich auch schon als nicht mehr vorbestraft
Was für die MPU aber nicht relevant ist, denn dort werden alle verkehrsrelevanten Straftaten drinstehen, da die erst 2018 und später erfolgt sind, die Tilgungsfrist ist also noch nicht vorbei.
Somit:
2018 - 3x TF
2018 - 97km/h

THC war meines Wissens im Bereich OWI.

Wenn die FST dich ärgern will, kann da sogar die doppelte Fragestellung, also Alkohol plus Verkehrsrecht, lauern.
 

Nico1990

Stamm-User
Der Rest läuft auch. Von Partnerin über Job bis Familie und vor allem Training.
Man sieht mir die 10 Jahre Raubbau nicht an. Ich kenne hier sonst keinen der in ner ähnlichen Körperlichen Konstitution ist.
Trotz des suffes und des Graßkonsums bin ich jetzt mittlerweile im 16ten Jahr meines Trainings. Und das sieht man logischerweise auch an. Wird -denke ich - auch nen Guten Eindruck beim Gespräch machen. Alte ,,Freunde" hab ich lange keine mehr. Hab alles an Social Media gelöscht und meine Nummer gewechselt.
Ist auch schon mittlerweile Lange her.
Shg sollte ich wahrscheinlich wirklich mal machen. Aber ich kann mich Grad nicht dazu zwingen. Rauchen tu ich noch (Zigaretten) und Junk Food ohne Ende aber ich muss halt auch noch meinen enormen Kalorien Bedarf decken..
Mal ein bisschen privates :)
 
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Nico1990

Stamm-User
Die 97 km/h waren aber auch ,, nur " ne OWI. Das waren 880 Euro Geldbuße + 3 Monate Fahrverbot. Sonst wurde ich nie geblitzt und nix. Auch nicht in der Probezeit.

Da fällt mir aber noch was ein..

Bin ich denn auch wegen eingestellten Verfahren dran bzw. Tauchen die eingestellten Sachen auch auf ?
Weil dann wäre da noch was ...

Gut... also mein Plan ist da im Juli 2023 mit den AB Nachweisen aufzutauchen mit abgeschlossener Therapie + Sitzungen beim Verkehrspsychologen.
Schaden wird es nicht. Vielleicht komm ich ja durch beim in ersten mal. Wenn nicht mache ich weiter. Ich zieh das jetzt durch so oder so. Kommt ja nun wirklich nicht darauf an ob 5 oder 6 oder 7 Jahre.
Sorry das alles so doof formatiert ist. Schreibe mit Handy in Mittagspause :)
Und nochmal 1000 dank !
 
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rüdscher

Erfahrener Benutzer
Dann hattest du bei den 90km/h Glück, das taucht dann nicht auf.
Bei Eingestellten Verfahren ist es ein Unterschied, was Strafrecht und FE-Entzug angeht.
Wenn die Justiz etwas einstellt, dann kann es dennoch im Verkehrsregister aktenkundig sein. Damit wäre es dann auch für den GA ersichtlich und je nach dem um was es geht kann eine doppelte Fragestellung blühen...

Schau mal online nach den Tilgungsfristen im FAER, die sind anders als die Verjährungsfristen in der Justiz.
 

Nico1990

Stamm-User
Geht darum das ein WG Mitbewohner einen Roller hatte und damit ohne Führerschein erwischt wurde.
Ich war mit dran weil ich ihn nicht an der Fahrt abgehalten habe. Verfahren wurde gegen 300 Geldauflage eingestellt.
Das war 2021

Des weiteren habe ich im July 2018 einen kompletten DPD Lieferwagen gestohlen.
Fahren ohne wurde nach 154 eingestellt. Wurde nur Diebstahl und Sachbeschädigung verhandelt.
Des weiteren habe ich einen Polo mitgehen lassen, den 3 Tage benutzt und ihn wieder da hingestellt wo ich ihn her hatte. Unbeschädigt nur ein bisschen schmutzig. Das war im September 2018. Auch eingestellt nach 154
 

Nico1990

Stamm-User
Ach so ganz vergessen: die Sache wo sie meinen WG buddy erwischt haben war für mich dann:

,, Beihilfe zum Fahren ohne Fahrerlaubnis "

Auf mich gekommen sind sie weil mein Buddy nen Drogen schnelltest gemacht hat der positiv war und wir danach ne Hausdurchsuchung hatten.

Gefunden wurde nix. Mir wurde vorgeworfen, dass ich meinen Kollegen ja von der fahrt hätte abhalten sollen. Ich wusste garnicht das der keine Prüfbescheinigung hatte bzw. Der Roller zu schnell lief. Bzw. Es war mir schlicht auch egal weil ich dachte das ist eh sein Bier...

Habe dann ein Schreiben bekommen das es gegen eine Geldauflage von 300 eingestellt wird.

Da ich keinen Stress haben wollte, hab ich das alles auch bezahlt anstatt mich quer zu stellen.
 

rüdscher

Erfahrener Benutzer
Die Sache ist die, dass verkehrsrelevante Delikte teilweise an die FST gemeldet werden (müssen).
Somit kann auch eine OWI aktenkundig sein.
Im Prinzip wissen wir nicht, was jetzt alles in deiner Akte steht und was somit dem GA vorliegt.
Du wirst etwas merken, wenn die FST eine doppelte Fragestellung schickt.
Andererseits wirst du gut vorbereitet und mit aufgearbeiteter Vergangenheit in die MPU gehen, das wird dich wenn diese Vorarbeit gut ist, auf alles vorbereiten, was ein GA fragen könnte.
 

Nico1990

Stamm-User
Ja alles klar.

Ich wollte nur nochmal anmerken, das mir durchaus bewusst war/ist das in der Akte alles länger steht als im Führungszeugnis.

Sonst wäre ja im September 23 Alles wieder Tutti und ich könnte einfach nen Antrag auf Neuerteilung stellen.

Die Argumentation mit dem Führungszeugnis war nur die, dass das erweiterte ja auch dem GA vorliegt, und da kommt es bestimmt gut wenn da seit 5 Jahren nix dazu gekommen ist. Vor allem in Anbetracht dessen, dass ich von meinem 15 - 28 Lebensjahr nun mal leider jedes Jahr regelmäßig vor Gericht stand und mir meine Packung abgeholt habe.

Stabile Änderung meines Verhaltens und so...

Ist - finde ich - ein Agument dafür...

Und da ist noch was...

Damals vor eineinhalb Jahren, hatte ich schon einmal wundersamer Weise jemanden Bei der Führerscheinstelle erreicht :)

Dieser ziemlich freundliche Typ meinte, das es um meine TF Fahrten geht und ich auf jeden Fall 12 Monate Nachweise brauche.

Damals war allerdings die Cannabis Fahrt noch nicht gewesen, und auch nicht die Sache mit dem Roller und meinem ,,Kollegen"

Letzteres macht mir von allem noch am meisten Sorgen....

Was soll ich dem GA denn da sagen?

Kommt der sich nicht verarscht vor wenn ich dem erkläre, das ich die Höchstgeschwindigkeit des Roller hätte überprüfen müssen und die Polizei verständigen hätte sollen um dann meinen ehemaligen besten Freund und WG Mitbewohner eiskalt anzukacken?

Und noch ne Sache. Komme Grad richtig in Fahrt :)

Ich habe im Knast z.B. Meine Schweißer Ausbildung gemacht. Das war ne fast 12.000 Euro Teure Ausbildung und ich war einer von nur 4 Häftlingen in zweieinhalb jahren die das Privileg genossen haben das machen zu dürfen.

Geht mir dabei da drum, eine Veränderung die schon in Haft geschehen ist somit zu ,,Beweisen"

Interessiert sowas da überhaupt irgendwen bei der MPI ?

Gut... Ich werde bald mal alles anonymisiert reinstellen, was ich so in die Finger kriege. Anklageschriften, kleiner und grosser Therapiebericht Und vielleicht wenn es eines Tages kommt in diesem Leben meine FS Akte..

Ich hab auch Grad wenig Zeit. Bin in der neuen Wohnung und baue KALLAX Regale auf ohne Ende und gebe mein bestes die Wasserleitung nicht anzubohren...

Ja auch soweit ist es schon :) der IKEA Nestbautrieb hat auch schon bei mir so langsam zugeschlagen, oder wie hieß es in diesem Film ?! :)
Danke nochmal. Hoffe ihr hattet auch ein bisschen Spass beim Lesen wobei das alles hier natürlich auch ernst gemeint ist...

EDIT: Ich hab mir echt Mühe gegeben ...

Was tut man nicht alles um sich vor den haushaltlichen Pflichten zu drücken :)
 

Nico1990

Stamm-User
Hallo ich habe nochmal ne Frage...

Wer stellt mir eigentlich am Ende die Abstinenz Bescheinigung aus ? Das Labor Krone oder die Stelle wo ich immer meine Uk abgebe also sprich die MPI
 

rüdscher

Erfahrener Benutzer
Die Argumentation mit dem Führungszeugnis war nur die, dass das erweiterte ja auch dem GA vorliegt, und da kommt es bestimmt gut wenn da seit 5 Jahren nix dazu gekommen ist.
Schadet sicher nicht... ;)

Dieser ziemlich freundliche Typ meinte, das es um meine TF Fahrten geht und ich auf jeden Fall 12 Monate Nachweise brauche.
Damals war allerdings die Cannabis Fahrt noch nicht gewesen, und auch nicht die Sache mit dem Roller und meinem ,,Kollegen"
Letzteres macht mir von allem noch am meisten Sorgen....
Was soll ich dem GA denn da sagen?
Nun, am Ende ist dein Kollege gefahren, nicht du. Das mag strafrechtlich Relevanz haben, aber in der MPU denke ich ist das eher zweitrangig, vor allem wirkt es auf mich, als ob die Polizei entweder verärgert war, oder dein Kumpel (oder du) irgendwas dummes gesagt hat, im Sinne von "der hat mich überredet damit zu fahren" oder so... Würde ich jetzt aber nicht überbewerten.

Ich habe im Knast z.B. Meine Schweißer Ausbildung gemacht. Das war ne fast 12.000 Euro Teure Ausbildung und ich war einer von nur 4 Häftlingen in zweieinhalb jahren die das Privileg genossen haben das machen zu dürfen.

Geht mir dabei da drum, eine Veränderung die schon in Haft geschehen ist somit zu ,,Beweisen"

Interessiert sowas da überhaupt irgendwen bei der MPI ?
Und wie! Jede positive Lebensveränderung, alles was dir Perspektiven und Stabilität gibt, sammle das alles zusammen und zeige deine deutliche Wende im Leben! Die hast du hart erarbeitet und dann verdienst du auch, dass das in der MPU anerkannt und gesehen wird. Das ersetzt keine Aufarbeitung, aber ist ein sehr starkes Argument, speziell was eben auch die Zukunftsprognose angeht.

Wer stellt mir eigentlich am Ende die Abstinenz Bescheinigung aus ? Das Labor Krone oder die Stelle wo ich immer meine Uk abgebe also sprich die MPI
Kann ich nicht im Detail beantworten, aber es kann z.B. so sein: das untersuchende Labor stellt die Analyseauszüge aus, das beauftragte MPI dann das offizielle Zeugnis, das deine AB belegt.
 

Nico1990

Stamm-User
Meinst du ich werde schief angeguckt, weil ich mit den AB Nachweisen von der einen MPI einfach bei ner anderen MPI auftauche?

So nach dem Motto: ,, warum haben Sie Ihre MPU denn nicht da gemacht ? "

Ich meine, im Endeffekt hab ich mir das mit dem positiven Vortest selbst verbaut ist mir schon klar...

Die Gutachterin darf mich deswegen zwar nicht offiziell durchfallen lassen, aber dann schreibt sie halt was anderes da rein. Auch das habe ich aus den Google Rezensionen rausgelesen.

So ehrlich bin ich dann auch nicht. Bin jetzt ja auch schon bei 4 Monaten nachgewiesener Abstinenz. Ich denke auch, Hauptsache ich hab nochmal meine Erfahrung gemacht und das wird dazu führen auch langfristig von dieser Cannabinoid Geschichte Abstand zu nehmen.
Da bin ich allen die die Abstinenz nur mal so kurz machen für Führerschein eh nen gewaltigen Schritt voraus.

Und danke für die Antworten :) die sind nicht nur aufschlussreich sondern bauen einen auch nochmal auf... macht echt Spass

Email an Die FSST ist auch raus. Mal sehen wie lange das dauert...

Echt 1000 dank ich kann es nicht oft genug sagen
 

Nico1990

Stamm-User
Ich hab auch Grad die Moral der Geschichte mit meinem Kollegen und dem Roller verstanden.
Ich erzähle da nicht das ich hätte die Polizei rufen sollen. Sondern ich erzähle dass ich mich in Zukunft und auch ja schon in der Vergangenheit von Leuten, die Mist bauen, fernhalte..

Und Ja, die Polizei war damals ziemlich angefressen. Die hatten da reichlich Cannabis vermutet was aber nunmal nicht da war. Aber ist ja auch egal...


Das ist der Zeitungsartikel... konnte ich mir jetzt nicht verkneifen...
 
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rüdscher

Erfahrener Benutzer
Entscheidend ist die Veränderung in deinem Leben zu sehen und glaubhaft vermittelt zu bekommen.

Muss ehrlich sagen, ich freue mich auf deinen Fragebogen, ich glaube der wird alles andere als langweilig, bei dem was du uns an Vorgeschichte aber auch an Veränderungen berichtet hast…
 

Nico1990

Stamm-User
Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(Wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)


Am 09.05.2018 stand ein langes Pfingstwochenende vor der Tür.

Es war noch morgens (ca. 8.00 Uhr) und ich fasste den Entschluss, schon früh mit dem Trinken anzufangen.

Also ging ich erst einmal zu einem nahegelegenen Kiosk und holte mir 2 Flaschen 0,5 Liter Bier.

Diese trank ich dann auch erst einmal aus und fasste den Entschluss, dass ich eine Fahrradtour zu meinen Eltern machen möchte.

Gegen 9.00 Uhr begann ich also meine Fahrt.

Die ersten zwei Bier schon intus.

Weit kam ich nicht, denn ich machte schon an einer nahegelegenen HEM Tankstelle wieder halt, um mich mit weiteren zwei 0,5er Bieren einzudecken.

Diese Trank ich dann auch vor Ort in einer Bushaltestelle aus, und setzte meine Fahrt gegen 10.00 wieder fort.

Nun radelte ich einige Kilometer weiter zum nächsten Ort (ca.3 Kilometer)

Dort gab es einen Kiosk, an dem ich mir wieder zwei 0,5er Bier holte und mich auf einer vor dem Kiosk befindlichen Bank niederließ.

Als diese dann wiederum leer waren, holte ich mir am Kiosk nochmal zwei halbe Liter Bier für den Weg und setzte meine Fahrt um 11.00 wieder fort.

Etappenziel war ein weiteres Dorf in etwa in 4 Kilometer Entfernung.

Dort war der Cannabisdealer meines Vertrauens Ortsansässig und es war schon ein Termin mit Ihm vereinbart.

Diesen konnte ich dann auch gegen 13.00 Uhr – nicht ohne meine anderen Biere vorher geleert zu haben – wahrnehmen.

Ich kaufte dort noch 2 Gramm Cannabis und nötigte Ihm noch ein 0,33er Bier ab, und blieb auf einen kurzen Schwatz und ein paar Züge am Joint.

Ich war dadurch schon reichlich benebelt, setzte meine Fahrt aber trotzdem gegen 14.00 Uhr fort.

Trotzdem ließ ich es mir nicht nehmen, mich nochmals an einer Tankstelle mit Bier zu versorgen.

Diesmal wollte ich es aber wissen, und füllte meinen Rucksack komplett mit 0,5er Bieren auf.

Ich weiß auch nicht mehr wie viele es waren ich vermute mal 12 Stück.

Die weitere Fahrt gestaltete sich schon als sehr mühselig.

Ich hatte noch so ca. 3 Kilometer zu fahren. Ich brauchte ewig, machte zwischendurch auch mal Pause um ein Bier zu trinken.

So gegen 18 Uhr kam ich bei meinen Eltern an.

Ich blieb auch nicht lange, und meine Eltern waren auch heilfroh als ich mich wieder auf den Weg machte.

Ich weiß noch das ich in der Bushaltestelle saß ( im Wohnort meiner Eltern ) und noch 1-2 Bier trank.

Gegen 19.30 verließ ich mit dem Fahrrad den Ort.

Ich beeilte mich und schaffte so immerhin 3 Kilometer in zwei Stunden.

So langsam kriege ich jetzt die Zeiten und Trinkmengen nicht mehr zusammen.

Ich kam auf jeden Fall wieder an der Tankstelle an, wo ich zuvor meinen Rucksack mit Bier bis zum Rand aufgefüllt hatte.

Dieser hatte sich jedoch schon beachtlich geleert.

Aus Sorge, das Bier könnte nicht mehr reichen, füllte ich meinen Rucksack an besagter Tankstelle wieder auf.

Es wird jetzt wohl so irgendwas zwischen 22 – 23 Uhr gewesen sein.

Zufrieden, und mich in Sicherheit wiegend setzte ich also meine Fahrt ein weiteres Mal fort.

Es war nun schon Dunkel und ich hatte weder Licht am Fahrrad noch waren zwischen den Dörfern irgendwelche Laternen in Sicht.

Die Situation war aussichtslos, das war mir schon klar.

Ich schob also mein Fahrrad mit einer Flasche Bier in der Hand erst, und das gestaltete sich schon als schwierig.

Radweg und Feld waren für mich einfach nicht mehr auseinander zu halten.

Trotzdem versuchte ich immer wieder, mich aufs Fahrrad zu setzen und es wenigstens nicht unversucht zu lassen.

Ich war nun auch Müde und wollte nach Hause.

Das Endete natürlich in mehreren teils schweren Stürzen.

Bei einem weiteren Fahrversuch viel ich dann um 00.19 Uhr (laut Anklageschrift)

Einer Polizeistreife auf.

Diese lasen mich dann auf und brachten mich in das Revier in meiner Heimatstadt.

Ich musste Pusten, und da war schon klar, dass mein Promillewert sehr hoch ist.

Gottseidank hat bei den hohen Promillezahlen niemand mehr Cannabiskonsum für möglich gehalten.

Auch war das Rest-Cannabis unter Müll und Bierflaschen in einem Alu- Kügelchen in meinem Rucksack vergraben.

Nachdem mir Blut abgenommen wurde (es dauerte ein wenig bis der Arzt da war) Durfte ich meine Heimreise zu Fuß antreten.

Ich Weiß nicht wie hoch der Promillewert da noch war.

Der später ermittelte Wert lag dann bei : 2.34 Promille.



Ich kam dann also noch mit einigen Bieren im Rucksack irgendwann mitten in der Nacht zu Hause an. Vielleicht war es so gegen 3-4 Uhr.

Ich fiel also erst mal ins Bett und schlief ein paar Stunden.

Ich denke so gegen 9.00 wachte ich wieder auf.

Mir war natürlich völlig klar das ich meinen Führerschein verlieren werde was mich in eine depressive Phase Stürzen ließ.

Ich hatte ja aber noch das ganze Bier vom Tag zuvor, und so beschloss ich diese um des Vergessens willen auch zu Trinken.

Ich war natürlich noch vom Vortag reichlich angetrunken bzw. eher betrunken.

Ich trank also das Bier und gleitete in eine Phase des ,, ist mir egal“ seins ab.

Irgendwann – es muss laut Anklageschrift so 11.25 gewesen sein – beschloss ich nochmal eine nahegelegene Tankstelle aufzusuchen.

Bis dahin sind es so ca. 150 Meter.

Und da mein Führerschein ja eh quasi schon weg war beschloss ich den Weg mit meinem Auto zu bestreiten.

Ich fuhr also zur Tankstelle.

150 Meter gerade Strecke und stieg Volltrunken aus Meinem Auto.

Ich betrat den Verkaufsraum, mit dem Vorhaben mir weiteres Bier zu kaufen.

Die betagte Kassiererin sah mir meine Volltrunkenheit direkt an und begann irgendetwas zu keifen.

Ich meine was von ,,besoffenes Arschloch“ gehört zu haben.

Nicht gerade die feine englische Art, aber Letztendenes hatte sie völlig recht…

Ich keifte also zurück und betitelte die Kassiererin als ,,Alte Schlampe“

Wutentbrannt stürmte ich also aus dem Verkaufsraum und Sprang in mein Auto.

Mit Quietschenden Reifen entfernte ich mich wieder von der Tankstelle und schaffte es, mein Auto wieder nach Hause zu manövrieren.

Ich parkte und ging in meine Wohnung.

Ich verweilte da erst einmal und es dauerte nicht lange bis es an der Tür klingelte.

Ich machte auf und die Polizei war da.

Widerstandslos ließ ich mir meinen Führerschein abnehmen und mein Auto wurde auch abgeschleppt.

Zur Blutentnahme – keine 12 Stunden später – durfte ich dann ein weiteres mal.

Ermittelter Promillewert: 2,11 Promille.



Heute bin ich tatsächlich sehr froh die Tür aufgemacht zu haben und das alles so gekommen ist wie es gekommen ist. Hat mir und anderen vielleicht letztenendes das Leben gerettet.


2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)




Ich habe ca. 18 – 20 halbe Liter Bier getrunken.



Am nächsten Tag nochmal 6 – 8 halbe Liter Bier.

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?

Mit dem Fahrrad fuhr ich ca. 20 Kilometer.

Dann wurde ich durch eine Polizeistreife angehalten.

Ich hatte eine Strecke von insgesamt 24 Kilometer zu fahren.

Mit dem Auto fuhr ich insgesamt 300 Meter.

Das war auch die Gesamtstrecke.

Ich wollte nicht weiter Fahren.

Aufgefallen bin ich dann einer Tankstellen Mitarbeiterin aufgrund meiner hohen Alkoholisierung.

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)



Nein.
Ich hatte nicht mehr das Gefühl, sicher Fahren zu können.
Am Ende meiner Fahrradtour war ich sehr betrunken.

Ich fuhr im Dunkeln ohne Licht.

Ich stürzte auch mehrmals.

Mir war klar, dass ich so eigentlich nicht mehr fahren konnte, aber ich versuchte es dennoch immer wieder.



Bei der Autofahrt hatte ich das Gefühl, dass ich noch fahren konnte.

Es war nun Hell und die Strecke nicht lang.

Die Straßen waren frei.

Auf Grund meiner hohen Alkoholgewöhnung habe ich die Fahrt auch erfolgreich beenden können.


5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Nein.

Ich habe ja das Fahrrad als bevorzugtes Verkehrsmittel gewählt, um mich während der Fahrt kräftig betrinken zu können.

Das war von vorne herein schon so geplant.



Im Falle der Autofahrt fand ich es nicht bedenklich diese kurze Strecke betrunken zu fahren, weshalb ich die Fahrt dann auch antrat.

Es war mir zu dem Zeitpunkt auch schlichtweg Egal.

Mir war ja ohnehin klar, dass mein Führerschein weg ist.




6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?



12.08.2008: Beihilfe zur Trunkenheit im Straßenverkehr.

10.07.2009: Mit einem getunten Roller und 0,9 Promille einer Polizeistreife aufgefallen.

Das war dann Fahren ohne FE.



Beides hatte für meine Spätere Fahrerlaubnis Erteilung keine Konsequenzen.

Beides lief auch noch unter Jugendstrafrecht.

13.04.2018: Verstoß gegen die 0,5 Promille Grenze. (Mein Promillewert = 0,6 ) OWI



06.06.2021: Drogenfahrt, 3.2 NG/THC, auf einem Mofa, OWI, Abbauwert nicht bekannt

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?



Ich habe täglich Alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen.

Meist waren es 2 - 4 Bier.

Aber ich habe auch weitere nicht aufgedeckte Trunkenheitsfahrten begangen, wo ich deutlich mehr getrunken habe. Und das waren auch einige.

Ich kann mich an Fahrten erinnern, wo ich teilweise schon mit dem Reifen auf den Grünstreifen kam, und mein Fahrzeug gerade noch so wieder abfangen konnte.



Heute finde ich das einfach unverantwortlich und würde das auf keinen Fall wieder machen. Ich hatte wirklich auch großes Glück das mir und vor allem anderen nichts passiert ist.



Es gab auch einen Schlüsselmoment, der mir wirklich die Augen geöffnet hat.

Und zwar ist am Neujahrstag 2020 ein junger Mann in meinem Alter betrunken in eine Menschenmenge gerast.

Neun Menschen sind dabei gestorben.

So schrecklich das für die Opfer und Angehörigen auch ist, ich habe mich in dem Unfallverursacher auch ein Stück weit selber wieder erkannt.

Ich saß damals noch im Gefängnis. Ich dachte mir das hättest auch Du sein können.

Seitdem habe ich auch nie wieder Alkoholisiert am Straßenverkehr Teilgenommen.

Auch nicht damals auf meinem Mofa.

Sicher: Ich hatte 3.2NG/THC drinnen.

Aber ich hatte genauso 0.0 Promille damals um 17 Uhr. Das war mir wichtig.

Das ist nicht nur eine gedroschene Phrase für den Gutachter. Das werde ich dem so natürlich auch so nicht erzählen.

Genauso hätte ich auch den Roller meines Kollegen nutzen können, was ich auch nie Tat.



Da hatte der Lernprozess zumindest schon mal begonnen, bzw. war er auch schon ein Stück weit voran geschritten. Heute weiß ich zusätzlich: Der THC -Abbau ist unberechenbar. Wer Kifft muss entweder sicherstellen, dass das Auto lange genug stehen bleibt, oder bestenfalls wird überhaupt nicht mehr gekifft. Ich hab mich für letzteres entschieden.



Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)




Ich war mit meiner Familie beim Griechen essen.

Ich muss 9 oder 10 Jahre alt gewesen sein.

Wir feierten den Geburtstag meines Onkels.

Am Ende des Essens gab es für jeden einen Ouzo.

Ich weiß nicht mehr ob einer dann keinen getrunken hat oder ob einfach einer zu viel zu Tisch gebracht wurde.

Ich habe dann von meinem Onkel auch einen zugeschoben bekommen.

Meine Eltern haben das toleriert.

Den habe ich dann auch getrunken.

Ich denke, der Sinn des Ganzen war, dass ich mich zu den Erwachsenen zugehörig fühlen sollte, und nicht als Kind was ich ja noch war.

Das Tat ich auch.

Ob eine Wirkung eingetreten ist, daran kann ich mich heute nicht erinnern.

Auf jeden Fall fanden die Erwachsenen es gut.
 

Nico1990

Stamm-User
9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?


Ich habe gerade in den letzten Jahren jeden Tag Alkohol getrunken.

Angefangen habe ich als Jugendlicher mit 15 Jahren.

Dort traf ich mich mit gleichaltrigen jedes Wochenende auf dem Sportplatz zum Trinken.

Man bezeichnet das heute als ,,Koma saufen“ oder ,,Binge drinking“.

Es ging dabei weniger um das gesellige Zusammensein und dabei Alkohol im normalen oder leicht erhöhten Rahmen zu konsumieren.

Sondern es ging um die Aufnahme hoher Mengen Alkohols, um einen Vollrausch zu erwirken.

Ich war damals auch einer derjenigen, die überhaupt kein Maß finden konnten.

Das führte auch schon zur damaligen Zeit dazu, dass ich mit dem Gesetz in Konflikt kam.

Auch meine Schulischen Leistungen waren zur der Zeit schlecht.

Wenig später begann dann auch meine Kifferzeit.

Dann war der Alkohol erst mal nicht mehr so wichtig.

Dann Kiffte ich mit meinem anderen Freundeskreis quasi von morgens vor der Schule bis zum Abend hinein an unseren Treffpunkten.

Ich hatte auch in den nachfolgenden Jahren immer wieder Phasen, wo ich viel Cannabis Konsumiert habe.

Der Cannabiskonsum wurde aber dann im Laufe der Jahre immer weniger. Wahrscheinlich könnte man mich eher als ,,Quartalskiffer“ einstufen.

Das macht die Sache jetzt auch nicht unbedingt besser und mit Synthetischen Cannabinoiden habe ich ja auch schon Rumexperimentiert.

Dazu vielleicht auch gerne auf Rückfrage mehr bzw. könnte ich ja nochmal den Drogenfragebogen machen.

Als die akute Kiffer Phase erst einmal vorbei war, freundete ich mich mit ca. 17 Jahren nach meiner Schulzeit mit Leuten aus der ortsansässigen Trinkerszene an.

Diese Leute waren alle ca. 10 Jahre älter als ich und wirklich nett, haben mich gemocht und gut auf mich aufgepasst.

So dachte ich damals zumindest.

Bei denen konnte ich so sein wie ich bin.

Besonders zu einem Baute ich ein besonderes, fast Brüderliches Verhältnis auf.

Diese Leute tranken jedoch jeden Tag hohe Mengen Alkohol.

Und da ich damals zu denen aufschaute, tat ich es Ihnen gleich.

Heute würde ich mich mit 17 schon im missbräuchlichen Alkoholkonsum einstufen.

Noch vor meinem 20. Lebensjahr war ich abhängig.

Das weiß ich daher, weil ich dort schon erste Entzugserscheinungen vom Alkohol hatte.

Die habe ich damals aber nicht als Entzugs Symptome gedeutet.

Das viel mir erst Jahre später auf.

Mit 20 Lernte ich dann meine erste,, große Liebe“ kennen.

Sie war Dauerkifferin und ich damals schon Alkoholabhängig, also ergänzten wir uns zu der Zeit gut. Zu der Zeit trank ich schon lange Täglich.

Ich bewegte mich damals in der Woche ( Habe nebenbei eine Lehre gemacht ) bei ca. 8 Halben Litern Bier.

An den Wochenenden trank ich dann auch schon Frühmorgens.

Das ging so, bis ich ca. 22 war.

Dann begann ich meine erste Therapie.

Allerdings war da Fremdmotivation ein großes Thema.

Die Therapie machte ich nämlich eigentlich, um dem Knast zu entgehen, weil ich im Laufe der Jahre viele Straftaten immer nur im Alkoholrausch begangen habe.

In der Therapie blühte ich auf.

Ich begann dort schon, die Theorie für meinen Führerschein zu machen und hatte den dann im April 2013 in der Tasche.

Ich blieb ca. 16 Monate komplett abstinent.

Mit meiner Freundin war ich immer noch zusammen und auch den alten Freundeskreis behielt ich bei.

Das würde ich heute als größten Fehler einschätzen.

Also fing ich wieder 2014 an zu trinken, zu kiffen und auch mit LSD und Pilzen rum zu Experimentieren.

Ich unterlag dem Trugschluss, dass ich ja gar nicht alkoholabhängig wäre.

Allerdings war ich bald wieder in ähnlichen Trinkgewohnheiten.

Es war nicht ganz so schlimm wie vor der Therapie. Ich habe es irgendwie geschafft, zumindest nicht jeden Tag so viel zu trinken.

So blieb ich auch erst einmal Strafrechtlich unauffällig.

Dann, nach fast 6 Jahren Beziehung (da war ich 26 Jahre alt) trennten ich und meine damalige Freundin uns.

Ich habe dann meinen Kummer und Frust im Alkohol ertränkt, und trank auch mehr denn je.

2017 gingen dann auch die Straftaten unter Alkoholeinfluss wieder los.

Im Jahre 2018 verlor ich dann auch meinen Job.

Ich war wieder jeden Tag am Trinken.

Durch einen im Affekt begangenen Einbruch kam ich in U-Haft.

Das war ja auch nicht das einzige, wie Ihr meinem Thread ja schon entnehmen konntet.

Der Beginn meiner Entwicklung zum Positiven. Aber noch nicht ganz das Ende meiner Trinker Karriere.

Zu der Haft vielleicht gerne im Thread mehr ?

Ich denke, ich will mich hier weiter auf mein Trinkverhalten/Lebenslauf konzentrieren.

Die Haft war zu Ende.

Ich war nun 30 Jahre alt, und habe mich schon in die richtige Richtung entwickelt.

Ich lernte in Haft einen anderen Menschen kennen wir wurden dort schon beste Freunde.
Also beschlossen wir, eine WG zu gründen und setzten dieses in die Tat um.

Ich begann schon nach der Haft wieder das Trinken und das Kiffen.

Immer wenn ich meinen Kollegen besucht habe.

Die Mengen waren hoch, aber zumindest war ich bei Weitem nicht mehr so auffällig wie vor der Haft. Aber ich habe beim Ersten Treffen nach 2 Jahren und 4 Monaten Pause direkt wieder 12 Bier getrunken und vertragen können.

Ich hatte am nächsten Tag direkt wieder diese Panik-und-Angstzustände.

Obwohl überhaupt nichts losgewesen ist, weder Strafrechtlich noch habe ich mich irgendwie daneben benommen.

Da war mir eigentlich schon klar, dass das nicht nur meine schlechten Lebenslagen gewesen sind sondern mit mir und dem Alkohol ganz fürchterlich was im Argen ist.

Aber ich habe es noch Erfolgreich ausblenden können.

Noch.

Gut, wir zogen also zusammen in die Wohnung.

Ich hörte aus Eigeninitiative auf zu Trinken und zu Kiffen und blühte mal wieder richtig auf. Keine 3 Wochen später hatte ich auch einen Job. Es lief…

Aber ich wurde wieder Rückfällig.

Und Schon bei für meine (!) Verhältnisse relativ geringe Mengen Alkohol (4 Bier) bekam ich wieder diese Panikattacken und Angstzustände.

Das wurde immer schlimmer. Und zwar schneller den je.

Zeitgleich realisierte ich auch, wie sehr ich aus diesem Rumgehänge und gesaufe raus gewachsen bin. Ich war zu alt dafür geworden.

Und mir wurde auch endlich klar, dass ich schwer Alkoholabhängig bin. Mir ging es so gnadenlos schlecht.

Die ganzen Jahre wo ich immer und immer wieder diese Entzugserscheinungen gehabt habe.

Die Einschläge kamen dann ziemlich schnell.

Es war als wenn man mir ein Tuch von den Augen weggezogen hätte, und ich das erste Mal seit Jahren die Realität so sehe wie sie ist.

Ich tat dann mal was Gutes.

Ich ging zu meinem Kollegen und sagte Ihm, das ich aus der WG mit sofortiger Wirkung Abhaue.

Die Freundschaft war damit logischerweise beendet –Ich ließe Ihn ja im Stich und so – aber das war mir egal.

Ich bin direkt zu meinen Eltern zurück und kümmerte mich um einen Platz in der Entgiftung.

Ich trank mich von 16 Bier auf den nächsten Tag 8 und auf den nächsten Tag 4 runter.

(Danke an der Stelle auch an meinen Sport, der mir eiserne Disziplin beigebracht hat. Das geht… Auch wenn ich es niemanden Empfehle)

Und dann war ich auch im September 2021 in der Entgiftung.

Von dort aus habe ich eine Langzeittherapie angeschoben.

Das Ende meiner Alkoholiker Karriere bis heute…

Und ich fange damit auch nicht wieder an.

Dann hatte ich ja nochmal ein Intermezzo mit den Cannabinoiden…

Das ging Gottseidank auch nicht lange so.

Mal davon ab das von dem Konsum keiner weiß außer ich und jetzt Ihr, habe ich dort noch ähnliche Eindrücke gewonnen…

Es musste jetzt auch leider nochmal so sein.

Sonst wäre ich jetzt auch nicht an den Punkt gekommen wo ich jetzt bin.

Ich bin jetzt 32 Jahre und bin durch.

Man könnte sagen, ich habe jetzt beide Male die Reißleine gezogen bevor es zu spät war.

Ich nehme das ganze sehr ernst und bin sensibilisiert.

Es wird keinen Konsum mehr geben.

Auch nicht wenn ich Rentner bin.

Auch nicht wenn ich meine Fahrerlaubnis nicht mehr brauche.

Auch nicht wenn ein schwerer Schicksalsschlag mich ereilt.

Es ist jetzt mehr ein Lebenslauf geworden.

Ich war sehr ehrlich.

Es hat auch sehr gut getan und ich hab mehrere Stunden daran gesessen…

Ich denke umso mehr Infos umso besser.

Danke fürs Lesen…
 

Nico1990

Stamm-User
10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

Ich habe jeden Tag getrunken. In der Woche 4-5 Liter Bier.

An freien Tagen schon von morgens an da waren es bis zu 10 Liter bier

Nachts haben mich auch die Entzugserscheinungen geweckt. Da musste ich dann erst einmal trinken um weiterschlafen zu können.

11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?

Ich habe immer und überall getrunken. Ob zu Hause oder zu Fuß unterwegs. Mit Freunden oder alleine. Zu jeder Tages und Nachtzeit. Ich könnte jetzt auch wirklich jede Situation einzeln beschreiben. Aber das macht einfach kein Sinn. Immer. Überall. Punkt …

Am Ende auch heimlich auf der Arbeit.

12. Warum haben Sie getrunken?



Erst, also Jugendlicher, habe ich nur mitgezogen.

Einen Richtigen Grund, wie zum Beispiel alleine sein, Trauma oder ähnliches gab es nicht.

Ich habe als Jugendlicher und junger Erwachsener immer in Kreisen verkehrt, wo viel getrunken wurde.

Und so Tat ich das auch.

Es machte erst ja auch Spaß.

Dadurch hat sich von Anfang an der Alkohol tief in meine Verhaltensstruktur verwurzelt.

In jeder Situation war der Alkohol von nun an mein ständiger Begleiter.

Ich hatte ständig eine Flasche Bier in der Hand.

Mit dem fortschreitenden Alkoholkonsum kamen dann natürlich die Probleme.

Wie stress in meiner Familie, Straftaten die ich begangen habe.

Gerade auch letzteres Tat mir hinterher immer sehr leid und dann habe ich den Alkohol auch genutzt, um das zu verdrängen und zu vergessen.

Ich habe sozusagen gegen mein schlechtes Gewissen angetrunken.

Teilweise war das schlechte Gewissen – vor allem Morgens – aber auch den Entzugserscheinungen geschuldet. (Panik und Angstzustände)

Das habe ich alles auch erst viel Später deuten können.

Ich habe über Jahre so versucht, Probleme und Frust mit Alkohol zu lösen. Und musste später erst lernen, dass es auch anders geht. Und zwar viel besser. Davon ab das meine Heutigen ,,Probleme“ ganz andere sind als damals. Es ist alles lösbar.


13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)




Bei wenig Alkohol bin ich etwas lockerer und enthemmter.

Ich bin auch viel redegewandter.

Auch eine Portion Mutiger.

Es entspannte mich auch zum Teil.

Bei viel Alkohol werde ich mitunter auch aggressiv. Depressiv. Weinerlich. Ein Wechselbad der Gefühle.

Ich neigte vor allem in jungen Jahren zu impulsiven Verhalten.

Ich ließ mich enorm gehen.

Ging nicht mehr duschen und Urinierte in Flaschen. Vernachlässigte meine Arbeit.

Ich bekam davon auch eine Temporäre Psychose.

Schwer zu beschreiben.

Ich war auch schon in eine Psychiatrie Zwangseingewiesen. Mit Fixierung und allem was dazugehört.


14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Die gab es oft aus allen Richtungen.

Sei es Familie, Arbeitgeber natürlich auch Die Justiz.

Auch von den Freunden später, obwohl sie selbst viel tranken.

Mein Verhalten war ja irgendwann schwer zu ertragen.

Aber ich blendete alles aus. Ich suchte die Schuld immer nur bei den anderen.

Sah mich als Opfer.

Ich wollte das alles nicht hören. Habe gereizt und Sauer reagiert. Ich habe den Ball zurück gespielt. Ihr seid Schuld nicht ich. Die Gesellschaft ist schuld nicht ich usw.

Also letztendlich das typische Verhalten, was Alkoholiker an den Tag legen, wenn sie auf Ihren Konsum/ ihr Fehlverhalten angesprochen werden.



15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Ich habe es so weit getrieben das ich in Haft gelandet bin für 2 Jahre 4 Monate.
Freunde und Freundin alle weg. (Um die es absolut nicht schade ist. Heute bin ich froh dass ich diese Leute los bin)
Familie wendete sich ab. (Alles wieder gut. Meine Mom sagt oft das sie manchmal denkt das sie Träumt. Im positiven Sinne natürlich. Ein sehr gutes Gefühl)
In 5 Jahren 10 mal den Job gewechselt. (Hab mit viel Glück aber jetzt auch einen sehr guten)

Ich bin die Abwärtsspirale einmal komplett nach unten gewandert.

Obdachlos war ich Zeitweise auch.


16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.




Damals. Nach fast 6 Jahren Beziehung ( da war ich 26 Jahre alt) trennten ich und meine damalige Freundin uns.

Es war eine ganz unschöne Trennung.

Mit fremdgehen, vorsätzlich verletzendem Verhalten usw. Das war schon kein Rosenkrieg mehr sondern viel heftiger.

Ich wurde dann auch von einem bekannten meiner Ex-Freundin betrunken (also ich) Abgepasst und zusammen geschlagen.

Diese ganze Situation hat mich psychisch enorm fertig gemacht.

Da stieg mein Alkoholkonsum auch nochmal ein ganzes Stück an.

Aber da hat nun mal auch meine Ex-freundin nicht daran schuld, ich hätte viel früher einen Cut machen müssen und mich auf mich konzentrieren müssen.

Daraus habe ich aber auch letztendlich gelernt und bin stärker als je zuvor daraus hervorgegangen.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Das war Täglich der Fall. Am schlimmsten wurden die Tage wo ich mir vornahm, nicht so viel zu trinken.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Ja. Ich habe ja 2012\2013 meine erste Therapie gemacht und war dann 16 Monate lang nüchtern.

Dann habe ich auch immer wieder von alleine oder auch mit Hilfe von Entgiftungen aufgehört.

Das klappte dann ein paar Wochen oder Tage.

Ich war ja auch durch meinen Gefängnisaufenthalt Abstinent.

Das hätte ich nicht sein müssen, da gab es ja auch Alkohol und Cannabis.

Das waren dann 2 Jahre und 4 Monate die auch sehr gut Taten.

Ich habe mich endlich mal nüchtern meinen Problemen gestellt und stellen müssen.

Ich habe da auch viel über nüchterne Problembewältigung gelernt.

Das hilft mir heute sehr weiter.

Eine Zeit die ich nicht missen möchte, auch wenn es für Außenstehende vielleicht nicht Nachvollziehbar ist.

19. In welcher Kategorie eines Alkohol trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)


Ich habe mich Jahrelang als Missbräuchlichen Trinker oder Problemtrinker eingestuft. Ich dachte, dass ich nur aufgrund meiner Probleme so viel trinke. Und wären diese eines Tages mal gelöst, normalisiere sich auch der Alkoholkonsum wieder.



Heute weiß ich, dass ich schwer Alkoholabhängig bin. Ich hatte es immer nur nicht wahrhaben wollen obwohl es mehr als genug Anzeichen dafür gegeben hat.

Alleine schon die Entzugserscheinungen mit ca. jungen 20 Jahren.

Und das ist ja nur die Spitze des Eisberges.



Ich lasse das jetzt aber mal so stehen, weil es aus den Texten die ich weiter oben schrieb wohl schon mehr als deutlich hervorgeht.



Ich möchte mich an der Stelle nochmal ganz herzlich bei allen hier im Forum bedanken.

Ich weiß, ich Habs schon Tausend mal gemacht und es nervt sicher schon.



Ich hatte jetzt die letzten Tage und auch Stunden nochmal die Möglichkeit alles Revue passieren zu lassen und ich bin grad auch einfach nur enorm zufrieden mit mir und glücklich.



Es hat Gut getan.



Ich werde es nichtmehr versauen. Ob Lappen hin oder Her.



Bin letzten Endes froh, dass die Gesellschaft, mit der ich nie was zu tun haben wollte mir doch noch ne Chance gibt und wir so gut miteinander auskommen.



Es macht sehr viel Spaß. Tut mir leid dass ich mich über 30 Jahre wie ein Vollidiot benommen habe.



Echt danke nochmal. Ich höre jetzt auf sonst fange ich noch an zu heulen.
 

Nico1990

Stamm-User
Ich hoffe es ist so besser. Ich brauche jetzt ersmal ne Dr. Pepper :)

Vielen Dank . Ich habs versucht so gut wie möglich zu machen.

Es sind viele Stunden Hier reingeflossen. Tat sehr gut hat auch viel Spaß gemacht...
 

rüdscher

Erfahrener Benutzer
Hut ab, eine echt wilde Story und es ist nicht selbstverständlich dass du die Kurve gekriegt hast. Bleib auf deinem Weg und behalte deine Ehrlichkeit, dann kannst du anderen eines Tages eine riesige Hilfe sein!
 
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