FB Alkohol Wiederholungstäter 2,8 ./.

Ich glaube jetzt nicht, dass dich @Karl-Heinz aktiv zur Trennung von deinem Mann auffordert. Das wäre auch sehr übergriffig und da ist er erfahren genug, dass dies allein deine Entscheidung wäre. Wir hatten hier vor gar nicht so langer Zeit den Thread von @Bella_01 und ihrem Mann, die auch beide mit Alkoholproblemen zu tun hatten.
Es geht wohl eher darum, dass verzeihen ein guter Anfang ist, aber daraus mehr wachsen muss. Wenn ihr euch jetzt verzeiht, dann geschieht das noch auf wackeliger Ebene, ihr seid ja beide noch nicht wirklich stabil, meiner Einschätzung nach. Es geht v.a. darum, dass ihr euch ein gutes Fundament schafft und letztlich ein anderes Haus drauf aufbaut als das, in dem ihr bislang gelebt habt. Das ist natürlich nur ein symbolisches Bild, eure echte Bude dürft ihr schon noch stehen lassen. Mit sich im Reinen sein ist mehr als nur den Alkohol weglassen, es ist ja quasi eine Umwandlung des eigenen Lebens. Und diesen Weg musst du gehen, du und dein Mann erst mal jeweils selbst und dann zusammen. Ihr habt gemeinsam eine hohe Alkoholkultur gepflegt, da braucht es einiges, um jetzt gemeinsam den Weg des gelingenden Lebens ohne Alkohol zu pflegen. Der ist mehr als Weglassen, der ist Glücklichsein mit dem neuen Leben.
 
„Nur nicht trinken reicht nicht !“
jup. Das reicht vllt für den Suchtaspekt allein*, aber da steckt ja noch was dahinter..
Jede Sucht hat im Vorlauf einen Mißbrauch, dort diente Alkohol ursprünglich mal als Lösungsversuch - vermutlich über lange Zeit auch durchaus erfolgreich.
Jetzt ist die Frage: Lösungsversuch wofür?
Cave: ein Problem verschwindet nicht dadurch, dass man Lösungsversuche weglässt. Schön wärs :/ - dann höre ich sofort auf, mein Auto zu reparieren.

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*Sucht ist eine eigenständige Problemlage, die nicht nur das dahinterliegende Problem verschleiert sondern es meist auch noch verstärkt.
 
Das verstehe ich auch voll und ganz. Jedoch finde ich, wenn ich mir hier die Anforderungen für die MPU anschaue, meine Vorbereitung mit der Kufe als unzureichend, viel zu einfach. Aber wie soll denn jemand die Mpu bestehen, der sich nicht mit Fachbegriffen usw. auskennt? Der einfach gestrickt ist und vielleicht auch nicht viel Schulbildung?
Zum Thema stabil wurde mir von der Suchtberaterin was anderes gesagt. Ab welchem Zeitraum darf man sich als stabil sehen?
Und ja mir wurde auch ein Trauma diagnostiziert, aber ich werde es nicht vor der Mpu angehen können.
 
aber ich werde es nicht vor der Mpu angehen können.
Du könntest es als Bestandteil einer langfristigen Rückfallprophylaxe mit reinpacken*.
Und bis dahin musst Du halt überzeugend zeigen können, dass Du über ausreichend (gute und zielführende) skills verfügst, um damit stabil umgehen zu können.
Bedenke: der Gutachter will einschätzen können, wie stabil Du in der Zukunft sein wirst. Und Prognosen sind immer schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen^^. Gib ihm Futter.

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* und zwar ernsthaft, nicht nur als Lippenbekenntnis für die MPU
 
Zuletzt bearbeitet:
Genauso ist es gedacht und wurde so in der DBT Therapie beschrieben. Erst Stabilität, damit auch MPU Vorbereitung, Abhängigkeiten minimieren, was fahren angeht. Ist hier halt mit Öfis schwer mitten im nirgendwo.
 
Hier muss ich eben was loswerden.
Ich auch…
Eine Trennung von meinem Mann oder Eltern kommt für mich hier und so wie es jetzt ist nicht in Frage.
Das war und ist klar.
Ich habe das weder gemeint noch gesagt.

Zu deinem #78. in dem du von Partnerschaftsgewalt sprichst.
Das kann, will und werde ich nicht unkommentiert lassen, auch wenn es mir zum Einen Bauchschmerzen beschert und mir zum Anderen sehr schwer fällt.

aber die Gewalt in den letzten 2 Jahren vor dem Tattag, sind passiert, wo ich getrunken hatte.
Und er ?
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum zu glauben, dass Partnerschaftsgewalt unter Alkoholeinfluss nüchtern nicht passieren kann.
Ja, Alkohol senkt die Hemmschwelle und kann zu Kontrollverlust führen.
Aber unter Alkohol gibt es keine Charakterzüge, Einstellungen etc., die nüchtern nicht vorhanden sind.
Kein überzeugter Wähler der Grünen ist am Stammtisch ein AfD-Propagandist.
In vino veritas trifft es da -laienhaft gesprochen- eher.

Trotzdem weiß ich, dass dies von meinem Gegenüber nicht richtig ist.
Nicht richtig ?!
Nicht richtig ist, wenn ich eine Verabredung zum Weihnachtsmarkt vergessen habe.
Häusliche Gewalt ist eine Straftat und unentschuldbar und nicht „nicht richtig“.
Im Grunde wollte mein Mann „richtig“ handeln.
Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.
Die Situation verlassen, mir so nicht helfen.
Was ich hier herauslese, dass du im Grunde deines Herzens der Überzeugung ist, dass er dir eigentlich „nur helfen wollte.“
Weil ich, wenn ich schlimm drauf war, natürlich um Nachschub gebettelt hatte. Wenn es umgekehrt war, habe ich ihm wohl diesen „Wunsch“ erfüllt. Ich habe mich co-abhängig verhalten. Ich habe dieses von ihm auch verlangt. In sozusagen gereizt bis aufs Blut. Diese Gewaltausbrüche lassen sich für mich deswegen anders einordnen und verzeihen.
Das Einzige, was du hier tust, ist, dass du die Schuld auf dich nimmst und bestätigt noch einmal überdeutlich das, was @kapomick dir geschrieben hat.
Deine Worte sind 100% typisch für Frauen, die den Dunkelblauen erklären, warum sie ihren Partner nicht anzeigen müssen, weil sie ja daran Schuld sind.

Eine persönliche Bemerkung:
Bei Partnerschaftgewalt, wenn der Partner in der dieser hochtoxischen und nebenbei lebensgefährlichen ( an jedem 3. Tag wird in D eine Frau von ihrem „Partner“ getötet ) „Beziehung“ meint, bleiben zu können, ist meine persönliche Grenze erreicht.

Ich war ja schon der Meinung, dass du, wenn du ohne tiefgreifende, sichtbare Veränderung in deiner privaten Konstellation kaum eine realistische Chance auf eine positive Prognose haben wirst.

Nun ist die MPU die eine Sache.
Ich kann hier sagen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und dem entsprechend helfen.
Die Verantwortung liegt aber nicht bei mir, sondern beim Gutachter.

Die andere Sache ist aber, in irgendeiner Form, und sei sie auch noch so winzig, jemanden, in diesem Falle dich, @Julchen, zu beraten, wenn du in einer Grundsituation steckst, die ich aus 2 Gründen so beurteile, dass sie nicht nur nicht gesund, sondern im Wortsinne lebensgefährlich ist.

Und, um das noch einmal explizit deutlich zu machen:
Ich rate dir nicht zur Trennung, weder von deinem Mann noch von deinen Eltern.
Das ist vollumfänglich deine Sache.
Dein Leben.
Deine Entscheidung(en), die du ganz alleine sowohl treffen als auch verantworten musst.

Ich kann, will und werde das aber nicht mittragen.
Das ist meine Entscheidung.

Ich wünsche dir nur das Beste !
 
Das sind sehr sehr harte Worte. Aber auch damit werde ich lernen umzugehen. Ich hoffe nur, dass ich hier trotzdem und vielleicht gerade deshalb noch Hilfe bekomme. Denn wie gesagt kann mir diese „Kritik“ ja nur helfen eine stabile Rückfallprophylaxe aufzubauen.
 
Darf ich trotzdem Fragen was ihr vorschlagt, was wir unternehmen sollen, das Geschehene mit verschiedensten Stellen u Suchtberaterin besprochen u hinterfragt haben wir u sind wir noch dran. Wir führen so zufrieden u wieder glücklich eine Beziehung auf Augenhöhe. Meinungsverschiedenheiten werden besprochen mit Einhaltung der Grenzen beider. Beispiele, wo ich deutlich Grenzen setzen musste habe ich.
 
Liebe Julchen,

auch ich habe Ähnliches mit meinem Freund erlebt. Die Beziehung mit ihm hatte ebenfalls toxische Züge. Auch ich habe im Nachhinein betrachtet zu viel Schuld auf mich genommen, obwohl wir beide die Situation hochgeschaukelt und eskaliert haben lassen. Es ist ganz selten nur einer daran ‚schuld’. Der Alkohol hat dafür gesorgt, dass es soweit kommen musste, und es muss sich verdammt viel für beide ändern, damit sich einiges nicht mehr wiederholt.

Wenn kein Bewusstsein und der ehrliche Wunsch besteht, vieles in Zukunft zu ändern, wird sich das immer und immer wiederholen. Ich bin aber der Meinung, dass es auch wieder funktionieren kann. Mit Liebe und gegenseitigem Respekt. Das erfordert aber einiges an Arbeit, Geduld usw. Aber es darf nie der gegenseitige Respekt verloren gehen. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr das langfristig schafft. Dann kann eine hoffentlich wieder stabilisierte Partnerschaft eine wichtige Stütze auch zum Bestehen einer MPU beitragen.

Lg
Angie
 
@Angi_1970
Es tut mir von Herzen Leid, dass auch du das erlebt hast.
In einigen Dingen stimme ich dir auch durchaus zu.

Aber Einiges daraus möchte ich klarstellen, weil es bei Partnerschaftsgewalt keine „Grautöne“ gibt, sondern ausschließlich schwarz, also keine „Dutzidutzi-Parolen“ angebracht sind, allgemein gesprochen.
Es ist ganz selten nur einer daran ‚schuld’.
An rhetorischer Entgleisung einer Auseinandersetzung oder auch am Ende einer Beziehung sind beide „Schuld“, wobei mir, „beide haben ihren Teil dazu beigetragen“, weitaus besser gefällt.
An Gewalt ist aber immer nur einer „Schuld“, und zwar der, der sie ausübt.
Der Alkohol hat dafür gesorgt, dass es soweit kommen musste,
Nein ( s.o. )
Mit Liebe und gegenseitigem Respekt. Das erfordert aber einiges an Arbeit, Geduld usw. Aber es darf nie der gegenseitige Respekt verloren gehen.
Auch hier ein deutlicher Widerspruch meinerseits:
Respekt und Gewalt schließen sich in einer Partnerschaft aus, wie ein Axiom aus der Mathematik.

LG und frohe Weihnachten dir, liebe @Angi_1970 :smiley138:
 
Danke Angi für deine Worte. Ich bin auch der Meinung, dass es wieder funktionieren kann bzw. merke es ja jetzt deutlich. Trotzdem nehme ich mir die teils auch sehr harten Worte von Karl-Heinz auch zu Herzen und bin weiterhin auf der Suche, was ich diesbezüglich noch unternehmen kann, seien es Gespräche oder Aufarbeitung mit der Suchtberaterin. Oder was es noch gibt.
 
Magst Du verraten, welche?
Will mal nach u nach die einzelnen Fragen beantworten. Wie gesagt habe ich eine DBT Therapie für Verhaltensänderung gemacht. Warum ich jetzt weiß, dass die erste Therapie nicht den erwünschten langfristigen Erfolg gebracht hat, naja ich habe ich der Entgiftung bzw. Therapie meinen Mann kennengelernt, auch wenn die Therapeuten meinten, hätten genug an uns gearbeitet, weiß ich, dass ich ja zu dem Zeitpunkt andere Dinge im Kopf hatte. Was mir nur negativ von der ersten Therapie im Kopf geblieben ist, war, dass ich 16 Wochen unter einer Käseglocke war, mit lediglich 2 Heimfahrten u ich danach von Dauerbeschallung wieder allein zuhause war. Das war bei der jetzigen Therapie nicht so. Jeden Samstag bis Sonntag zuhause, habe dieses sehr für mich genossen, auf der einen Seite raus von zuhause, aber doch nicht ganz weg. Mir fiel der Wiedereinstieg zuhause so viel leichter.
 
Also, wenn du einen AN über 12 Monate bei einem nach CTU-Kriterien zertifizierten Labor hast, reichen bei A1 12 Monate.
Voraussetzung:
Du bringst deine Therapie mit ein.

Hier kommt es also auf die Berichte an.
Die entscheidende Frage also:
Was genau steht in diesen ?
Haaranalysen laufen von der Suchtberaterin übers Gesundheitsamt und werden dann zum Labor geschickt.
Kurz u knapp steht im Bericht, der leider nicht sehr lang ist, dass ich wegen Überforderung, Grenzüberschreitungen, Depression, Gewalterleben, falsche Emotionsregulierung selbstverletzendes Verhalten durch übermäßigen Alkoholkonsum betrieben habe.
Laut Suchtberaterin passt die Diagnosestellung.
 
..... 16 Wochen unter einer Käseglocke ....
Guten Morgen,
ich denke auch, dass dies ein Problem der "klassischen" stationären Therapie ist. Erst ist der gesamte Tag durchgetacktet bzw. man steht unter Beobachtung (um nicht Kontrolle zu sagen) und anschließend ist man wieder auf freier Wildbahn. In der Zeit hat sich leider das Umfeld nicht mit geändert und die Gefahr in alte Muster zu verfallen ist sehr groß. Ambulante Nachbehandlungen 1x Woche (wie bei Kombi-Nord) bringen da IMO auch nicht die Lösung.
Schönen Samstag!
@Julchen: lass den Kopf nicht hängen - es geht in kleinen Schritten voran!
 
Mich würde interessieren:
Wart ihr bis 2020 gemeinsam trocken ?
Und dann hast du / ihr „beschlossen“, gemeinsam „kontrolliert“ zu trinken ?
Oder eher so lapse / relapse ?
Wie lief das ab ?
War das so etwas wie ein schleichender ( nicht zu vermeidender Prozess ? ) oder gab es einen Auslöser, der nur dich / euch beide betraf ?

LG :smiley138:
Da wir uns ja einig sind, dass „Genuss“ von alkoholfreiem Bier und Sekt nicht von Alkoholikern betrieben werden sollten, haben wir diesen Fehler nach der Therapie schon begangen. Wobei es mit Malzbier, zwar alkoholfrei, Marke möchte ich nicht nennen, angefangen hat. Hier auch als „Kinderbier“ betitelt. Auch haben wir weiterhin bei Speisen keinen cut gemacht. Lange hat uns das nicht gestört bzw. getriggert. Ja ich weiß vollkommen leichtsinnig. Wer wie was wo den ersten Schritt zum „echten“ Alkohol gemacht hat, weiß ich nicht genau. Vieles hat damit zu tun, dass ICH meine Krankheit zu dem Zeitpunkt nicht akzeptiert habe. Ich habe mich nicht mit der Gesellschaft auseinander setzen wollen. Es war bequemer es zu verschweigen und „neu“ anzufangen.
 
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