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TF Fahrrad BAK 1,79‰

Adrian05

Neuer Benutzer
Hallo,
nachdem auch ich viele Beiträge durchgelesen habe möchte ich an erster Stelle den MPU-Profis danken, die sich viel Zeit nehmen um sich mit dem Fall eines jeden auseinanderzusetzen, ich bin leider erst zu spät auf dieses Forum gestoßen und laufe nun Gefahr aus Ignoranz und Naivität meine Fe zu verlieren.

Zur Person
Geschlecht: männlich
Größe: 1,93
Gewicht: 81
Alter: 19 (zum Zeitpunkt d. TF)

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 28.06.2025
BAK: 1,79
Trinkbeginn: 19:00 Uhr
Trinkende: 01:30
Uhrzeit der Blutabnahme: 2:30

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: nein
Strafbefehl schon bekommen: gegen Erfüllung erzieherischer Maßnahme eingestellt
Dauer der Sperrfrist: -

Führerschein
Hab ich noch: ja
Hab ich abgegeben: nein
Hab ich neu beantragt: nein
Habe noch keinen gemacht: nein

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: nein
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: nein
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): Ist zu erwarten, dass der Betroffene auch zukünftig ein (Kraft-) Fahrzeug unter einem die Fahrsicherheit beeinträchtigenden Alkoholeinfluss führen wird und/oder liegen im Zusammenhang mit dem früheren Alkoholkonsum Beeinträchtigungen vor, die das sichere Führen von Fahrzeugen in Frage stellen?

Bundesland: Erwischt in Niedersachsen und Ansässig in NRW


Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: ja, alle 2 Monate in Maßen
Ich lebe abstinent seit: 2.05.2026

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: noch nicht
Urinscreening ja/nein: noch nicht
PEth-Analytik ja/nein: nein
Keinen Plan?: !

Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: nein

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: demnächst
Selbsthilfegruppe (SHG): nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: nein
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: nein
Ambulante/stationäre Therapie: nein
Keine Ahnung: -

MPU
Datum: nein
Welche Stelle (MPI): nein
Schon bezahlt?: nein
Schon eine MPU gehabt? - nein
Wer hat das Gutachten gesehen?: keiner
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: nein

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: nein

Zu besagtem Abend; ich habe im April 25 die Universität gewechselt und bin im Zuge dessen aus meinem Elternhaus aus- und in eine neue Stadt gezogen. An diesem Wochenende haben mich zwei langjährige Freunde besucht, denen ich Stadt und Menschen vorstellen wollte. An diesem Abend wollten wir in die Stadt um in einem Club feiern zu gehen, gegen 19 Uhr haben wir angefangen Bier zu trinken, wir saßen beisammen und haben uns gut unterhalten nachdem wir circa 3 Bier à 0,5 L getrunken haben, war es 21:30. Dann sind wir mit dem Fahrrad in die Stadt gefahren (ca. 5km) und gegen 21:50 angekommen. Um uns etwas mehr in Stimmung zu bringen haben wir noch Halt bei einer Bar gemacht und ich habe zwei weitere Biere à 0,5 L und einen Shot (2cl, 40% vol.) eingenommen. Gegen 23 Uhr sind wir dann zum Club gefahren (500 m), meine Fahrtüchtigkeit hielt ich für uneingeschränkt. Im Club angekommen trank ich ein weiteres Bier (0,33 L) und einen Longdrink (400 ml, 70/30, Soda/Wodka), wir tanzten und obwohl die Musik uns nicht sehr taugte tat der Alkohol sein Übriges und wir hatten eine gute Zeit. Nachdem ich auf der vollen Tanzfläche mit jemandem zusammen stieß, der darüber sichtlich erzürnt schien und feindselig wurde, entschließen meine Freunde und ich zu gehen, nicht zuletzt weil ich als Zugezogener mit meinen Freunden anders als der Gegenüber nicht mit Rückhalt von Dritten rechnen konnte. Meine Freunde holten noch ihre Sachen bei der Garderobe, ich verließ schon vorher den Club. Draußen angekommen wartete ich kurz, aber meine Freunde ließen auf sich warten also stieg ich aufs Fahrrad und fuhr in mäßigem Tempo auf einem designierten Fahrradweg vor, nach 50 Metern auf der Fahrbahn der Gegenspur sah ich eine Polizeistreife, ich fühlte mich unantastbar, da ich mir keiner Ausfallerscheinungen bewusst war und die Grenze von 1,6 Promille fern und auch an diesem Abend für mich nicht erreicht schien. Die Streife drehte um und hielt mich nach weiteren 50 Metern an, nachdem ich 1,9 pustete war ich schockiert und wurde mitgenommen...

Nachdem ich mich anfangs relativ eingänglich mit dem Thema und den Konsequenzen befasst habe und diese hohe AAK, die ganz und garnicht kongruent mit meiner Selbstwahrnehmung war und mich mit tiefen Fragen über meinen Konsum zurückgelassen hat, habe ich aus Unwissen, sowie mangelndem Problembewusstsein, meinen Konsum nicht eingestellt, da ich dachte es hätte mit der Auseinandersetzung mit dem Thema Zeit, bis ich Post bekomme. Ich habe also weiterhin zu Geburtstagen und im Urlaub getrunken, ich habe zwar meine Trinkmuster angepasst (nur Bier, nicht mehr als ein Getränk/Stunde), das wurde aber in keiner Form forensisch begleitet. Aus purer Naivität dachte ich, dass ich nichts weiter zu befürchten hätte, als die StA das Verfahren im rahmen einer Diversion einstellte. Bis ich vor 10 Tagen Post von der FsSt erhielt mit der Aufforderung ein positives Gutachten bis Mitte Juli vorzulegen um meine Fahrerlaubnis behalten zu können.

Ich habe Einsicht erlangt und werde mich nie wieder in volltrunkenem Zustand auf ein Fahrrad, geschweige denn hinters Steuer, setzen. Seit der TF trinke ich kontrolliert und breche garnicht erst mit dem Fahrrad auf, wenn es in eine Bar oder in den Club geht.

Alkoholhistorie:

16-18:
Oberstufe, regelmäßig 17. und 18. Geburtstage, circa jedes dritte Wochenende, überwiegend Bier, mal ein Likör (7-8 Getränke), der Alkohol enthemmte und schaffte Verbundenheit zwischen mir und Menschen, die ich nur platonisch kannte. Nachdem ich das Abitur abgelegt habe gab es augenscheinlich viel Anlass zu feiern, was wir regelmäßig taten, wobei ich einmal pro Woche circa 7-8 Bier à 0,5 L hatte. Ich fing an unweit meiner Heimatstadt zu studieren, blieb also zu Hause wohnen, mein Freundeskreis setzte sich immernoch ausschließlich aus Freunden meiner Heimatstadt zusammen, mit denen ich ca. 2mal im Monat fortging (in lokale Bars oder Clubs in der nächstgrößeren Stadt).

19-20:
Nach 3 Semestern entschloss ich auszuziehen, um mein Studium an einer anderen Uni fortzusetzen, mich abzunabeln und ein stärkeres Gefühl der Selbstwirksamkeit zu erlangen. Da ich in ein fortgeschrittenes Semester immatrikuliert wurde hatten sich die Freundesgruppen zum größten teil schon konstituiert. Die neugewonnene Freiheit habe ich mit Sport und Lernen zu füllen gewusst. Getrunken habe ich, wenn ich auf Besuch in der Heimat war oder, wenn größere Feiern am Campus stattfanden, die Mengen beliefen sich auch dabei auf 8-9 Bier à 0,5 L.

Seit der TF habe ich meinen Konsum angepasst, anders als zu früheren Zeiten sehe ich im Alkohol nicht mehr das Mittel etwas herzustellen, was nicht da ist (Verbundenheit, Mut,...), sondern als Mittel zur Verstärkung schöner Momente.

Frage: Unvorbereitet in eine MPU zu gehen, halte ich nach dem Studium in diesem wunderbaren Forum für fahrlässig, ein RA sagte mir ich könne das Geld dafür genauso für einen Urlaub aufwenden, ich bin bereit meinen Führerschein zu verlieren und neu zu beantragen, wenn ich die hierzu nötige Vorbereitung unterlaufen habe. Vielleicht habt ihr Tipps oder Empfehlungen, wie ich weiter vorgehen sollte.
 
Schön, dass du uns nun gefunden hast und danke für die netten Worte :smiley138:

Wegen Zeitmangels jetzt leider nur kurz:
Ich gebe deinem Anwalt recht. Unvorbereitet in eine MPU hineinzustolpern ist vorsätzliche Geldverbrennung.

Ich rate zu folgender Vorgehensweise:
Warte erst einmal die gesetzte Frist ab.
Das wird so Anfang August sein, korrekt ?
Dann auf deine FE freiwillig verzichten, nicht auf die Entziehung warten, kostet Geld und ist „schädlich“ für die Verjährungsfrist.
Der Verzicht ist gratis.

Bis dahin schön hier bleiben, lesen und schreiben, okay ? :smiley138:
 
Danke für die schnelle Antwort Karl-Heinz, die Frist für die Rückgabe der Einverständniserklärung ist der 26.05.26, da ich davon ausgegangen bin, dass mir meine Fahrerlaubnis sofort entzogen wird, wenn ich die Einverständniserklärung nicht abgebe, habe ich sie soeben postalisch und digital an die FsSt verschickt, ich bin davon ausgegangen, dass, wenn ich die Frist für die Vorlage des Gutachtens verstreichen lasse ohne ein positives Gutachten vorgelegt zu haben, meine Fe einsenden kann. Das MPI ist ja dasselbe auch, wenn ich die MPU dort erst in Monaten für eine Neuausstellung mache.
 
habe ich sie soeben postalisch und digital an die FsSt verschickt,
Also möchtest du die MPU machen….?:smiley2204:

ich bin davon ausgegangen, dass, wenn ich die Frist für die Vorlage des Gutachtens verstreichen lasse ohne ein positives Gutachten vorgelegt zu haben,
Das ist grundsätzlich richtig.

meine Fe einsenden kann.
Es empfiehlt sich, das persönlich zu machen und dort den Verzicht zu unterschreiben.

Das MPI ist ja dasselbe auch, wenn ich die MPU dort erst in Monaten für eine Neuausstellung mache.
Das verstehe ich nun leider gar nicht…
 
Also möchtest du die MPU machen….?:smiley2204:
Ich habe die Erklärung nur versendet, weil ich davon ausgegangen bin, dass ich meine Fe andernfalls schon vor dem Ablauf der Frist zur Vorlage des positiven Gutachtens (Mitte Juli) abgeben muss. In Anbetracht der Umstände kann ich bis zu diesem Zeitpunkt aber kein positives Gutachten vorlegen, da es unsinnig wäre zu einer Begutachtung anzutreten.

Ich könnte vielleicht die Sachbearbeiterin bitten, meine Erklärung zu ignorieren und ihr sagen, dass mir die Vorbereitung fehlt um in dieser kurzen Zeit ein Gutachten vorzulegen und das ich ihr im Rahmen eines Akteneinsicht meine Fe übergeben werde?
 
Ich brauche meine FE z. Zt. nicht besonders dringend, ich glaube ich werde ihr eine Email hinterher senden mit der Bitte darum, dass sie die Erklärung ignoriert. Ich dachte nur bevor ich deine erste Nachricht gelesen habe, dass ich sie jetzt gleich abgeben müsste wenn ich nicht die Erklärung absende und das ich sie genauso gut nach Ablauf der Frist für das positive Gutachten abgeben kann, wenn daraus aber Schwierigkeiten für den weiteren Verlauf erwachsen, würde ich sie besser jetzt abgeben.
 
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