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Früherer Abstinentvertrag wurde durch Auffälligkeit abgebrochen- Aktenkundig?

ok.. fang mal an:
wofür war zuerst THC und dann Koks ein Lösungsversuch? Wofür genau war das nötig?
Gesucht: innere Bedürfnislagen, Emotionen ..
 
also:

Cannabis: Drang nach Zugehörigkeit, Angst vor "Unsichtbarkeit", das Bedürfnis nicht ersetzbar zu sein sondern ein fester Bestandteil einer sozialen Struktur und dort auch anerkannt zu sein, Identifikation durch eine "starke" Gruppe, um eigene persönliche Unsicherheiten zu überspielen.

Der nachfolgende Abschnitt beantwortet nicht direkt deine Frage @joost , sind aber Gedanken die ich mir im Laufe des Tages gemacht habe und gerne teilen würde. Zum Kokain komme ich später

woher kam diese Unsicherheit/diese Bedürfnisse?

Vielleicht mal zu meiner Situation Zuhause:
Von meiner Mutter habe ich immer Bedingungslose Liebe gespürt und habe ein sehr gutes Verhältnis zu ihr, auch zu meinen Geschwistern.
Mit meinem Vater war es etwas anders, in der Kindheit war die Beziehung schon besser, aber ab 12/13 wurde es schwieriger. Es ist zwar nichts wirklich nennenswertes vorgefallen, es gab keine überdurchschnittlichen Streitsituationen, die Beziehung war aber immer etwas "kalt" und ich habe Ihn auch nicht als Vorbild gesehen. Außerdem war er viel unterwegs und war kaum zuhause, wenn er zuhause war kamen nur Anweisungen was noch erledigt werden muss. Anschließend kam auch die Trennung von meiner Mutter und er ist ausgezogen.
Das hat mich subjektiv allerdings nie wirklich gestört, Ich habe mich damit abgefunden früh mehr Verantwortung zuhause zu übernehmen und Probleme im Haus selbstständig zu lösen.

Und da ich Ihn soweit ich mich erinnern kann nie richtig als mein Vorbild gesehen habe, hat mich seine Abwesenheit auch nicht weiter gestört, weil es Zuhause weniger Stress gab. Ich weiß nicht inwieweit es relevant ist, allerdings wollte ich es trotzdem nicht unerwähnt lassen.

Auch in der Schule habe ich keine Probleme gehabt, sowohl sozial als auch Leistungstechnisch.
Allerdings war die Beziehung zu den Personen rein schulisch und in meiner Freizeit habe ich mit Ihnen sehr wenig, bis gar nichts unternommen, da die Freizeitinteressen sich kaum deckten. Außerdem war ich wie schon erwähnt auf einer Waldorfschule, hatte also von der 1. bis zur 13. Klasse ein sehr homogenes Umfeld, wo "Hierarchien" und Freundesgruppen von Anfang an sehr ähnlich geblieben sind.


Ich war also gewohnt zuhause und in der Schule ein fester Bestandteil eines sozialen Konstrukts zu sein und vorallem Zuhause gebraucht zu werden, im "echten Leben" fehlte mir dieses Konstrukt und dieses Gefühl.
Warum hast du dir zielorientiert immer solche Gruppen gesucht ?
um hier einmal auf @Karl-Heinz
 
ok, hier ists unterbrochen, ich spring mal eben dazwischen:
schau, jetzt beginne ich mich für Dich zu interessieren. Keine Hohlphrasen mehr, sondern spürbares Du. Das heisst nicht, dass Du all das dann auch in jedem Detail dem Gutachter erzühlen musst, aber falls es ihn interessiert, hast Du was in der Hand.
Und: jetzt spürt man auch, dass da jemand von sich erzählt.
Das ist gut!
 
Jup, da bin ich etwas zu früh auf Posten gekommen. @joost vorab danke schonmal für dein Feedback :smiley22:
Weiter gehts:
Um hier vielleicht einmal auf @Karl-Heinz Beitrag einzugehen: Die Gruppe verkörperte nach außen aus meiner Sicht damals Stärke und Autonomität, Sie waren polarisierend und früh schon sehr erwachsen. Diese Stärke und selbstbestimmtheit beeindruckten mich, weshalb ich Teil dieser Gruppe sein wollte.

Zum Kokain- Innere Bedürfnisse:

Stabiles Selbstwertgefühl, ansonsten die gleichen Bedürfnisse wie beim Cannabis, da das Cannabis die Bedürfnisse nicht langfristig erfüllen konnte.

Das Umfeld während des Kokain-Konsums war ein anderes als das Umfeld während des Cannabis-Konsums.
Ich hatte ja erwähnt, dass der Cannabis ab einer gewissen Zeit genau meine Zweifel und Unsicherheiten noch bestärkte und ich deshalb aufhörte zu konsumieren. Darüber hinaus war ich zwar Teil der Gruppe geworden und hatte mein soziales Konstrukt, allerdings hab ich mich nicht unersetzbar in dieser Gruppe gefühlt. Die Gruppe war groß und alle kannten sich schon lange, ich hatte zu niemandem eine wirklich tiefere Verstrickung, wenn überhaupt zu der Person die mich in die Gruppe integriert hatte. Ich hatte das Gefühl, dass es für die anderen keinen wirklich großen Unterschied machte ob ich dabei war oder nicht. Und das hat mir gefehlt.

Anders war es bei dem Umfeld während des Kokain-Konsums.

Wir waren eine Dreier Gruppe und der Komsum hat uns in dieser Zeit fest zusammengeschweißt. Durch die Regelmäßigkeit und die kleinere Gruppengröße fühlte ich mich wirklich wie ein Teil vom Ganzen und es war wichtig ob ich dabei war oder nicht. Es war selbstverständlich, dass wir uns jedes Wochenende und auch in der Woche sahen und jedes zweite Wochenende zusammen Kokain nahmen. Wenn einer von uns zu einer Party eingeladen wurde, hieß es entweder wir drei kommen oder niemand von uns kommt. Also hatte ich die Gruppe und Zugehörigkeit gefunden, die ich gesucht hatte. Vorallem wusste ich, wenn ich weiter konsumiere habe ich auch weiterhin meine guten "Freunde". Kokain hat mir also ein neues Selbstwertgefühl gegeben, zum einen durch den Rausch, zum anderen durch meine "Freunde".
Ganz besonders hat es mir die Angst genommen ersetzbar zu sein.



Schönen Abend!
 
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