Guten Abend,
ich befinde mich zurzeit in der Vorbereitung auf meine MPU und würde gerne Feedback haben, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Da es in meinem Bekanntenkreis nur wenige Leute mit Erfahrungen gibt, würde ich mich gerne an das Forum wenden.
Zu meiner Person: Männlich, 28 Jahre alt, zum Tatzeitpunkt Student (immer noch), Blutalkohol: 2,1 Promille
Tathergang: Am 28. November 2018 wurde ich um 2:30 Uhr nachts auf dem Rückweg von einer Weihnachtsfeier auf dem Fahrrad von der Polizei angehalten und auf Grund einer zu hohen Alkoholkonzentration im Amt auf die Wache gebracht, um Blut abzunehmen. Das Ergebnis habe ich zwei Monate später mitgeteilt bekommen und die Führerscheinstelle hat sich im Mai 2019 bei mir gemeldet, woraufhin ich im Juni 2019 meinen Führerschein abgeben musste.
Im Jahr 2018 war ich im Auslandssemester in der Slowakei, wo meine Freunde und ich sehr viel getrunken haben (bis zu 4,5L Bier am Abend ohne besonderen Anlass) und dies mehrmals die Woche. Als ich zurück in Deutschland war, hat die Häufigkeit des Konsums zwar nachgelassen, aber dafür hat die Intensität noch weiter zugenommen. Außerdem hatte ich im August 2018 mit dem Rauchen aufgehört, wodurch ich meine "Raucherpausen" mit mehr Alkohol gefüllt habe.
Unternommene Schritte: Kontrolliertes Trinken von Dezember 2018 bis August 2019 (nicht streng nach den gegebenen Vorgaben, aber maximal 3 x im Monat maximal 3-4 Portionen Alkohol), Abstinenzprogramm September 2019 bis März 2020 beim TÜV Nord, intensive Auseinandersetzung mit Thema und Gespräche mit meiner Mutter, meiner Freundin und engen Freunden
Verhaltens- und Situationsänderung seitdem:
Ich habe meinen Alkoholkonsum fast unmittelbar nach dem Vorfall strikt heruntergefahren und alles dokumentiert. Im Februar 2019 kam ich mit meiner jetzigen Freundin zusammen (meine erste richtige Beziehung), der ich im Juni von dem Vorfall und den Konsequenzen berichtet habe. Meine Mutter und meine WG wussten sofort Bescheid. Ich habe es ihr nicht sofort erzählt, weil ich Sorgen um ihre Reaktion hatte und es alles sehr viel wurde zu dem Zeitpunkt, da meine Mutter im Mai 2018 Krebs diagnostiziert bekommen hatte. Im Frühjahr hatte ich bereits mit meiner Mutter viel darüber gesprochen, wie es bei mir soweit kommen konnte und wir haben Pläne gemacht (bzw. ich habe Pläne gemacht und sie hat mich dabei unterstützt), um eine erneute Situation zu vermeiden. Seitdem ich den Führerschein verloren habe, gehe ich offener mit der Situation um und spreche viel mit Freunden darüber. Viele von ihnen versuchen auch meinen Fehler zu verharmlosen, um mich in Schutz zu nehmen, aber ich bin der festen Überzeugung, dass bei mir einiges schief gelaufen ist zu der Zeit und ich nehme es nicht auf die leichte Schulter.
Ich bin außerdem aus meiner WG ausgezogen und mit meiner Freundin zusammengezogen und führen jetzt quasi ein kleines, nettes Vorstadtleben und ich mag es wirklich! Wir gehen weiterhin auf Konzerte und treffen uns mit Freunden in Bars, aber ich bleibe bei alkoholfreien Getränken und habe trotzdem Spaß.
Wenn ich den Führerschein zurückhabe:
Ich werde wieder etwas trinken, aber möchte es nicht mehr für den Rausch, sondern zum Genuss tun. Ich vermisse die Freiheit abends beim Essen ein Glas Weißwein zu trinken oder mit einem Freund mit einem Bier auf seine Verlobung anzustoßen. Meine Freundin trinkt auch kaum etwas und mir ist der Gedanke schon unangenehm, dass sie mich so betrunken wie früher erleben müsste.
Des Weiteren möchte ich nicht so werden wie mein Vater, der einiges zu meinem Verhalten beigetragen hat. Er hat es sogar vor zwei Monaten indirekt zugegeben, aber ich könnte ihm trotzdem niemals die Situation beichten oder mit ihm darüber reden, da seine Persönlichkeit es nicht zulässt.
Da meine Mutter weiterhin schwer krank ist, werde ich mich im Januar an die Psycho-soziale Beratungsstelle der Universität wenden und mir einen Therapeuten suchen, um mit der Situation besser umzugehen und nicht später versuche irgendetwas in einem Rausch zu ertränken.
Denkt ihr, dass die Schritte ausreichen oder habe ich etwas essentielles übersehen?
Freue mich über (freundliche) Rückmeldungen.
Liebe Grüße
HeMa
ich befinde mich zurzeit in der Vorbereitung auf meine MPU und würde gerne Feedback haben, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Da es in meinem Bekanntenkreis nur wenige Leute mit Erfahrungen gibt, würde ich mich gerne an das Forum wenden.
Zu meiner Person: Männlich, 28 Jahre alt, zum Tatzeitpunkt Student (immer noch), Blutalkohol: 2,1 Promille
Tathergang: Am 28. November 2018 wurde ich um 2:30 Uhr nachts auf dem Rückweg von einer Weihnachtsfeier auf dem Fahrrad von der Polizei angehalten und auf Grund einer zu hohen Alkoholkonzentration im Amt auf die Wache gebracht, um Blut abzunehmen. Das Ergebnis habe ich zwei Monate später mitgeteilt bekommen und die Führerscheinstelle hat sich im Mai 2019 bei mir gemeldet, woraufhin ich im Juni 2019 meinen Führerschein abgeben musste.
Im Jahr 2018 war ich im Auslandssemester in der Slowakei, wo meine Freunde und ich sehr viel getrunken haben (bis zu 4,5L Bier am Abend ohne besonderen Anlass) und dies mehrmals die Woche. Als ich zurück in Deutschland war, hat die Häufigkeit des Konsums zwar nachgelassen, aber dafür hat die Intensität noch weiter zugenommen. Außerdem hatte ich im August 2018 mit dem Rauchen aufgehört, wodurch ich meine "Raucherpausen" mit mehr Alkohol gefüllt habe.
Unternommene Schritte: Kontrolliertes Trinken von Dezember 2018 bis August 2019 (nicht streng nach den gegebenen Vorgaben, aber maximal 3 x im Monat maximal 3-4 Portionen Alkohol), Abstinenzprogramm September 2019 bis März 2020 beim TÜV Nord, intensive Auseinandersetzung mit Thema und Gespräche mit meiner Mutter, meiner Freundin und engen Freunden
Verhaltens- und Situationsänderung seitdem:
Ich habe meinen Alkoholkonsum fast unmittelbar nach dem Vorfall strikt heruntergefahren und alles dokumentiert. Im Februar 2019 kam ich mit meiner jetzigen Freundin zusammen (meine erste richtige Beziehung), der ich im Juni von dem Vorfall und den Konsequenzen berichtet habe. Meine Mutter und meine WG wussten sofort Bescheid. Ich habe es ihr nicht sofort erzählt, weil ich Sorgen um ihre Reaktion hatte und es alles sehr viel wurde zu dem Zeitpunkt, da meine Mutter im Mai 2018 Krebs diagnostiziert bekommen hatte. Im Frühjahr hatte ich bereits mit meiner Mutter viel darüber gesprochen, wie es bei mir soweit kommen konnte und wir haben Pläne gemacht (bzw. ich habe Pläne gemacht und sie hat mich dabei unterstützt), um eine erneute Situation zu vermeiden. Seitdem ich den Führerschein verloren habe, gehe ich offener mit der Situation um und spreche viel mit Freunden darüber. Viele von ihnen versuchen auch meinen Fehler zu verharmlosen, um mich in Schutz zu nehmen, aber ich bin der festen Überzeugung, dass bei mir einiges schief gelaufen ist zu der Zeit und ich nehme es nicht auf die leichte Schulter.
Ich bin außerdem aus meiner WG ausgezogen und mit meiner Freundin zusammengezogen und führen jetzt quasi ein kleines, nettes Vorstadtleben und ich mag es wirklich! Wir gehen weiterhin auf Konzerte und treffen uns mit Freunden in Bars, aber ich bleibe bei alkoholfreien Getränken und habe trotzdem Spaß.
Wenn ich den Führerschein zurückhabe:
Ich werde wieder etwas trinken, aber möchte es nicht mehr für den Rausch, sondern zum Genuss tun. Ich vermisse die Freiheit abends beim Essen ein Glas Weißwein zu trinken oder mit einem Freund mit einem Bier auf seine Verlobung anzustoßen. Meine Freundin trinkt auch kaum etwas und mir ist der Gedanke schon unangenehm, dass sie mich so betrunken wie früher erleben müsste.
Des Weiteren möchte ich nicht so werden wie mein Vater, der einiges zu meinem Verhalten beigetragen hat. Er hat es sogar vor zwei Monaten indirekt zugegeben, aber ich könnte ihm trotzdem niemals die Situation beichten oder mit ihm darüber reden, da seine Persönlichkeit es nicht zulässt.
Da meine Mutter weiterhin schwer krank ist, werde ich mich im Januar an die Psycho-soziale Beratungsstelle der Universität wenden und mir einen Therapeuten suchen, um mit der Situation besser umzugehen und nicht später versuche irgendetwas in einem Rausch zu ertränken.
Denkt ihr, dass die Schritte ausreichen oder habe ich etwas essentielles übersehen?
Freue mich über (freundliche) Rückmeldungen.
Liebe Grüße
HeMa