Taxifahrer – 2 THC-Fälle, 13 Jahre Abstand, Abstinenz bereits gestartet

Berlin Berlin

Neuer Benutzer
Hallo zusammen,

ich möchte meine Situation schildern und um eine realistische Einschätzung bitten.

Ich bin Taxifahrer (P-Schein) und auf die Fahrerlaubnis beruflich angewiesen.
Am 15.10.2025 wurde ich mit einem THC-Wert von 23,5 ng/ml im Blut kontrolliert.
Daraufhin habe ich einen Bußgeldbescheid mit 1 Monat Fahrverbot und Geldbuße erhalten.

Es gab bereits einen früheren THC-Vorfall aus den Jahren 2011/2012.
Damals wurde mir gelegentlicher Cannabiskonsum attestiert, ich habe ein ärztliches Gutachten vorgelegt und das Verfahren wurde abgeschlossen.
Seitdem war ich über 13 Jahre ohne jegliche Auffälligkeiten im Straßenverkehr.

Nach dem aktuellen Vorfall habe ich eigenständig und ohne behördliche Aufforderung ein 12-monatiges Urinkontrollprogramm bei einem anerkannten Labor begonnen
(Start 15.12.2025, mindestens 6 forensisch gesicherte Screenings).

Mir ist bewusst geworden, dass der Konsum – unabhängig von rechtlichen Grenzwerten – nicht mit meiner Verantwortung als Taxifahrer vereinbar ist.
Ich habe mich deshalb dauerhaft und vollständig gegen Cannabis entschieden.

Ein Schreiben der Fahrerlaubnisbehörde liegt noch nicht vor, ich rechne jedoch mit einer MPU-Anordnung und möchte mich frühzeitig korrekt darauf einstellen.

Mich interessieren insbesondere:
  • wie ein Fall mit zwei THC-Ereignissen bei 13 Jahren Abstand bewertet wird,
  • welche Abstinenzdauer realistisch verlangt wird (insbesondere wegen Taxi/P-Schein),
  • und worauf ich mich inhaltlich bei der MPU vorbereiten sollte.

Vielen Dank fürs Lesen und für eure Einschätzungen.

Viele Grüße

Übergroße Zeilenabstände entfernt *Nancy*
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Schön, dass du hier gelandet bist :smiley138:

Zuerst einmal:
https://www.mpu-vorbereitung-online.com/forum/threads/profilfragebögen.263/ bitte ausfüllen.
Wichtig sind bei dir die Aktiv- und Passivwerte

Eine behördliche Anordnung zur Abstinenz gibt es idS nicht.
Alle Maßnahmen unterliegen der Freiwilligkeit.

Dein Labor ist nach CTU-Kriterien zertifiziert…?

Eine besondere Anforderung für P-Schein-Inhaber gibt es nicht.
Allerdings ist deine Auffälligkeit aus psychologischer Sicht anders zu bewerten.
Es spricht für eine tiefer liegende Problematik, wenn du aufgrund des Drogenkonsums nicht nur deine FE, sondern auch deine Existenzgrundlage aufˋs Spiel setzt.

Ob die Auffälligkeit noch verwertbar ist, weiß ich jetzt nicht genau.
Schaue mal inˋs FAER, da steht die Tilgunsfrist drin.
 
Die Tat von 2011/2012 wird keine Rolle mehr spielen, da es wohl keine MPU gab.

Für den (umgangssprachlich) Taxischein gelten aber besondere Voraussetzungen. Die Anforderungen an die Zuverlässigkeit sind besonders hoch (auch privat) und wenn die nicht (mehr) erfüllt werden ist der Taxischein zu entziehen. Siehe zum Beispiel:

https://www.bussgeldsiegen.de/taxi-fahrerlaubnis-entzogen-darf-das-auch-ohne-mpu-passieren/

Die MPU (sofern sie gefordert wird) wird zwar im üblichen Rahmen ablaufen, die Anforderungen zum Bestehen für den Taxischein (nicht für die Fahrerlaubnis) sind aber höher.

Es spricht für eine tiefer liegende Problematik, wenn du aufgrund des Drogenkonsums nicht nur deine FE, sondern auch deine Existenzgrundlage aufˋs Spiel setzt.

Das Ergebnis ist zwar ähnlich, die Behörden sehen aber die Sicherheit der Fahrgäste im Vordergrund. Die berufliche Existenz betrifft viele Berufsgruppen ohne das dies bei der MPU eine entscheidende Rolle spielt.
 
FB Drogen

Zur Person
Geschlecht: männlich
Alter: 41 Jahre

Was ist passiert?
Drogensorte: Cannabis (THC)
Konsumform (Dauer und Häufigkeit je Substanz):
Erstkonsum ca. 2001 (vereinzelt, ca. 5 Mal).
Danach kein Konsum bis November 2011.
Von Anfang November 2011 bis zuletzt am 13.11.2011 ca. 3–4 Mal pro Woche Cannabis.
Erneuter Konsum vor der Auffälligkeit 2025, genaue Häufigkeit nicht angegeben.

Datum der Auffälligkeit:
15.11.2011 (erste Auffälligkeit)
15.10.2025 (aktuelle Auffälligkeit)

Drogenbefund
Blutwerte:
2011:
- THC 1,3 ng/ml
- THC-COOH 15,0 ng/ml
- 11-Hydroxy-THC 0,47 ng/ml

2025:
- THC 23,5 ng/ml im Blutserum

Schnelltest: nicht bekannt
Beim Kauf erwischt: Nein
Nur daneben gestanden: Nein

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: Nein
Polizei hat sich mit den Blutwerten gemeldet: Ja
Verfahren gegen Bußgeld eingestellt: Nein
Verurteilt: Ja (Bußgeldbescheid 2025)
Strafe abgebüßt: Nein

Führerschein
Hab ich noch: Ja
Hab ich abgegeben: Nein
Hab ich neu beantragt: Nein
Habe noch keinen gemacht: Nein

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Nein
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: Ja (siehe Altlasten)
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt):
Ob zu erwarten ist, dass auch künftig ein Kraftfahrzeug unter Einfluss von Betäubungsmitteln geführt wird,
ob aktuell Betäubungsmittel konsumiert werden,
und ob psycho-funktionale Beeinträchtigungen vorliegen.

Bundesland: Berlin / Brandenburg

Konsum
Ich konsumiere noch: Nein
letzter Konsum: Oktober 2025

Abstinenznachweis
Haaranalyse: Nein
Urinscreen: Ja
Keinen Plan: Nein

Details Abstinenznachweis:
Vertrag über ein forensisch gesichertes Urinkontrollprogramm
Zeitraum: 15.12.2025 bis 15.12.2026
Mindestens 6 unangekündigte Urinkontrollen

Aufarbeitung
Drogenberatung: Nein
Selbsthilfegruppe (SHG): Nein
Psychologe: Nein
Ambulante/stationäre Therapie: Nein
Keine Ahnung: Nein

MPU
Datum: noch nicht festgelegt
Welche Stelle (MPI): noch nicht bekannt
Schon bezahlt?: Nein
Schon gehabt?: Ja (2012/2013)
Wer hat das Gutachten gesehen?: Führerscheinstelle
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?:
Damals Nichteignung wegen gelegentlichem Cannabiskonsum
und fehlendem Trennvermögen.

Altlasten
Bist du Rückfalltäter?: Ja

Weitere Altlasten (nicht verkehrsbezogen):
Mehrere strafrechtliche Verurteilungen in den frühen 2000er-Jahren
sowie eine Betrugsverurteilung 2010.
Im medizinisch-psychologischen Gutachten von 2010/2012 wurde geprüft,
ob weitere Straftaten zu erwarten sind; dies wurde später verneint.
Seitdem keine erneuten strafrechtlichen Auffälligkeiten ohne Drogenbezug.
 
Liebe Community,

ich möchte meine Situation hier offen schildern, weil mich das Ganze im Moment sehr belastet und ich merke, dass ich alleine kaum noch zur Ruhe komme.

Ich wurde als Taxifahrer mit einem THC-Wert von 23,5 ng/ml angehalten. Was mich dabei besonders fertig macht: Ich hatte vor 13 Jahren bereits einmal einen THC-Fall, habe damals eine MPU gemacht und diese auch bestanden. Danach war ich über viele Jahre unauffällig im Straßenverkehr.

Gerade deshalb trifft mich die jetzige Situation extrem. Ich mache mir große Sorgen, was nun alles auf mich zukommen wird – ob MPU, wie lange das Verfahren dauert, ob mir der Führerschein entzogen wird und was das für meine berufliche Existenz bedeutet. Ich arbeite aktuell noch als Taxifahrer, aber die Ungewissheit und der psychische Druck machen mich zunehmend fertig.

Ich habe große Angst davor, wie hart die Konsequenzen ausfallen könnten und ob ich das alles emotional und beruflich stemmen kann. Diese Situation überfordert mich sehr, und ich merke, dass ich mir möglicherweise auch psychologische Unterstützung suchen muss, um damit klarzukommen.

Mir ist bewusst, dass der Fehler bei mir lag, und ich nehme das Ganze sehr ernst. Trotzdem fällt es mir gerade schwer, mit dieser Angst und Unsicherheit umzugehen.

Ich wollte das hier einfach ehrlich teilen, weil ich hoffe, durch den Austausch etwas Halt und Orientierung zu bekommen.

Danke fürs Lesen und für jede Rückmeldung

Übergroße Zeilenabstände entfernt *Nancy*
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Hast du nicht schon 2 Threads ?
So steigt da ja keiner mehr durch…

Selbstverständlich erhältst du jede Hilfe und Unterstützung hier, aber so herrscht zumindest bei mir Verwirrung…
 
Was mich dabei besonders fertig macht: Ich hatte vor 13 Jahren bereits einmal einen THC-Fall, habe damals eine MPU gemacht und diese auch bestanden
was macht dich da besonders fertig?
Dass Du wieder erwischt wurdest oder dass Du munter weiterkonsumieren wolltest / musstest?


und was das für meine berufliche Existenz bedeutet.
das heizt in der Tat Deine Situation an, und zwar in Richtung massive (!) Drogenproblematik. Wenn Dir das THC wichtiger war als Deine berufliche Existenz, dann ist das schon nochmal schwerer zu bewerten ...
 
Was war denn dein Passivwert ?
Welche Werte führten zur 1. MPU ?

Bist du damals mit Abstinenz angetreten oder kk ?
Wie lange hat die gehalten ?
 
Die beiden Themen des Users wurden zusammengeführt.

Bitte Berlin Berlin, bleibe mit all deinen Beiträgen zu deinem Thema hier in diesem Thread.
 
Bitte schreibe doch etwas ausführlicher, in deinem Sinne, und beantworte alle Fragen.
Ich habe schon 2mal nach dem Passivwert der jetzigen Auffälligkeit gefragt.

Das ist wichtig, um dir antworten zu können.

Ich kann wirklich gut verstehen, dass du verzweifelt bist, aber, wenn z.B. ich dir alles aus der Nase ziehen muss oder gar keine Antwort bekomme, bin ich hier raus, bevor ich verzweifele….
Es ist ja nicht meine FE, um die es hier geht, richtig ?
 
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