Hallo,
ich habe jetzt den FB Ausgefüllt.
Warum ich heute bei der MPU bin?
Ich möchte heute klar machen, dass ich mein Trinkverhalten grundlegend verändert habe, und ich im Straßenverkehr keine Gefahr mehr darstellen möchte.
Tathergang
1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(Wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)
Es war am 13.1.24 ich habe zu Hause Feierabend gemacht und wollte danach noch das Bundesliga Abendspiel im Vereinsheim Anschauen. Ich bin um 17.00 ins Vereinsheim gegangen um die Zusammenfassung von dem Nachmittag spielen und den Vorbericht vom Abendspiel anschauen. Es
war schon eine gute und Ausgelassene Stimmung an dem Abend unter Freunden wo ich dazu gekommen bin. Ich habe in der Zeit von 17.00 – 22.24 Uhr 10 Bier (0,5l) getrunken. Gegen 22.24 wollte ich nach Hause laufen. Da es in dieser Nacht recht kalt war und ich keine Jacke dabei hatte bin ich auf die Dumme Idee gekommen ich könnte ja nach Hause fahren (da es ja schon 2 -3 mal gut ging). Nach ca. 200m wurde ich von der Polizei aufgehalten zur einer Allgemeinen Verkehrskontrolle. (Da ich rechts abbiegen wollte und nicht geblinkt hatte). Es wurde ein Alkoholtest gemacht und danach noch eine Blutkontrolle. Bei der Blutkotrolle hatte ich 2,54 Promille
2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)
10 Bier, á 0,5 Liter
Von ca. 17:00 Uhr bis 22:24 Uhr
Blutentnahme 23 Uhr
(Ich habe es mit smart-rechner und mit der Formel in dem MPU Vorbereitungskurs durchgerechnet und es passt auch.)
3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
Ich bin 200m gefahren bis ich Angehalte wurde. Insgesamt wollte ich ca. 1000m fahren
4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)
Ich habe mir zu diesem Zeitpunkt ehrlich gesagt, gar keine Gedanken gemacht, ob ich noch fahren kann oder nicht.
Ich bin eingestiegen und losgefahren.
5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
Gar nicht. Es war ursprünglich nicht geplant nach Alkoholtrinken zu fahren. Unter Alkoholeinfluss hatte ich mir danach keinen Gedanken dazu gemacht.
6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
Ja 2010 mit 0,3 Promille
7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?
In der Zeit wo ich der Führerschein hatte bin ca. 50-mal mit Alkoholeinfluss Auto gefahren. Es passierten aus purer Selbstüberschätzung und Gleichgültigkeit. Es gab auch bestimmt Restalkoholfahrten die mir schlichtweg nicht bewusst waren. Mir ist bewusst geworden nach dieser fahrt, wie gefährlich es ist, alkoholisiert zu fahren. Da die Reaktionszeit ablässt und ich dadurch nicht mehr Vorausschauend fahre. Nach der Vorbereitung ist mir auch erst bewusst geworden wie lang es dauert bis so große Mengen Alkohol erst abgebaut sind.
Exploration
8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)
Es war im Alter von 16 Jahren wo ich das erste Mal Alkohol getrunken habe, Es war ein Geburtstag von meinem Nachbar. Ich habe an dem Abend damals 2 Bier getrunken. . Ich hatte mich ich der Nacht auch mal übergeben müssen.
9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
Es war im Alter von 16 Jahren wo ich das erste Mal Alkohol getrunken habe, Es war ein Geburtstag von meinem Nachbar. Ich habe an dem Abend damals 2 Bier getrunken. Ich hatte mich ich der Nacht auch mal übergeben müssen.
In der Zeit zwischen 16 und 18 Jahren habe ich 1-2x im Monat Alkohol getrunken ca. 1-3 Bier.
Zwischen der Zeit von 18 – 27 Jahren habe 2x Monat 3-5 Bier0,5L getrunken.
Von 27 – 35 Jahren 2-4 Monat 3-5 Bier0,5L
(Ich hatte in der Zeit auch zwei Beziehungen die eine über 4 Jahre und die andere 10 Jahre in der Zeit habe ich nicht so viel Alkohol getrunken.)
Erst in den letzten 1,5 – 2 Jahren nach Ende der damaligen Beziehung habe ich mehr Alkohol getrunken. Hier habe 1x unter der Woche 1-2 Feierabendbier getrunken. Am Wochenende 3-4 pro Monat bis zu ca. 10 Bier.
10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
16 –18 Jahren 1-2 Monat 1-3 Bier 0,5L
18 – 27 Jahren 2x Monat 3-5 Bier 0,5L
27 – 35 Jahren 2-4 Monat 3-5 Bier 0,5L
35 – 38 Jahren 3-4 Monat Wochenende bis zu ca.10 Bier 0,5L
1x unter der Woche 1-2 Bier
11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
In Gesellschaft mit Freunden oder Arbeitskollegen. In Disko, Kneipen, Festen oder privaten Feiern.
12. Warum haben Sie getrunken?
Äußere Motive
In dem Kreis wo ich aufgewachsen bin, war der Alkohol ein ständiger Begleiter und gehörte einfach dazu. Zu jedem Anlass wie Fest, Geburtstag, Grillen usw. wurde immer getrunken. Der Alkohol hat die Laune angehoben, die Kommunikation geöffnet. Aufgrund von meinem zurückhaltenden Charakter und Schüchternheit war mir immer schwierig ins Gespräch mit Leuten kommen, Alkohol hatte es erleichtert. Später war der Alkohol für mich auch als Belohnung nach der Arbeit und Stress, als Schalter um mich von der Arbeits-und Stressgedanken abzustellen.
Innere Motive
Da in meinem Damaligen Freundeskreis ein gewisser Alkoholkonsum normal war (so wurde z.B. zum Vorglühen vor Disco besuchen schon meist das eine oder andere Bier getrunken), habe ich mich damals versucht über das Trinken zu integrieren, da ich durch den Alkohol lockerer wurde und ich mit neuen Leuten auch besser sprechen konnten. Als ich dann 2013 zwei Unfälle hintereinander hatte und ich fast ein Jahr Krank geschrieben war (3 Monate Mittelfuß ausgekapselt und danach gleich eine schwere Handverletzung) wurde mein Konsum langsam mehr da ich mit mir nicht wusste ich machen sollte und ob ich meinen Beruf und mein Hobby weiter Ausüben kann. Als ich nach meiner Krankheitszeit, Krankengymnastik wieder meine Arbeit Ausführen konnte wurde der Konsum wieder weniger.
Als sich dann ca. ein halbes Jahr später meine damalige Freundin von mir getrennt hatte wurde der Konsum wieder langsam mehr, da ich merkte, dass ich meine Sorgen kurzfristig mit Alkohol betäuben konnte. Als ich dann ein dreiviertel Jahr Später wieder eine Freundin kennen lernte nahm diese auch wieder ab.
Ein gutes Jahr Später wurde mir auf der Arbeit die Position zum Filialleiter Angeboten. Ich war von jetzt auf nachher für die ganze Filiale zuständig und ich wollte meinen Chef, die Kollegen die Kunden nicht enttäuschen. So nahm ich die negativen Erfahrungen Woche für Woche mit nach Hause und versuchte sich selbst zu verarbeiten. Hier nahm dann der Konsum wieder zu da ich für Kurze Zeit am Wochenende den Stress von der Arbeit vergessen konnte. Ca 2 Jahre vor meiner Trinkfahrt trennte sich meine Freundin mir. Wir standen in den Planungen von einem Haus Bau und ich hatte auch schon den Bauplatz gekauft und mich in Finanzielle Schulden gebracht. Zur gleichen Zeit habe übernahm ich eine Führungsposition und war Chef von der ganzen Filiale. Für meine neuen Job gab es keine Einweisung oder Übergabe, sodass ich mir alles selber aneignen musste. Ich war der Meinung, dass ich alle Themen in der Hand haben müsste und habe die ganze Verantwortung an mich gezogen, damit ich allen Mitarbeitern und Vorgesetzten zufrieden stellen kann. Somit war ich auch ca. 50-60 Stunden die Woche auf Arbeit. So nahm ich meine negativen Erfahrungen Tag für Tag nach Hause und versuchte ich sie selbst zu verarbeiten. Meine Familie oder Freunde wollte ich auch nicht mit meinen Themen belasten, auch weil ich der Meinung war, dass sie das so oder so nicht verstehen werden. Weil sie ja gar nicht wissen wie es bei mir auf der Arbeit Aussieht. Zudem wollte ich mit meinen Problemen keinen auf die Nerven gehen. Auch war ich der Meinung, dass ich kennen Hilfe brauche um meine Probleme aufzuarbeiten. Getreu dem Motto: Da beiße ich mich alleine durch!
Somit wurden die Trinkanlässe am Wochenende mehr um von dem Ganzen Stress Abschalten zu können.
13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)
Bei wenig Alkohol wurde ich ausgelassener, entspannter und hatte Spaß. Lockere Sprüche und Witze waren bei jeder Feier dabei.
Konversationen über Politik oder gesellschaftliche Themen wurden locker aber intensiv geführt, der Alkohol hat hier die Diskussionsfreudigkeit im positiven angeregt.
Allgemein herrschte in mir eine entspanntere Stimmung und ich hatte das Gefühl, dass mein Stress und Nöte nicht gegenwärtig waren. Ich habe dann gerne getanzt, gelacht und ausgelassen gefeiert.
Bei viel Alkohol wurde immer noch gescherzt, aber auf einem wesentlich niedrigeren Niveau.
Die Konversationen wurden inhaltsleerer und lauter.
Die Sprache wurde verwaschener und man hat sich nicht mehr über komplexere Themen unterhalten.
Ich wurde hemmungsloser und risikofreudiger.
Ich wurde dann irgendwann müde und träge und wollte nur noch nach Hause.
14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?
Meine Freunde waren mindestens auf dem gleichen Level mit mir und bei den Arbeitskollegen bin ich auch nicht aufgefallen. Ich war nie aggressiv oder laut. Nur Meine Familie hatte sich Gedanken gemacht um die Alkoholmenge, die ich trinken konnte. Ich hatte es aber nie wahrgenommen und ignoriert. Ich konnte es damals noch nicht reflektieren.
15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
Auch, wenn ich am Vorabend unterwegs war und getrunken habe, bin ich meine Verpflichtung stets nachgekommen. Ich habe keine Termine, wie Umzüge von Freunden o.ä. Verpasst. In solchen Fällen habe ich am Vorabend aber auch meist keinen oder nur sehr geringe Menge Alkohol getrunken.
16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.
Ja. Bis zur meiner TF. Heute lebe ich abstinent.
17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
Nein, ich wurde nach hohem Alkoholkonsum immer müde. Das war für mich immer der Punkt, ins Bett zu gehen
18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Nein
19. In welcher Kategorie eines Alkoholes trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)
Früher hatte ich mich als viel Trinker, aber nicht gefährlich eingeschätzt denn es gab immer wieder Leuten in meinem Umfeld die mehr konsumiert hatten, ich hatte nie Entzug Erscheinungen, und spürte kein körperliches Verlangen nach Alkohol. Heute weiß ich, dass mein Konsum extrem hoch war und extrem gefährlich. Ich hatte mir unbewusst eine sehr hohe Alkoholtoleranz angeschafft. Ich war wohl nicht alkoholabhängig, aber auf dem besten Weg zur Abhängigkeit.
Heute und in Zukunft
20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Nein
21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?
Seit der TF am 13.1.24 habe ich am 20.9.24 ein Bier 0,33l getrunken. Seither lebe ich Abstinent
22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
Nein
23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
Ich habe mich bewusst aus mehreren Gründen entschlossen keinen Alkohol mehr zu trinken. Mir ist klar, dass weitere Konsum definitiv zur Alkoholabhändigkeit führen wird und zu dem erheblichen Schaden in meinem Körper. Der Alkohol hat mir einen unglaublichen Schaden verursacht. Heute geht es mir ohne Alkohol viel besser. Ich habe erkannt, dass ich mit Alkohol nicht mehr umgehen kann und kein kontrolliertes Trinken möglich ist. Es ist zu gefährlich. Im Verlauf meiner Abstinenz hatte ich festgestellt, dass ich kein Alkohol mehr brauche um Spaß zu haben oder meine Probleme zu bewältigen. Ich habe jetzt endlich Zeit um die Dinge zu kümmern, die ich früher vernachlässigt hatte. Der Alkohol hatte verhindert, dass ich mich mit meinen Problemen auseinandersetze. Ich habe Alkohol als Ausgleich und Entlastung genutzt, als Hilfsmittel eingesetzt um mir die Entspannung zu gewährleisten. Jetzt habe ich viel bessere Hilfsmittel. Ich habe jetzt Hobby. Ich fahre jetzt gerne Fahrrad und gehe mit meinem Freunden wandern.
24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?
Der TF hat in mir Schalter umgelegt und ein Änderungsprozess gestartet. Ich war der Meinung, dass ich meinen Konsum unter Kontrolle habe. Ich habe mich selbst angelogen, dass mein Umgang mit Alkohol normal ist. Ich dachte, wenn ich kein körperliches verlangen nach Alkohol habe, dann ist noch alles in Ordnung. Ich habe Alkohol nur am Anfang meiner Alkoholkarriere aus Geschmacksgründen getrunken, aber die Letzen 15-2 Jahren war es definitiv aus Wirkungsgründen. Anstatt mich richtig zu entspannen, hatte ich mir so eine Art Alkoholentspannung vorgetäuscht. Durch TF bin ich aufgewacht und verstanden wie gefährlich mein Verhallten und Umgang mit Alkohol war. Ich hatte mich und anderen in große Gefahr bringen könnten. Wie würde ich jetzt leben, wenn ich jemanden tödlich verletzt hätte? Auch die Mengen von Alkohol, die ich vor dem TF getrunken hatte, haben mich fast umgehauen, nach dem ich es analysiert und begriffen hatte
25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?
Es hat fast 9 Monaten gedauert bis ich verstanden hatte, dass es komplettes Verzichten auf Alkohol sein muss. Nach dem TF war ich erstmal entsetzt, wie es passiert ist. Im ersten Monat hatte ich immer und wieder diese Situation mit TF im Kopf gehabt und darüber nachgedacht. Was mache ich jetzt? Ich habe erstmal mein Alkoholkonsum reduziert und wollte eine Trinkpause einlegen. Ich hatte immer noch alles in mir gehalten. Erst nach Gesprächen mit meinem MPU Berater war mir klar, dass das Motto „ich komme schon alleine durch „nicht funktionieren wird. Es ist sehr schwer ohne fremde Hilfe sich komplett zu ändern. Ich habe meine Scham überwunden und angefangen mit meinem Bruder und meinen besten Freunden um mich selbst, um meine Gefühle und Probleme zu reden. Es war nicht so einfach zugeben, dass ich auch meine Schwäche habe. Aber dies fuhr zu einer großen Erleichterung in mir. Anfangs motivierte mich nur mein Führerschein, aber je weiter ich durchkämpfte desto mehr wurde klar, dass es doch um mein zukünftiges Leben geht. Und ohne Umfeld Wechsel und ohne Unterstützung von Angehörigen wäre es nur sehr schwer bzw. kaum realisierbar. Die Kumpels wo meine Entscheidung auf Alkohol zu verzichten nicht verstehen und akzeptieren. Dies führten dann zum Auflösen unserer Freundschaft und Abbruch allen Kontakten von meiner Seite. Die Festlichkeiten, wo Alkohol immer dabei ist, wurden gemieden. Natürlich hatte ich dann auch die Zeiten, wo ich auf Gedanken kam, meine Probleme und Stress, die ich immer wieder kriegen werde, wieder mit Hilfe vom Alkohol auf die schnelle zu löschen. Aber ich hatte vom MPU Berater gelernt, dass wenn ich 5- 10 Minuten abwarte, und in dieser Zeit mich beschäftige- eine Runde um Haus spazieren, reicht es um den Gedanken zu entkommen. Beruflich habe ich jetzt ein ruhiger Job. Ich fange immer um 7.30 Uhr an und um halb 5 habe ich Feierabend. Ich habe jetzt viel weniger Stress bei der Arbeit. Meine Arbeitsweise ist komplett anders. Ich mache nur die Aufgaben, die ich machen muss. Ich muss nicht unbedingt alles für alle machen. Die arbeite nicht mehr als 40 Stunden in der Woche.
26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?
Durch meine zwei besten Freunde habe ich neue Freunde kennengelernt, die ohne Alkohol auch Spaß haben können. Wir machen gemeinsam Grillfeste, Gruppenspiele und Ausflüge. Ich genieße jetzt mein Leben voll, habe kein Problem über meine Gefühle zu sprechen. Ich bin viel fitter und habe ein paar Kilo abgenommen ohne Diät zu machen. Keine Probleme mehr mit Gelenken. Mein Schlaf ist viel besser geworden.
Mein Leben hat sich ins positive geändert. Ich bin voll aktiv habe mehr Zeit für meine Familie und Hobbys. Die Wirkung, die der Alkohol bei mir erzeugt hatte, erreiche ich jetzt auch ohne Alkohol. Mir werden immer die Komplimente von Verwandtschaft und Umfeld gemacht. Ich bin selbst stolz auf mich.
27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
Mir geht sehr gut, so gut wie nie früher. Und ich will, dass es so bleibt. Seit über 1,5 Jahren lebe ich schon abstinent und habe meine Strategie immer weiterentwickelt. Ich habe meine Schwachstellen erkannt und Stoppschilder aufgestellt. Mir ist bewusst, dass ich Stress und negative Gefühle nie ausschließen kann und die werden immer wieder kommen. Die ganze Sache kann ich jetzt mit meinen Angehörigen und besten Freunden ohne Problem ansprechen. Ich will auch niemanden mehr irgendwas beweisen. Ich habe mir eine Gelassenheit antrainiert, dadurch wird die Rückfallrisiko in kritischen Situationen enorm reduziert. Ich habe heute die bessere Möglichketen, bessere Werkzeuge als Alkohol um mich zu entspannen. Stress baue ich mit meinem Hobby ab oder setze mich auf den Fahrrad und fahre paar Stunden durch den Wald. Mein Umfeld heute ist komplett anders. Sollte ich jemals in Gefahr geraten werde ich sofort handeln. Meine Angehörige wissen Bescheid und sind für mich immer da. Alkohol hat nichts mehr bei mir zu Hause zu suchen. Obwohl ich jetzt viel Leistungsfähiger bin passe ich immer auf, dass Balance zwischen Arbeit und Privatleben im Gleichgewicht bleibt.
28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(mit Begründung)
Die Gefahr, wieder in alte Gewohnheiten zurückzufallen, ist stets präsent und in meinem Bewusstsein fest verankert. Ich habe mir während meiner Zeit vor der TF eine hohe Alkoholtoleranz angetrunken, die für immer bestehen bleiben wird.
Durch meine nachhaltige Lebensumstellung und den Verzicht auf Alkohol, schätze ich diese Gefahr aber sehr gering ein.
Nichtsdestotrotz kann ich aber in unwahrscheinliche Situationen geraten, die eine Gefahr darstellen. So kann es zum Beispiel dazukommen, dass meine Familie oder meinen zwei besten Freunden, die meine festen Gesprächspartner sind, Teil eines Konflikts werden, den ich dann mit einem der beiden besprechen und bewältigen kann.
29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?
Da ich Abstinent lebe
30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?
Ich bin froh und dankbar, dass an diesem Tag an dem ich die TF hatte nichts passiert ist!