1,6Promille und Frage zu Antidepressiva

mpudont

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Hallo Leute
ich, männlich 26 Jahre alt, wurde vor 2 Monaten mit 1,65 Promille angehalten und muss nun eine MPU machen.
Ich befinde mich momentan in einer Vorbereitung, also habe ich bislang keine Fragen. Ich werde den
Fragebogen gleich ausfüllen. Ich hätte nur vorab eine Frage:

Ich nehme Antidepressiva, aufgrund von
Depressionen. Ist es eine gute Idee diese im MPU Gespräch oder beim Arzt zu erwähnen, wenn man mit "KT" in die MPU
gehen möchte. ich habe kein Problem es zu erwähnen, nur weiß ich nicht, ob ich mir dadurch unnötig
Steine in den Weg lege?
 
Also: Rechtlich bist du bei einer MPU zur Wahrheit verpflichtet. Du wirst direkt schriftlich nach aktueller Medikamenteneingabe gefragt. Wenn du da lügst und die Lüge kommt raus (aus welchen Gründen auch immer) ist die MPU gegessen.

Da es bei der MPU nicht um deine Depressionen geht wird die Angabe dir keine Probleme bereiten, außer die Medikamention ist extrem hoch. Der Gutachter wird dann nur zwei, drei Fragen stellen um zu ergründen, ob dir die Gefahren vom Zusammenspiel von Alkohol und Antidepressiva bewusst sind.

Allerdings ist der Führerscheinstelle anschließend durch das Gutachten dein Depressionsproblem bekannt und bei zukünftigen Problemen, die im Zusammenhang mit Depressionen stehen können, könntest du Probleme bekommen.

Wenn du die Antidepressiva verschweigen willst solltest du das konsequent tun.
 
Vielen dank für die Antwort.

Ich habe kein Problem es zu erwähnen, hatte nur Angst, dass Kontrolliertes Trinken dann nicht mehr Möglich ist.
Wenn ich es gar nicht erwähne, ist es vielleicht einfacher, nur weiß ich nicht, ob die Medikamenteneinnahme zu erhöhten
Werten bei der Blutentnahme führt und ich es lieber erwähnen sollte.
 
Du solltest zunächst die Packungsbeilage lesen, insbesondere was dort eventuell zu verzögerten Reaktionen oder andere Auswirkungen im Zusammenhang mit Alkohol auf den Straßenverkehr steht. Eventuell auch mit deinem Hausarzt klären wie er die Gefahren von deinem Medikament im Zusammenhang mit Alkohol einschätzt.

Wenn sich dein Medikament nicht mit Alkohol verträgt und du trotzdem kT betreiben willst passt das natürlich nicht zusammen. Wie willst du dann zum Beispiel erklären warum du noch Alkohol trinken willst, zumal nach den aktuellen Erfahrungen, Kosten und anderen Nachteilen im Zusammenhang mit deiner Alkoholfahrt?

Falls bei der MPU ein aktueller Nachweis gefordert werden sollte kann natürlich auch dein Antidepressivum nachgewiesen werden. Wenn du vorher die Einnahme nicht angegeben hast wird das als Lüge bewertet werden, mit den entsprechenden Folgen.
 
Ich habe grade mal im Netz der Netze spioniert.

Zum Thema Depressiva und Alkohol ist die grundsätzliche Information: Geht gar nicht, das kann zu Nebenwirkungen wie Orientierungslosigkeit führen. Das ganze auch ohne Verbindung zum Straßenverkehr.

Zudem werden Antidepresiva wohl täglich eingenommen.

Es wird deshalb eher schwierig werden zu erklären warum du trotzdem noch Alkohol trinken willst.
 
Vielen dank für deine Bemühungen.

Ich denke, ich werde einfach gar keinen Alkohol mehr konsumieren, also eigentlich wollte ich das von vornerein so machen, nur
meinte Mein MPU-Berater das KT schneller geht. Aber sowie ich mitbekommen habe, muss man KT auch praktiziert haben und
da ich auch nicht mehr trinken möchte, wäre das ja irgendwie nicht Sinn der Sache.
 
Ich habe grade mal im Netz der Netze spioniert.

Zum Thema Depressiva und Alkohol ist die grundsätzliche Information: Geht gar nicht, das kann zu Nebenwirkungen wie Orientierungslosigkeit führen. Das ganze auch ohne Verbindung zum Straßenverkehr.

Zudem werden Antidepresiva wohl täglich eingenommen.

Es wird deshalb eher schwierig werden zu erklären warum du trotzdem noch Alkohol trinken willst.
Wenn du eine der bekannten KI / AI - Anwendungen verwendest, kommt man durchaus zu anderen Ergebnissen.
Es kommt auf das Med, die Dosierung, die ärztliche Überwachung usw, an.....
Aber grundsätzlich bin ich auch der Meinung, dass (viele) verschreibungspflichtige Medikamente sich nicht mit Alkohol vertragen. Und schon gar nicht an gefährlichen Maschinen oder im Straßenverkehr.
 
Schön, dass du hier gelandet bist :smiley138:

Also, mal sortieren:
Die meisten heute gängigen Antidepressiva, mit denen du gut eingestellt bist, haben keine fahreignungsrelevante Bedeutung.
Das fahreignungsrelevante Problem ist die Diagnose „Depression“.

Wenn du die Depression angibst, wirst du durchaus mit der Anordnung eines äG rechnen oder zumindest mit einen aussagekräftigen Bericht deines Facharztes, bei dem du in regelmäßiger Behandlung.

Dafür wissen wir aber noch viel zu wenig von dir, um dir jetzt einen sinnvollen Rat geben zu können…

Zum kT:
Das gibt es nur in A2 ( Missbrauch ) mit therapeutischer und forensischer Begleitung.

Dass dein „Berater“ sagt, das ginge schneller, ist schlicht Quatsch.
Grundsätzlich gilt es immer einen Veränderungszeitraum von 12Monaten einzuhalten.
 
meinte Mein MPU-Berater das KT schneller geht.
hä?
Entweder, Du bist fachlich in eine A3 einzuordnen (also noch KEIN Missbrauch, hier wird der Gutachter sehr genau die Wirkung auf Stimmungstiefs abklopfen), dann könntest Du Dich für risikoarmen Konsum entscheiden oder eben Verzicht. Wenn Du dauerhaft Medis nehmen würdest, wäre die Verzichtsentscheidung gut begründet (weil Wechselwirkung und so). 6 Monate Nachweis wären schick, sind aber nicht mal gefordert.

Wärst Du aber in der A2, im Mißbrauch, dann wirds immer ein Jahr dauern, egal wofür Du Dich entscheidest. Auch hier wäre allein aus Medikationsgründen eine Abstinenzentscheidung gut begründbar, dann aber nochmal zusatzlich über die Schiene "Alkohol als Medikamentenäquivalent missbraucht". Sowas kann schnell in die Sucht führen und Kontrollfähigkeit wird damit echt schwierig, allein von der Sache her. In der A2 gäbe es dann das begleitete "kontrollierte Trinken" - und zwar nur dann, wenn Kontrollfähigkeit auch grundsätzlich zu erwarten ist. Aber auch hier müsstest Du erklären können, weshalb risikoarmer Konsum wichtig sein soll, wenn doch die Medikation Alkohol verbietet.
Aber nachdem Du das ja nicht vorhast ( gut so), kommts nun nur noch darauf an: warst du mit deinem Alkoholkonsum noch im "riskanten Konsum" oder bereits im Mißbrauch?
Darauf kommt an - und nicht, welche Einordnung nun für Dich gemütlicher wäre...

Und hier muss ein Vorbereiter einschätzen können, in welche Klasse Dich der Gutachter vermutlich stecken wird.
Eine MPU ist kein "wünschdirwas". Deine Reaktionen und Entscheidungen müssen zu der Tiefe Deines Alkoholproblems passen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen dank. Mein Berater meinte ich könnte kontrolliertes Trinken in A3 machen, deshalb würde es angeblich schneller gehen.
Aber mir scheint KT irgendwie nicht für das richtige, deshalb entscheide ich mich lieber auf Abstinenz.
 
darf ich nachfragen, wer dich da berät?

*und ja, natürlich kannst Du mit Alkoholverzicht nach 6 Monaten in die MPU gehen* , wenn Du genügend "alkoholfreies Leben" erlebt hast, von dem Du dann berichten kannst. Tipp: 3cm Haare mitbringen, solltest Du keine Nachweise haben. Im Vorfeld vllt auch mal sicherheitshalber Blutdruck und Leberwerte checken, nicht dass Du unerwartete Überraschungen erlebst.)

Cave: ab Juli (schaunmermal) sollen die neuen BUK5 gelten (da bin ich etwas unsicher!), dort werden dann imho auch in der A3 Nachweise gefordert. Vllt magst du ja "zur Sicherheit" 2 Haarpröbchen zur Verfügung stellen.

_________________________________________
*sofern die zu Deiner Konsumgeschichte passt
 
Oh das wusste ich gar nicht mit den neuen BUK, der Berater hat auch nichts gesagt. Es ist ein MPU-Berater in der Nähe von Mettmann. Ehrlich gesagt ist er nicht wirklich seriös, was ich vorher nicht gewusst habe, weil er keine wirkliche Aufarbeitung macht.
 
Hallo Leute,
viele dank für die ganzen Antworten. Mir ist eine echte Aufarbeitung wichtig.
Es fühlt sich schlecht dort zu sitzen, weil es dieser Person gar nicht interessiert, ob man sich
ändert oder nicht, Schade.

Darf ich fragen was ein äg oder ein Bericht genau ist?
Jemand meinte, dass die Angaben von Antidepressiva oder Depressionen (nicht sicher)
zwangsläufig zur nächsten MPU führt ?

Naja, ich werde nach der Arbeit erst mal versuchen den Fragebogen auszufüllen, dann
müsste es einfacher sein.
 
emand meinte, dass die Angaben von Antidepressiva oder Depressionen (nicht sicher)
zwangsläufig zur nächsten MPU führt ?

->
Die meisten heute gängigen Antidepressiva, mit denen du gut eingestellt bist, haben keine fahreignungsrelevante Bedeutung.
Das fahreignungsrelevante Problem ist die Diagnose „Depression“.

Wenn du die Depression angibst, wirst du durchaus mit der Anordnung eines äG rechnen oder zumindest mit einen aussagekräftigen Bericht deines Facharztes, bei dem du in regelmäßiger Behandlung.


Viel spannender finde ich gerade, ob die Depression wirklich eine ist - oder ob sie nur ein Lösungsversuch für ein Problem ist, das dahinter steckt. Dann würdest Du mit Antidepressiva gerade mal einen Lösungsversuch unterdrücken, das hat meist einen hohen Preis, auf Dauer.
 
Jupp !
Und, Depressionen und übermäßiger Alkoholkonsum ( der bei dir durch den Promillewert belegt ist ) gehen „Hand in Hand“ und bedingen sich gegenseitig in sehr destruktiver Weise mit Auswirkungen auf das mentale Wohlbefinden, so dass hinterher gar nicht mehr auseinanderdividiert werden kann, was „Huhn“ und was „Ei“ ist.

LG, du hast mit dem Wunsch nach ehrlicher Aufarbeitung schon den ersten großartigen, weil wichtigsten Schritt gemacht :smiley138:
 
Guten Morgen zusammen. Also ich habe und nehme Antidepressiva.schon lange .Meine Fachärztin hat mich aber gut eingestellt. Ich habe deswegen (Antidepressiva)keine Probleme bekommen . An deiner Stelle würde ich es bei der MPU sagen, weil wenn da was ans Licht kommt und was verheimlichtst-Fazit: biste durchgefallen.
 
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