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"Drohung mit einem empfindlichen Übel"

So, @Joey1357, aufgrund dieser Einordnung, vergleiche doch mal den StB mit deiner Darstellung des Sachverhaltes.
Und, für den GA ist die Aktenlage betoniert, muss von ihm als gesetzt bewertet werden.
Wenn du da anfängst mit Aussagen, dass du weder den Mittelfinger gezeigt hättest noch den VT ausgebremst hättest, muss deine MPU mit einer negativen Prognose abgeschlossen werden.
faszinierend, oder?großem Schamgefühl
Scham ist also was, was in Kern mit Dir zu tun hat. Und, was Studien gut belegen: die Stärke der Scham ist beim gesunden Menschen (also jenseits einer Persönlichkeitsstörung) signifikant umgekehrt proportional zum echten gefühlten Selbstwert*.
Dein Vorfall spielt in eine ähnliche Richtung, daher würde ich zur Absicherung einer positiven MPU mal ganz genau dorthin schauen, wo es vermutlich am meisten weh tut: zu deinem Selbstwertkern.
Offensichtlich siehst du das nicht so. Sonst hättest du nicht im unten aufgeführten Teil meine Worte zu negieren bzw. modifizieren versucht.Du hast vollkommen recht.
Das ist fast ( „Schamgefühl“ ) ausschließlich ein Zurückrudern, Rechtfertigen etc. deinerseits.Ich habe die Darstellung hier vorher geschönt bzw. versucht die Situation positiver zu umschreiben als sie war. Wohl aus großem Schamgefühl euch gegenüber. So werde ich natürlich nicht vor einem Gutachter sprechen (Verneinen des Mittelfingers und des Ausbremsens auf der Autobahn). Ich wollte nur den Grund aufzeigen, warum ich mir trotz meiner unbestreitbaren Schuld einen Anwalt nahm.
Oh nein, @Joey1357, so leicht ist das hier nicht !Ich merke aber auch sehr, dass ich mich unheimlich schwer damit tue, meine Gedanken richtig in Schriftform zu fassen.
Mich würde interessieren wie es zur Anzeige kam. Hat dich jemand angezeigt? Den "Gegner" hat ja dem Anschein dich massivst genötigt.Hallo zusammen. Es ist mir sehr unangenehm über dieses Thema zu sprechen, aber ich benötige eure Hilfe.
Ich habe durch mein Fahrverhalten einen anderen Verkehrsteilnehmer massiv gefährdet und nun wurde zurecht eine MPU für die Neuerteilung des Führerscheins angeordnet, neben einer Geldstrafe von 3.000€ und einem 9 monatigen Fahrverbot, welches demnächst ausläuft.
Zur damaligen Situation:
Der Vorfall zog sich über eine Länge von ca. 20 Kilometer.
Ich war auf dem Weg zu meiner Arbeitsstelle. Diesen Weg fahre ich jeden Tag alleine. Ich habe mich durch das dichte Auffahren des Hintermanns provozieren lassen.
Ich habe mehrfach meine Geschwindigkeit reduziert. Zuerst nur die Bremse angetippt, damit er die Bremslichter sieht. In der Hoffnung, dass er den Abstand vergrößert. Das zeigte keine Wirkung. Sodass ich etwas stärker, aber dosiert bremste. Hierbei soll der Hintermann leicht auf den Grünstreifen ausgewichen sein. (Das habe ich in dem Moment nicht mitbekommen)
Auch das zeigte Wirkung. Auf das Fernlicht des Hintermanns habe ich dann mit einer Taschenlampe, die ich dabei hatte reagiert. Diese habe ich eingeschaltet kurz nach hinten gehalten.
Diese gesamte Aktion zog sich über eine Länge von ca 2km hin. (Ich habe es über Google Maps nachgemessen)
Danach war es für mich eigentlich gegessen. Wir bogen beide ab, befuhren dann die Autobahn. Auf der Autobahn habe ich mich dann auf der linken Spur gehalten und nichts gemacht, außer ihn nicht überholen zu lassen. Dort bin ich auf keine weitere Provokation eingegangen.
Kurz vor der Arbeitsstelle haben sich unsere Wege in einem Kreisverkehr getrennt. Dort wurde ich durch den Hintermann dann ausgehupt. Dies habe ich durch den kurzen Einsatz meiner Taschenlampe erwidert.
Kurze Daten zu mir:
- Führerschein seit 2008
- keine Punkte
- bisher keine Auffälligkeiten im Straßenverkehr
- ich fahre im Jahr ca. 25.000 kilometer
Ich habe mich anfangs sehr schwer damit getan, mir mein damaliges Verhalten erklären zu können. Ich nehme an einer MPU Vorbereitung teil.
Im Laufe der Vorbereitung haben wir den Vorfall aufgearbeitet und ich habe verstanden, dass mich dichtes Auffahren des Hintermanns triggern kann.
Kann, weil es mir in 9 von 10 Fällen nichts ausmacht. Wenn ich allerdings unter extremen Stress stehe, triggert es mich stärker. Ich war als Kind im Alter von 7 Jahren in einen Auffahrunfall verwickelt. Uns fuhr jemand hinten auf. Das erklärt vermutlich das Unbehagen, welches ich in solchen Situationen verspüre.
Andere Situationen im Straßenverkehr (geschnitten werden, die Vorfahrt wird mir genommen) lassen mich absolut kalt.
Ich tue mich extrem schwer damit mein damaliges Verhalten aus sich meines "alten Ichs" zu erklären und zu akzeptieren. Es fühlt sich für mich wie eine Ausrede an.
Als "Grund" für mein damaliges Verhalten haben wir monatelangen, extremen Stress an meinem Arbeitsplatz ausgemacht. Ich bin über längere Zeit bei der Arbeit durch Kollegen, sowie meinen Vorgesetzten gemobbt worden. Mein Stresslevel war für diese Zeit am maximum.
Dieses Problem konnte ich durch viele innerbetriebliche Gespräche (von mir selbst veranlasst) gelöst werden. Ich habe mir Hilfe an allen möglichen Stellen im Unternehmen gesucht und versucht, die Situation zu klären.
Das hat sehr gut geklappt. Mittlerweile bin ich fest im Team integriert und der Umgang ist kollegial.
Neben meiner Hauptberuflichen Tätigkeit bin ich im Gartenservice selbständig und betreibe mehrfach die Woche Kraftsport. Diese Tätigkeit und der Sport gibt mir sehr viel Ausgleich.
In Situationen, in denen ich merke, dass ich gestresst bin, habe ich Atemübungen für mich entdeckt. Diese Übungen, der Sport und die Tätigkeit im Freien erden mich.
Ich habe unheimlich Respekt vor dem psychologischen Gespräch, da ich mich sehr schwer damit tue, mein damaliges Verhalten zu rechtfertigen. Der Stress fühlt sich wie eine Ausrede an.
Heute weiß ich, wenn mich etwas stresst: -> Atmen, runterkommen. Wenn jemand drängelt: vorbeilassen, oder einen anderen Weg fahren. Die Taschenlampe habe ich nach dem Vorfall direkt aus dem Auto verbannt.
Mit welchen Fragen muss ich rechnen? Wie kann ich dem Psychologen glaubhaft darlegen, dass ich an meinem Verhalten gearbeitet habe und zukünftig anders reagieren werde? Was muss ich aus eurer Sicht noch machen?