1,5 Jahre erfolgreich KT und Vorbereitung, plötzlich Betablocker verschrieben bekommen

Liebe Brumi, das was du schreibst, macht mich sehr traurig. Kein Mensch hat es verdient, so behandelt zu werden. Ich befand mich auch oft in Beziehungen, in denen ich schlecht behandelt wurde. Selbst im Nachhinein kann ich kaum erklären, weshalb ich es so lange ausgehalten und ertragen habe. Es war wohl vor allem wie bei dir der Wunsch nach Anerkennung und Bestätigung, noch dazu der Glaube, am meisten selber dafür verantwortlich zu sein. Ich weiß jetzt gar nicht, ob du das schon geschrieben hast, aber bist du mit deinem Mann noch zusammen? Solltest du dich zwischenzeitlich getrennt haben und du glaubhaft machen können, dass du inzwischen ein ‚anderer‘ Mensch geworden bist, der mittlerweile selbstbewusst(er) und selbständig(er) geworden ist und gelernt hat, sich von ungesunden Freundschaften fernzuhalten, bietet das eine gute Grundlage für dein weiteres Leben, auch für die MPU….
 
Liebe Angi 1970, ja ich habe die Reißleine gezogen, wenn auch spät um weiteren Schaden zu vermeiden. Der Schaden war letztlich meine Trunkenheitsfahrt, wobei ich immer wieder betonen muss , dass ICH gefahren bin und ICH den Schlüssel umgedreht habe , ja und ICH habe getrunken zuhause im stillen Kämmerlein. Ich wurde nicht gefesselt und es mir eingeflößt. Ich bin alleine dafür verantwortlich und hätte es frühzeitig verhindern müssen und den Arsch in der Hose haben müssen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Meine Angst , der Scham offen bei einer bspw. Beratungsstelle zu kommunizieren waren stärker, auch war ich völlig überfordert. Das war wie ein Hamsterrad das immerzu schneller wurde.

Bin knapp 70 km writ weggezogen, habe einen neuen Freundeskreis aufgebaut, der dem Alkohol überhaupt nicht frönt, lebe in einer äußerst stabilen Partnerschaft, habe die alten Bekanntschaften beendet ( bei denen ich zu Anfang sekt gesoffen habe, die sind mir noch in den Rücken gefallen, soviel zum Thema Freundschaft) deswegen gehe ich auch mit dem Wort Freunde vorsichtig um. Es sind hier in meinem Umfeld eher gute Bekannte würde ich sagen. Die Freundschaften von früher die mir systematisch entfremdet wurden bestehen wieder, weil ich offen und ehrlich auf sie zugegangen bin, sowie der Kontakt zu meinen Eltern ist wieder aufrecht und stabil wie nie zuvor. Mir geht es wirklich prima und das soll so bleiben.
Eine Lebenserfahrung die ich meinem ärgsten Feind nicht wünschen würde

Unnötiges Vollzitat des Vorpostings gelöscht *Nancy*
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Oh, das hört sich aber richtig gut an und es freut mich sehr, dass es dir wieder halbwegs gut geht. Bei mir war es ja ähnlich, dass die TF die Spitze des Eisbergs war. Und ich find nicht, dass man sich für die vorherige Zeit die Schuld geben sollte. Wir find alles nur Menschen und da bleiben Fehler nicht aus. Leider waren es welche, die hauptsächlich gegen einen selber gerichtet waren. Und ich konnte damals auch in der MPU von der toxischen Beziehung, der Trennung nach der TF vom Lebensgefährten und auch der Trennung von früheren sogenannten Freundschaften berichten. Wenn dann noch glaubhaft gemacht werden kann, dass sich nun vieles zum positiven verändert hat, ist das schon ein großer Pluspunkt. Auch gegenüber dem Gutachter
 
Ich bin auch gerade etwas überfordert, weil ich dachte das meine Veränderungen wie ich sie im Bericht dargestellt habe ausreichend sind. Die größten Veränderungen waren schon mal die Trennung, der Wegzug und das beenden der sogenannten „tollen“ Freundschaften. Dass das allein nicht ausreicht und stabil genug ist , ist völlig klar. Ich habe auch verstanden das Strategien gelernt und umgesetzt werden müssen, damit so etwas in Zukunft nicht wieder passiert. Ich habe ja mittlerweile gelernt zu kommunizieren und Hilfe in Anspruch zu nehmen….. das war in der Ehezeit mit einer der Probleme, genauso wie klare Grenzen setzen und klar auch nein zu sagen. Habe das ganze Umfeld geändert, treibe Sport . Noch nie bin ich zuvor in meinem Leben so gerne Fahrrad gefahren. ich bin sowas von aus meiner Komfortzone gekommen und starte schon morgens positiv in den Tag. Meine Essensgewohnheiten die vernachlässigt wurden umgestellt. Habe mich Jahre nicht so gut gefühlt. Habe berufliche Ziele vor Augen , die mich noch mehr anspornen nie wieder in dieser Form zum Alkohol zu greifen . Behalte psychologische Gespräche für Notfälle in der Hinterhand. Habe ein neues Hobby wie laufen entdeckt und das mit dem Ziel es bis zu 20 km zu schaffen. Habe einen strukturierten Alltag, mir ging es nie so gut wie jetzt, aber anscheinend reicht das alles nicht
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde schon, dass das alles schon ganz toll und viel wert ist. Nun ist es noch wichtig, Strategien zu entwickeln, um Rückfälle zu verhindern und das fahren mit Alkohol zukünftig ausschließen zu können. Meine Verkehrspsychologin ist mit mir bestimmte Lebenssituationen durchgegangen, wie man sich am besten verhalten sollte, um nicht wieder in alte schlechte Gewohnheiten zu verfallen. Bei der MPU sollten dann dazu auch konkrete Beispiele genannt werden können. Was möchtest du denn noch alles für dich verändern oder verbessern, da deiner Meinung nach das ganze noch nicht reicht?
 
…aber anscheinend reicht das alles nicht
Ja, das stimmt.
Für die MPU musst du in erster Linie dein Motiv kennen, warum du getrunken hast, und zwar aus deiner persönlichen Biographie heraus.

Es reicht nicht ansatzweise, zu sagen, „weil mein Mann mich schlecht behandelt hat“.
Ein inneres Motiv handelt von dir.
Ich habe…
Ich bin…
Dadurch lernte ich….
Daher habe ich destruktive Verhaltensmuster… usw.

Erst dann kannst du tragfähige Vermeidungsstrategien entwickeln und diese dann erproben.

Niemand möchte dir hier absprechen, dass du Konsequenzen gezogen hast, Verbesserungen erreicht hast etc.
Das ist alles prima, und will dir hier auch keiner nehmen.

Aber für die MPU wird noch einiges mehr erwartet, weil du, ohne dein Motiv zu kennen, eine viel zu hohe Rückfallquote hast.
Leben wieder lebenswert zu gestalten, ist die eine Sache.
Wieder am öffentlichen StV teilnehmen zu dürfen, eine ganz andere.
 
Ich entnehme das den einzelnen Stellungnahmen der Profis hier, die auf meinen Fragebogen folgten.
Ich habe ja schon in den Lebensbereichen die triggern die erlernten Strategien umgesetzt und das mit Erfolg
Ich bin zwar geschieden, wohne mit genügend Abstand entfernt, aber es kommt wenn auch mittlerweile selten ( da ich ihm keine Angriffsfläche mehr biete) vor, dass er versucht mich zu triggern. Da wir gemeinsame Kinder haben , kann ich ihn nicht ganz aus meinem Leben entfernen. Ich habe Strategien entwickelt wie ich ihn in Schach halte und keine Chance hat an mich ranzukommen. Je nachdem um was es bei Kontaktaufnahme geht, bleibe ich kurz und knapp angebunden und nur auf sachlicher Ebene was die Kinder betrifft, alles was darüber hinausgeht und ausartet und 0,0 mit den Kindern zu tun hat wird rigoros ignoriert und zeigt Wirkung. Habe gelernt, das wenn zwangsläufig Kommunikation wegen den Kindern stattfand, das sofort im Kopf zu beenden und als erledigt abzuhaken.
 
Liebe Angi 1970, ja ich habe die Reißleine gezogen, wenn auch spät um weiteren Schaden zu vermeiden. Der Schaden war letztlich meine Trunkenheitsfahrt, wobei ich immer wieder betonen muss , dass ICH gefahren bin und ICH den Schlüssel umgedreht habe , ja und ICH habe getrunken zuhause im stillen Kämmerlein. Ich wurde nicht gefesselt und es mir eingeflößt. Ich bin alleine dafür verantwortlich und hätte es frühzeitig verhindern müssen und den Arsch in der Hose haben müssen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Meine Angst , der Scham offen bei einer bspw. Beratungsstelle zu kommunizieren waren stärker, auch war ich völlig überfordert. Das war wie ein Hamsterrad das immerzu schneller wurde.

Bin knapp 70 km writ weggezogen, habe einen neuen Freundeskreis aufgebaut, der dem Alkohol überhaupt nicht frönt, lebe in einer äußerst stabilen Partnerschaft, habe die alten Bekanntschaften beendet ( bei denen ich zu Anfang sekt gesoffen habe, die sind mir noch in den Rücken gefallen, soviel zum Thema Freundschaft) deswegen gehe ich auch mit dem Wort Freunde vorsichtig um. Es sind hier in meinem Umfeld eher gute Bekannte würde ich sagen. Die Freundschaften von früher die mir systematisch entfremdet wurden bestehen wieder, weil ich offen und ehrlich auf sie zugegangen bin, sowie der Kontakt zu meinen Eltern ist wieder aufrecht und stabil wie nie zuvor. Mir geht es wirklich prima und das soll so bleiben.
Eine Lebenserfahrung die ich meinem ärgsten Feind nicht wünschen würde
 
Ich habe den Profilbogen mal aus diesem Thread hierher verschoben, da dort nur der Link für einen FB im eigenen Thema gesetzt werde sollte.

Liebe Brimi,
falls du zukünftig einen großen FB einstellen möchtest, so mache das bitte hier in deinem Thread und dann bitte nicht als PDF, sondern stelle ihn per Text hier ein - ansonsten ist es nicht möglich, ihn mit Zitaten zu kommentieren.
 
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