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Baldige und erneute MPU nach 15 Jahren

Nando

Benutzer
Hallo zusammen,
ich bereite mich aktuell auf meine MPU vor und fülle gerade die Fragebögen hier im Forum aus. Mein Fall ist allerdings kein typischer Freizeitkonsum, weshalb ich eure gezielte Hilfe brauche. Bei mir wird das Landratsamt eine Kombinations-Fragestellung erlassen (Cannabis + geistig-psychische Eignung).
Zu meinem Hintergrund und den Fakten:
  • Der Vorfall (Mai 2026): Ich hatte unter Cannabiseinfluss einen Verkehrsunfall mit anschließender Fahrerflucht und fahrlässiger Körperverletzung. Das Strafverfahren wurde inzwischen über den Anwalt schriftlich mit einem Strafbefehl über 120 Tagessätze beendet. Ein Gerichtstermin findet nicht statt, ich habe eine offizielle Abladung erhalten.
  • Der medizinische Hintergrund: Ich habe Cannabis nicht illegal konsumiert. Es war eine über 3 Jahre durchgehend ordnungsgemäß vom Arzt verschriebene Medikation gegen meine Beschwerden.
  • Der Unfallgrund: Am Unfalltag kam es unter der Medikation zu einer unvorhersehbaren, akuten cannabisinduzierten Psychose (akute psychotische Dekompensation mit paranoiden Wahnvorstellungen und Verfolgungswahn). Ich wurde von der Polizei direkt in ein ZfP (Zentrum für Psychiatrie) verbracht und dort per Beschluss nach dem PsychKHG für 6 Wochen geschlossen untergebracht. Ich befand mich im absoluten Wahn (verzerrte Realität, "Hilferuf") und habe nicht aus normalem Vorsatz gehandelt.

Meine Konsequenzen und heutiger Stand:
  • Vollständige Abstinenz: Ich habe die Gefahr sofort erkannt. Die Cannabis-Therapie wurde im Mai 2026 dauerhaft und vollständig beendet. Ich rühre kein Cannabis mehr an. Ein 12-monatiges kontrolliertes Abstinenzprogramm (Urin-Kontrollprogramm) starte ich jetzt zeitnah bei der Pima MPU.
  • Medizinische Stabilität: Ich befinde mich nahtlos in fachärztlicher psychiatrischer Nachsorge. Ich werde alle 28 Tage absolut zuverlässig mit einer Risperidon (Okedi) 100 mg Depot-Spritze behandelt. Ein aktueller fachärztlicher Sprechstundenbericht bescheinigt mir, dass ich unter dieser Medikation psychisch vollkommen stabil, kompensiert und absolut beschwerdefrei bin (keine fahrrelevanten Nebenwirkungen). Ich habe zudem einen GdB von 70 %.
Meine Frage an euch:
Wie verknüpfe ich diesen medizinischen Hintergrund (Cannabis als Rezept-Medikament + die Psychose als Unfallursache) am besten in den Standard-Drogenfragebögen? Der klassische "Konsum aus Spaß oder Stress" fällt bei mir ja weg, da es sich um eine schwere, unvorhersehbare medizinische Nebenwirkung handelte. Worauf muss ich beim psychologischen Gespräch besonders achten, um dem Gutachter meine dauerhafte Stabilität unter dem Risperidon-Depot richtig zu vermitteln?
Vielen Dank für eure Unterstützung!




FB Drogen



Zur Person

Geschlecht: Männlich

Alter: 48



Was ist passiert?

Drogensorte: Cannabis

Konsumform (Dauer und Häufigkeit je Substanz): drei Jahre jeden Tag bis zu drei Gramm

Datum der Auffälligkeit: Mai 2026



Drogenbefund

Blutwerte: 23ng/l THC - 7,0ng/l Hydroxy-THC und 658ng/l THC Carbonsäure

Schnelltest: Nein

Beim Kauf erwischt:Nein

Nur daneben gestanden:Nein



Stand des Ermittlungsverfahrens

Gerade erst passiert: Ja

Polizei hat sich mit den Blutwerten gemeldet: Ja

Verfahren gegen Bußgeld eingestellt: Nein

Verurteilt: Ja

Strafe abgebüßt: muss abbezahlen



Führerschein

Hab ich noch: nein

Hab ich abgegeben: ja

Hab ich neu beantragt: nein

Habe noch keinen gemacht: Nein



Führerscheinstelle

Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Nein

Sonstige Verstöße oder Straftaten?: Fahrerflucht in akuter Psychose

Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): ist nicht bekannt



Bundesland: Baden Württemberg



Konsum

Ich konsumiere noch: Nein

letzter Konsum: Mai 2026



Abstinenznachweis

Haaranalyse: nein

Urinscreen: habe ich vor zu machen

Keinen Plan:



Aufarbeitung

Drogenberatung: Nein

Selbsthilfegruppe (SHG): Nein

Psychologe: Ja bekomme respiredon Depot Spritze

Ambulante/stationäre Therapie: ja 6 wöchiger Klinikaufenthalt in Psychiatrie

Keine Ahnung:



MPU

Datum: steht mir bevor

Welche Stelle (MPI): Pima MPU

Schon bezahlt?: Nein

Schon gehabt?: Ja 2011

Wer hat das Gutachten gesehen?: Führerscheinstelle und habe dadurch mein Führerschein wieder bekommen

Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber es war nicht mehr davon auszugehen das ich unter drogen ein Kfz führe



Altlasten

Bist du Rückfalltäter?: Jain, damals war es wegen freizeitkonsum jetzt hatte ich es als Medikament täglich eingenommen
 
Wie verknüpfe ich diesen medizinischen Hintergrund (Cannabis als Rezept-Medikament + die Psychose als Unfallursache) am besten in den Standard-Drogenfragebögen?

Du erweiterst die Drogenantworten einfach um die der Psychose. Die Fahrt geschah ja unter Cannabis.

Mit deinen bisherigen Angaben wird ein Gutachter aber extreme Probleme haben. Du stellst einfach Behauptungen auf, die der Gutachter einfach akzeptieren soll. Das funktioniert nicht.

Vergiß den Unterschied "Freizeit-" oder "Gesundheitskonsum". Sucht ist Sucht bleibt Sucht.

Das dir Cannabis verschrieben wurde heißt auch nicht, das du nicht zusätzlich mehr als verschrieben genommen hast.

Steht das alte Gutachten noch in Akten oder (falls nicht) willst du selbst darauf hinweisen? Mit deiner Vorgeschichte hätte dein Arzt dir kein Cannabis verschreiben dürfen. Oder er muss bestätigen, das du ihm von deiner Drogensucht 2011 erzählt hast und begründen, warum er dir trotzdem das Cannabis verschrieben hat.

Zudem darf er dir nur Cannabis verschreiben wenn es keine anderen Möglichkeiten gibt und das Cannabis zwingend erforderlich ist. Also das Cannabis das Mittel der letzten Möglichkeit ist.

Wie kann es dann sein, das du es (offensichtlich problemlos) absetzten kannst, sobald es um deinen Führerschein geht? Das hört sich danach an, als ob du deinem Arzt zur Cannabismedikation angelogen hast. Entsprechend vorsichtig wird der Gutachter deine Angaben bewerten.

Dazu gehört auch

Ein aktueller fachärztlicher Sprechstundenbericht bescheinigt mir, dass ich unter dieser Medikation psychisch vollkommen stabil, kompensiert und absolut beschwerdefrei bin (keine fahrrelevanten Nebenwirkungen).

Die Fahrt geschah im Mai diesen Jahres (2026). Danach wurdest du 6 Wochen stationär aufgenommen. Du lebst also nicht mal 4 Monate (Juli bis Mitte Oktober) unter ambulanter Behandlung. Der Zeitraum ist viel zu kurz um dir psychische Stabilität für den Rest deines Lebens zu bescheinigen.

Zumindest mir ist auch nicht bekannt was ein Sprechstundenbericht sein soll.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo, danke für die schnelle Antwort.
Ok das hab ich mir auch schon gedacht das ich das vergessen sollte mit dem medikamentösen Cannabiskonsum. Sucht ist Sucht!
Ob das alte Gutachten noch in den Akten ist muss ich erstmal herausfinden, wo soll ich das überprüfen?
Ich hatte einen Schweren Motorradunfall vor 3 Jahren und habe mir das Rezept dann online selbst bestellt. Ich habe die Frage ob ich das schonmal genommen habe, einfach mit Ja beantwortet.
Ich musste Tilidin und irgendein Medikament was zweckentfremdet wurde für meine Nervenschmerzen nehmen und damals dachte ich, dass es was tolles sei Cannabis zu nehmen anstatt Tilidin. Weil unter Tilidin meine Launen immer schlimmer geworden sind. Es war extrem hoch dosiert sagte der Apotheker mal zu mir.
Jetzt nehme ich wieder Tilidin wenn es überhaupt nicht mehr geht mit den Schmerzen. Soll Tilidin nehmen und dann schwimmen gehen um etwas mehr Bewegung in den Bruch zu bekommen. Was bestimmt jetzt auch nach hinten gehen kann und ich bei meinem Arzt etwas anderes verlangen muss. Trümmerbruch Oberarm mit einen 7cm loses Stück Knochen was nicht fixiert wurde weil der ulnarisnerv da entlangläuft. Dieser schwimmt immer noch herum. Dann Mittelfußknochen Trümmerbruch mit 2 amputierten Zehen. Deswegen habe ich jetzt einen gdb mit 70%.
Ich bin nach 3 Jahren immer noch nicht wirklich in der Lage aus dem Bett zu kommen.


Ich hatte ein Attest von meiner Psychologin verlangt. Sie meinte, sie kann nur einen sprechstundenverlauf ausstellen. Sie war genau wie du der Meinung, dass nach so kurzer Zeit keiner ausgestellt werden kann. Also alles was sie selbst in Erfahrung gebracht hat, hat sie aufgeschrieben und das hat sich mit schriftlich gegeben. Das gleiche ist auch an meinen Hausarzt gegangen. Ist wohl nur ein Arztbericht.

Diesen Satz mit fahrrelevanten Nebenwirkungen vergesse ich auch mal ganz schnell.
 
Schön, dass du hier gelandet bist :smiley138:

Also, Online-Rezept ist schon einmal schlecht.
Die Werte bei der Auffälligkeit sprechen auch sehr deutlich dafür, dass du es überdosiert ist.
Tilidin ist ja ebenso eine psychotrope Substanz, auch wenn es ein verschriebenes Medikament ist.
Wer genau hat es in welcher Dosierung verschrieben ?

Wenn du nun unbedingt Tilidin nehmen musst, musst du es angeben und in das Abstinenzprogramm integrieren, um nachzuweisen, dass du es bestimmungsgemäß nimmst.
Könnte allerdings schwierig werden, wenn du bei der Vorgeschichte immer noch eine psychotrope Substanz nimmst.
Gerade weil du ja schon Cannabis „verschrieben“ bekommen und dann über alle Maßen überdosiert hast.

Du wirst dich in jedem Fall auf 15 Monate „Abstinenznachweise“ einstellen müssen.
Zusätzlich wirst du einen aussagekräftigen Bericht des Psychiaters benötigen, indem er die Betreuung darstellt und dir Symptonfreiheit bescheinigt.
Auch wirst du eine lupenreine psychologische Aufarbeitung benötigen.

Deine MPU wird ein Brett…
 
Ja das dachte ich mir schon das es kein zuckerschlecken wird. Ja deswegen sollte ich dieses Tilidin jetzt dann auch nicht mehr nehmen, damit ich es nicht noch schwerer hab als es jetzt schon sein wird.
Also das Tilidin bekam ich schon im Krankenhaus als ich behandelt worden bin inkl. Morphin und diverse anderen Schmerzmittel.
Dann hat es mein Orthopäde so weiter geführt. Da dies mir aber nicht gut bekommen ist, bin ich in eine schmerzklinik überwiesen worden. Dort wollten die so einiges ausprobieren. Da mein Magen aber so angeschlagen war, von den vielen Schmerzmitteln, hab ich die dann erst gar nicht mehr genommen als die Ärzte dann noch festgestellt haben das ich ein massives Problem mit den Apparaturen in mir habe. Massiver Pfusch, so das ich meinen rechten Arm nicht mehr richtig heben kann weil der Nagel zu weit oben sitzt. Soll aber trotzdem mein lebenslang drin bleiben die Apparatur.
Ich hoffe ich kann es hier mit euch zusammen aufarbeiten. Oder soll ich mich gleich in einen Vorbereitungskurs anmelden?
 
Nein, ein Vorbereitungskurs ist rausgeschmissenes Geld, da eine individuelle Aufarbeitung dort gar nicht möglich ist.

Wir helfen dir sehr gerne :smiley138:
 
Ob das alte Gutachten noch in den Akten ist muss ich erstmal herausfinden, wo soll ich das überprüfen?

Bei der Führerscheinstelle in deine Akten schauen. In der Regel muss dazu ein Termin vereinbart werden. Dort kannst du direkt schauen was die Führerscheinstelle weiß und welche Informationen davon das MPU-Institut erhalten wird.

Momentan ist die Realität deiner Angaben (noch?) schwierig einzuschätzen. Deinem ersten Beitrag meinte ich Information entnommen zu haben, das dir das Cannabis rechtmäßig von einem Arzt verschrieben wurde und dir eine langfristige Besserung attestiert wurde.

Das kam mir bei deiner Vorgeschichte schon seltsam vor, wie meiner Antwort zu entnehmen ist. Genau so wäre es einem Gutachter gegangen, der zudem viel mehr praktisches Hintergrundwissen als ich hat. Der erwartet bei einer Vorgeschichte wie deiner zudem ausführliche Arztberichte, die deine Angaben untermauern.

Dann haben sich (Stand jetzt) deine Angaben auch als übertrieben positiv herausgestellt. Um dir konkret bei der Vorbereitung zur MPU helfen zu können benötigen wir sachliche Informationen, keine übertriebenen oder geschönten. Auch dabei kann dir ein Blick in deine Führerscheinakte helfen.
 
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