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Dicke akte und keinen schimmer was mich erwartet

lars2311

Neuer Benutzer
Moin, da ich es endlich geschafft habe mein leben zu ordnen möchte ich als nächsten Schritt die MPU antreten. Ich habe wirklich riesen Bammel vor dem ganzen und hoffe das ich hier eine gute Vorbereitung bekommen kann. Ich habe jahrelang exzessiv Cannabis konsumiert und dadurch so ziemlich mein halbes leben versaut und eben auch den Führerschein verloren. Meine FS akte ist dick wie ein roman und enthält leider ziemlich viele vergehen (unter dem Fragebogen aufgeführt.) Nun weiss ich nicht wirklich wie ich das ganze am besten angehe. Das Gespräch mit der Psychologin von tüv verlief nicht sehr gut da es eher ein aufnehmen meiner vegehen sowie ein Verkaufsgespräch für den vorbereitungskurs war. Ich habe bereits AN für THC angefangen und im mai 26 6 monate rückwirkend nachgewiesen. Da ich einmal wegen handel mit mdma verurteilt wurde bin ich nicht ganz sicher ob dies ausreicht. Ich bin auch hin und her gerissen ob ich nun einen teuren vorbereitungskurs mache oder nicht da ich finanziell nicht besonders gut aufgestellt bin. Die dame von TÜV hat mir eine Selbsthilfe gruppe und eine Suchtberatung empfohlen, das werde ich aufjedenfall in angriff nehmen. Ich bin über jede hilfe und Tips dankbar. Freundliche Grüße Lars

Nun zum Fragebogen:

Zur Person
Geschlecht: Männlich
Alter: 30

Was ist passiert?
Drogensorte: Cannabis
Konsumform (Dauer und Häufigkeit je Substanz): ca. 15jahre täglich

Datum der Auffälligkeit: siehe unten

Drogenbefund
Blutwerte: meist über 20ng/ml ooh meist über 200ng/ml

Schnelltest: Ja
Beim Kauf erwischt: Nein
Nur daneben gestanden: Nein

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: Nein
Polizei hat sich mit den Blutwerten gemeldet: Ja
Verfahren gegen Bußgeld eingestellt: Nein
Verurteilt: Ja
Strafe abgebüßt: Ja

Führerschein
Hab ich noch: Nein
Hab ich abgegeben: Ja
Hab ich neu beantragt: Nein
Habe noch keinen gemacht: Doch

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: Ja sieh unten

Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): nicht bekannt

Bundesland: Niedersachsen

Konsum
Ich konsumiere noch: Nein
letzter Konsum: 21.09.2025

Abstinenznachweis
Haaranalyse: Ja
Urinscreen: Nein
Keinen Plan:

Aufarbeitung
Drogenberatung: in arbeit
Selbsthilfegruppe (SHG): in arbeit
Psychologe: Nein
Ambulante/stationäre Therapie: Nein
Keine Ahnung: Nein

MPU
Datum: -
Welche Stelle (MPI): -
Schon bezahlt?: -
Schon gehabt?: Nejn
Wer hat das Gutachten gesehen?: -
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: -

Altlasten
Bist du Rückfalltäter?: unsicher

01.09.13 – Handel mit Cannabis + Zubereitung ohne verurteilung/strafe
01.01.15 – Allgemeiner Verstoß mit Cannabis + Zubereitung ohne verurteilung/ strafe
21.07.16 – Allgemeiner Verstoß mit Cannabis + Zubereitung ohne verurteilung/strafe
21.12.16 – Unlaubl. Handeltreiben – MDMA
11.08.17 – Anordnung Verkehrsmed. Gutachten
16.10.17 – Anwalt hinzugezogen
08.12.17 – verkehrsmed. Gutachten negativ
22.12.17 – Anordnung MPU
10.04.18 – Entzug der FE
12.06.18 – Entzug der FE zurückgezogen durch Amtsgericht
17.10.18 – Fahren unter THC einfluss > 20 ng/ml, ooh > 200 ng/ml
30.12.18 – Fahren unter THC einfluss 20 ng/ml, ooh > 200 ng/ml
26.03.19 – Entzug der FE
12.03.19 – Fahren ohne Haftpflichtversicherung + THC 38 ng/ml, ooh 274 ng/ml
09.10.19 – Fahren ohne FE + THC 15 ng/ml + Besitz 9,3 g Cannabis
30.09.19 – zwangseinziehung der FE
23.09.19 – Urkundenfälschung (entstempeltes Kennzeichen auf abgemeldetes kfz)
26.08.19 – Fahren ohne FE
10.08.19 – Fahren ohne FE
05.10.19 – Rotlichtverstoß (Bahnübergang mit fahrrad überquert)
28.08.–19.01.22 - Handel mit Cannabis in 9 Fällen
19.01.22 – Besitz von 17,8 g Cannabis
17.10.24 – Fahren ohne FE + THC 40 ng/ml, ooh 150 ng/ml
18.05.25 – E-Scooter unter THC geführt, 66 ng/ml ooh 229 ng/ml
 
hm.. hat Deine Persönlichkeit unter dem Cannabiskonsum gelitten oder war der Cannabiskonsum nur ein Symptom Deiner Persönlichkeitprobleme?
Mit etwas Glück ersteres und die Fragestellung kann sich auf THC konzentrieren.

Naja. das wird wohl ne D1, stationäre Therapie plus 12 Monate Nachweise (oder 15 Monate Selbstheiler), wobei Du massiv aufräumen musst. Da wirst Du eh auch auf polytox Nachweise erbringen müssen, da wäre MDMA gleich mit erledigt.

Wenn Du eh jetzt das Ruder gerade komplett rumreißen willst, passt das ja gut.
Wenn Du magst, nehmen wir Dich auch ein wenig unter die Fittiche. Und vllt fällt da öfter mal das Wort Therapie, aber weniger wegen THC, sondern wegen möglicherweise dahinter liegenden Schieflagen...

Gibts irgendwelche Alkohol-Auffälligkeiten die letzten 10 Jahre? Sonstige Straftaten?
 
Hallo joost, Danke für deine schnelle Antwort :)
hat Deine Persönlichkeit unter dem Cannabiskonsum gelitten oder war der Cannabiskonsum nur ein Symptom Deiner Persönlichkeitprobleme?
Ich würde sagen eher ersteres. Ich habe mich dirch den konsum sehr zurückgezogen und habe für mich allein gelebt. Ausserdem habe ich vieles dadurch vernachlässigt und war für meine Familie ein ziemliches sorgenkind.

stationäre Therapie plus 12 Monate Nachweise (oder 15 Monate Selbstheiler)
Was bedeutet selbstheiler? Ich mich bei der Suchtberatung angemeldet und warte nun noch auf meinen Termin. Das ganze beinhaltet auch eine Selbsthilfegruppe.
Da wirst Du eh auch auf polytox Nachweise erbringen müssen, da wäre MDMA gleich mit erledigt.
Also AN zwingend auch auf mdma? Ich habe den ersten Nachweis jetzt nur auf thc gemacht.
Gibts irgendwelche Alkohol-Auffälligkeiten die letzten 10 Jahre? Sonstige Straftaten?
Nein garnicht, ich trinke so gut wie nie.
 
Ich habe den ersten Nachweis jetzt nur auf thc gemacht.
mach den Rest auf polytox incl MDMA. Die Beurteilungskriterien wollen das so.
Bitte auch mit Alkoholverzicht und Nachweisen.

die BUK dazu:
Beim Vorliegen einer Drogenabhängigkelt birgt der Konsum anderer psychoaktiver, berauschender Substanzen ein hohes Rückfallrisiko, sodass eine Drogenabstinenz nicht selektiv für die missbrauchte Substanz eingehalten werden kann, sondern Drogenfreiheit (einschl. Cannabis) umfassend bestehen und auch einen Verzicht auf Alkohol umfassen muss.
...
Auch wenn nur eine monosubstanzielle Cannabisabhängigkeit vorlag, ist die Drogenfreiheit aufgrund des hohen Suchtdrucks und der damit verbundenen hohen Wahrscheinlichkeit des Konsums von Ersatzdrogen durch polytoxikolögische Screenings zu belegen.
ein bisschen doof ist, dass die Beurteilungskriterien an dieser Stelle widersprüchlich sind, das ist ein echter Schuss in den Ofen. Zu späterer Stelle wird ein Alk-Abstinenznachweis für 6 Monate gefordert, WENN es im Vorfeld Alk-Auffälligkeiten gab bzw. 3 Monate ohne Mischkonsum oder Auffälligkeiten. Tja. Da darf man jetzt raten.... oder pokern.
Ich würde eine echte Alk-Abstinenzentscheidung treffen, aus wichtigem Grund... und wenigstens für die letzten 6 Monate vor der MPU Belege mitbringen.

Was bedeutet selbstheiler?
Es gibt keine stationäre mehrmonatige Entwöhnungstherapie, die erfolgreich mit Brief und Siegel abgeschlossen wurde.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schön, dass du hier gelandet bist :smiley138:

Du bist hier gut aufgehoben, und wir begleiten dich auf diesem Weg sehr gerne.

Du hast ja schon viel Wichtiges und Wertvolles gehört, daher von mir erst einmal nur als Ergänzung:
In jedem Fall brauchst du keinen teuren Vorbereitungskurs.
Es könnte durchaus auch eine verkehrs-/strafrechtliche Fragestellung auf dich zukommen.
 
mach den Rest auf polytox incl MDMA. Die Beurteilungskriterien wollen das so.
Bitte auch mit Alkoholverzicht und Nachweisen
Okay also bei der nächsten probe auch auf polytox sprich die restlichen 9 Monate sollten dafür ausreichen? Ich würde dann wie du geschrieben hast bei der letzten probe im Februar noch Alkohol für 3 Monate prüfen lassen wenn das ausreicht.
 
Stell doch schon mal einen Neuantrag, dann bekommst Du die Fragestellung. Den Neuantrag ziehst Du ohne Gründe zurück. Und dein Wunschtermin richtet sich a) nach Deinen Nachweisen (frühester Zeitpunkt) und b) nach Deiner eigenen persönlichen Entwicklung.
Eine Doppelfragestellung wäre teuer, ich könnte mir vorstellen, dass mit etwas Glück die verkehrsrechtlichen Vergehen als Drogenkonsumfolge in eine D1 eingereiht werden könnten. Das aber entscheidet die FsSt. Unterm Strich wärs aber von der Vorbereitung her auch egal, weil bei einer D1 das Persönlichkeitsprofil ebenfalls in die Progose einfließt. D2 halte ich aufgrund der langjährigen Hochkonsumbelege für eher unwahrscheinlich (aber durchaus möglich), wobei da die Unterschiede in den Zugangsvoraussetzungen zur MPU recht gering sind. Von daher wäre es ebenfalls egal.
Nur 9 Monate auf polytox halte ich für zu wenig, ich würde 12 Monate mindestens vollmachen, auch wenn die Nachweise auf THC dann deutlich über dem zeitlichen Minimum liegen, aber das schadet ganz bestimmt nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nur 9 Monate auf polytox halte ich für zu wenig, ich würde 12 Monate mindestens vollmachen,
Ich werde mal bei der dem Labor nachfragen ob die im mai genommene probe noch zusätzlich auf polytox Untersuchucht werden kann. Somit würde ich dann auf 15 monate kommen. Ich hänge mal den Bericht von meinem Beratungsgespräch an. Leider sind manche sachen nicht bis zum ende lesbar da ist bei der Erstellung wohl was schiefgelaufen.
 

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Ich werde mal bei der dem Labor nachfragen ob die im mai genommene probe noch zusätzlich auf polytox Untersuchucht werden kann
das ist eine gute Idee!
Ich halte übrigens die empfohlene Nachweiszeit von 12 Monaten für etwas gewagt, die buk verlangen sowohl bei D2 als auch bei D1 einen 15-Monats-Zeitraum. Allerdings ärgern sich alle bisschen über den fehlenden Unterschied D2 zu D1 und so manche Gutachter nicken auch 12 Monate ab. Da kann es tatsächlich regionale Unterschiede geben...
 
Also wie sieht die weitere Vorgehensweise aus?
Weitere ANs sind ja nun in arbeit, Antrag auf Neuerteilung werde ich im Laufe der nächsten Woche stellen und die Fragestellung dann hier rein schreiben, die Suchtberatung sollte sich bis dahin auch zwecks Termin bei mir gemeldet haben. Was sollte ich noch tun? Und hat jemand tips woe ich das forum für die mpu Vorbereitung optimal nutzen kann?
 
Hatte in den Beiträgen weiter oben schon ein paar Fragen gestellt.

1. Was bedeutet der von der mpu Beraterin empfohlene 3 monatige stabilisierungszeitraum?

2.gibt es weitere dinge die ich in angriff nehmen sollte als die von mir genannten?

3. Wie nutze ich das forum um mich optimal vorzubereiten? Reicht es schon hier ein thema eröffnet zu haben? Sollte ich bestimmte Beiträge beobachten oder Durchlesen? Wenn ja welche Beiträge sind zu empfehlen?

Nochmal zusammengefasst habe ich nun folgendes gemacht:

Konsum Kompromisslos eingestellt am 21.09.2025

Führerschein akte durchgesehen und abfotografiert.

Freundeskreis komplett geändert (ich habe in meinem Freundeskreis niemanden mehr der konsumiert)

Hobby gesucht was mir viel spass macht und dem ich langfristig nachgehen möchte und werde.

AN für thc und polytox vom 12.25-06.26

MPU Beratungsgespräch am 22.07 beim TÜV Nord

Anmeldung hier im Forum

Termin bei einer Suchtberatung mit Selbsthilfe gruppe.

Termin bei einem verkehrspsychologen

Antrag auf Neuerteilung der FE (vorraussichtlich in der nächsten woche)


Ich finde diese ganze mpu Geschichte sehr kompliziert und möchte unbedingt gut darauf vorbereitet sein. Falls jemand noch tips hat was ich zusätzlich machen kann um meine Vergangenheit aufzuarbeiten bin ich sehr dankbar.
 
was ich zusätzlich machen kann um meine Vergangenheit aufzuarbeiten
hm.. wir könnten mal aus einer etwas therapeutischen Perspektive einen Blick auf Deine Persönlichkeitsstruktur werfen...

Das mit dem Stabilisierungszeitraum meint "eigentlich" die Zeit der Bewährung nach einer therapeutischen Veränderungsarbeit (im weitesten Sinne). Aber sobald eine MPU-Vorbereitung nicht verändernd, sondern per se stabilisierend gemeint ist, würde das hinfällig werden. Nach einer ambulanten suchtspezifischen Rehabilitationsmaßnahme soll man 3 Monate auf eigenen Füßen stehen soll. Aber eine reine MPU-Vorbereitung ist ja schon was anderes, nennen wirs mal... Nachsorge. Für die gibts keine besonderen Bestimmungen.
In Deinem Falle: nachdem ein Kurs ab 7/26 empfohlen wird, Du aber schon längst die Abstinenzentscheidung getroffen hast, war die eigentliche Veränderungsarbeit (auch als "Selbstheiler") bereits vor langer Zeit geleistet. Alles spätere wäre dann noch Nachsorge / Rückfallprophylaxe und dafür gibts keine besonderen "Fristen". Ich denke, die Beraterin wollte "auf Nummer Sicher" gehen, damit Du über die feinen Unterschiede nicht aus Versehen in der MPU stolperst.

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* im Wortlaut der buk:
Hat der Klient eine ambulante suchtspezifische Rehabilitationsmaßnahme durchgeführt, so ist der Zeitraum [...] durchgängig belegten Abstinenzdauer von mindestens 15 Monaten im Zeitraum seit Beginn der Behandlung [...] , wobei mindestens drei Monate im Zeitraum nach Abschluss der Maßnahme liegen sollten.
 
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