Jein. Fehlendes Trennungsvermögen: ja. Kontrollverlust: nicht unbedingt. Kontrollverlust beginnt da, wo Du Dir vornimmst, nichts oder weniger zu konsumieren, es aber nicht einhalten kannst. Wenn Du gezielt THC konsumierst, um einen schmerzlindernden Effekt zu erzielen und auch die Dosis dazu einschätzen kannst und einhältst, ist das durchaus "kontrolliert".
Aus dieser Perspektive dürfte dann der Gutachter gleich mal viel weniger Bedenken hinsichtlich der verordneten Medikation haben (Compliance, Adhärenz). Wenn das zu Deiner Geschichte passt, würde ich an Deiner Stelle Deinen Vorkonsum somit durchaus als gezielt und kontrolliert beschreiben - zumindest unter dem Aspekt der reinen Schmerzbekämpfung.
Die Art und Weise, wie Du nun Dein Fahrvermögen in Abhängigkeit der Medikation einschätzt und deine Reaktionen darauf sind für eine M1-MPU voll ok, denke ich mal.
Vielen dank für die wirklich tolle Antwort.
Das nehme ich aufjedenfall so mit, ich habe Cannabis aufgrund meiner damaligen Schmerzen kontrolliert am Abend eingenommen nach meiner Arbeit.
Für mich sprach meine Geschichte aber für beides und ich möchte in der MPU auf gar keinen fall das es so aussieht als würde ich etwas verharmlosen wollen.
Ich werde es ihm so erklären wie du es mir empfohlen hast, falls er nachfragen sollte ob es meiner Meinung Kontrolliert war werde ich offen und ehrlich sagen, die Einnahme ja, die Therapie so in dem ausmaß definitiv nicht, sie war illegal und unter keiner Ärztlichen Kontrolle.
So verharmlose ich nichts und ich lasse ihm auch kein Spielraum bezüglich des Zweifels an meinem Wandel
Der Gutachter wird genau abkklopfen, ob es in der Vergangenheit bedenkliche Konsummuster jenseits der Selbstmedikation gab. Aber ich würde jetzt mal vermuten, dass Du da gut darauf vorbereitet bist.
Die Frage hab ich so noch nicht gehabt in meiner Beratung, ich nehme aber mal an das es Selbsterklärend ist.
Es gab keine bedenklichen Konsummuster jenseits der Selbstmedikation im Bezug auf Cannabis, Cannabis hatte ich mit 16 Jahren das erste mal für mich entdeckt und ausprobiert, das war aber kein regelmäßiger Konsum, für den Führerschein habe ich es dann komplett eingestellt.
Jedoch haben die Schmerzen durch meine Ausbildung angefangen und dann habe ich mich ohne Ärztliche Behandlung illegal Selbst Therapiert.
Alkohol hat für mich auch nie eine Rolle gespielt aber es wäre gelogen wenn ich sage das ich es noch nie Probiert hätte.
Ich rauche am Tag etwas weniger als eine Schachtel Zigaretten, dass hat aber mit meiner Fahreignung weniger zu tun.
Zu dem, was Du hier im Forum erlebt hast: Der Cheater, der seinen Mißbrauch nun nachträglich über irgendeine Diagnostik zu legitimieren versucht, ist eher Normalfall denn die Ausnahme. Das mag zunächst unfair wirken und mag dann auch mal ungerecht sein. Nimms aber vllt mal als "Hintergrundstimmung" mit, denn das kann Dir beim Gutachter genau so passieren, der Dir vllt mit unangemessener Skepsis gegenübersitzt.
Ich schreibe das deswegen, weil Du mich durchaus überzeugt hast und ich das Gefühl habe, ich würde jetzt NICHT Cheater beim cheaten unterstützen. Das kannst Du Dir mitnehmen, denn das ist Dein persönlicher Erfolg und dürfte Dir auch gute Chancen in der MPU eröffnen
Dazu würde ich gern auch noch etwas sagen, ich entschuldige mich falls sich jemand angegriffen gefühlt hat durch irgendeine Aussage von mir da es nicht meine Absicht war.
Mich hat es nur ziemlich geärgert das man in einem Forum wo man Hilfe sucht von der erst besten Person als Lügner hingestellt wird ohne das man auf mich und meine Geschichte eingeht.
Daher habe ich meine lange Erklärung verfasst wo ich so gut es ging sehr Sachlich drauf eingegangen bin und das war schon eine Art Training, habe Konstruktiv geäußert was mir nicht passt und meinen Fall nicht verharmlost.
Ich verstehe auch die Kritische Haltung gegenüber Patienten, erst recht bei den Patienten die es nach Legalisierung geworden sind un es rein Per Telemediziner machen ohne Videosprechstunden, sich selbst aussuchen wie viel sie haben wollen etc. Das ist nicht kontrolliert und derjenige sollte auch nicht Fahren.
Die meisten Menschen die hier landen sind sich einfach unsicher ob ihnen alles Richtig beigebracht wurde und ob man z.B dieses Labor Profil braucht.
Und auch so, die Mehrheit die hier landet möchte Lernen, sehen ob sie gut vorbereitet sind und sich mit Menschen austauschen die wissen wie man sich fühlt, 90% der Menschen hätten klein bei gegeben nach dem ersten Kommentar unter meinem Beitrag und hätten angefangen an sich selbst zu zweifeln
Dein letzter Satz freut mich am meisten und das nehme ich mir zu Herzen, ich hoffe der Prüfer sieht das genauso und wenn nicht wird mir ja mitgeteilt woran es lag und dann geht's halt noch ein 2. mal rein, Aufgeben ist keine Option und ausgelernt hat man nie.
Ich denke dann hat es sich für mich hier im Forum erledigt (als eigener Fall), ich habe meine ehrliche Einschätzung bekommen und dafür bin ich dir sehr dankbar.
Das nimmt mir einiges an Druck für den tag der MPU.
Und vielen dank nochmal an Nancy, deine worte wahren wie ein Hoffnungsanker. Du hast mich als erstes als Individuellen Fall gesehen und auch Verstanden das man aus meiner Kurzfassung nicht direkt urteilen kann.