MPU ist keine Bestrafung

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Nancy

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Es ist doch so:

Jeder von uns, der mit 18 Jahren seinen Führerschein erwirbt, genießt erst einmal einen Vertraünsvorschuss von den Behörden (es sei denn, wir haben uns früher schon mal "Fehler" geleistet...).

Erst wenn wir uns etwas "zuschulden kommen lassen", greift die Behörde ein und bestraft uns mit einer Geldbuße etc.

Die FSSt entzieht den FS, weil wir ihr Vertraün, enttäuscht haben.
Nichtsdestotrotz erhalten wir (nach angemessener Zeit) eine weitere Chance, dieses Vertraün, zurück zu gewinnen.

Eben mit einer MPU.


Von daher ist es absolut "fehl am Platz", zu jammern, dass wir "mehrfach bestraft werden". Denn das Gegenteil ist der Fall. Wir erhalten eine weitere Chance. Und es ist sogar, nach wiederholtem "Fehlverhalten" möglich, durch eine MPU, erneut den FS zu bekommen.

Aussagen wie: "Ich hab ja nicht gewußt.........." sind auch nicht angebracht, denn "Unwissenheit schützt vor (in diesem Fall) Konseqünzen nicht.

Nachfolgend noch ein recht interessanter Artikel zu diesem Thema:





MPU


Sünder erscheinen zum Test und erhalten zweite Chance

Norbert Girisch: Die Hälfte davon muss sich aufgrund von Auffälligkeiten mit Alkohol vorstellen


VON KLAUS-DIETER KUNICK, 22.07.09, 20:05h, aktualisiert 22.07.09, 20:31h

Wird beim Alkoholtest ein Wert von 1,6 Promille oder mehr festgestellt, muss der Autofahrer zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung. (FOTO: DPA)


WEISSENFELS/ZEITZ/MZ. Jährlich müssen sich zirka 100 000 Personen in den bundesweit 200 Beratungsstellen der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) unterziehen. Grund: Sie sind mit der Straßenverkehrsordnung in Konflikt geraten. Eine Auflistung für die jeweiligen Bundesländer gibt es nicht. "Die Hälfte davon muss sich aufgrund von Auffälligkeiten mit Alkohol vorstellen", sagt Norbert Girisch, Gebietsleiter Tüv Süd Pluspunkt GmbH in Dresden, der für Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt zuständig ist. Die Statistik belegt, dass es einen leichten Rückgang der Fälle gibt.


"Regelmäßig erkundigen sich bei uns Leute, wie der MPU-Test eigentlich abläuft", berichtet Andreas Knochenhaür, Leiter der Weißenfelser Dekra-Außenstelle. Dabei habe sich gezeigt, dass es denjenigen peinlich sei, über das Thema zu sprechen. "Zur MPU muss derjenige, der mit 1,6 Promille und mehr erstmals aufgefallen ist und wer mehrfach unter Alkoholeinfluss am Straßenverkehr teilgenommen hat", erklärt Girisch. Weiterhin derjenige, der mehr als 18 Punkte in Flensburg hat oder mit schweren Verkehrsstraftaten wie unerlaubtes Entfernen vom Unfallort und Nötigung aufgefallen ist. Und dann noch all diejenigen, die unter Drogeneinfluss am Straßenverkehr teilgenommen haben oder harte Drogen konsumieren.
An erster Stelle bei der MPU steht das Thema Alkohol, bestätigt Verkehrspsychologin Ulrike Andrä von der Begutachtungsstelle für Fahreignung der Dekra (Deutscher Kraftfahrzeug-Überwachungsverein) in Halle. 90 Prozent der Fälle sind Männer. "Für jeden ,normalen' Menschen ist ein Wert von 1,6 Promille auf Anhieb nicht zu schaffen", sagt Steffen Hampel, Niederlassungsleiter der Dekra in Halle. Bei diesem Wert handelt es sich nicht mehr um einen zufälligen Ausrutscher. Nur wer über längere Zeit in großen Mengen Alkohol trinkt, erreicht diese Promillegrenze. Ohne MPU liegt die Rückfallquote bei Alkohol bei etwa 40 Prozent, nach der MPU bei etwa 20 Prozent, so Girisch.
Bei der zwei- bis vierstündigen MPU-Untersuchung hat jeder Teilnehmer einen medizinischen und einen psychologischen Part zu absolvieren. So schaut sich ein Arzt den Gesundheitszustand desjenigen an, ob derjenige in der Lage ist, ein Fahrzeug zu führen. Zur medizinischen Untersuchung wird ferner ein neurologischer Befund erstellt. Dazu gehört ein Laborstatus, werden die Leberwerte überprüft. "Wichtig ist vor allem das Gespräch unter vier Augen mit dem Teilnehmer", ergänzt die Dekra-Beraterin. Sie müsse sich ein Bild machen, um was für eine Persönlichkeit es sich handelt und wie es dazu kommen konnte, dass derjenige unter Alkohol gefahren ist.
Zur testpsychologischen Untersuchung gehören zusätzliche Tests zur Wahrnehmung im Straßenverkehr. "Es finden allerdings keine Persönlichkeitstests und keine Intelligenztests statt", sagt Girisch. Es wird außerdem ein psychologisches Untersuchungsgespräch geführt. Es handelt sich dabei um ein Gespräch mit einem Verkehrspsychologen, bei dem die Verkehrsvorgeschichte besprochen wird. Gierisch weiter: "Grundsätzlich muss in dem Gespräch deutlich werden, dass die Ursachen erkannt und Veränderungen ins Auge fassen werden und es darf nicht bei ,guten Vorsätzen' bleiben".
Andrä hinterfragt zugleich, welche Konseqünzen derjenige gezogen hat, damit sich eine Fahrt unter Alkohol nicht wiederholt. Offen und ehrlich sollte jeder zu sich selbst sein. "Ich merke deutlich, wenn sich jemand verstellt", so die Beraterin. "Die MPU stellt keine Strafe dar, sondern ist eine Maßnahme zur Vermeidung von Wiederholungsfällen. Durch die MPU bekommt eine Betroffener eine zweite Chance", so Girisch.
 
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