Servus, MPU wegen Aggressionspotenzial

FB Verkehr/Straftaten

Zur Person

Geschlecht: Männlich
Alter: 37

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 12.2012 Vorsätzliche Körperverletzung in 2 Fällen ( 6 Monate Freiheitsstrafe und Bewährung bis 2015)

07.2020 Von der Verfolgung wegen Körperverletzung wird gemäß §154 Abs. 1 StPO abgesehen. Hintergrund des Verfahrens war, dass es am 07.2020 in Ihrem Anwesen zu einem heftigen Streit kam. Sie sollen Ihre Frau 2 mal mit dem Fuß gegen das Dekolletee getreten haben. (Ich habe den Polizeibericht, darin Fragte der Beamte ob ich mich erinnern kann, meine Frau getreten zu haben. Ich sagte nein. Ich hatte die Frage anders verstanden, ob ich meine Frau getreten habe, darauf sagte ich nein.)

07.2020 Vorsätzliche Körperverletzung ( 10 Monate Freiheitsstrafe und 4 Jahre Bewährung. Hintergrund der Entscheidung war, dass Sie am 07.2020 um 12.20 Uhr den Geschädigten verletzten, der als Beifahrer in einem Pkw wartete, indem Sie dem Geschädigten ohne rechtfertigenden Grund durch die geöffnete Fensterscheibe wiederholt mit der Faust ins Gesicht schlugen. Der Geschädigte erlitt hierdurch eine Nasenbeinfraktur, eine Jochbogenmehrfragmentfraktur sowie eine Thoraxprellung und musste im Klinikum ambulant versorgt werden. Der Geschädigte verspürte über 3 Wochen Schmerzen und leidet bis zum Tag der Urteilsverkündung an den Folgen.

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: 2012 & 2020
Strafbefehl schon bekommen: 2000 Euro Schmerzensgeld plus Gerichtskosten (2020)
Dauer der Sperrfrist:

Führerschein
Hab ich noch: Nein
Hab ich abgegeben: Ja, November 2020
Hab ich neu beantragt: Ja, August 2021
Habe noch keinen gemacht:

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?:

Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): Ist trotz der aktenkundigen Straftaten im Zusammenhang mit der Kraftfahreignung aufgrund von Anhaltspunkten für ein hohes Aggressionspotential zu erwarten, dass Herr XXX künftig nicht erheblich oder wiederholt gegen verkehrsrechtliche Bestimmungen verstoßen wird?

Bundesland
: Bayern

Aufarbeitung
Psychologe/Verkehrspsychologe: Nur dieses Forum
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: Nein

MPU
Datum: Mitte / Ende Januar 2022
Welche Stelle (MPI): Tüv Thüringen in Erlangen
Schon bezahlt?: Ja

Schon eine MPU gehabt?: Nein
Wer hat das Gutachten gesehen?: ---
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: ---

Altlasten
Punkte oder sonstige Straftaten: Ich hatte 2015 eine Mpu wegen Punkten und beim ersten mal bestanden (NRW), seit 2015 bis zur Abgabe FS 2020 nicht ein Punkt bekommen
 
Geben Sie uns bitte bei Ihren Antworten auch eine kurze Übersicht über Ihre Kindheit und Jugend.
Z.B.: Wo (Deutschland/Ausland), wie (auf dem Land, in der Stadt), bei wem (Eltern, Großeltern) aufgewachsen? Schulbesuch bzw. -abschluss? Heimaufenthalte? Berufsausbildung? Berufstätig, arbeitslos, arbeitssuchend? Bereits inhaftiert gewesen?

Ich und meine Schwester sind in Deutschland Nrw bei meinen Eltern aufgewachsen. Meine Eltern haben sich als ich ca 10 Jahre alt war getrennt. Ich weiß, dass ein Punkt der Alkoholkonsum von meinem Vater war. Die anderen Gründe weiß ich nicht. Ich hatte eine normale Kindheit. Zuerst habe ich die Grundschule, dann eine Gesamtschule besucht. Ich habe die Schule nach 13 Jahren mit dem Abitur beendet. Anschließend habe ich Maschinenbau studiert. Das Studium habe ich mit Bafög und diversen Nebenjobs finanziert. Unter anderem war ich in einer Umzugsfirma tätig. Ich glaube 2009 habe ich mein Studium abgebrochen und mich mit 2 Weiteren selbstständig gemacht. Wir hatten eine Umzugsfirma, das Gewerbe lief über mein Namen. Ca 1 Jahr lief die Firma richtig gut, wir hatten 3 Lkws am laufen. Einer von den beiden war extrem Spielsüchtig und hatte angefangen keine Rechnungen mehr zu zahlen, somit blieb mehr Geld für uns 3 übrig. Letzendlich hatten ich und der 2te den 3ten raus geworfen. Wir hatten noch versucht die Firma zu retten, was aber nicht mehr möglich war. Ein halbes Jahr später haben wir die Firma aufgelößt und ich hatte Privatinsolvenz beantragt. Ich endschied mich wieder zu studieren. Ich habe diesmal Wirtschaftsingenieur studiert. Als ich 30 wurde erhöhte sich der Beitrag zur Krankenkasse von ca 75 auf ca 150Euro monatlich. Da ich eine eigene Wohnung mit alles drum und dran hatte konnte ich mir das Studium nicht mehr leisten. Ich habe mich beim Jobcenter angemeldet und mich für eine Umschulung zum Industriemechaniker entschieden. Diese habe ich 2018 erfolgreich beendet. Anschließend habe ich ca ein halbes Jahr als Industriemechaniker in Gelsenkirchen gearbeitet. Meine damalige Freundin und ich haben uns entschieden, dass wir gemeinsam nach Bayern ziehen. Ich hatte mich bei diversen Firmen beworben und bekam einen Job. Den Job in Gelsenkirchen habe ich gekündigt und wir sind umgezogen. Mein Vertrag wurde 2 mal verlängert und beim 3ten mal wurde ich unbefristet eingestellt. Bei dieser Firma bin ich noch immer tätig.


1) Bitte beschreiben Sie möglichst genau, wodurch Sie in der Vergangenheit aufgefallen sind
(Jedes Delikt bitte einzeln, mit Datum angeben):

16.12.2012 hatten meine damalige Freundin und ich uns getrennt. Ich war sehr deprimiert. Ich habe mich mit Freunden getroffen und geredet. Wir haben auch einiges getrunken. Ich habe damals bei der Polizei angegeben, dass der Kollege und ich im laufe des Abends 1 Flasche Vodka, Cocktails usw getrunken hatten. Ich hatte bei der Polizeikontrolle 1,38 Promille.
Anschließend sind wir Feiern gegangen. An diesem Abend habe ich das erste mal Amphetamin probiert. Ich war betrunken und hatte in einer Disko Streit mit einer anderen Person. Ich wurde letztendlich des Ladens verwiesen. Ich hatte meine Jacke geholt und wartete draußen auf meinen Kollegen. Kurze Zeit später kam die Person mit der ich Streit hatte mit Begleitung raus. Ich ging auf diese Person zu und schlug diese ins Gesicht. Sein Kollege kam zur Hilfe und diese schlug ich ebenfalls. Die erste Person hatte eine Kniegelenksprellung eine Gehirnerschütterung und eine Kopfplatzwunde und war für 3 Tage in stationäre Behandlung. Den 2ten hatte ich zum Glück nicht schwer verletzt. Er war nach dem Schlag "nur" desorientiert. Nach dem Vorfall kam auch ziemlich zügig die Polizei und ich wurde mitgenommen.

28.07.2020 ich war mit einem Kollegen nach Essen gefahren um meine Tochter zu ihrer Mutter zu bringen. Auf dem Rückweg hatten wir die Freundin und deren Sohn von meiner Frau mitgenommen. Während des besuches in Essen habe ich auch Amphetamin gekauft. Daheim angekommen kam es zu einem Missverständnis über meine verplante Freizeit zwischen dem Kollegen und meiner Frau. Meine Frau war daraufhin 3 Tage schlecht gelaunt. Am Tattag war meine Frau ebenfalls schlecht gelaunt. Als entschied ich mich nach der Spätschicht zu meinem Schwager zu fahren und ein weinig zu reden. Nach ca einer Std und 2 Bier bin ich Heim gefahren.
Meine Frau und ihre Freundin waren dabei schlafen zu gehen und ich ging in die Scheune. Ich hörte dabei Musik und trank noch 2 Bier. Anschließend ging ich ins Haus rein. Die Freundin meiner Frau schlief auf der Couch und meine Frau oben im Schlafzimmer. Ich ging hoch und legte mich auf Bett. Meine Frau spielte noch mit dem Handy. Kurze Zeit später legte sie es weg und wollte schlafen. Da meine Frau mir ca 2 Monate vorher mit der Handylampe ins Gesicht leuchtete tat ich diesmal das selbe. Es kam zum Streit in deren Verlauf sich auch die Freundin meiner Frau einmischte. Die Freundin sagte irgendwann "nimm dir noch ne Nase" und der Streit eskalierte. Ich warf die Freundin aus unser Haus, die anschließend die Polizei benachrichtigte. Anschließend kam die Polizei und hat ihre Arbeit aufgenommen. Ich hatte einen Atemalkoholwert von 0,51 mg/l AAK. Anschließend wurde ich von der Polizei in Gewahrsam genommen und konnte am nächsten morgen wieder Heim. Meine Frau sagte, dass ich sie 2 mal mit dem Fuß gegen das Dekolltee getreten haben soll. Jedoch hatte sie keine Schmerzen oder war gerötet

20.07.2020 Kurze Vorgeschichte: meine Tochter lebte bei ihrer Mutter aber wir hatten geteiltes Sorgerecht. Durch das Gericht in Essen habe ich meine Tochter zu mir geholt. Das Gericht war auch mit unserem Umzug nach Bayern einverstanden. Ich musste nur meine Tochter jede Ferien zu ihrer Mutter fahren. Das sind je Strecke ca 450 km also pro Ferien mit bringen und abholen ca 1800km. Mein Schwager und ich haben im August / September 2018 günstig ein 1000Liter Fass Motoröl gekauft und bei mir in der Scheune gelagert. Da wir zur Miete wohnen habe ich den Vermieter gefragt ob das ok wäre. Dieser war einverstanden.

Am 20.07.2020 bekam ich während meiner Arbeit einen Anruf meiner Frau, dass 2 Fremde Personen sich auf unser Grundstück befinden. Meine Frau hatte Panik und erzählte mir, dass sie die 2 Personen nicht kenne. Sie schickte mir per Whatsapp ein Foto der beiden. Ich erkannte die beiden und wußte was für ein Auto diese haben. Die dünnere Person baute sich vor meiner Frau auf und die 2te Person ging in unsere Scheune, obwohl meine Frau damit nicht einverstanden war. Ich erzählte es meinem Vorgesetzten und bin sofort Heim gefahren. Der Fahrtweg zur Arbeit beträgt ca 800 meter. Keine 5min später bin ich daheim angekommen. Die 2 Personen warteten ca 50 Meter vor undserem Grundstück. Als ich diese bemertkt habe, habe ich sofort gebremst und bin ausgestiegen. Die dünnere Person saß auf dem Beifahrersitz. Ich bin sofort zur Beifahrerseite gegangen und habe die Person durch das Fenster 2 bis 3 mal im Gesicht geschlagen. Meine Frau hörte wie ich angefahren kam und gebremst hatte und kam nach vorne gelaufen. Nach den Schlägen gab es noch verbale Auseinandersetzungen. Schließlich sind meine Frau und ich Heim gefahren und die 2 Personen haben die Polizei gerufen. Noch vor Ort bei der Polizeiaussage sagte die dickere Person, dass ich sein Öl geklaut hätte, es wurde ihm im Februar 2020 entwendet. Er hat durch bekannte erfahren, dass mein Schwager und ich 1000Liter Öl haben und er meinte es wäre seins. Ich sagte der Polizei, dass wir das Öl schon Ende 2018 haben und unser Vermieter es bestätigen könne. Der Vermieter tat dies auch. Es wurden alle Daten aufgenommen und die Polizei fuhr wieder.

2) Welche Gedanken (Überlegungen) hatten Sie bei den jeweiligen Taten?
1) 2012 wurde ich nach einem Wortstreit der Disco verwiesen. Ich wartete draußen auf meinen Kollegen. Jedoch kam die Person mit der ich Streit hatte vorher raus. Ich hatte eine Kurzschlusssituation und habe die Person geschlagen. Vorher hatte ich mir nichts zu schulden kommen lassen.

2) Meine Frau hat an diesem Abend das erste mal erfahren, dass ich gelegentlich drogen konsumiere. Es kam zum Streit. Ich weiß nicht wie meine Frau drauf kommt aber ich habe sie nicht getreten. Sie hatte keine geröteten stellen oder sonst irgendwas. Die Anzeige wurde auch durch die Staatsanwaltschaft fallen gelassen. Meine Frau und ich haben uns ca 2 Wochen später wieder vertragen.

3) Als ich den Anruf meiner Frau bekam und hörte was für eine Panik sie hatte sind mir die Sicherungen durchgebrannt. Als ich die 2 Personen gesehen habe wußte ich wer sich vor meiner Frau aufgebaut hat. Ich bin ohne zu überlegen auf diese hin und habe die Person 2 bis 3 mal ins Gesicht geschlagen. Im nachhinein weiß ich, dass ich falsch gehandelt habe und würde jetzt nicht mehr so reagieren.

3) Haben Sie bereits (Vor)Strafen erhalten? Wenn ja, welche?
2012 Körperverletzung

4) Sofern es (Vor)Strafen für Sie gab -
Was meinen Sie, warum konnten Sie aus diesen Strafen nichts lernen?

Nach dem Vorfall 2012 habe ich mir nichts mehr zu schulden kommen lassen. 2020 hätte ich anders reagieren müssen. Jedoch sind mir nach dem panischen Anruf meiner Frau die Sicherungen durchgebrannt als ich die Personen gesehen habe.

5) Gab es noch andere (aktenkundige) Auffälligkeiten (auch ältere)?
Nein

6) Wenn es mehrere Delikte waren:
Was denken Sie, warum sind Sie so häufig aufgefallen? Was hat das mit Ihnen selbst zu tun?

Ich denke nicht, dass ich besonders aggressiv bin. Seit 2012 habe ich mir nichts mehr zu schulden kommen lassen. 2012 und 2020 waren verschiedene Situationen. Ich will jetzt nicht die Schuld für mein Verhalten der Person geben, aber als ich von meiner Frau gehört habe, dass sich die Person vor ihr Aufgebaut hat sind mir die Sicherungen durchgebrannt.

7) Wenn Sie an einem Kurs (z.B. einem AAT) teilnehmen/teilgenommen haben:
Was haben Sie daraus für sich mitgenommen?

Habe ich nicht.

8) Wie bewerten Sie selbst Ihr Verhalten in der Vergangenheit und was war Ihrer Meinung nach der Grund dafür?
Ich bereue mein Verhalten in der Vergangenheit und weiß, dass es falsch war. Es hätte auch bei jeder Situation schlimmer enden können. Ich denke der Grund war, dass ich nicht nachgedacht habe und mir den Strafrechtlichen Konsequenzen nicht bewußt war

9) Welchen Sinn sehen Sie in den Gesetzen und den Verkehrsbestimmungen?
Die Gesetze regeln und ordnen das Zusammenleben einer Gesellschaft, an die sich jeder Bürger halten sollte. Der Sinn der Verkehrsbestimmungen soll als Unfallverhütung dienen. Das fängt schon beim Einsteigen in den Wagen an. So muss man dort schon eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausschließen, indem man darauf achtet, dass durch das Öffnen der Tür keine anderen Verkehrsteilnehmer behindert werden.

10) Welche Veränderungen hat es seit der letzten Auffälligkeit bei Ihnen gegeben?
Bei der nächsten Straftat komme ich nicht mehr so milde davon. Also müsßte ich in Gefängnis, was ich absolut nicht will. Ich habe eine liebe Frau mit der ich über alles reden kann und 2 Kinder die ich sehr liebe. Wir planen nächstes Jahr ein Haus zu bauen, dass will ich nicht aufs Spiel setzten, da ich auch die Zukunft meiner Kinder gefährde. Deswegen bin ruhiger geworden und denke vorher nach bevor ich handel. Des weiteren habe ich meine Fehler in der Vergangenheit eingesehen und möchte nie wieder Straffällig werden.

11) Wie wollen Sie sicherstellen, dass Sie nicht erneut auffällig werden?
Indem ich weiß, dass ich bei der nächsten Straftat ins Gefängnis muss. Ich denke jetzt erst nach bevor ich handel. Ich weiß, dass ich mich auf meine Familie und Freunde verlassen und über alles reden kann. Ich habe mir nach und nach Fitnessgeräte gekauft und wieder mit dem Fitnesstraining angefangen. Momentan habe ich 8 Geräte in der Scheune zum trainieren. Dort gehe ich je nach Zeit ca 2 bis 4 mal die Woche zum Training. Mein Sohn ist 5 und er freut sich wenn er mit dem Papa mit darf.

12) Haben Sie noch etwas hinzu zufügen?
Ich weiß, dass ich in der Vergangenheit viele Fehler gemacht habe. Dafür habe ich auch die Konsequenzen bekommen. In der Zukunft will ich nicht mehr Straffällig werden und werde mich an die Gesetze und Bestimmungen halten
 

Nancy

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Nein a4cabriosebastian, das gibt dann nur Durcheinander...
Ich schaue mir deinen FB hier an und gebe dir Rückmeldung, brauche aber dafür etwas Zeit.

Hast du deinen MPU-Termin schon?
 

Nancy

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Oha :eek:

Ich halte zunächst fest:

2 von den 3 Vorfällen waren unter Alk.einfluss. Abstinent lebst du aber nicht.
Einen Anti-Aggressionskurs hast du nicht besucht.
Auch keine andere prof. Hilfe in Anspruch genommen.
2015 hattest du bereits eine MPU wegen Punkten.
Nun hast du neben der Straftaten-MPU auch eine Drogenfragestellung...


Der Gutachter wird dich sehr intensiv befragen. Ich lege hier mal dar was da so kommen könnte und frage bewusst provokativ:
Ich denke nicht, dass ich besonders aggressiv bin.
Okay, dann schauen wir uns doch mal die Verletzungen der Kontrahenten an:
Fall 1:
Kurze Zeit später kam die Person mit der ich Streit hatte mit Begleitung raus. Ich ging auf diese Person zu und schlug diese ins Gesicht. Sein Kollege kam zur Hilfe und diese schlug ich ebenfalls. Die erste Person hatte eine Kniegelenksprellung eine Gehirnerschütterung und eine Kopfplatzwunde und war für 3 Tage in stationäre Behandlung.
Fall 2:
indem Sie dem Geschädigten ohne rechtfertigenden Grund durch die geöffnete Fensterscheibe wiederholt mit der Faust ins Gesicht schlugen. Der Geschädigte erlitt hierdurch eine Nasenbeinfraktur, eine Jochbogenmehrfragmentfraktur sowie eine Thoraxprellung und musste im Klinikum ambulant versorgt werden. Der Geschädigte verspürte über 3 Wochen Schmerzen und leidet bis zum Tag der Urteilsverkündung an den Folgen.
Als wie gravierend stufst du diese Verletzungen ein?
Leicht/mittel/schwer?

Und was ist hiermit?
Ich weiß nicht wie meine Frau drauf kommt aber ich habe sie nicht getreten. Sie hatte keine geröteten stellen oder sonst irgendwas.
Heißt also, dass deine Frau lügt?
Als ich den Anruf meiner Frau bekam und hörte was für eine Panik sie hatte sind mir die Sicherungen durchgebrannt.
Wie schnell brennen bei dir Sicherungen durch? Kann das auch in anderen Fällen passieren?
Was wäre, wenn jemand versuchen würde deine Kinder anzufassen? Würden dir dann auch die Sicherungen durchbrennen?
Ich bereue mein Verhalten in der Vergangenheit und weiß, dass es falsch war. Es hätte auch bei jeder Situation schlimmer enden können. Ich denke der Grund war, dass ich nicht nachgedacht habe und mir den Strafrechtlichen Konsequenzen nicht bewußt war
Und wenn du gewusst hättest dass du dafür belangt wirst, hättest du nur aus diesem Grund anders reagiert?
Nicht etwa weil es falsch ist einen anderen Menschen körperlich anzugreifen?
Und du "denkst" dass du nicht nachgedacht hast? Sicher bist du dir aber nicht? Kann es nicht auch zusätzlich noch mit dem Alk.konsum zu tun haben?
Indem ich weiß, dass ich bei der nächsten Straftat ins Gefängnis muss.
Das ist der einzige Grund? Die Angst ins Gefängnis zu müssen?


Auch wenn es jetzt hart klingt, hier meine ganz ehrliche Meinung: du solltest diese MPU so nicht antreten!
 
Ich habe gerade noch schnell in den Unterlagen gelesen das ich bis 7 Tage vor dem Termin absagen muss ansonsten muss ich 30% zusätzlich zahlen. Das wären dann ca 360 Euro.
 

Nancy

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
7 Tage sind extrem lang (ich kenne es so, dass bis 3 Tage vorher abgesagt werden kann).

Dann sehe ich für dich jetzt nur 2 Möglichkeiten (wobei die erste nicht allzuviel bringen dürfte):

1. Du bist am Tag der MPU krank (hier bräuchtest du eine Krankmeldung durch deinen Arzt).

Allerdings könntest du dann recht schnell einen neuen Termin angeboten bekommen, würde die Sache also nur kurzfristig nach hinten
schieben ...

2. Du setzt dich mit dem MPI in Verbindung, schilderst dass du dich noch nicht ausreichend vorbereitet fühlst und den Termin für eine längere Zeit verschieben möchtest. Das Institut müsste das Geld dann sozusagen für dich "aufbewahren" (alternativ die ca. 360 Euro als Anzahlung nehmen und dir den Rest erstmal zurücküberweisen), ob sich das MPI darauf einlässt kann ich dir aber nicht sagen.

Auch mit der FSSt. müsstest du dich in Verbindung setzen um die Sachlage zu schildern.

Sollte dies alles klappen könnten deine nächsten Schritte sein:

Besuch eines Anti-Aggressionskurses
Fortführen der Drogen-AN (evtl. rückwirkend mit einer Haaranalyse)
Alk-AN für mind. 3 Monate erbringen
Besuch einer Suchtberatung (diese stellen Bescheinigungen aus)
Evtl. Teilnahme an einer SHG

Ich weiß, das ist erst einmal alles schwierig (besonders jetzt in der Coronazeit), dennoch ist zu überlegen was das "kleinere Übel" wäre. Jetzt 1200 Euro mit großer Wahrscheinlichkeit in den Sand zu setzen, oder in den sauren Apfel beißen und eine gründliche Vorbereitung machen..
Überlege es dir wie du vorgehen möchtest.
 
Danke für die Tipps. Ich habe nur ein Jahr die Drogen abstinenz gemacht da es die fsst gesagt hat. Von Alkohol haben die nichts gesagt. Ich werde am Montag bei der mpu Stelle anrufen und denen mein Fall schildern. Die müssen mir ja sagen können wegen der alk abstinenz. Vom Geld her wäre es natürlich besser die 360 zu zahlen wie den kompletten Betrag. Weißt du wie viele Sitzungen man braucht von dem Anti-Aggressionskurses damit dies angerechnet wird. Schönen Abend noch
 
Noch eine Frage. Nicht böse gemeint aber warum schreibst du ich soll eine alk abstinenz nachweisen. Wäre das von Vorteil oder ist das Pflicht bei mir. Das heißt dann ich darf die Zeit kein Bierchen trinken und wenn ich eins trinken würde dann würde das abstinenz Programm beendet werden. Ich mein ich hab seit Silvester kein alk mehr getrunken. Hin und wieder trinke ich ein erdinger alkoholfrei (was man bei der abstinenz auch nicht darf laut der Homepage vom tüv thüringen). Also hätte ich kein Problem für 3 Monate kein alk zu trinken. Ich frage nur, weil das nicht in der Fragestellung der fsst vorkommt. Aber du oder ihr seit die Experten und wisst was gut für die mpu ist. Wie gesagt ist nicht böse gemeint meine frage. Lg
 

Nancy

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Weißt du wie viele Sitzungen man braucht von dem Anti-Aggressionskurses damit dies angerechnet wird.
Da gibt es wohl keine feste Stundenzahl, wichtig ist dass es erfolgreich abgeschlossen wurde.
Es gibt verschiedene Angebote, wie lange sowas dauert richtet sich nach der Schwere der Problematik.
Hier gibt es sehr gute erste Infos zum Thema: https://www.aggressionen-abbauen.com/antiaggressionstraining/

Nicht böse gemeint aber warum schreibst du ich soll eine alk abstinenz nachweisen
Es zeigt dem Gutachter dass du dich mit dem Thema Alkohol auseinander gesetzt und erkannt hast dass dieser mit eine Rolle bei deinen - ich nenne es jetzt mal "Angriffen" gespielt haben könnte. Der Alk. hat dein Verhalten mitunter verstärkt. Das Alkohol aggressiv machen kann ist ja nicht neu. Auch hierzu wenn du magst eine Infoseite: https://www.kenn-dein-limit.info/alkohol-und-aggression.html

Bei dir mache ich es daran fest:
Ich war betrunken und hatte in einer Disko Streit mit einer anderen Person.
Ich ging auf diese Person zu und schlug diese ins Gesicht.

Nach ca einer Std und 2 Bier bin ich Heim gefahren.
Meine Frau sagte, dass ich sie 2 mal mit dem Fuß gegen das Dekolltee getreten haben soll.
Ich hatte einen Atemalkoholwert von 0,51 mg/l AAK. (Anmerkung Nancy: ca. 1‰)
Und das taucht ja alles in deiner Akte auf...

Es geht nicht darum kpl. Abstinenz nachzuweisen, sondern darzulegen dass du nicht "gewohnheitsmäßig" Alkohol trinkst und jetzt, nachdem du keine Drogen mehr nimmst, auf noch mehr Alk. umgestiegen bist. Denkbar wäre natürlich auch eine Haaranalyse die deinen moderaten Alk.konsum unterstreicht (also kein Urinscreening), dann wäre es weiterhin möglich ab und zu ein Bier zu trinken...
Für eine Haaranalyse brauchst du 3 cm lange Haare und diese belegen rückwirkend den Konsum der letzten 3 Monate.

Es wäre sozusagen ein Bonus für dich bei der MPU dass du dich umfassend um deine Problematik gekümmert hast.

Wäre das von Vorteil oder ist das Pflicht bei mir
Von Vorteil ja, Pflicht nein.
 
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