• Als Forenbetreiber sind wir nicht verpflichtet, Beiträge oder Themen auf bloßen Wunsch zu löschen. Eine Entfernung erfolgt ausschließlich bei Vorliegen einer gesetzlichen Verpflichtung (z. B. bei rechtswidrigen Inhalten oder berechtigten datenschutzrechtlichen Ansprüchen). Bitte veröffentlichen Sie daher nur Inhalte, deren dauerhafte Speicherung und öffentliche Zugänglichkeit Sie zustimmen.

TF - 1,66‰; Ersttäter, ohne Gefährung & Unfall

juls27

Neuer Benutzer
Hallo zusammen :)

Ich habe mich hier registriert um mich Austauschen zu können, und mir mit Hilfe eurer Expertise Klarheit im MPU-Sumpf zu verschaffen!
Zunächst erst einmal vielen Dank an alle, de sich hier mit Herzblut reinknien und an der Kreation dieses Forums beteiligt waren. Ich habe mich in den letzten paar Tagen viele Stunden hier verbacht um mich einzulesen, bin aber noch unsicher und habe einige Fragen.

FB Alkohol

Zur Person
Geschlecht: m
Größe: 178 cm
Gewicht: 75 kg
Alter: 36

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 28.02.2026, Nacht von Samstag auf Sonntag
BAK: 1,66
Trinkbeginn: ca. 14 Uhr
Trinkende: ca. 22:30 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: AAT: 23:40 Uhr, Blutabnahme 00:40 Uhr

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: nein
Strafbefehl schon bekommen: ja, Hauptverhandlung war 26.08.2026 (6 Monate nach Tattag)
Dauer der Sperrfrist: 3 Monate

Führerschein
Hab ich noch: nein
Hab ich abgegeben: ja
Hab ich neu beantragt: noch nicht, Termin zu Neubeantragung am 08.09.2026
Habe noch keinen gemacht: /

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: nein
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: 1x 21km/h zu schnell im Jahre 2024
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): /

Bundesland: NRW


Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: nein
Ich lebe abstinent seit: seit Tattag (jedoch keine offizielle AN, 1x großes Blutbild 23.06.2026, 1x PEth-Analyse 04.08.2026)

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: /
Urinscreening ja/nein: /
PEth-Analytik ja/nein: über Polizeiärztlichen Dienst am 04.08.2026
Keinen Plan?: Noch unschlüssig ob AN oder nicht

Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: ja, 1x 23.06.2026 im Rahmen des großen Blutbildes

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: nein
Selbsthilfegruppe (SHG): nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: ja, im Rahmen der Unterstützung im polizeilichen Dienst
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: nein
Ambulante/stationäre Therapie: nein
Keine Ahnung:

MPU
Datum: offen
Welche Stelle (MPI): /
Schon bezahlt?: /
Schon eine MPU gehabt? /
Wer hat das Gutachten gesehen?: /
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: /

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: nein


Hallo zusammen,

ich möchte zunächst einmal mein Delikt und die dazugehörigen Rahmenbedingungen schildern, damit ihr die Situation möglichst gut einschätzen könnt.

Mein Name ist Julian, ich bin 36 Jahre alt und von Beruf – leider Gottes in diesem Zusammenhang – Polizeibeamter. Am 28.06.2026 habe ich eine Trunkenheitsfahrt mit einem Blutalkoholwert von 1,66 Promille begangen.

Zunächst ein paar persönliche Hintergründe:
Etwa zwei Wochen vor der Tat hat sich meine Frau von mir getrennt. Wir haben einen 3,5 Jahre alten Sohn. Die Trennung kam für mich völlig unerwartet und hat mir zu diesem Zeitpunkt sprichwörtlich den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich bin daraufhin kurzfristig aus unserem gemeinsamen Haus ausgezogen und musste mein komplettes Leben neu sortieren.

Am Tattag selbst (28.06.2026) war ich mit etwa 10–12 Freunden bei einem Fußballspiel im Stadion. Ursprünglich war überhaupt nicht geplant, Alkohol zu trinken. Nachdem ich meine damalige persönliche Situation in der Runde offen angesprochen hatte, habe ich mich dann allerdings doch dazu entschieden, Alkohol zu konsumieren und das Auto eigentlich stehen zu lassen.

Über den Tag verteilt (ca. 9 Stunden) habe ich insgesamt etwa 8–10 Bier à 0,5 Liter sowie 8–10 Schnäpse à 2 cl getrunken. Ich muss aber ehrlich gestehen, dass ich das alles nicht mehr ganz zusammenbekomme, es könnte also auch etwas mehr oder etwas weniger gewesen sein.
Mir ist bewusst, dass das eine erhebliche Menge war. Gerade aufgrund meines Berufes hätte ich wissen müssen, dass ich mich unter keinen Umständen mehr ans Steuer setzen darf. Dafür habe ich mir selbst bereits genügend Vorwürfe gemacht und auch aus meinem Umfeld entsprechende Rückmeldungen bekommen - und das zu genüge!

Nach dem Stadionbesuch sind wir noch in die Stadt gegangen, wo ich noch 2–3 weitere Biere getrunken habe. Gegen 23:00 Uhr habe ich mich dann leider trotzdem ins Auto gesetzt und bin die etwa 20–22 km nach Hause gefahren.
Kurz nach der Autobahnausfahrt bin ich über zwei Sperrflächen gefahren. Ein Zeuge hat das beobachtet, ist mir anschließend hinterhergefahren und hat die Polizei verständigt.

Von dort bis zu meiner Wohnung waren es noch ungefähr 10 Minuten Fahrzeit. Laut Zeugenaussage bin ich weiterhin deutliche Schlangenlinien gefahren, bis ich schließlich vor meiner Wohnung geparkt habe. Zeitgleich traf die Polizei an meiner Wohnanschrift ein und nahm mich dort in Empfang.

Der durchgeführte Atemalkoholtest ergab gegen 23:30 Uhr einen Wert von 0,88 mg/l. Anschließend wurde ich zur Dienststelle gebracht. Die Blutentnahme erfolgte um 00:40 Uhr und ergab einen Wert von 1,66 Promille.

Die Zeit danach war für mich natürlich sehr schwierig. Die ersten Wochen waren geprägt von einem starken Ohnmachtsgefühl und dem Gefühl, komplett den Boden verloren zu haben.

Seit dem Tattag bin ich abstinent. Ein offizielles Abstinenzprogramm habe ich bisher nicht begonnen. Stattdessen habe ich am 23.06.2026 ein großes Blutbild und am 04.08.2026 eine PEth-Analyse über den polizeiärztlichen Dienst durchführen lassen.

Bereits im März habe ich mich intensiv mit verschiedenen MPU-Beratungsstellen auseinandergesetzt. Ich wollte jedoch zunächst die Hauptverhandlung abwarten, bevor ich die nächsten Schritte einleite.

Diese fand am 26.08.2026, also fast auf den Tag genau sechs Monate nach der Tat, statt. Zu meiner positiven Überraschung – und auch zur Überraschung meines Anwalts – wurde eine Sperrfrist von lediglich drei Monaten verhängt. Mein Anwalt war zuvor eher von mindestens sechs, möglicherweise sogar neun bis zehn Monaten Sperrfrist ausgegangen.

Dadurch hat sich mein ursprünglicher Zeitplan bezüglich der MPU etwas verändert.

Eigentlich wollte ich direkt nach der Verhandlung mit einem offiziellen Abstinenznachweis beginnen. Falls dieser erforderlich sein sollte, hatte ich an Haaranalysen gedacht, um die vergangenen drei Monate abzudecken und dann nach weiteren drei Monaten eine zweite Analyse durchführen zu lassen.

Nach mehreren Beratungsgesprächen wurde mir allerdings sehr häufig kontrolliertes Trinken (kT) als möglicher Weg empfohlen. Grundsätzlich habe ich mit Abstinenz keinerlei Probleme – die Frage ist für mich eher, welcher Weg in meinem Fall strategisch sinnvoll und zeitlich realistisch ist.

Aktuell stehe ich im engeren Austausch mit dem Verkehrspsychologen Amil Nabhani sowie der Beratungsstelle ON-MPU.

Die Einschätzungen gehen dabei auseinander:
  • Nabhani: keine Abstinenz, sondern Vorbereitung auf ein kT-Konzept
  • ON-MPU: Abstinenz mittels Haaranalyse (eine Probe jetzt, eine weitere in drei Monaten)
Am 08.09.2026 habe ich einen Termin zur Neubeantragung. Passt der zeitliche Ablauf aus eurer Sicht grundsätzlich?

Mich würde interessieren, wie ihr meine Situation einschätzt:
  • Welcher Weg erscheint euch sinnvoller: kontrolliertes Trinken oder Abstinenznachweise? Brauche ich für kT nicht auch Nachweise, die ich möglicheriwese momentan nicht habe? Eine Weiterführung der Analyse über den polizeiärztlichen Dienst wäre auch denkbar. Jedoch wird es doch höchstwahrscheinlich nicht nach CTU Kriterien erfolgen.
  • Ist eine MPU in meinem Fall auch ohne vorherigen Vorbereitungskurs realistisch oder würdet ihr eine Vorbereitung dringend empfehlen?
  • Wie wichtig sind aus eurer Erfahrung die bisherigen Blutwerte bzw. die PEth-Analyse?
  • Gibt es sonstige Punkte, auf die ich besonders achten sollte?
Mir ist bewusst, dass ich einen großen Fehler gemacht habe. Gerade deshalb möchte ich die Sache aber ernsthaft aufarbeiten und nicht nur irgendwie „durch die MPU kommen“.

Ich würde mich sehr über eure Einschätzungen, Erfahrungen und Tipps freuen.

Vielen Dank an alle, die sich die Zeit nehmen, meinen Beitrag zu lesen und zu antworten!

Viele Grüße
Julian
 
Mein erster Eindruck: das könnte eine A3 werden können, bei der keine Nachweise Pflicht sind, jedoch gerne gesehen werden. Bei einer A3 redet man strenggenommen nicht von kT, sondern risikoarmem Konsum, das "Kontrollierte Trinken" ist ein fachlich begleiteter Niedrigkonsum, der innerhalb einer A2 (Mißbrauch) gefordert wird.

Falls Du Dich auf eine A3-MPU vorbereiten willst, wäre die Kernvoraussetzung, dass Du DEN Konsum, den Du für die Zukunft vorhast, auch ausreichend lange ausprobiert hast - allein schon, um abschätzen zu können, dass das auch klappt. Du kannst, wenn Du magst, auch auf Alkohol verzichten (oder weitestgehend verzichten). Was Probleme macht, ist ein langer Abstinenznachweis mit der Entscheidung, dann risikoarm zu trinken. Denn Du hattest ja gar keine Chance, die veränderten Trinkverhalten auch auszuprobieren^^
Woher willst Du dann wissen, dass das hinhaut?

Was oft empfohlen wird: ne Weile gar nix trinken (allein schon mal, um zu schauen, wie das so ist, was einem wirklich fehlt, welche verborgenen Aufgaben Alkohol denn so im Leben hat), was man dann mit einer Haarprobe auch belegen kann (nicht muss). Weiterhin verlangen die Kriterien, dass das neue Trinkverhalten ausreichend getestet sein soll, optimalerweise über alle üblichen damaligen Trinkanlässe hinweg. Der Gutachter fragt da sehr explizit nach den Erfahrungen. Ein halbes Jahr mindestens sollte das schon sein.

Naja.. und wenn Du 3 Monate verzichtest und 3 Monate risikoarm konsumierst, so wie Du es in Zukunft vorhast, dann gehst Du mit einem halben Jahr geändertem Trinkverhalten in eine MPU. Das kann durchaus ok sein.

Noch zur Abstinenz: hier 3 Monate Nachweise (nach CTU-Kriterien, andere anerkennt der Gutachter nicht!) mitzubringen hätte auch den Vorteil, dass Du damit auch eine passende Vorbereitung startest, sollte Dich der Gutachter in eine A2 (Mißbrauch) stecken. Du könntest also Zeit sparen. Aber das ist ein etwas kompliziertes Thema für später vielleicht...

zum Vorbereitungskurs:
Es wird in der MPU erwartet, dass Du genau herausgefunden hast, wie sich Dein Konsum so steigern konnte, dass Du mit 1.6 überhaupt noch fahren kannst. Und dass Du Dein Leben auf eine Weise geändert hast, so dass es Alkohol darin nicht mehr braucht. Das geht aber nur, wenn Du auch an die Ursachen für Deinen Konsum gekommen bist^^. Alles, was sich da dann bis zur MPU geändert haben soll, musst Du "aus dem echten Leben" heraus berichten können. Überschriften ohne Inhalt führen zum Durchfallen. Ein guter Vorbereiter bringt Dich da an Deine Grenzen und darüber hinaus.. und bohrt genau dort, wo es am meisten weh tut.

Ja, ich glaube, eine gute Vorbereitung ist extrem hilfreich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schön, dass du hier gelandet bist :smiley138:

Nur zur Ergänzung zum lieben @joost:

Du schreibst, dass deine Frau dich 2 Wochen vorher verlassen hat.
Sei dir bewusst, dass das mit der hohen BAK sehr wenig zu tun hat.
Du hast dir schon weit vorher eine Giftfestigkeit angeeignet, die weit über gesellschaftlichem Konsum liegt.
Niemand trinkt sich diese in 2 Wochen an.
Du bist mit 2 ‰ ( BAK > 2h nach Trinkende ) noch 20 km gefahren.
Dieses musst du anhand deiner Konsumgeschichte sehr genau herleiten, sonst schießt du gleich die H0 ( Unglaubwürdigkeit ).

Wir helfen dir bei allen Schritten sehr gerne :smiley138:
 
Du bist mit 2 ‰ ( BAK > 2h nach Trinkende ) noch 20 km gefahren.
au ja. Das hatte ich glatt übersehen. Danke!


Aber das ist ein etwas kompliziertes Thema für später vielleicht...
das mache ich jetzt dann doch auf:

Es kann auch gut sein, dass Du bereits fett im Mißbrauch hängst. Dann wäre die "Eintrittskarte" für eine MPU ein einjähriger Nachweis (A2). FALLS Du, innerhalb einer A2, auf kT gehen willst - was voraussetzt, dass die Kontrollfähigkeit noch vorhanden ist,
dann würde beispielsweise folgendes Nachweisprogramm eine "gültige Eintrittskarte" sein:
3 Monate Verzicht mit CTU-konformen Nachweisen (1x Haar)
darauf folgend: 3-4 Monate kontrolliertes Trinken, fachlich betreut, ohne Nachweise ...
-- bis hierhin wäre es auch die von mir empfohlene Vorbereitung auf eine A3, quasi^^
.. und eine einzige PETH-Probe am Ende dieser Phase (nicht nötig für eine A3)

Du hättest also schon mal das erste halbe Jahr eines A2-Nachweises in der Tasche und könntest in eine Risiko-A3 gehen. Sofern Du nicht eh unterwegs feststellst, dass Du schon dick im Mißbrauch hängst.
Falls Dich der Gutachter trotzdem in eine A2 einordnet, kannst Du dann noch 6 Monate mit PETH kontrolliertes kT ranhängen. Oder Dich (aus guten Gründen!) für eine echte Abstinenz entscheiden, für die Zukunft.

Nachdem Dein letzter Konsum schon so weit zurückliegt, könntest Du also morgen die Haaranalyse für die vergangenen 3 Monate machen.
 
Hallo zusammen,

erstmal ein riesiges Dankeschön für die schnellen Antworten und den ganzen Input! Ich bin echt froh, hier so gut aufgenommen worden zu sein. Die Rückmeldungen haben mir die Augen geöffnet – besonders der Hinweis auf die Giftfestigkeit und die tatsächliche Promille-Spitze während der Fahrt. Als Polizist sollte ich eigentlich gewohnt sein, Fakten nüchtern zu analysieren, aber beim Blick auf sich selbst übersieht man das dann doch gerne mal. Die Trennung war der Auslöser, aber die Toleranz kommt von vorher – das habe ich verstanden und das werde ich schonungslos aufarbeiten müssne!

Ich habe versucht, eure Ratschläge und die verschiedenen Optionen zusammenzufassen, um zu sehen, ob ich das alles richtig verstanden habe. Korrigiert mich bitte, wenn ich einen Denkfehler habe:

Hypothese A3 (Alkoholgefährdung) – Ziel: Risikoarmer Konsum
  • Logik: Der Gutachter sieht die Fahrt als extremen Ausreißer in einer schweren Krise, stuft mich aber noch nicht als Missbraucher ein.
  • Die Strategie (3+3):
    • Phase 1: 3 Monate kompletter Verzicht direkt nach der Tat (belegt durch eine rückwirkende Haaranalyse über 3 cm, die ich jetzt sofort machen würde) = dadurch hätte ich dann aber "nur" die Monate Juni, Juli und August?!
    • Phase 2: 3 Monate erprobtes, risikoarmes Trinken im echten Leben (mit Trinktagebuch und maximal 2-3 minimalen Konsumanlässen), um dem Gutachter zu beweisen, dass ich heute nach einem kleinen Bier aufhören kann.

Hypothese A2 (Alkoholmissbrauch) – Ziel: Abstinenz oder fachlich begleitete Verhaltensänderung
  • Die Logik: Der Gutachter sagt anhand meiner Historie und der Giftfestigkeit, dass hier bereits ein handfester Missbrauch vorlag. Eine reine A3-Argumentation würde hier dann nach euren Aussagen zum sofortigen Durchfallen führen.
  • Sicherheit:
    • Wenn ich jetzt sofort die erste Haaranalyse (3 Monate Abstinenz) mache und danach in die kT-Erprobung gehe (abgesichert durch eine PEth-Probe am Ende), habe ich ein perfektes Kombi-Paket.
    • Stuft mich der Gutachter in A3 ein, ist sowieso alles gut?
    • Stuft er mich in A2 ein, habe ich die erste Hälfte eines anerkannten Nachweisprogramms für kontrolliertes Trinken bereits in der Tasche und kann darauf aufbauen. Aufbauen heißt im diesen Sinne dann nochmal die ganze MPU 3 Monate später zu machen oder kann man dann ggf. Auflagen bekommen die man nach mehreren Montaten dann nochmal nachweisen muss?

Mein großes Fragezeichen: Der Termin zur Neubeantragung am 08.09.2026?
Hier bin ich mir gerade extrem unsicher, ob ich mir nicht selbst ins Knie schieße. Die Sperrfrist war ja extrem kurz (nur 3 Monate).
Wenn ich am 08.09. den Antrag abgebe, läuft die bürokratische Mühle der Führerscheinstelle an. Nach den Erfahrungen hier im Forum dauert die Bearbeitung oft ca. 6 bis 10 Wochen. Das bedeutet, dass ich vermutlich irgendwann im November 2026 die offizielle MPU-Aufforderung mit Fristsetzung (meistens 2-3 Monate) im Briefkasten habe. Der MPU-Termin läge dann im Januar oder Februar 2027.
  • Passt das zeitlich überhaupt zu der oben genannten Strategien?
  • Bis zur MPU im Januar hätte ich ja ab Tattag (Februar) fast 11 Monate gelebte Veränderung, aber die offiziellen CTU-Nachweise würden ja nur ein bestimmtes Fenster abdecken.
  • Sollte ich den Termin zur Neubeantragung lieber noch etwas nach hinten verschieben, um mehr Zeit für die Nachweise und die Erprobung zu gewinnen, oder ist es besser, den Antrag jetzt zu stellen, um das Verfahren in Gang zu bringen?
Wie seht ihr das zeitliche Zusammenspiel aus Antrag, Fristen der FSSt und den Nachweisen?

Vielen Dank nochmals für eure großartige Unterstützung!

Viele Grüße
Julian
 
Moin :smiley138:

es freut uns sehr, dass du dich gut aufgehoben fühlst !

Es gibt für jede der Alkoholhypothesen klare Kriterien, das nur zur Begrifflichkeit.

Zur Hypothese A3 gehört zwingend, dass der Klient noch in der Lage war, bei Problemen, die aufgrund des Konsums entstanden, noch angemessen zu reagieren ( vereinfacht gesagt ).

Hast du jemals Hinweise aus deinem Umfeld bekommen, weniger oder gar nicht mehr zu trinken ?

Nun aber zu deinen Fragen :):

A3:
Der risikoarme Konsum sollte über ein Jahr erprobt worden sein, in dem möglichst alle Trinkanlässe vorhanden waren, die in der Vergangenheit zu erhöhtem Konsum geführt haben, mindestens aber 6 Monate.

A2:
Das kT muss nicht nur forensisch, sondern auch therapeutisch begleitet werden.

Ich sehe die Neubeantragung am 8.09. kritisch.
Es wäre doch eher „mit der heißen Nadel gestrickt“.

Vor Allem brauchst du ja auch Zeit für die psychologische Aufarbeitung.

Der Antrag sollte erst gestellt werden, wenn die Vorbereitung so gut wie abgeschossen ist.

Bei Fragen, immer fragen :smiley138:
 
Logik: Der Gutachter sieht die Fahrt als extremen Ausreißer in einer schweren Krise, stuft mich aber noch nicht als Missbraucher ein.
ja. Und der "Ausreißer" wird mit steigender Giftfestigkeit immer unglaubwürdiger, denn irgendwie musst Du Dir ja diese Giftfestigkeit antrainiert haben. Wer immer nur mit 30kg-Hanteln stemmt, kann nicht einfach mal so 90 kg heben.

Aufbauen heißt im diesen Sinne dann nochmal die ganze MPU 3 Monate später zu machen
6 Monate später.

A3:
[ Trinkpause 3 Monate (Haarprobe) ] - [ risikoarmer Konsum / kT 3 Monate (ohne Nachweis) ]
A2:
[ Trinkpause 3 Monate (Haarprobe) ] - [ risikoarmer Konsum / kT 3 Monate (ohne Nachweis) ] - [ Peth Startwert] - [ kT 6 Monate (PETH)* ]

----------------- 3Mo ---------------- ---------------------------- 3Mo ------------------------- A3 MPU -------------------- 6Mo ----------------- A2 MPU

________________________________________________________
* oder, bei der Erkenntnis, dass Abstinenz dann doch nötig ist: 6 Mo Abstinenznachweise Haar / Urin / Peth
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo und guten Morgen
Die eigentlich wichtigste und auch meistens schwerste Frage ist ,warum hast du in diesen Mengen (Promille)getrunken.
Wie schon gesagt die Giftfestigkeit ist ein längerer Prozess.
Oder anders gefragt welche Funktion hatte der Alkohol.
Das ist der entscheidende Punkt bei deiner Aufarbeitung.
Das braucht Zeit.
Und genau so das umsetzen.
All die Situationen die vorher mit Alkohol verbunden waren.
Auch das braucht Zeit, und dann kannst du etwas erzählen.
 
Zurück
Oben