• Als Forenbetreiber sind wir nicht verpflichtet, Beiträge oder Themen auf bloßen Wunsch zu löschen. Eine Entfernung erfolgt ausschließlich bei Vorliegen einer gesetzlichen Verpflichtung (z. B. bei rechtswidrigen Inhalten oder berechtigten datenschutzrechtlichen Ansprüchen). Bitte veröffentlichen Sie daher nur Inhalte, deren dauerhafte Speicherung und öffentliche Zugänglichkeit Sie zustimmen.

TF Fahrrad 1.7 Promille

zu 3: „Ich habe nur in schönen Situationen getrunken“ beantwortet noch nicht, warum aus einem Glas irgendwann mehrere Flaschen wurden. Gab es wirklich nie Momente, in denen Alkohol auch zur Entlastung beigetragen hat?
zu 3: Ausschließen kann ich es nicht, dass es manchmal einen Einfluss gehabt haben könnte, doch ich denke nicht das es einen die Entscheidung verändernden Effekt für mich gehabt hat. In den Situationen, an die ich mich erinnern kann, haben die anderen 2 Motive bei weitem überwogen.
Nach dem ich eine nacht drüber geschlafen habe, halte ich es für gut möglich, dass ich hier auch flasch liegen kann. Meine Herangehensweise war es, sich in diese Situationen hineinzuversetzen und zu überlegen, warum ich jetzt getrunken hätte. Dabei habe ich nicht bedacht, dass meine Probleme auch unterschwellig meine Entscheidungen beeinflussen können. Ein bischen verwirrt bin ich, aber davon, dass ich am meisten getrunken habe, nachdem eine stressige Situation erstmal vorbei war (z.B. im Urlaub oder nach der Prüfungsphase/beginn des neuen Semesters). In den Zeiten, in denen ich am meisten Stress verspürrt habe (Prüfungsphase/Abitur) habe ich selten bis gar nicht getrunken. Auch in meiner Findungsphase nach dem ersten gescheiterten Studium habe ich selten bis gar nicht getrunken, auch wenn mir meine Eltern und ich mich selbst sehr gestresst haben ein Studium zu finden und die Zeit sinnvoll mit Arbeit oder einem Praktikum zu füllen. Kann ich mich irgendwo genauer zu Entlastungstrinken einlesen, damit ich sehen kann, ob ich mich da wiederfinde?

Zu meinen zwei Kontrollverlusten:
1. Hier war ich in einem Fremden Land und habe Mischgetränke getrunken. Ich wusste damals schon, dass ich mich in Clubs nicht wohl fühle, aber die zwei Freunde, mit denen ich dort war, wollten unbedingt in einen Club gehen und ich wollte nicht alleine zurückbleiben. Ich war im Urlaub nach einer Klausurenphase. Hier habe ich rekonstruiert, dass es primär für mich darum ging, die Hemmschwelle abzubauen um im Club spaß zu haben, weshalb ich mehr und zu viel getrunken habe. Dies endete dann mit einem Filmriss. Ich habe schon beim "vorglühen" ordentlich zugelangt und dann im Club einen Drink getrunken, der dann die Nacht für mich beendet hat. Ich bin dann mit den zwei Freunden mit dem Taxi heimgefahren.

Hier habe ich Leider nur den Schluss drauß gezogen, dass ich nicht mehr in Clubs gehen werde und bestimmt nicht mehr vorkommen würde.

2. Dies war der Tag der Trunkenfahrt. Es war das verlängerte Wochenende und ein Freund der weit weg wohnt kam zu besuch. Wir haben den ersten Tag zusammen die Stadt erkundet und am Ende Abends einen Film geschaut und dabei ein 0.5L 5% Getränk getrunken. Am 2. Abend haben wir mit ein paar anderen Freunden von mir uns in meiner WG getroffen und dann Kartenspiele gespielt und auch Nintendo spiele. An diesem Abend habe ich einen 0.7 Wein 9% getrunken einen Apfelwein 0.5 5% und zwei Shotgläser von einem Korn im Verlauf von 10 Stunden. (Wir sind sehr nachtaktiv)

Am Tag der TF hat ein Freund eine Feier bei sich im Garten veranstaltet. Wir sind um 19:00 dort eingetroffen und hatten unseren eigenen Alkohol dabei. Zunächst habe ich ein Glas Weißwein 0.2 und ein Glas Rotwein 0.2 getrunken und mich unter die Leute gemischt und geredet. Später habe ich zusammen mit meinen Freunden einen Shot Kräuterlikör getrunken und dann ein Cola Kräuterlikör Mischgetränk 0.2 50/50. Ich habe mich weiter unter die Leute gemischt und geredet. Dann kam ein Mischgetränk Wodka Sirup hinzu das ich mit 50/50 gemischt habe. Zusammen mit 2 Freunden bin ich dann losgelaufen und habe mir etwas zu essen geholt. Danach habe ich einen Shot getrunken mit einer Gruppe und erneut das Sirup Wodka Mischgetränk. Es gab Musik und ich habe auch mitgetanzt (wahrscheinlich eher rhytmisch bewegt). Dann um 1:00 habe ich die heimreise angetreten in einem sehr unfahrtüchtigen Zustand. Dass ich mit dem Fahrrad bis zur Bahnstation fahren würde hatte ich bereits vorher entschieden. Ich hatte Schwierigkeiten aufzusteigen und loszufahren und bin dann auch nach 300m hingefallen. Genug Anzeichen nicht mehr fahrtüchtig zu sein, doch ich habe diese ignoriert. Nach weiteren 1000m wurde ich dann von der Polizei angehalten. Ich hatte wirklich sehr viel Glück, dass ich mir nur eine Schürfwunde zugezogen habe und nicht in Kontakt mit anderen Verkehrsteilnehmern kam.

Warum ich derartig viel an diesem Abend getrunken habe muss ich noch genauer ergründen. Mischgetränke habe ich sehr selten getrunken und deren Alkoholgehalt sehr unterschätzt. Das soll das ganze jetzt nicht rechtfertigen, denn ich hätte es wissen müssen wie viel Alkohol da drin ist. Die Motive des Kräftemessens und der Vermeidung von Veschwenung haben hier auch ihren Beitrag geleistet. Ich wollte mehr trinken als meine Freunde und wir hatten zu viel gekauft, was "ja Verschwendung wäre wenn ich es nicht trinke".

Noch zu der Entscheidung mit dem Rad zu fahren:
Ich laufe oder fahre sehr gerne Nachts mit dem Fahrrad. Das ist sehr entspannend für mich und ich habe es auch viel öfter nüchtern als betrunken getan. Aber auch hier sehe ich das Motiv des Kräftemessens, denn so konnte ich zeigen, dass ich mehr trinken kann und noch mit dem Fahrrad heim komme.

Ich habe auch nachgerechnet mit dem ADAC rechner, ob die Trinkmengen, die ich getrunken habe, mit meinem BAK übereinstimmen und das passt ziemlich genau.
 
Hey arturr,
schön wie du an deine Geschichte rangehst.
Genau, „nur in schönen Situationen“ passt nicht ganz, weil es nicht erklärt, warum aus einem Glas mehrere Flaschen werden. Deine Beobachtung finde ich interessant: Während du im vollen Fight-Modus warst (Abitur, Prüfungsphase, Findungsphase mit dem Druck von dir und deinen Eltern), hast du fast gar nicht getrunken. Da war der Kopf wahrscheinlich voll im Überlebens- und Durchbeiß-Modus.

Aber sobald der Stress vorbei war – Urlaub, nach Klausuren, Semesterstart – hast du dann richtig reingehauen. So ungefähr puhh jetzt erstmal runterkommen... Im Fight-Modus brauchst du keinen Alkohol, weil du eh schon im Adrenalin-Modus bist. Danach kommt der große „Jetzt darf ich endlich runterkommen“-Moment und Alkohol wird als schnelle Entspannung genutzt. Unterschwellig hat der ganze vorherige Stress dann doch mitgespielt, auch wenn du es in dem Moment nicht so gemerkt hast.

Alkohol senkt dann kurzfristig das Stresshormon Cortisol, schüttet Dopamin aus und gibt dieses schnelle Entspannungsgefühl. Deshalb wird er besonders in Erholungsphasen (Urlaub, nach Prüfungen, Feierabend) als Belohnung/Entlastung genutzt. Langfristig macht er aber alles schlimmer (Rebound-Effekt, mehr Stress, schlechter Schlaf).

Die Profis hier werden dir dazu bestimmt bessere Quellen geben können, aber auf https://www.kenn-dein-limit.de kannst du dich selber testen bzw. findest weiterführende Links.
 
  • find ich gut, Julchen.

    arturr, was Du schreibst, würde erklären, dass Du mal bissi Alk trinkst in Entspannungsphasen - aber nicht, dass Du Dich in solche Höhen schießt. NUR die äußeren Situationen zu verlassen reicht nicht für eine MPU. Dann suchst Du dir vllt andere, wenn doch das Bedürfnis da ist, Dich abzuschießen. Denke daran: der Normalo ist nach einer Flasche Wein (Vorglühen? Wow) am Ende, da geht nix mehr^^

    Schau doch mal genau hin und bewerte mal von 0 - 7 folgende Dimensionen, jeweils vor dem Alkoholkonsum, nach den ersten 2 - 3 Getränken und dann später (also 3 Spalten):

    ohne / niedrige Alkoholisierung / Folgealkohol (jeweils 0 = gar nicht bis 7=total) ->
  • gefühlte innere Leichtigkeit
  • sich angenommen fühlen
  • Loslassen-können / Kontrolle abgeben / Pubertär-unbekümmert sein
  • Sich zeigen können (das Gegenteil von sozialer Angst)
  • Dazu-gehören, anerkannt sein, mithalten können
  • Zeigen, was man aushält / stark sein
Übrigens: Deine Trinkhistorie erklärt nicht Deine Giftfestigkeit. Für den Gutachter ist das Verharmlosen und damit bist Du durchgefallen. btw: bei den Mengenangaben braucht es immer den Zeitraum, ein paar Mal hast Du ihn drin. Da bist Du fast immer unter 1pm.

Ich laufe oder fahre sehr gerne Nachts mit dem Fahrrad. Das ist sehr entspannend für mich
wie ist denn Dein Zustand davor ?
 
Zuletzt bearbeitet:
Unterschwellig hat der ganze vorherige Stress dann doch mitgespielt, auch wenn du es in dem Moment nicht so gemerkt hast.
Ok das ergibt Sinn.
Deine Trinkhistorie erklärt nicht Deine Giftfestigkeit.
Das habe ich auch schon gemerkt. Ich verstehe das auch nicht so ganz. Das mag jetzt dumm, uneinsichtig oder selbstbelügend wirken, aber meine Wahrnehmung und die meines Umfelds war bisher, dass sich meine Alkoholtoleranz nicht nur durch "Training", was bestimmt seinen Beitrag geleistet hat, zu erklären war. Meine Erfahrung war bis zum ersten Kontrollverlust, dass ich mich mit Bier Apfelwein oder Wein eigentlich gar nicht in diesen wirklichen Grenzzustand hineintrinken konnte. Die Alkoholhistorie die ich beschrieben habe weicht nach bestem Wissen und Gewissen nicht signifikant von der Realität ab. Sobald ich angefangen hatte zu trinken mit 19 hatte ich schon eine höhere Giftfestigkeit, als viele meiner Freunde, die schon Jahre zuvor begonnen hatten zu trinken oder auch mein Vater der auch schon ein Leben lang Alkohol trinkt. Und bis Anfang 2025 habe ich selten größere Mengen getrunken. Mit rumrechnen mit dem ADAC Rechner würde ich mein Trinkverhalten so beschreiben, dass ich mich auf die 1.0-1.3 Promille hochgetrunken habe und dann dies Gehalten habe.
jeweils vor dem Alkoholkonsumersten 2 - 3 Getränken (0.5L Bier)später
gefühlte innere Leichtigkeit235
sich angenommen fühlen236
Loslassen-können / Kontrolle abgeben / Pubertär-unbekümmert sein024 (normalerweise)
6-7 (in den oberen 2 Fällen)
Sich zeigen können (das Gegenteil von sozialer Angst)024 (normalerweise)
6-7 (in den oberen 2 Fällen)
Dazu-gehören, anerkannt sein, mithalten können335
Zeigen, was man aushält / stark sein016
innere Ruhe (das Gegenteil von "unter Strom stehen")135
Ruhe im Kopf135
Ich hoffe ich habe die Tabelle richtig verstanden

wie ist denn Dein Zustand davor ?
Soziale Situationen bringen für mich immer ein Stresslevel mit sich. Ich habe diese Spaziergänge und Fahrten genossen, da ich dadurch runtergekommen bin und dann besser schlafen konnte.
Auch in anderen Situationen, wenn ich gestresst bin, mache ich gerne Spaziergänge um meine Gedanken zu ordnen und runterzukommen.
Ursprünglich hatte ich versucht ein paar Freunde zu überzeugen, dass sie mit mir zur Bahnstation laufen. Das hätte 1.5h gedauert, worauf sie wahrscheinlich für viele hier verständlich keine Lust hatten.
Heute kam die Post von der Staatsanwaltschaft.

Nach dem Ergebnis der Ermittlung besteht hinreichender Tatverdacht für folgendes Vergehen: Trunkenheit im Verkehr

Da das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung durch Auflagen bzw. Weisungen beseitigt werden kann und die Schwere der Schuld nicht entgegensteht, wird von der Erhebung der öffentlichen Klage gemäß Paragraph 153a StPO endgültig abgesehen, falls folgende Auflagen bzw Weisungen erfüllt werden:

Geldbetrag im niedrigen 3stelligen Bereich an den Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr.

ich habe nun 2 Wochen Zeit zur Zustimmung und 1.5 Monate für die Überweisung.

Ich denke mal es ist am besten sich damit einverstanden zu erklären?
Es spricht nichts dagegen, dass anzunehmen?
 
Zurück
Oben