• Als Forenbetreiber sind wir nicht verpflichtet, Beiträge oder Themen auf bloßen Wunsch zu löschen. Eine Entfernung erfolgt ausschließlich bei Vorliegen einer gesetzlichen Verpflichtung (z. B. bei rechtswidrigen Inhalten oder berechtigten datenschutzrechtlichen Ansprüchen). Bitte veröffentlichen Sie daher nur Inhalte, deren dauerhafte Speicherung und öffentliche Zugänglichkeit Sie zustimmen.

TF Rad mit 1,71 ‰

Popeye84

Neuer Benutzer
Hallo zusammen,

ich habe leider einen folgenschweren Fehler begangen und bin nun mit der Aufarbeitung beschäftigt. Ich habe im Forum bereits viel gelesen und an meinem Fragebogen gearbeitet. Ich hoffe die Profis können hier einen Blick auf diesen FB werfen und mir Ihre Einschätzung hierzu geben. Vielen Dank vorab für eure Unterstützung.

FB Alkohol

Zur Person
Geschlecht: m
Größe: 1,70
Gewicht: 75 kg
Alter: 41

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 02.11.2024
BAK: 1,71
Trinkbeginn: 17:00
Trinkende: 23:00
Uhrzeit der Blutabnahme: 00:30

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: bereits abgeschlossen
Strafbefehl schon bekommen: ja - Einspruch 153a eingelegt -
Dauer der Sperrfrist: keine

Führerschein
Hab ich noch: ja
Hab ich abgegeben: nein
Hab ich neu beantragt: nein
Habe noch keinen gemacht: ---

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: nein
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: nein
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): erhebliche Zweifel an der Fahreignung

Bundesland: MV

Konsum
Ich lebe abstinent seit: 21.01.2025

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: nein
Urinscreening ja/nein: ja ab März 2025
Keinen Plan?: noch nicht, wahrscheinlich Abstinenz

Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: nein, Probe am 07.03.2025

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: nein
Selbsthilfegruppe (SHG): nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: ja
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: nein
Ambulante/stationäre Therapie: nein
Keine Ahnung: ---

MPU
Datum: ausstehend
Welche Stelle (MPI): noch keine
Schon bezahlt?: nein
Schon eine MPU gehabt? nein
Wer hat das Gutachten gesehen?: ---
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: ---

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: nein


Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten. (wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)

Am 2.11.2025 habe ich bis ca. 08:00 Uhr geschlafen. Nach dem Aufstehen habe ich dann geduscht und Kaffee getrunken. Danach habe ich die Wohnung gesäubert und die Tasche einschließlich Mittagessen gepackt. Ich bin von zu Hause aus gegen 13:00 Uhr mit dem Fahrrad zu meiner Garage gefahren und habe dort noch Reparaturen durchgeführt. Nebenher habe ich dann meinen Salat zum Mittag gegessen.
Zu 17:00 Uhr fing dann die Feier mit Freunden an zu der ich gerufen wurde. Es wurde von 17:00 Uhr bis ca. 19:00 Uhr gegrillt. Anschließend wurde bei einem Lagerfeuer weiter getrunken. Es wurde gequatscht und Musik gehört. Gegen 23:00 Uhr fand die Feier ein Ende und es wurde aufgeräumt und sich verabschiedet. Bis auf ein Paar waren wir alle mit Fahrrad zu gegen und sind jeweils um kurz nach 23:00 Uhr aufgebrochen. Ich bin meine gewohnte Strecke nach Hause mit dem Fahrrad gefahren. Gegen 23:30 Uhr wurde ich dann auf dem Radweg einer größeren Straße von der Polizei angehalten und aufgrund meiner Alkoholfahne auf meinem Promillewert kontrolliert.
Die Messung ergab 1,609 ‰, so dass ich aufgefordert wurde eine Blutabnahme durchführen zu lassen. Der Aufforderung kam ich nach, nachdem die Beamten und ich mein Fahrrad sicher im Keller meiner Wohnung verbracht hatten. Daraufhin fuhren wir in die nahegelegene Klinik zur Blutentnahme. Dies war um 0:30 Uhr der Fall. Nach der Blutprobenentnahme wurde ich wieder zu Hause abgesetzt. Es wurden keinerlei Tests durchgeführt oder Ausfallerscheinungen erkannt. Bis auf eine verwaschene Sprache wurde nichts notiert.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken? (Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)
Gegen 17:00 Uhr habe ich einen Glühwein (0,2) und danach das erste Bier (0,5l) getrunken. Um ca. 19:30 Uhr habe ich dann das zweite Bier (0,5l) aufgemacht. Bis gegen 23:00 Uhr hatte ich dann 5 große Bier (0,5l) getrunken.

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
Ich wurde nach ca. 2 km angehalten. Ich hätte von dort aus noch ca. 200m fahren müssen.

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können? (Ja/Nein + Begründung)
Nach Beendigung der Feier konnte ich ohne irgendwelche Ausfallerscheinungen noch aufräumen, stehen und hatte das Gefühl, noch sicher heimwärts zu fahren. Über den tatschlichen Konsum des Alkohols habe ich mir keinerlei Gedanken gemacht.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
Ich habe die Trunkenheitsfahrt nicht konkret vermeiden wollen. Wäre mir zu diesem Zeitpunkt bewusst gewesen, dass solch hohe Konzentration an Alkohol vorhanden wären, hätte ich das Fahrrad stehen gelassen und hätte mich mitnehmen lassen, Taxi gerufen oder wäre zu Fuß heim gegangen.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
Nein.

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?
Aufgrund der Tatsache, dass bereits mehrere Anlässe mich in der Vergangenheit dazu bewogen haben, das Auto stehen zu lassen und lieber mit dem Fahrrad zu erscheinen, gehe ich von einer Vielzahl an Malen aus.
Ich folgere daraus, dass mich das Nichtauffallen meiner alkoholisierten Teilnahme am Straßenverkehr darin bekräftigt hatte, dies weiter praktizieren zu können. Es lagen schließlich keine negativen Erfahrungen in Form von Bußgeldern, Verletzungen durch z.B. Stürze/Unfälle etc. vor. Da ich in der Vergangenheit auch anderen Menschen in meinem persönlichen Umfeld nicht durch Ausfallerscheinungungen bin, habe ich meine Fahrtüchtigkeit unter dem Einfluss von Alkohol massiv überschätzt und mich sicher gefühlt, auch sicher am Straßenverkehr teilnehmen zu können.

Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen? (Allererste Erinnerung und erster Konsum)
Die allerste Erinnerung an Alkhol hatte ich mit ca. 10 Jahren auf einer Familienfeier. Dort haben die Eltern und Verwandten im Rahmen einer Geburtstagsfeier gefeiert.
Der erste Konsum an Alkohol fand im Rahmen meiner Abschlussklassenfahrt der 10. Klasse statt. Hier wurde Bier gekauft und im Klassenverband probiert.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?

Ich habe das erste Mal auf Klassenfahrt der 10. Klasse Alkohol getrunken. Das zweite Mal an meinem 17. Geburtstag im Rahmen eines Discobesuchs. In der Zeit nach meinem 17. Geburtstag durfte ich auch am Wochenende bis 00:00 Uhr ausgehen, weswegen ich auch an manchen Partys von Schulfreunden teilgenommen habe. Dort habe ich ab und zu Alkohol getrunken. Nach Beendigung der Realschule habe ich eine Lehre als Immobilienkaufmann angefangen und bin häufiger am Wochenende auch in Discos gegangen, dabei habe ich unregelmäßig Alkohol getrunken.
Während meiner Lehrzeit lernte ich meine damalige Freundin kennen. Mit 18 und Erwerb des Führerscheins war ich zwar häufiger auf Partys zugegen, jedoch zumeist als Fahrer meiner damaligen Freundin. Die weiteren Trinkanlässe bezogen sich dann meist nur auf Geburtstagsfeiern im familiären Rahmen und im Freundeskreis.
Nach Beendigung der Lehrzeit (ab 2004) und Beendigung der Beziehung zu meiner damaligen Freundin fingen sich dann die Trinkanlässe (Discobesuche) an Wochenenden an zu häufen.
Im Jahr 2006 lernte ich dann meine nächste Freundin kennen. Hier waren dann gemeinschaftliche Ausflüge mit Ihren Freunden und Ihrer Familie vorherrschend und nur noch vereinzelte Trinkanlässe wie Geburtstage und Familienfeiern. Im Jahr 2007 kam dann meine Tochter zur Welt und die Trinkanlässe fanden nur noch im Rahmen von familiären Geburtstagen statt.
Erst mit der Trennung in 2009 nahmen die Trinkanlässe wieder zu. Sofern kein Kinderwochenende war und Geldmittel vorhanden waren, traf ich mich mit Freunden und besuchte unregelmäßig Veranstaltungen. An den Kinderwochenenden wurde grundsätzlich kein Alkohol konsumiert. In 2012 erfolgte ein Jobwechsel in einer ander Stadt. An den Wochenende bin ich ich zu meinen Eltern gefahren und habe Freunde besucht.
Erst nach Rückzug in die Heimatstadt in 2013 und erneutem Jobwechsel waren wieder Trinkanlässe z. B. zu Geburtstagen möglich. Nach Rückzug in meine Geburtsstadt (ab 2013) hat sich das unregelmäßige Trinkmuster des Alkoholkonsums an den Wochenenden fortgesetzt, bis es zu der aufgedeckten Trunkenheitsfahrt kam.

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken? (Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Häufigkeit:
Ich habe, wenn dann ausschließlich nur an den Wochenenden getrunken. Dies betrifft sowohl die Lehrzeit als auch die nachfolgende Zeit. Dabei handelte es sich meistens um einen bestimmten Tag am Wochenende (samstags), an dem ich Alkohol getrunken habe. An dem jeweils anderen Wochenendtag habe ich nichts getrunken. Unter der Woche trinke ich nur äußerst selten zu außerordentlichen Anlässen wie z.B. einem familiären Geburtstag oder einem besonderen Anlass. Die betreffenden Wochenenden, an denen ich Alkohol konsumiert habe, sind eher unregelmäßig gewesen und waren in der Regel abhängig von den finanziellen Mitteln und den geplanten Veranstaltungsangeboten, zu denen ich mich mit Freunden und Bekannten jeweils im Vorfeld verabredet habe.
Im Hinblick auf die letzten Jahren habe ich durchschnittlich 1 bis 2 Mal im Monat einen hohen Alkoholkonsum an den besagten Wochenenden an den Tag gelegt.
Sorte und Menge:
Ich trinke seit Jahren überwiegend Bier. Eher selten auch Longdrinks wie Cuba Libre. Sekt nur zum Anstoßen, beispielsweise nur zum Anstoßen bei besonderen Anlässen (Geburtstag/Hochzeit). Glühwein zu Weihnachten
Die dargestellten Werte der Trinkmengen sind als Höchstwerte angegeben, an denen ich sehr viel getrunken habe sind:

3 bis 5 Bier á 0,5L = 10-12 Trinkeinheiten
2 bis 3 Longdrinks á 0,4 L = 12 Trinkeinheiten
1 Sekt 0,1 l = 1 Trinkeinheit
2 bis 3 Glühwein = 4-6 Trinkeinheiten

Oft habe ich an Tagen mit Alkoholkonsum jedoch auch weniger getrunken.

11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Ich habe überwiegend getrunken, wenn ich ausgegangen bin oder ich mit anderen Menschen verabredet war. Typische Trinkanlässe in der Vergangenheit waren z.B.: Geburtstage, Familienfeiern, Gesellige Abende mit Freunden, Partys oder Stadtfeste. Überwiegend habe ich mich dabei immer mit Freunden verabredet.

12. Warum haben Sie getrunken? (Innere + äußere Motive)
Innere Motive:
In Aufarbeitung der Trunkenheitsfahrt stelle ich fest, dass hinter meinem Alkoholkonsum zum Einen eine große Angst davor besteht alleine und einsam zu sein und nicht dazuzugehören. Der Alkohol hat mich vermeintlich lustiger, geselliger, entspannter und offener gemacht, so dass ich dazugehören konnte. Ich hatte das Gefühl besser auf Menschen zugehen zu können. Ich wurde so locker und entspannter. Ich wollte kein Außenseiter sein. Der Alkohol hat mich enthemmter gemacht und mich in Stimmung für größere geselligere Runden gebracht. Zum Anderen habe ich den Alkohol zum Abschalten und Entspannen aufgrund von privater sowie beruflicher Belastung genutzt. Durch die damaligen Jobwechsel ist es regelmäßig dazu gekommen, sich immer wieder neu zu beweisen und Leistung zu erbringen. Dieser Leistungsdruck wurde dann mittels Sport aber auch durch mein Alkoholkonsum kompensiert. Zu den privaten Belastungen gehörten dann Streitigkeiten mit der Mutter meines Kindes, die ich ebenfalls mit Sport und Alkoholkunsum kompensiert habe.
Äußere Motive:
In der damaligen Runde war es üblich so viel und so selbstverständlich bei einem Zusammentreffen zu trinken. Ich wollte dazugehören, nichts verpassen, Spaß haben. Ich kannte es nicht anders.

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?
Nein.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
Ich hatte in der Vergangenheit an den Wochenenden, an denen ich viel getrunken hatte, das Gefühl der Entspannung vom stressigen Alltag. Ich war gut gelaunt beim Trinken, habe die Seele vermeintlich baumeln lassen und war teils bis spät nachts unterwegs mit Freunden und Bekannten. Am Tag danach habe ich dann den Tag über nichts weiter gemacht als zu duschen, auf dem Sofa vor dem Fernseher zu liegen und etwas zu essen.
 
16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben? Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.
Nach der Trennung meiner ersten Freudin lag der Alkoholkonsum deutlich über dem Maße des heutigen Alkoholkonsums. Erst mit der Geburt meiner Tochter etablierte sich der gegenwärtige Alkoholkonum bis hin zu dem Tag, an dem die Trunkenheitsfahrt stattfand.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
Nein.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Nein, außer die Zeit der Schwangerschaft meiner damaligen Freundin. Hier waren teils mehrere Wochen ohne Alkohol möglich. Der völlige Verzicht von Genuss von Alkohol wurde dann durch familiäre Geburtstage unterbrochen.

19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein? (mit Begründung)

In der Vergangenheit habe ich mich überhaupt nicht mit meinem Alkoholkonsum auseinandergesetzt, hätte diesen aber als unproblematisch und mich als Gelegenheitstrinker bezeichnet. Ich war in der Annahme, dass ich mit Alkohol vernünftig umgehen würde. Zu dieser Einschätzung kam ich, da ich beruflich wie privat all meinen Verpflichtungen nachgekommen bin und ausschließlich nur am Wochenende größere Mengen Alkohol getrunken habe.
Rückblickend erkenne ich durch die Trunkenheitsfahrt und der damit verbundenen Straftat an, einen problematischen Umgang mit Alkohol betrieben zu haben.

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft? (Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

Nein.

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

am 21.01.2025 - Erhalt Strafbefehl

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?

Nein.

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
Nach dem Erhalt des Strafbefehls zur Trunkenheitsfahrt stand ich unter Schock und brauchte einige Wochen um das Geschehene zu verstehen. Nachdem mir die strafrechtlichen Konsequenzen klar wurden, begann ich mit der intensiven Aufarbeitung des Geschehenen. Dazu gehörte für mich auch eine dokumentierte Abstinenzphase.
Der hohe Promillewert und die damit belegte Alkoholgewöhnung, die es mir überhaupt erlaubte auf das Fahrrad steigen zu können, haben mir die Augen geöffnet.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?
Seit dem ich keinen Alkohol mehr trinke und mich intensiv um die Aufarbeitung der Trunkenheitsfahrt gekümmert habe, bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich einen problematischen Umgang mit Alkohol praktiziert hatte. Die Vor- und Nachteile von Alkoholkonsum machen mir bewusst, dass es für mich keinen Vorteil von Alkoholkonsum gibt. Ich habe Alkohol nicht aus Gründen des Geschmackes getrunken, so dass für mich kein kontrollierten Trinken in Frage kommt.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Die Änderung meines Trinkverhaltens habe ich durch abrupten Verzicht auf Alkohol erreicht. In den ersten Wochen nach der Trunkenheitsfahrt war ich aufgrund des Schocks über mein Verhalten und die nun drohenenden Konsequenzen wie den Strafbefehl und eine mögliche MPU komplett abstinent. Ich habe danach keine Feier mehr besucht und bin nicht aus gewesen. Ich habe mich daheim mit meinen Sorgen in Bezug auf meine berufliche Situation und den Folgen der Trunkenheitsfahrt auseinandergesetzt und war alleine zu Hause oder verbrachte die Abende bei meinen Eltern um mich wenigstens ein bisschen abzulenken. Dennoch habe ich die veränderte Situation eher als unschön empfunden.
Nach ca. zwei Monaten habe ich mich dann wieder mit Freunden getroffen. Mir ist bei Treffen mit Alkoholkonsum aufgefallen, dass ich durch den Verzicht von Alkohol bereits nach ein paar Stunden deutlich merken konnte, wie der Alkohol bei Anderen angefangen hat zu wirken. Ich konnte mich auch ohne Alkoholkonsum amüsieren und mich einbringen. Ich empfand es war lustig wie immer. Auf mein Trinkverhalten angesprochen habe ich meinen Freunden und Bekannten Auskunft über meine aktuelle Situation gegeben.
Ich habe seit der Aufarbeitung meiner Trunkenheitsfahrt mehr Kontakt zu meiner Familie gesucht und eine festere Verbindung aufgebaut. Die Gespräche mit den Familienmitgliedern zeigten sich durchaus kontruktiv und es wurde viel Verständnis und Hilfe für meine Situation aufgezeigt.
Seitdem unternehmen wir familiär gemeinsam viel mehr als vorher und unterstützen uns auch gegenseitig bei anstehenden Problemen. Mir wurde aufgezeigt, dass ich mit allen Problemen zu meiner Familie kommen kann.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?
Ich habe mir nach der Trunkenheitsfahrt intensive Gedanken zu meinem Verhalten gemacht. Die Überwindung den Leuten in meinem Umfeld Einblick darüber zu geben, dass ich Alkoholmissbrauch betrieben habe gewog mich, die alten Gewohnheiten abzulegen und sich neu aufzustellen. Ich habe die Wochenenden neu struktiert und mir alte und neue Hobbys zugelegt. Neben den alten Hobbys wie Autoschrauben. Computer und Basteln habe ich mich dem Kochen verschrieben. Letztes ist der Grund dafür, dass ich mich gesünder ernähre und neue Rezeptideen ausprobiere. Die Familie und Freunde sind hierüber stets erfreut und sehen die Änderung meines Verhaltens als positiv an. Neben dem Kochen habe ich das wandern für mich entdeckt. Um den Kopf freizukriegen und sich vom Alltag zu lösen gehe ich gerne auf Exkursion und entdecke neue Wanderwege. Auf den Wanderungen nehme ich die Umwelt und Natur bewusster war. Auch andere Familienmitglieder konnte ich hierzu animieren, so dass wir gemeinsam mehr Zeit verbringen und uns insgesamt besser fühlen.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
In Aufarbeitung meiner Trunkenheitsfahrt habe ich viel über die Gefahren des Alkohols gelernt.
Durch mein verändertes Verhalten bin ich insgesamt aktiver und effizienter sowohl im Beruf als auch in meiner Freizeit. Ich habe begriffen mich mehr um mich kümmern zu müssen und niemand anders. Ich bin es, der dafür Sorge tragen muss, dass ich mich durch mein Verhalten nicht selber schädige und dies auch auf lange Sicht nicht tue zum Beispiel bei erhöhtem Stressaufkommen.
Insgesamt tut mir die Veränderung meines Verhaltens sehr gut. Ich fühle mich erstmals seit langer Zeit viel entspannter als in den letzten Jahren bedingt durch eine bessere Erholung am Wochenende sowie die (Wieder)-Aufnahme mehrerer sinnvoller Freizeitaktivitäten wie z.B. Kochen oder Wandern. Dies erscheint mir als ein geeignetes Modell auch für die Zukunft, da ich durch meine Verhaltensänderung belohnt werde.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen? (mit Begründung)

Ich bin mir trotz meiner positiven Verhaltensänderung bewusst, dass es Risiken gibt, die einen Rückfall in alte Verhaltsmuster begünstigen. Sei es durch berufliche als auch private Konflikte. Hier habe ich dank der Unterstütung meiner Familie stets Ansprechpartner um eine Lösung für die jeweiligen Konflikte zu finden und werde diese für den Fall dass es eintreten sollte auch in Anspruch nehmen.
Sollte sich jemand aufdringlich verhalten und mich in Bezug auf mein Trinkverhalten zum Alkoholverzehr verleiten wollen, so wigele ich dies rigeros ab und lasse diese Person stehen. Hier gilt es dann besonnen zu gieren und sich andere Gesprächspartner zu suchen oder den Ort bzw. die Situation zu verlassen.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

Ich habe den Entschluss gefasst, dass ich nie wieder unter Alkoholeinfluss ein Fahrzeug führen werde und dies durch die Vermeidung von Alkoholkonsum auch in Zukunft realisieren kann.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?
Nein
 
Hallo Popeye84,

willkommen im Forum.

Ich habe deinen FB jetzt nur mal überflogen, und möchte erst einmal zurückfragen:
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): erhebliche Zweifel an der Fahreignung
Du hast also deine MPU-Aufforderung bereits erhalten!?
Bis wann hast du Zeit um das Gutachten abzugeben?
Ich frage mit dem Hintergrund, dass dies bei einer TF mit dem Rad idR nur 3 Monate sind. Da du noch nicht mit AN angefangen hast, wird es vermutlich darauf hinauslaufen dass du deine Fahrerlaubnis abgeben musst. Das ist dir bewusst, oder?
 
Hallo,

noch habe ich keine Post von der FSST erhalten. Ich bin mir bewusst, dass die AN Zeit knapp werden wird und ich den FS evtl. abgeben muss.
 
Ich habe Alkohol nicht aus Gründen des Geschmackes getrunken, so dass für mich kein kontrollierten Trinken in Frage kommt.
Ein guter Grund, kontrolliertes Trinken auszuschließen, wäre (mehrfach?) erlebter Kontrollverlust und die Angst vor Wiederholung. Ist das denn so?
Wenn du zu dick aufträgst, könntest du dich in eine A2 werfen und dann will der Gutachter 12 Monate AN sehen...

noch habe ich keine Post von der FSST erhalten

woher kommt dann das da:
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): erhebliche Zweifel an der Fahreignung
?
 
Hallo,

das mit den erheblichen Zweifel an der Fahreignung habe ich beim Erstellen des FB vergessen zu löschen. Sorry. Eine Fragestellung gibt es noch nicht.

Zum Thema zurück: Es ist leider nicht so. Vielmehr habe ich den Konsum unterschätzt. Hätte es nicht geschmeckt hätte ich es nicht getrunken. Ein Kontrollverlust konnte ich bisher nicht feststellen. Vielmehr erging es mir immer so, dass wenn ich mehr getrunken hatte der erste war, der heim / schlafen wollte, was ich dann auch getan habe. Ich habe die Feier / Veranstaltung meistens früher verlassen. Mit anderen Worten nach Erreichen meiner Verträglichkeit wollte ich los. Dies war auch immer stets tagesformabhängig.

Ich weiß nicht ob das jetzt besser ist. Wie ist eure Einschätzung?
 
Zurück
Oben