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Turbo-Wiederholungstäter, Positive MPU wegen Alk & Drogen im Juli 2021, nun zweite TF

Heidelbeere

Neuer Benutzer
Liebe Forumsmitglieder,

nachdem ich ca. ein Jahr nur mitgelesen habe, schreibe ich euch ich schreibe euch mit ein paar Fragen und um die Situation gemeinsam zu reflektieren. Ich bin 24 Jahre alt und Student. Im Dezember 2019 hatte ich eine TF mit 1,69 Promille und 3,2 ng/ml THC (THC-COOH nicht bekannt) gem §316 zu 9 Monaten Führerscheinentzug und Geldstrafe verurteilt. Mitte Juli 2021 hatte ich nach einem Jahr Abstinenz von Drogen und Alkohol die MPU erfolgreich bestanden und meine Fahrerlaubnis wieder erteilt bekommen.

Nun Mitte August war ich gegen 01:00 mit meinem E-Scooter von einer Party mit Freunden auf dem Nachhausweg (2,5km). Ich wurde von der Polizei angehalten, ein Atemalkoholtest ergab 1,16 Promille, Blutuntersuchung ist noch ausstehend. Es war die erste Gelegenheit nach bestandener MPU, zu der ich wieder Alkohol getrunken hatte und rückfällig wurde. Angedacht war es von mir dort keinen Alkohol zu trinken, weshalb ich den E-Scooter überhaupt dabei hatte. Ohne die Motive genau aufgearbeitet zu haben, kann ich erstmal sagen, dass der Rückfall auf Grund von zwei Dingen passiert ist. Zum Einen habe ich in der ersten MPU wirklich internalisiert nie wieder Cannabis in meinem Leben zu konsumieren. Bezüglich Alkohol haben sich aber gegen Ende Zweifel eingeschlichen, ob ich als "junger Mensch" wirklich mein Leben lang abstinent bleiben will und muss. Entgegen dem Inhalt der MPU habe ich die Tatsache nicht (mehr) ganz geglaubt, dass ein sozialüblicher Konsum von Alkohol mit Trennungsvermögen für mich nicht möglich und umsetzbar sein soll. Zum Anderen war es die erste Party mit Kommilitonen seit über einem Jahr, also eine Situation in denen die anderen alle übermäßig Alkohol konsumierten. Auf dieser Glatteistelle bin ich voll ausgerutscht und habe fünf Bier zwischen 21:45 und 01:00 Uhr getrunken.

Für mich ist klar, dass ich die MPU zwar auf dem Papier bestanden hatte, diese aber im Bezug auf Alkohol nie wirklich angenommen oder die Aufarbeitung willentlich umsetzen wollte. Dies muss jetzt vor der nächsten MPU passieren. Da ich wohl die Turbo-MPU-Wiederholung geschafft sage ich euch ganz ehrlich, dass ich aktuell sehr große Angst vor der zweiten MPU habe, diese nicht zu bestehen. Nicht weil ich mein Verhalten/Motive nicht umstellen kann oder will, sondern weil in so einem Fall mich doch kein GA mehr bestehen lassen werden wird.

Ich habe nun mich direkt für einen Abstinenznachweis für Alkohol angemeldet. Auf Grund der Vergangenheitstat möchte ich nun erstmal fragen, ob ich auch einen Nachweis über die Abstinenz von Drogen erbringen sollte, damit der GA mir keine Suchtverlagerung unterstellt? Da es das deutlich teurer macht wäre es für mich von Vorteil, wenn das nicht oder nur ein halbes Jahr lang nötig ist.

Für das weitere Vorgehen habe ich meine Verkehrspsychologin sofort wieder kontaktiert. Diese sagte mir, dass sie denkt, dass vier weitere Sitzung zur Vorbereitung auf die nächste MPU ausreichend sind, da sie davon überzeugt ist, dass ich das "Handwerkszeug" in der ersten MPU gelernt habe und auch eigentlich umsetzen kann. Ich selbst bin tatsächlich auch der Meinung, dass dies ausreichend ist, da es einzig auf die abschließende Verfestigung der Abstinenzabsicht ankommt. Ich mache mir aber große Sorgen, ob dies für eine positive MPU ausreichend ist, da nach dieser Story mir doch kein Gutachter eine eigenständige und nachhaltige Stabilisierung/Veränderung abkauft, egal was ich sage. Da ich aber mit der Abstinenz überhaupt keine Probleme habe und der Vorfall vor allem auf meine Hybris zurückzuführen ist, glaube ich nicht, dass mir eine SHG oder gar eine Therapie allzuviel nützen. Deswegen möchte ich euch fragen, welche weiteren Schritte ihr mir empfehlt?

Grundsätzlich habe ich als erste Konsequenz beschlossen mein Leben deutlich umzustrukturieren. Den geplanten Uni-Wechsel ziehe ich nach vorne um in einer neuen Stadt mein abstinentes Leben neu zu strukturieren. Ich werde mich aus vorhandenen Strukturen lösen und vor allem jegliche Situationen an denen übermäßig Alkohol getrunken wird vollständig meiden.

Das positive Gutachten vom Juli kann ich gerne hier einstellen, nachdem ich es mir überhaupt erst vom MPI besorgt habe, weil ich damals nur eine Ausfertigung erhalten hatte.

Vielen Dank für eure Hilfe!


Heidelbeere
 
Zuletzt bearbeitet:
FB Alkohol

Zur Person
Geschlecht: m
Größe: 1,85
Gewicht: 85
Alter: 24

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: Mitte August
BAK: Austehend
Trinkbeginn: 21:45
Trinkende: 01:00
Uhrzeit der Blutabnahme: ca. 02:30

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: ja
Strafbefehl schon bekommen: nein
Dauer der Sperrfrist: -

Führerschein
Hab ich noch: nein
Hab ich abgegeben: ja
Hab ich neu beantragt:
Habe noch keinen gemacht:

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?:
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt):

Bundesland: Hessen


Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: nein
Ich lebe abstinent seit: Grundsätzlich seit März 2019, einmaliger Rückfall mit erneuter TF

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: nein
Urinscreening ja/nein: ja
Keinen Plan?:

Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: ja zwei Mal zur ersten MPU, alle unterer Referenzbereich

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: nein
Selbsthilfegruppe (SHG): nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: ja
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: nein
Ambulante/stationäre Therapie: nein
Keine Ahnung:

MPU
Datum:
Welche Stelle (MPI):
Schon bezahlt?:
Schon eine MPU gehabt? ja
Wer hat das Gutachten gesehen?: Führerscheinstelle
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: Es ist nicht zu erwarten, dass Herr XX erneut ein Fahrzeug unter demEinfluss von Alkohol oder Drogen führen wird.

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: Dezember 2019: Trunkenheitsfahrt mit 1,7 Promille und 3,2 THC; 9 Monate Sperrfrist

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Tja, Dein "sozialüblicher Konsum von Alkohol mit Trennungsvermögen" ging wohl in der Tat daneben, sorry. Ich will hier nicht moralisieren, aber Dein Fall ist schon selten dämlich.

Niemand schreibt Dir nach einer erfolgreichen MPU vor, nur "sozialüblich" zu trinken. Du kannst Dir danach sogar Abend für Abend total die Kante geben... Es ist Deine Gesundheit, Beziehung, Familie.

Der Punkt liegt in der TRENNUNG von Drogen/Alk und Straßenverkehr, egal ob Auto, Rad oder E-Scooter. Da liegt Dein Fehler, wenn Du 4 Wochen nach bestandener MPU wieder stramm rumfährst.

Die überwiegende Mehrheit der Kiffer.Innen und Säufer:Innen in diesem Land können das trennen, sonst gäbe es viel weniger Staus. ;-)

Auch der Gutachter weiß, dass Du als 24-jähriger in den nächsten 60 Jahren wahrscheinlich irgendwann mal zu Alk greifen wirst. Klar, rein rechtlich wirst Du wohl AB für die nächste MPU vorweisen müssen, mit entsprechenden Nachweisen über 6 Monate / 1 Jahr.

Ob man deshalb gleich die Stadt / Uni wechseln muss, sei mal dahingestellt. Auch in der neuen Uni / Stadt gibt des Kommiliton.innen & Bars.

Ich bin in Deinem Alter vor 10 Jahren selbst durch den Mist gegangen... Es gibt eine einfache Lösung: Nimm einfach konsequent Taxi & zur Finanzierung einen Gin-Tonic weniger.
 
Auch der Gutachter weiß, dass Du als 24-jähriger in den nächsten 60 Jahren wahrscheinlich irgendwann mal zu Alk greifen wirst. Klar, rein rechtlich wirst Du wohl AB für die nächste MPU vorweisen müssen, mit entsprechenden Nachweisen über 6 Monate / 1 Jahr.

Diese Einstellung ist absoluter Unfug.
Es gibt genug Menschen, die nie Alkohol trinken, auch in noch jüngeren Jahren. Es gibt ebenfalls kein Gesetz, das den Konsum von Alkohol vorschreibt.
Sicherlich wird es nicht immer leicht, z.B. bei einer Abschlussfeier vom Studium oder der Hochzeit oder ähnlichen Anlässen, aber sehr wohl kann der Schreiber hier zur Einsicht gelangen, dass es der bessere Weg ist.

Du hast selbst das Verhalten als dämlich bezeichnet, in Wirklichkeit zeigt es eher, wie tief eine Problematik sitzen kann, wenn ein derart selbstzerstörerisches Verhalten an den Tag gelegt wird.

Blätter mal selbst durch die Foren und schau, wie viele Wiederholungstäter es gibt, das ist ein klares Zeichen dafür, wie schwierig es sein kann, mit der Trinkerei gut umzugehen und dass für viele die Abstinenz der bessere und einfachere Schritt ist.
 
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