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Zweite Trunkenheitsfahrt nach 10 Jahren

Olli66

Neuer Benutzer
Guten Abend zusammen,

erst einmal zu meiner Person:
Alter: 60
Gewicht : 92kg
Größe : 189 cm
verheiratet,zwei Kinder,zwei Enkelkinder
wohnhaft in NRW
berufstätig in der Automobilbranche

Tatsachen:
Erste Trunkenheitsfahrt 19.08.2015
1,9 Promille BAK 18:45 Uhr
Urteil: 30 Tagessätze , 12 Monate Sperre
MPU im Okt. 2016 mit 12 Monaten AB ,SHG und 20 Sitzungen beim Psychologen bestanden.

Zweite Trunkenheitsfahrt 04.02.2026
1,79 Promille BAK 18:15 Uhr
Strafverfahren läuft ,Akteneinsicht vom RA.
angefordert

Da ich seit geraumer Zeit die Themen und Beiträge verfolge, habe ich beschlossen hier beizutreten. Hat etwas von einem "sicherem Raum" für mich.
Nach vielen Jahren des verdrängens, herunterspielen und Selbstbetruges gegenüber der Alkohol Problematik wurde endlich die Notbremse gezogen.
Letztendlich sehe ich nur zwei Möglichkeiten.
1. So leben wie bisher , sprich täglich weiter konsumieren. Familie, Gesundheit ,Firma, Finanzen u. Freunde aufgeben . Allerdings werden die mich aufgeben, dann habe ich alles verloren was mir wichtig ist. FS., eine meiner Säulen ist ja schon weggebrochen.
HALT! STOP!
2. Einschneidenden Lebenswandel,
fühlt sich momentan unfassbar an. Allerdings die einzige Möglichkeit, um nicht mit dem sinkendem Schiff unterzugehen.

Ich habe vor sechs Wochen die zweite Variante genommen, entschlossen den Kampf gegen die Krankheit anzunehmen.
Wäre klasse,wenn das ein oder andere Mitglied ,mich auf dem steinigen langen Weg begleiten würde.
Liebe Grüße
Olli66
 
Schön, dass du hier gelandet bist :smiley138:

Ich finde es ganz großartig, dass du dich hier mit offenem Visier vorstellst, Hut ab !
Zusätzlich hast du schon den ersten, wichtigsten Schritt getan:
Einen anderen Weg eingeschlagen !

Und ja, du hast hier deinen „geschützten Raum“, 24/7.
Und ja, wir werden dich sehr gerne bei deinem Weg begleiten und mit allen unseren Möglichkeiten unterstützen.

Hast du schon irgendwelche Maßnahmen eingeleitet ?
Entgiftung ?
Hausarzt ?
Suchtberatung ?
Konsumierst du noch ?

Viele liebe Grüße :smiley138:
 
Die erste MPU ist noch in den Akten, der Gutachter wird auch auf diese abzielen.
Und: eine MPU nach einer bestandenen wird immer hammerhammerhart.
Die hohen Promillewerte und deren zeitliche Stabilität deuten an, dass Du vermutlich ein andauerndes massives Alkoholproblem hast, durch das Du Dich 2016 noch irgendwie durchgemogelt hast. Damit dürfte jetzt Schluss sein. Anhand der wenigen Eckdaten, die ich bis jetzt habe, hätte ich zunächst den Eindruck, dass es nötig sein dürfte, das Projekt mit einer suchtspezifischen Therapie zu beginnen (oder vllt auch ambulant zu begleiten).

Und ja, wir können Dich gerne begleiten, sofern Du offen zu uns bist.
Toll wäre, wenn Du Deine erste MPU noch hättest und uns - gut anonymisiert - zur Verfügung stellen würdest.
Und dann vllt mal den "großen Fragebogen" ausfüllen, als Basis für die nächste Zeit? Dann können wir jetzt schon mal einschätzen, wo Du gerade so stehst...
-> www.mpu-vorbereitung-online.com/forum/threads/fragebogen-f%C3%BCr-eine-alkohol-mpu.50/
 
Zuletzt bearbeitet:
Lieber Olli
Mega stark das du dich stellst und Variante 2 wählst. Ich bin zwar paar Jahre jünger und meine „Trinker Karriere“ kürzer - über eines brauchen wir nie diskutieren : die Spirale geht mit Alkohol und weiter machen wir bisher nur in eine Richtung nämlich nach unten.
Die Trunkenheitsfahrt mit Führerschein Verlust war für mich der große Knall zum aufwachen. Das ist genau 3 Jahre her. Und ja der Weg zurück zum Führerschein ist hart und steinig und die Erkenntnisse und Wahrheiten dahinter auch - hier wird dir gut und professionell geholfen
 
Hey Karl- Heinz,
Wie schön das du dich meldest.
Das ging schnell und habe ich so nicht erwartet .Alles andere als selbstverständlich !

Zu meinen eingeleiteten Maßnahmen :
Habe mich morgens nach der TF gleich zum Hausarzt begeben. Eine meiner wenigen Vertrauenspersonen, die mich seit langer Zeit in meiner Problematik begleiten.Meine Frau war ( zum ersten Mal ) mit zum Gespräch.
Der Leidensweg des Co-Abhängigen ist ja oft emotional Erschöpfender, als meine Alkohol Problematik selbst. Das wird dieses Mal anders.
Entgiftet habe ich zu Hause.Es war erst Gemeinschaftliches Psychosomatisches Zentrum angedacht, habe mich aber dagegen entschieden.Körperlich keine Erscheinungen, Delir habe ich für mich ausgeschlossen. War nicht das erste Mal von 100 auf 0 runter zukommen.
Freitag den 06.03.26 habe ich gleich einen Termin beim Blau Kreuz bekommen. Das war mein Jackpot. Habe ich zusammen mit meiner Frau wahrgenommen. Zusammen mit der Therapeutin haben wir nach drei weiteren Sitzungen einen Antrag bei der DRV, betreffend einer Kombitherapie eingereicht. ( Postversand 25.02.26 ) Diese beinhaltet 8 Wo. stationär sowie 6 Monate arbeitsbegleitend ambulant, verlängere ich aber um 6 Monate . Aufnahmetermin Fachklinik steht schon. Ist auf den 07.04.26 angedacht. Jetzt warte und hoffe ich, das die DRV bis dahin mit dem Bewilligungsbescheid rüberkommt.
Lebe nurmehr seit 39 Tagen Abstinenz, sprich seit dem 05.02.26, und diesmal ist es komisch anders. Ich bin zufrieden. Klar ,das Carving ist schon des öfteren da, aber die erste " Flut-Welle " knallt nicht mehr so .......

Dir einen schönen Restsonntag, Karl-Heinz
 
Hi zuerbiswolke ,

schön das du da bist!
Schade, beim ersten Knall bin ich nicht aufgewacht. Habe mich da eher als Mensch mit einer Alkohol Problematik gesehen, geschweige denn süchtig. KT geht immer, warum nicht bei mir? Permanente Konsumverleugnung, herunterspielen und Selbstbetrug,waren die letzten Jahre meine täglichen Begleiter. Da hat mich der Alk voll verarscht. Schade das nun alles auf äußeren Druck stattfinden muss.
LG
Olli
 
Nabend joost,
sorry.
Bin nicht ganz so fix.
Muss mich erst mal hier zurechtfinden.
Dir natürlich auch danke, klasse das du auch bei mir bist.
Dir auch einen schönen Sonntag.
 
KT geht immer, warum nicht bei mir?
Ich konnte auch lange trinkpausen machen war aber sobald ich wieder angefangen habe „voll drauf“ ich konnte leider immer schon viel trinken und nie auf einem Bein nach Hause gehen. Was bei meinem Mann auch heute noch für Unverständnis sorgt - das ich eben nicht „kontrolliert“ trinken kann

Kennst du das Beispiel mit der sauren Gurke? Das ist aus der Beschreibung der AA anonyme Alkoholiker (mir hat die SHG geholfen trocken zu bleiben du gehst ja zum blauen Kreuz )
Ich hab’s mal aus drm
Internet kopiert
  • Die Salatgurke (Zustand vor der Sucht): Sie ist frisch, knackig und in ihrem natürlichen Zustand. Das steht für einen Menschen ohne Suchterkrankung.
  • Der Essig/Das Einlegen (Die Sucht): Die Gurke wird in Essig, Salz und Gewürze eingelegt. Der Alkohol verändert den Stoffwechsel, das Gehirn und die Persönlichkeit eines Menschen tiefgreifend. Diese Veränderung durchdringt die Gurke vollständig – sie nimmt den Geschmack an und ihre Struktur ändert sich.
  • Die Essiggurke (Der suchtkranke Zustand):Die Gurke ist nun sauer und konserviert.
  • Warum es nie wieder eine Salatgurke wird: Man kann den Essig zwar abwaschen, aber die Gurke wird dadurch nicht wieder knackig-frisch wie zuvor. Ihre Struktur ist unwiderruflich verändert. Genauso kann ein trockener Alkoholiker nicht wieder zum "moderaten Trinker" werden.
  • Die Konsequenz: Auch nach Jahren der Abstinenz führt der Konsum einer kleinen Menge Alkohol fast immer zu einem Rückfall, da das Gehirn die Suchtstruktur (die "saure" Eigenschaft) sofort wieder aktiviert.
Das Bild verdeutlicht, dass Heilung bei Alkoholsucht bedeutet, ein trockenes Leben zu führen, nicht die Rückkehr zum Zustand vor der Sucht.

Das „schöne“ auf der Schlagloch Piste in die MPU ist, das bei ehrlicher Aufarbeitung echte Veränderung möglich ist und alle Puzzle Teile langsam an ihren Platz fallen.
Du hast lange Zeit - Abstinenz nachweise 12 Monate (nach Abschluss der Therapie) sind die Eintrittskarte für die MPU.
Ich hatte ambulante Therapie und 8 Monate Wartezeit auf einen Therapie Platz
Deshalb bin ich mit 15 Monaten Abstinenz davon 6 Monate nach Abschluss der Therapie aus gekommen
 
Zuletzt bearbeitet:
Die erste MPU ist noch in den Akten, der Gutachter wird auch auf diese abzielen.
Und: eine MPU nach einer bestandenen wird immer hammerhammerhart.
Hier bin ich mir nicht sicher.
Die Wiedererteilung nach der 1. TF erfolgte im Oktober 16 mit AB.
Die 2. TF 02/26. Der Antritt zur MPU findet frühestens im Jahre 2027 statt.

Da bin ich mir jetzt gar nicht mehr sicher, aber ich meine, daß der Verwaltungsakt der Fsst der Zeitpunkt der Wieder-Beantragung der FE zählt?
Folglich tritt Verjährung der Verwertbarkeit des 1. GA ein, sofern die FE nach Oktober 26 beantragt wird, was so sicher ablaufen wird.
Somit dürfte doch Olli als Ersttäter antreten? oder sehe ich das falsch?
 
oder sehe ich das falsch?
hm.. *grübel
Das Thema hatten wir schon mal:

Ich würde mal auf unsere Verwaltungsrecht-Experten warten...
Allerdings ist (mir) unterm Strich sehr viel wichtiger, dass der TE ernsthaft an seine Alkoholthematik gehen will.
 
Zuletzt bearbeitet:
@zuerbiswolke
Nein , die Salatgurcke kannte ich noch nicht.
Spiegelt einiges. Offene,schonungslos und vor allem ehrliche Aufarbeitung ist bei mir angesagt. Erhoffe mir auch viele Puzzelteile zusammenstellen zu können. Einige innere Motive sind mir bewusst, aber lange lange nicht alle. In sechzig Jahren ist bei mir eines zu Stande genommen.

@Andi, danke. Warte jetzt zuerst auf die Akteneinsicht. Wird auf jeden Fall zeitlichsehr eng. Egal, ich ziehe es irgendwann auch mit Verwertbarkeit der ersten MPU durch. Höchste Priorität ist erstmal, meine Krankheit zu stoppen. LG Olli
 
Die 1.MPU ist noch verwertbar.
Es gilt die 10-Jahresfrist ohne Auffälligkeiten seit Datum der Wiedererteilung.

Die Neuerteilung nach MPU in 10/16 wird wohl so 11/16 gewesen sein.
Da die TF in 02/26 war,…
 
Die Wiedererteilung nach der 1. TF erfolgte im Oktober 16 mit AB.
Die 2. TF 02/26. Der Antritt zur MPU findet frühestens im Jahre 2027 statt.

Da bin ich mir jetzt gar nicht mehr sicher, aber ich meine, daß der Verwaltungsakt der Fsst der Zeitpunkt der Wieder-Beantragung der FE zählt?
Folglich tritt Verjährung der Verwertbarkeit des 1. GA ein, sofern die FE nach Oktober 26 beantragt wird, was so sicher ablaufen wird.
Somit dürfte doch Olli als Ersttäter antreten? oder sehe ich das falsch?
Das sehe ich auch so, denn 10 Jahre nach Neuerteilung ist die erste TF getilgt.
Um ganz sicher zu gehen, könnte man sich mal einen Auszug aus dem FAER besorgen...


 
Guten Morgen allerseits,
O.k., dann gehe ich mal davon aus. Auszug aus dem FAER besorge ich mir.
Wie sieht es denn strafrechtlich aus? Werde ich da auch als WHT eingestuft? Mein RA hat noch keine Akten zur Einsicht bekommen.
Guten Wochenstart euch allen.
 
Bei einer Alkoholfahrt gelten zwei unterschiedliche Fristen, da gleichzeitig zwei unabhängige Verfahren laufen. Die werden gerne fälschlicherweise vermischt.

a) Strafverfahren. Eine Trunkenheitsfahrt nach § 316 StGB wird 10 Jahre ab Rechtskraft der Entscheidung des Strafgerichts gelöscht. Für die Strafbemessung bist du also Ersttäter, wobei ich ohne Beleg davon ausgehe, das die Rechtskraft der 1. Trunkenheitsfahrt vor dem 04.02.2016 erfolgte.

b) Verwaltungsverfahren. Das ist eine Schutzmaßnahme. Hier wird von der Führerscheinstelle entschieden ob Betroffene noch gefahrlos für Andere und sich selber als Kraftfahrzeugfahrer am Straßenverkehr teilnehmen können. Dabei wird eine positive MPU 10 Jahre ab Neuerteilung der Fahrerlaubnis gespeichert. Die Frist beginnt also meist erst später als die der Strafe zu laufen. Und Betroffene gelten als Wiederholungstäter, sofern die erneute Trunkenheitsfahrt innerhalb der 10 Jahre begangen wird. Also auch dann, wenn die 10-Jahresfrist im Laufe des Verfahrens abläuft oder wenn die Führerscheinstelle erst nach Ablauf der 10 Jahre von der 2. Trunkenheitsfahrt informiert wird. Dazu dient unter anderem die Überliegefrist.

Die Annahme, das Taten aus der Führerscheinakte gelöscht werden müssen sobald sie aus den Strafakten gelöscht werden, ist falsch.

Im Strafverfahren solltest du also Ersttäter sein (Tat 10 Jahre nach Rechtskraft), im Verwaltungsverfahren bist du Wiederholungstäter (Tat innerhalb von 10 Jahren nach Neuerteilung der Fahrerlaubnis).
 
Das sehe ich auch so, denn 10 Jahre nach Neuerteilung ist die erste TF getilgt.
.. ich hab mich mal bei jemandem vergewissert, der in Verwaltungsrecht mehr drauf hat als ich:
ein Neudelikt in gleicher Sache verlängert den Tilgungszeitraum, sofern es innerhalb des Tilgungszeitraums geschah.
Maßgeblich hierbei: der Vorfallstag des Neu-Deliktes.

Aber mal ganz unabhängig davon:
Ich würde @Olli66 so einschätzen, dass er eh sauber aufräumen will; dazu gehört, dass er nicht mit Lügen in eine MPU marschiert, beispielsweise auf die Frage, ob er schon mal eine MPU gehabt hätte.

Und wenn er da heute eine deutliche Distanz zu seiner damaligen inneren Haltung zur bestandenen MPU zeigen kann, kann ihm das sogar zum Vorteil gereichen. Für unsere Begleitung hier wäre dann dennoch die alte MPU hilfreich, da man davon ausgehen kann, dass so einige Fragen des Gutachters auf diese abzielen.
 
Genau, den Eindruck habe ich auch absolut !
Für Olli ist es letztendlich egal, Aufräumen ist angesagt.

Lieber @Olli66, dir auch einen schönen Wochenstart :smiley138:

Und, wie der liebe @joost schon gesagt hat:
Bitte bei Gelegenheit das 1. GA sorgfältig anonymisiert hier einstellen.
LG
 
Bo Ey, bin gerade geplättet, von so einer Hilfsbereitschaft und Unterstützung.
Das habe ich mir in dieser Form nicht einmal erträumt.Ehrenamt ist da schon kein Ausdruck mehr für.
Danke euch allen.
Ich merke, mein Glück kehrt ganz langsam zurück und da tragt ihr, einen nicht geringen Teil zu bei!
Das "alte" MPU Gutachen stelle ich demnächst ein. Habe momentan einiges um die Ohren. Aber, ich habe ja noch viel Zeit. Denke in meiner stationären Therapiezeit ist das ein guter Zeitpunkt um mich damit in Ruhe auseinander zu setzen. Gehört ja zu meiner Vergangenheit dazu.
Evtl. kann ich das mit meinem Bezugstherapeuten Stück für Stück analysieren.
Keine Ahnung, kenne mich mit stationären Therapieabläufen nicht aus, warte aber mit Spannung darauf.

Entspannten Abend euch
 
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