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Wie gehe ich mit der Alkohol MPU vor…? Was ist der richtige Weg?

Aus meiner Sicht seien dir, deiner Seele und deinen Emotionen jetzt einige Tage Ruhe gegönnt.

Du hattest hier wirklich viel zu verarbeiten und dabei Rieieiesenfortschritte gemacht, Hut ab !

Der Spruch, sacken lassen, kommt nicht von ungefähr.
Heißt bei dir , vom Kopf über`s Herz in den Bauch.

Falls zwischendurch Emotionen, Erinnerungen oder so hochkommen, teile sie mit uns, wenn du magst.
Aber die Aufarbeitung würde ich zumindest gerne einige Tage statisieren.

LG
 
Alles klar. Dann schonmal ein großen Dank bis hier hin. Im Hinblick auf Ursachen/Motive/Mengen/tiefe Gründe habt ihr mich wirklich mehr als gut vorbereitet.
Fühle mich mit den Ausarbeitungen breiträumig, und teils sogar „zu tief“ vorbereitet. Ist ein sehr schönes Gefühle.
Danke
Unnötiges Vollzitat des Vorpostings gelöscht *Nancy*
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Fühle mich mit den Ausarbeitungen breiträumig, und teils sogar „zu tief“ vorbereitet. Ist ein sehr schönes Gefühle.
Das ist aber ein wichtiger Garant für eine positive MPU, vom Mehrwert für dein zukünftiges Leben mal abgesehen…
Genau das merkt der GA sofort.
Er weiß, dass er da noch viel tiefer bohren könnte, muss er dann aber nicht und kann das Kriterium, übrigens ein entscheidendes, abhaken.
Diese Sicherheit, von der du sprichst, strahlt im Gespräch aus allen Poren.

LG :smiley138:
 
naja.. Du kennst Deine Achillesferse(n) .. Du hast einige "unterwegs" auch schon ohne Alkohol gut hinbekommen (vllt musst Du da auch erstmal bisschen suchen): Was hat Dir dabei geholfen? Welche Stärken hast Du dabei entdeckt? Was (und wer) hat dabei geholfen? (Gerne auch Beispiele aus dem Leben!) Sei da auch gerne bisschen stolz drauf :)
Das sind Sachen, die schon mal Stabilität versprechen. Du hast ja erlebt, dass Du es kannst ...

Und was könntest Du machen, wenn es mal Situationen gibt, wo Dir Deine Bordmittel nicht ausreichen könnten? Welche SItuationen könnten das sein? (das dürfen gerne Katastrophen sein. Worst-Case-Szenarien). Welche Wege würdest Du dann gehen? Und wieso schaffst Du das heute? Was hat sich da verändert?
 
naja.. Du kennst Deine Achillesferse(n) .. Du hast einige "unterwegs" auch schon ohne Alkohol gut hinbekommen (vllt musst Du da auch erstmal bisschen suchen): Was hat Dir dabei geholfen? Welche Stärken hast Du dabei entdeckt? Was (und wer) hat dabei geholfen? (Gerne auch Beispiele aus dem Leben!) Sei da auch gerne bisschen stolz drauf :)
Das sind Sachen, die schon mal Stabilität versprechen. Du hast ja erlebt, dass Du es kannst ...
Zunächst einmal würde ich gerne hiermit starten.
Nach dem Vorfall, muss ich zugeben, war ich echt am Tiefpunkt meines Lebens angekommen. Ich stand vor einen riesigen Berg, und wusste gar nicht wohin mit mir. Was mir da damals explizit aufgefallen ist, ist dass ich eine solche Lebenssituation vermutlich am folgenden Wochenende im Alkohol vergessen und verdrängen wollte. Jedoch war das volle Gegenteil der Fall. Ich habe an so vieles gedacht, aber ganz bestimmt nicht mehr an Alkohol. Ebenso war ich mir bewusst, dass ich diese Sache nicht mit mir selbst ausmachen kann… Das war einfach zu viel. Ich habe selbst gemerkt und hatte das unfassbare Verlangen mich öffnen zu müssen. Abgesehen meines Freundeskreises vom Wochenende hatte ich 1-2 gute Freunde, mit denen ich ebenso recht regelmäßig unterwegs war. Wir haben gemeinsam nie Alkohol getrunken. Bei einem ist mir aufgefallen, dass er sich immer vor mir geöffnet hat, ich für ihn da war, ihm geholfen habe. Damals hatte ichs Gefühl mich nicht öffnen zu können, da ich ihn nicht weiter belasten wollte. Schnell ist er mir in den Kopf gekommen… Wenige Tage später hatten wir uns getroffen und haben ein sehr langes Gespräch geführt, ich habe nicht nur über den Vorfall gesprochen, sondern über alles noch aktive in meinem Leben. Ich bin auf völliges Verständnis gestoßen, auf Hilfe, auf Jemanden der für mich da sein wollte. Dies habe ich direkt gemerkt, er war geschockt und hatte direkt gefragt, warum ich nicht schon viel eher erzählt habe, was alles los sei. Das hat mich extremst glücklich gemacht, ebenso extremst stolz, dass ich geschafft habe mich zu öffnen und zu reden. Seit dem sehen wir uns regelmäßig, gehen spazieren, tauschen uns aus und sind füreinander da. Wenn man mal keine Zeit hat, telefoniert man. Gegenseitig kann man sich 100%ig aufeinander verlassen, das ist ein unbegreiflich schönes Gefühl. Ich bleibe nochmal bei Thema gelernt bzw mich gtrraut zu reden. Ein Beispiel was mir einfällt ist mein Abbruch des Studiums und Rückgang in mein vorherigen Job. Ich war mit dem Studium nicht happy, wollte aber damals durch den Abbruch keine Enttäuschung in der Familie hervorrufen. Habe viele Gespräche mit eben genannten Person geführt, mit klarem Appell ein offenes Gespräch mit mein Eltern zu führen. Das habe ich getan, ist mir nicht leicht gefallen aber habe ich gemacht. Genauer Ablauf des Gesprächs wäre zu viel… Jedoch wurde mir vermittelt, dass ich machen könnte was ich wolle, weil ich alt genug bin. Freude war da nicht, aber es hat sich von meiner Seite aus absolut richtig angefühlt. Ich habe den Schritt gemacht, Studium abgebrochen, zurück in mein Job. Ebenso habe ich ein sehr gutes Angebot bekommen für die berufliche Zukunft, vertraglich schon festgehalten. Das hat mich unglaublich glüvklich gemacht. Was ebenso eine klare Veränderung seit dem Vorfall ist, dass ich noch nie so glücklich war mit meinem Job und beruflicher Zukunft wie zum jetzigen Zeitpunkt. Mittlerweile kann ich sogar Positives aus der Sache ziehen, denn ohne den Vorfall, wäre ich vermutlich noch unglücklich im Studium. Das war jetzt kurz und knapp mit dem Wichtigsten zusammengefasst. Also bin ich zukunftstechnisch jobtechnisch zur Zeit mehr als glücklich und positiv gestimmt für die Zukunft. Bin extrem motiviert und zielstrebig was meine Zukunft angeht. Desweiteren (was mich ebenso stolz macht) ist dass ich Bestätigung meiner Eltern bekommen habe. Sie stehen vollkommen hinter mir, haben gesagt, dass ein Studium vermutlich nichts für mich war, und in den absolut richtigen Weg eingeschlagen habe. Das macht mich natürlich stolz, ist motivierend und habe ich mir lange Zeit gewünscht. Ebenso wirkt sich dass sehr positiv auch auf das Selbstbewusstsein, Lebensqualität und Laune aus.
Also kann ich nur sagen, dass ich stolz bin mich geöffnet zu haben, es ist befreiend und tut sehr gut. Es gibt mir einfach ein gutes Gefühl, jemanden zu haben, dem man sich öffnen kann, mit dem man schöne und weniger schöne Momente teilen kann, dem man vertrauen kann und man sich gegenseitig unterstützt.
Zu meinem Freundeskreis, mit dem ich am Wochenende unterwegs war, besteht kein Kontakt mehr. Am Anfang wurde gefragt was passiert sei, sei dem ist Totenstille, kein Kontakt mehr, keine Treffen, gar nichts. Und für mich fühlt es sich nicht wie ein Verlust an, sondern eher wie ein Gewinn.

Gehe ich weiter auf mein Selbstbewusstsein und mein Selbstwert ein ist eben genanntes sehr positiv aufgefallen. Durch meinen Job bin ich allgemein handwerklich begabt und helfe gerne. Das stärkt einen auch, da man die glücklichen Leute nach erledigter Arbeit sieht. Es ist ein Geben und Nehmen, absolut im Ausgleich. Dadurch habe ich viele Stärken von mir gefunden. Bei manchen Sachen wird mir geholfen, was ich nicht so gut kann. Jedoch sehe ich das nicht als negativ an, da ein Mensch seine Stärken und Schwächen hat und das meines Erachtens nach völlig normal ist.
Gehe ich wieder eine Zeit zurück, bin ich 2-3 Monate später nach dem Vorfall mit Sport angefangen. Es macht mir den Kopf unfassbar frei und bietet einen super Ausgleich zum Alltag. Ob Joggen, Fußball oder Gym, es tut mir einfach sehr gut. Man kann den Kopf abschalten, kriegt ihn frei und kann sich völlig auslassen und austoben. Durch jetzt schon über ein Jahr regelmäßigen Sport merkt man natürlich auch körperliche Veränderungen. Man wird fitter, aktiver und ich mental deutlich freier und glücklicher. Mit der Zeit hatte ich auch meine Ernährung umgestellt. Sodass ich seit dem Vorfall zu heute 10 kg abgenommen habe und dies schon konstant über ein halbes Jahr so halte. Das stand absolut nicht im Fokus, ist natürlich aber ein klasse Nebeneffekt. Ich habe mich körperlich verändert, bin fitter und dadurch auch deutlich selbstbewusster geworden. Es hat mich, mein Selbstwert und Selbstbewusstsein gestärkt. Das lässt mich allgemein offener, stärker und selbstbewusster auftreten. Ich habe einfach meine Stärken erkannt, gelernt meine eigene Meinung zu vertreten. Durch das gestärkte Selbstbewusstsein bin ich auch einfach überzeugter von mir selbst. Ich verändere mich nicht für Menschen, denn ich und ein jeder Mensch ist gut wie er ist, mit seinen Stärken und Schwächen.

Und was könntest Du machen, wenn es mal Situationen gibt, wo Dir Deine Bordmittel nicht ausreichen könnten? Welche SItuationen könnten das sein? (das dürfen gerne Katastrophen sein. Worst-Case-Szenarien). Welche Wege würdest Du dann gehen? Und wieso schaffst Du das heute? Was hat sich da verändert?
Ein für mich Worst-Case-Szenarium wäre der Verlust eines Familienmitglieds. Ich denke, dass bei so einem Vorfall eine Runde Sport machen nicht hilft. Was ich denke arg helfen würde, wären Gespräche. Das Gefühl nicht alleine zu sein, sich öffnen zu können und darüber zu reden und es sich nicht alles in sich reinfressen zu müssen. Das würde mir extremst helfen. Ebenso habe ich gelernt Gefühle und Emotionen zuzulassen und zu zeigen. Natürlich wäre ich für meine Familie da, jedoch weiss ich, dass ich nicht mehr nur der Starke wäre, sondern meine Emotionen auch rauslassen würde. Gespräche suchen, wissen, dass keiner von und alleine ist und man sich gegenseitig hilft und unterstützt.
Wenn ich jedoch merke, dass dies alles nicht ausreichend wäre, gibt es mehrere Anlaufmöglichkeiten sich eine professionelle Hilfe im Todesfall einzuholen. Früher hätte ich darüber gar nicht nachgedacht, heute wäre ich dazu absolut bereit.

Wieso ich das heute könnte? ( noch nicht in so einem Worst-Case-Fall erlebt)
Ich weiß einfach heute, dass es keine schwäche ist, sich zu öffnen, Emotionen und Gefühle zu zeigen. Es ist sogar eher eine Stärke das zu können. Durch das Öffnen und über Probleme, Stresssituation usw. zu reden tut mir einfach gut. Ich fühle mich nicht mehr „alleine“, ich kann es mir von der Seele reden und es nicht mehr in mich reinfressen. Das ist ein so befreiendes Gefühl, das kann ich gar nicht in Worte fassen. Mein verstärktes Selbstbewusstsein hilft mir dabei auch ungemein. Ich fühle mich nicht als schwache Person, sondern als starke Person, die Gefühle und Gespräche zulässt. Ich sehe das als unbezahlbare Stärke an.

Ich denke, dass ich damit schon vieles losgeworden bin. Gerne freue ich mich auf die Rückmeldungen :)
 
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