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FB Alkohol Wiederholungstäter 2,8 ./.

Guten Morgen Bernie,
danke der Nachfrage mir geht’s gut ☺️. Ich habe auch gesehen, dass du deinen Fragebogen hochgeladen hast. Ich freue mich schon darauf ihn in zu lesen.
Ich habe letzte Woche meinen FB bei der Suchtberaterin vorgestellt. Sie hat sehr positiv reagiert. Beim Vorlesen ist mir aber aufgefallen, dass ich mittlerweile noch ein paar Änderungen vornehmen könnte. Dieses werde ich noch machen u ihn hier wieder hochladen.
Ansonsten kann ich zu dem erwähnten Termin zur SIA berichten:
Beim Termin bei der SIA ergab sich zufällig die Möglichkeit, ein Gespräch mit dem Oberarzt der Suchtstation zu führen.
Dieser nahm sich Zeit für uns und bot uns an, bei Bedarf weitere Gesprächstermine bei ihm wahrzunehmen.
Dieses Angebot haben wir sehr wertschätzend angenommen, da es uns wichtig ist, zusätzliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen und individuell zu schauen, was uns in unserer Stabilisierung guttut.
In diesem Termin ging es ursprünglich nicht darum, ein konkretes Thema zu klären oder etwas gezielt zu hinterfragen.
Im Verlauf des Gesprächs wurde uns jedoch bewusst, dass es für uns sinnvoll sein kann, dieses zusätzliche Gesprächsangebot zu nutzen.
Der Oberarzt erklärte, dass wir zu den Patienten aus den Anfangszeiten der SIA gehören und ihm daher besonders am Herzen liegen. Dieses wertschätzende Angebot haben wir gerne angenommen.
Besonders bedeutsam war für mich auch die Erkenntnis, dass sich diese Möglichkeit eher zufällig ergeben hat – und wir ohne diesen Kontakt vermutlich sehr lange auf einen Termin bei ihm als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie hätten warten müssen.
Für mich ist das ein weiterer Hinweis darauf, dass sich meine veränderte Lebensweise auszahlt. Durch meine aktive Arbeit an mir selbst, meine Offenheit und mein Dranbleiben entstehen heute neue Chancen und Unterstützungsmöglichkeiten, die ich früher so nicht wahrgenommen oder genutzt hätte.
Heute nehme ich solche Angebote bewusst an und sehe sie als wichtigen Bestandteil meiner Stabilisierung.
Gleichzeitig gibt mir dieser Kontakt zusätzliche Sicherheit: Ich bleibe in Erinnerung und habe im Bedarfsfall eine weitere Möglichkeit, mir gezielt Unterstützung zu holen.

Ich wünsche allen einen schönen Sonntag ☺️
 
Ach und noch etwas, wo ich mich die letzte Woche mit beschäftigt habe:

Reflexion – Rückblick auf meine erste Therapie und neue Erkenntnisse

Ein wichtiger Impuls kam für mich aus dem Austausch im Forum. Besonders die kritischen Hinweise von @Karl-Heinz und der Gedanke von @joost, dass es einen „gefühlten Kern“ gibt, der einen ein Leben lang begleitet (Beitrag #165), haben mich zum Nachdenken gebracht.
Zusätzlich hatte ich bereits vor Beginn meiner DBT-Therapie den Wunsch formuliert, dort weiterzumachen, wo ich in meiner ersten Therapie aufgehört habe.
Ich bin dadurch noch einmal tiefer in meine Lebensgeschichte eingetaucht und habe mich intensiv mit der Frage beschäftigt:

Was habe ich damals übersehen?

Es ist mir tatsächlich gelungen, meinen alten Therapiebericht zu besorgen (nach 18 Jahren). Allein das war für mich ein besonderer Moment, weil ich dadurch die Möglichkeit hatte, mich mit meinem damaligen Stand noch einmal bewusst auseinanderzusetzen.

Beim Lesen (klar war es sehr emotional und auch heftig) ist mir klar geworden, dass ich damals vieles zwar verstanden habe – aber eher auf einer kognitiven Ebene. Ich habe funktioniert, war diszipliniert und habe die Abstinenz eingehalten.

Was mir jedoch gefehlt hat, war das tiefere emotionale Verständnis für mich selbst und meine inneren Prozesse.

Heute erkenne ich, dass ich die eigentlichen Ursachen meiner Sucht damals nicht wirklich durchdrungen habe. Ich habe nicht gelernt, meine Gefühle wahrzunehmen, auszuhalten und angemessen damit umzugehen.

Genau hier liegt für mich der entscheidende Unterschied zu heute:

Ich arbeite nicht mehr nur mit Disziplin, sondern mit Verständnis, Selbstreflexion und aktiver Auseinandersetzung mit meinen Gefühlen und Mustern.
 
Ich arbeite nicht mehr nur mit Disziplin, sondern mit Verständnis, Selbstreflexion und aktiver Auseinandersetzung mit meinen Gefühlen und Mustern.
Das ist der zentrale Punkt, den aber vllt die meisten (kVT-geprägten) Feld-Wald- und Wiesen-Psychologen gar nicht richtig einschätzen können* :(
Ich finde den Weg beeindruckend, den Du hinter Dir hast. Den kannst Du stolz präsentieren.
Und nichts überzeugt mehr als der Erfolg.

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* Du bist damit unserem traditionell konservativem Therapiesystem 30 Jahre voraus, auch, wenn sich das gerade zu verändern beginnt
 
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