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Auffrischung Abstinenznachweis per Urintest

Hallo MrMurphy,

damit
Soweit ich verstanden habe fiel die MPU negativ aus weil
der TE beim Urintest der MPU am 16.02.24 mit Opiaten aufgefallen ist. Für eine schnelle weitere MPU ist ein Haartest meiner Meinung nach eher nicht angebracht.
hast du natürlich vollkommen recht. Ich fürchte, ich habe mich da absolut unklar ausgedrückt.
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Es ging mir nicht darum eine weitere "schnelle" MPU nahezulegen, sondern darum, aufzuzeigen, dass evtl. die Möglichkeit besteht, Haaranalysen statt Urinscreenings zu machen, obwohl keine Kopfhaare vorhanden sind (darum auch mein Hinweis: "Nur mal als Gedanke").

Ansonsten stimme ich dir zu, dass ein erneuter AN von 15 Monaten ratsam wäre.
 
Guten Morgen Nancy und McMurphy
Erstmal Danke für eure Infos und Ratschläge.Ich hab mich entschlossen das ganze unter" shit happens" zu verbuchen und abzuhaken. Ich werde also im Laufe des Tages einen neuen AB Vertrag abschließen und neu starten.Alles andere wird mich nur Zeit ,Geld und Nerven kosten.
Auch auf die Gefahr das ich nerve ,aber ich möchte vermeiden beim nächsten Mal vor die Wand zu laufen nochmal abschließend meine Frage- die Ausgangslage ist
1.das aktuelle Gutachten ist nicht aktenkundig.
2.Ersttäter
3.Tf- 12.12.22 (2.12prom. thc1.7 thcooh 12
3 Cannabiskonsum am11.12.22 (ca.18std vor Tf)
gilt das damit als Mischkonsum und sind damit die15 Monate gebucht?
Ich versuche hier nicht mit Euch um drei Monate zu feilschen (da wärt ihr eh die falsche Adresse) aber drei Monate sind kein Pappenstiel.Ich möchte jetzt nur jeden Fehler vermeiden sonst verfolgt mich die Scheiße noch bis ins Grab
 
gilt das damit als Mischkonsum

Ja, da gibt es keinen Spielraum.


Nein. Du wurdest das erste Mal erwischt, das ist etwas anderes.

Dabei muss zwischen Strafe und Schutzfunktion unterschieden werden. Für die Strafe müssen dir Taten nachgewiesen werden. Da bist du Ersttäter. Bei der Schutzfunktion, die in die MPU mündet, bist du Wiederholungstäter. Damit auch für den Gutachter.

sind damit die15 Monate gebucht?

Das entspricht meinem Wissen und meinen Erfahrungswerten und kann nur eine Empfehlung sein. Das ist aber keine starre Grenze. In Ausnahmefällen können durchaus 12 Monate ausreichen. Wie du die MPU angehst ist im Endeffekt deine Entscheidung.

Ich sehe auch das MPU-Gespräch keineswegs so positiv wie du und wohl einige andere Forenmitglieder. Das ist aber meine ganz persönliche Meinung. Der Gutachter hat es überhaupt nicht bewertet, da der nachgewiesene Drogenkonsum dies nicht mehr zugelassen hat.

das aktuelle Gutachten ist nicht aktenkundig.

Das ist für dich von Nach- und von Vorteil. Dabei sehe ich nicht nur auf die MPU sondern auch auf dein zukünftiges Leben und Schicksal.

Wenn die Gutachter dich falsch einschätzen, weil ihnen wichtige Informationen fehlen (das Gutachten und dein Rückfall) ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, das du als Wiederholungstäter Anderen und dir selbst zukünftig schadest.

Andererseits ist dein Wunsch verständlich, die nächste MPU möglichst kostengünstig und schnell bestehen zu wollen. Du hast das Recht das Gutachten zu verheimlichen, deshalb gibt es daran nichts von außen zu kritisieren. Du selbst solltest dann aber wissen, das du eine größere Eigenverantwortung hast.

Wenn du das Gutachten verheimlichen willst hat das aber für die nächste MPU bestimmte Folgen. Du musst die nächste MPU bei einem anderen MPU-Institut machen, da das bisherige seine eigenen Akten, wie jeder andere Arzt auch, verwenden darf. Bei einem anderen Institut fängst du damit bei Null an und musst erforderliche Abstinenznachweise (egal ob 12 oder 15 Monate) lückenlos nachweisen.

Eine Nachweis-Lücke bis zu 4 Monaten ist nur zwischen Ende des Abstinenzvertrags und der Untersuchung zulässig. Das geht wegen der Terminvergabe auch nicht anders. Dabei wird aber erwartet, das du dich zeitnah zum Vertragsende um einen MPU-Termin bemühst.

Es spricht auch nichts dagegen, erst mal einen Vertrag über 12 Monate abzuschließen und den gegebenenfalls rechtzeitig (vor der letzten regulären Einbestellung) zu verlängern. Dann hast du auch Zeit dich weiter mit der Nachweiszeit zu beschäftigen um Informationen zu sammeln. Wenn du regelmäßig hier im Forum vorbeischaust werden noch jede Menge aktuelle Erfahrungsberichte hinzukommen.

Und du kannst natürlich in alten Beiträge lesen, zum Beispiel nach Mischkonsum suchen. Inzwischen wurden zwar die Beurteilungskriterien (BUK) angepasst, grundsätzlich geändert hat sich aber nichts. In wie weit die Gutachter die aktuellen BUK eng oder weit auslegen weiß noch niemand. Dazu haben wir im Forum noch viel zu wenig Informationen.
 
Hallo McMurphy
Danke für die sehr ausführliche Antwort.Das klingt für mich alles absolut nachvollziebar.Ich hatte grade ein Gespräch mit meinen Labor und das Angebot bekommen mittels Haaranalyse Abstinez zu belegen und die belegte einjahrige Abstinenzzeit auf 15 Monate zu erweitern.Damit wäre die Lücke geschlossen.Gegebenenfalls lässt sich das ja sogar bei Bedarf noch mal verlängern,da ich ja einen neuen Antrag auf Neuerteilung berets gestellt habe.Keine Ahnung wie lange das jetzt dauert.Schätze 4-6 Wochen. Ein Versuch ist es wert
 
Gegen das Vorgehen spricht aus meiner Sicht nichts. Außer dem Geld hast du selbst bei einem positiven Ergebnis auf Drogen (für dich also negativ) keinen Nachteil.

Wie wahrscheinlich es ist, das die Haarprobe negativ ist, obwohl dir bei einer Urinprobe 33 ng/ml Morphin nachgewiesen wurden kann ich nicht beurteilen.
 
Hallo
Ich möchte mich nach gut zwei Jahren mit einem Update zurück melden.
Nachdem meine erste MPU im Februar 24 ja krachend gescheitert ist und ich mich letztendlich damit abgefunden habe das ich auf verlorenem Posten kämpfe, habe ich das Thema MPU erstmal beiseite geschoben.

Mittlerweile befinde ich mich in einem neuen Anlauf .
Ich habe euren Rat von damals befolgt und am 1.4 .25 ein neues Abstinenzprogramm gestartet über 15 Monate. Damit bin ich am 1.7.26 fertig. 6 Nachweise sind erledigt,1 fehlt noch.
Und nun würde ich mich über jede Unterstützung freuen.
 
Das freut mich zu hören.
Noch ein kleiner Nachtrag zum Stand der Dinge.
Der Antrag auf Neuerteilung hatte ich Anfang Februar gestellt und gestern kam die Aufforderung zur MPU mit der Fragestellung.
Und siehe da -aus der doppelten ist eine einfache geworden. Es geht "nur"noch um Alkohol.
Allerdings ist dummerweise noch eine Fahrt ohne Fahrerlaubnis vom 16.3.25 dazugekommen
 
ok.. die FsSt wusste vom FoFe-Delikt und es gab trotzdem nur eine einfache Fragestellung - soweit gut.
Der Gutachter jedoch wird das FoFe in der Einschätzung Deiner Gesamtpersönlichkeit berücksichtigen, wenn er eine Prognose für die Zukunft wagt. Du solltest daher auch dieses Delikt gut hinterfragen...
 
1.Beschreiben Sie den Tag ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten
(Wann,wo und mit wem getrunken/wann und wie aufgefallen/Promille

Die TF geschah am Montag den 12.12.2022.
Ich bin am späten Nachmittag zum Grab meines besten Freundes gefahren da dieser Tag gleichzeitig sein 2.Todestag war und habe mich dort ca. eine halbe Stunde aufgehalten.
Anschließend bin ich weiter zu einem Bekannten dem ich eine restaurierte Vergaseranlage bringen musste.Ich bin dort so gegen 17.30 angekommen.
Mein Bekannter hat mir eine Fl. Bier angeboten aus der letztendlich 6Fl.(a 0.5l) und 0.3l Grappa wurden.
Gegen 21.30 habe ich mich auf den Heimweg gemacht und bin gegen 22.00 vor meiner Wohnung angekommen.Beim Einparken bin ich mit einem Verkehrsschild kollidiert ohne es allerdings zu bemerken.
Ich bin dann in meine Wohnung und auf meiner Couch eingeschlafen.
Zwischenzeitlich hatte ein Zeuge meine Ankunft beobachtet und die Polizei informiert die sich,da ich auf Klopfen und Klingeln nicht reagiert habe,sich mit Hilfe der Feuerwehr Zutritt zu meiner Wohnung verschafft. Ich würde mit zur Wache genommen und um 23.55 würde mir Blut abgenommen. Der ermittelte Wert war 2,12 Promille.
Den Rest der Nacht habe ich in einer Zelle verbracht.

2.Was und wieviel haben Sie am Tattag getrunken?
(genaue Angaben Sorte, Menge, Trinkzeit)

6Fl.Pils(Krombacher a0.5l) und 0.3 l Grappa.
Trinkzeit war von 17.30-21.30.

3.Wieviel km fuhren Sie bis sie aufgefallen sind und wieviel km wollten sie insgesamt fahren?
Sowohl als auch 4km.

4.Hatten Sie das Gefühl noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein+Begründung)
Ich habe mir keine Gedanken über meine Fahrtauglichkeit gemacht. Ich wollte nur noch nach Hause ohne Rücksicht auf meine Mitmenschen oder die Konsequenzen.

5.Wie haben sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen(wenn überhaupt)
Gar nicht. Es war nicht geplant zu trinken.

6.Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
Nein

7.Wie oft haben sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern sie daraus?
Ich denke das deutlich über 1000 Fahrten in meinem Leben zusammengekommen sind.
Ich folgere daraus das meine Hemmschwelle und mein Verantwortungsbewusstsein auf einem sehr niedrigen Niveau gewesen sind.

8.Wann hatten sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
Meine erste Erinnerung ist eine Sylvesterfeier in der elterlichen Wohnung.Da war ich vielleicht 8Jahre alt.
Mein erster Konsum war auf der Abschlussfeier der Oberstufe meiner Schule im Stadtpark meiner Heimatstadt im Alter von 14 Jahren.(Apfelkorn)

9.Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken,und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?

1980-1983
Zu dieser Zeit fand kein nennenswerter Konsum statt.Max. 1-2 Fl. Bier im Monat.

1983-1989
Das war die Disco und Partyzeit. Wir waren eine Clique von bis zu 30 Leuten und sind in wechselnder Besetzung durch die Discos gezogen (Fr./Sa.)dabei waren 6-8 Fl. Bier nicht ungewöhnlich. Schnaps war in Discos zu teuer (mir zumindest),kam auf Partys aber vor. 4-5 shots Vodka.

1990-2020
In diesen Jahren hat sich mein Konsum durch die Freundschaft mit meinem Kumpel und unsere gemeinsamen Aktivitäten der Konsum auf gelentliche Besuche(Sa.) in meiner Stammkneipe beschränkt. 2- im Winter gelegentlich auch 3 mal im.Monat.3-6 Fl. a0.5 Bier und 2-3 Vodka oder Grappa.

2020-2022
In diesen 2 Jahren hat sich der Konsum drastisch erhöht.
2-4 Fl. Bier a 0.5l am Abend bis hin zu 5-7Fl. und 0.2-0.4l Grappa oder Vodka. Das ist 8-10 mal vorgekommen.

10.Wieviel und wie oft haben sie getrunken?
1980-83
1-2 Fl a 0.5 Bier im Monat

1983-89
6-8 Fl a0.5 Bier a am Fr. und Sa.
jedes Wochenende

1990-2020
3-6 Fl a0.5 Bier und 2-3 Shots 2- max3 mal im Monat

2020-2022
2-4 Fl.Bier a 0.5l am Abend 3 bis 4 in der Woche
5-7 Fl.Bier a 0.5l +0.2-0.4 l Grappa oder Vodka
6-8 mal in dieser Zeit.

11.Wo und mit wem haben sie getrunken?
Mit Freunden.In der Disco ,auf Partys,in Kneipen ,beim Grillen.
Während Corona zu Hause, danach hauptsächlich in meiner Stammkneipe.

12.Warum haben Sie getrunken
(innere+äußere Motive)
Ich habe sehr früh im Leben mit meinen Problemen u.Sorgen allein klar kommen müssen.
Der Grund liegt in meiner frühen Jugend.Bis zu meinem 13.Lebensjahr hatte ich eine normale und auch glückliche Kindheit.Ein Familienleben mit Eltern und jüngerem Bruder.
Das änderte sich als sich meine Eltern getrennt haben.Mein Vater hatte eine neue Frau kennengelernt. Ich war immer sehr auf meinen Vater fixiert und da meine Mutter krankheitsbedingt nicht in der Lage war beide Söhne großzuziehen bin ich mit meinem Vater gegangen.
Leider hat sich das Leben mit der Freundin meines Vaters als sehr problematisch herausgestellt -sie wollte wohl meinen Vater aber nicht unbedingt mich.Es gab also ständig Streit. Was dazu führte das das Verhältnis zwischen meinem Vater und mir auch litt.Im Laufe der Zeit fühlte ich mich von meinem Vater im Stich gelassen mit meinen Sorgen und Problemen. Um dem ständigen Ärger aus dem Weg zu gehen habe ich immer mehr Zeit auf der Straße verbracht und möglichst wenig zu Hause. Ich habe da schon versucht so was wie ein Familienleben zu finden wo immer ich konnte. Ich war wie ein streunender Hund.
Allerdings habe ich schon früh die Erfahrung gemacht das die Straße nicht unbedingt der richtige Ort ist um sein Herz auf der Zunge zu tragen. Wie es wirklich in mir ausgesehen hat das hab ich für mich behalten und mit mir selbst abgemacht. Ab einem bestimmten Punkt war ich ein sehr verschlossener Mensch.
Mit 19 bin ich ,nachdem ein Streit mit meiner "Stiefmutter" völlig eskaliert ist, ausgezogen und musste auf eigenen Füßen stehen. Während der nächsten Jahre gab es mehr oder weniger sporadischen Kontakt mit meinem Vater.Der hatte wieder geheiratet und und nochmal 2 Söhne bekommen.
Das letzte Treffen endete für mich mit einem totalen Schock.Es stellte sich heraus das meine Halbbrüder von der Existenz meines Bruders und mir nichts wußten.d.h. mein Vater hatte die Existenz seiner Erstgeborenen komplett unterschlagen. Das hat mich bis ins Mark getroffen und war das letzte Mal das ich meinen Vater gesehen habe und das ist jetzt ca.26 Jahre her.

Ich habe in dieser Zeit nach Zugehörigkeit gesucht und da spielte der Alkohol natürlich auch eine Rolle. Auf der einen Seite war die es Gruppendynamik um dazu zugehören, vor allem in den Jahren als sich die ersten Cliquen gebildet haben und die Disco Zeit begann.Auf der anderen Seite hat es mir manchmal doch geholfen mir das eine oder andere von der Seele zu reden und meinen Frust zu vergessen.
Zusammengefasst kann man sagen daß ich in dieser Zeit die über fast 10 Jahre ging wohl einen großen Bekanntenkreis aber keinen wirklichen Freundeskreis hatte.
Irgendwann 1989 habe habe ich dann übers Motorrad fahren einen Menschen kennengelernt der sich im Laufe der nächsten 32 Jahre nicht nur zu meinem besten Freund sondern wirklich zu meiner Familie entwickeln sollte.Oder besser gesagt ich habe Anschluss an seine gefunden .Wir hatten ein gemeinsames Hobby(Harleys bauen und vorallem auch fahren)Ich habe den größten Teil meiner Freizeit der letzten Jahrzehnte in seiner Werkstatt verbracht.Kurzum ich war mit meinem Leben glücklich und zufrieden.Ich hatte meinen Platz im Leben gefunden.Ich konnte meinem Kumpel 100% vertrauen. Egal was für ein Problem,egal was für eine Bitte .Es spielte keine Rolle.Der einzige Mensch bei dem ich auch mein Innerstes nach Außen kehren konnte. Kurz gesagt der einzige Freund den ich im Leben hatte.
Und dieser Freund ist am 12.12.20 von jetzt auf gleich gestorben . Herzversagen. 7 Stunden vor seinem Tod haben wir noch gemeinsam an meinem Motorrad geschraubt .
Das hat mir buchstäblich den Boden unter den Füßen weggezogen.
Nachdem mein Freund beerdigt war,baten mich seine beiden älteren Schwestern die Werkstatt aufzulösen.Einfach alles entsorgen kam für mich nicht infrage.Also hab ich Stück für Stück, Teil für Teil alles in die Hand genommen und überlegt wem ich in der Szene in der wir gelebt haben was geben kann damit die Sachen weiterleben.
Aber mit jedem Teil das ich in der Hand hatte,hatte ich auch ne Geschichte und ne Erinnerung in der Hand.
Je länger das so ging, desto mehr bekam ich das Gefühl mein eigenes Leben mit abzuwickeln.Das Leben das ich 3jahrzente hatte war unwiderruflich vorbei.
Diese Aufgabe hat so 6-7 Monate gedauert und mich sehr belastet.
Dazu kam das sich für mein Umfeld die Welt nach kurzer Zeit weiter gedreht hat, während meine irgendwie stillstand.Das hat bei mir das Gefühl - interessiert eh keinen warum also drüber reden - ausgelöst.
Der einzige Mensch mit dem ich in so einer Situation hätte reden wollen der war tot.
So war ich wieder genau da wo ich vor 32 Jahren aufgehört hatte und habe versucht das ganze mit mir selber auszumachen .Mir woanders Hilfe zu suchen kam mir leider nicht in den Sinn.

13.Welche Wirkung haben sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?(bei wenig und bei viel Alkohol)
Bei geringem Konsum wurde ich entspannter und lockerer.Bei höherem Konsum in mich gekehrter und müde.Dann bin ich nach Hause gegangen.

14.Gab es kritische Hinweise Anderer auf ihren Alkoholkonsum und wie haben sie darauf reagiert?
Nein,gab es nicht

15.Welche Auswirkungen und Folgen hatte ihr Alkoholkonsum auf ihr Leben und ihr Umfeld? Keine.Ich war in den letzten 2,5 Jahren vor der TF arbeitslos und Single.Davor beschränkte sich mein Konsum auf das Wochenende.Termine, Verabredungen oder Zusagen waren mir grundsätzlich wichtig und standen daher immer an 1.Stelle.

16.Gab es in ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben? Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen dafür.
Da ich abstinent lebe,habe ich in jedem Lebensabschnitt in der Vergangenheit mehr Alkohol konsumiert als heute. Die Zeit vom12.12.20 bis zum 12.12.22 war der Abschnitt mit dem höchsten Konsum aufgrund der unverarbeiteten Trauer.

17.Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
Nein

18.Haben sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Nein

19.In welcher Kategorie eines Alkoholtrinkenden Menschen haben sie sich früher gesehen und wie Stufen sie sich heute rückblickend ein?(mit Begründung)
Ich habe mein Konsumverhalten früher nicht hinterfragt.Rückblickend würde ich es als sehr problematisch und risikoreich beschreiben.

20.Trinken sie heute Alkohol?
Nein,ich lebe abstinent.

21.Wann haben sie zuletzt Alkohol getrunken?Am 12.12.2020

22.Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
Nein

23.Warum trinken sie heute keinen Alkohol?
Mir ist klar geworden welcher Stellenwert der Alkohol in meinem Leben hatte und welchen Schaden er verursacht hat.
Heute stehe ich wieder im Berufsleben,das Verhältnis zu meiner Familie, insbesonders zu meinem Bruder,die mich sehr unterstützt hat
ist hervorragend.
Ich habe einen Bekanntenkreis in dem ich mich sehr wohl fühle und der mich so akzeptiert wie ich bin.
Ich bin körperlich und mental fitter und entspannter.
Ich habe wieder Ziele im Leben die mich motivieren.
Mich für lebenslange Abstinez zu entscheiden hat mein Leben in jeder Hinsicht bereichert.


24.Warum haben sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben? Warum nicht schon eher?
Bis zu meiner Trunkenheitsfahrt stellte mein Konsum für mich kein Problem dar.Ich war der Meinung mein Leben im Griff zu haben.Es gab keine Kritik oder Hinweise aus meinem Umfeld.Also hatte ich keinen Anlass darüber nachzudenken.
Bis zum Tag der TF der mich völlig geschockt hat und mich dazu gebracht hat mich mit mir auseinander zu setzen.


25.Wie haben sie die Änderung ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?
Ich habe sofort den Konsum eingestellt und mich meinem jüngeren Bruder anvertraut. Über die Weihnachtsferien lud mein Bruder mich ein. Durch lange Gespräche mit meinem Bruder und meiner Schwägerin habe ich mich das erste Mal ernsthaft mit mein Alkoholkonsum auseinander gesetzt. Vorallem meine Schwägerin hat mir dabei die Augen geöffnet. Sie kommt selber aus einer Kneipiers Familie und steht dem Alkohol sehr kritisch gegenüber da ihr Vater an Alkoholismus gestorben ist.im Laufe dieser Gespräche wurde mir klar das mich meine Einzelkämpfermentalität an diesen Punkt gebracht hat und wie gut es mir tat über meine Probleme und Gefühle zu sprechen.
Der Verzicht auf Alkohol ist mir in den ersten 2 Wochen nicht leicht gefallen, aber nach einiger Zeit habe gemerkt das ich morgens ausgeruhter und fitter war und das Gedankenkarussell in meinem Kopf zur Ruhe kam und ich angefangen habe jeden Tag ohne Alkohol zu genießen.Durch den intensiveren Kontakt zu meinem Bruder hatten wir beide die Gelegenheit Dinge aus unserer Vergangenheit zu klären die lange unausgesprochen waren und die einige Missverständnisse verursacht hatten.
In der Stadt in der Ich wohne hatte ich außer meiner Familie,meinem verstorbenen Freund,einer Ex-freundin und einem guten Bekannten der auch der Schrauberwelt kam keine weiteren Freunde. Durch den Verlust des FS brachen so Stück für Stück alle auswärtigen Kontakte die teilweise auch über viele Jahre bestanden hatten weg.
Am Anfang hat mich das sehr frustriert bis ich es als Chance begriffen habe mein Leben nochmal neu zu gestalten.
Ich bin wieder zum Kraftsport gegangen und Mitglied in unserem heimischen Bogensportclub geworden. Mittlerweile nehme ich an Wettbewerben teil,wenn auch nur auf Kreisklassenniveau.
Über meine Sportaktivitäten habe ich mir langsam einen neuen Bekanntenkreis aufbauen können in dem ich mich sehr wohl fühle und in dem Alkohol keine wirkliche Rolle spielt.Da mich dieses Umfeld von Anfang als abstinenten Menschen kennengelernt hat,bin ich auch von jeglichen Überredungsversuchen verschont geblieben. Ganz im Gegenteil -ich habe meine Geschichte auf einen Grillnachmittag in kleiner Runde erzählt und bekam von allen Seiten nur Zuspruch zu meiner Entscheidung. Was mich auf der einen Seite natürlich bestätigt und mir andererseits auch zeigt das ich mich mit den richtigen Menschen umgebe.
Während ich Anfang meiner Abstinez noch jede Veranstaltung gemieden habe bin ich mittlerweile so selbstsicher das ich wieder gerne auf Veranstaltungen gehe .Es gibt bei uns einige schöne Stadtfeste. Ich hab ein gutes Auge dafür bekommen wann der Pegel um mich herum steigt und wann es Zeit ist zu gehen.
Es gibt allerdings auch Veranstaltungen die ein absolutes No-Go sind.Schützenfeste und Kirmes z.b.(ich bin Sauerländer,ich weiß wovon ich rede).
Nach nun 3.5 Jahren Abstinenz , einigen Geburtstagen Grillpartys,einer Hochzeit und ein paar Stadtfesten weiß ich die angenehmen Seiten der Abstinez zu schätzen.Ruhige Gespräche,morgendliches Training im Gym oder im Sommer auf dem Schießstand. Kurzum ich habe die richtige Entscheidung getroffen.


26.Wie wirkt sich ihr geändertes Verhalten auf Sie,ihr Leben und ihr Umfeld aus?
Im Grunde hat sich jeder Bereich meines Lebens zum besseren geändert.
Ich habe angefangen an den Familienaktivitäten meines Bruders teilzunehmen und dabei Zugang zu meinen Nichten( beides Pflegekinder,also nicht ganz unkompliziert). Ich kann mich gut daran erinnern das ich mich vor vielen Jahren mal bei meinem Bruder beschwert habe das die beiden die Zähne nicht auseinander bekommen wenn ich da war.Worauf die Antwort war"du musst mal öfter kommen,die halten dich für einen Fremden". Mittlerweile ist das Eis gebrochen und ich werde als Onkel wahrgenommen. Ungewohnt aber schön.
Mein Schlaf hat sich stark verbessert, ich bin entspannter, ausgeglichener und fitter.
Dadurch habe ich beim Kraftsport in relativ kurzer Zeit Erfolge erzielt von denen ich früher nur geträumt habe. Ich gehe heute mit einer ganz anderen Zielstrebigkeit an die Sache heran.Gleichzeitig aber auch mit einer Gelassenheit die ich früher so nicht hatte. Früher war mein Motto eher"mehr ist mehr" .Durch meine Abstinez und meinen Sport habe gelernt das eine positive Entwicklung auch Zeit und Geduld erfordert.
Ich bin sensibler bei meinem Umfeld geworden,ich wähle die Menschen mit denen ich privat Kontakt habe mit Bedacht aus.Ich habe es geschafft Ruhe in mein Leben zu bringen.
Seit 18 Monaten gehe ich wieder einer geregelten Tätigkeit nach. Ich bin durch einen kuriosen Zufall in einer Kfz Werkstatt (mit Schwerpunkt auf Oldtimerrestauration) gelandet und mache heute einen Job von dem ich ursprünglich keine Ahnung hatte. Geplant war das ganze als Minijob.Hege und Pflege des Grundstücks.
Als meinem Chef die Arbeit über den Kopf wuchs,kam die Frage ob ich es mir zutrauen würde einen alten Mini Cooper zum Schweißen vorzubereiten d.h das marode Blech raustrennen neue Bleche anfertigen usw.Das offensichtlich so gut geklappt das er mir danach ein Wohnmobil vor die Füße gestellt hat. Kurzum er hat mir einen Arbeitsvertrag angeboten und nun lerne ich strenggenommen nochmal einen neuen Beruf ,
nämlich Karosseriebau. Ein Job der mich zwar sehr fordert,aber mir auch viel Befriedigung verschafft.
Seitdem habe ich einen strukturieren Tagesablauf,etwas das ich mehrere Jahre gar nicht hatte.
Dieser Job hat mir auch geholfen mit dem Tod meines Freundes abzuschließen.Alles was ich über Motoren, Technik, Blechbearbeitung (Schweißen, Drehen,ein bisschen Fräsen) weiß hat er mir über die Jahre beigebracht. Und das ist das Fundament auf dem ich heute aufbauen kann um die Arbeit zu machen.
Auch wenn sich das etwas seltsam anhört,aber für mich lebt mein Kumpel in meiner Arbeit ein bisschen weiter. Und das motiviert mich jeden Tag.

27.Wie stellen Sie sicher das ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
In erster Linie indem ich mich konsequent an meine Abstinez halte und keinen Alkohol mehr konsumiere.
Ich habe ein Umfeld an das ich mich zu jeder Zeit wenden kann,wenn ich mit Problemen konfrontiert werde bei denen ich Unterstützung brauche. Das gibt mir Sicherheit.
Durch meinen Sport bin ich in der Lage mich nicht nur auszupowern sondern auch zu fokussieren. Ich Versuche Situation die mich vor Probleme stellen könnten schon im Vorfeld zu entschärfen. Ich gehe z.b. morgens um halb 6 zum Kraftsport weil ich gemerkt habe das ich den Tag viel entspannter angehe und beim Training Lösungen für Probleme gefunden habe die ich abends nicht gesehen habe.
Das gleiche gilt für meinen Bogensport. Ich habe es mirzur Routine gemacht wann immer möglich abends eine halbe Stunde in meinem Garten zu schießen.Die Konzentration auf immer die gleichen Bewegungsabläufe hilft mir runterzukommen.
Alternativ habe das Mandala ausmalen für mich entdeckt.

28.Können sie sich vorstellen jemals wieder in ihr alten Gewohnheiten zurück zu fallen? (mit Begründung)
Das muss ich sogar damit meine Vermeidungsstrategien funktionieren. Ich weiß nicht was die Zukunft bringt aber wenn ich mich strikt an die Dinge halte die ich mir in den letzten Jahren erarbeitet habe bin ich sehr optimistisch.

29.Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?
In dem ich auf Alkoholkonsum verzichte

30. Haben sie zum Abschluss noch etwas hinzu zufügen?
Nein.
 
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