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Escooter 1.12 promille. Keine Ausfallerscheinungen.

Frage 3) behandelt ein anderes Thema, da ist dir eine Alternativantwort zu 2) reingerutscht^^

Die Steigerung könntest Du noch kurz beschreiben..
Ich bin insgesamt etwa zwei Kilometer gefahren. Mein Ziel war es, direkt nach Hause zu fahren. Ich war ungefähr 50 Meter von meiner Haustür entfernt, als ich von der Polizei kontrolliert wurde.
hier fehlt der gute (!) Grund, weiterzutrinken, wenn Du Dich doch bei wenig Alkohol mutiger, sicherer und wohler gefühlt hast und wusstest, dass es Dir bei weiterem Konsum schlechter gehen würde?
So etwas ist nur in Einzelfällen passiert, und zwar wenn ich auf nüchternen bzw. hungrigen Magen Alkohol getrunken habe. In solchen Situationen habe ich die Wirkung falsch eingeschätzt, weil der Alkohol deutlich schneller und stärker gewirkt hat als sonst.
Aus dieser Erfahrung habe ich gelernt und seitdem darauf geachtet, möglichst nur beim oder nach dem Essen zu trinken. Solche Situationen sind nur vereinzelt vorgekommen und liegen schon mehrere Jahre zurück, ungefähr zehn bis fünfzehn Jahre.

und was mir nach Deinem Plädoyer noch fehlt: welche Gründe gibts denn überhaupt, noch weiter zu konsumieren?
Ich meine... Du schreibst, wie toll das alles ohne Alkohol ist - wofür noch weiter konsumieren?
Der Grund dafür ist nicht mehr, einen Effekt zu erreichen, sondern eher ein sozialer bzw. symbolischer Anlass.

Und dann: was erzählst Du dem Gutachter, wenn er fragt, wie es Dir mit dem risikoarmen Niedrigkonsum so geht? Der würde gern wissen, ob Dein Zukunftsmodell perspektivisch funktionieren würde, welche guten Erfahrungen Du damit gemacht hast.. und der würde auch gern Deine Erfahrungen hören, wie es Dir gelingt, die Kontrolle zu behalten.
Das ist echt sehr wichtiger Punkt, ist es vlt besser wenn ich es umformuliere:
Ich habe mich nach dem Delikt intensiv mit meinem Trinkverhalten auseinandergesetzt und auch eine Phase gehabt, in der ich kontrollierten Konsum ausprobiert habe, um zu verstehen, wie ich damit umgehe.
Dabei habe ich festgestellt, dass mir Alkohol insgesamt keinen echten Mehrwert mehr bringt. Ich habe mich ohne Alkohol deutlich wohler gefühlt, war klarer im Kopf und auch in sozialen Situationen sicherer.
Deshalb habe ich mich entschieden, aktuell komplett auf Alkohol zu verzichten. Diese Entscheidung habe ich aus eigener Überzeugung getroffen.
Zusätzlich habe ich mich dazu entschieden, eine Haaranalyse zu machen, um meine Abstinenz auch objektiv nachweisen zu können.

oder was denkst du, wie ist es besser?
 
sondern eher ein sozialer bzw. symbolischer Anlass.
schau DA mal bitte ganz genau hin!
Was ist so wichtig am Symbol, dass Du sehenden Auges dafür eintauscht, dass es Dir übel geht?

oder was denkst du, wie ist es besser?
soll es eine Abstinenzentscheidung werden für die Zukunft? Aus welchem wichtigen Grund?
Cave! Abstinenz bedeutet: nix. null. Nada. Weil: notwendig. Die nächsten 10 Jahre. Auch nicht der Geburtstags-Sekt 2028.
Wieso sollte die also notwendig sein für Dich?
 
schau DA mal bitte ganz genau hin!
Was ist so wichtig am Symbol, dass Du sehenden Auges dafür eintauscht, dass es Dir übel geht?
danke für die Anmerkung. ich werde es noch mal besser überlegen
soll es eine Abstinenzentscheidung werden für die Zukunft? Aus welchem wichtigen Grund?
Cave! Abstinenz bedeutet: nix. null. Nada. Weil: notwendig. Die nächsten 10 Jahre. Auch nicht der Geburtstags-Sekt 2028.
Wieso sollte die also notwendig sein für Dich?
Da bin ich etwas verwirrt. Soweit ich verstanden habe, erwarten Gutachter meistens etwa 3 Monate Abstinenz, um zu sehen, dass man wirklich darauf verzichten kann, oder habe ich das falsch verstanden?
Ansonsten hätte ich eher gesagt, dass ich beim kontrollierten Trinken bleibe, da ich das bereits praktiziert habe und es bis jetzt gut funktioniert.

Wie sieht du das?
 
ah jetzt. A3 mit 3 Monaten Trinkpause und 3-4 Monate Erfahrung mit risikoarmen Konsum?.
Das mit der Trinkpause (strengenommen keine Abstinenz^^) steht auch in den Leitlinien. Du magst also für die Zukunft im risikoarmen Konsum bleiben? Du kannst auch erzählen, wie es Dir damit ging.. so richtig aus dem echten Leben? Du hast es ausgetestet, vor allem in Situationen, wo Du früher mehr konsumiert hast? Sowas will der Gutachter wissen....

Dann fragt der Gutachter, wie es Dir da ging... um zu ertasten, ob es Geschichtelchen sind oder Du es wirklich erlebt hast..
Und am Ende wird er fragen, weshalb überhaupt noch Alkohol, wenns Dir doch ohne so sehr viel besser geht?

Anmerkung: der Gutachter will zwar spüren, dass Du Deinen Konsum unter Kontrolle hast, aber "kontrolliert Trinken" ist ein Training innerhalb der A2 (Mißbrauchskategorie). Manche Gutachter werden von dem Wort womöglich angetriggert (es zieht dich in eine A2), deshalb verkneife es Dir vllt vorsichtshalber.
 
Aa ok, ich habe irgendwie falsch verstanden, ich dachte es gab nur zwei Möglichkeiten kt oder Abstinenz. Jetzt habe ich alles verstanden und ich bearbeite das Thema noch mal. Danke für deine gute Erklärung ❤️
 
Frage 3) behandelt ein anderes Thema, da ist dir eine Alternativantwort zu 2) reingerutscht^^

Die Steigerung könntest Du noch kurz beschreiben..
Ich habe mit etwa 17 Jahren, also im Jahr 2009, angefangen Alkohol zu trinken, zunächst mit einem Bier. In den darauffolgenden Jahren, von 2009 bis etwa 2019, hat sich mein Konsum langsam gesteigert. Die durchschnittliche Menge lag am Ende bei etwa bis 2,5 Litern Bier pro Anlass.
Nach meinem Umzug im Jahr 2019 hat sich mein Trinkverhalten weiter erhöht, vor allem in sozialen Situationen. In der Spitze lag meine Trinkmenge dann bei etwa 5–6 Bier zusätzlich zu 3–4 Schnäpsen.
 
ah jetzt. A3 mit 3 Monaten Trinkpause und 3-4 Monate Erfahrung mit risikoarmen Konsum?.
Das mit der Trinkpause (strengenommen keine Abstinenz^^) steht auch in den Leitlinien. Du magst also für die Zukunft im risikoarmen Konsum bleiben? Du kannst auch erzählen, wie es Dir damit ging.. so richtig aus dem echten Leben? Du hast es ausgetestet, vor allem in Situationen, wo Du früher mehr konsumiert hast? Sowas will der Gutachter wissen....
Ich habe mich mit dem Thema noch einmal intensiver auseinandergesetzt und dabei eine wichtige Erfahrung gemacht.Ich habe nach dem Delikt zunächst bis Ende September komplett auf Alkohol verzichtet. Ab Oktober habe ich dann bewusst ausprobiert, welche Rolle Alkohol noch in meinem Leben spielt. Dafür habe ich in verschiedenen Situationen und mit unterschiedlichen Mengen experimentiert.
Eine wichtige Phase war ein vierwöchiger Urlaub von Ende Oktober bis Ende November in meiner Heimatstadt. Dort habe ich viele Freunde und Familie, und früher habe ich in solchen Situationen deutlich mehr Alkohol konsumiert.
Diesmal war es aber anders: Mein Konsum war deutlich reduziert, ich würde sagen um über 80 %. Ich habe in verschiedenen Situationen ausprobiert, wie es sich anfühlt, und dabei festgestellt, dass ich Alkohol in Bars oder in der Kommunikation überhaupt nicht mehr brauche. Im Gegenteil, ich habe gemerkt, dass ich mich nüchtern besser konzentrieren kann und sicherer im Umgang mit anderen bin.
Wenn ich überhaupt Alkohol getrunken habe, dann nur in ruhigen Situationen, zum Beispiel beim gemeinsamen Abendessen. Dabei ging es nicht um eine Wirkung, sondern eher um den Genuss, etwa ein Glas Wein zum Essen. Auch hier habe ich gemerkt, dass mir ein bis maximal zwei Getränke ausreichen.
 
Die praktischen Beispiele finde ich schon gut.
Kannst du das „ausreichen“ näher ausführen ?
Beispielw: Einmal war ich im Club und habe etwa vier Bier und zwei Schnäpse getrunken, also ungefähr so viel wie früher. Das hat mir überhaupt nicht mehr gefallen. Am nächsten Tag ging es mir schlecht, ich war abgeschlagen und verkatert.
In einer Bar habe ich drei Bier getrunken und gemerkt, dass es mir auch in dieser Menge nicht mehr gefällt. Deshalb habe ich bewusst aufgehört und nicht weitergetrunken.
Bei einem Abendessentreffen mit Freunden, bei dem ich früher deutlich mehr getrunken hätte, habe ich an diesem Abend nur zwei Bier getrunken. Meine Freunde waren zunächst etwas überrascht, haben es aber akzeptiert, als ich gesagt habe, dass ich nicht mehr trinken möchte.
In einer anderen Situation habe ich mich mit einer Freundin getroffen, mit der ich früher meist fünf bis sechs Bier oder mehr getrunken habe. An diesem Abend habe ich nur ein Bier getrunken und festgestellt, dass mir selbst diese kleine Menge keinen wirklichen Mehrwert mehr bringt.
Ich habe auch einmal einen Kumpel besucht, wir haben einfach nur geredet. Dabei habe ich ein Bier getrunken und gemerkt, dass es mir gar nicht mehr gefällt.
Auch im Restaurant beim Freundentreffen habe ich zwei Gläser Wein zum Essen getrunken. Das war angenehme Dose zum Genuss.
Sonst habe ich meistens Alkohol abgelehnt, wo ich fruher immer gerne getrunken habe
 
jup, sowas kannst Du im Rahmen einer A3 berichten. Fein.
Jetzt hast Du mal risikoarmen Konsum erlebt und auch mal Trinkpause.

Du kannst Dich entscheiden, was so die Zukunft sein soll - und immer wird Dich der Gutachter nach den (guten!) Gründen fragen :)
 
Retrospektiv muss ich sagen, dass mich die Analyse meines Alkoholkonsums selbst erschreckt hat. Mir ist dabei bewusst geworden, wie viel Alkohol ich tatsächlich konsumiert habe.
Besonders geprägt hat mich dabei auch meine berufliche Erfahrung. Ich habe mehrfach gesehen, wie Patienten an alkoholbedingter Leberzirrhose gestorben sind. Diese Verläufe waren sehr belastend – die Patienten hatten schwere Komplikationen und haben zum Teil aus verschiedenen Körperstellen geblutet. Das waren für mich sehr eindrückliche und erschreckende Situationen.
Auch alkoholbedingte Leberkarzinome habe ich in meiner Arbeit erlebt, was mir nochmals deutlich gemacht hat, welche schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen Alkohol haben kann.
Diese Erfahrungen haben meine Einstellung stark verändert. Aus gesundheitlichen Gründen ist es mir heute sehr wichtig, möglichst ohne Alkohol zu leben bzw. ihn nur in sehr geringem Maße und bewusst zu konsumieren.
Aus ähnlichen Gründen habe ich auch mit dem Rauchen aufgehört. Ich habe viele Patienten mit Lungenkarzinomen gesehen, und das hat mir zusätzlich gezeigt, wie wichtig es ist, auf die eigene Gesundheit zu achten.
Heute schätze ich meine Gesundheit deutlich mehr als früher. Mir ist bewusst geworden, dass ich meinem Körper durch meinen früheren Lebensstil geschadet habe. Deshalb ist es mir wichtig, in Zukunft verantwortungsvoll mit meiner Gesundheit umzugehen und langfristig auf mich zu achten.
Unnötiges Vorzitat gelöscht *Nancy*
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ja, das ist alles gut und richtig.
Allerdings wissen das alle, die übermäßig, missbräuchlich oder abhängig konsumieren.
Sie tun es aber trotzdem.

Jeglicher Konsum außerhalb der Norm hat aber emotionale Gründe, niemals rationale ( Sonst bräuchte es ja auch kein psychologisches Gespräch, sondern ein nettes medizinisches Geplauder über den „bösen Alkohol“ würde ausreichen ;) ).
Das bedeutet also, dass ein rationaler Grund, den Konsum zu reduzieren oder einzustellen, nie langfristig funktioniert.
 
Was würdest du mir sonst empfehlen?
Generell hättest du vlt zusätzliche Frage und Anmerkung über meinen Fall?
Recht es ohne Abstinenz und KT?
Denkst du dass ich noch explizite MPU Vorbereitung brauche?
Danke im Voraus für deine Rückmeldung
Unnötiges Vorzitat gelöscht *Nancy*
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich denke nicht, dass du noch eine individuelle MPU-Vorbereitung brauchst.
Du bist hier sehr gut aufgehoben und meiner Einschätzung nach kriegen wir hier mit dir eine Vorbereitung gut „über die Bühne“.

Ich denke auch, dass du mit risikoarmem Konsum, also ohne kT und Abstinenz zum Einen in der MPU eine positive Prognose bekommst als auch für dein zukünftiges Leben gut aufgestellt bist ( Einordung in Hypothese A3 ).

Du hast doch deinen emotionalen Grund für deinen übermäßige Konsum schon sehr gut erkannt:
Viel Kritik, wenig Lob im Elternhaus
Daraus entstanden große Hemmungen, Unsicherheiten im Umgang mit dir selbst und konsequenter Weise auch mit Anderen, insbesondere mit dir -noch- fremden Personen
Auslöser die vielen Umzüge, neues, fremdes Umfeld

Das ist alles psychologisch schlüssig.

Da könntest du noch tiefer ansetzen.
Wie gehst du heute damit um ?
Bist du heute selbstsicherer ?
Wenn ja, warum ?
Wie ist dir das gelungen ?
etc.

Du hast da schon Einiges geschrieben, ist mir persönlich aber noch zu dünn..

Dann gehe nochmal in dich, was der liebe @joost geschrieben hat:
Warum willst du überhaupt noch konsumieren ?

Ich verweise zum Schluss noch auf meine Frage in #28:
Was bedeutet „ausreichen“ ?

LG :smiley138:
 
Diese Erfahrungen haben meine Einstellung stark verändert.
wenn es DAS war ... wieso schlugen Deine Erfahrungen dann erst bei drohender MPU durch? Die hattest Du doch auch schon vorher gemacht?
Achtung: bei an den Haaren herbeigezogenen Pseudo-Begründungen denkt sich der Gutachter: "joar, ich bekomme Märchen erzählt" und Du killst die H0 (kann ich glauben, was der mir erzählt?)
 
Eigentlich habe ich all das, was ich hier beschrieben habe, und die ganzen Erfahrungen sowie Veränderungen für mich selbst gemacht. Ich habe nicht auf die MPU gewartet. Laut meiner Anwältin kam die MPU auch unerwartet. Nach der MPU hat sich insofern etwas verändert, dass ich aktuell keinen Alkohol mehr trinke, weil ich nach meiner eigenen Einschätzung und meinen Recherchen – auch nach ersten kostenlosen Gesprächen bei MPU-Beratungsstellen – davon ausgegangen bin, dass ich Abstinenz nachweisen muss. Ansonsten hätte ich mein Verhalten so, wie ich es vorher entwickelt hatte, grundsätzlich beibehalten.
Jetzt habe ich hier dank euch erfahren, dass es auch risikoarmen Konsum gibt, was am besten zu mir passt.
Unnötiges Vorzitat gelöscht *Nancy*
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich denke nicht, dass du noch eine individuelle MPU-Vorbereitung brauchst.
Du bist hier sehr gut aufgehoben und meiner Einschätzung nach kriegen wir hier mit dir eine Vorbereitung gut „über die Bühne“.

Ich denke auch, dass du mit risikoarmem Konsum, also ohne kT und Abstinenz zum Einen in der MPU eine positive Prognose bekommst als auch für dein zukünftiges Leben gut aufgestellt bist ( Einordung in Hypothese A3 ).

Du hast doch deinen emotionalen Grund für deinen übermäßige Konsum schon sehr gut erkannt:
Viel Kritik, wenig Lob im Elternhaus
Daraus entstanden große Hemmungen, Unsicherheiten im Umgang mit dir selbst und konsequenter Weise auch mit Anderen, insbesondere mit dir -noch- fremden Personen
Auslöser die vielen Umzüge, neues, fremdes Umfeld

Das ist alles psychologisch schlüssig.

Da könntest du noch tiefer ansetzen.
Wie gehst du heute damit um ?
Bist du heute selbstsicherer ?
Wenn ja, warum ?
Wie ist dir das gelungen ?
etc.

Du hast da schon Einiges geschrieben, ist mir persönlich aber noch zu dünn..

Dann gehe nochmal in dich, was der liebe @joost geschrieben hat:
Warum willst du überhaupt noch konsumieren ?

Ich verweise zum Schluss noch auf meine Frage in #28:
Was bedeutet „ausreichen“ ?

LG :smiley138:
Vielen dank für deine Rückmeldung, ich beschriebe das ausführlich heute Nachmittag
 
Meine Frage bezog sich auf inhaltliche Widerspruchsfreiheit, auf die musst Du im Gespräch achten.
Wann genau ist Dir aufgefallen, dass alkoholbedingte Leberkarzinome schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen nach sich ziehen? (immerhin schreibst Du, dass genau sowas Deine Einstellung verändert hat)
 
Ich denke nicht, dass du noch eine individuelle MPU-Vorbereitung brauchst.
Du bist hier sehr gut aufgehoben und meiner Einschätzung nach kriegen wir hier mit dir eine Vorbereitung gut „über die Bühne“.

Ich denke auch, dass du mit risikoarmem Konsum, also ohne kT und Abstinenz zum Einen in der MPU eine positive Prognose bekommst als auch für dein zukünftiges Leben gut aufgestellt bist ( Einordung in Hypothese A3 ).

Du hast doch deinen emotionalen Grund für deinen übermäßige Konsum schon sehr gut erkannt:
Viel Kritik, wenig Lob im Elternhaus
Daraus entstanden große Hemmungen, Unsicherheiten im Umgang mit dir selbst und konsequenter Weise auch mit Anderen, insbesondere mit dir -noch- fremden Personen
Auslöser die vielen Umzüge, neues, fremdes Umfeld

Das ist alles psychologisch schlüssig.

Da könntest du noch tiefer ansetzen.
Wie gehst du heute damit um ?
Bist du heute selbstsicherer ?
Wenn ja, warum ?
Wie ist dir das gelungen ?
etc.
Vielen Dank für deine positive Rückmeldung, das beruhigt mich sehr.

Du hast da schon Einiges geschrieben, ist mir persönlich aber noch zu dünn..

Dann gehe nochmal in dich, was der liebe @joost geschrieben hat:
Warum willst du überhaupt noch konsumieren ?

Ich verweise zum Schluss noch auf meine Frage in #28:
Was bedeutet „ausreichen“ ?

LG :smiley138:
Wenn ich sage, dass mir ein bis zwei Getränke „ausreichen“, dann hängt das bei mir nicht nur mit dem Alkohol selbst zusammen, sondern vor allem mit meiner persönlichen Entwicklung und ich würde dann bisschen noch tiefer und umfangreicher gehen als Thema Alkohol in mich.
wie Ich oben beschrieben habe, bin in einem eher kritischen Umfeld aufgewachsen und habe dadurch früh gelernt, sehr selbstkritisch zu sein. Ich habe mich lange Zeit nicht richtig akzeptiert und hatte oft das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Deshalb habe ich versucht, das über Leistung auszugleichen, zum Beispiel durch gute Noten, Studium oder beruflichen Erfolg.
Trotzdem hatte ich innerlich oft keine wirkliche Zufriedenheit. Ich habe viel in der Zukunft gelebt, mit dem Gedanken: „Wenn ich das erreiche, dann geht es mir besser.“ Im Moment selbst konnte ich oft nicht wirklich ruhig sein oder zufrieden sein.
Durch meine psychotherapeutische Arbeit und insbesondere durch transzendentale Meditation habe ich angefangen, mich damit auseinanderzusetzen. Ein wichtiger Schritt war, dass ich gelernt habe, mich selbst zu akzeptieren und weniger streng mit mir zu sein. Dadurch bin ich heute innerlich deutlich ruhiger und stabiler.
Ich kann heute auch gut allein sein und den Moment genießen, ohne ständig das Gefühl zu haben, etwas erreichen zu müssen. Diese innere Veränderung hat sich auch stark auf meine Kommunikation ausgewirkt.
Früher habe ich Alkohol genutzt, um mich sicherer und offener zu fühlen. Heute brauche ich das nicht mehr. Im Gegenteil: Ich habe gemerkt, dass ich nüchtern klarer bin, mich besser ausdrücken kann und Gespräche besser führen kann.
Wenn ich heute Alkohol trinke, dann nur in bestimmten Situationen, nu beim gemeinsamen Essen. Dabei geht es mir nicht um die Wirkung, sondern eher um den Geschmack und den Rahmen. Ich bleibe dann bei ein bis maximal zwei Getränken.
Mir ist wichtig, dass ich wenn überhaupt nur beim Essen Alkohol trinke. In dieser Situation haben ein bis zwei Getränke bei mir keine spürbare Wirkung, für mich ist das eher vergleichbar mit einem nichtalkoholischen Getränk.
Wenn ich dagegen ohne Essen trinke, merke ich schon ab einem Glas, dass ich müde werde. Deshalb verzichte ich in solchen Situationen komplett darauf.
Dadurch hat sich auch mein Verhalten insgesamt verändert. Ich gehe deutlich seltener in Bars oder Clubs und beschäftige mich mehr mit anderen Aktivitäten. Zum Beispiel gehe ich gerne in Museen oder zu verschiedenen Veranstaltungen, was ich früher eher selten gemacht habe.
Dadurch ist mein Leben insgesamt vielfältiger geworden, und ich bin damit sehr zufrieden. Ich treffe unterschiedliche Menschen und habe viele gute Gespräche, auch ganz ohne Alkohol.
Außerdem wissen meine Freunde inzwischen über mein Trinkverhalten Bescheid und akzeptieren das. Wir treffen uns zum Beispiel auf einen Kaffee, oder wenn wir abends zusammen sind, bleibe ich bei nichtalkoholischen Getränken wie Eistee oder Mineralwasser. Das reicht mir vollkommen aus.
 
Meine Frage bezog sich auf inhaltliche Widerspruchsfreiheit, auf die musst Du im Gespräch achten.
Wann genau ist Dir aufgefallen, dass alkoholbedingte Leberkarzinome schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen nach sich ziehen? (immerhin schreibst Du, dass genau sowas Deine Einstellung verändert hat)
Ich verstehe den Punkt jetzt besser. Die gesundheitlichen Folgen von Alkohol, wie zum Beispiel Lebererkrankungen oder Karzinome, sind für mich eher unterstützende Gründe, aber nicht die Hauptursache für meine Veränderung.
Der entscheidende Grund liegt bei mir auf einer emotionalen und persönlichen Ebene. was ich schon oben in meinem letzten Post beschrieben habe.
Ein gutes Beispiel dafür ist mein früheres Rauchverhalten. Ich habe nicht aufgehört zu rauchen, weil ich Angst vor Lungenkrebs hatte, sondern weil ich ganz konkret gemerkt habe, dass es mir nicht guttut. Ich war müde, weniger leistungsfähig und konnte beim Sport nicht mehr so aktiv sein, wie ich es wollte. Deshalb habe ich damit aufgehört.
Ähnlich ist es beim Alkohol: Ich habe gemerkt, dass er mir keinen echten Nutzen mehr bringt, sondern mich eher einschränkt, zum Beispiel durch Müdigkeit oder schlechtere Konzentration. Deshalb habe ich mein Verhalten verändert.
Die gesundheitlichen Erfahrungen aus meinem beruflichen Umfeld, zum Beispiel Patienten mit schweren Erkrankungen, haben meine Einstellung zusätzlich unterstützt, aber die eigentliche Veränderung kam aus meiner eigenen Erfahrung und Reflexion.
 
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