Soweit ich die Rückmeldungen hier in #35 und #38 vom @joosts verstanden habe, geht es vor allem darum, mein aktuelles Trinkverhalten anhand konkreter Erfahrungen darzustellen. Meine neue vollständige Version:
Früher habe ich Alkohol vor allem genutzt, um mich in sozialen Situationen offener zu fühlen und leichter mit anderen Menschen zu kommunizieren. Durch meine eher selbstkritische Art hat mir das kurzfristig geholfen.
Heute ist das anders: Durch meine psychotherapeutischen Sitzungen und auch durch Meditation habe ich diese Themen aufgearbeitet. Ich merke, dass ich nüchtern deutlich besser kommunizieren kann – ich bin klarer im Kopf, konzentrierter und nehme meine Gefühle intensiver wahr. Deshalb brauche ich den Effekt von Alkohol nicht mehr. Im Gegenteil: Alkohol wirkt für mich heute eher negativ, z.B. durch Müdigkeit und nachlassende Konzentration.
Ein wichtiger Teil meiner Entwicklung war auch ein vierwöchiger Urlaub von Ende Oktober bis Ende November in meiner Heimatstadt. In dieser Umgebung habe ich früher regelmäßig und auch in größeren Mengen Alkohol konsumiert.
Diesmal war es aber deutlich anders: Mein Konsum war insgesamt um etwa 80 % reduziert. Ich habe diese Zeit bewusst genutzt, um in unterschiedlichen Situationen auszuprobieren, welche Rolle Alkohol heute noch für mich spielt – auch in Situationen, in denen ich früher viel getrunken habe und mit verschiedenen Mengen.
Zum Beispiel:
- Einmal war ich im Club und habe bewusst wieder eine größere Menge wie früher getrunken. Das hat mir überhaupt nicht mehr gefallen – ich war müde, unkonzentriert und am nächsten Tag stark verkatert. Das war für mich ein klares Signal.
- In einer Bar habe ich drei Bier getrunken und gemerkt, dass mir das schon zu viel ist. Ich habe dann bewusst aufgehört.
- Bei einem längeren Abendessen mit Freunden, bei dem ich früher deutlich mehr getrunken hätte, habe ich nur zwei Bier getrunken. Das hat mir vollkommen gereicht und ich habe mich wohl gefühlt.
- Bei einem Treffen mit einer Freundin, mit der ich früher oft fünf bis sechs Bier oder mehr getrunken habe, habe ich nur ein Bier getrunken und festgestellt, dass mir selbst diese kleine Menge keinen wirklichen Mehrwert mehr bringt.
- In einer Situation, in der es nur ums Reden ging, habe ich ebenfalls gemerkt, dass mir Alkohol gar nicht mehr gefällt und ich ihn nicht brauche.
Diese Erfahrungen haben mir klar gezeigt, dass Alkohol für mich heute keine Funktion mehr hat – weder für die Kommunikation noch für mein Wohlbefinden – und dass ich mich ohne Alkohol sogar besser fühle.
Für mich hat sich daraus ergeben: Wenn überhaupt, dann trinke ich Alkohol nur noch in kleinen Mengen (1 bis max 2 Getränke) und nur im Zusammenhang mit Essen, z. B. wenn ich ins Restaurant gehe oder ein Kochabend bei Freunden ist – rein als Genuss, wie ein nichtalkoholisches Getränk, nicht wegen der Wirkung. So etwas kommt etwa 3 Mal pro Monat vor.
Meine Grenze ist dabei klar: Sobald ich erste Wirkungen wie Müdigkeit oder nachlassende Konzentration merke, höre ich sofort auf. Nach meiner bisherigen Erfahrung komme ich mit ein bis zwei Getränken in der Regel gar nicht erst in diesen Bereich.
P.s.Über gesunheitliche schaden habe ich dann rsusgenommen und eher auf meine innere Motiv konzentriert.