FB Alkohol Wiederholungstäter 2,8 ./.

Ich musste früh Dinge aushalten, die zu viel waren.
Zu viel alleine. Zu wenig Schutz. Zu wenig Sicherheit.
Mein inneres System hat gelernt:
„Ich bin allein. Es ist gefährlich. Ich muss irgendwie durchhalten.“
Diese innere Anspannung ist nie ganz verschwunden.
Ich war über 10 Jahre abstinent.
Stark. Diszipliniert. Funktionierend.
(Ja, ich weiß alkoholfreier Sekt/ Bier ist hier schon ein Fehler gewesen)

Aber:
Vieles war kontrolliert – nicht wirklich innerlich geheilt und verstanden
Dann kam der schleichende Rückfall
Nicht, weil ich schwach war.
Sondern weil alter, nie versorgter Schmerz wieder hochkam.

Immer wieder:
Hoffnung
Druck
Angst
Scham
Zusammenbruch

In dieser Zeit sind viele verletzte innere ich -Anteile entstanden:
das hoffnungslose Ich
das beschämte Ich
das verzweifelte Ich
das völlig erschöpfte Ich

Diese Anteile stecken emotional noch in dieser Zeit fest.
Dann kam ab Sept. 2024 der Wendepunkt
Entgiftung
Therapie
SHG
DBT
DROB
SIA
Struktur
Halt
Menschen

Heute bin ich:
abstinent
klarer
stabiler
nicht mehr allein
mit Perspektive

Mein Kopf weiß: Ich bin heute sicher. Ich habe Hilfe.

Aber der Bauch meine Emotionen jedenfalls ein Teil hängt noch in der alten Zeit fest. Diesem Teil von mir (innerliches Kind) kann ich sagen:

„Schau… wir haben es geschafft.

Es ist vorbei.

Du musst das nicht mehr alleine tragen.

Ich bin jetzt da. Und ich bleibe.“

Dazu kommt noch was ich meinem Inneren sagen möchte, „ich verzeihe dir, du konntest nicht anders.“

Hier erkläre ich es mir, erst wenn ich mir selber verziehen habe, und verstanden habe, kann ich anderen auch verzeihen, nicht im Sinne von alles ist okay gewesen, sondern als Einordnung. Als Friede für mich und meine Wunden.
 
Was ich noch loswerden möchte ist, ich weine gerade wie ein Schlosshund. Nicht weil ich schwach bin, sondern weil ich es eine lange Zeit nicht konnte. Ich habe meine Geschichte immer ohne Emotionen erzählt, diese nicht zugelassen. Jetzt darf ich frei sein. Ich habe mir verziehen.
 
Die für mich wichtigste „ Erkenntnis“ habe ich. Mein nächster Schritt ist, mir ein Trinkdiagramm zu erstellen. Die Peaks habe ich aufgrund Kalendereintragungen bzw. Ereignissen. Jetzt fehlt hier noch Struktur und ein ehrlichen Blick hinter die Kulisse. Ich weiß ja selber wie erfinderisch ich war, um an den „Stoff“ zu kommen. Dieses werde ich jetzt zeitlich einordnen um für mich auch hier ein realistisches Bild zu bekommen.
 
Zurück
Oben