Julchen
Stamm-User
Guten Morgen, ich möchte noch etwas ergänzen, vielleicht wird dann zumindest der rote Faden sichtbarer…
Schon in meiner Kindheit habe ich früh gelernt zu funktionieren und selbstständig zu sein. Mein Bruder, der nur anderthalb Jahre jünger ist, wurde deutlich mehr umsorgt und begleitet. Ich hatte eher das Gefühl, stark sein zu müssen und Erwartungen erfüllen zu sollen.
Meine Eltern waren sehr streng. Rückblickend ging das hauptsächlich von meiner Mutter aus, mein Vater zog eher mit. Gute Noten, ein perfekt aufgeräumtes Zimmer und angepasstes Verhalten waren selbstverständlich. Wenn etwas nicht so lief wie erwartet, gab es auch Gewalt. Wenn mein Zimmer nicht ordentlich genug war, wurde beispielsweise sogar der Mülleimer auf meinem Bett ausgekippt. Streit zwischen meinen Eltern habe ich ebenfalls oft mitbekommen. Ich habe bei diesen Streitigkeiten häufig gelauscht und vieles auf mich bezogen. Als Kind hatte ich oft das Gefühl, schuld zu sein oder nicht gut genug zu sein. Gleichzeitig hatte ich häufig den Wunsch, einfach nicht da zu sein.
Ich weiß heute, dass ich schon früh versucht habe, immer alles richtig zu machen. Ich wollte niemanden enttäuschen und möglichst keinen Anlass für Streit oder Kritik geben. Dadurch entwickelte sich bei mir ein starker innerer Druck, funktionieren zu müssen.
Es gab in meiner Kindheit auch Gewaltausbrüche von meiner Mutter und teilweise auch von meinem Bruder. Dass es mir damit nicht gut ging, fiel sogar einer Sportlehrerin auf, die mich darauf ansprach.
Wo ich nicht selbstständig war, war beim Essen. Mir wurde damals oft erzählt, dass ich schon als Baby nicht richtig essen wollte, nicht schmusen wollte und bereits gekratzt hätte. Innerlich begann ich mir später schon während der Schulzeit kleine Bereiche der Selbstbestimmung zurückzuholen. Ein Beispiel dafür war das Essen. Ich wollte irgendwann selbst entscheiden, was ich esse und was nicht. Mein Schulbrot oder Mittagessen landete deshalb oft bei den Hühnern, während ich mir von meinem Taschengeld lieber etwas am Schulkiosk kaufte. Rückblickend sehe ich darin einen frühen Versuch, wenigstens über kleine Dinge selbst bestimmen zu können.
Mit ungefähr 13 habe ich immer weiter abgenommen und schleichend eine Bulimie entwickelt. Heute verstehe ich, dass es dabei nicht nur ums Essen ging. Es war eher mein Versuch, Kontrolle über mich selbst zu bekommen und irgendwie mit innerem Druck, Erwartungen und Gefühlen umzugehen. Ich war nie dick.
Ich erinnere mich außerdem daran, dass ich mich schon früh „anders“ gefühlt habe. Freunde hatte ich kaum. Die Kinder, zu denen ich dazugehören wollte, durften wegen ihrer Konfession keinen Kontakt zu mir haben. In der Grundschule war ich eher Außenseiterin.
Ein großer Teil meiner Kindheit bestand aus Leistung und Funktionieren. Mein Vater lebte sein Hobby teilweise über uns Kinder aus. Ich begann bereits mit etwa fünf Jahren Kart zu fahren. Anfangs auf einem selbstgebauten Kart mit Rasenmähermotor, später mit richtiger Ausrüstung und regelmäßigen Wettkämpfen. Fast jedes Wochenende ging es zu Turnieren, bei denen Leistung erwartet wurde. Dabei musste ich mich nicht nur mit meinem Bruder, sondern auch mit anderen Kindern messen.
Für mich war das weniger ein lockeres Hobby, sondern eher mit Druck verbunden. Gleichzeitig verstärkte es mein Gefühl, anders zu sein. Während andere Mädchen Volleyball spielten oder mit Freundinnen unterwegs waren, verbrachte ich meine Wochenenden auf Turnieren. Zu meiner Zeit gab es außerdem noch Samstagsschule und sonntags Wettkämpfe. Rückblickend blieb wenig Raum für Leichtigkeit oder einfach Kind sein.
Auch privat habe ich früh Verantwortung und Belastungen wahrgenommen. Meine Geburtstage im Winter fanden wegen der Krankheit meines Opas oft im Krankenhaus statt. Insgesamt verbinde ich meine Kindheit deshalb wenig mit Unbeschwertheit, sondern eher mit Druck, Leistung und dem Gefühl, Erwartungen erfüllen zu müssen.
Ich glaube heute, dass ich dadurch nie richtig gelernt habe, eigene Gefühle, Überforderung oder Grenzen gesund wahrzunehmen und auszusprechen. Vieles habe ich eher ausgehalten und mit mir selbst ausgemacht. Genau dieses Muster hat sich später auch in meinem Erwachsenenleben und letztlich im Umgang mit Alkohol wieder gezeigt.
Vielleicht wird nun auch deutlicher, warum ich eine DBT Therapie gemacht habe.
Schon in meiner Kindheit habe ich früh gelernt zu funktionieren und selbstständig zu sein. Mein Bruder, der nur anderthalb Jahre jünger ist, wurde deutlich mehr umsorgt und begleitet. Ich hatte eher das Gefühl, stark sein zu müssen und Erwartungen erfüllen zu sollen.
Meine Eltern waren sehr streng. Rückblickend ging das hauptsächlich von meiner Mutter aus, mein Vater zog eher mit. Gute Noten, ein perfekt aufgeräumtes Zimmer und angepasstes Verhalten waren selbstverständlich. Wenn etwas nicht so lief wie erwartet, gab es auch Gewalt. Wenn mein Zimmer nicht ordentlich genug war, wurde beispielsweise sogar der Mülleimer auf meinem Bett ausgekippt. Streit zwischen meinen Eltern habe ich ebenfalls oft mitbekommen. Ich habe bei diesen Streitigkeiten häufig gelauscht und vieles auf mich bezogen. Als Kind hatte ich oft das Gefühl, schuld zu sein oder nicht gut genug zu sein. Gleichzeitig hatte ich häufig den Wunsch, einfach nicht da zu sein.
Ich weiß heute, dass ich schon früh versucht habe, immer alles richtig zu machen. Ich wollte niemanden enttäuschen und möglichst keinen Anlass für Streit oder Kritik geben. Dadurch entwickelte sich bei mir ein starker innerer Druck, funktionieren zu müssen.
Es gab in meiner Kindheit auch Gewaltausbrüche von meiner Mutter und teilweise auch von meinem Bruder. Dass es mir damit nicht gut ging, fiel sogar einer Sportlehrerin auf, die mich darauf ansprach.
Wo ich nicht selbstständig war, war beim Essen. Mir wurde damals oft erzählt, dass ich schon als Baby nicht richtig essen wollte, nicht schmusen wollte und bereits gekratzt hätte. Innerlich begann ich mir später schon während der Schulzeit kleine Bereiche der Selbstbestimmung zurückzuholen. Ein Beispiel dafür war das Essen. Ich wollte irgendwann selbst entscheiden, was ich esse und was nicht. Mein Schulbrot oder Mittagessen landete deshalb oft bei den Hühnern, während ich mir von meinem Taschengeld lieber etwas am Schulkiosk kaufte. Rückblickend sehe ich darin einen frühen Versuch, wenigstens über kleine Dinge selbst bestimmen zu können.
Mit ungefähr 13 habe ich immer weiter abgenommen und schleichend eine Bulimie entwickelt. Heute verstehe ich, dass es dabei nicht nur ums Essen ging. Es war eher mein Versuch, Kontrolle über mich selbst zu bekommen und irgendwie mit innerem Druck, Erwartungen und Gefühlen umzugehen. Ich war nie dick.
Ich erinnere mich außerdem daran, dass ich mich schon früh „anders“ gefühlt habe. Freunde hatte ich kaum. Die Kinder, zu denen ich dazugehören wollte, durften wegen ihrer Konfession keinen Kontakt zu mir haben. In der Grundschule war ich eher Außenseiterin.
Ein großer Teil meiner Kindheit bestand aus Leistung und Funktionieren. Mein Vater lebte sein Hobby teilweise über uns Kinder aus. Ich begann bereits mit etwa fünf Jahren Kart zu fahren. Anfangs auf einem selbstgebauten Kart mit Rasenmähermotor, später mit richtiger Ausrüstung und regelmäßigen Wettkämpfen. Fast jedes Wochenende ging es zu Turnieren, bei denen Leistung erwartet wurde. Dabei musste ich mich nicht nur mit meinem Bruder, sondern auch mit anderen Kindern messen.
Für mich war das weniger ein lockeres Hobby, sondern eher mit Druck verbunden. Gleichzeitig verstärkte es mein Gefühl, anders zu sein. Während andere Mädchen Volleyball spielten oder mit Freundinnen unterwegs waren, verbrachte ich meine Wochenenden auf Turnieren. Zu meiner Zeit gab es außerdem noch Samstagsschule und sonntags Wettkämpfe. Rückblickend blieb wenig Raum für Leichtigkeit oder einfach Kind sein.
Auch privat habe ich früh Verantwortung und Belastungen wahrgenommen. Meine Geburtstage im Winter fanden wegen der Krankheit meines Opas oft im Krankenhaus statt. Insgesamt verbinde ich meine Kindheit deshalb wenig mit Unbeschwertheit, sondern eher mit Druck, Leistung und dem Gefühl, Erwartungen erfüllen zu müssen.
Ich glaube heute, dass ich dadurch nie richtig gelernt habe, eigene Gefühle, Überforderung oder Grenzen gesund wahrzunehmen und auszusprechen. Vieles habe ich eher ausgehalten und mit mir selbst ausgemacht. Genau dieses Muster hat sich später auch in meinem Erwachsenenleben und letztlich im Umgang mit Alkohol wieder gezeigt.
Vielleicht wird nun auch deutlicher, warum ich eine DBT Therapie gemacht habe.
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