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Ich bin Wiederholungstäter und weiß nicht was mich jetzt erwartet

Hodenbaer

Neuer Benutzer
So, hallo, ich bin 27 Jahre alt, habe vor 2 Monaten meinen Führerschein nach einer bestandenen Drogen-MPU wieder bekommen und bin, glaub ich, der größte Vollidiot, den es gibt. Habe nämlich dann wieder THC konsumiert und habe 2 Tage später einen Unfall gebaut, wo natürlich die Polizei gerufen wurde und ich auf THC getestet wurde, weil ich logischerweise die Eintragung für BtM habe. Urintest war positiv, und auf das Ergebnis des Bluttests warte ich noch. Vor Ort haben sie direkt meinen Führerschein einbehalten. Ich bin mir ziemlich sicher, da ich nach so kurzer Zeit wieder auffällig geworden bin, dass ich eine Sperre und Anordnung zur MPU bekomme, nur die Frage ist, wie soll ich die bestehen. Ich habe mir schon vorgenommen, zur Suchtberatung zu gehen, sobald ich Bescheid bekommen habe, und dann auch Haarprobe zu machen, für jeweils 6 Monate immer, um dann auf einen Gesamtwert von 18 Monaten zu kommen. Ich fühle mich einfach wie der letzte Idiot. Ich war 3 Jahre vor der MPU schon abstinent habe auch 15 Monate vorgewiesen und habe mir das alles einfach wieder in einem Tag versaut.
 
Ah sorry, hab das Standard-Formular komplett übersehen, hol ich direkt nach:


Zur Person Geschlecht: männlich Alter: 27


Was ist passiert? Drogensorte: THC/Cannabis Konsumform (Dauer und Häufigkeit je Substanz): Aktuell: ca. 1 Woche, abends, fast täglich, nach ca. 2 Jahren durchgehender Abstinenz. Historisch (vor der letzten MPU): 2016 Erstkonsum, phasenweise von gelegentlich bis täglich (1-2 Joints abends), mit mehreren Konsumpausen von 1-7 Monaten dazwischen. Vereinzelt in der Vergangenheit auch Amphetamin (2019, 2023) und MDMA (2023). Datum der Auffälligkeit: Anfang August 2026


Drogenbefund Blutwerte: noch ausstehend Schnelltest: Urinschnelltest vor Ort/auf der Wache positiv Beim Kauf erwischt: nein Nur daneben gestanden: nein


Stand des Ermittlungsverfahrens Gerade erst passiert: ja Polizei hat sich mit den Blutwerten gemeldet: nein, noch nicht Verfahren gegen Bußgeld eingestellt: nein, noch offen Verurteilt: nein Strafe abgebüßt: nein


Führerschein Hab ich noch: nein Hab ich abgegeben: ja, vor Ort einbehalten/beschlagnahmt Hab ich neu beantragt: nein Habe noch keinen gemacht: nein (hatte gültigen FS bis zur Beschlagnahme)


Führerscheinstelle Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: nein Sonstige Verstöße oder Straftaten?: ja – 30.12.2020 Fahrt unter THC-Einfluss + unerlaubter Erwerb von Cannabis und Kokain (BtMG); 18./19.02.2023 Vorfall mit 1,63 Promille plus Amphetamin/MDMA, dabei Beleidigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, versuchte Körperverletzung Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): für die neue MPU noch nicht bekannt, da noch keine Anordnung vorliegt. Bei der letzten MPU (Juni 2026, positiv) lautete sie sinngemäß: ob zukünftig ein Fahrzeug unter Drogeneinfluss geführt wird bzw. Beeinträchtigungen durch unkontrollierten Konsum vorliegen


Bundesland: Schleswig-Holstein


Konsum Ich konsumiere noch: nein letzter Konsum: Dienstagabend (vor dem Unfall)


Abstinenznachweis Haaranalyse: noch nicht gestartet, geplant Urinscreen: neues Kontrollprogramm über TÜV Nord in Vorbereitung (kannte ich schon vom letzten Mal) Keinen Plan: trifft nicht zu, siehe oben


Aufarbeitung Drogenberatung: geplant beim Diakonischen Werk Dithmarschen Selbsthilfegruppe (SHG): bisher nicht Psychologe: nicht separat geplant Ambulante/stationäre Therapie: bisher nicht Thema Keine Ahnung: trifft nicht zu


MPU Datum: noch keins, noch keine Anordnung Welche Stelle (MPI): letztes Mal AVUS Kiel, diesmal noch offen Schon bezahlt?: nein Schon gehabt?: ja, Juni 2026, positiv bestanden Wer hat das Gutachten gesehen?: liegt bei der Führerscheinstelle Kreis Dithmarschen Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: dass nicht zu erwarten sei, dass ich zukünftig unter Drogeneinfluss fahre, und keine Beeinträchtigungen durch unkontrollierten Konsum vorliegen


Altlasten Bist du Rückfalltäter?: ja
 
Also da bin ich ehrlich gesagt ziemlich Sprachlos. Du hattest bereits eine MPU mit jäglichen negativen Folgen und konsumierst dann direkt munter weiter. Ich würde dir da raten dich in eine stationäre Therapie zu begeben um mal richtig aufzuräumen. Nicht wegen deiner Fahrerlaubnis, sondern wegen dir persönlich. Das spricht schon alles für eine sehr tiefgehende Problematik.
 
Ich fühle mich einfach wie der letzte Idiot.

Das ist zwar nachvollziehbar aber nicht realistisch. Es geht um die Sucht, die dich im Griff hat.

um dann auf einen Gesamtwert von 18 Monaten zu kommen.

Das hört sich gut an, ist im Endeffekt aber "nur" die Einstiegeskarte in die folgende MPU.

Die nächste MPU wird wie die vergangene ablaufen. Sie wird in der Hinsicht schwerer werden das du erklären musst warum du dein Drogenproblem nicht ernst genommen hast und was du ändern willst um nicht mehr Rückfällig zu werden. Dazu solltest du dir fachliche Hilfe holen, am besten auch über die nächste MPU hinaus.
 
Also da bin ich ehrlich gesagt ziemlich Sprachlos. Du hattest bereits eine MPU mit jäglichen negativen Folgen und konsumierst dann direkt munter weiter. Ich würde dir da raten dich in eine stationäre Therapie zu begeben um mal richtig aufzuräumen. Nicht wegen deiner Fahrerlaubnis, sondern wegen dir persönlich. Das spricht schon alles für eine sehr tiefgehende Problematik.

Stationär find ich übertrieben, ohne dass du mich kennst. Der Rest sitzt aber – war selbstverschuldet, kein Pech, und ne bessere Trennstrategie brauch ich definitiv.

Das ist zwar nachvollziehbar aber nicht realistisch. Es geht um die Sucht, die dich im Griff hat.



Das hört sich gut an, ist im Endeffekt aber "nur" die Einstiegeskarte in die folgende MPU.

Die nächste MPU wird wie die vergangene ablaufen. Sie wird in der Hinsicht schwerer werden das du erklären musst warum du dein Drogenproblem nicht ernst genommen hast und was du ändern willst um nicht mehr Rückfällig zu werden. Dazu solltest du dir fachliche Hilfe holen, am besten auch über die nächste MPU hinaus.

Beim „Sucht, die mich im Griff hat” muss ich kurz widersprechen – meine MPU im Juni hat explizit festgestellt, dass sich keine sicheren Hinweise auf eine Abhängigkeit ergeben. Ist also nochmal was anderes als ein Rückfallmuster, das ich ernst nehmen muss.


Der Rest stimmt aber. War einfach naiv von mir zu denken, zwei Jahre clean heißt automatisch, ich kann das mal eben nebenbei wieder machen. Und du hast recht mit der Einstiegskarte – die 18 Monate allein bringen mir nix, wenn ich nicht auch verstehe, warum’s diesmal nicht gehalten hat. Deshalb ist mein nächster Schritt auch nicht nur das Kontrollprogramm, sondern Suchtberatung – und zwar über die MPU hinaus, nicht nur bis das Gutachten unterschrieben ist.

Noch eine Frage an dich
würdest du mir raten, vor der nächsten MPU nochmal zu einer Vorbereitungsstelle zu gehen? Hat mir letztes Mal wirklich geholfen, das Warum und Weshalb hinter meinem Handeln zu verstehen. Aber diesmal geht’s ja um was anderes, warum’s nach der letzten MPU nicht gehalten hat. Frag mich grad, ob Vorbereitung dafür genauso hilft, oder ob das eher was ist, das ich mit der Suchtberatung und mir selbst rausfinden muss, statt es mir nochmal “vorbereiten” zu lassen.
 
Merke grad, dass mir schon allein der Austausch hier weiterhilft, ganz ohne dass ich dafür viel Geld ausgeben muss. Steh eigentlich mit beiden Beinen im Leben, bin berufstätig, Familienplanung steht an – genau deshalb will ich das jetzt auch richtig angehen. Bin mir meiner Fehler bewusst – war einfach dumm zu denken, dass ich im Urlaub mal eben konsumieren kann, ohne dass es Konsequenzen hat. Mein jetziger Fehler hat mir nochmal klar gezeigt: komplette Abstinenz ist für mich einfach das Beste. Muss es jetzt nur noch verfestigen mit der Suchtberatung und der Frage auf den Grund gehen, warum ich davon ausgegangen bin, dass es jetzt wieder okay ist, obwohl ich gerade erst den ganzen Salat hinter mir habe.
 
Hallo Hodenbaer,

Suchtberatung ist auf jeden Fall eine gute Idee!
Dort kann dir schon eine gute Einschätzung darüber gegeben werden, welche Schritte du als nächstes gehen solltest.
Und selbstverständlich stehen auch wir dir hier zur Seite. :smiley138:
 
Schön, dass du hier gelandet bist :smiley138:

Leider habe ich den Eindruck, dass dir noch nicht so ganz klar ist, was bzgl. einer erneuten MPU auf dich zukommen wird.
Der liebe @joost sagt immer: „Die nächste MPU wird hammerhammerhammerhart.“
Bei dir würde ich noch 2 hinzufügen.

Du hast 06/26 nach einer MPU deine FE wiederbekommen.
08/26 bist du wieder aufgefallen. Da du also seit 2 Monaten fast täglich konsumiert hast ( Wirkstoffgehalt ?, Bezugsquelle ? ) werden deine Werte voraussichtlich nicht gering sein und dieses Konsummuster -gerade im Passivwert- auch abbilden.

Der GA hat dir eine positive Prognose ( für 5 Jahre ) gegeben.
Du hast diese, quasi als die Tinte noch nicht ganz trocken war, pulverisiert.
Das bedeutet für den GA in deiner nächsten MPU, dass alles, was du dort erzählt hast, schlicht gelogen war oder, dass du das vielleicht sogar ernst gemeint hast, die Macht der Droge aber so groß war, um sofort danach, als die äußere Kontrolle durch die AN wegfiel, wieder dazu zu greifen.
Letztlich läuft es aber darauf hinaus, dass er mit einer erneuten positiven Prognose sehr, sehr, sehr, sehr vorsichtig sein wird, sein muss.
Du wirst ihm deutlich mehr an Maßnahmen, Erkenntnissen etc. anbieten müssen.
Es ist nicht getan mit irgendwelchen Vorbereitungskursen und ein bisschen Feinschliff an den Vermeidungsstrategien.

Ob das nun eine stationäre Therapie sein muss, können wir gerne gemeinsam herauszufinden versuchen.

Beim „Sucht, die mich im Griff hat” muss ich kurz widersprechen – meine MPU im Juni hat explizit festgestellt, dass sich keine sicheren Hinweise auf eine Abhängigkeit ergeben.
Das bedeutet gar nichts.
Die Droge hat dich im Griff !

Der Rest stimmt aber. War einfach naiv von mir zu denken,
Nein, mit Naivität hat das nun gar nix zu tun.
Für die nächste MPU wirst du erst einmal verstehen müssen, dass und welche Macht die Droge über dich hat !
Wille, Intelligenz, Disziplin etc. werden dadurch ausgeschaltet, damit bekommst du dein Problem nicht nachhaltig gelöst, nicht nur für den FS, sondern für dein Leben.

würdest du mir raten, vor der nächsten MPU nochmal zu einer Vorbereitungsstelle zu gehen? Hat mir letztes Mal wirklich geholfen, das Warum und Weshalb hinter meinem Handeln zu verstehen.
Ganz klares Nein !
Wäre dem so gewesen, hättest du nicht direkt im Anschluss wieder konsumiert.

Als Letztes will ich dir den Zahn, „…ne bessere Trennstrategie“, noch ziehen.
Das kann und darf nicht dein Ernst sein !
Du gehst offensichtlich mit „Abstinenz“ in die erste MPU, scheiterst krachend und sprichst nun von kontrolliertem Konsum mit funktionierender Strategie „Kiffen und Fahren“…?

Also, damit wir uns nicht missverstehen:
Wir freuen uns sehr, dass du dich hier öffnest und wir dir helfen dürfen.
Du wirst nicht verurteilt, mit Moralinsäure zugeschüttet.
Uns ist hier nix Menschliches fremd.

Aber wenn es um die MPU geht, kommen wir nun mal an den Fakten nicht vorbei, daher meine klaren Worte.

Suchtberatung ist auf jeden Fall eine sehr gute Idee, auch der Hausarzt ist idR ein guter Ansprechpartner und kann dir Wege aufzeigen.
Und stelle bitte -sorgfältig anonymisiert- dein GA hier zur Verfügung, da deine Vorbereitung ja darauf aufbauen muss.
Dann haben wir auch eine solide Arbeitsgrundlage

Es ist wunderbar, dass es dir hilft, dich hier auszutauschen, wir sind für dich da, insofern noch einmal zum Schluss:
Schön, dass du hier gelandet bist :smiley138:
 
und bin, glaub ich, der größte Vollidiot, den es gibt.
vllt bist Du auch einfach nur abhängig?
Sucht macht aus Menschen Idioten. Ist so.
Jetzt ginge es darum, sich dieser (Selbst?)Erkenntnis zu stellen und angemessen zu reagieren.

Der Gutachter wird sich übrigens bisschen an der 1. MPU festbeissen. Der will genau wissen, ob DU weisst, warum das nix werden konnte.
Und ich rate zu maximaler Ehrlichkeit ohne Ausnahme (auch und besonders Dir selbst gegenüber).
Der Gutachter weiss bis jetzt von Dir, dass Du anderen sehr glaubhaft Geschichtelchen erzählen kannst und wird dementsprechend sehr sehr skeptisch gegenüber jeder Deiner Aussagen sein.

Ja, die MPU nach einer bestandenen wird hammerhammerhart.
 
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