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MPU nach TF mit dem Fahrrad, 2,0 AK

Friberg976

Neuer Benutzer
Hallo zusammen, ich wurde letztes Wochenende erwischt und beginne nun endlich mit der Aufarbeitung meines Verhaltens.
Gestern habe ich an ersten Online- Informationsveranstaltung vom TÜV zur MPU teilgenommen, mich nach einem Anwalt für Verkehrsrecht umgehört und schon für einen VP entschieden, der hier vor Ort ist. Ich bleibe abstinent, habe mich aber noch nicht entschieden, welche Strategie ich fahre - da ich noch nicht weiß, wie viel Zeit mir die FS gibt.
Alles weitere würde ich nun Stück für Stück angehen - ich habe Respekt, und vielleicht auch etwas Angst. Danke schonmal für die tollen Beiträge hier und die Hilfsangebote, auch wenn ich natürlich für mich selber verantwortlich bin hilft es, Leidensgenossen und Leidensgenossinnen zu haben.

FB Alkohol

Zur Person
Geschlecht: männlich
Größe: 1,77
Gewicht: 87
Alter: 32

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit:13.05.206
BAK: - (AK 2,0), Ergebnis noch nicht da
Trinkbeginn: 16:00 Uhr
Trinkende: 00:00
Uhrzeit der Blutabnahme: 00:30

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: ja
Strafbefehl schon bekommen: nein
Dauer der Sperrfrist: unbekannt

Führerschein
Hab ich noch: ja
Hab ich abgegeben: nein
Hab ich neu beantragt: nein
Habe noch keinen gemacht: nein

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: nein
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: nein
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): unbekannt

Bundesland:

Baden-Württemberg


Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: nein
Ich lebe abstinent seit: (falls man das so nennen kann) dem Vorfall

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: geplant
Urinscreening ja/nein: alternativ geplant
PEth-Analytik ja/nein: nein
Keinen Plan?: !

Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: nein

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: ja
Selbsthilfegruppe (SHG): nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: gerade auf der Suche
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: nein
Ambulante/stationäre Therapie: nein
Keine Ahnung: -

MPU
Datum: nein
Welche Stelle (MPI): nein
Schon bezahlt?: nein
Schon eine MPU gehabt? - nein
Wer hat das Gutachten gesehen?: keiner
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: nein

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: nein

-------------------------
 
Schön, dass du hier so früh gelandet bist :smiley138:

Sortieren wir mal:
mich nach einem Anwalt für Verkehrsrecht umgehört
In der Mandatierung sehe ich jetzt keinen Mehrwert.

und schon für einen VP entschieden, der hier vor Ort ist.
Das ist gut, achte bitte nur auf seine Qualifikation.

Ich bleibe abstinent
Auch sehr gut !

habe mich aber noch nicht entschieden, welche Strategie ich fahre -
Also, die „Strategie“ richtet sich nicht nach dir.
Sie folgt klaren Richtlinien, in welche Hypothese du bei der MPU eingeordnet werden wirst.

Ein guter Vorbereiter -wie auch wir hier- können das aber im Vorfeld einschätzen.
Grob gesagt richtet sie sich nach deiner Problemtiefe.

da ich noch nicht weiß, wie viel Zeit mir die FS gibt.
Je nachdem, wie schnell deine zuständige reagiert, wird die Zeit in keinem Fall reichen.
Es wird -neben den o.g. Kriterien- auch eine Verhaltensänderung von 12 Monaten per se vorausgesetzt ( in begründeten Einzelfällen können auch 6 Monate reichen ).

Alles weitere würde ich nun Stück für Stück angehen - ich habe Respekt, und vielleicht auch etwas Angst.
Das ist absolut nachvollziehbar.
Das geht jedem so, der zum 1.Mal mit diesem auch sicherlich von außen sehr undurchsichtigem Prozess konfrontiert ist.

Angst brauchst du nicht zu haben.
Wir begleiten dich sehr gerne durch diesen „Dschungel“.

Eines noch, was mir gleich in`s Auge gesprungen ist:
Du sprichst von „Wochenende“.
Nun hast du am Nachmittag vor dem Feiertag begonnen, dir sehr kräftig einen über die Haare zu schütten.

Das riecht schon so a bitti danach, puh, endlich, Computer aus, jetzt muss aber Alkohol her, und zwar viel.
Kann etwas für deine Kategorisierung bedeuten, muss nicht.

Nun gilt es natürlich erst einmal die BAK abzuwarten.
Frage so in ca. 14 Tagen mal bei deiner zuständigen PI ( Polizeiinspektion ) nach, am Besten persönlich wegen der eindeutigen Feststellung deiner Identität.

Egal, wie es nun sei, es ist alles zu schaffen und, auch wenn es für dich jetzt utopisch klingen mag, für die Meisten ist es am Schluss ein Mehrwert, für ihr Leben….

So weit erst einmal von mir, liebe Grüße :smiley138:
 
Vielen Dank für deine rasche Antwort, Karl-Heinz.

1. Den Anwalt würde ich zur Akteneinsicht konsultieren - mir ist zu Ohren gekommen, dass die Polizei den Bericht nicht an Privatpersonen aushändigt. Ich habe allerdings einen quasi vollständigen Filmriss, die Informationen zur Tat stammen ausschließlich von meinem Freund, der mit anwesend war und noch zurechnungsfähig. Daher wüsste ich gerne, was ich zu den Polizeibeamten gesagt habe.

2. Was macht einen qualitativ "guten" VP deiner Meinung nach aus? Ich muss nicht schon in zwei Wochen zur Therapie, habe ja noch Zeit und entscheide lieber nach guten Kriterien.

3. Zur Situation oder Problemtiefe: Ich trank immer gerne Bier, sobald ich ins Stadion ging oder auf einem Festival auch diverse Male in meinem Leben viel zu viel (3-4 Liter Bier z.B). In beiden Fällen nahm ich aber nicht am Verkehr teil. Ich habe offensichtlich ein großes Problem, sonst wäre die TF nicht vorgefallen. Mehr als 3-4 mal pro Monat konsumiere ich Alkohol nicht, meine Frau ist aktuell auch schwanger und wenn sie dabei ist trinke ich seit langem aus Solidarität gar nichts, genau so wenig wie unter der Woche. Seit einigen Jahren beschränkt sich das Trinken generell auf besagte Events, Geburtstage oder Hochzeiten. An besagtem Tag war ein Weinfest hier in der Nähe, nach einem Flammkuchen und nem Viertele wollte ich wieder nach Hause. Aber es war sehr schön und es ist eskaliert. Ich habe nur Wein getrunken und keine Kontrolle über mein Trinkverhalten an den Tag gelegt. Die letzten Stunden fehlt mir jegliche Erinnerung. Es hat mir gezeigt, wie schwach ich mich selber im Griff habe. Ich bezweifle, dass ich gezögert habe, ob ich Fahrrad fahren soll (da Filmriss). Die Entscheidung Fahrrad zu fahren, wenn ich Alkohol trinke, kommt eigentlich nicht in Frage, da ich dann bewusst nicht mit dem Fahrrad gehe, sondern mit der Straßenbahn. Es kam aber schon vor und ich hab mich jedes Mal nicht genug geschämt, dass es jetzt wieder passiert ist. Umgang mit Alkohol ist definitiv ein tiefergehendes Problem, da ich mir den Kontrollverlust nicht plausibel erklären kann. Ich bin regelrecht erleichtert, dass es nun einen Grund gibt, das Ganze ausführlich aufzuarbeiten.

Ich habe keine Punkte, bin noch nie betrunken Auto gefahren und habe keinerlei Begegnung mit der Justiz in meinem Leben gehabt. Jetzt beginnt für mich ein neues Leben, ich glaube, mein Kind wird es mir danken :)

Was meinst du mit Hypothese?

4. Bedeutet das, selbst wenn ich 6 Monate Zeit eingeräumt bekommen würde, würde das nicht reichen?

5. Das Datum war der Samstag, also 16.5., leider habe ich mich verschrieben.

Vielen Dank schonmal im Voraus für die Unterstützung - ich fühle mich jetzt schon gut aufgehoben.

LG
 
Aber es war sehr schön und es ist eskaliert. Ich habe nur Wein getrunken und keine Kontrolle über mein Trinkverhalten an den Tag geleg

Bedeutet das, selbst wenn ich 6 Monate Zeit eingeräumt bekommen würde, würde das nicht reichen?

die A3 ist nur für Menschen, die noch die Kontrolle über ihren Konsum haben. Kontrollverlust schließt sowas also aus.
Ein einmaliger Kontrollverlust wäre noch möglich, aber der Gutachter wird ziemlich genau nach weiteren suchen - und das ist auch das, was wir Dir hier ans Herz legen, allein schon, um selbst Klarheit über Deine Alkoholproblemtiefe zu bekommen.

Die wichtigste Hürde hierbei ist, ehrlich mit sich selbst unzugehen. Wenn Du glaubst, dass Du das hinbekommst, dann kannst Du mal für Dich eine erste Einschätzung vormnehmen:
und dann noch den hier:


btw:
Bedeutet das, selbst wenn ich 6 Monate Zeit eingeräumt bekommen würde, würde das nicht reichen?
falsche Frage. Das einzige, was Dich wirklich zu interessieren hätte, wäre:
"Verdammtnochmal, wie stark ist eigentlich meine Alkoholpropblematik?"

Solange Dir noch andere Aspekte wichtiger sind, würde ich meinen: schlechte Karten. Prüfe für Dich selbst.
 
Es freut uns sehr, dass du dich gut aufgehoben fühlst :smiley138:

Ich hoffe, dass du weißt, dass wir durchaus auch mal so genannte „harte, klare Worte“ benutzen.
Das gehört zum Prozess dazu.

Eine MPU ist mitnichten ein Sonntagsspaziergang mit netten Menschen bei Traumwetter, sondern schlammig und steinig und zwischendurch tobt ein Mordsgewitter.

Diese Worte sind niemals dazu gedacht, zu verletzen, runterzumachen o.Ä.

Das mal vorweg :smiley22:

Solange Dir noch andere Aspekte wichtiger sind, würde ich meinen: schlechte Karten. Prüfe für Dich selbst.
Alleine dieser Prozess ist schon schwer.
Im Moment steht -nachvollziehbar- im Moment deine FE im Vordergrund.
Du musst aber, um „MPU-reif“ zu werden, dich und dein Alkoholproblem in den Vordergrund stellen.
Nur so wird es dir gelangen, deine FE nicht nur wiederzuerlangen, sondern auch zu behalten.

Was wir mit deiner Hilfe nun versuchen ist erst einmal, deine Problemtiefe einzuschätzen.
Dazu sind diese Tests, die dir der liebe @joost an die Hand gegeben hat, wichtig.
Bitte schonungslos und ehrlich beantworten.

So, jetzt zu deinen Fragen :smiley22:
1. Den Anwalt würde ich zur Akteneinsicht konsultieren - mir ist zu Ohren gekommen, dass die Polizei den Bericht nicht an Privatpersonen aushändigt. Ich habe allerdings einen quasi vollständigen Filmriss, die Informationen zur Tat stammen ausschließlich von meinem Freund, der mit anwesend war und noch zurechnungsfähig. Daher wüsste ich gerne, was ich zu den Polizeibeamten gesagt habe.
Ja, das stimmt.
Der Vorgang geht nach Abschluss der Ermittlungen zur StA.
Privatpersonen bekommen keine Einsicht.

Aber Akteneinsicht bei der FEB kannst du selber nehmen.
Das kannst du für dich also abwägen

2. Was macht einen qualitativ "guten" VP deiner Meinung nach aus? Ich muss nicht schon in zwei Wochen zur Therapie, habe ja noch Zeit und entscheide lieber nach guten Kriterien.
Erst einmal ist wichtig, dass du jemanden findest, der eine psychologische Qualifikation hat.
Dann, ob der- oder diejenige die BUK ( Beurteilungskriterien ) kennt und anzuwenden weiß.
Nun sind auch neue BUK herausgekommen.
Ist er / sie darüber und über die Neuerungen informiert ?

Momentan wäre mein Rat für dich:
Warte erst einmal ab.
Wir begleiten dich gerne durch den ganzen Prozess, und dann könnten wir schauen, ob es für dich Sinn ergeben würde, noch jemanden im „real life“ zu suchen.

So, jetzt schon mal an`s Eingemachte;)
3. Zur Situation oder Problemtiefe: Ich trank immer gerne Bier,
Es spielt keinerlei Rolle, ob du Bier, Wein oder was auch immer du in dich bis zum Filmriss und zu einer TF hineinkippst.
Alkohol ist Alkohol.
Gift ist Gift.
2 Umdrehungen sind 2 Umdrehungen.

sobald ich ins Stadion ging oder auf einem Festival auch diverse Male
Hm, unter „diverse Male“ verstehe ich einige Male…
Sicher ?
Für mich riecht das nach Verharmlosung….
in meinem Leben viel zu viel (3-4 Liter Bier z.B).
Rechne das mal aus.
Und rechne mal aus, was du -bei der TF- in 8h gekippt haben musst, um 2 Promille zu erreichen.

Ich habe offensichtlich ein großes Problem, sonst wäre die TF nicht vorgefallen.
…, sonst hättest du niemals 2 ‰ überhaupt nur erreicht.
Weißt du, ab welcher Promillegrenze so genannter „gesellschaftlicher Konsum“ endet…..?

Mehr als 3-4 mal pro Monat konsumiere ich Alkohol nicht,
Uiuiui, also 26 d/ Monat trinkst du Alkohol ?

meine Frau ist aktuell auch schwanger und wenn sie dabei ist trinke ich seit langem aus Solidarität gar nichts, genau so wenig wie unter der Woche.
Mh, das ist ein krasser Widerspruch….
( Und warum du in Gegenwart deiner Frau aus Solidarität seit Langem nix trinkst, würde mich sehr interessieren )

So, das reicht erst einmal an klaren Worten ;)

Jetzt beginnt für mich ein neues Leben,
Das ist die richtige Einstellung !
Auch wenn es dir jetzt nicht glaubwürdig erscheint, ein besseres Leben.

ich glaube, mein Kind wird es mir danken :)
Mit Sicherheit, du und deine Frau auch, wage ich mal zu prognostizieren.

Was meinst du mit Hypothese?
Kurz gefasst:
In den BUK werden alle, die zur MPU müssen, in, sagen wir mal, feste Kategorien eingeteilt, je nach Problemtiefe.
Davon hängt ab, welche formalen Voraussetzungen, z.B. Abstinenznachweise, erbracht werden müssen.
Psychologische Aufarbeitung und eine fest gelegte Zeit der Verhaltensänderung ( s.o. ) werden immer vorausgesetzt.

Ich persönlich halte nichts davon, die Hypothesen nun im Vorfeld schon zu präzisieren.
Gerade am Anfang neigt der/die Betroffene, sich selbst einzuordnen und das halte ich für kontraproduktiv.


4. Bedeutet das, selbst wenn ich 6 Monate Zeit eingeräumt bekommen würde, würde das nicht reichen?
Die 6 Monate gelten nur in begründeten Einzelfällen, sind also eine Ausnahme.

5. Das Datum war der Samstag, also 16.5., leider habe ich mich verschrieben.
Prima, danke für die Klarstellung !

LG :smiley138:
 
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