MPU wegen 2 Trunkenheitsfahrten mit Unfallflucht im Zeitraum von 4 Wochen

guck mal:

oder mal den Selbstest:
das geht aber nur, wenn du richtig ehrlich zu Dir sein kannst.

Oder wir hinterfragen das alles mal.
 
Vielen Dank für deine Worte
Gerne nehme ich eure Unterstützung an ..
Ich werde in den nächsten Tagen alle Fragen die Karl Heinz angemerkt hat chronologisch bearbeiten und wieder einstellen ...
 
Hallo Zusammen.
Ich habe meinen FB nochmals Überarbeitet und Worte wie Suchtdruck oder Suchtverlangen herausgenommen und anders Formuliert.
Die von @Karl Heinz angesprochenen Themen habe ich mir auch nochmals zur Brust genommen und erarbeitet
Ich stelle ihn nochmals ein und freue mich von euch zu hören und an der Feinjustierung zu werkeln
 
Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(Wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)

1 Straftat:

Am 26.6 25 fuhr ich um ca. 14.30 Uhr von der Arbeit Richtung nach Hause, während der Fahrt telefonierte ich mit meiner zu dieser Zeit in Trennung lebender Frau. Wir stritten wie so oft zu dieser Zeit. Der Streit wühlte mich so auf und machte mich sauer dass ich beschloss an der Tankstelle halt zu machen um mir Bier zu Kaufen.

Um 14.40 Uhr kam ich dort an und nahm 9 Bier a 0,5l mit. Dann machte ich mich auf den Heimweg. Da mir klar war dass es weiter Streitigkeiten geben würde beschloss ich im Dorf in dem wir leben zum Sportplatz zu fahren und dort mein Bier zu Trinken

Um ca. 15.00 Uhr kam ich dort an und fing direkt an das erste Bier 0,5l zu konsumieren.

Ich hörte dabei Musik und dachte über alles nach. Ich war zu dieser Zeit Emotional sehr angeschlagen durch die anstehende Häusliche Trennung. In Folge Trank ich insgesamt 5 Bier 0,5l in einer Zeit von 2 Std.

Um 17.00 Uhr beschoss ich nach Hause zu fahren. Den Alkohol verspürte ich schon sehr, das hielt mich aber nicht davon ab den Weg von 800 Meter bis zum Haus mit dem Auto zu fahren. Mein Gedanke zu dieser Zeit war. Was soll schon auf dieser kurzen Strecke passieren. Beim rückwärts herausfahren um umzudrehen blieb ich mit meinem Fahrzeug an einem geparkten KFZ dass neben mir Stand an der Heckstoßstange hängen. Ich bemerkte den Schaden und mir war klar wenn ich die Polizei einschalte ist mein Führerschein weg. Aus Egoismus und Angst vor den Konsequenzen entfernte ich mich vom Unfallort, ohne meiner Pflicht als Unfallverursacher nachzukommen und bei der lückenlosen Aufklärung des Schadens beizutragen.

Als ich zuhause ankam stellte ich fest dass meine Frau und mein Kind nicht da waren. Da mich der Vorfall sehr beschäftigte entschloss ich mich weitere 4 Bier zu trinken um die Sorgen zu verdrängen (wie ich das immer wieder in meinem Leben Tat)

Um ca. 18.00 Uhr klingelte es an der Türe und 2 Polizei Beamte standen vor mir, sie Informierten mich das ein Zeuge mich gesehen hätte wie ich den Schaden verursacht habe. Ich Verweigerte darauf hin meine Aussage. Die Beamten stellten extremen Alkoholgeruch bei mir fest und belehrten mich dass ich ein beschuldigter einer Straftat sei. Sie nahmen mich gegen 18.20 Uhr mit auf die Dienststelle. Dort wurden zwei Blutproben entnommen. Uhrzeit gegen 18.58 Uhr (Ergebnis 1,99 BAK)

Nach der Blutentnahme fuhren mich die Beamten nach Hause und händigten mir nach kurzer Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft meinen Führerschein wieder aus.

Nach diesem Schock Trank ich bis zur 2 Straftat keinen Alkohol mehr.

2 Straftat

am 14.7.25 war ich Tagsüber bei meinem Sohn um mit ihm den Tag zu verbringen. Wir haben vorab ausgemacht das er am Abend zu mir kommt um das Endspiel der Fußball EM zu schauen.

UM 18.00 Uhr verweigerte mir meine getrenntlebende Frau unser Vorhaben.

Es kam zu einem kurzen Wortgefecht.

Ca. 18.20 Uhr verabschiedete ich mich von meinem Kind und fuhr Richtung neuen Wohnort.

Wutendbrand und sehr enttäuscht über diese Entscheidung hielt ich an der Tankstelle an um mir 5 Bier zu kaufen um meinen Frust und ärger zu ertränken. (Uhrzeit ca. 18.20 Uhr)

Gegen 18.30 Uhr war ich Zuhause und fing direkt an das erste Bier 0,5 Hell zu konsumieren.

Ich hörte Musik und versank in meiner (Wut, Trauer, Selbstmitleid)

Über den Abend bis ca. 23.30 Uhr hatte ich alle 5 Bier 0,5l getrunken und wollte mehr

Da mir zu diesem Zeitpunkt gefühlt mein Leben egal war und keinen Sinn mehr ergab, entschloss ich nochmals loszufahren und mir Bier zu holen.

Ich stieg ins Auto und machte mich auf den Weg. Um ca. 23.45 Uhr kam ich an der Tankstelle an und kaufte mir 3 weitere Bier Helles 0,5l. Um 23.50 Uhr -verlies ich die Tankstelle und wollte aus einer Parklücke rückwärts herausfahren beim Umlenken blieb ich am Heck des neben mir geparkten Fahrzeugs hängen. Ich bemerkte den Anstoß, stieg aus um den Schaden zu begutachten. Als mir klar wurde dass ich zum wiederholten mal absolut Fahruntüchtig hinter dem Steuer saß bekam ich Panik und hab mich ohne darum zu kümmern vom Unfallort entfernt. Als ich in Richtung nach Hause war merkte ich den Alkohol extrem (Tunnelblick, Entfernungen konnte ich nicht mehr einschätzen und meine Konzentration lies erheblich nach.) Nach ca. 7,2 Km stellte ich das Fahrzeug in einem Dorf am Straßenrand ab. Mir wurde klar was ich da wieder für einen Riesen Mist gebaut habe und versuchte mit 2 weiteren Bier 0,5l den gerade passierten Vorfall zu verdränge.

Ich schlief hinter dem Steuer ein.

Um ca 3.00 Uhr wurde ich von 2 Polizei Beamten geweckt. Nach kurzer halterabfrage informierten diese mich, dass ich wegen Unfallflucht bereits gesucht werde. Die Beamten nahmen erheblichen Alkoholgeruch bei mir war und forderten mich auf, sie zur Dienststelle zu begleiten.

Um 3.31 Uhr wurden 2 Blutentnahmen gemacht (Ergebnis 1,89 BAK)

Weitere Tests verweigerte ich und verwies auf meinen Anwalt.

Die Beamten fuhren mich anschließend nach Hause











2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)

1 Straftat

von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr 5 Tegernsee Hell 0,5l mit 4,8 %vol

Von 17.10 Uhr bis 18.00 Uhr 4 Tegernsee Hell 0,5l mit 4,8 %vol

2.Straftat

Von 18.30 Uhr bis 23.30 Uhr 5 Tegernsee Hell 0,5l mit 4,8 %vol

Von 0.05Uhr bis ca. 1.00 Uhr 2 Augustiner Hell 0,5l mit 5,2 %vol



3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?

1 Straftat: 800 Meter (ca. 2 min) vom Sportplatz bis zum Wohnort gefahren und dort habe ich das Auto abgestellt

2 Straftat bis zur Tankstelle 9,7km (ca. 13 min). Zurück wollte ich die gleiche Strecke nehmen, bin aber nach 7,2 Km im nächsten Ort rechts ran und habe das KFZ abgestellt. Gesamt bin ich 16,9 km gefahren

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)

Nein Ich hatte bei beiden Fahrten nicht das Gefühl noch sicher fahren zu können. Ich habe billigend in Kauf genommen andere sowie mich zu gefährden und zu verletzen um meine Bedürfnisse zu befriedigen. Bei beiden Fahrten nahm ich bei mir Konzentration schwäche, Tunnelblick und stark eingeschränktes Seh vermögen war. Ich konnte die Entfernungen nicht mehr richtig einschätzen

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Beiden Trunkenheitsfahrten habe ich nicht versucht zu vermeiden da ich mich selbst überschätzt, die Wirkung und Menge des konsumierten Alkohols unterschätzt habe und mich von meinen negativen Gefühlen verleiten lassen habe.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?

Ich bin öfter unter Alkoholeinfluss gefahren, Nicht in dieser Menge, aber mit Sicherheit über die gesetzlich erlaubte Grenze, Wobei mir heute klar ist das jeglicher Alkoholgenuss im Straßenverkehr sehr gefährlich ist. In meiner Aufarbeitung beim Verkehr- und Suchttherapeuten habe ich mich unter anderem mit dem Abbau von Promille 0,2-0,3 pro Stunde auseinandergesetzt, dadurch ist mir klar geworden das ich öfter unter Alkoholeinfluss am Steuer gesessen war.

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

Leider habe ich vielfach unter Alkoholeinfluss im Straßenverkehr teilgenommen. Eine genau Zahl kann ich heute nicht mehr festlegen. Geschätzt waren es aber ca. 800-1200mal

Ich habe die Kontrolle über meinen Konsum verloren und die gefahren dadurch im Straßenverkehr fahrlässig vernachlässigt. Meine Vergangenheit hat mir gezeigt dass meine unsichtbaren Fahrten ein hohes Risiko für alle Verkehrsteilnehmer dar stellte und ich andere, und mich vielfach fahrlässig gefährdete.

Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)

Meinen ersten Kontakt mit Alkohol hatte ich schon in frühster Kindheit. Mein Vater war dem Alkohol nie abgeneigt und Trank täglich nach der Arbeit sein (wohl verdientes Feierabend Bier) wie er es immer nannte. Häufig auch mehr. Auf Familienfesten wurde immer viel Alkohol konsumiert. Meine Onkels vermittelten mir immer, dass ein richtiger Mann Bier trinken muss, das wäre Männlich und gehöre einfach dazu. Als mein Vater uns Verlies und den Kontakt abgebrochen hatte musste ich schnell Erwachsen werden und Verantwortung übernehmen. Arbeiten die zuhause anfielen mussten von mir und meine Schwestern erledigt werden, Geschah dies nicht drohten Hausarrest, Zimmerarrest oder der verbot meinem Sport nachzugehen (Fußball im Verein). Für Gefühle oder Ängste hatte meine Mutter keine Zeit. Probleme wurden nie ausgesprochen oder thematisiert und somit Tod geschwiegen und unter den Tisch gekehrt. So konnte ich eine emotionale Beziehung mit einer Erwachsenen Person nie aufbauen. Ich habe nie gelernt mich zu öffnen und meine Sorge und Ängste richtig auszusprechen oder ehrlich zu kommuniziere. Es hörte mir ja keiner zu. Wenn ich die Möglichkeit hatte mal etwas bei meiner Mutter anzusprechen, wurde ich abgewimmelt und ich bekam zu hören, ich sollte mich nicht so anstellen und man würde von nicht sterben. Meine Angst vor dem verlassen werden und die inneren schmerzen wurden nicht wahrgenommen und ich fing an diese zu verdrängen und in mich herein zu fressen und mit mir selbst auszumachen. Dies zog sich wie ein roter Faden in meinem leben durch.

Den ersten Alkohol selbst habe ich mit 14 getrunken. 2 Bier mit meinen damaligen Schulkameraden. Dies hatten wir heimlich in einem Keller bei einem Freund gemacht. Da habe ich das erste mal die (trügerische)erleichternde und erheiternde Wirkung von Alkohol erfahren. Meine schlechten Gedanken wurden beiseite gewischt und in der Gruppe fühlte ich mich Wohl und anerkannt.

Mit gerade Anfang 16 Zog ich von zuhause aus. Ich begann eine Lehre als Koch. Ca 100 Km von meiner Mutter entfernt. Das Verhältnis zu ihr war sehr schlecht und sie meinte es wäre besser etwas Abstand zu haben. Ab diesen Zeitpunkt war ich auf mich alleine gestellt Ich musste für mich selber Sorgen. Was große Existenzängste bei mir schürte. (Wie soll ich das alles schaffen dachte ich mir sehr oft)

Erschwert kam dazu dass ich in eine neue Stadt zog in der ich niemanden kannte oder Freunde hatte an die ich mich wenden konnte.

Nach einer gewissen Eingewöhnung, hing ich mich nach und nach an meine Arbeitskollegen, Ich war der Jüngste und fand es schön dass sie mich mitnahmen um Abend nach Feierabend ein Bier in der Bar zu trinken und den Abend ausklingen zu lassen. Ich fühlte mich als Teil eines Verbundes. Wir gingen in die Kneipe und Tranken gemeinsam. Anfang waren es 2-5 Bier, schnell wurde es immer mehr sodass ich insgesamt auf 12 Bier und zusätzlich klare Schnäpse getrunken habe. Da ich nicht viel Geld hatte, wurde ich oft eingeladen und fühlte mich dazu verpflichtet mitzutrinken. Meine Gedanken waren (ich kann ihnen ja nicht vor den Kopf stoßen) Wenn ich mal verneint hatte (was selten vorkam wurde ich dazu animiert und mir wurde ein schlechtes Gewissen eingeredet (Ich solle mich nicht so anstellen, schließlich wurde es ja bezahlt) Es kamen immer wieder Alkoholabstürze mit Filmrissen zustande, da ich der Meinung war ich müsste mithalten können um nicht als der loser dazu stehen und irgendwann nicht mehr gefragt zu werden ob ich mitkomme.

Nach meiner Lehre war ich viele Jahre in verschiedenen Städten unterwegs. Es war immer wie ein dejavue. In jede neue Stadt in der ich ankam. (Über die Arbeit Anschluss Gesuch und gefunden um ja nicht allein zu sein, dieser Gedanke lies mich nie los und verfolgte mich über Jahren. Da ich in der Gastronomie arbeitete und Alkohol der tägliche Begleiter war, habe ich dies auch nie in Frage gestellt, ob es richtig oder falsch ist. Zu dieser Zeit habe ich versucht mit Alkohol meine innersten Differenzen und den täglich körperlichen sowie psychischen Stress zu kompensieren. Über andere alternativen habe ich nicht nachgedacht bzw. immer ausreden parat gehabt (für Sport ist keine Zeit) obwohl sie da gewesen wäre. Alkohol und Geselligkeit hatten mein Leben eingenommen.

2012 lernte ich meine Frau kennen

Meine Frau Trank selten bis gar nicht.

Nach ca. einem halben Jahr sprach sie mich über diese ausufernden Besäufnisse an. Ich verharmloste mein Trinkverhalten spielte es herunter. Ich belog mich selbst. Ich wollte mir nicht ein gestehen dass ich massiven Alkoholmissbrauch betreibe und mir eine gewisse Giftfestigkeit angeeignet habe.

Heute ist mir klar dass ich mich über Jahre belogen habe und den Ernst der Lage nicht verstehen wollte.

2019 kam unser Kind auf die Welt und ich stellte den Alkoholkonsum fast komplett ein

Ich trank bei besonderen -anlässen (Geburtstage, Familienfeiern,) 2-3Bier

Dies kam ca. sechsmal im Jahr vor.

2020-2025

Ich fing als Küchenleiter in einer Klinik an um den Stress der Gastronomie den Rücken zu kehren und mehr Zeit für meine Familie zu haben

2023 Mit den Eheproblemen kam der Alkohol wie ein Bumerang in mein Leben zurück. Ich zog mich immer weiter zurück und konsumierte als Stressventil und Seelentröster. Wenn ich auf den Konsum angesprochen wurde warum ich dies tun würde bagatellisierte ich mein Alkoholproblem Ich konnte nicht vermitteln was meine innersten Gefühle mit mir machten. Ich Schwieg und distanzierte mich. Viele Versuchen meiner Frau um mich wach zu rütteln ignorierte ich und sah diese als persönlichen Angriff und ich erkannte die Warnsignale nicht. Meine Frau zog die Konsequenzen um sich und unser gemeinsames Kind vor mir zu schützen Sie trennte sich von mir und bat mich aus dem gemeinsamen Haus auszuziehen. Das zog mir den Boden unter den Füßen weg. Ich versank Tief im Selbstmitleid und ertrank meine Ängste immer mehr im Alkohol.

Der Entzug der FE war im ersten -moment der Tiefpunkt. (Heute das Wachrütteln) Wenn ich jetzt die Kurve nicht bekomme verbaue ich mir mein Leben noch viel mehr. Ich meldete mich bei der Suchtberatung an und arbeitete die tiefsitzenden Auslöser meines Trinkverhaltens auf. Heute ist mir bewusst dass ich mir schon viel früher Professionelle Hilfe hätte holen müssen.
 
9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
Ja ich habe regelmäßig Alkohol getrunken 2-3mal pro Woche.

2000 bis 2012 gab es zwar Phasen in den ich Trinkpausen einlegte, diese hielten aber nicht lange an (max. 3 Wochen) Ich eignete mir über die Jahre eine Giftfestigkeit an, die aus heutiger Sicht Gesundheitlich sehr erschreckend ist.

2023/24 Während der Trennungsphase und nach ihr steigerte sich mein Alkohol Konsum nochmals auf bis zu 5-7 Tage die Woche

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

1998 Trank ich die ersten 2 Bier 0,5l 4,8%vol mit Freunden heimlich im Keller. Dies blieb eine Ausnahme (ca. 1mal Viertel Jährlich) und steigerte sich erstmals bis zur Berufsausbildung zum Koch nicht

2000 -2003 Beginn der Berufsausbildung hier steigerte sich mein Konsum langsam aber stetig.

Es fing an mit 2-5 Bier 0,5l 4,8%vol die Woche und erhöhte sich bis zu 12 Helle Bier 0,5l 4,8%vol und 3-5 Klare Schnäpse in der Woche (Obstler 20 cl 45,5Vol)

2003-2012 Wechselte ich 7mal die Arbeitsstelle, (Wanderjahre als Koch)

In dieser Zeit konsumierte ich immer wieder sehr viel Alkohol

13-16 Helle Bier 0,5l 4,8%vol in der Woche und ca. 4-8 Schnäpse (Jägermeister 20 cl)

2012-2019 zu dieser Phase meines Lebens lernte ich meine Frau kennen und verringerte meinen bis dorthin sehr ausgeprägten Konsum-ein wenig. Das trinken von Schnaps stellte ich ein, da dieser mich oft Streitsüchtig und diskussions- resistent machte. (Unausstehlich)

7-9 Helle Bier 0,5l 4,8%vol die Woche konsumierte ich da

2019- ende 2023 Unser Kind wurde geboren und ich senkte den Alkoholkonsum. Ich trank zu Familienfesten und Geburtstagen manchmal zum Essen.

1-3 Helle Bier 0,5l 4,8%vol in der Woche

Ende 2023/24 zur Zeit der immer größer werden Eheprobleme steigerte sich der Konsum wieder auf frühere Mengen. Ich lebte in der Trennungsphase und konnte dies schmerzhafte Erfahrung nicht Verarbeiten. Ich ertränkte meine Ängste, Sorgen und Verlustgefühle im Alkohol

15-20 Helle Bier 0,5l 4,8%vol in der Woche.

Cocktails, Wein und Schaumwein sowie andere Mischgetränke habe ich so gut wie nie Konsumiert da mir diese nicht zusagten





11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?

Von 1998 -2000 Konsumierte ich bei Schulfreunden.-

2000-2019 Trank ich Überwiegend mit den Arbeitskollegen die zu dieser Zeit wie Freunde waren. Hauptsächlich wurde in der Kneipe, Bars und in Discotheken getrunken.

2019 bis Ende 2023 konsumiert ich ausschließlich auf Familienfeiern.

Ende 2023 bis zur 2 Alkoholfahrt am 14.7.24 habe ich alleine getrunken.





12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)

Alkohol habe ich hauptsächlich als, Problemlöser, (verdrängen meiner Gefühle, des alleine seins und der Sorgen des verlassen werden, verdrängen und wegschieben von Streitigkeiten Konsumiert. Ich wollte der Realität und der Wahrheit oft schlecht bis gar nicht ins Gesicht blicken. Ich konnte mich nie öffnen da ich es in meiner Kindheit von meiner Mutter immer vorgelebt bekommen habe, dass man seine Sorgen nicht öffentlich Kund tut, weil man sonst in der Gesellschaft Unter geht und als schwach angesehen wird. Ich habe in frühster Kindheit gelernt das in meiner Familie Probleme mit Alkohol verdrängt wurden und Konflikte nie offen und ehrlich ausgesprochen worden sind, sondern sie wurden unter den Teppich gekehrt. Mir wurde nie wirklich zugetraut dass ich es schaffen könnte einen Beruf zu erlernen und dort Erfolgreich zu sein. In der Schule war ich nicht der Beste und meine Noten waren meist Unterdurchschnittlich, dadurch musste ich mir regelmäßig von meinen Lehrern und meiner Mutter anhören dass aus mir nie was werden würde. Das Nagte immer sehr an meinem Selbstwertgefühl. Zu dieser Zeit versuchte ich durch Rebellion irgendwie auf mich aufmerksam zu machen. Dies schadete jedoch der Beziehung zu meiner Mutter immer mehr. Später unterdrückte ich meine Überforderungen in extremen Stress Situationen und der körperlichen Belastung meines Berufes sowie Streitereien mit der Familie oder Partnern. Das Bedürfnis immer stark zu sein und keine Angriffsfläche zu bieten zog sich wie ein Roter Faden durch mein Leben. Ich missbrauchte den Alkohol als Ventil um alles zu vergessen und letzten Endes vor mir herzuschieben um mich ja nicht damit auseinandersetzen und/oder damit befassen zu müssen. Ich machte alle Konflikte mit mir selbst aus. (Zumindest dachte ich das). Ich Fraß alles in mich rein. Als ich noch alleinstehend war und als Koch Reiste, Konsumierte ich Alkohol um Anschluss an Arbeitskollegen zu bekommen um nicht alleine zu sein. Ich konsumierte ihn um mich in der Gruppe zu profilieren und einen vermeintlich gewissen Platz dort einzunehmen.

Ich wollte keine Schwäche nach außen zeigen, Ich wollte es meiner Familie immer beweisen das ich es alleine schaffe und alles im Griff habe. Ich habe versucht mit meiner Beruflichen Laufbahn Aufmerksamkeit von meiner Familie zu bekommen, dass ich mein Leben perfekt sei, weil sie mir es nie zugetraut haben Privaten sowie beruflichen Erfolg zu haben. Über die Schattenseiten der Sternegastronomie habe ich nie mit Ihnen gesprochen, denn dann hätte ich zugeben müssen das es nicht immer schöne Zeiten gegeben hat und der druck sehr hoch war. Das man als angestellter nicht viel wert war, außer eine billige Arbeitskraft und schnell weg vom Fenster ist, wenn man Gefühle oder Private Probleme mit auf die Arbeit nehmen würde. Es Zählte nur 100% Leistung

In der Arbeit hatte ich den ganzen Tag Berührung mit Alkohol und stellte es nie in frage, dass man ab und an ein Bier in der Mittagspause getrunken hat. Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht, sich nach Dienstschluss zu treffen um sich regelmäßig die Lichter aus zu Knipsen. Meine Überzeugung war zu dieser Zeit, dass macht jeder, was soll da so schlimm daran sein. Anderen Sozialen kontakt hatte ich nicht und somit auch keinen Vergleich, dass es auch anders sein kann und eigentlich sein muss. Später tat ich meine immer wiederkehrenden Alkoholexzesse als eine Phase im Leben ab und bildete mir ein dies im Griff zu haben, es müsse sich niemand sorgen machen.

Als sich meine Frau von mir Trennte, versank ich im Gefühlschaos. Es mischte sich Wut, Enttäuschung und die sorge und Angst ein. Wie soll es weitergehen mit der Erziehung unseres gemeinsamen Kindes, werde ich es regelmäßig sehen dürfen? Habe ich dann noch ein Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen? oder würde sie mich übergehen. Ich hatte große Angst das sie mir mein Kind entziehen könnte und ein Umgangsverbot erwirken wollen würde. All diese Gedanken machten mich fertig und zogen mich immer weiter runter. Die Finanzielle Lage (was passiert mit dem gemeinsamen Haus) kam zu dem noch oben drauf. Das hat mich vollkommen aus der Bahn geworfen und ich Tank immer mehr um diese negativen Schmerzen und Gefühlen die mich innerlich zerstörten, aus meinem Kopf zu bekommen. Alte Trinkgewohnheiten kamen wieder zum Vorschein und der Alkohol diente mir als Seelentröster wie ich es Jahre davor auch schon immer machte wenn das Leben gerade mal wieder schwierig war. Als mein Kind eines Tages zu mir kam und merkte das ich Getrunken hatte wollte es nicht bei mir bleiben und fuhr mit seiner Mutter wieder nach Hause

Dies war der Tiefpunkt für mich. Mir war klar ich muss sofort das Trinken dauerhaft aufhören und mir externe Hilfe holen. Mir wurde bewusst dass nur ich alleine das Schicksal in der Hand habe und die Verantwortung für mich endlich übernehmen muss.

Ich habe erkannt, dass Alkohol der schlechteste Berater für mich war. Am Ende habe ich alles nur viel schlimmer und komplizierter gemacht. Ich bin vor meinen Konflikten weggelaufen und habe mich hinter dem Alkohol versteckt. Durch meine Termine bei der Suchtberatung habe ich gelernt dass ich vor meinen Problemen nicht weglaufen, und sie auch nicht aus dem weg saufen kann. Sie werden nicht verschwinden oder sich in Luft auflösen wenn ich mich ihnen nicht stelle und öffne. Ich stelle mich heute meinen Verlustängsten, Konflikten und Sorgen. Ich gehe sie offen an, Unangenehme Themen kommuniziere ich wenn ich merke es brodelt in mir. Das hilft mir, selbst bewusst durchs Leben zu gehen. Ich mache mir vorab Gedanken über das geschehene, und differenziere (Was kann ich ändern, Was muss ich ändern und was liegt nicht in meiner macht.) und was kann ich nicht beeinflussen. (Ich mache es nicht mehr zu meinem Problem)



13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)

Bei wenig Alkohol habe ich eine beruhigende Wirkung verspürt, ich wurde lockerer sah alles nicht mehr so verbissen, eine gewisse Entspannung trat ein. Mit dem gesteigerten Abholgenuss wurde ich nachdenklich, Meine Probleme, Ängste und Sorgen konnte ich dadurch besser verdrängen und der Stress viel von mir ab, eine gewisse gleich Gültigkeit setzte ein. Ich schob alles beiseite und fühlte mich im Kopf frei. Das trügerische war jedoch das mit immer mehr zunehmenden Problemen der Konsum mehr werden musste um den gewünschten Effekt zu erlangen. Dies schlug immer mehr mit dem missbräuchlichen Konsum um. Ich stürzte mich immer wieder in Selbstmitleid Selbst Hass, Traurigkeit, Eine falsche Wahrnehmung kam dazu. Ich Überschätzte mich selbst und nahm Gefahren nicht mehr wahr. Ich Stellte alles in Frage, wurde Unzufrieden und teilweise wütend. Andere Meinungen wollte ich nicht akzeptieren, zu und ein normales Gespräch war ich nicht mehr möglich, da ich alles als Angriff auf meine Person sah. Mit gesteigertem Konsum verschwamm meine Wahrnehmung immer mehr und ich entwickelte immer mehr Giftfestigkeit. Meine Risikobereitschaft stieg immer mehr an. Am Tag nach dem Konsum ging es mir schlecht, Kopfschmerzen Unwohlsein. Ich war antriebslos und es war nichts mit mir anzufangen. Ich hatte ein schlechtes Gewissen gegen über andere Menschen. Ich funktionierte irgendwie, kam meinen Pflichten nur mäßig nach Dies hielt mich aber nicht davon ab immer wieder mein Verlangen nach Alkohol zu befriedigen und nahm den nächsten Tag billigend in Kauf das es mir nicht gut gehen würde. Heute ist mir bewusst dass ich Jahrelang versucht habe mit meine sozialen Defizite mit Alkohol herunter zu Spülen und zu verdrängen. Ich habe sehr viel Lebenszeit sinnlos verschwendet, Dies ist mir heute klar und ich möchte niemals mehr in diesen Zustand zurückehren.

Für die User, die als Trinkmotiv eine Steigerung des eigenen Selbstbewusstseins erkannt haben (und dies bei der MPU auch so anführen), ergibt sich eine weitere Frage:

13a. Warum hat Ihnen das Erreichen des eigentlich gewünschten Effektes bei wenig Alkohol dann nicht genügt, wieso kam es zu weiterem Alkoholkonsum?
(Zum Hintergrund der Frage kann hier nachgelesen werden: KLICK)

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Ja. Ich habe eine hohe Toleranzentwicklung gemerkt in dem ich immer mehr Alkohol trinken musste um den gewünschten Effekt der Verdrängung zu erreichen. Ich hatte irgendwann kein Gefühl mehr für die Menge und Ich saufte mich immer öfter in den Rausch. Ich vernachlässigte meine Sozialen Kontakte und zog stattdessen immer öfter den Konsum vor. Meine Frau sprach mich während der Eheprobleme und in der Trennungsphase mehrmals auf das viele Trinken an und ich ignorierte diese Warnsignale. Ich Trank immer schneller (Sturztrunk) um schnell auf mein Level zu gelangen. 2024 trank ich oft alleine und versuchte meinen Konsum zu verheimlichen. Ich redete meinen Missbrauch klein, vor allem wenn ich Nachmittag anfing zu Trinken. Die Abstände meiner Trinkeskapaden wurden immer kürzer. Wenn ich mehr als 3 Bier getrunken habe, kam immer mehr das verlangen mehr zu trinken und ich kannte die Grenzen des Aufhörens nicht mehr. Ich habe meinen sehr bedenklich gesundheitlichen Konsum erkannt und die damit verbundenen Sozialen Probleme die ich mir geschaffen habe. Mit meiner Suchttherapeutin wurden diese aufgearbeitet und schonungslos akribisch analysiert.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Ich bewegte mich viele Jahre in einem gewissen Dunstkreis um mich mit meinem Alkoholkonsum nicht auseinander setzen zu müssen oder mir kritische Fragen anhören zu müssen. Ich erschuf mir so eine gewisse Blase in der ich mich vermeintlich frei bewegte. Der Alkoholkonsum bestimmte große Phasen meines Lebens und ich richtete oft meine Freizeit danach aus. Ich Interessierte mich für kaum andere Aktivitäten oder andere Menschen. Gesellschaft verträglicher Konsum fand selten statt.

Durch die Eheprobleme fing der hohe Konsum wieder an. Ich verheimlichte meinen Konsum vor meiner Frau Ich belog Sie und mich selbst. Ich versank immer mehr im Selbstmitleid im Selbstzweifel was mich noch weiter runter zog und ich dadurch mehr und mehr Alkohol konsumierte um es zu unterdrücken (was mir nicht gelang). Mein Kind nahm diese drastische Veränderung an meiner Persönlichkeit wahr und verschloss sich vor mir

Dies brach mir das Herz

Es kam zur Trennung und ich zog aus dem gemeinsamen Haus aus. Meine Risikobereitschaft unter Alkoholeinfluss ein KFZ zu führen stieg erheblich an und ich verharmloste die damit verbundene Gefahr in die ich mich und andere Verkehrsteilnehmer gebracht habe

Es kam zum Entzug der Fahrerlaubnis, dadurch wurde die Betreuung meines Kindes zur Herausforderung. Diesen hole ich 3mal Wöchentlich aus dem Hort ab. Da der auf dem Land ist bin ich auf die Öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, manchmal stellt es eine gewisse Flexibilität dar. Ich versuche ihm seine Aktivitäten im Sportverein oder Schwimmkurs jederzeit zu ermöglichen und nehme dadurch gerne einen erheblichen Zeitaufwand in Kauf. Für Ihn ist es manchmal etwas schwer da wir viel Wartezeiten haben (öffentliche Verkehrsmittel, Rufbus) was mich innerlich sehr schmerzt ihm das durch meine Verantwortungslosigkeit die ich an den Tag gelegt habe zumuten zu müssen.

Ich denke positiv

Wo ein Wille ist, Ist auch ein Weg und ich nehme diese Herausforderung an um weiter so viel Zeit wie es geht mit meinem Kind zu verbringen und ihm zu ermöglichen was er gerne macht.

Es erfordert gute Vorausplanung und Zeitmanagement um zb meine Schwestern zu besuchen, da diese 200 km weiter weg Wohnen. Spontane treffen finden so leider nicht mehr statt. Die Finanziellen Belastungen durch meine Strafen waren erheblich. Gesamt liegt dieser bei 12,214,31 Euro für die Verurteilung und die entstandenen Schäden die ich verursacht habe.

Diesen habe ich direkt beglichen.

Ich habe erkannt dass mein Verantwortungsloses verhalten ganz alleine durch mich und meinen Alkoholmissbrauch zustande kamen. Kein anderer ist schuld. Ich übernehme die volle Verantwortung dafür. Heute ist mir umso mehr bewusst dass ich mein verhalten Grundlegend ändern musste und dies auch getan habe.


16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben. Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.



2003-2012 war ich sehr viel als Koch unterwegs um verschiedene Küchenstile wie möglich kennen zu lernen. In dieser Zeit war ich hauptsächlich in Guide Michelin Sterne ausgezeichneten Restaurants tätig. Mit diesen Herausforderungen entwickelte sich ein hoher Belastungsdruck (Körperlich wie Psychisch) um der geforderten Qualität gerecht zu werden und den hohen Belastungen stand zu halten griff ich immer öfter zur Flasche um dem ganzen Herr zu werden und zu entfliehen. Ich liebte diese Art zu Kochen, gestand mir aber nicht ein, dass ich den permanenten Stress nicht gewachsen war.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Ja ich habe mehrfach die Kontrolle über meine Trinkmenge sowie über jegliches maß an Sozialverträglichen Konsum. Bei beiden Trunkenheitsfahrten mit Unfallflucht war dies auch der Fall.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Ich habe es einige male versucht ca. 8mal einen längeren Zeitraum völlig auf Alkohol zu verzichten Ich setzte mir ein Ziel von 3 Wochen was ich auch einhielt Nach dieser Zeit fing ich mit dem Konsum wieder an.
 
stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)

19. In welcher Kategorie eines Alkohol trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie Früher sah ich meinen extremen Alkohol Konsum als nicht bedenklich an. Ich machte mir diesbezüglich wenig bis gar keine Gedanken, da ich mich ausschließlich in einem Kreis bewegte in dem regelmäßig viel Alkohol getrunken wurde Empfand ich es als normal und stellte es nicht in Frage.

Ich Stufe mich heute als Gammatrinker ein. Ich verlor immer öfter die Kontrolle über meinen Konsum und Trank mich in einen Rausch und konnte meine Grenzen nicht mehr definieren. Ich hatte zwar noch keine Körperlichen Entzugserscheinungen, Psychische prägten sich aber immer mehr aus. Mir viel es immer schwerer nach 3 Bier aufzuhören. Obwohl mir bewusst war dass ich aufhören muss, trank ich weiter.

Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit

Nein ich trinke keinen Alkohol mehr und lebe Abstinent

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

Das letzte mal habe ich am 9. Oktober 2024 getrunken.

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?

Nein ich konsumiere kein Alkoholfreies Bier. Dieses enthält Kleinstmengen Alkohol und würde mir suggerieren echtes Bier zu konsumieren. Durch den Geruch oder Geschmack ist mir klar dass dies ein Verlangen nach richtigen Bier bei mir auslösen kann.

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?

Mir ist klar geworden was Alkohol in meinem Leben für einen Stellenwert hatte, dass er mir sehr viel kaputt gemacht hat. Ich fühle mich körperlich und geistig wieder fit. Meine Soziale Motivation wurde wieder gesteigert um mit meinen engsten Freunden die mir in der Zeit meiner Alkoholentwöhnung immer zur Seite standen etwas zu Unternehmen. Ich habe gemerkt dass sich mein Kind mir wieder öffnet und gerne Zeit mit mir verbringt, sich mir anvertraut und geborgen und wohlfühlt. Ich habe in den letzten 16 Monate meiner Abstinenz erfahren wie toll das Leben ohne Alkoholverlangen ist. Ich habe mir neue Ziele gesetzt und verfolge diese Konsequent. Im Mai 2026 werde ich meinen 1 Halbmarathon laufen und im Juni mache ich das Deutsche Sportabzeichen in Gold. Ich fühle mich wieder morgens ausgeschlafen, erholt und bereit für die Täglichen Herausforderungen in der Arbeit. Ich bin innerlich entspannter und lasse ich nicht mehr so schnell reizen. Im gesamten bin ich ausgeglichener Ich stehe für mein Handeln ein und bin nicht mehr das Opfer der Umstände die ich selbst verursacht habe.

Ich genieße die kleinen Momente in meinem Leben. Ich möchte nicht mehr mein Leben dem Alkohol schenken, ich habe diese fesseln endlich durchbrochen und fühle mich umso Stärker und selbstbewusster ohne Ihn. Es war die beste Entscheidung die ich seit langen aus voller Überzeugung getroffen habe.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?

Ich habe die Gefahren und Konsequenz aus meinem Handeln zu lange verdrängt, weggeschoben und mich selbst belogen. Ich wollte meine Alkoholproblem nicht wahrhaben. Über viele Jahre bin ich den weg des geringsten Wiederstandes gegangen und habe mich lieber hinter dem Alkohol versteckt.

Ich habe die negativen Erfahrungen und Gefühle endlich verstanden und die intensiv aufgearbeitet. Ein einschneidendes Erlebnis war mein Gefährliches und Fahrlässiges Verhalten dass zum Einzug des Führerscheins geführt hat. Da wurde ich wachgerüttelt und mir wurde bewusst dass ich mein Leben umkrempeln muss heute bin ich froh dass ich mit meinen Gefährlichen Alkoholfahrten gestoppt wurde. Lieber wäre mir natürlich gewesen ich hätte es selbst aus eigener Einsicht erkannt.



25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt? Ich habe mich im ersten Schritt bei der Suchtberatung der Caritas gemeldet, dort bin ich bis Juni 25 regelmäßig gewesen (von Juni 24 bis Dezember 24 war ich 14Tägig Von (Dezember 24 bis Juni 25 monatlich1 mal). Dort habe ich die tiefgründigen Ursachen meines Alkoholkonsums aufgedeckt. Ich habe das erste mal im leben über meine Inneren Ängste, Sorgen und Selbstzweifel gesprochen ohne dass ich mich schämen oder dies als schwäche zu empfinden. Wir Arbeiteten meine Kindheit und die Jahre der Lehre und Berufsjahre in der ich den Alkohol stark missbrauchte auf. Genauso die Eheprobleme und Trennung. Dies viel mir am Anfang etwas schwer. Ich konnte mich aber durch die verständnisvolle Art der Therapeutin sehr gut öffnen und tiefgründig meine Alkoholproblematik aufarbeiten. Ich analysierte akribisch meine Auslöser für den Konsum. Wir erarbeiten Strategien wie ich mit (Stress, Konflikte, Überforderung, Ängste) umgehen muss und wie ich somit meine Trinkgewohnheiten durchbrechen kann. Die ersten 3 Wochen der Abstinenz viel mir nicht immer leicht, Ich vermied alle Orte in den ich früher Alkohol kaufte, ich taktete meinen Alltag so eng dass ich gar keine Zeit dafür hatte mir Alkohol zu besorgen. zB ich ging erst kurz vorher los, bevor mein Zug fuhr. Wenn ich zuhause war und das Gefühl aufkam trinken zu wollen dann schnüre ich meine Laufschuhe an und Jogge. Ich lenkte mich mit Gartenarbeit ab weil ich mich da entspannen kann und es mir große Freude macht, Ich habe mit einem sehr engen Freund ausgemacht das er mein Notfall Kontakt ist, den ich zu jeder Tages und Nachtzeit telefonisch erreichen kann um mit mir zu sprechen und mir positiv beiseite steht. Ich treffe mich mit Freunden die keinen Alkohol trinken und halte den Kontakt mit alten Bekanntschaften von mir fern. Ich nehme mir bewusst Auszeiten für mich selbst um zu entspannen. (gehe 2mal monatlich in die Sauna) Im nächsten Schritt suchte ich mir einen Verkehrstherapeuten mit dem ich die Alkoholfahrten mit Unfallflucht Intensiv Aufarbeite (Seit Juli 24 bis voraussichtlich Februar 26) Ich besuche seit Juli 25 eine Selbsthilfegruppe des Kreuzbundes um mich mit anderen auszutauschen und über Erfahrungen zu sprechen

Ich habe mich bewusst für diese Gruppe entschieden, da auch Angehörige in der Gruppe sind um Ihre Erfahrungen zu teilen, dies ist für mich sehr wichtig da ich so einen tiefen Einblick darüber bekomme wie es zb meiner Frau gehen musste und ich dadurch ihre Entscheidungen und Ängste auch verstehen und lernen kann. Ich hatte die Möglichkeit über die Arbeit einen Anti Stress Kurs zu besuchen in dem ich die 4-7-8 Atemtechnik erlernte und diese gerne mit heranziehe.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

Es wirkt sich durchweg positiv aus.

Ich bin voller Lebenslust, bin Energie geladen, da ich wieder viel besser schlafe/ erholt bin Meine Freunde ermutigen mich und finden es Super dass ich keinen Alkohol mehr Trinke. Das praktiziert mein engster Freund nun auch. Ich habe wieder ein viel besseres Verhältnis zu meiner getrenntlebenden Frau und der Umgang mit meinem Kind

Mein Kind findet es toll dass ich keinen Alkohol mehr Trinke, ermutigt mich so weiter zu leben und sagt mir es ist stolz auf mich. Das Motiviert mich noch mehr und zeigt mir dass ich den richtigen Weg eingeschlagen habe.


27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

Mir ist bewusst dass es immer wieder Herausforderungen geben wird. Ich bin mir aber sicher dass ich aus den letzten 2 Jahren viel über mich gelernt habe. Ich habe Verstanden dass mich mein extremer Alkoholkonsum in der Vergangenheit an vielen Dingen gehindert hat, ich sie ehrlich und realistisch anzugehen und Unangenehme Erlebnisse zu reflektieren und anzunehmen und auch zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen. Ich leugne meine Alkoholproblematik nicht mehr und gehe offen damit um. Ich reflektiere täglich meinen Tag und höre auf meine Bedürfnisse (was lief heute gut, was kann ich sofort ändern und was liegt nicht in meiner macht und mache ist nicht mehr zu meinem Problem). Ich habe ich den Schritt getan mir professionelle Hilfe zu holen und habe erkannt dass es keine schwäche ist diese in Anspruch zu nehmen Ich werde mir direkt Hilfe holen wenn ich merke das es wieder in die falsche Richtung gehen sollte. Ich habe tolle Menschen um mich herum die mich täglich in meiner Abstinenz unterstützen. Heute weis ich wie toll dass leben ohne Alkohol ist und dass ich immer positiv in die Zukunft blicke, egal welche Hürden im Leben noch auf mich zukommen mag. Ich habe mit der Vergangenheit meinen Frieden gemacht und bin heute ein glücklicherer Mensch.I



28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(mit Begründung)





Ein Rückfall in alten Gewohnheiten kann möglich sein. Mir sind aber heute klar das ich meien innersten Gefühle, (Verlustangst Verdrängung meiner Kindheits- und Jugendsorgen, später dass Gefühl nicht anerkannt oder Wertgeschätzt zu werden dazu geführt haben. Ich höre tief in mich hinein und nehme wahr wenn Unzufriedenheit oder Verdrängung sich in mir breit macht. Ich nehme diese Gefühle ernst und schiebe es nicht mehr vor mir her. Deswegen bin

ich davon überzeugt das ich sehr gut gerüstet bin um meine alten Gewohnheiten endlich durchbrochen zu haben. Ich muss niemanden mehr etwas beweisen oder jemanden gefallen um Anerkennung zu bekommen.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

Da ich mein Leben weiter Abstinent leben werde. Entstehen keine Konflikte mehr für mich mit Alkohol am Steuer oder im Straßenverkehr teilzunehmen.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?





Ich möchte mich erst einmal für das Gespräch bedanken. Zusätzlich möchte ich nochmals hervorheben das ich meiner Verantwortung mir und der Gesellschaft heute durch mein fehlerhaften umso klarer. Ich habe erkannt welch eine wichtige Rolle mein verhalten für die Entwicklung meines Kindes hat und werde dieser endlich gerecht werden. Ich bin heute ein vollwertiges Mitglied unserer Gesellschaft und werde meiner Verantwortung gerecht werden. Ich möchte mich für mein fahrlässiges und sehr Gefährliches verhalten in aller Form entschuldigen, Für die Schäden die ich durch mein verhalten verschuldet habe möchte ich mich auch bei den Geschädigten entschuldigen.

Diese Ereignisse haben mich endlich Wachgerüttelt und ich bin heute sehr froh darüber den Schritt in die Lebenslange Abstinenz getan zu haben.
 
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