12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)
Alkohol habe ich hauptsächlich als, Problemlöser, (verdrängen meiner Gefühle, des alleine seins und der Sorgen des verlassen werden, verdrängen und wegschieben von Streitigkeiten Konsumiert. Ich wollte der Realität und der Wahrheit oft schlecht bis gar nicht ins Gesicht blicken. Als mein Vater uns Verlies und den Kontakt abgebrochen hatte musste ich schnell Erwachsen werden und Verantwortung übernehmen. Arbeiten die zuhause anfielen mussten von mir und meine Schwestern erledigt werden, Geschah dies nicht drohten Hausarrest, Zimmerarrest oder des verbot meinen Sport nachzugehen (Fußball im Verein). Für Gefühle oder Ängste hatte meine Mutter keine Zeit. Probleme wurden nie ausgesprochen oder thematisiert und somit Tod geschwiegen, und unter den Tisch gekehrt. So konnte ich eine emotionale Beziehung mit einer Erwachsenen Person nie aufbauen. Ich habe nie gelernt mich zu öffnen und meine Sorge und Ängste richtig auszusprechen oder ehrlich zu kommuniziere, Ich konnte mich nie öffnen da ich es in meiner Kindheit von meiner Mutter immer vorgelebt bekommen habe, dass man seine Sorgen nicht öffentlich Kund tut, weil man sonst in der Gesellschaft Unter geht und als schwach angesehen wird. Ich habe in frühster Kindheit gelernt das in meiner Familie Probleme mit Alkohol verdrängt wurden und Konflikte nie offen und ehrlich angegangen worden sind, sondern sie wurden unter den Teppich gekehrt. Mir wurde nie wirklich zu getraut dass ich es schaffen könnte einen Beruf zu erlernen und dort Erfolgreich zu sein. In der Schule war ich nicht der Beste und meine Noten waren meist Unterdurchschnittlich, dadurch musste ich mir regelmäßig von meinen Lehrern und meiner Mutter anhören dass aus mir nie was werden würde. Das Nagte immer sehr an meinem Selbstwertgefühl.
Streitereien mit der Familie schob ich vor mir her, da diese mich überforderten. Zu dieser Zeit versuchte ich durch Rebellion irgendwie auf mich aufmerksam zu machen. Dies schadete jedoch der Beziehung zu meiner Mutter immer mehr. Später unterdrückte ich meine Überforderungen in extremen Stress Situationen und der körperlichen Belastung meines Berufes. Das Bedürfnis immer stark zu sein und keine Angriffsfläche zu bieten zog sich wie ein Roter Faden durch mein Leben. Ich missbrauchte den Alkohol als Ventil um alles zu vergessen und letzten Endes vor mir herzuschieben um mich ja nicht damit auseinandersetzen und/oder damit befassen zu müssen. Ich machte alle Konflikte mit mir selbst aus. (Zumindest dachte ich das). Ich Fraß alles in mich rein. Ich wollte es meiner Familie immer beweisen das ich es alleine schaffe und alles im Griff habe. Ich habe versucht über meine Beruflichen Laufbahn Aufmerksamkeit von meiner Familie zu bekommen, dass ich mein Leben perfekt sei, weil sie mir es nie zugetraut haben Privaten sowie beruflichen Erfolg zu haben.
In meinem Beruf konsumierte ich Alkohol um Anschluss an Arbeitskollegen zu bekommen um nicht alleine zu sein. Ich konsumierte ihn um mich in der Gruppe zu profilieren und einen vermeintlich gewissen Platz dort einzunehmen. Persönliche Beleidigungen meiner Chefs waren an der Tagesordnung, wenn es nicht so lief wie er sich es Vorstellte und zogen mich oft runter und ich fühlte mich als ein nichts.
Ich wollte keine Schwäche nach außen zeigen. Über die Schattenseiten der Sternegastronomie habe ich nie gesprochen, denn dann hätte ich zugeben müssen das es nicht immer schöne Zeiten gegeben hat und der druck sehr hoch war. Das man als angestellter nicht viel wert war, außer eine billige Arbeitskraft und schnell weg vom Fenster ist, wenn man Gefühle oder Private Probleme mit auf die Arbeit nehmen würde. Es Zählte nur 100% Leistung.
Ich und meine Frau lebten sich nach der Geburt des Kindes immer mehr auseinander. Gefühlt lebten wir zwar in einer Hässlichen Gemeinschaft, eine Ehe war dies aber nicht mehr.
Wir nahmen uns keine gemeinsame Zeit mehr um uns etwas Gutes zu tun. Jeder kam nur noch seinen Pflichten nach. (Kind, Haus, Arbeit). Ich traute mich aber nicht dieses Thema anzusprechen da ich nicht wusste wie ich es anfangen sollte, da ich sie nicht verletzen wollte und sie nicht denkt, dass ich glaub dass unser Kind dran schuld sei. Diese Gedanken frass ich in mich hinein, unterdrückte sie und schob sie vor mir weg. Ich fing wieder das trinken an und erhöhte die Menge schnell.
Als sich meine Frau von mir Trennte, versank ich im Gefühlschaos. Es mischte sich Wut, Enttäuschung und die sorge und Angst ein. Wie soll es weitergehen mit der Erziehung unseres gemeinsamen Kindes, werde ich es regelmäßig sehen dürfen? Habe ich dann noch ein Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen? oder würde sie mich übergehen. Ich hatte große Angst das sie mir mein Kind entziehen könnte und ein Umgangsverbot erwirken wollen würde. All diese Gedanken machten mich fertig und zogen mich immer weiter runter. Die Finanzielle Lage (was passiert mit dem gemeinsamen Haus) kam zu dem noch oben drauf. Das hat mich vollkommen aus der Bahn geworfen und ich Tank immer mehr um diese negativen Schmerzen und Gefühlen die mich innerlich zerstörten, aus meinem Kopf zu bekommen. Alte Trinkgewohnheiten kamen wieder zum Vorschein und der Alkohol diente mir als Seelentröster wie ich es Jahre davor auch schon immer gemacht habe, wenn das Leben gerade mal wieder schwierig war.
Als mein Kind eines Tages zu mir kam und merkte das ich Getrunken hatte wollte es nicht bei mir bleiben und fuhr mit seiner Mutter wieder nach Hause
Ich wollte meinem Kind immer eine Perfekte Familie bieten. Ich wollte ihm das Gefühl geben dass er immer zu mir kommen kann egal welche Sorgen und Bedürfnisse er hat und nicht die Angst haben muss das ich ihn nicht ernst nehmen würde, so wie es bei mir war. Ich wollte ihm mehr Geborgenheit geben als ich in der Kindheit selbst hatte. Mein Anspruch war ihm ein besserer Vater zu sein wie ich ihn selber hatte. Mit der Trennung fühlte ich mich als hätte ich versagt. Der Gedanke und das Gefühl alles falsch gemacht zu haben was ich mir als Ziel gesetzt hatte war für mich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ertragbar.