MPU wegen 2.Vergehen

Hilfesucher1

Neuer Benutzer
Hallo zusammen!

Ich bin neu hier und wollte mich ein bisschen erkundigen.

Die MPU bereitet mir doch ein bisschen Angst, wodurch ich sie auch schon seit einigen Jahren vor mir herschiebe. Ich hoffe ihr könnt mir helfen und mich unterstützen.

Mein erstes Vergehen war am Januar 2012 (gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr) Führerschein eingezogen.

und mein zweites war am Januar 2016 (Trunkenheit im Straßenverkehr, mit dem Fahrrad 2,15 Promille) zu dem Zeitpunkt keinen Führerschein mehr gehabt.

Ich habe mein Leben mittlerweile grundlegend geändert und auch einen Abstinenznachweis gemacht über 1 Jahr (der letzte jetzt war November). Auch habe ich alles aufgearbeitet durch das Forum und Eigeninitative.

Bis jetzt schiebe ich die MPU auf, weil ich schon immer Prüfungsangst hatte.

Meine Fragen:

Was sind meine nächsten Schritte? Zur FFS und beantragen? Was benötige ich da? Einfach einen Personalausweis? Wie lange dauert das?

Sind das bei mir 2 Fragestellungen? Also Alkohol und Straftaten? Was meint ihr? Die Brücke zwischen den beiden Taten fehlt mir ein bisschen nämlich... ich kann die Taten erklären aber sind zwei unterschiedliche Gründe...

DAS macht mir Angst... dass das soviel unterschiedliche Sachen zusammengespielt haben... und das eine ewige Befragung wird mit 2 versch. Fragestellungen... das wird ja eine halbe Doktorarbeit abfrage :O

Ihr merkt schon, diese Prüfungsangst vernebelt mir leider die komplette Sicht und macht viele leichte Dinge sehr schwer.

Sollte ich hier einen Alkohol UND Straftaten FB ausfüllen?

Vllt. kann mir jemand ein bisschen Anleitung geben, was zu tun wäre jetzt. Wäre lieb :)
 

Nancy

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Hallo Hilfesucher,

begrüße dich im Forum.
Mein erstes Vergehen war am Januar 2012 (gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr) Führerschein eingezogen.
Ich bin in diesen Dingen nicht ganz so bewandert (hoffe aber das sich noch ein kundigerer User zu Wort meldet), von daher kann ich nicht genau sagen ob diese Straftat bereits nach 5 Jahren getilgt worden ist, oder ob es hier eine 10-jährige Frist gibt. Es kommt wohl auch ganz darauf an, um welches Delikt es sich da genau gehandelt hat.


Hier kann man ein wenig nachlesen (letzter Absatz):

Am sichersten wäre es, wenn du dir mal einen Auszug aus dem FAER einholst, da stehen alle deine "Untaten" mit Tilgungsfristen drin:

Kontaktformular FAER

Meine Fragen:

Was sind meine nächsten Schritte? Zur FFS und beantragen? Was benötige ich da? Einfach einen Personalausweis? Wie lange dauert das?
Ja, beantragen ist der nächste Schritt. Allerdings dauert die Bearbeitung idR mind. 6-8 Wochen. D.h., bis es zur MPU kommt wird noch einige Zeit vergehen. Darum musst du deinen AN unbedingt weiterführen, da die Lücke keinesfalls zu groß werden darf! Ginge bei dir eine Haaranalyse?

Unterlagen für die Neuerteilung

Der Link muss ggl. überarbeitet werden, da er wohl nicht mehr in allen Punkten aktuell ist. So ist z.B. seit dem 1.3.2019 ein "Erste Hilfe" Kurs notwendig:

Erste Hilfe Kurs bei Neuerteilung

Sollte ich hier einen Alkohol UND Straftaten FB ausfüllen?
Fülle bitte auf jeden Fall beide Profilfragebögen aus...:smiley138:
 

Hilfesucher1

Neuer Benutzer
Danke Nancy für deine professionelle Antworten. Da werd ich mich gleich dran setzen. :) vielen Dank dir! Und frohes neues nachträglich.
 

Hilfesucher1

Neuer Benutzer
Hallo Nancy nochmal kurze Frage zur FAER. Stehen da ALLE meine Untaten drin?

Also brauche ich keine Einsicht in die Führerscheinakten, weil dort tatsächlich alles drinsteht?
 

Nancy

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Hallo Hilfesucher,

im FAER sind alle Delikte aufgeführt die i-wie mit dem Straßenverkehr zusammenhängen. Sollte es noch weitere "Vorfälle" außerhalb des SV gegeben haben, sind diese nicht darin zu finden. Auch Strafbefehle, Polizeiberichte etc. sind nur in der FS-Akte enthalten.

Wir hier im Forum raten daher auf jeden Fall dazu in die FS-Akte zu sehen und zwar am besten wenn sie versandbereit für das MPI ist, denn erst dann ist alles enthalten was der Gutachter zu sehen bekommt...
 

Hilfesucher1

Neuer Benutzer
Sorry für die lange Antwort, war dienstlich im Ausland. Nun folgendes:

FB Verkehr/Straftaten

Zur Person

Geschlecht: M
Alter: 31

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 03.10.2011

Sie fuhren am 03.10.2011 gegen 17:20 Uhr gemeinsam mit einem Mittäter mit dem PKW die Kreisverbindungsstraße zwischen ******** und ********, zur gleichen Zeit fuhr auch dort eine Fahrradfahrerin. Als Sie die Fahrradfahrerin bemerkt und überholt hatten, hielten Sie kurz danach in einem Waldweg an und beschlossen der jungen Frau im Vorbeifahren einmal auf das Gesäß zu schlagen. Die Idee hierzu stammte von Ihnen. Zur Durchführung des Plans fuhren Sie mit stark verlangsamter Geschwindigkeit ganz an der Fahrradfahrerin vorbei und der Mittäter schlug der Frau durch das geöffnete Fenster einmal gegen die Körperseite. Obwohl die Fahrradfahrerin hierdurch für Sie erkennbar erschrak und dies auch bekundete, beschlossen Sie, da Sie mit dem Erfolg Ihrer Maßnahme nicht hinreichend zufrieden waren, erneut an der Frau vorbeizufahren und Ihr wiederrum, diesmal mit Schwung/Kraft gegen das Hinterteil zu schlagen. Hierzu fuhren Sie zunächst in einen Waldweg und sodann wiederrum mit reduzierter Geschwindigkeit dicht an der Radfahrerin vorbei, wobei der Mittäter der Frau durch das geöffnete Fenster mit Wucht gegen das Gesäß schlug. Wie Sie hätten erkennen können und müssen, hatte die Frau hierdurch erhebliche Schwierigkeiten ihr Fahrrad auf der Straße zu halten und konnte nur mit Glück einen Sturz vermeiden. Auch erlitt die Frau durch den zweiten Schlag einen heftigen Schmerz im Gesäß. Aufgrund dieser Tat wurde Ihnen durch das Amtsgericht ****** Entscheidung vom 28.02.2012 Az.: 9 Ds 912 Js 140233/12, die Fahrerlaubnis entzogen. Eine Sperre bis 27.08.2012 wurde verhängt.


Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: vor 9 Jahren
Strafbefehl schon bekommen: Ja
Dauer der Sperrfrist: Bereits abgelaufen : (28.02.2012 – 27.08.2012)

Führerschein
Hab ich noch: Hatte ich damals noch, ja
Hab ich abgegeben: Ja damals dann beim Gericht / der Richter hat ihn entgegen genommen.
Hab ich neu beantragt: Damals ja, aber MPU nicht gemacht (Antrag wurde abgelehnt)
Habe noch keinen gemacht:

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: 2. Verstöße Dieses hier und Alkohol (Siehe unten)
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): (siehe unten)

Bundesland: Bayern

Aufarbeitung
Psychologe/Verkehrspsychologe: Nein
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: Nein

MPU
Datum:
Welche Stelle (MPI):
Schon bezahlt?:

Schon eine MPU gehabt?: Nein
Wer hat das Gutachten gesehen?:
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?:

Altlasten
Punkte oder sonstige Straftaten:

Keine



___________________________________________________________________________________________________________________________________________________________


FB Alkohol

Zur Person
Geschlecht: M
Größe: 1,72 cm
Gewicht: 88 KG
Alter: 31 Jahre

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 29.01.2016 (03:50 Uhr)
BAK: 2,15 Promille
Trinkbeginn: Problem, es ist zu lange her.
Trinkende: Problem es ist zu lange her, warsch. Gegen 03:30 Uhr morgens
Uhrzeit der Blutabnahme: 04:26 Uhr





Desweiteren.......
(Die zwei Sachen stehen untereinander, mit der Frau und das mit dem Alkohol) fuhren Sie nach Mitteilung der Polizeiinspektion ******* am 29.01.2016 gegen 03:50 Uhr mit einem Fahrrad auf der Hauptstraße in ******, Höhe ******, Ecke *******, obwohl Sie infolge vorangegangenen Alkoholkonsum fahruntüchtig waren. Eine bei Ihnen am 29.01.2016 und 04:26 Uhr entnommene Blutprobe ergab eine Blutalkoholkonzentration von 2,15 Promille. Daraufhin wurden Sie durch das Landratsamt ******* aufgefordert ein postives Gutachten beizubringen, das die enstandenen Zweifel an der Eignung zum Führen von fahrerlaubnisfreien Fahrzeugen ausräumen sollte. Nachdem Sie das geforderte Gutachten nicht vorlegen konnten, wurde Ihnen mit Bescheid vom 15.06.2016 durh das Landratsamt ******* das Führen von fahrerlaubnisfreien Fahrzeugen untersagt.

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: Nein vor 4 Jahren
Strafbefehl schon bekommen: Ja damals
Dauer der Sperrfrist: Hatte derzeit keinen Führerschein

Führerschein
Hab ich noch: Nein
Hab ich abgegeben: Ja beim Amtsgericht (siehe 1. Straftat)
Hab ich neu beantragt:
Habe noch keinen gemacht:

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: Ja, siehe erste Straftat
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): (Siehe unten)

Bundesland: Bayern


Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: Nein
Ich lebe abstinent seit: Ja, seit 3 Jahren (nachgewiesen 1 Jahr und 3 Monate)

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: Ja
Urinscreening ja/nein: Nein
Keinen Plan?:

Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: Nein

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: Nein
Selbsthilfegruppe (SHG): Nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: Nein
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: Nein
Ambulante/stationäre Therapie: Nein
Keine Ahnung:

MPU
Datum: Steht noch nicht fest. Antrag ist gestellt, MPU muss ich mich jetzt anmelden
Welche Stelle (MPI):
Schon bezahlt?:
Schon eine MPU gehabt?
Wer hat das Gutachten gesehen?:
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?:

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten:





Ja, siehe erste Straftat

_______________________________________________________________________________________________________________________________________________________


Fragestellungen:


Ist trotz der aktenkundigen erheblichen Straftaten im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr zu erwarten, dass Herr ******* künftig nicht erheblich oder wiederholt gegen verkehrsrechtliche Bestimmungen verstoßen wird?


Ist zu erwarten, dass Herr ****** zukünftig ein
fahrerlaubnisfreies Fahrzeug unter Alkoholeinfluss führen wird?


Kann durch Auflagen, oder Beschränkungen gewährleistet werden, dass Herr ****** das Führen eines fahrleraubnisfreien Fahrzeuges und einen die Fahrsicherheit beeinträchtigenden
Alkoholkonsum hinreichend sicher trennen kann?


Ist zu erwarten, dass Herr ****** auch zukünftig ein
Kraftfahrzeug unter Alkoholeinfluss führen wird?


(Die Unterschiede hab ich dick markiert)
 

Nancy

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Hallo Hilfesucher,

du solltest dich jetzt weiter dransetzen und den Fragebogen für eine Alkohol-MPU ausfüllen.

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 29.01.2016 (03:50 Uhr)
BAK: 2,15 Promille
Trinkbeginn: Problem, es ist zu lange her.
Trinkende: Problem es ist zu lange her, warsch. Gegen 03:30 Uhr morgens
Uhrzeit der Blutabnahme: 04:26 Uhr
Das ist eher schlecht, da es für die Trinkmengenberechnung wichtig wäre. Sollte der GA da genauer hinterfragen und du sagst ihm "...das es einfach zu lange her ist", könnte dies als fehlende Selbstreflexion angesehen werden...

Bekommst du denn noch zusammen was und wieviel du getrunken hast?

Zu der anderen Sache:

Ich bin unsicher ob der verkehrsrechtliche FB in deinem Fall richtig ist. Vllt. ist es das Beste wenn du erstmal mit eigenen Worten schilderst wie das Ganze abgelaufen ist. Die Sache ist jetzt über 8 Jahre her, versuche dich trotzdem so gut wie möglich zu erinnern...

Edit: Hattest du dir eigentlich einen Auszug aus dem FAER kommen lassen (wegen der Tilgungsfrist), oder "nur" in deine FS-Akte gesehen?
 

Hilfesucher1

Neuer Benutzer
Hallo Nancy,

sorry für die lange Antwort.

Also in die FS Akte habe ich gesehen. Da standen die 2 Vergehen drin. Wegen FAER habe ich noch nicht reingesehen. Aber ich gehe stark davon aus, dass das bei mir noch paar Jährchen dauert. Die Frau meinte bei der FS einsicht meinte, dass beide Sachen aufjedenfall noch drin stehen und lange drinstehen bleiben werden.

Naja gut.

Zur ersten Tat habe ich mich ein bisschen eingelesen und da der verkehrsrechtlichte FB wohl nicht in Frage kommt, versuche ich es mit eigenen Worten auszudrücken:

Das mit dem offenen Reden kann ich , es ist einfach eine Art leitfaden, an dem ich mich entlang hangel, was ich noch weiß von damals und wie das abgelaufen ist.


03.10.2011, das war ein Tag nach meinem Geburtstag am 02.10.2011.
An diesem Tag, rief mich mein damals bester Kumpel an und schlug mir vor, mich nach meiner und seiner Arbeit, zum Essen einzuladen in einem guten Restaurant in ********

Kurz vor 17 Uhr kam mein damaliger Freund zu mir und wir unterhielten uns kurz über meinen Geburtstag, was wir denn noch zu geplant hätten. Auch bot er mir damals an, mit seinem neuen Fiat fahren zu dürfen, welcher ein Heiligtum für ihn war. Natürlich freute ich mich sehr darüber. Um kurz nach 17 Uhr fuhren wir los, in Richtung des besagten Restaurants. Schon auf dem Weg dahin, welcher uns durch ein paar Dörfer führte, pfiffen wir hübschen Frauen hinterher und machten auf uns aufmerksam. Wir wollten dadurch auffallen, unser selbstbewusstsein stärken und wir dachten, es imponiert den Frauen, womit wir natürlich völlig falsch lagen. Auch für mich war es wichtig, den harten Kerl zu markieren, da mein Selbstbewusstsein damals nicht das beste war.

Als wir auf halber Strecke waren auf einer Landstraße fiel mir eine hübsche Fahrradfahrerin auf der rechten Seite des Fahrbahnrandes auf. Meine Motivation damals? Machtdemonstration, ihr zu zeigen okay, wir haben sozuasgen die macht, wir sind die harten Kerle. Ich stupste meinen Kumpel an und sagte zu ihm: Wetten, du traust dich nicht der Frau auf den Hintern zu hauen?

Er versuchte auch im ersten Moment, von der Idee abzusehen und sagte: Komm lass es, fahren wir zu dem Restaurant.
Das reichte mir damals aber nicht, dieser Gedanke hatte sich in mir fest gebissen. Ich wollte damals etwas verrücktes machen, mich auf die Frau aufmerksam machen, Konsquenzen und Gefahren waren mir zu diesem Zeitpunkt völlig egal.

Ich stichelte meinen Freund weiter an: Komm trau dich doch! Er stimmte im Nachinein ein und ich reduzierte meine Geschwindigkeit. Er streckte sich aus dem Fenster, wobei er jedoch angeschnallt war und sich nicht komplett hinaustrecken konnte. Er striff die Frau mit der Hand und kam durch das Fenster wieder rein.

Darauf meinte er: ok mist, nicht geklappt, lass uns weiterfahren.
Aber auch das reichte mir nicht. Es war mir in dem Moment so wichtig, dass er ihr Gesäß berührte und das mit Erfolg. Ich selber hätte mich das nicht getraut, dementsprechend überließ ich das meinem Kumpel.

Dieser Gedanke ließ mich einfach nicht los.

Ich fuhr ein Stück vorraus und hielt in einem nahegelegenen Waldstück und wartete bis die Frau daran vorbei fuhr. Mein Kumpel meinte damals schon zu mir: Alter, was machst du? Komm lass gut sein, fahren wir, kein bock mehr.

Ich ließ jedoch nicht locker. Weiter stichelte ich: Komm, du hast es nicht geschafft, probier es wengisten noch 1 mal.

Wieder ließ er sich dazu überreden.

Dieses Ventil es der Frauenwelt zu zeigen, diesen Selbstfrust auf sie zu projezieren, zu zeigen, dass ich etwas wert bin und machen kann was ich will.
Für sie war es damals ernste Realität und Angst. Für mich war es einfach nur meinen Kopfdurchzusetzen ohne Rücksicht auf Konsquenzen oder Verluste.

Nachdem sie uns überholt hatte, fuhr ich langsam aus dem Waldstück und holte auf. Ich reduzierte meine Geschwindigkeit wieder und fuhr neben ihr. Sie blickte schon ziemlich genervt und erschrocken.


Wieder streckte er sich aus dem Fenster und er schlug mit der Flachen hand auf ihr Gesäß. Er erwischte sie. Ich hatte meine Befriedigung. Er schlug auch mit mir ein, wir lachten und fuhren dann richtung Restaurant. Wärend wir weg fuhren, schrie sie noch: Hey!!!!

Als wir gerade beim Essen waren in dem Restaurant, rief die Mutter meines Kumpels an und sagte wir sollen doch sofort nachhause kommen. Die polizei wäre da und muss mit uns sprechen.


Damals kam es zu keine Einsicht meinerseits. "Ich hab doch nichts falsches getan"" warum stellen sich alle so an?"

Es hat Jahre gebraucht, um zu realisieren was ich da eigentlich getan habe. Was für eine dumme idiotische und egoisitische Aktion das war. Vorallem was für eine gefährliche. Wäre sie gestürzt oder unter die Räder gekommen, man mag es sich nicht ausmalen. Auch einer Fremden Frau einfach aus dem nichts soetwas anzutun, entzieht sich meiner Verständnis. Wieso macht man sowas???

Auch mit den Fragen habe ich mich oft auseinandergesetzt:

"Was hat sie zu so einer Tat getrieben?"

Für mich war es damals Machtdemonstration. Meine erste Freundin hat mich für jemand anderen verlassen, ich habe viel Abweisung erlebt, da ich etwas korpulenter war zu dem Zeitpunkt und nicht auf mich geachtet habe. Es war auch Frustration. Keine Freundin zu haben, keine die sich für mich interessiert. Im nachhinein habe ich dafür vollstes Verständnis. All diese Gefühle und auch meine Minderwertigkeitskomplexe und niedriges Selbstwertgefühl das sich seit meiner Adoption verfolgt hat, ich wollte jemand sein. Ich wollte beachtet werden.


so soviel mal zu diesem Thema...
 

Hilfesucher1

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Ich habe immer noch folgendes Problem zu meiner TF, ich hab keien Ahnung wie ich auf 2,15 Promille gekommen bin. Ich muss ja gesoffen haben wie ein Loch o_O...

Es ist Jahre her, ich kann mich daran nicht erinnern. Wie kann ich da weiter machen? Kann mir jemand ein Tipp geben?
 

Hilfesucher1

Neuer Benutzer
Bzw. inwie weitmuss ich das erklären?

Es ist jetzt 4 Jahre her und ich war wirklich betrunken. Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass ich viel Bier getrunken und Schnaps, aber wieviel von was? Das weiß ich schlicht weg nicht mehr.

Trinkbeginn war irgendwann Abends.

Das hat nix mit fehlender Selbstreflektion zu tun. Ich sitze stundenlang teilweise da und recherchiere, aber ich weiß nicht wann ich begonnen habe und wann aufgehört. Der übermäßige Alkoholkonsum und die Zeit... es fehlt mir da einfach an Erinnerung. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich das dem Gutachter erklären könnte? ich kann erklären wie ich dazu gekommen bin, wie alles kam aber der Tattag, der Hergang... fehlt mir einfach ...
 

Hilfesucher1

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Bzw. ich habe noch vereinzelt Bilder im Kopf und auch dass Bier dabei war. aber ob ich damals um 17 uhr begonnen habe oder erst um 20 Uhr...ob ich bereits um 02:00 aufgehört habe oder um 03:00 Uhr?

Mir ist völlig bewusst was ich getan habe, dementsprechend lebe ich auch abstinent habe mein Leben geändert. Aber diese eine Tag. Ich weiß, dass ich mit Freunden in die Bars bin. Warum? Es gab keinen bestimmten anlass. Wir waren feiern. Dann bin ich aus der Bar raus und aufs Fahrrad gestiegen und heimgefahren.

Aber die Trinkmenge, was von wieviel... wann angefangen wann aufgehört... ich kanns einfach nicht wiederspiegeln....

Macht mir echt zu schaffen ://
 

Hilfesucher1

Neuer Benutzer
Auch die Trinkmenge 2,15 Promille. Ich würde heute warsch. tot umfallen....

Ich habe den Profilbogen soweit ausgefüllt, soweit ich kann und auch mir gedanken gemacht, recherchiert, aber ich sitz geschlagene 2 Monate dran und weiß nicht, wie ich das mit dem Tathergang beschreiben soll. Irgendwie ist da nix. Keine Erinnerung mehr (warsch. auch wegen dem hohen Alkoholkonsum)

Ich weiß nur ich bin auf's Fahrrad gestiegen und betrunken gefahren... Aber ich versuche es mal und stell den Fragebogen dann hier rein.
 

arcr11

Erfahrener Benutzer
Also zunächst mal, solltest du nicht alle drei Minuten neue Beiträge erstellen.
Du kannst den vorherigen bearbeiten.

In Deinem Fall ist also eine doppelte Fragestellung der Fall? Dies wird Dann wohl mit deinem ersten vergehen zusammen hängen, welches 10jahre in der akte verbleibt.
Und wenn du unterschiedliche Gründe hattest, gib sie auch so an. Alles andere wäre falsch und nicht zielführend.
Den FAER kannst du einfach hier beantragen


Dies solltest du am Besten umgehend erledigen, das kann von schnell bis lange unterschiedlich dauern und ist kostenlos ( einmal innerhalb 12 Monate).

Bzgl deiner trinkmenge- damit musst du dich auseinandersetzen und ein "ist zu lange her" wird dir nicht helfen, solltest du deinen Schein wieder haben wollen.

Bzw. inwie weitmuss ich das erklären?

Es ist jetzt 4 Jahre her und ich war wirklich betrunken. Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass ich viel Bier getrunken und Schnaps, aber wieviel von was? Das weiß ich schlicht weg nicht mehr.

Trinkbeginn war irgendwann Abends.

Das hat nix mit fehlender Selbstreflektion zu tun. Ich sitze stundenlang teilweise da und recherchiere, aber ich weiß nicht wann ich begonnen habe und wann aufgehört. Der übermäßige Alkoholkonsum und die Zeit... es fehlt mir da einfach an Erinnerung. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich das dem Gutachter erklären könnte? ich kann erklären wie ich dazu gekommen bin, wie alles kam aber der Tattag, der Hergang... fehlt mir einfach ...
Bzgl deiner trinkmenge- damit musst du dich auseinandersetzen und ein "ist zu lange her" wird dir nicht helfen, solltest du deinen Schein wieder haben wollen.

Nimm in dem Falle eine Beratungsstelle in Anspruch, arbeite die Sache durch. Ich denke, das es immer noch besser ist in deinem Fall, das du dort erarbeitest wie dieser Wert zustande kommen kann (!) und es dann entsprechend zur mpu parat hast.
Sofern du wirklich gar nichts mehr davon weißt ( Freunde von damals frage o.ä?!), wäre so zumindest eine plausible Erklärung vorhanden und der Eindruck, daß du das ganze gut reflektiert hast.

Zusätzlich solltest du dir andere Themen und Fragebogen hierzu ansehen. Dort wirst du sicher raus finden, wie sowas zustande kommen kann. Und dann würde ich für keinen Fall, mich daran orientieren, was ich damals so im Regelfall getrunken hatte etc.. Und so ergibt sich dann auch eine sinnvolle Erklärung.
Das erfordert dementsprechend einiges an Arbeit von dir, ist in dieser Situation aber unumgänglich denke ich.

Stell den Fragebogen mal rein. Wir gucken drüber und geben dir entsprechende Hinweise etc..
 

Hilfesucher1

Neuer Benutzer
Danke erstmal für eure ausführlichen Antworten.
Hier mal der Fragebogen. Die ersten 2 Fragen habe ich mal ausgelassen. Grund wieso, ist ja bekannt, siehe oben.


Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(Wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?

Insgesamt wollte ich 1 ½ km fahren. Aufgestiegen und gefahren bin ich um die 100 Meter.

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)

Nein. Es hat mich gedreht und mir war schlecht. Ich wollte so schnell wie möglich Nachhause. Es hat mich schon gedreht wie im Karusell beim Laufen.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Ich weiß noch, dass ich mir überlegt habe, dass ich es in diesem Zustand niemals Nachhause schaffe (12 km). Ich bin dann mit dem Fahrrad Richtung Bahnhof gelaufen um von da aus mit dem Zug nachhause zu fahren, da meine Eltern nicht weit vom Heimat Bahnhof gewohnt haben. Zum Bahnhof waren es ca 1 ½ km. Mir war kalt, schlecht und unwohl und ich wollte so schnell wie möglich Nachhause. Dann bin ich auf das Fahrrad gestiegen und über die Hauptstraße in Schlangenlinien Richtung Bahnhof gefahren.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?

Ja, manchmal. Durch unsichere Fahrweisen und lautes Singen.

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

Oft. Ich denke dadurch wird klar, dass ich durch meine Unaufälligkeit den Alkohol sehr gewöhnt war und da mir schon hätte auffallen müssen, dass das nicht normal ist.

Exploration


8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)

Das war zu Schulzeiten. Da war ich 14 oder 15. Damals mit ein paar Schulkollegen im Schullandheim in Weißenburg. Einer meine Schulkollegen hatte ein paar Bier von seinem Vater dabei, versteckt in der Tasche. Jeder durfte probieren. Es war war widerlich, daran erinnere ich mich.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?

Ich war lange nicht mehr unterwegs, aber dann vor 12 Jahren, als ich meinen damaligen besten Kumpel wieder traf, begann der Konsum stetig mit 2 – 3 Bier pro Tag. Dann ging es auch mal in die Diskotheken oder Clubs am Wochenende an denen es dann mehr wurde. 2 – 3 Bier Abends, im Club, 2 – 3 Bier und Schnäpse. So gewöhnte ich mich an den Alkohol immer mehr über die Jahre.
und seit 4 Jahren nun nicht mehr.


10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

Eigentlich jeden Tag min. 2 – 3 Bier im Heizungskeller, in welchem der Vater seinen Biervorrat hatte. Außer mein bester Kumpel hatte mal keine Zeit, dann nicht.

11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Überwiegend mit meinem besten Freund, bzw. Freunden „die eigentlich keine waren“ meist eine handvoll, 3 – 4 Personen.

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)
Meine Inneren Motive waren mein Selbstbewusstein zu stärken. Mich zu bestärken, indem ich jemand BIN. Gehofft dadurch meine Probleme lockerer und besser bewältigen zu können wie bswp. Eine Freundin zu finden. Mir mehr Mut zuzusprechen und offener zu sein.


Meine Äußeren Motive waren Anschluss zu finden. Anerkennung und Respekt. „Freunde“ zu finden, als jemand wahrgenommen werden, der ich eigentlich nicht bin. Zu zeigen, dass auch ich STÄRKE besitze.


13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)

Ich wurde mutiger. Mein Selbstbewusstsein stieg schon bei wenig Alkoholkonsum drastisch an. Meine Minderwertigkeitskomplexe verschwanden und ich konnte plötzlich viel mehr reden und war offener. Es gab mir ein gutes Gefühl „jemand zu sein“ Bei viel Alkohol konnte ich quasi die Welt erobern. Nichts war mir zu schwierig, ich überlegte Arzt zu werden oder Mathematik zu studieren. Ich wollte Weltreisen machen ich konnte lachen und war ein KOMPLETT anderer Mensch.

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie
darauf reagiert?

Es war für viele ein „normalzustand“ „Der hat eh keine Chance“ Meine damaligen Freunde waren selbst betroffen und hatten keine Kontrolle über ihren Alkoholkonsum. Sie hätten Hilfe gebraucht. Auch hatte ich keine Freundin und mein damalig BESTER Freund, war selbst der Überzeugung Alkohol ist die Lösung für alles. Hinweise gab es wenig und auch wenn, ich hätte sie sehr warsch. ignoriert oder abgetan.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Es war schlimm. Man hat sich damals von mir abgewendet. Leute konnten sich nicht mehr auf mich verlassen, haben mich teilweise deswegen gemobbt. „Du bist ein Alkoholiker“ Nach dem Motto du bist nichts wert. Ich hatte keine Zeit mehr für meine damaligen „Freunde“. Ich habe immer weniger Zeit mit meinem Bruder und meiner Familie verbracht, weil ich es als „nicht sinnvoll“ erachtet habe und die Arbeitslosigkeit, dieser „keinen Ausweg“ haben, hat sich immer mehr in die Länge gezogen. Ein Teufelskreis aus Selbsthass, Selbstzweifel, Angst vor dem Alleine sein, Zurückweisung und erneuten Alkoholkonsum.

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.

Nein, der Konsum hat sich langsam gesteigert und seinen Höhepunkt vor 4 Jahren erreicht.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Ja, natürlich. Desöfteren.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Nein, es gab nie einen Anlass dafür.

19. In welcher Kategorie eines Alkohol trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)
Ich war damals Alkoholabhängig und habe Alkoholmissbrauch betrieben. Damals war ich eine egoistische, selbstsüchtige und rücksichtslose Person, die auf Werte verzichtet hat. Die als Konfliktlösung den Alkohol gebraucht hat auch um ihren Selbstwert und Selbstbewusstsein zu definieren können.

Heute sehe ich mich als Person, die durch viele Rückschläge gelernt hat, sich ihren Ängsten zu stellen, Problemen nicht mehr aus dem Weg zu gehen und die Lösung zu suchen indem man sich seinen Problemen stellt. Auch als Person, die gelernt hat mit ihrem Leben verantwortungsvoll umzugehen, sich selbst lieben gelernt hat und weiß, dass sie auch ohne Alkohol ihren Weg meistern kann.

Heute und in Zukunft


20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Nein

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?
Erst ein Jahr später nach meine TF, habe ich es geschafft, langsam aber sicher Abstinent zu werden. Mein letzter Alkoholkonsum war Anfang 2017

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
Nein

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
Ich habe nach meiner TF damit begonnen, als sich meine Familie und meine neu dazugewonnen Freunde sich von mir abgewendet haben. Sachen wie „Selbst schuld“ „Vllt. brauchst du einen Betreuer“ „Du solltest mal in den Knast um über dein Leben nachzudenken Junge!!“ gaben mir den Rest. Ich habe gelernt, dass Selbstbewusstsein nicht durch Alkohol zu stärken, sondern mir ein eigenes gutes Selbstbewusstsein aufzubauen. Ich habe oft gemerkt, wie gefährlich Alkohol sein kann. Durch meinen Sport, durch meine Freundin, durch meine Freunde und mein ganzes Umfeld habe ich gelernt, mich nicht verstellen zu müssen. Dass ich jemand bin. Dass ich ein gutes Leben führen kann und meine Probleme anders lösen kann. Durch strukturte Analyse und Selbstreflektion.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?
Meine Probleme damals haben mich beherrscht. Für mich war der Alkohol ein selbstverständlicher Problemlöser vor der TF. Er löst alles, er kann alles. Dadurch bist du ein mutiger und neuer Mensch. Ich musste erst durch meine TF erkennen, dass er vieles auch verschlimmern kann. Dass er tiefe Wunden reist und heimtükisch ist. Ich hatte auch keinen Rückhalt, weder von meiner Familie noch hatte ich eine Freundin. Für mich gab es keine Gründe mich selbstzureflektieren oder zu hinterfragen. Vllt. auch weil ich das Gefühl hatte, aufgegeben worden zu sein von anderen.


25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Zu Anfang war es sehr schwierig, weil der tägliche Alkoholkonsum mein Leben bestimmt hat. Mein Selbstbewusstsein und meinen Charakter. Es war schwer davon loszukommen. Ich habe nach meiner TF begonnen auf Alkohol zu verzichten, weil es wie ein Warnschuss für mich war. Es war schwierig, aber es gelang mir. Ich musste die Umstellung über viele Monate inweg vollziehen. Ich habe gemerkt, dass zu Anfang mein Selbstbewusstsein schwindet und mein Mut. Dass etwas hervorkam, das ich so nicht kannte. Mein wahres „ich“ Ich wusste nicht wer das war und sah mich seit langem mit einer fremden Person konfrontiert. Jedoch einer Person, die offen war, ehrlich und lieb. Es viel mir schwer und ich wurde desöfteren Rückfällig. Aber in mir drin war eine Überzeugung, dass ich es so nicht weiterhin schaffe. Dass ich durch den Alkohol mein Leben zerstöre. Es hat mich viel Kraft gekostet und Überwindung, aber letztendlich habe ich in ein erfülltes Leben geblickt.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?
Es geht mir deutlich besser, seitdem ich auf Alkohol verzichte. Sowohl pyschisch als auch physisch geht es mir deutlich besser. Ich konzentriere mich auf meinen Sport (kampfsport), ich halte Dinge besser aus, bin konzentrierter und auch ausgeglichener. Ich kann mich deutlich besser selbstreflektieren und mit konfliktsituationen umgehen. Meine Eltern, meine Freundin meine neuen freunde sehen in mir einen ganz neuen ausgeglichenen Menschen, der seine Prioritäten kennt und sich selbst gut reflektieren kann. Ich habe viele neue Freunde kennengelernt durch meine neue offene Art. Durch mein neues Selbstbewusstsein. Auch habe ich meine Freundin kennengelernt nach dem Alkohol und insgesamt ein viel besseres Leben.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
(Ist das nicht die selbe Frage lt. 28)
Ich habe mein Leben gefestigt. Ich bin befinde mich nicht mehr in der Arbeitslosigkeit, habe eine Freundin, einen Job mit Verantwortung über Menschen, in welchem auch ich mich selbst immer wieder reflektieren muss und meine Verhaltensweisen überdenken. Ich habe über die vielen Jahre hinweg gelernt, auf Alkohol zu verzichten, mich selbst erprobt (indem ich in Clubs gegangen bin und soziale Kontakte in denen viel Alkohol getrunken habe) Ich habe gelernt „nein“ zu sagen. Meine Verhaltensweisen, mein Charakter und meine Gewohnheiten auf ein gesundes Leben ohne Alkohol umstrukturiert.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
Theoretisch ja, es ist nie ganz auszuschließen. Aber ich habe mein Leben mittlerweile so verfestigt, stehe mit beiden Beinen im Leben und habe über lange Zeit gelernt, ohne Alkohol zu leben, dass eine Rückfallgefahr so gut wie ausgeschlossen ist.

(mit Begründung)

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

Ich trinke keinen Alkohol mehr.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?

Dass ich die Dinge die ich getan habe, bis heute bereue und bis weit in die Zukunft bereuen werde.
 
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arcr11

Erfahrener Benutzer
Die ersten 2 Fragen habe ich mal ausgelassen. Grund wieso, ist ja bekannt, siehe oben.
Wirst du dem gutachter genauso begegnen? Wenn er dich erneut nach etwas fragt, einfach weg lassen oder kommt dann "hab ich schon beantwortet"?


5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Ich weiß noch, dass ich mir überlegt habe, dass ich es in diesem Zustand niemals Nachhause schaffe (12 km). Ich bin dann mit dem Fahrrad Richtung Bahnhof gelaufen um von da aus mit dem Zug nachhause zu fahren, da meine Eltern nicht weit vom Heimat Bahnhof gewohnt haben. Zum Bahnhof waren es ca 1 ½ km. Mir war kalt, schlecht und unwohl und ich wollte so schnell wie möglich Nachhause. Dann bin ich auf das Fahrrad gestiegen und über die Hauptstraße in Schlangenlinien Richtung Bahnhof gefahren.
Du weichst der Frage aus, bzw antwortest nicht drauf. Deine Antwort hat nichts mit der Fragestellung zu tun.


9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?

Ich war lange nicht mehr unterwegs, aber dann vor 12 Jahren, als ich meinen damaligen besten Kumpel wieder traf, begann der Konsum stetig mit 2 – 3 Bier pro Tag. Dann ging es auch mal in die Diskotheken oder Clubs am Wochenende an denen es dann mehr wurde. 2 – 3 Bier Abends, im Club, 2 – 3 Bier und Schnäpse. So gewöhnte ich mich an den Alkohol immer mehr über die Jahre.
und seit 4 Jahren nun nicht mehr.
Hier wäre, zumindest meiner Auffassung nach, eine insgesamt bessere Beschreibung nötig.
Wie hat sich der Konsum in den letzten Jahren entwickelt? Steht nichts von, ausser, seit 4 Jahren nicht mehr.
Das ist keine konkrete Aussage und wird den GA nicht überzeugen.


10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

Eigentlich jeden Tag min. 2 – 3 Bier im Heizungskeller, in welchem der Vater seinen Biervorrat hatte. Außer mein bester Kumpel hatte mal keine Zeit, dann nicht.
Dasselbe Probleme, zu ungenau.


11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Überwiegend mit meinem besten Freund, bzw. Freunden „die eigentlich keine waren“ meist eine handvoll, 3 – 4 Personen.
Wo?


13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)

Ich wurde mutiger. Mein Selbstbewusstsein stieg schon bei wenig Alkoholkonsum drastisch an. Meine Minderwertigkeitskomplexe verschwanden und ich konnte plötzlich viel mehr reden und war offener. Es gab mir ein gutes Gefühl „jemand zu sein“ Bei viel Alkohol konnte ich quasi die Welt erobern. Nichts war mir zu schwierig, ich überlegte Arzt zu werden oder Mathematik zu studieren. Ich wollte Weltreisen machen ich konnte lachen und war ein KOMPLETT anderer Mensch.
Und bei viel Alkohol?

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.

Nein, der Konsum hat sich langsam gesteigert und seinen Höhepunkt vor 4 Jahren erreicht.
Also ja- stand heute!
Früher war es deutlich weniger als Heute. Wie du weiter unten schreibst, trinkst du aktuell gar nicht mehr.
Genau das meinte ich weiter oben schon. Du kannst nicht einfach Dinge weg lassen, nur weil sie schon gefragt wurden etc..
Genau das wird dir das Genick brechen. Die werden defintiv fragen mehr als einmal gestellt, und sei es in leicht abgewandelter Form. Die hast du dann genau wie beim ersten Mal ausführlich zu beantworten.

Bzgl Frage 23 und allgemein- komm von diesem "ich muss wer sein" Getue runter.
Das ist Schwachsinn und juckt niemanden. Sei wer du bist und punkt. Irgendwem zeigen zu wollen, du bist "wer" ist Schwachsinn.
Das solltest du im GA Gespräch denke ich ebenfalls weg lassen. Als frühere Intention, OK. War ja nun mal so.
Aber heute hast du dich verändert und du legst keinen Wert auf sowas.
Und auch das du immer wieder die nicht vorhandene Freundin vorschiebst- erwähne dies einmal in der ausführlichen Aussage der Gründe. Dann lass es beiseite. Soziale Kontakte waren ja in einem gewissen Umfang vorhanden ( ob gut oder schlecht ist erst irrelevant). Darauf solltest du dich nicht so versteifen.



25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Zu Anfang war es sehr schwierig, weil der tägliche Alkoholkonsum mein Leben bestimmt hat. Mein Selbstbewusstsein und meinen Charakter. Es war schwer davon loszukommen. Ich habe nach meiner TF begonnen auf Alkohol zu verzichten, weil es wie ein Warnschuss für mich war. Es war schwierig, aber es gelang mir. Ich musste die Umstellung über viele Monate inweg vollziehen. Ich habe gemerkt, dass zu Anfang mein Selbstbewusstsein schwindet und mein Mut. Dass etwas hervorkam, das ich so nicht kannte. Mein wahres „ich“ Ich wusste nicht wer das war und sah mich seit langem mit einer fremden Person konfrontiert. Jedoch einer Person, die offen war, ehrlich und lieb. Es viel mir schwer und ich wurde desöfteren Rückfällig. Aber in mir drin war eine Überzeugung, dass ich es so nicht weiterhin schaffe. Dass ich durch den Alkohol mein Leben zerstöre. Es hat mich viel Kraft gekostet und Überwindung, aber letztendlich habe ich in ein erfülltes Leben geblickt.
Wie hast du es denn geschafft? Darauf gehst du irgendwie nicht ein. Hattest du Hilfe? Therapien? Hobbys? Usw. Viel Text, aber keine Aussage oder Inhalt zur Frage.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
(Ist das nicht die selbe Frage lt. 28
Nein. Wie willst du es vermeiden in Zukunft?
Und
Kannst du dir vorstellen, daß es doch mal Schief geht mit den guten Vorsätzen?
Auf Frage 28 hast du genau richtig geantwortet.
Wir sind Menschen, Menschen machen Fehler. Nur vlt nicht mehr so massive, wie früher mal.
Was willst du mit der ( Begründung) sagen?


Bei der letzten Frage könntest du evtl noch mal sagen, daß du dich nun gefestigter und besser fühlst etc. Quasi eine mini zusammen Fassung? Scheint manchem ga durchaus zu gefallen.

Wie du siehst, habe ich ausschließlich Dinge raus gesucht, die mir negativ aufgefallen sind
Hast du denn mittlerweile mal andere Fb und Themen gelesen?
 

Hilfesucher1

Neuer Benutzer
arcr11

Vielen Dank für deine Rückmeldung. Ich sehe schon das Problem. Zu ungenau!

Ich habe es jetzt beim Antwort schreiben hier und jetzt gerade gemerkt. Ich wollte auf deine Frage "Hast du denn mittlerweile mal andere Fb und Themen gelesen" ausweichen. Eine Erklärung suchen. Ich hab nämlich bisher sehr wenig darin gelesen. Mir das nicht eingestehen, nicht soviel rechechiert zu haben hier im Forum.

Langsam ergibt das Ganze ein Puzzle. Ich merke es auch oft bei Diskussionen, dass ich ausweiche, abweiche. Genau aber das war auch immer meine Strategie früher. Alkohol nehmen und sich den Problemen nicht stellen. Ausweichen. Umgehen. Vermeiden.

Du hast mir aufjedenfall ein bisschen die Augen geöffnet! Danke dafür! Ich weiß, dass noch ein langer Weg vor mir liegt. Aber ich bin überzeugt, mit den richtigen Ansätzen und Formulierungen, das Ganze zu schaffen. Denn: Ich habe mein Leben tatsächlich geändert. Es wirklich so erklären und darzulegen. Schwierig. Erschwerend hinzu kommt: Der Tathergang an diesem Tag.

Aber nun gut, ich werde mir aufjedenfall Hilfe holen.


Danke dir schonmal für deine Mühe :).
 

MPU Jung

Benutzer
Hallo @Hilfesucher1 . Ich habe jetzt noch nicht alles gelesen... aber Ich rate Ihnen, dass Sie sich mal mit Hilfe der Widmark-Formel allerlei Szenarien ausrechnen, wie Sie auf Ihren Promillewert kommen. Beachten Sie dabei auch den zeitlichen Faktor und das Resorptionsdefizit.
Sie können die MPU auch bestehen ohne zu wissen wie es genau zu den Werten kam und kein Gutachter geht davon aus, dass Sie ein Konsumtagebuch geschrieben haben. Es ist für jeden Menschen vollkommen klar (und erst recht für einen Psychologen), dass Sie nach solch einer langen Zeit nicht mehr wissen was Sie getrunken haben. Auch wird man Ihnen da jetzt keine mangelnde Reflexion vorwerfen aber der Gutachter wird es als sehr positiv bewerten wenn sich ausgerechnet haben wie es hätte sein können. Das zeigt, wie ernst Sie es meinen, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.
Zu Ihrer Angst kann Ich Ihnen sagen, dass eine MPU nicht dem entspricht was man vielerorts so hört. Es gibt für Sie wirklich keinen Grund zur Sorge, wenn Sie Ihr Verhalten wirklich verändert haben, einsichtig sind und klare positive Ziele für die Zukunft haben.
Von dem her, was ich jetzt von Ihnen gelesen habe sehe ich da auf jeden Fall eine positive Tendenz.
MfG
Realname aus Anonymitätsgründen entfernt *Nancy*
 
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Hilfesucher1

Neuer Benutzer
Hallo Herr Jung,

das ist GENAU das was ich lesen wollte. Positive und aufmunternde Worte, aber auch Ansätze wie ich damit arbeiten kann.
Mein Leben hab ich geändert. Es hat Jahre gedauert. Deswegen auch erst JETZT die MPU, weil ich der Meinung bin, dass die Verhaltens und Charakteränderung JAHRE braucht und ich mittlerweile es auch geschafft habe. Nach einem Jahr, hätte ich keine Chance gehabt.

Ich musste erst Jahre daran arbeiten, mit ein neues Leben aufzubauen, vom Alkohol wegzukommen, Perspektiven und Ziele im Leben aufbauen.
Ich habe einen tollen neuen Job gefunden mit Verantwortung aus der Arbeitslosigkeit. Mich hochgearbeitet zum Gruppenleiter. Mich vom Alkohol distanziert, indem ich auf Cola, Wasser und Wasser mit Geschmack umgestiegen bin. Ich habe eine tolle Freundin gefunden, mit der ich nun Jahre zusammen bin. Einen kleinen Hund adoptiert, auch ein Lebewesen über das ich Verantwortung übernommen hab. Von Zuhause ausgezogen, eine eigene Wohnung auch hier Verantwortung übernommen. Ich habe mit Sport angefangen, ernähre mich gesund und das Rauchen aufgegeben. von 110 KG auf 80 KG.

Die Verlobung steht an, das erste Kind (Daran wird gearbeitet *hust Hust*) Der Wunsch ist da. Nach einem Haus wird sich umgesehen... Finanziell stehe ich so gut da wie nie zuvor...

Aber die MPU... das macht mir zu schaffen. Der Führerschein... mein einziges Ziel... das einfach immer von mir wegrennt, wenn ich es packen will.

ich denke, ich habe die Jahre über auch mich von meiner Vergangenheit distanziert. Ich bin der Meinung, nein ich weiß! Ich kann ein Fahrzeug sicher und verantwortungsvoll führen zu können. Es würde mir nicht im Traum einfallen, nochmals damals zurück auf die schiefe Bahn zu geraten. Ich habe lange gekämpft dafür.

Eben sich mit der Vergangenheit so intensiv auseinader zu setzen. Das was man hat hinter sich gelassen... ist schwierig. Ich möchte es teilweise garnicht. Aber es bleibt mir nix anderes übrig.

Mal sehen was ich von dem Tag vor 4 Jahren noch weiß. Und von dem Tag vor 9 Jahren... Es wäre als hätte mein Hirn all das gelöscht und sich auf die Zukunft konzentriert. Schon der Gedanke daran, wieso man soviel säuft, erschließt sich mir nicht... WOZU?? und vorallem so sinnlos ohne Rücksicht auf Verluste und Konsquenzen...

Naja... Danke für eure Aufmunternde Antworten und Hoffnungen :) Ich arbeite weiter daran, versuche es in Worte zu fassen aufzuschreiben, mich NOCH intensiver damit auseinander zu setzen... die Strafbefehle durchzulesen... die Dinge in die Hand zu nehmen fühlt sich immer falsch an... Das war ich??? Das hab ICH getan??

Auch Familie und Freunde sagen immer: Never ever! Das kannst du unmöglich getan haben! Schau dich an! Neee, das trau ich dir niemals zu! Haha, vorallem jemand wie DU, so lieb und Freundlich und zuvorkommen, hilfsbereit... DU ?? ^^

Danke euch wie gesagt nochmal! ich werde den FB überarbeiten und auch die Zusammenhänge, WIE ES DAZU KAM, was eine Rolle spielte, wie sich das ganze zusammensetzt.
 
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