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MPU wegen Besitz und Konsum diverser Drogen und Cannabis Abhängigkeit

Tom0815

Neuer Benutzer
Hallo, liebe Forenmitglieder. Ich will eine MPU machen, da ich den Führerschein abgeben musste, weil meine Fahreignung aufgrund des Besitzes einer nicht geringen Menge Cannabis, Ecstasy, LSD und Pilzen und wegen des Konsums einiger dieser Substanzen angezweifelt wird.


Zur Person
Geschlecht: männlich
Alter: 40

Was ist passiert?
Konsum der Drogensorten: Cannabis, Amphetamin, MDMA, GBL
Besitz von: Cannabis, Amphetamin, Methamphetamin, MDMA, LSD, Pilze, Rohopium

Konsumform (Dauer und Häufigkeit je Substanz): Über Jahre hinweg Cannabis, Probierkontakte mit Amphetamin, MDMA, GBL

Datum der Auffälligkeit: September 2022

Drogenbefund
Blutwerte: 1 ng/ml THC, 11 ng/ml THC-COOH à Ordnungswidrigkeit (THC-Wert) wurde eingestellt à Strafverfahren wegen Besitz wurde der Führerscheinstelle gemeldet à MPU-Anordnung
Schnelltest: -
Beim Kauf erwischt: -
Nur daneben gestanden: -

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: nein
Polizei hat sich mit den Blutwerten gemeldet: ja
Verfahren gegen Bußgeld eingestellt: nein.

Verurteilt: ja, wegen Drogenbesitz in nicht geringer Menge von verschiedenen Drogen
Strafe abgebüßt: nein, 1 ½ Jahre, ausgesetzt zu 3 Jahren auf Bewährung

Führerschein
Hab ich noch: nein
Hab ich abgegeben: ja
Hab ich neu beantragt: ja
Habe noch keinen gemacht: -

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: BtMG Besitz
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): Liegt eine Abhängigkeit von Betäubungsmitteln i.S. des BtMG oder anderen psychoaktiven Stoffen vor oder nimmt … BtM i.S.d. BtMG oder andere psychoaktive Stoffe ein, die die Fahreignung nach Anlage 4 der FeV infrage stellen?
Bundesland: -

Konsum
Ich konsumiere noch: nein
letzter Konsum: Im Oktober 2023 (einmaliger Rückfall)

Abstinenznachweis
Haaranalyse: nein
Urinscreen: Standarddrogen über 15 Monate. Bisher sieben Urinscreenings (alle negativ)

Keinen Plan: -

Aufarbeitung
Drogenberatung: Vor Beginn der ambulanten Entwöhnungstherapie vier Einheiten

Selbsthilfegruppe (SHG): -
Psychologe: -
Ambulante/stationäre Therapie: 120 Einheiten bzw. 1 ½ Jahre ambulante Entwöhnungstherapie wegen THC + Nikotin
Keine Ahnung: -

MPU
Datum: Ende März 2024
Welche Stelle (MPI): -
Schon bezahlt?: ja
Schon gehabt?: nein
Wer hat das Gutachten gesehen?: -
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: -

Altlasten
Bist du Rückfalltäter?: nein

Text auf Wunsch des Users aktualisiert *Nancy*
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Anbei mein ausgefüllter MPU Fragebogen:

Vorgeschichte:

1. Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?

Mit 14 über das Buch: Wir Kinder vom Bahnhofzoo. Hier kann ich mich an die Erwähnung von Haschisch, Heroin und irgendwelchen Beruhigungstabletten erinnern.

2. Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
Haschisch gemischt mit Tabak im Sommer 1998.

3. Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)

Cannabiskonsum:

Sommer 1998
Erster Konsum mit einem Freund aus Neugier.

1999
Im Freundeskreis wurde immer öfter gekifft und ich wollte auch dazugehören und habe weitere Erfahrungen mit Cannabis gesammelt. Die Wirkung habe ich als entspannend erlebt.

ab 2000
Schleichende Entwicklung zu regelmäßigem, teilweise täglichem Konsum von 0,1–0,5 Gramm am Abend, überwiegend zum Einschlafen. Am Wochenende teilweise auch tagsüber.

Rückblickend war Cannabis für mich ein funktionales Mittel zum Einschlafen und zur Emotionsregulation. Es entwickelte sich eine Konditionierung. Ich habe Stress, innere Unruhe und Konflikte nicht aktiv bearbeitet, sondern mich sediert.

2011
Beginn des Eigenanbaus von Cannabis. Parallel wuchs mein Interesse an psychoaktiven Substanzen, ohne dass diese konsumiert wurden. Ich habe die erste Ecstasy-Tablette von einer flüchtig bekannten Person auf einer Party geschenkt bekommen, aufbewahrt aber nicht konsumiert.

Konsum anderer Drogen:
2008
1x auf einer Party mit einem Freund Amphetamin ausprobiert. Die Menge kann ich nicht genau sagen. Es waren drei Lines im Laufe des Abends. Ich war sehr aufgedreht und fühlte mich überstimuliert. Ich konnte anschließend etwa zwei Tage nicht richtig schlafen, trotz anschließendem Cannabiskonsum. Insgesamt fand ich das nicht schön.

2012
3x Konsum von GBL zum Einschlafen, dann nicht weiter konsumiert.

2015
Häufiger Besuch von Technoveranstaltungen, dort war ich nüchtern tanzen, aber die Neugier um andere Drogen wuchs. Weiterhin abendlicher Cannabiskonsum zum Einschlafen. Mir wurden andere Substanzen angeboten, die ich aber nicht konsumierte. Parallel entwickelte sich eine Sammel- und Beschäftigungsthematik rund um Substanzen, ohne Mehrstoffkonsum.

2016, 2017 und 2018
Jeweils 1x Ecstasy auf einem Festival. Beim letzten Konsum 2018 fühlte ich mich vier Tage lang leer und depressiv. Das Gefühl war schrecklich. Ich dachte, es hört gar nicht mehr auf. Anschließend habe ich keine Drogen außer Cannabis mehr angerührt.

Mir ist bewusst, dass gerade diese Aufzählung problematisch wirken kann. Entscheidend ist für mich aber, dass sich daraus kein weiteres Konsummuster entwickelt hat. Mein problematischer und abhängiger Konsum betraf ausschließlich Cannabis und genau dieses Verhalten habe ich therapeutisch aufgearbeitet und beendet

Methamphetamin, LSD, Pilze, Rohopium wurden von mir nicht konsumiert. Diese Substanzen befanden sich unter den sichergestellten Substanzen.

Rückblickend zeigt dies meine damalige problematische Drogenaffinität und fehlende innere Abgrenzung. Allein der Besitz war Ausdruck meiner unklaren Haltung gegenüber Betäubungsmitteln.

Heute besteht keinerlei Interesse oder gedankliche Beschäftigung mehr mit solchen Substanzen.

Wendepunkt
September 2022
Es kam aufgrund eines Verdachts, der nicht mit BtMG zu tun hatte, zu einer Hausdurchsuchung.

Die Hausdurchsuchung war der äußere Auslöser. Der eigentliche Wendepunkt war die Erkenntnis, dass mein langjähriger Konsum mein Leben strukturell beeinflusst hatte: Schlaf, Stressbewältigung, Ehrlichkeit gegenüber Familie und Partnerin.


Ich suchte aktiv Hilfe und entschied mich für eine ambulante Entwöhnungstherapie. Seit September 2022 lebe ich abstinent, es gab einen einmaligen Rückfall im Oktober 2023. Hier habe ich meine Stabilität überschätzt und eine Hochrisikosituation nicht konsequent vermieden. Den Rückfall habe ich offen aufgearbeitet, in der Therapie analysiert und meine Strategien zur Rückfallprophylaxe erweitert.

Seitdem bin ich stabil abstinent.

Durch den Konsumstopp und die Gespräche mit der Therapeutin konnte ich psychische Probleme aufarbeiten. Auch habe ich mich mit vielen Techniken, wie Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, verschiedenen Meditationsarten und Achtsamkeitstraining praktisch beschäftigt. Ich wollte ja schon immer einfach nur zur Ruhe kommen, gut einschlafen und aktiver sein. Nun habe ich hierfür nicht nur eine Methode wie den Konsum, sondern viele, die viel nachhaltiger sind.

Dies ließ mich total aufblühen. Auf der Arbeit bewarb ich mich erfolgreich auf eine höherwertige Position, deren Aufgaben mir sehr gefallen. Vor dem Einschlafen lese oder meditiere ich und kann so schnell einschlafen. Stresssituationen erkenne ich bewusst und kann diese mit mehreren Methoden sicher meistern.

4. Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
Nein. Bereits mein erster Kontakt mit Alkohol war sehr negativ. Ich habe zwar noch einige Male danach bei besonderen Ereignissen bis zu 3 Bier getrunken. Seit Mitte zwanzig trinke ich bewusst keinen Alkohol mehr.

5. Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
Alkohol habe ich bis Mitte Zwanzig zu besonderen Anlässen wie Silvester, Hochzeiten oder Geburtstagen getrunken. Es waren dann ein bis drei Gläser Bier oder ein Glas Sekt zum Anstoßen. Seit vielen Jahren habe ich keinen Alkoholkonsum mehr.

6. Sonstige Suchtmitteleinnahme?
Keine. Kaffee nur selten.

7. Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
Ja. Als negative Folgen zeigten sich schleichend: Antriebslosigkeit, emotionale Abstumpfung, Schlafprobleme in Form, dass ich wenig träumte und oft nicht durchschlief. Ich hatte soziale Probleme in Beziehungen oder bei Freunden durch fehlende Offenheit bzw. Verheimlichung des Konsums. Ich hatte auch gesundheitliche Probleme in Form von Raucherhusten.

8. Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
Ja. Die Abhängigkeit wurde lange unterschätzt. Cannabis wurde als Entlastung erlebt, die langfristigen psychischen Folgen habe ich verdrängt.

9. Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
Nach der Hausdurchsuchung wurde ein Test gemacht. Ich hatte 1 ng/ml aktives THC, 11 ng/ml Abbauwert.

10. Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
Ca. 0,3 Gramm Cannabis pro Abend und insgesamt ca. 2 Gramm über die Woche.

11. Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
Am Vorabend ein kleiner Joint mit etwa 0,2 g Cannabis.

12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
Der Cannabiskonsum war funktional und diente dem Einschlafen.

13. Wie sind Sie auffällig geworden?
Durch eine Hausdurchsuchung.

14. Was war der Zweck der Fahrt?
Ich wurde vor Fahrtantritt nach der Arbeit auf dem Parkplatz durchsucht und dann zur Hausdurchsuchung mitgenommen.

15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?
Es kam nicht zur Fahrt.

16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?
Mir war nicht bewusst, dass der aktive Wert selbst nach 24 Stunden bei dem geringen Konsum noch bei 1 ng liegt. Ich habe mich damals auf mein Gefühl verlassen und das Risiko unterschätzt – unabhängig von Grenzwerten. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass die Nachwirkungen bei Cannabis und anderen Substanzen, die ich konsumiert habe, schwer abschätzbar sind und bis zu einigen Tagen anhalten können, in denen meine Wahrnehmung, Konzentration und Einschätzungsvermögen unvorhersehbar beeinträchtigt sein können. Ich bin oft am nächsten Tag nach dem Cannabiskonsum wieder Auto gefahren, was nicht verantwortungsvoll war.

17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
Ich hatte mir damals eine vermeintliche Regel gesetzt, mindestens 8 Stunden nicht zu fahren, wenn ich konsumiert hatte. Heute weiß ich, dass dies falsch und nicht ausreichend war, da nach diesem Zeitraum die Aufmerksamkeit nicht sicher hergestellt ist.

18. Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
Weil man unter Cannabis-Einfluss auf jeden Fall in seiner Reaktionsfähigkeit und der Fähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu analysieren eingeschränkt ist. Bei Amphetamin und Ecstasy neigt man neben den schon genannten Dingen dazu, sich zu überschätzen, fährt riskant und kann Gefahrensituationen falsch einschätzen und reagiert aufgrund der Überstimulation falsch.

19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?
Die akute Wirkung hält je nach Substanz mehrere Stunden an. Nachwirkung und Restbeeinträchtigung kann 1-2 Tage dauern. Eine sichere Einschätzung der individuellen Nachwirkungen bzw. Restbeeinträchtigung ist für mich im Nachhinein nicht möglich. Deshalb kommt für mich auch nur eine vollständige Abstinenz in Frage.

20. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?
Nein. Im Laufe des Jahres 2023 habe ich die Kontakte schrittweise und konsequent beendet. Mir war bewusst, dass ein drogenbezogenes Umfeld ein Risikofaktor für Rückfälle darstellt. Heute besteht kein Kontakt mehr zu Personen, mit denen ich früher konsumiert habe.

----------------------------------------------------------
Warum ist es passiert?

21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Drogenkonsum?

Anfangs spielte das Bedürfnis nach Zugehörigkeit eine Rolle. Später wurde Cannabis für mich zu einem funktionalen Mittel zum Einschlafen und zur Stressregulation.
Ich habe emotionale Belastungen, Konflikte und innere Unruhe nicht aktiv bearbeitet, sondern über den Konsum reguliert. Rückblickend war das eine Vermeidungsstrategie.

22. Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
Die damaligen Freunde, die ebenfalls konsumierten, äußerten keine kritische Meinung dazu. Meine Partnerin und meine Familie und auch Freunde, die nicht konsumierten, standen dem sehr kritisch gegenüber. Beziehungen sind daran gescheitert. Meine Familie habe ich angelogen und gesagt, dass ich aufgehört habe. Die Gerichtsverhandlung nach dem Drogenfund habe ich auch noch verleugnet vor meiner Familie. Nachdem dann fast ein Jahr später der Führerscheinentzug folgte, habe ich mich geöffnet, da ich nicht weiter lügen wollte und von meinen Fehlern inklusive der Hausdurchsuchung erzählt. Sie waren natürlich sehr erschreckt, haben sich anfangs auch selbst Vorwürfe gemacht, mir die Offenheit aber hoch angerechnet. Die Gespräche mit meinen Eltern und meiner Schwester haben mir bei der Aufarbeitung sehr geholfen.

23. Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?
Ja. Stresssituationen und Konflikte. Im Nachhinein weiß ich, dass dies der falsche Weg war und ich habe gelernt, Verantwortung für meine Probleme zu übernehmen und diese bewusst anzugehen. Durch regelmäßiges Achtsamkeitstraining habe ich gelernt, rechtzeitig emotionale Veränderungen zu erkennen.

24. Haben Sie sich an jemanden um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden?
Ja, ich bin zur Suchtberatung gegangen, habe 1 ½ Jahre eine ambulante Entwöhnungstherapie gemacht und auch meine Partnerin hat mich sehr unterstützt.

25. Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
Nein.

26. Hatten Sie Konsumpausen/ -spitzen? Warum? Wann?
Es gab Pausen sowie Spitzen. Die längste Pause war ein halbes Jahr vor der Bundeswehr und ein halbes Jahr als ich mit einer Freundin zusammenkam. Spitzen waren auf jeden Fall in der Schulzeit vor dem Beginn der Ausbildung und in Zeiten als ich viel Stress hatte und dies als Mittel zum Stressabbau missbraucht habe.

27. Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?
Ich habe die Substanz verharmlost. Später entwickelte ich eine Konditionierung in Bezug auf Stressbewältigung und Schlafregulation zu Cannabis. Später entwickelte sich daraus eine psychische Abhängigkeit.

28. Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?
Ja. Ich war von Cannabis und Nikotin abhängig. Für mich kommt daher nur eine strikte Abstinenz von allen Substanzen in Frage.

29. Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis und anderen Drogen Konsum umzugehen?
Überhaupt kein Konsum mehr. Für mich ist kein kontrollierter Konsum möglich.

Wieso passiert das nicht wieder?
Ich habe reflektiert, was die Ursachen waren als ich konsumiert habe. Nämlich, dass ich es als Schlafmittel missbraucht habe und um Stress abzuwenden oder negative Gefühle zu verdrängen. Als Maßnahmen kann ich hier Sachen nennen, wie das abendliche Lesen als Einschlafritual, Atemübungen, Meditations- bzw. Achtsamkeitstechniken, Sport und auch das Reden mit vertrauten Personen über Situationen, die mich belasten.

30. Hätten Sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?
Ja, definitiv. Wenn ich früher Verantwortung für meine Probleme übernommen hätte und mir Hilfe gesucht hätte. Aktiv Entspannungstechniken ausprobiert hätte. Wenn ich mich früher mit meinen Problemen beschäftigt und diese nicht nur verdrängt hätte. Wenn ich früher offen darüber geredet hätte, statt es zu verheimlichen und mir gegebenenfalls professionelle Hilfe gesucht hätte.

31. Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?
Die Hausdurchsuchung war ein Wendepunkt und hat mir vor Augen geführt, dass dies kein verantwortungsvolles, sondern grenzüberschreitendes Verhalten in Bezug auf Drogen war. Dies hat mir auch vor Augen geführt, welche Risiken und welchem Stress ich mich dadurch ausgesetzt habe. Mir war klar, dass ich mich strafrechtlich in eine sehr ernste Lage gebracht hatte. Vor allem aber habe ich erkannt, dass der Konsum mir kurzfristig etwas vorgespiegelt hat, langfristig aber deutlich mehr genommen als gegeben. Diese Erkenntnis war entscheidend für meine Abstinenzentscheidung.

32. Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)
Der erste Tag nach der Hausdurchsuchung. Ich war zwar sehr geschockt und hatte riesige Angst alles zu verlieren, auf der anderen Seite war ich froh, dass alles so passiert ist und der ganze Mist endlich ein Ende hatte.

33. Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht gelegentlicher Konsum in Betracht?
Mir ist bewusst, dass für mich kein kontrollierter, also nur alle paar Wochen stattfindender Konsum möglich ist. Ich habe es mehrfach erlebt, wie ich dann schleichend wieder in eine Sucht verfallen bin. Und wie schon gesagt, es hat mir viel genommen und nichts gegeben.

34. Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?
Ich habe seitdem viel mehr Energie, schlafe nachdem ich wesentlich bessere Methoden zum Einschlafen gefunden habe meist durch und vor allem habe ich wieder regelmäßig Träume im Schlaf. Ich habe eine höhere Leistungsfähigkeit. Auch auf der Arbeit bin ich aufgeblüht und habe mich schon im März 2023 erfolgreich auf eine anspruchsvollere Stelle beworben.

35. Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
An erster Stelle mein Wille, meine Freundin durch Unterstützung und Lob. Auch das Aufarbeiten meiner Vergangenheit und aktuellen Probleme bzw. Ängste bei der ambulanten Entwöhnungstherapie war eine Hilfe.

36. Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?
Ausschließlich positiv.

37. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?
Ich habe die Kontakte nach einem halben Jahr nach dem Ereignis zu diesen Personen vollständig abgebrochen.

38. Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?
Ja, auf dem ersten Geburtstag nach der Hausdurchsuchung, ich habe diejenige vor die Tür dafür geschickt und es hat mich dann auch nicht weiter getriggert. Beim nächsten Geburtstag war diese Person nicht mehr anwesend bzw. ich habe sie nicht mehr eingeladen.

39. Wie haben Sie in Zukunft vor mit dem Konsum umzugehen?
Da ich meine psychische und physische Gesundheit nicht nochmal gefährden möchte, werde ich von allen Substanzen abstinent bleiben.

40. Haben Sie zu Hause Drogen?
Nein.

41. Wie wollen Sie es gegebenenfalls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
Ich habe aber das Risiko der langen Wirkdauer von Cannabis und anderen Drogen unterschätzt. Heute fahre ich nur noch nüchtern, mit klarer Haltung und ohne jede Grauzone. Eine Trennung zwischen Konsum und Fahren stellt sich nicht mehr, da ich abstinent lebe.

42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?

Ein erstes Warnsignal ist für mich, dass ich emotional stark angespannt werde und mich gedanklich festfahre. Ich merke dann, dass bestimmte Gedanken immer wieder auftauchen und ich innerlich unruhig werde.
Körperlich zeigt sich das oft durch eine flachere oder schnellere Atmung. Diese Signale nehme ich heute bewusst wahr und reagiere frühzeitig, bevor sich daraus Stress oder Vermeidungsverhalten entwickelt.
Was das Einschlafen angeht, war dies noch nie so gut wie heute, da ich auf verschiedene Methoden zurückgreifen kann.

43. Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?
Ich trinke gar nicht. Ich habe kein Verlangen danach, da es mir noch nie wirklich was gegeben hat. Dies ist zudem eine bewusste Entscheidung, da ich Abstand von allen psychoaktiven Substanzen halte.


In dem Fragebogen gehe ich hauptsächlich auf Cannabis ein, da sich hier eine Abhängigkeit entwickelt hat. Der Konsum von GBL, Amphetamin und MDMA fand nur einige Male statt und es entwickelte sich kein weiteres Konsummuster.

Bei Amphetamin und MDMA war es Neugier und der Wunsch nach intensiven Gefühlen, was ich heute als problematisch und grenzwertig einordne.

Fragt mich aber auch gerne hierzu weitere kritische Fragen oder gebt mir eine Rückmeldung, ob ich dies stärker einbauen soll oder mit welchen Fragen ich mich noch einmal intensiver beschäftigen soll.

Text auf Wunsch des Users aktualisiert *Nancy*
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Schön, dass du hier gelandet bist :smiley138:

Mir sind einige Dinge noch nicht klar:

Die Fragestellung ist keine MPU-Fragestellung, sondern eine äG-Fragestellung.
Dann steht da aber „MPU März 2024“…
Welche Briefe kamen in welcher Zeit von der FEB, und wie hast du bzw. die FEB auf sie jeweils reagiert ?

Dann erscheinen mir für „Drogenbesitz in nicht geringer Menge“ 18 Monate Haft / 3 Jahre auf Bewährung sehr..äh..hart.
Ist Besitz oder Handel der Tatbestand gewesen ?
Oder gibt es eine strafrechtlich relevante Vorgeschichte ?
Was genau heißt in dem Fall „nicht gering“ ?
Das ist ja ein sehr weites Feld…

Hast du den Konsum vor Gericht zugegeben ?
Wenn, welchen ?
Du hortest doch nicht 7 verschiedene Substanzen, ohne sie entweder zu konsumieren oder zu verkaufen…?

Warum gab es die HD ?
Wenn sie nichts wegen des Verstoßes gegen das BtMG war…

Aus meiner Sicht fehlen relevante Informationen, um dir überhaupt helfen zu können.
 
Hallo Karl-Heinz,

danke, dass du dir die Zeit nimmst mir zu helfen.

Zu deinen Fragen:
In dem Schreiben der Führerscheinstelle steht, dass ich ein Gutachten einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung vorzulegen habe.
Der Brief ging mir im Dezember 2024 zu.

Der Tatbestand lautete Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Die konkreten Mengen möchte ich hier nicht öffentlich nennen.
Den Konsum von Cannabis, MDMA und Amphetamin habe ich vor Gericht zugegeben, jedoch wurde er im Urteil nicht erwähnt.
Den Konsum von Cannabis und GBL habe ich bei einer polizeilichen Aussage zugegeben. Diese Aussage ist in der Akte der Führerscheinstelle enthalten.

Die Hausdurchsuchung erfolgte aufgrund einer Falschbeschuldigung im Zusammenhang mit dem Jagdrecht.

Da mein ursprünglicher Beitrag Fehler enthielt, stelle ich ihn hier noch einmal in korrigierter Form ein.
 
Hallo, liebe Forenmitglieder. Ich will eine MPU machen, da ich den Führerschein abgeben musste, weil meine Fahreignung aufgrund des Besitzes einer nicht geringen Menge Cannabis, Ecstasy, LSD und Pilzen und wegen des Konsums einiger dieser Substanzen angezweifelt wird.


Zur Person
Geschlecht: männlich
Alter: 40

Was ist passiert?
Konsum der Drogensorten: Cannabis, Amphetamin, MDMA, GBL
Besitz von: Cannabis, Amphetamin, Methamphetamin, MDMA, LSD, Pilze, Rohopium
Konsumform (Dauer und Häufigkeit je Substanz): Über Jahre hinweg Cannabis, Probierkontakte mit Amphetamin, MDMA, GBL
Datum der Auffälligkeit: September 2022

Drogenbefund
Blutwerte: 1 ng/ml THC, 11 ng/ml THC-COOH -> Ordnungswidrigkeit (THC-Wert) wurde eingestellt -> Strafverfahren wegen Besitz wurde der Führerscheinstelle gemeldet à MPU-Anordnung
Schnelltest: -
Beim Kauf erwischt: -
Nur daneben gestanden: -

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: nein
Polizei hat sich mit den Blutwerten gemeldet: ja
Verfahren gegen Bußgeld eingestellt: nein.
Verurteilt: ja, wegen Drogenbesitz in nicht geringer Menge von verschiedenen Drogen
Strafe abgebüßt: nein, 1 ½ Jahre, ausgesetzt zu 3 Jahren auf Bewährung

Führerschein
Hab ich noch: nein
Hab ich abgegeben: ja
Hab ich neu beantragt: ja
Habe noch keinen gemacht: -

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: BtMG Besitz
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): Liegt eine Abhängigkeit von Betäubungsmitteln i.S. des BtMG oder anderen psychoaktiven Stoffen vor oder nimmt … BtM i.S.d. BtMG oder andere psychoaktive Stoffe ein, die die Fahreignung nach Anlage 4 der FeV infrage stellen?
Bundesland: -

Konsum
Ich konsumiere noch: nein
letzter Konsum: Im Oktober 2023 (einmaliger Rückfall)

Abstinenznachweis
Haaranalyse: nein
Urinscreen: Standarddrogen über 15 Monate. Bisher sieben Urinscreenings (alle negativ)
Keinen Plan: -

Aufarbeitung
Drogenberatung: Vor Beginn der ambulanten Entwöhnungstherapie vier Einheiten
Selbsthilfegruppe (SHG): -
Psychologe: -
Ambulante/stationäre Therapie: 120 Einheiten bzw. 1 ½ Jahre ambulante Entwöhnungstherapie wegen THC + Nikotin
Keine Ahnung: -

MPU
Datum: Ende März 2026
Welche Stelle (MPI): -
Schon bezahlt?: ja
Schon gehabt?: nein
Wer hat das Gutachten gesehen?: -
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: -

Altlasten
Bist du Rückfalltäter?: nein
 
Zuletzt bearbeitet:
Anbei mein ausgefüllter MPU Fragebogen:

Vorgeschichte:
1. Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?

Mit 14 über das Buch: Wir Kinder vom Bahnhofzoo. Hier kann ich mich an die Erwähnung von Haschisch, Heroin und irgendwelchen Beruhigungstabletten erinnern.

2. Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
Haschisch gemischt mit Tabak im Sommer 1998.

3. Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)

Cannabiskonsum:

Sommer 1998
Erster Konsum mit einem Freund aus Neugier.

1999
Im Freundeskreis wurde immer öfter gekifft und ich wollte auch dazugehören und habe weitere Erfahrungen mit Cannabis gesammelt. Die Wirkung habe ich als entspannend erlebt.

Ab 2000
Schleichende Entwicklung zu regelmäßigem, teilweise täglichem Konsum von 0,1–0,5 Gramm am Abend, überwiegend zum Einschlafen. Am Wochenende teilweise auch tagsüber.

Rückblickend war Cannabis für mich ein funktionales Mittel zum Einschlafen und zur Emotionsregulation. Es entwickelte sich eine Konditionierung. Ich habe Stress, innere Unruhe und Konflikte nicht aktiv bearbeitet, sondern mich sediert.

2011
Beginn des Eigenanbaus von Cannabis. Parallel wuchs mein Interesse an psychoaktiven Substanzen, ohne dass diese konsumiert wurden. Ich habe die erste Ecstasy-Tablette von einer flüchtig bekannten Person auf einer Party geschenkt bekommen, aufbewahrt aber nicht konsumiert.

Konsum anderer Drogen:
2008
1x auf einer Party mit einem Freund Amphetamin ausprobiert. Die genaue Menge kann ich nicht mehr benennen. Es waren drei Lines im Laufe des Abends. Ich war sehr aufgedreht und fühlte mich überstimuliert. Ich konnte anschließend etwa zwei Tage nicht richtig schlafen, trotz anschließendem Cannabiskonsum. Insgesamt fand ich das nicht schön.

2012
3x Konsum von GBL zum Einschlafen, dann nicht weiter konsumiert.

2015
Häufiger Besuch von Technoveranstaltungen, dort war ich nüchtern tanzen, aber die Neugier um andere Drogen wuchs. Weiterhin abendlicher Cannabiskonsum zum Einschlafen. Mir wurden andere Substanzen angeboten, die ich aber nicht konsumierte. Parallel entwickelte sich eine Sammel- und Beschäftigungsthematik rund um Substanzen, ohne Mehrstoffkonsum.

2016, 2017 und 2018
Jeweils 1x Ecstasy auf einem Festival. Beim letzten Konsum 2018 fühlte ich mich vier Tage lang leer und depressiv. Das Gefühl war schrecklich. Ich dachte, es hört gar nicht mehr auf. Anschließend habe ich keine Drogen außer Cannabis mehr angerührt.

Mir ist bewusst, dass gerade diese Aufzählung problematisch wirken kann. Entscheidend ist für mich aber, dass sich daraus kein weiteres Konsummuster entwickelt hat. Mein problematischer und abhängiger Konsum betraf ausschließlich Cannabis und genau dieses Verhalten habe ich therapeutisch aufgearbeitet und beendet.

Methamphetamin, LSD, Pilze, Rohopium wurden von mir nicht konsumiert. Diese Substanzen befanden sich unter den sichergestellten Substanzen.

Rückblickend zeigt dies meine damalige problematische Drogenaffinität und fehlende innere Abgrenzung. Allein der Besitz war Ausdruck meiner unklaren Haltung gegenüber Betäubungsmitteln.

Heute besteht keinerlei Interesse oder gedankliche Beschäftigung mehr mit solchen Substanzen.

Wendepunkt
September 2022
Es kam aufgrund eines Verdachts, der nicht mit BtMG zu tun hatte, zu einer Hausdurchsuchung.

Die Hausdurchsuchung war der äußere Auslöser. Der eigentliche Wendepunkt war die Erkenntnis, dass mein langjähriger Konsum mein Leben strukturell beeinflusst hatte: Schlaf, Stressbewältigung, Ehrlichkeit gegenüber Familie und Partnerin.

Ich suchte aktiv Hilfe und entschied mich für eine ambulante Entwöhnungstherapie. Seit September 2022 lebe ich abstinent, es gab einen einmaligen Rückfall im Oktober 2023. Hier habe ich meine Stabilität überschätzt und eine Hochrisikosituation nicht konsequent vermieden. Den Rückfall habe ich offen aufgearbeitet, in der Therapie analysiert und meine Strategien zur Rückfallprophylaxe erweitert.

Seitdem bin ich stabil abstinent.

Durch den Konsumstopp und die Gespräche mit der Therapeutin konnte ich psychische Probleme aufarbeiten. Auch habe ich mich mit vielen Techniken, wie Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, verschiedenen Meditationsarten und Achtsamkeitstraining praktisch beschäftigt. Ich wollte ja schon immer einfach nur zur Ruhe kommen, gut einschlafen und aktiver sein. Nun habe ich hierfür nicht nur eine Methode wie den Konsum, sondern viele, die viel nachhaltiger sind.

Dies ließ mich total aufblühen. Auf der Arbeit bewarb ich mich erfolgreich auf eine höherwertige Position, deren Aufgaben mir sehr gefallen. Vor dem Einschlafen lese oder meditiere ich und kann so schnell einschlafen. Stresssituationen erkenne ich bewusst und kann diese mit mehreren Methoden sicher meistern.

4. Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
Nein. Bereits mein erster Kontakt mit Alkohol war sehr negativ. Ich habe zwar noch einige Male danach bei besonderen Ereignissen bis zu 3 Bier getrunken. Seit Mitte zwanzig trinke ich bewusst keinen Alkohol mehr.

5. Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
Alkohol habe ich bis Mitte Zwanzig zu besonderen Anlässen wie Silvester, Hochzeiten oder Geburtstagen getrunken. Es waren dann ein bis drei Gläser Bier oder ein Glas Sekt zum Anstoßen. Seit vielen Jahren habe ich keinen Alkoholkonsum mehr.

6. Sonstige Suchtmitteleinnahme?
Keine. Kaffee nur selten.

7. Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
Ja. Als negative Folgen zeigten sich schleichend: Antriebslosigkeit, emotionale Abstumpfung, Schlafprobleme in Form, dass ich wenig träumte und oft nicht durchschlief. Ich hatte soziale Probleme in Beziehungen oder bei Freunden durch fehlende Offenheit bzw. Verheimlichung des Konsums. Ich hatte auch gesundheitliche Probleme in Form von Raucherhusten.

8. Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
Ja. Die Abhängigkeit wurde lange unterschätzt. Cannabis wurde als Entlastung erlebt, die langfristigen psychischen Folgen habe ich verdrängt.

9. Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
Nach der Hausdurchsuchung wurde ein Test gemacht. Ich hatte 1 ng/ml aktives THC, 11 ng/ml Abbauwert.

10. Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
Ca. 0,3 Gramm Cannabis pro Abend und insgesamt ca. 2 Gramm über die Woche.

11. Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
Am Vorabend ein kleiner Joint mit etwa 0,2 g Cannabis.

12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
Der Cannabiskonsum war funktional und diente dem Einschlafen.

13. Wie sind Sie auffällig geworden?
Durch eine Hausdurchsuchung.

14. Was war der Zweck der Fahrt?
Ich wurde vor Fahrtantritt nach der Arbeit auf dem Parkplatz durchsucht und dann zur Hausdurchsuchung mitgenommen.

15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?
Es kam nicht zur Fahrt.

16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?
Mir war nicht bewusst, dass der aktive Wert selbst nach 24 Stunden bei dem geringen Konsum noch bei 1 ng liegt. Ich habe mich damals auf mein Gefühl verlassen und das Risiko unterschätzt – unabhängig von Grenzwerten. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass die Nachwirkungen bei Cannabis und anderen Substanzen, die ich konsumiert habe, schwer abschätzbar sind und bis zu einigen Tagen anhalten können, in denen meine Wahrnehmung, Konzentration und Einschätzungsvermögen unvorhersehbar beeinträchtigt sein können. Ich bin oft am nächsten Tag nach dem Cannabiskonsum wieder Auto gefahren, was nicht verantwortungsvoll war.

17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
Ich hatte mir damals eine vermeintliche Regel gesetzt, mindestens 8 Stunden nicht zu fahren, wenn ich konsumiert hatte. Heute weiß ich, dass dies falsch und nicht ausreichend war, da nach diesem Zeitraum die Aufmerksamkeit nicht sicher hergestellt ist.

18. Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
Weil man unter Cannabis-Einfluss auf jeden Fall in seiner Reaktionsfähigkeit und der Fähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu analysieren eingeschränkt ist. Bei Amphetamin und Ecstasy neigt man neben den schon genannten Dingen dazu, sich zu überschätzen, fährt riskant und kann Gefahrensituationen falsch einschätzen und reagiert aufgrund der Überstimulation falsch.

19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?

Die akute Wirkung hält je nach Substanz mehrere Stunden an. Nachwirkungen und Restbeeinträchtigungen können 1-2 Tage dauern. Eine sichere Einschätzung der individuellen Nachwirkungen bzw. Restbeeinträchtigung ist für mich im Nachhinein nicht möglich. Deshalb kommt für mich auch nur eine vollständige Abstinenz in Frage.

20. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?
Nein. Im Laufe des Jahres 2023 habe ich die Kontakte schrittweise und konsequent beendet. Mir war bewusst, dass ein drogenbezogenes Umfeld ein Risikofaktor für Rückfälle darstellt. Heute besteht kein Kontakt mehr zu Personen, mit denen ich früher konsumiert habe.

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Warum ist es passiert?

21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Drogenkonsum?

Anfangs spielte das Bedürfnis nach Zugehörigkeit eine Rolle. Später wurde Cannabis für mich zu einem funktionalen Mittel zum Einschlafen und zur Stressregulation.
Ich habe emotionale Belastungen, Konflikte und innere Unruhe nicht aktiv bearbeitet, sondern über den Konsum reguliert. Rückblickend war das eine Vermeidungsstrategie.

22. Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
Die damaligen Freunde, die ebenfalls konsumierten, äußerten keine kritische Meinung dazu. Meine Partnerin und meine Familie und auch Freunde, die nicht konsumierten, standen dem sehr kritisch gegenüber. Beziehungen sind daran gescheitert. Meine Familie habe ich angelogen und gesagt, dass ich aufgehört habe. Die Gerichtsverhandlung nach dem Drogenfund habe ich auch noch verleugnet vor meiner Familie. Nachdem dann fast ein Jahr später der Führerscheinentzug folgte, habe ich mich geöffnet, da ich nicht weiter lügen wollte und von meinen Fehlern inklusive der Hausdurchsuchung erzählt. Sie waren natürlich sehr erschreckt, haben sich anfangs auch selbst Vorwürfe gemacht, mir die Offenheit aber hoch angerechnet. Die Gespräche mit meinen Eltern und meiner Schwester haben mir bei der Aufarbeitung sehr geholfen.

23. Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?
Ja. Stresssituationen und Konflikte. Im Nachhinein weiß ich, dass dies der falsche Weg war und ich habe gelernt, Verantwortung für meine Probleme zu übernehmen und diese bewusst anzugehen. Durch regelmäßiges Achtsamkeitstraining habe ich gelernt, rechtzeitig emotionale Veränderungen zu erkennen.

24. Haben Sie sich an jemanden um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden?
Ja, ich bin zur Suchtberatung gegangen, habe 1 ½ Jahre eine ambulante Entwöhnungstherapie gemacht und auch meine Partnerin hat mich sehr unterstützt.

25. Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
Nein.

26. Hatten Sie Konsumpausen/ -spitzen? Warum? Wann?
Es gab Pausen sowie Spitzen. Die längste Pause war ein halbes Jahr vor der Bundeswehr und ein halbes Jahr als ich mit einer Freundin zusammenkam. Spitzen waren auf jeden Fall in der Schulzeit vor dem Beginn der Ausbildung und in Zeiten als ich viel Stress hatte und dies als Mittel zum Stressabbau missbraucht habe.

27. Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?
Ich habe die Substanz verharmlost. Später entwickelte ich eine Konditionierung in Bezug auf Stressbewältigung und Schlafregulation zu Cannabis. Später entwickelte sich daraus eine psychische Abhängigkeit.

28. Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?
Ja. Ich war von Cannabis und Nikotin abhängig. Für mich kommt daher nur eine strikte Abstinenz von allen Substanzen in Frage.

29. Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis und anderen Drogen Konsum umzugehen?
Überhaupt kein Konsum mehr. Für mich ist kein kontrollierter Konsum möglich.

Wieso passiert das nicht wieder?
Ich habe reflektiert, was die Ursachen waren als ich konsumiert habe. Nämlich, dass ich es als Schlafmittel missbraucht habe und um Stress abzuwenden oder negative Gefühle zu verdrängen. Als Maßnahmen kann ich hier Sachen nennen, wie das abendliche Lesen als Einschlafritual, Atemübungen, Meditations- bzw. Achtsamkeitstechniken, Sport und auch das Reden mit vertrauten Personen über Situationen, die mich belasten.

30. Hätten Sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?
Ja, definitiv. Wenn ich früher Verantwortung für meine Probleme übernommen hätte und mir Hilfe gesucht hätte. Aktiv Entspannungstechniken ausprobiert hätte. Wenn ich mich früher mit meinen Problemen beschäftigt und diese nicht nur verdrängt hätte. Wenn ich früher offen darüber geredet hätte, statt es zu verheimlichen und mir gegebenenfalls professionelle Hilfe gesucht hätte.

31. Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?
Die Hausdurchsuchung war ein Wendepunkt und hat mir vor Augen geführt, dass dies kein verantwortungsvolles, sondern grenzüberschreitendes Verhalten in Bezug auf Drogen war. Dies hat mir auch vor Augen geführt, welche Risiken und welchem Stress ich mich dadurch ausgesetzt habe. Mir war klar, dass ich mich strafrechtlich in eine sehr ernste Lage gebracht hatte. Vor allem aber habe ich erkannt, dass der Konsum mir kurzfristig etwas vorgespiegelt hat, langfristig aber deutlich mehr genommen als gegeben. Diese Erkenntnis war entscheidend für meine Abstinenzentscheidung.

32. Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)
Der erste Tag nach der Hausdurchsuchung. Ich war zwar sehr geschockt und hatte riesige Angst alles zu verlieren, auf der anderen Seite war ich froh, dass alles so passiert ist und der ganze Mist endlich ein Ende hatte.

33. Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht gelegentlicher Konsum in Betracht?
Mir ist bewusst, dass für mich kein kontrollierter, also nur alle paar Wochen stattfindender Konsum möglich ist. Ich habe es mehrfach erlebt, wie ich dann schleichend wieder in eine Sucht verfallen bin. Und wie schon gesagt, es hat mir viel genommen und nichts gegeben.

34. Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?
Ich habe seitdem viel mehr Energie. Nachdem ich wesentlich bessere Methoden zum Einschlafen gefunden habe, schlafe ich meist durch und habe wieder regelmäßig Träume. Ich habe eine höhere Leistungsfähigkeit. Auch auf der Arbeit bin ich aufgeblüht und habe mich schon im März 2023 erfolgreich auf eine anspruchsvollere Stelle beworben.

35. Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
An erster Stelle mein eigener Wille sowie die Unterstützung und das Lob meiner Freundin. Auch das Aufarbeiten meiner Vergangenheit und aktuellen Probleme bzw. Ängste bei der ambulanten Entwöhnungstherapie war eine Hilfe.

36. Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?
Ausschließlich positiv.

37. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?
Ich habe die Kontakte nach einem halben Jahr nach dem Ereignis zu diesen Personen vollständig abgebrochen.

38. Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?
Ja, auf dem ersten Geburtstag nach der Hausdurchsuchung. Ich habe diejenige vor die Tür dafür geschickt und es hat mich dann auch nicht weiter getriggert. Beim nächsten Geburtstag war diese Person nicht mehr anwesend bzw. ich habe sie nicht mehr eingeladen.

39. Wie haben Sie in Zukunft vor mit dem Konsum umzugehen?
Da ich meine psychische und physische Gesundheit nicht nochmal gefährden möchte, werde ich von allen Substanzen abstinent bleiben.

40. Haben Sie zu Hause Drogen?
Nein.

41. Wie wollen Sie es gegebenenfalls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
Ich habe das Risiko der langen Wirkdauer von Cannabis und anderen Drogen unterschätzt. Heute fahre ich nur noch nüchtern, mit klarer Haltung und ohne jede Grauzone. Eine Trennung zwischen Konsum und Fahren stellt sich nicht mehr, da ich abstinent lebe.

42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?

Ein erstes Warnsignal ist für mich, dass ich emotional stark angespannt werde und mich gedanklich festfahre. Ich merke dann, dass bestimmte Gedanken immer wieder auftauchen und ich innerlich unruhig werde.
Körperlich zeigt sich das oft durch eine flachere oder schnellere Atmung. Diese Signale nehme ich heute bewusst wahr und reagiere frühzeitig, bevor sich daraus Stress oder Vermeidungsverhalten entwickelt.
Was das Einschlafen angeht, war dies noch nie so gut wie heute, da ich auf verschiedene Methoden zurückgreifen kann.

43. Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?
Ich trinke gar nicht. Ich habe kein Verlangen danach, da es mir noch nie wirklich was gegeben hat. Dies ist zudem eine bewusste Entscheidung, da ich Abstand von allen psychoaktiven Substanzen halte.


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In dem Fragebogen gehe ich hauptsächlich auf Cannabis ein, da sich hier eine Abhängigkeit entwickelt hat. Der Konsum von GBL, Amphetamin und MDMA fand nur einige Male statt und es entwickelte sich kein weiteres Konsummuster.

Bei Amphetamin und MDMA war es Neugier und der Wunsch nach intensiven Gefühlen, was ich heute als problematisch und grenzüberschreitend einordne.

Fragt mich aber auch gerne hierzu weitere kritische Fragen oder gebt mir eine Rückmeldung, ob ich dies stärker einbauen soll oder mit welchen Fragen ich mich noch einmal intensiver beschäftigen soll.
 
Zuletzt bearbeitet:
Fragt mich aber auch gerne hierzu weitere kritische Fragen oder gebt mir eine Rückmeldung, ob ich dies stärker einbauen soll oder mit welchen Fragen ich mich noch einmal intensiver beschäftigen soll.
Nun ja, ich hatte ja viele Fragen gestellt, die du aber gar nicht oder nur rudimentär beantwortet hast.
Das ist nicht als Vorwurf gemeint, sondern einfach eine Feststellung meinerseits.
Es ist auch vollumfänglich in Ordnung, wenn du hier vieles nicht teilen möchtest.

Nur dann kann dir hier halt auch nicht geholfen werden, wenn wir nicht ansatzweise die Aktenlage kennen.

Btw., eine HD auf Grund einer „Falschbeschuldigung im Zusammenhang mit dem Jagdrecht“, sorry, aber da fühle zumindest ich mich ohne weitere Informationen deinerseits über den Leisten barbiert.
 
Bei Amphetamin und MDMA war es Neugier
das hier wäre oben angesprochener Probierkonsum und sowas macht man ein, vllt zwei Mal.

der Wunsch nach intensiven Gefühlen
das hier dann interessiert den Gutachter extrem.

Wenn Du willst, dass wir hilfreich sind, dann können wir das nur soweit sein, wie wir Informationen bekommen.
Also: nur für den Fall, dass eine bestandene MPU irgendwie Dein Ziel ist.

Einwas vllt noch:
Wenn wir hier das Gefühl haben, wir bekommen verharmlosende Geschichtelchen aufgetischt, dann verlieren wir in der Regel die Lust, unsere Freizeit dafür zu opfern. Das ist nicht schlimm.
Wenn der Gutachter hingegen ein solches Gefühl bekommt, ist die MPU zu Ende.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank für eure Rückmeldungen.
Ja, mein Ziel ist es, die MPU zu bestehen.

@joost
Du hast recht. Bei Amphetamin kann man von Probierkonsum sprechen.
Bei MDMA mit drei Konsumanlässen passt diese Bezeichnung nicht mehr. Rückblickend war es kein bloßes Ausprobieren, sondern ein Gelegenheitskonsum im Party-, Festival-Kontext. Es hat sich zwar kein regelmäßiges Muster entwickelt, aber es war mehr als ein 1-2 Mal.
Sollte ich dies detaillierter beschreiben, wie beispielsweise:
Durch den Wunsch nach intensiven Gefühlen habe ich versucht, meine inneren Zustände über Substanzen zu beeinflussen, statt mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Oder sollte dies noch mehr ausgearbeitet werden oder ganz anders formuliert werden?

@Karl-Heinz
@joost
Bezüglich der Mengen und der Umstände der Hausdurchsuchung:

Der Tatbestand war ausschließlich Besitz, kein Handel. Eine strafrechtlich relevante Vorgeschichte gibt es nicht. Die Einstufung als „nicht geringe Menge“ ergibt sich aus der juristischen Definition der Menge der jeweiligen Stoffe, nicht aus einem gewerblichen Hintergrund.

Was die Hausdurchsuchung betrifft: Der ursprüngliche Anlass stand tatsächlich nicht im Zusammenhang mit dem BtMG. Im Rahmen dieser Durchsuchung wurden dann die Drogen aufgefunden, was letztlich zum Verfahren führte. Mehr Details möchte ich dazu öffentlich nicht ausführen. Ich hoffe, das ist nachvollziehbar.

Wenn ihr dennoch konkrete Angaben zur Menge und den genauen Ablauf wie es zu der Hausdurchsuchung kam für die Analyse meines Fragebogens benötigt, kann ich euch diese Details gerne per privater Nachricht mitteilen.
 
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