MPU wegen THC - Nachberitung nötig

Entenschnabel

Neuer Benutzer
Guten Tag Allerseits,

ich wende mich an das Forum, da ich in ca. 4 Wochen meine 2. MPU habe. Genauer gesagt hatte ich 2020 meine 1. MPU, welche ich leider nicht bestanden habe.
Es gab ein paar Punkte die noch aufgearbeitet werden müssen.
Grob gesagt: Ich wollte versuchen mit 6 Monaten Abstinenzzeit zu bestehen, was nicht gereicht hat. Und die Konsumhintergründe, sowie die evtl. Rückfallrisiken waren nicht ausreichend aufgearbeitet.

Ehrlich gesagt fühle ich mich in meinem Vorbereitungskurs nicht richtig betreut/ unterstützt. Es ist einfach keine professionelle Vorbereitung m.M.n. Ich weiß, dass ich gar nicht mehr viel Zeit habe zur nächsten MPU (4 Wochen), aber ich halte es dennoch für machbar.

Könnte bzw. soll ich mein anonymisiertes Gutachten von 2020 hochladen damit man sich einen Überblick verschaffen kann? Dann würde ich dies zeitnah tun. Wäre klasse wenn jemand seine Einschätzung geben könnte :)

VG
Entenschnabel
 

Max

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Könnte bzw. soll ich mein anonymisiertes Gutachten von 2020 hochladen damit man sich einen Überblick verschaffen kann?
Ja, kannst du machen.

Da nicht mehr viel Zeit ist, solltest du dich schnellstmöglich mit dem Drogen-FB beschäftigen ... eigentlich kommentiere ich keine FB mehr, die kurz vor einer MPU stehen, Zeit war bestimmt genug.
Zur Hilfestellung in den "guten FB" zu deinem Thema lesen und Gas geben ...

Vorab unbedingt noch den Profil-FB ausfüllen.
 

Entenschnabel

Neuer Benutzer
Vielen Dank, dass es noch so kurzfristig klappt. Habe leider erst zu spät gecheckt, dass mich die Vorbereitung mit meiner Vorbereitungsstelle nicht wirklich ans Ziel führen wird und ich manche Punkte etwas außer Acht ließ.

Um vorab etwas zu klären...im letzten Satz meines negativen Gutachtens steht ja "Zur Behebung der noch bestehenden psychologischen Aufarbeitungsdefizite im Drogenbereich ist die Inanspruchnahme - einer suchttherapeutischen Maßnahme, einer Psychotherapie oder eines fachlichen Beratungsprozesses - empfehlenswert."
Trifft das nur zu wenn ich wieder zum gleichen Gutachter gehe? Man kann sich ja aussuchen ob man bei der nächsten MPU wieder zum gleichen GA geht oder einen neuen auswählt. -Arbeitet der neue Gutachter auch auf Basis des alten MPU-Gutachtens?
Laut meiner Vorbereitungsstelle wäre eine Suchttherapie nicht nötig, wenn die Aufarbeitung gründlich ist und die Abstinenzzeit 12 Monate beträgt. Dummerweise habe ich das blauäugig so hingenommen ohne es genauer zu prüfen.
- Ich für mich habe mit Cannabis abgeschlossen und sehe mich nicht als süchtig an. Mittlerweile bin ich seit 01.2019 clean und verspüre keinerlei Lust oder Drang etwas zu konsumieren. Aber sieht das der Gutachter auch so?


FB Drogen


Zur Person
Geschlecht: männlich

Alter: 28

Was ist passiert?

Drogensorte: Cannabis

Konsumform (Dauer und Häufigkeit je Substanz): ca. 3 Jahre Cannabis geraucht an 1-2 Wochenende im Monat- dazwischen aber Pausen von 1-6 Monaten, Menge: 1-2 Joints am Abend. 2020 Auffälligkeit direkt nach Urlaub. Im Urlaub innerhalb 10 Tagen ca. Jeden 2. Tag 1 Joint geraucht

Datum der Auffälligkeit: Januar 2019


Drogenbefund

Blutwerte: THC: 3,6ng. THC-COOH: 34ng

Schnelltest: nein

Beim Kauf erwischt: ja aber nicht bei der Auffälligkeit (Drogenfahrt 2019) - 2017 wegen Einfuhr von BtM erwischt worden


Stand des Ermittlungsverfahrens

Gerade erst passiert:

Polizei hat sich mit den Blutwerten gemeldet: ja

Verfahren gegen Bußgeld eingestellt: nein

Verurteilt: ja

Strafe abgebüßt: ja




Führerschein

Hab ich noch: nein

Hab ich abgegeben: Juli 2019

Hab ich neu beantragt: ja



Führerscheinstelle

Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Ja

Sonstige Verstöße oder Straftaten?: Einfuhr BtM (Cannabis) 2017

Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): zukünftig zu erwarten, dass Herr X trotz Hinweise auf gelegentlichen Cannabiskonsum sowie der bekannten Verkehrsteilnahme unter Cannabiseinfluss ein Fahrzeug sicher führen wird? Insbesondere nicht zu erwarten, dass er auch künftig ein Fahrzeug unter Einfluss von BtM oder deren Nachwirkungen führen wird (Fähigkeit zum Trennen von Konsum und Verkehrsteilnahme)?


Bundesland: Rheinland-Pfalz


Konsum

Ich konsumiere noch: nein

letzter Konsum: 01.2019 (am besagten Urlaub letztmalig)



Abstinenznachweis
Haaranalyse:
Urinscreening: 12 Monate + 3 Monate (Auffrischungsprogramm wegen verpasster Frist; Akte war nicht rechtzeitig bei MPI)


Aufarbeitung

Drogenberatung: nur MPU-Vorbereitungskurs

Selbsthilfegruppe (SHG): nein

Psychologe: nein

Ambulante/stationäre Therapie: nein



MPU

Datum: 1.MPU: 06.2020 (negativ), 2. MPU am 17.02.22

Welche Stelle (MPI):
würde ich auch aus Anonymisierungsgründen lieber für mich behalten, FALLS nicht unbedingt notwendig

Schon bezahlt?: ja

Schon gehabt?: Ja 1. MPU war am 06.2020

Wer hat das Gutachten gesehen?: Nur die MPU-Vorbereitungsstelle

Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: Es ist zukünftig nicht zu erwarten, dass Herr XXX trotz der Hinweise auf gelegentlichen Cannabiskonsum sowie der bekannten Verkehrsteilnahme unter Cannabiseinfluss ein Fahrzeug sicher führen wird.

Es ist noch nicht auszuschließen, dass er auch künftig ein Fahrzeug unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln oder deren Nachwirkungen führend wird.Zur Behebung der noch bestehenden psychologischen Aufarbeitungsdefizite im Drogenbereich ist die Inanspruchnahme - einer suchttherapeutischen Maßnahme, einer Psychotherapie oder eines fachlichen Beratungsprozesses - empfehlenswert.


Altlasten

Bist du Rückfalltäter?: nein
 

Max

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
im letzten Satz meines negativen Gutachtens steht ja "Zur Behebung der noch bestehenden psychologischen Aufarbeitungsdefizite im Drogenbereich ist die Inanspruchnahme - einer suchttherapeutischen Maßnahme, einer Psychotherapie oder eines fachlichen Beratungsprozesses - empfehlenswert."
Trifft das nur zu wenn ich wieder zum gleichen Gutachter gehe? Man kann sich ja aussuchen ob man bei der nächsten MPU wieder zum gleichen GA geht oder einen neuen auswählt. -Arbeitet der neue Gutachter auch auf Basis des alten MPU-Gutachtens?
Das hängt nicht vom einzelnen Gutachter ab, sondern von deinem ausgesuchten MPI. Dein negatives Gutachten ist ja bei deinem MPI gespeichert, somit kann dies jeder Gutachter bei diesem MPI einsehen. In der Regel sollten solche Empfehlungen erfüllt werden, andenfalls kann es wiederholt recht schwierig werden.
Um diese Empfehlung zu umgehen, müsstest du das MPI wechseln. Aber nicht von zBspl. TÜV zu einem anderen TÜV, sondern vom TÜV zur AVUS (Beispiel).
Ich für mich habe mit Cannabis abgeschlossen und sehe mich nicht als süchtig an. Mittlerweile bin ich seit 01.2019 clean und verspüre keinerlei Lust oder Drang etwas zu konsumieren. Aber sieht das der Gutachter auch so?
Das kommt ganz auf deine Darlegung sowie Vorbereitung an. Den Punkt Abstinenz solltest du erfüllt haben, dass ist schon mal eine gute Grundlage. Jetzt fehlt nur noch die Argumentation.
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Mal nebenbei ... Blutwerte: THC: 3,6ng. THC-COOH: 34ng

Dein THC-COOH-Wert ist eigentlich ziemlich "gering" ... dies lässt durchaus eine Argumentation auf gelegentlichen Konsum zu.
Wenn du deinen Drogen-FB erstellst, solltest du dies berücksichtigen ... das würde die Sache etwas vereinfachen.
 

Entenschnabel

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Alles klar. Habe die kommende MPU bereits bezahlt und kann das MPI somit nicht mehr wechseln. Muss ich durch.... evtl bekomme ich kurzfristig noch einen Termin in für eine Suchtberatungsstelle. Wie das abläuft und ob es da ein e Art "Schnellkurs" gibt - kein Plan. Mache mich schlau.

Am Drogen-FB bin ich dran und lade ihn spätestens morgen hoch.


Hier noch der Link zu meinem negativen Gutachten von 2020:



Um es vorweg zu nehmen.. ich war damals nicht wirklich gut vorbereitet und verstehe absolut, dass der Gutachter einige Punkte anzweifelt.

Bei der Frage: ob der Konsum schon mal zu problematischen Erlebnissen geführt habe (z. B. Überhitzung, Muskelkrämpfe, ....): Er habe manchmal so ein Gedankenkreisen gehabt, dass Negativgedanken dadurch noch gepusht worden seien und er sich schlecht gefühlt habe. Herzrasen habe er ab und zu gehabt direkt nach dem Konsum. Das habe nicht dazu geführt, dass er es sein gelassen habe.

- Leider habe ich bei der Antwort "Blödsinn" geredet. Herzrasen hatte ich nur 1-2mal unmittelbar nach dem Konsum und es ging nach 1-2min direkt wieder weg. Am Tag der MPU war ich sehr aufgeregt...ich hielt es spontan für eine gute Idee dies so zu beantworten. Ich dachte in dem Moment das würde zeigen, dass ich die negativen Aspekte gut beleuchte und den Konsum kritisch sehe (aber weiter konsumiert habe ich ja trotzdem). Auch dieses angegebene Gedankenkreisen hatte ich nur sehr sehr selten für kurze Momente. Konsumiert habe ich ja eigentlich um mich gut zu fühlen.
Sehr dumme Angabe von mir, welche mich jetzt unnötig "belastet". Das steht so da drin - also komm ich da auch nicht mehr raus -.-
 

Entenschnabel

Neuer Benutzer
So, hier wäre mein FB

Was ist passiert?

Vorgeschichte:

1. Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?

In der Schulzeit damals… im Aufklärungsunterricht

2. Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
2013 am 20. Geburtstag 1x am Joint gezogen aber keine Wirkung verspürt. Dann erstmal uninteressant gewesen. Erneuter Konsum 3 Jahre später

3. Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)
2016 fing es an im Abstand von 2-3 Monaten am Wochenende ½ - 1 Joint. Dann steigerte es sich auf 1-2 Wochenenden im Monat mit 1-2 Joints am Abend. Dazwischen immer mal 1-2 Monate Pause. Im 10-Tägigen Urlaub vor der Auffälligkeit wurde ca. alle 2 Tage 1 Joint geraucht. In letzter Nacht vor Abreise 2 Cannabis-Kekse.

4. Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
Nein nie.

5. Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
Seltener Konsum. Mit 17 das erste mal probiert. Mit 18-19 mal über den Durst getrunken aber Wirkung eher als abschreckend empfunden. Bis jetzt nur alle paar Monate max. 2 Bier oder 2 Radler.

6. Sonstige Suchtmitteleinnahme?
Nein

7. Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
(Ist dies auf körperliche Folgen bezogen oder auch auf das Umfeld?)Trägheit, 1-2 Tage nach Konsum noch etwas energielos und manchmal unkonzentriert.
Habe Freunde etwas vernachlässigt und bin meinen Hobbies nicht mehr so nachgegangen wie vor Konsum. Auch meine Ziele habe ich nicht mehr so verbissen verfolgt.
In Einzelfällen (2 mal passiert): Herzrasen unmittelbar nach Konsum, welche “nur” max. 2min anhielten

8. Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
Ja, wobei mir die meisten negativen Folgen erst bei der Aufarbeitungsphase nach meiner Drogenfahrt richtig bewusst wurden. Vorher habe ich mir keine wirklichen Gedanken darüber gemacht.

9. Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
THC: 3,6ng, THC-COOH: 34ng

10. Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
Vor der Auffälligkeit waren wir in Urlaub. Dort habe ich etwa alle 2 Tage 1 Joint konsumiert; meist am Abend. In der letzten Nacht vor der Abreise aß ich 2 Cannabis-Kekse mit unbekannter Menge.

11. Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
In der letzten Nacht vor der Abreise habe ich 2 Cannabis-Kekse gegessen. Das war ca. 22 Std vor der Drogenfahrt.

12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
Ich wollte den letzten Tag des Urlaubs noch voll auskosten. Cannabis-Esswaren hatte ich zuvor noch nie probiert und war daher neugierig. Über die Folgen wurde in dem Moment nicht nachgedacht.
Im Nachhinein wurde mir klar, dass ich im Urlaub mehr konsumiert habe als sonst um “richtig abzuschalten” und um den Alltagsstress und dem Kummer für ein paar Tage zu entkommen.

13. Wie sind Sie auffällig geworden?
Ich nahm gg. 17 Uhr den Flieger nach Deutschland und kam gegen 23:00 Uhr am Frankfurter Flughafen an und wurde mit dem Taxi zu meinem Auto gefahren. Ich war müde und erschöpft und wollte nur noch nach Hause. Die Wirkung des THC aus vorheriger Nacht spürte ich nicht mehr, ich habe mir auch keine Gedanken darüber gemacht. Also stieg ich gg. 00:00 Uhr in mein Auto und fuhr los. Ca. 5-10 Autominute später blieb ich auf der Autobahn liegen weil ich eine Panne hatte. Ich rief den ADAC an. Als ich aussteigen wollte um die Gefahrenstelle abzusichern kam im gleichen Moment eine Polizeistreife vorbei, welche die Lage checkte. Als sie meinen Ausweis kontrollierten sahen sie meinen Eintrag aus 2017 (Einfuhr von BtM), was sie dazu veranlasste mich näher zu kontrollieren. Da ich sehr müde war und nicht gerade fit aussah verlangten sie eine Blutprobe. Also nahmen sie mich mit zur Wache für eine Blutentnahme. Anschließend fuhr ich mit dem Zug nach Hause,

Nur für die, die im Straßenverkehr ermittelt wurden(auch Parkplatz):
14. Was war der Zweck der Fahrt?
Die Heimfahrt vom Flughafen nach Hause
15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?
150km wäre der Heimweg gewesen. 5-10km bin ich aktiv gefahren.

16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?
Wenn man bedenkt, dass THC einen noch bis zu 72 Std beeinflusst, dann etwa bis zu 10 mal

17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
Bis auf den Vorfall im Urlaub lagen immer mindestens 34Std zwischen Konsum und Autofahren. Die Kumpels bei denen ich immer konsumierte wohnten in meiner Nähe und ich ging entweder zu Fuß nach Hause oder fuhr mit dem Bus.
Nach dem Wochenende blieb das Auto in den meisten Fällen auch stehen, da ich nur 1km von meiner Arbeit entfernt wohnte.

18. Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
(Beschreibung bitte für die zutreffende Substanz)
Da unter dem Einfluss von Cannabis die Reaktionsgeschwindigkeit verlangsamt wird. Man kann Geschwindigkeit und Entfernungen schlechter einschätzen, man ist unkonzentriert und kann leichter geblendet werden. Auch Geräusche können nicht bzw. anders wahrgenommen werden. Es kann zu Ablenkung und plötzlicher Müdigkeit führen.
Man sollte nur am Straßenverkehr teilnehmen wenn man nüchtern und voll leistungsfähig ist.

19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?
Bis zu 72h Std kann das aktive THC wirken

20. Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
Bei täglichem Konsum ist man quasi dauerhaft von der Substanz beeinflusst und somit eindeutig nicht verkehrstüchtig. Dementsprechend ist man eine Gefahr für seine Umwelt und sich selbst. Außerdem ist das Risiko für physische und psychische Schäden dadurch umso höher.
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Warum ist es passiert?

21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?

Anfangs war es die Neugier etwas neues, verbotenes auszuprobieren. Ich hatte einen Freund kennengelernt der mich zu sich nach Hause eingeladen hat. Meist waren 4-5 Leute bei ihm und jeder hatte Cannabis geraucht. Erst lehnte ich immer ab als mir was angeboten wurde. Doch nach ein paar Treffen wurde ich dann doch sehr neugierig und zog mal am Joint. Mir hat die Wirkung sehr gefallen. Es war eine ausgelassene Stimmung, man konnte über jeden Mist lachen und man war euphorisch. Auch das Musikhören wurde anders erlebt. Ich hatte plötzlich so ein Dazugehörigkeitsgefühl in der Gruppe und konnte bei dem Thema mitreden. Es hat einfach Spaß gemacht mit der Gruppe zu konsumieren und rumzublödeln. Diese Phase würde ich als Genusskonsum bezeichnen.

Später, das war so 2018, haben sich die Konsumgründe verändert. Das war die Zeit als ich phasenweise sehr viel Stress auf der Arbeit hatte. Mein damaliger Job hat mir nicht so gefallen und es gab eine Stelle, welche zukünftig zu besetzen gewesen wäre. An dieser Stelle hatte ich großes Interesse und ich habe mich ins Zeug gelegt um in die nähere Auswahl zu kommen sobald diese Stelle ausgeschrieben wird. Währenddessen war ich in 3 verschiedenen Abteilungen tätig und es wurde sehr viel von mir verlangt. Ich musste einige Überstunden machen, welche zum Teil nicht ausgezahlt wurden und ich musste meinem Geld hinterher rennen. Mein Chef war ein schwieriger Genosse, etwas cholerisch. Dazu kamen ständige Intrigen und Mobbing anderer Mitarbeiter, von denen manche auch Interesse an dieser Stelle hatten.
Dies hat mir sehr mitgenommen und ich stand sehr unter Druck. Nach Feierabend konnte ich nicht abschalten, ständig machte ich mir Gedanken wegen der Arbeit. Manchmal war ich deswegen sehr traurig und antriebslos.
Cannabis zu rauchen half mir dabei meine Sorgen und den Alltagsstress mal für einen Moment zu vergessen und ich fühlte mich kurzzeitig wieder gut. Der Cannabiskonsum war quasi mein Ventil für den Druckabbau und die Sorgen, wenn es phasenweise sehr schlimm auf der Arbeit war. Es eignete sich gut da ich wie auf Knopfdruck abschalten konnte - meine Ängste verschwanden für den Moment und meine Laune hat sich gebessert. Das war missbräuchlicher Konsum, welcher mir währenddessen nicht so bewusst war.
Ein weiterer Grund war, dass ich damals sehr verschlossen war und kaum mit Leuten über meine Probleme geredet habe. Ich habe es in mich hinein gefressen und dadurch nicht verarbeitet.


22. Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
Den meisten ist es nicht aufgefallen weil ich es verheimlicht habe. Meiner Mutter ist aber aufgefallen, dass ich mich etwas verändert habe. Ich habe mich nicht mehr so oft gemeldet und wurde in manchen Dingen etwas nachlässiger. Manche Freunde wussten vom Konsum aber haben sich nicht dazu geäußert.

23. Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?
Die Zeit als ich unglücklich mit meiner Arbeit war, dauerhaft unter Druck stand, Probleme hatte nach der Arbeit abzuschalten. Diese Traurigkeit und Erschöpfung wollte ich mit Cannabis kompensieren.

24. Haben Sie sich an Jemand um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden?
(Warum, wann, wer?)
Zur damaligen Zeit sah ich kein Problem in meinem Konsumverhalten. Das Thema Cannabis wurde in unserem “Konsum-Kreis” verharmlost und als unproblematisch angesehen. Ich hatte das Gefühl alles im Griff zu haben.

25. Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
Nein

26. Hatten sie Konsumpausen/spitzen?Warum? Wann?
Bis 2017 lagen unregelmäßige Abstände von bis zu 3 Monaten vor. Mitte 2017 musste ein FÄG (aufgrund illegaler Einfuhr von Cannabis) machen. Danach hatte ich ca. ein halbes Jahr pausiert. Die Konsumspitze war im Urlaub unmittelbar vor der Drogenfahrt. Dort habe ich mehr konsumiert als sonst. Ich wollte mich im Urlaub einfach nur gehen lassen und den ganzen Alltagsstress vergessen, die Sorgen mal Zuhause lassen und die Tage mit den Kollegen voll auskosten.

27. Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?
Ich konnte auch ohne Drogen abschalten. Das habe ich auch ab und zu getan. Allerdings war es einfacher einen Joint zu rauchen. Und es gab mir ein gutes Gefühl. Da es sich in diesen Momenten normal angefühlt hat hin und wieder einen Joint zu rauchen dachte ich auch nicht groß darüber nach es nicht zu tun.

28. Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?
Ja. Jeder Drogenkonsument ist gefährdet in eine Abhängigkeit zu geraten. Ich denke, dass das auch bei mir hätte zutreffen können. Schließlich habe ich angefangen zu Genusszwecken zu konsumieren und der Konsum hat sich irgendwann gewandelt um Sorgen und schlechte Gefühle zu verdrängen. Wenn ich den Konsum weitergeführt hätte und es eine Phase gegeben hätte in der es mir psychisch extrem schlecht ginge, hätte ich eventuell häufiger und mehr konsumiert. Ich könnte mir vorstellen, dass dies in eine Negativspirale geführt hätte und sich eine Abhängigkeit hätte ausbilden können.

29. Waren sie drogenabhängig?
Nein

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Wieso passiert das nicht wieder?

30. Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?

Ja ich habe unreflektiert gehandelt und habe die Risiken des Drogenkonsums außer Acht gelassen und verharmlost. Das Verlangen etwas neues auszuprobieren war zu dem Zeitpunkt einfach reizvoller als sich mit eventuellen Negativfolgen zu beschäftigen.

Wenn ich mich mehr mit der Aufklärung über negativen Folgen und Risiken des Drogenkonsums auseinandergesetzt hätte wäre ich womöglich gar nicht in die Situation gekommen um mit den ehemaligen Kollegen Cannabis zu konsumieren.

31. Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?
Ich bin mittlerweile an einem Punkt angelangt wo ich froh bin, dass es zur MPU gekommen ist. Ich hatte dadurch nämlich die Gelegenheit an mir selbst zu arbeiten, ehrlich zu mir selbst zu sein und meinen Problemen in die Augen zu schauen.
Wenn ich wieder anfangen würde Cannabis zu rauchen wäre ich wieder am gleichen Punkt wie zuvor und würde Familie, Freunde und Hobbies vernachlässigen. Ich möchte mich selbst und mein Umfeld nicht wieder enttäuschen. Außerdem würde bei erneutem Konsum mein neuer Job auf dem Spiel stehen.

32. Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)
Der Tag der Verkehrskontrolle war schon ausschlaggebend für meinen Entschluss abstinent zu leben. Aber ab da fing mein Bewusstwerdungsprozess erst an. Ich hatte intensive Gespräche mit meinen Eltern, welche sich einprägten und mein Fehlverhalten nochmals deutlich machten. Außerdem wurde mir klar, dass ich mir mit dem Konsum nur selbst Steine in den Weg gelegt habe und sich Probleme anhäuften. Mir wurde klar, dass ich durch mein egoistisches Verhalten auch andere Leute gefährdet habe. Das wurde mir leider viel zu spät erst klar. Darum beschloss ich einen Schlußstrich beim Thema Cannabis zu ziehen und es als Lebenserfahrung abzuspeichern, und daraus zu lernen.

33. Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht für gelegentlicher Konsum in Betracht?
Weil ich ja gemerkt habe, dass sich meine Konsumgründe mit der Zeit geändert haben. Anfangs war es nur Spaß und Genuss, jedoch hat es sich später zum missbräuchlichen Konsum entwickelt um Alltagsstress und Sorgen zu verdrängen. Ein erneuter Konsum würde sehr wahrscheinlich wieder zu solch einem problematischen Konsummuster führen.
Ich möchte mich weiterentwickeln und meine Ziele verfolgen - das geht nur mit einem klaren Kopf.

34. Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?
Die Umstellung verlief ohne Probleme. Ich war innerlich wütend und enttäuscht von mir selbst, dass es soweit kommen konnte. Das gab mir die Motivation es von heute auf morgen sein zu lassen. Ich spürte kein Verlangen mehr.

35. Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
Meine Familie hat mich sehr dabei unterstützt. Und auch meine besten Freunde zu denen ich jetzt wieder ein sehr gutes Verhältnis pflege. Ich kann jederzeit zu ihnen kommen wenn es mir nicht gut geht.

36. Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?
Positiv. Ich pflege eine bessere Beziehung zu meinen Freunden und meiner Familie als zuvor. Ich war damals ein wenig verschlossen, habe mit Anderen kaum über meine Probleme und Gefühle geredet. Jetzt kann ich offen und ehrlich mit meinen Leuten reden wenn es mir nicht gut geht. Das hat viele Beziehungen gestärkt. Besonders zu meinem Vater, da wir uns mal richtig ausgesprochen habe. Und seitdem habe ich viel mehr Kontakt zu ihm als zuvor.

37. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?
Ich habe ein paar von ihnen noch einmal gesehen um über das Geschehene zu reden und um klar zu machen,dass es das Beste ist wenn wir keinen Kontakt mehr haben. Seitdem habe ich auch nichts mehr von ihnen gehört.
Mir wurde auch bewusst, dass es nur der Konsum war der uns zusammen hielt. Richtige Freunde waren es nicht…

38. Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?
Nein. Da ich sie nur noch einmal gesehen habe.

39. Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?
Für mich kommt nur eine volle Abstinenz in Frage. Ich meide Leute die es konsumieren und begebe mich nicht an Orte wo Cannabis konsumiert wird.

40. Haben Sie zu Hause Cannabis?
Nein, ich habe auch sämtliche Konsumutensilien entsorgt.

41. Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
Indem ich weiterhin abstinent bleibe und Menschen, sowie Orte meide wo kosnumiert wird. Wenn es zu Problemen oder Konfliktsituationen kommt werde ich diese möglichst sofort angehen und behandeln. Sich mit Cannabis zu betäuben macht es nur für einen kurzen Moment besser. Allerdings schiebt man die Probleme dadurch nur auf, sie häufen sich an und man behebt die eigentliche Ursache des Problems nicht.

42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?
Pauschal kann man einen Rückfall nie ausschließen. Allerding halte ich das Risiko für sehr gering. Ich habe den Kontakt zu sämtlichen Konsumenten abgebrochen und die Nummern gelöscht, sowie meine Konsumutensilien entsorgt. In meinem Freundeskreis sind viele Sportler, welche nichts mit Drogen am Hut haben. Sollte es doch mal zu einer Situation kommen wo ich einen Rückfall verspüre dann kann ich mit Familie und Freunden offen darüber reden. Sie helfen mir jederzeit wenn es mir nicht gut geht und haben ein offenes Ohr für mich und meine Probleme.

43. Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?
Alle 1-2 Monaten trinke ich in moderaten Mengen. Dabei wird es nie mehr als 2 Bier (0,33l). Schnapps oder sonstigen hochprozentigen Alkohol mochte ich noch nie.
 

Max

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
2. Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
2013 am 20. Geburtstag 1x am Joint gezogen aber keine Wirkung verspürt. Dann erstmal uninteressant gewesen. Erneuter Konsum 3 Jahre später
Letzten Satz streichen ... das gehört nicht zur Fragestellung.
3. Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)
2016 fing es an im Abstand von 2-3 Monaten am Wochenende ½ - 1 Joint. Dann steigerte es sich auf 1-2 Wochenenden im Monat mit 1-2 Joints am Abend. Dazwischen immer mal 1-2 Monate Pause. Im 10-Tägigen Urlaub vor der Auffälligkeit wurde ca. alle 2 Tage 1 Joint geraucht. In letzter Nacht vor Abreise 2 Cannabis-Kekse.
In dieser Frage möchte der Gutachter deine Konsumentwicklung erkennen, daher ist diese Frage sehr wichtig.
Diese paar Sätze verdeutlichen noch keine Konsumentwicklung. Eine Konsumentwicklung ist vergleichbar mit einem Lebenslauf.
Du hast zwar die Etappen geschildert, jedoch ohne zeitliche Zuordnung nebst Gelegenheit.
17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst? Bis auf den Vorfall im Urlaub lagen immer mindestens 34Std zwischen Konsum und Autofahren. Die Kumpels bei denen ich immer konsumierte wohnten in meiner Nähe und ich ging entweder zu Fuß nach Hause oder fuhr mit dem Bus.
Nach dem Wochenende blieb das Auto in den meisten Fällen auch stehen, da ich nur 1km von meiner Arbeit entfernt wohnte.
Hier geht die Antwort am Thema vorbei, lies hier bitte noch einmal nach.
Frage: Hattest du überhaupt einen Konflikt ?
20. Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
Bei täglichem Konsum ist man quasi dauerhaft von der Substanz beeinflusst und somit eindeutig nicht verkehrstüchtig. Dementsprechend ist man eine Gefahr für seine Umwelt und sich selbst. Außerdem ist das Risiko für physische und psychische Schäden dadurch umso höher.
Hier fehlt ein ganz wichtiges Wort, was der Gutachter hier unbedingt hören will ... Abhängigkeit.
41. Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
Indem ich weiterhin abstinent bleibe
und Menschen, sowie Orte meide wo kosnumiert wird. Wenn es zu Problemen oder Konfliktsituationen kommt werde ich diese möglichst sofort angehen und behandeln. Sich mit Cannabis zu betäuben macht es nur für einen kurzen Moment besser. Allerdings schiebt man die Probleme dadurch nur auf, sie häufen sich an und man behebt die eigentliche Ursache des Problems nicht.
Die Ausdrucksweise ist in dieser Antwort zu "lasch" gewählt, ersetze dass mit ... "Durch die Einhaltung meiner strikten Abstinenz ..."
42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?
Pauschal kann man einen Rückfall nie ausschließen. Allerding halte ich das Risiko für sehr gering. Ich habe den Kontakt zu sämtlichen Konsumenten abgebrochen und die Nummern gelöscht, sowie meine Konsumutensilien entsorgt. In meinem Freundeskreis sind viele Sportler, welche nichts mit Drogen am Hut haben. Sollte es doch mal zu einer Situation kommen wo ich einen Rückfall verspüre dann kann ich mit Familie und Freunden offen darüber reden. Sie helfen mir jederzeit wenn es mir nicht gut geht und haben ein offenes Ohr für mich und meine Probleme.
Diesen Satz unbedingt streichen !
"... für sehr gering" ... könnte dir unliebsame Nachfragen bescheren, daher streichen.
Weiterhin solltest du hier auch eine, falls notwendig, professionelle Hilfe erwähnen.
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Es ist erkennbar, dass du dich mit der Thematik auseinandergesetzt hast.
Die anfänglichen Antworten erscheinen zum Teil etwas "dünn" und stichpunktartig ... da solltest du dir vielleicht noch etwas einfallen lassen und etwas umfangreicher gestalten.

FB bitte überarbeiten und komplett wieder einstellen.
 

Max

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Geht's hier irgendwie mal weiter, dachte es wäre so dringend, da zeitnah eine MPU ansteht.
Ich sollte mich wohl bestätigt fühlen, dass ich unter vier Wochen keine FB mehr kommentiere.
 

Entenschnabel

Neuer Benutzer
Lieber Max, danke für deine Arbeit! Sorry ich lag flach wegen meiner Impfung... konnte einfach keinen Gedanken fassen.
Nun noch einmal überarbeitet:


MPU Fragebogen

Vorgeschichte:

1. Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?

In der Schulzeit damals im Aufklärungsunterricht. Ich hatte zu der Zeit allerdings keine Berührungspunkte mit dem Thema Drogen und empfand den Unterricht als langweilig und sinnlos.

2. Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
2013 am 20. Geburtstag habe ich 1x am Joint gezogen aber dabei keine Wirkung verspürt.

3. Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)
Zum ersten Cannabis geraucht habe ich 2013 an meinem 20. Geburtstag. Eine Freundin hatte damals einen Joint geraucht und gefragt ob ich mal probieren möchte. Ich war neugierig wie das denn so ist und habe einmal daran gezogen. Allerdings habe ich nichts davon gemerkt. Das Thema Cannabis war dann erstmal wieder uninteressant für mich.
Drei Jahre später, also 2016, kam ich erneut mit Cannabis in Kontakt. Ich lernte auf einer Party einen Kumpel kennen mit dem ich mich auf Anhieb gut verstanden habe. Er hat mich zu sich nach Hause eingeladen. Als ich ihn besuchen kam waren noch 4 weitere Kollegen bei ihm und jeder hat Gras geraucht. Als sie mir einen Joint anboten, habe ich zuerst abgelehnt weil ich mir unsicher war. Mit dem Kumpel habe ich mich dennoch gut verstanden und kam ihn wieder besuchen. Nach dem 3. Treffen bei ihm wurde mir erneut ein Joint angeboten. Ich war sehr neugierig und wollte dann doch gerne mal wissen wie es sich anfühlt high zu sein. Also zog ich auch 2-3 Mal an dem Joint. Ich war von der Wirkung sehr angetan und es hat Spaß gemacht in der Gruppe zu rauchen. Ich freundete mich mit der Gruppe an und traf mich im Abstand von 1-3 Monaten mit ihnen, meistens waren wir bei meinem Kumpel daheim. Ich rauchte über den Abend ca. 1 Joint. Zwischendurch ging ich noch meinen Hobbies nach und unternahm auch was mit meinen anderen (ursprünglichen) Freunden. Im März 2017 fuhr ich dann mit dem Kumpel für einen Kurzurlaub eine Woche nach Holland. Die ersten drei Tage verbrachten wir am Strand und rauchten 1-2 Joints am Tag. Da für mich allerdings klar war, dass ich in wenigen Tagen mit dem Auto heim fahren werde habe ich nichts mehr konsumiert bis zum Ende des Urlaubs. Die letzten beiden Tage verbrachten wir in Amsterdam, wo wir verschiedene Coffeeshops ansteuerten um für uns und Kollegen was mitzunehmen. Auf der Heimfahrt wurden wir jedoch vom Zoll erwischt, welcher die Drogen fand. Kurz danach musste ich zu einem von der FsSt angeordnetem Urinscreening, welches ich bestanden habe. Ich pausierte meinen Konsum etwa für ein halbes Jahr. Mit den Kollegen stand ich immer noch in Kontakt und ich traf mich Ende 2017 wieder mit ihnen. Es ging weiter wie zuvor - wir verbrachten Abende beim Kumpel zuhause und rauchten Gras, zockten Konsole und bestellten uns Essen. 2018 kam die Phase in der es mir aufgrund von starkem Stress durch die Arbeit phasenweise sehr schlecht ging. Ich freute mich schon darauf am Wochenende zu den Kollegen zu gehen um dort Gras zu rauchen und die stressige Woche hinter mir zu lassen und für einen Moment den Druck abzulassen. Dies passierte meistens so an zwei Wochenenden im Monat, wo ich 1-2 Joints am Abend rauchte. Im Januar 2019 fuhr ich mit der ganzen Truppe (wir waren 5 Mann) 10 Tage nach Barcelona in den Urlaub. Wir besorgte uns in Cannabis Social Clubs was zu rauchen. Ich wollte den Alltagsstress mal komplett Zuhause lassen und den Urlaub voll auskosten. Also rauchte ich alle 2 Tage einen Joint, in Einzelfällen auch mal 2. In der letzten Nacht vor der Heimreise hielt ich es für eine gute Idee zwei Hasch-Kekse zu essen, deren Wirkung ich vollkommen unterschätzt hatte. Ca. 22 Std später befand ich mich in Frankfurt auf dem Heimweg wo ich von der Polizei kontrolliert wurde. Dies war die besagte Drogenfahrt.


4. Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
Nein nie.

5. Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
Mit 17 habe ich zum ersten mal Bier getrunken. Mit 18-19 wurde sich mit den Freunden ausprobiert und auch mal einen über’n Durst getrunken. Die Wirkung habe ich aber eher als abschreckend empfunden. Der Kontrollverlust und das Körpergefühl hatten sich nicht gut angefühlt. Seitdem trinke ich im Abstand von 1-2 Monaten bei besonderen Anlässen max. 2 Bier, meistens aber eher 2 Radler.

6. Sonstige Suchtmitteleinnahme?
Nein

7. Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
Ein Tag nach dem Wochenende war ich etwas träge und fühlte mich energielos und teilweise nicht sehr aufnahmefähig. Auf der Arbeit litt die Konzentration darunter.
Die letzten Tage im Urlaub 2019 hatte ich einmal Herzrasen, was nach wenigen Minuten wieder verschwand.

8. Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
Ja, wobei mir die meisten negativen Folgen erst bei der Aufarbeitungsphase nach meiner Verkehrsauffälligkeit so richtig bewusst wurden. Vorher habe ich mir keine wirklichen Gedanken darüber gemacht bzw. es ausgeblendet.

9. Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
THC: 3,6ng, THC-COOH: 34ng

10. Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
Vor der Auffälligkeit waren wir im Urlaub. Dort habe ich etwa alle 2 Tage 1 Joint konsumiert; meist am Abend. In der letzten Nacht vor der Abreise aß ich 2 Cannabis-Kekse mit unbekannter Menge.

11. Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
In der letzten Nacht vor der Abreise habe ich 2 Cannabis-Kekse gegessen. Das war ca. 22 Std vor der Drogenfahrt.

12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
Ich wollte den letzten Tag des Urlaubs noch voll auskosten. Cannabis-Esswaren hatte ich zuvor noch nie probiert und war daher neugierig. Über die Folgen wurde in dem Moment nicht nachgedacht.
Im Nachhinein wurde mir klar, dass ich im Urlaub mehr konsumiert habe als sonst um “richtig abzuschalten” und um den Alltagsstress und dem Kummer für ein paar Tage zu entkommen.

13. Wie sind Sie auffällig geworden?
Ich nahm gg. 17 Uhr den Flieger nach Deutschland und kam gegen 23:00 Uhr am Frankfurter Flughafen an und wurde mit dem Taxi zu meinem Auto gefahren. Ich war müde und erschöpft und wollte nur noch nach Hause. Die Wirkung des THC aus vorheriger Nacht spürte ich nicht mehr, ich habe mir auch keine Gedanken darüber gemacht. Also stieg ich gg. 00:00 Uhr in mein Auto und fuhr los. Ca. 5-10 Autominute später blieb ich auf der Autobahn liegen weil ich eine Panne hatte. Ich rief den ADAC an. Als ich aussteigen wollte um die Gefahrenstelle abzusichern kam im gleichen Moment eine Polizeistreife vorbei, welche die Lage checkte. Als sie meinen Ausweis kontrollierten sahen sie meinen Eintrag aus 2017 (Einfuhr von BtM), was sie dazu veranlasste mich näher zu kontrollieren. Da ich sehr müde war und nicht gerade fit aussah verlangten sie eine Blutprobe. Also nahmen sie mich mit zur Wache für eine Blutentnahme. Anschließend fuhr ich mit dem Zug nach Hause,

Nur für die, die im Straßenverkehr ermittelt wurden(auch Parkplatz):
14. Was war der Zweck der Fahrt?

Die Heimfahrt vom Flughafen nach Hause
15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?
150km wäre der Heimweg gewesen. 5-10km bin ich aktiv gefahren bis ich die Autopanne hatte.

16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?
Wenn man bedenkt, dass THC einen noch bis zu 72 Std nach dem Konsum negative Auswirkungen haben kann, dann bin ich in etwa 10 mal unter Drogeneinfluss Auto gefahren.

17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
Damals war ich leichtsinnig und erkannte keinen Konflikt zwischen dem Konsum und dem Autofahren. Ich ging davon aus wenn ich eine Nacht geschlafen habe, dass ich am nächsten Tag wieder nüchtern wäre und bedenkenlos am Straßenverkehr teilnehmen könne.
Nun weiß ich, dass dem nicht so ist, denn Cannabis kann noch bis zu 72h nach dem Konsum negative Auswirkungen auf das Fahrverhalten haben. Diese Nachlässigkeit war egoistisch von mir. Dadurch habe ich Andere und mich selbst in Gefahr gebracht.

18. Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
(Beschreibung bitte für die zutreffende Substanz)
Da unter dem Einfluss von Cannabis die Reaktionsgeschwindigkeit verlangsamt wird. Es kann zu Ausfallerscheinungen kommen und man kann Geschwindigkeiten und Entfernungen schlechter einschätzen. Auch Geräusche können nicht bzw. anders wahrgenommen werden. Es kann zu Ablenkung und plötzlicher Müdigkeit führen.
Man sollte nur am Straßenverkehr teilnehmen wenn man nüchtern und voll leistungsfähig ist.

19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?
Je nach Konsummuster kann das THC noch bis zu 72h Std seine Wirkung entfalten und die Verkehrstüchtigkeit negativ beeinflussen.

20. Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
Bei täglichem Konsum ist man dauerhaft berauscht weil der Körper das THC nicht schnell genug abbauen kann. Dementsprechend ist man nicht in der Lage ein Fahrzeug sicher zu führen und stellt eine Gefahr für seine Umwelt und sich selbst dar. Außerdem ist das Risiko hoch in eine Abhängigkeit zu geraten und man setzt seine physische und psychische Gesundheit aufs Spiel.
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Warum ist es passiert?

21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?

Anfangs war es die Neugier etwas neues, verbotenes auszuprobieren. Ich hatte einen Freund kennengelernt der mich zu sich nach Hause eingeladen hat. Meist waren 4-5 Leute bei ihm und jeder hatte Cannabis geraucht. Erst lehnte ich immer ab als mir was angeboten wurde. Doch nach ein paar Treffen wurde ich dann doch sehr neugierig und zog mal am Joint. Mir hat die Wirkung sehr gefallen. Es war eine ausgelassene Stimmung, man konnte über jeden Mist lachen und man war euphorisch. Auch das Musikhören wurde anders erlebt. Ich hatte plötzlich so ein Dazugehörigkeitsgefühl in der Gruppe und konnte bei dem Thema mitreden. Es hat einfach Spaß gemacht mit der Gruppe zu konsumieren und rumzublödeln. Diese Phase würde ich als Genusskonsum bezeichnen.

Später, das war so 2018, haben sich die Konsumgründe verändert. Das war die Zeit als ich phasenweise sehr viel Stress auf der Arbeit hatte. Mein damaliger Job hat mir nicht so gefallen und es gab eine Stelle, welche zukünftig zu besetzen gewesen wäre. An dieser Stelle hatte ich großes Interesse und ich habe mich ins Zeug gelegt um in die nähere Auswahl zu kommen sobald diese Stelle ausgeschrieben wird. Währenddessen war ich in 3 verschiedenen Abteilungen tätig und es wurde sehr viel von mir verlangt. Ich musste einige Überstunden machen, welche zum Teil nicht ausgezahlt wurden und ich musste meinem Geld hinterher rennen. Mein Chef war ein schwieriger Genosse, etwas cholerisch. Dazu kamen ständige Intrigen und Mobbing anderer Mitarbeiter, von denen manche auch Interesse an dieser Stelle hatten.
Dies hat mir sehr mitgenommen und ich stand sehr unter Druck. Nach Feierabend konnte ich nicht abschalten, ständig machte ich mir Gedanken wegen der Arbeit. Manchmal war ich deswegen sehr traurig und antriebslos.
Cannabis zu rauchen half mir dabei meine Sorgen und den Alltagsstress mal für einen Moment zu vergessen und ich fühlte mich kurzzeitig wieder gut. Der Cannabiskonsum war quasi mein Ventil für den Druckabbau und die Sorgen, wenn es phasenweise sehr schlimm auf der Arbeit war. Es eignete sich gut da ich wie auf Knopfdruck abschalten konnte - meine Ängste verschwanden für den Moment und meine Laune hat sich gebessert. Das war missbräuchlicher Konsum, welcher mir währenddessen nicht so bewusst war.
Ein weiterer Grund war, dass ich damals sehr verschlossen war und kaum mit Leuten über meine Probleme geredet habe. Ich habe es in mich hinein gefressen und dadurch nicht verarbeitet.


22. Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
Den meisten ist es nicht aufgefallen weil ich es verheimlicht habe. Meiner Mutter ist aber aufgefallen, dass ich mich etwas verändert habe. Ich habe mich nicht mehr so oft gemeldet und wurde in manchen Dingen etwas nachlässiger. Manche Freunde wussten vom Konsum aber haben sich nicht dazu geäußert.

23. Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?
Die Zeit als ich unglücklich mit meiner Arbeit war, dauerhaft unter Druck stand, Probleme hatte nach der Arbeit abzuschalten. Diese Traurigkeit und Erschöpfung wollte ich mit Cannabis kompensieren.

24. Haben Sie sich an Jemand um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden?
(Warum, wann, wer?)
Zur damaligen Zeit sah ich kein Problem in meinem Konsumverhalten. Das Thema Cannabis wurde in unserem “Konsum-Kreis” verharmlost und als unproblematisch angesehen. Ich hatte das Gefühl alles im Griff zu haben.

25. Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
Nein

26. Hatten sie Konsumpausen/spitzen?Warum? Wann?
Bis 2017 lagen unregelmäßige Abstände von bis zu 3 Monaten vor. Mitte 2017 musste ein FÄG (aufgrund illegaler Einfuhr von Cannabis) machen. Danach hatte ich ca. ein halbes Jahr pausiert. Die Konsumspitze war im Urlaub unmittelbar vor der Drogenfahrt. Dort habe ich mehr konsumiert als sonst. Ich wollte mich im Urlaub einfach nur gehen lassen und den ganzen Alltagsstress vergessen, die Sorgen mal Zuhause lassen und die Tage mit den Kollegen voll auskosten.

27. Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?
Ich konnte auch ohne Drogen abschalten. Das habe ich auch ab und zu getan. Allerdings war es einfacher einen Joint zu rauchen. Und es gab mir ein gutes Gefühl. Da es sich in diesen Momenten normal angefühlt hat hin und wieder einen Joint zu rauchen dachte ich auch nicht groß darüber nach es nicht zu tun.

28. Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?
Ja. Jeder Drogenkonsument ist gefährdet in eine Abhängigkeit zu geraten. Ich denke, dass das auch bei mir hätte zutreffen können. Schließlich habe ich angefangen zu Genusszwecken zu konsumieren und der Konsum hat sich irgendwann gewandelt um Sorgen und schlechte Gefühle zu verdrängen. Wenn ich den Konsum weitergeführt hätte und es eine Phase gegeben hätte in der es mir psychisch extrem schlecht ginge, hätte ich eventuell häufiger und mehr konsumiert. Ich könnte mir vorstellen, dass dies in eine Negativspirale geführt hätte und sich eine Abhängigkeit hätte ausbilden können.

29. Waren sie drogenabhängig?
Nein

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Wieso passiert das nicht wieder?

30. Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?

Ja ich habe unreflektiert gehandelt und habe die Risiken des Drogenkonsums außer Acht gelassen und verharmlost. Das Verlangen etwas neues auszuprobieren war zu dem Zeitpunkt einfach reizvoller als sich mit eventuellen Negativfolgen zu beschäftigen.

Wenn ich mich mehr mit der Aufklärung über negativen Folgen und Risiken des Drogenkonsums auseinandergesetzt hätte wäre ich womöglich gar nicht in die Situation gekommen um mit den ehemaligen Kollegen Cannabis zu konsumieren.

31. Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?
Ich bin mittlerweile an einem Punkt angelangt wo ich froh bin, dass es zur MPU gekommen ist. Ich hatte dadurch nämlich die Gelegenheit an mir selbst zu arbeiten, ehrlich zu mir selbst zu sein und meinen Problemen in die Augen zu schauen.
Wenn ich wieder anfangen würde Cannabis zu rauchen wäre ich wieder am gleichen Punkt wie zuvor und würde Familie, Freunde und Hobbies vernachlässigen. Ich möchte mich selbst und mein Umfeld nicht wieder enttäuschen. Außerdem würde bei erneutem Konsum mein neuer Job auf dem Spiel stehen.

32. Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)
Der Tag der Verkehrskontrolle war schon ausschlaggebend für meinen Entschluss abstinent zu leben. Aber ab da fing mein Bewusstwerdungsprozess erst an. Ich hatte intensive Gespräche mit meinen Eltern, welche sich einprägten und mein Fehlverhalten nochmals deutlich machten. Außerdem wurde mir klar, dass ich mir mit dem Konsum nur selbst Steine in den Weg gelegt habe und sich Probleme anhäuften. Mir wurde klar, dass ich durch mein egoistisches Verhalten auch andere Leute gefährdet habe. Das wurde mir leider viel zu spät erst klar. Darum beschloss ich einen Schlußstrich beim Thema Cannabis zu ziehen und es als Lebenserfahrung abzuspeichern, und daraus zu lernen.

33. Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht für gelegentlicher Konsum in Betracht?
Weil ich ja gemerkt habe, dass sich meine Konsumgründe mit der Zeit geändert haben. Anfangs war es nur Spaß und Genuss, jedoch hat es sich später zum missbräuchlichen Konsum entwickelt um Alltagsstress und Sorgen zu verdrängen. Ein erneuter Konsum würde sehr wahrscheinlich wieder zu solch einem problematischen Konsummuster führen.
Ich möchte mich weiterentwickeln und meine Ziele verfolgen - das geht nur mit einem klaren Kopf.

34. Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?
Die Umstellung verlief weitestgehend ohne Probleme. Ich war innerlich wütend und enttäuscht von mir selbst, dass es überhaupt soweit kommen konnte. Das gab mir die Motivation es von heute auf morgen sein zu lassen. Ich spürte kein Verlangen mehr, außer in einer Situation in der ich etwas traurig war. Jedoch hatte ich stets im Hinterkopf wohin mich der Konsum geführt hat und welche negativen Auswirkungen er in meinem Leben hatte. Deshalb verschwand der Gedanke etwas zu rauchen sofort wieder.

35. Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
Meine Familie hat mich sehr dabei unterstützt. Und auch meine besten Freunde zu denen ich jetzt wieder ein sehr gutes Verhältnis pflege. Ich kann jederzeit zu ihnen kommen wenn es mir nicht gut geht. Generell hatten wir uns über die Geschehnisse unterhalten und redeten darüber wie sich der Konsum bei mir entwickeln konnte. Es half mir sehr die Sache zu verarbeiten.

36. Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?
Positiv. Ich pflege eine bessere Beziehung zu meinen Freunden und meiner Familie als zuvor. Ich war damals ein wenig verschlossen, habe mit Anderen kaum über meine Probleme und Gefühle geredet. Jetzt kann ich offen und ehrlich mit meinen Leuten reden wenn es mir nicht gut geht. Das hat viele Beziehungen gestärkt. Besonders zu meinem Vater, da wir uns mal richtig ausgesprochen habe. Und seitdem habe ich viel mehr Kontakt zu ihm als zuvor.

37. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?
Ich habe ein paar von ihnen noch einmal gesehen um über das Geschehene zu reden und um klar zu machen,dass es das Beste ist wenn wir keinen Kontakt mehr haben. Seitdem habe ich auch nichts mehr von ihnen gehört.
Mir wurde auch bewusst, dass es nur der Konsum war der uns zusammen hielt. Richtige Freunde waren es nicht…

38. Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?
Nein. Da ich sie nur noch einmal gesehen habe.

39. Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?
Für mich kommt nur eine volle Abstinenz in Frage. Ich meide Leute die es konsumieren und begebe mich nicht an Orte wo Cannabis konsumiert wird.
 

Entenschnabel

Neuer Benutzer
40. Haben Sie zu Hause Cannabis?
Nein, ich habe auch sämtliche Konsumutensilien entsorgt.

41. Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
Durch die Einhaltung meiner strikten Abstinenz. Darüber hinaus meide ich den Kontakt zu Konsumenten und Orten wo konsumiert wird. Wenn es zu Problemen oder Konfliktsituationen kommt werde ich diese möglichst sofort angehen und behandeln. Sich mit Cannabis zu betäuben macht es nur für einen kurzen Moment besser. Allerdings schiebt man die Probleme dadurch nur auf, sie häufen sich an und man behebt die eigentliche Ursache des Problems nicht.

42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?
Pauschal kann man einen Rückfall nie ausschließen. Ich habe den Kontakt zu sämtlichen Konsumenten abgebrochen und die Nummern gelöscht, sowie meine Konsumutensilien entsorgt. In meinem Freundeskreis sind viele Sportler, welche nichts mit Drogen am Hut haben. Sollte es doch mal zu einer Situation kommen wo ich einen Rückfall verspüre dann kann ich mit Familie und Freunden offen darüber reden. Sie helfen mir jederzeit wenn es mir nicht gut geht und haben ein offenes Ohr für mich und meine Probleme.
Meine Verkehrspsychologin steht mir bei Bedarf auch zur Seite.

43. Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?
Alle 1-2 Monaten trinke ich in moderaten Mengen Alkohol. Dabei wird es nie mehr als 2 Bier (0,33l). Schnapps oder sonstigen hochprozentige Alkoholgetränke mochte ich noch nie.
 

Max

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Super, du hast die Anmerkungen gut umgesetzt ... ich persönlich habe dem nichts mehr hinzuzufügen.
Aus meiner Sicht darfst du jetzt deinen FB verinnerlichen :smiley252: ... aber auf keinen Fall auswendig lernen.

Eine Woche vor deiner MPU meldest du dich bitte noch einmal. ;)
 

Entenschnabel

Neuer Benutzer
So, in einer Woche ist es soweit. Habe alles verinnerlicht und fühle mich gut vorbereitet :)
Nur bei einer Frage bräuchte ich mal noch eure Meinung. Die Frage wurde auch bei meiner 1. MPU gestellt:

"Welche Glatteisstellen können Sie schildern?"
Es kann immer mal zu schwierigen Situationen im Leben kommen in denen Konflikte und Probleme auftreten. Zur damaligen Zeit war ein Hauptgrund für meinen Konsum, dass ich eine Phase hatte in der ich unglücklich mit meinem Leben war und durch die Arbeit sehr unter Druck und Stress stand. Ich habe gelernt mit solchen Situationen umzugehen und eine eventuelle Rückfallgefahr frühzeitig zu erkennen.
Hierzu kann ich ein Beispiel nennen: Anfang 2021 wurde ich meinem Job gekündigt. Grund dafür war eine Verletzung mit 7-Monatiger Ausfallzeit. Diese Nachricht war für mich ein herber Rückschlag, denn es war die Stelle auf die ich lange hingearbeitet habe. Aber ich habe das "Problem" angenommen und es so akzeptiert wie es war. Anstatt der Vergangenheit hinterher zu trauern und die Probleme vor mir her zu schieben habe ich meine Energie darauf konzentriert es besser zu machen und in die Zukunft zu schauen. Ich ging die Sache strukturiert an und habe es angepackt, anstatt die Problematik vor mir her zu schieben wie ich es früher vermutlich gemacht hätte. Meine Familie und Freunde waren in dieser Zeit für mich da und sie unterstützen mich bei der Jobsuche. Schlussendlich habe ich einen neuen Arbeitgeber gefunden bei dem die Bedingungen deutlich besser sind als zuvor. Mir gefällt die Tätigkeit sehr und mit den Kollegen komme ich auch super klar. Bei meinem damaligen Arbeitgeber habe ich mich selbst zu sehr unter Druck gesetzt und dadurch auch viele Flüchtigkeitsfehler gemacht, Dinge nicht richtig kommuniziert. Falls es heute zu stressigen Situationen oder zu Konflikten kommt die ich alleine nicht meistern kann, so kommuniziere ich dies zeitnah und nehme mir Hilfe.
Die Zeit, nachdem ich in meinem alten Job gekündigt wurde, war zwar erst einmal hart für mich, jedoch verfiel ich nicht in mein altes Muster und hatte auch keinen Gedanken, dass ich Cannabis rauchen müsste um die Sorgen und Probleme zu vergessen. Meine damaliges problematisches Verhaltensmuster habe ich entsprechend aufgearbeitet und gefestigt. Ich werde zukünftig jedoch trotzdem achtsam sein vor einer eventuellen Rückfallgefahr und mich in entsprechenden Situationen an meine Familie und Freunde, oder auch meine Verkehrspsychologin, wenden.


Was sagt ihr zu meiner Antwort?
 

Entenschnabel

Neuer Benutzer
Die Tage hatte ich meine 2. MPU, ich bin mir jedoch unsicher wie es lief. Konnte die Nacht davor null schlafen, war dementsprechend unkonzentriert und leer im Kopf -.- Im Nachhinein erscheinen mir manche Antworten etwas "zu dünn". Gerade die Antwort nach den Konsumhintergründen oder nagativ-Erlebnissen.

Ich habe mir das Untersuchungsgespräch durchgelesen und abfotografiert, anschließend in Text umgewandelt. Wenn ihr mögt könnt ihr ja mal reinlesen... sicher auch hilfreich für andere zur Vorbereitung. Gutachten wäre in 4-6 Wochen fertig.



Psychologisches Untersuchungsgespräch


Auf Nachfrage, ob er sich die Zweifel der Behörde an seiner Fahreignung erklären könne bzw. ob er verstehe, warum er MPU machen müsse: Ja, da ich unter Drogeneinfluss gefahren bin, habe ich mich und andere Verkehrsteilnehmer stark gefährdet, deshalb kann ich das nachvollziehen.

Warum die Fahrerlaubnisbehörde seiner Meinung nach ihm seine Fahrerlaubnis zurück geben soll bzw. was habe sich geändert: Ich habe mein Fehlverhalten eingesehen, an mir und meiner Problematik gearbeitet und habe mit dem Drogenkonsum endgültig abgeschlossen

Auf Nachfrage, warum die 1. MPU negativ sei und welche Vorsätze er sich damals gefasst habe: Ich habe die Konsumhintergründe zu wenig aufgearbeitet und die Rückfallrisiken unterschätzt, und nur 6 Monate Abstinenznachweise gehabt, was in meinem Fall zu wenig war

Auf Befragen zum Alkoholkonsum: Zum ersten Mal habe er mit 17 Jahren Alkohol probiert. Er habe ab dem 18 Lebensjahr auch mal einen über den Durst getrunken. Ich mochte das Gefühl von Kontrollverlust nicht, und den Kater am nächsten Tag. Seitdem in moderaten Mengen, alle 1-2 Monate einmal, max. 2 Bier à 0,33, meistens Mischgetränke, Radler à 0,33l Höchstmengen: 4-5 Bier à 0,331, 2 oder 3 Cocktails Diese Höchstmengen habe er nur einmal erreicht. Er habe ca. 65 kg gewogen. Heute wiege er 70 kg. Zum aktuellen Alkoholkonsum: Alle 1-2 Monate bei besonderen Gelegenheiten 2 kleine Bier maximal, à 0,331, darüber gehe ich nicht hinaus

Warum er wenig trinke: Weil mir die Wirkung ab einem bestimmten Punkt nicht gefällt, und es schmeckt mir auch nicht. Hochprozentiges mochte ich noch nie

Ob er zusammen mit Drogen auch Alkohol getrunken habe: nie in Kombination

Auf Befragen, warum und wann er das erste Mal BtM probiert und wie sich der Konsum weiterhin entwickelt habe: Zum ersten Mal habe er mit 20 Jahren einen Joint probiert. Er habe 1-2 mal daran gezogen, aber an dem Abend keine Wirkung verspürt

Wie sich der Konsum weiterentwickelt habe: 2016 habe ich jemanden auf einer Party kennengelernt mit dem ich mich gut verstanden habe. Ich habe ihn besucht, es waren Kollegen von ihm da, die haben Cannabis geraucht. Ich habe beim ersten Mal abgelehnt, habe mich aber mit den Leuten gut verstanden. Als ich das 3. Mal da war, war ich neugierig wie es ist, high zu sein, und habe 2-3 mal am Joint gezogen, die Wirkung hat mir dann ganz gut gefallen. Wir waren immer 3-4 Mann bei dem zuhause, ich habe mit geraucht, zunächst einen halben, später einen ganzen Joint. Bis Mai 2017. Dann bin ich mit einem Kumpel nach Holland in Urlaub gefahren. Dort habe ich einen Joint am Tag konsumiert, die ersten 3 Tage. Die letzten 4 Tage habe ich nichts konsumiert. An den letzten 2 Tagen waren wir in Amsterdam und haben uns im Coffee Shop verschiedene Sorten Cannabis gekauft, für uns und die Kollegen als Vorrat. An der Grenze wurden wir kontrolliert. Ich musste ein 3 monatiges Urinscreening absolvieren, es hat auch eine Gerichtsverhandlung nach sich gezogen. Ich habe daraufhin 6 Monate mit dem Konsum pausiert. Allerdings hatte ich weiterhin Kontakt mit den Kollegen. Ende 2017 bin ich wieder zu denen und habe wieder mitgeraucht. Bis Januar 2019 habe er weiter konsumiert.

Welche anderen Drogen er noch konsumiert/probiert habe und ggf. warum: keine anderen Drogen

Auf Nachfrage, ob es kritische Hinweise durch andere (z. B. Familie, Beruf, Schule, andere soziale Beziehungen) gegeben habe: Ich habe versucht den Konsum zu verheimlichen, deshalb wusste es fast niemand. Meine Mutter hat mich darauf angesprochen, dass ich mich verändert habe, nachlässiger geworden bin und mich nicht mehr so oft gemeldet habe, aber sie hatte nicht vermutet dass ich Drogen konsumiere

Welche Nachteile er durch Konsum erfahren habe (z. B. Kopfweh, Müdigkeit oder Fehlen auf der Arbeit, in der Schule wegen Konsum z.B. am Vorabend oder Krach mit Kollegen, mit Familienmitgliedern, Probleme durch Drogen, Vernachlässigung usw.): ich wurde dadurch träge, schlapp, nicht aufnahmefähig, unkonzentriert bis 2 Tage nach dem Konsum. Ich habe meine eigentlichen Freunde vernachlässigt weil ich nur noch mit den Drogenkonsumenten zusammen war, habe meine Träume und Ziele schleifen lassen, bin dem nicht mehr nachgegangen

Auf Nachfrage, ob der Konsum schon mal zu problematischen Erlebnissen geführt habe (z. B. Überhitzung, Muskelkrämpfe, unangenehme Unruhe, Angstzustände während oder nach dem Konsum): zweimal hatte ich direkt nach dem Konsum Herzrasen, was sich weniger Minuten danach wieder normalisiert hat. Ich habe es vor den Freunden heruntergeredet. Bei dieser Antwort habe ich ein schlechtes Gefühl...Bei der 1. MPU stand sowas drin wie "Erneuter Konsum trotz negativen Erfahrungen/ Herzrasen". Vielleicht hätte ich darauf anders antworten sollen.

Ob eine Abhängigkeitsdiagnose gestellt wurde? nein

Ob er eine Entgiftung durchlaufen habe: nein

Ob er eine Entwöhnungsbehandlung durchlaufen habe: nein

Auf Nachfrage, wie er selbst damals seinen Drogenkonsum eingeschätzt habe: Damals war das eher Genusskonsum, aus Spaß in der Gruppe, ich mochte dieses euphorisierende Gefühl. Das Thema wurde in der Gruppe verharmlost und kleingeredet, aber heute würde ich das anders sehen

Auf Befragung:

09.05.2017, Allgemeiner Verstoß (829 BtMG): Unerlaubte Einfuhr von BtM in nicht unerheblicher Menge / Cannabis (38Gramm)

Ob er gefahren sei:
ja, auf der Rückfahrt. Bei der Polizei habe er verschiedene Tests gemacht, unauffällig, der Polizist habe damals von einer Blutentnahme abgesehen. Konsumverhalten zu dieser Zeit: eher unregelmäßig, davor im Abstand von 1-3 Monaten war er bei den Kumpels und habe einen halben bis einen Joint geraucht. In diesem Urlaub die ersten 3 Tage jeweils 1 Joint

28.01.2019, Fahren unter Einfluss von BtM, Analyseergebnis des Drogenscreenings: Tetrahydrocannabinol (THC) -3,6 ng/ml; THC, THC - Metabolit (THC - COOH) – 34 ng/mg;

Was sei an dem Tag gewesen:
Ich war mit dem Freundeskreis im Urlaub in Barcelona 10 Tage, ich habe alle 1-2 Tage einen Joint konsumiert. Am letzten Tag vor dem Abflug wurden 1-2 Cannabiskekse angeboten. Ich habe die Wirkung unterschätzt, die hat auch länger angehalten. Am 27.1. bin ich nach Frankfurt geflogen, dort wurde ich mit dem Taxi zu meinem Auto gefahren, kurz nach Mitternacht bin ich mit meinem Auto losgefahren. Ich bin mit meinem Auto liegengeblieben, habe die Stelle abgesichert, die Polizei ist gekommen und hat den Eintrag BTM gesehen, da ich einen müden und erschöpften Eindruck gemacht habe, haben sie mich mitgenommen zur Blutentnahme. Da stand ich noch unter dem Einfluss von Cannabis, obwohl der Konsum schon 22 Stunden zurücklag, was ich unterschätzt habe. Es wäre besser gewesen, das Auto stehen zu lassen, allein auch aufgrund der Müdigkeit.

Wann und um wieviel Uhr er konsumiert habe: am 26.1. gegen 23 Uhr einen Keks, von dem ich keine Wirkung verspürt habe, gegen 0:30 Uhr einen zweiten Keks, die Wirkung hat dann verspätet eingesetzt. Am Tag davor (25.1.) einen Joint. Im Urlaub alle 1-2 Tage einen Joint

Wieviel Gramm genau: unbekannte Menge

Ob er die Wirkung der Droge während der Fahrt wahrgenommen habe: Nein, ich war erschöpft und müde, wollte nur noch nach Hause. Ich konnte nicht unterscheiden ob das vom Konsum aus der Vornacht war oder vom anstrengenden Heimflug

Zum Fahren und Drogenkonsum bzw. ob er dies in der Vergangenheit zuverlässig getrennt habe bzw. ob er bereits in der Vergangenheit unter für ihn wahrgenommen Einfluss Auto gefahren sei: ich habe immer geguckt dass eine Nacht dazwischen lag, allerdings ist das ja deutlich zu wenig da man ja bis zu 72 Std nach dem Cannabis Konsum noch einen Wirkung haben kann. Ich bin davon ausgegangen, wenn ich eine Nacht schlafe, dass ich dann wieder nüchtern bin und in der Lage, am Straßenverkehr teilzunehmen, was allerdings ja nicht so ist.
Hier vergaß ich zu erwähnen, dass ich bereits 15-20mal (1-3 Tage nach dem Konsum) unter Reststoffen im Blut Auto gefahren bin.

Auf Nachfrage, wie er danach, nach dieser Fahrt, mit Drogen umgegangen sei: Da habe ich beschlossen, den Drogenkonsum zu beenden, habe danach nichts wieder konsumiert. Ich habe mich noch einmal mit den Kollegen getroffen und gesagt dass ich nichts mehr konsumiere, und dass ich den Kontakt zu ihnen abbrechen möchte. Ich habe meine ganzen Konsumutensilien entsorgt

Wann er das letzte Mal Drogen konsumiert habe: 26./27.1.2019

Zu den Entzugserscheinungen (z. B. Schwitzen, Zittern, motorische Unruhe, Nervosität, Gereiztheit): Keine.


Zur Umstellung: Es war eigentlich unproblematisch. Am Tag der Verkehrskontrolle war ich enttäuscht von mir selbst, dass es so weit gekommen ist und hatte Wut auf mich, und habe beschlossen aufzuhören. In den folgenden 1-2 Wochen kam einiges hoch, was ich durch den Konsum verdrängt hatte Letzter Satz blöde? Könnte ja suggerieren, dass ich häufiger konsumieren müsse um Sachen zu verdrängen, oder?

Auf Nachfrage, warum er seither keine Drogen mehr konsumiere (Motive): Ich habe gemerkt dass Cannabis nur negative Auswirkungen auf mein Leben hatte. Ich habe Familie, Freunde, Menschen die mir wichtig waren vernachlässigt, habe meine Ziel schleifen lassen. Ich habe gemerkt dass ich meine Probleme nur verdrängt habe, mich in der Zeit nicht weiterentwickelt habe, Lebenszeit verschenkt habe. Ich hätte meinen Job verlieren können. Ich möchte verantwortlich leben und mich weiterentwickeln, das geht nur wenn man nüchtern ist im Kopf und klare Gedanken hat

Was sich seitdem er Drogenfrei lebe, verändert habe: Ich habe ein besseres Verhältnis zu ehemaligen Freunden, meiner Familie, vor allem zu meinem Vater. Wir haben uns mal ausgesprochen und sehen uns jetzt regelmäßig. Ich kann mit ihm über Sorgen und Probleme reden, wir unternehmen etwas zusammen. Früher habe ich Probleme und Gefühle in mich reingefressen. Heute kann ich mit Freunden über meine Sorgen reden, habe eine Anlaufstelle wenn es mir nicht so gut geht. Ich habe einen neuen Job bei XXX, das Arbeitsverhältnis ist super, ich verstehe mich gut mit Kollegen. Ich mache regelmäßig Sport, fahre Fahrrad, gehe Schwimmen, ich gehe regelmäßig mit Freunden ins Schwimmbad. Ich habe mich mit gesunder Ernährung auseinandergesetzt, habe einen Lebenswandel der mit gut gefällt

Welchen Freundeskreis er heute pflege: Sportler, mit denen ich mich zum Fahrrad fahren treffe, ein bester Freund der jetzt in Polen lebt den ich 1-2 mal im Monat besuche, Arbeitskollegen

Ob er weiterhin Kontakte zu den Drogenkonsumenten habe: nein, ich habe auch alle Nummern gelöscht und seitdem nichts mehr von denen gehört

Ob er eine Maßnahme wahrgenommen habe bzw. bei welcher Maßnahme er gewesen sei: MPUXXX, Herr XXX (online)

Auf Nachfrage nach dem Nutzen von verkehrstherapeutischen Maßnahmen: Ich habe gelernt welche Auswirkungen Cannabis auf Körper, mein Leben, Fahreignung, wie man mit Rückfallgefahr umgeht und frühzeitig erkennt, Verhaltensstrategien um das Rückfallrisiko zu minimieren

Ob er persönliche Gründe und Ursachen für seinen Drogenkonsum dort aufgearbeitet habe: Ich hatte viel Stress durch die Arbeit, ich war mit meiner Arbeit unglücklich. In der Firma wurde eine neue Stelle ausgeschrieben die ich gerne gehabt hätte, ich habe mich sehr unter Druck gesetzt und wollte den Aufgaben gerecht werden. Dadurch war ich sehr gestresst und habe mich verhaspelt, wollte nicht zugeben dass ich Fehler mache und nicht zugeben dass etwas nicht klappt. Ich habe viele Überstunden gemacht. Auch andere Leute hatten an dieser Stelle Interesse, es kam zu Intrigen und Mobbing. Ich konnte von der Arbeit nicht mehr abschalten. Ich habe immer daran gedacht was am nächsten Tag auf mich zukommt. Ich war oft traurig, habe gemerkt dass Cannabis hilft zu entspannen, die negativen Gedanken loszuwerden und die Stimmung zu heben. Ich habe Probleme gerne vor mir hergeschoben, bin den Weg des geringsten Widerstandes gegangen, das hat sich dann angehäuft. Durch das Cannabis habe ich die negativen Gedanken ausgeschaltet, das hat sich zu einem missbräuchlichen Konsum entwickelt.

Welche persönlichen Gründe: Ich habe Probleme nicht angepackt, wollte mich nicht damit konfrontieren, sondern habe Dinge vor mir hergeschoben. 2017 habe ich mich von meiner damaligen Freundin getrennt. Anstatt das zu verarbeiten, habe ich das durch den Konsum von mir weggeschoben, das war eine innere Belastung die ganze Zeit. Hier wurde ich gefragt "Nun haben Sie ja äußere Gründe für Ihren Konsum genannt, können Sie auch innere Motive nennen?" Ich ging unterbewusst davon aus, dass meine genannten Gründe auch innere Motive beinhalten. Deshalb fiel mir spontan nur die Trennung mit meiner Freundin ein..aber das ist wohl auch ein äußerer Grund,oder? Hab mich nicht genug mit diesen Fragen auseinandergesetzt, verdammt!

Welche Strategien er heute nutze: Ich erledige Dinge direkt oder zeitnah, suche mit Struktur nach Lösungswegen. Wenn ich etwas allein nicht hinbekomme suche ich mir Hilfe. Mit Sport habe ich einen besseren Ausgleich, mit Stress umzugehen. Ich öffne mich meiner Familie, wenn ich Probleme habe und spreche mich mit ihnen aus. Wenn ich mit einer Situation nicht klarkäme, würde ich mir professionelle Hilfe suchen. Ich vergaß zu erwähnen, dass ich meditiere und dadurch die Gedanken ordnen kann.

Wie er eigene Rückfallgefährdung einschätze: Pauschal kann man einen Rückfall nie ausschließen. Aber ich habe den Kontakt zu Konsumenten abgebrochen, werde Orte und Leute meiden wo konsumiert wird. Sollte ich in eine Situationen kommen wo es zu Konflikten kommt, rede ich mit Freunden und Familie, oder würde professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

Welche ,Glatteisstellen" er schildern könne: eine Phase wo ich unglücklich bin im Leben, wenn es zu Stress und Konflikten kommt. Ich habe gelernt, diese Probleme frühzeitig zu erkennen. Beispiel: 2020 wurde ich in meinem Job gekündigt wegen einer Sportverletzung. Das war ein herber Rückschlag, da ich auf die Stelle lange hingearbeitet habe. Aber ich habe damit abgeschlossen und wende meine Energie in die Zukunft, bin strukturiert auf Jobsuche gegangen. Meine Familie stand hinter mir. Die Kündigung war hart, aber ich habe gelernt es zu akzeptieren. In dieser Zeit habe ich kein Bedürfnis zum Konsum verspürt.

Auf Nachfrage, ob er etwas ergänzen möchte: Nein. Ich hatte die Möglichkeit durch die MPU, diese Thematik durchzuarbeiten und mein Leben ändern konnte. Sonst wäre es vielleicht noch zu schlimmeren gekommen.

Dauer des Untersuchungsgesprächs: 45min.


Grüße
 
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Max

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Warum er wenig trinke: Weil mir die Wirkung ab einem bestimmten Punkt nicht gefällt, und es schmeckt mir auch nicht. Hochprozentiges mochte ich noch nie
Hier hast du dich eigentlich wiedersprochen ... warum trinkst du Alkohol, wenn er dir nicht schmeckt !?
Das hättest du durchaus schlauer beantworten können.
Welche persönlichen Gründe: Ich habe Probleme nicht angepackt, wollte mich nicht damit konfrontieren, sondern habe Dinge vor mir hergeschoben. 2017 habe ich mich von meiner damaligen Freundin getrennt. Anstatt das zu verarbeiten, habe ich das durch den Konsum von mir weggeschoben, das war eine innere Belastung die ganze Zeit. Hier wurde ich gefragt "Nun haben Sie ja äußere Gründe für Ihren Konsum genannt, können Sie auch innere Motive nennen?" Ich ging unterbewusst davon aus, dass meine genannten Gründe auch innere Motive beinhalten. Deshalb fiel mir spontan nur die Trennung mit meiner Freundin ein..aber das ist wohl auch ein äußerer Grund,oder? Hab mich nicht genug mit diesen Fragen auseinandergesetzt, verdammt!
Das sind die Motive ...

Innere - Äußere Motive

Hemmungsbefreiend
* Leichtere Kommunikation
* Diskussionsfreudiger
* Kommunikation mit dem anderen Geschlecht

Gruppenzwang
* Dazugehörigkeit
* Beweisen von falscher Stärke

Verantwortungspflicht
* Druckabbau
* Problemverarbeitung / Beruf Privat

Entspannung
* Innerliche Ruhe finden
* Abschalten/Vergessen vom Alltag

Arbeit
* Angst ums Arbeitsverhältnis
* Zukunftsperspektiven
* Arbeitszeiten/Schichtarbeit

Speziell zu inneren Motiven ...

Innere Motive:

Zu Gruppenzwang:
Mangel an Selbstbewusstsein durch fehlende Reflektion meines Selbst und das Fehlen eines stabilen, gewachsenen Umfeldes.

Gegenmaßnahme: Sich selbst annehmen, mit den kleinen Fehlern, die man eben nun mal hat - und die einen zu einem MENSCHEN machen.

Zu Kontaktschwäche: Ebenfalls aus dem Mangel an Selbstbewusstsein resultierend.

Stress: Der "Leistungsgedanke" war falsch geprägt. Ich konnte Stress nicht kanalisieren, im Gegenteil. Darüber habe ich meinen Wert "gesellschaftlich" definiert.

Gegenmaßnahme: Erlernen von Techniken und Kommunikationsmaßnahmen, Trennung von positivem und negativem Stress. Gespräch mit Vorgesetztem, bzw. folgender Jobwechsel (nach erfolglosem Versuch einer Einigung)

zu finanzielle Probleme: Angst, Mangel an Selbstbewusstsein, entweder den Job zu wechseln, oder den Chef unter Druck zu setzen, damit ich an meine benötigten finanziellen Mittel gelange.

Insgesamt halte ich deine Antworten aber für durchaus plausibel, die Anmerkungen sollten daher keinen "Beinbruch" darstellen.
 

MrMurphy

Stamm-User
Ich befürchte große Bauchschmerzen des Gutachters beim Ausstellen eines positiven Ergebnisses für dich.

Im Gegensatz zu deinen ursprünglichen Angaben

Wer hat das Gutachten gesehen?: Nur die MPU-Vorbereitungsstelle

war das Ergebnis der ersten MPU offensichtlich bei der zweiten bekannt. Dann wird natürlich erwartet, dass du die dort angesprochenen Empfehlungen durchführst.

Zur Behebung der noch bestehenden psychologischen Aufarbeitungsdefizite im Drogenbereich ist die Inanspruchnahme - einer suchttherapeutischen Maßnahme, einer Psychotherapie oder eines fachlichen Beratungsprozesses - empfehlenswert.

Deshalb die Fragen

Ob eine Abhängigkeitsdiagnose gestellt wurde? nein

Ob er eine Entgiftung durchlaufen habe: nein

Ob er eine Entwöhnungsbehandlung durchlaufen habe: nein

Heißt: Du hast keine fachliche Hilfe in Anspruch genommen, obwohl es dir empfohlen wurde. Wobei die Empfehlung hier eher als Voraussetzung für ein positives Gutachten zu sehen ist.

Auch in anderen Antworten sehe ich keine großen Pluspunkte für das Bestehen einer MPU, die sind eher Durchschnitt.
 

Entenschnabel

Neuer Benutzer
OK danke für eure Antwort. Ich war einfach so durcheinander letzte Woche wegen Schlafmangel... -.-

Ich habe die Empfehlung beim letzten Gutachten, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, einfach überlesen, bzw. nicht mehr daran gedacht. Für mich selbst weiß ich, dass ich mit dem Kiffen abgeschlossen habe und es auch so bleibt. Vielleicht sollte ich dennoch Hilfe in Anspruch nehmen um dies zu verdeutlichen, was vermutlich aber ein längerer Prozess sein wird - Wartezeiten bis zum Termin, Behandlungszeitraum etc. Wie würdet ihr das angehen?

Falls diese MPU negativ sein würde, werde ich wohl das MPI wechseln. Dann muss ich jetzt nur iwie zusehen, dass meine Abstinenz nicht verfällt und keine Lücken entstehen.
 

MrMurphy

Stamm-User
Noch hast du kein Ergebnis. Nur weil ich eher kein positives Ergebnis für dich sehe muss das noch lange nicht so sein.

Trotzdem

dass meine Abstinenz nicht verfällt und keine Lücken entstehen.

Richtig, vollkommen unabhängig davon, ob du ein negatives oder positives Ergebnis erwartest. Sicher ist sicher.

werde ich wohl das MPI wechseln

Wenn dir das mehr Sicherheit gibt ist das durchaus sinnvoll. Kennt die Führerscheinstelle dein erstes Gutachten? Oder lag das nur vor, weil du die zweite MPU beim gleichen Institut abgelegt hast? Wenn die Führerscheinstelle das erste Gutachten erhalten hat wird sie es bei jedem weiteren Gutachten in den nächsten Jahren mit verschicken.
 

Entenschnabel

Neuer Benutzer
Wenn dir das mehr Sicherheit gibt ist das durchaus sinnvoll. Kennt die Führerscheinstelle dein erstes Gutachten? Oder lag das nur vor, weil du die zweite MPU beim gleichen Institut abgelegt hast? Wenn die Führerscheinstelle das erste Gutachten erhalten hat wird sie es bei jedem weiteren Gutachten in den nächsten Jahren mit verschicken.
Nein, die FsSt weiß zum Glück nichts von einem negativen Gutachten, habe es nicht abgegeben.

Wenn ich zu einem anderen MPI gehen sollte, dann sehen die ja nur, dass die FS-Akte bereits zweimal zu einem anderen MPI gesendet wurde. Dann werden sicherlich Fragen diesbezüglich aufkommen.

Muss ich dann weitere 6 Monate Abstinenz nachweisen, oder reichen 2-3 Monate aus? Es geht ja nur darum, dass meine 12 Monate nicht verfallen. Meiner aktuellen Erkenntnis nach bieten die meisten MPI nur 6 oder 12-Monate an. Muss Urin abgeben, weil Haare nur 1-2mm lang.
 
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