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MPU Wiederholungstäter Cannabis mit 1.5ng

Das wird schwierig bis unmöglich schätze ich - sowohl als auch in der MPU und vor allem im Leben (unabhängig von derMPU)
Ja, deswegen habe ich ja angefangen an das große ganze zu gehen, und an dingen zu arbeiten. Ich nehme die Unterstützung die ich kriege dafür, aber ich kann mir mittlerweile auch alleine Helfen. Hausärzte, Therapeuten und andere Anlaufstellen sind immer für mich zugänglich, so das ich dort bei Problemen Hilfestellung bekomme, wenn ich sie brauche.
 
Ja, ja, wasche mir den Pelz, aber mache mich nicht nass…

Hat noch nie funktioniert, und in einer MPU, insbesondere einer 2., die in kurzer Zeit schon wieder ansteht, schon gleich gar nicht.
Mit deiner bisherigen Aufarbeitung ist eine MPU nur eines:
Kapitalverbrennung

So Leid mir das für dich tut !
 
Okay, verstehe.
Dann würde ich damit eventuell noch Warten.
Hast du den Tipps welche schritte ich jetzt angehen sollte, um meine Aufarbeitung besser zu machen?
Suchberatung, Neue Therapie oder neue MPU vorbereitung?
 
Suchtberatung ist immer eine gute Idee.

Du könntest aber auch erst einmal hier mit uns deine Aufarbeitung zu machen.
Dann könnten wir immer noch sehen, ob du noch jemanden im rl benötigst…
 
Ich habe versucht mir mal mehr zeit für den Fragebogen zu lassen, und diesen einmal ausführlich auszufüllen.

1. Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?

Von illegalen Drogen habe ich das Erste Mal richtig gehört als Freunde mir von der Wirkung erzählt haben. Wie diese ihn half sich besser zu fühlen. ca. 2020.
Davor habe ich nur beiläufig immer mitbekommen das Leute in der Schule Drogen Konsumiert haben.

2. Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)

Mai 2021

3. Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)

Mai angefangen mit 1g pro Tag FR/SA. Bis Tagesklinik beginn Juli 2021 auf 2,5g pro Tag FR/SA. Während der Tagesklinik habe ich denn Konsum komplett eingestellt da es eine Voraussetzung war. Als die Tagesklinik Ende August vorbei war, habe ich wieder angefangen mit 1g FR/SA. Bis Dezember ist der Konsum auf 2g pro Tag FR/SA Gestiegen da ich mich an die 1g zu sehr gewöhnt hatte und ich mehr brauchte, um den gleichen Effekt zu erhalten. Das ging bis zum April 2022 so weiter, bis ich dann aufgehört habe, weil ich zu meinen Eltern zurückgezogen bin. Im Juni habe ich dann wieder mit 0,5g pro Tag FR/SA angefangen und bis zur Tat auf 2g gestiegen. Hauptsächlich FR/SA aber auch 2-mal im Monat unter der Woche. Am 12. Oktober habe ich dann aufgehört zu Konsumieren und habe meine Positive MPU gemacht. 2 Wochen nach der MPU habe ich im Oktober wieder angefangen mit 0,5g pro Tag Hauptsächlich FR/SA im September kam der Sonntag aber auch 2-mal dazu. Nach der Tat habe ich weiter konsumiert bis zum Januar ist es bei 0,5g pro Tag und ab und zu Sonntag geblieben. Dann stieg es auf 0,8g im Juni und blieb so bis August. Im September habe ich dann bis zum November aufgehört und dann im November habe ich wieder 0,5g pro Tag FR/SA Konsumiert. Anfang Dezember habe ich den Konsum dann eingestellt.

4. Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?

Nein

5. Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?

Trinke kein Alkohol

6. Sonstige Suchtmitteleinnahme?

Nein

7. Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?

Durch meinen Konsum habe ich einige negative Veränderungen bei mir festgestellt. Psychisch und charakterlich war ich oft motivationslos, schneller gereizt und teilweise gefühllos. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass meine Kreativität eingeschränkt war.
Auch familiär und sozial haben sich Dinge verschoben: Ich habe meinen Fokus stark auf den Freundeskreis gelegt, der ebenfalls konsumiert hat, und dabei andere Freundschaften sowie meine Familie vernachlässigt.
In meiner Freizeit habe ich insgesamt weniger unternommen und stattdessen viel Zeit damit verbracht, einfach nur mit diesen Freunden „abzuhängen“.
Bezogen auf meine Lebenssituation und meine Ziele hatte ich häufig das Gefühl, meine Zeit zu verschwenden und eher perspektivlos zu sein. Meine finanzielle Situation habe ich komplett verdrängt, Probleme vor mir hergeschoben und dadurch letztlich verschlimmert.

8. Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?

Ja, weil sie ich sie verdrängt, habe.

9. Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?

Delikt 1: Gemessene Werte: THC 8,7 µg/l, OH-THC 5,8 µg/l, THC-COOH 60 µg/l
Delikt 2: Gemessene Werte: THC 1,5 µg/l, THC-COOH 41 µg/l

10. Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
In der Woche davor habe ich 0,5g FR/SA/SO konsumiert.

11. Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit konsumiert?
Am Tag der Tat nichts. Am vorhabend hatte ich 0,5g in einem Joint konsumiert.

12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?

Nein

13. Wie sind Sie auffällig geworden?

Ich bin an dem Abend ungefähr um 17:30 Uhr losgefahren zum Penny Parkplatz um mich dort mit mehreren Freunden zu Treffen und ein wenig zu Reden. Ich hatte mein Fahrzeug vor einem anderen stehen und als die Polizei kam, habe ich mein Fahrzeug von dort ein Stück vor in eine Freie Parklücke versetzt. Die Polizei hat dieses Umparken als Fluchtversuch gewertet. Bei der Überprüfung von mir kam mein BTM-Delikt aus dem Jahr 2022 zum Vorschein, und die Polizei wollte einen Urin Test machen. Diesen habe ich aus Schutzreflex abgelehnt und habe einen Konsum verneint.

15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?

Ich bin 1KM von zuhause zum Parkplatz gefahren.

16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?
2 Wochen nach der MPU bin ich wieder in Kontakt mit meinem alten Freundeskreis gekommen und habe dann wieder angefangen. Anfangs habe ich noch darauf geachtet, dass ich nach dem Konsum nicht mit dem Auto fahre, mit der Zeit sind dann die Zeiten zwischen dem Autofahren und dem Konsum immer kürzer geworden, sodass ich immer wieder unter dem Einfluss von Cannabis gefahren bin.

17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?

In meiner Ersten MPU habe ich gelernt, dass man zwischen Konsum und fahren ein Langer Zeitraum vergehen muss, um sicher und nüchtern ein Fahrzeug zu führen. Theoretisch war mir das klar. Praktisch habe ich das nicht umgesetzt.
Ich habe gemerkt, das mit der Zeit meine Hemmschwelle immer niedriger wurde. Anfangs habe ich noch sehr Lange Abstände eingehalten, mit der Zeit wurden die Abstände aber immer kürzer. Ich habe mir eingeredet, dass es schon passen wird. Das war ein schleichender Prozess und ein Klares Warnsignal, was ich aktiv ignoriert habe. Heute ist mir bewusst, dass ich keine Kontrolle von Konsum und fahrt hatte. Durch den Konsum hat sich meine Risikoeinschätzung verschoben. Deshalb möchte ich das Problem nicht durch bessere Planung beheben, sondern habe ich entschieden eine grundsätzliche dauerhafte abstinent einzuhalten. Nur so ist es ausgeschlossen das ich wieder in den Konflikt mit Drogenkonsum und der Fahrt komme. Ich habe für mich verstanden das es nicht möglich ist eine sichere Trennung von Konsum und fahren hinzubekommen.

18. Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
(Beschreibung bitte für die zutreffende Substanz)

- Reaktionsgeschwindigkeit lässt nach.
- Geschwindigkeiten und Gefahren können schlechter eingeschätzt werden.
- Konzentration und Aufmerksamkeit ist schlechter.
- Spur kann nicht gut gehalten werden.
- fehlender Versicherungsschutz.

19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?

Bei gelegentlichem bis 24 Stunden und bei Regelmäßigem mehrere Tage.

20. Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?

Täglicher Konsum führt zu Physischer Abhängigkeit, beeinträchtigt die Reaktion und Aufmerksamkeit, hat Einfluss auf die Motivation für wichtige Sachen und bringt oft eine Selbstkontrollen Verlust.

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Warum ist es passiert?

21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?

Mein Konsum begann im Mai 2021 mit meiner damaligen Ex-Freundin zusammen. Es war zu einer Zeit, als ich mich sehr depressiv gefühlt habe. Ich habe seit Oktober 2018 in einem Betrieb als Chemikant gearbeitet auf Wechselschicht gearbeitet, wo ich von Anfang an nicht dazu gehört habe. Ich wurde falsch oder gar nicht in bestimmte Bereiche eingelernt so das mir immer viel Wissen oder Ahnung über anlagenteile verwehrt waren. Dadurch war ich gleichzeitig immer derjenige ohne Ahnung oder der der immer alles Falsch macht. Für mich war jeder Tag, den ich dort arbeiten musste, der Horror. Und dazu kamen Nachtschichten und 12 Stunden Schichten am Wochenende dazu. Ich habe mir Körperlich und physisch komplett ausgelaugt gefühlt. Ich konnte auch nicht drüber reden mit irgendjemanden, weil es mir Peinlich war. Ich hatte das Gefühl, das ich es selbst schuld wäre, und mir dort auch niemand Helfen kann also wieso sollte ich drüber reden. Dieses Ausgegrenzt werden hat mich dann immer wieder auch in meine Kindheit zurückgeworfen. Ich habe seit der Grundschule nie wirklich irgendwo dazu gehört. Ich hatte immer meine 1-2 Freunde von denen ich aber auch immer nur jemand war bei dem man sich gemeldet hat, wenn niemand anderes Zeit hatte. Somit war ich sehr viel immer allein und habe mich sehr stark oft isoliert.
Irgendwie hat man auch immer einen Weg gefunden sich über mich Lustig zu machen. War es nun meine Pubertät Akne oder das ich Mandel Augen habe und etwas asiatisch aussehe.
Dieses Außenseiter sein war seit dem Stark in meinem Kopf verankert, und immer, wenn ich allein bin, fühle ich mich wieder als wäre ich zurück in dieser Zeit. Ich habe mich Schlichtweg sehr unwohl gefühlt dort zu sein, habe mich aber auch dort nie getraut mal mit jemandem zu Reden. Zumal hatte ich keine Freunde dafür noch konnte ich mit meinen Eltern Reden zu der Zeit. Am 17.12.2011 hatte mein Halbbruder einen schweren Autounfall erlitten. Ab dem Zeitpunkt hatte sich unsere Familie sehr stark gespaltet. Ich habe 3 Weitere Geschwister aber wir haben und eher gezofft als das wir miteinander hätten reden können. Gleichzeitig fand ich das Thema wie es mir geht auch sehr hinten angestellt, während mein Halbbruder Schwerstverletz im Koma im Krankenhaus liegt. Ab dem Zeitpunkt waren meine Eltern durchgehen im Krankenhaus. Erst nur wegen ihm kurze Zeit später wurde meine Mutter dann wegen einer Entzündung am Knie (Durch eine Vorherige OP) wieder operiert werden musste. Also war mein Vater eigentlich nur noch am Pendeln zwischen Arbeit und Krankenhaus. Ab und zu wahren ich und meine kleine Schwester mit, aber ich fand es wirklich sehr schwierig als 11-jähriger Junge jemanden aus meinem nahen Umfeld in diesem Zustand dort liegen zusehen. Oft war ich dann nur bei meiner Mutter aber selbst dieses war seltener. Sie war ca. Ein Jahr dann dort. Nachdem sie wieder zuhause war, war alles immer hektisch und stressig. Durch diese Zeit hat sich unsere Familiäres Verhältnis nochmal total verändert. In der Zeit hätte ich wenigstens meine Eltern gebraucht um über das, was los ist zureden und wenigsten dort Zuneigung und Aufmerksamkeit zu erhalten, aber ich war so isoliert durch die ganze Zeit das ich jedem aus dem Weg gegangen bin. Ich wurde zu der Zeit das Erste Mal Stark Depressiv und habe aktiv über Selbstverletzungsmöglichkeiten nachgedacht damit ich mich in einer weiße lebendig fühle. Das ging so weiter, bis ich mit 14 im Internet meine Erste Freundin gefunden habe. Es hat mir seit langer Zeit das erste Mal eine Person wieder Zuneigung gezeigt oder war da für mich. Das war für mich so ein berauschendes Gefühl, dass ich gar nicht von dieser Person wegwollte. Nur leider hatte diese Person keinen guten Einfluss auf mich. Sie hatte selbst starke Probleme mit Depression und Selbstverletzung. Durch sie habe ich das erste Mal von Selbstverletzung in Form von Schneiden mitbekommen. Während wir zusammen waren, hatte ich kein verlangen dazu es auszuprobieren. Später als ich 15 war, habe wir uns allerdings getrennt, und ich habe zurück daran gedacht, und wollte schauen, ob es mich besser fühlen lässt, wenn ich mich so allein und verlassen fühle, oder vielleicht geben mir auch meine Eltern mal die Aufmerksamkeit dann das sie merken das etwas falsch läuft bei mir und ich Hilfe benötige, es aber nicht schaffe mir diese zu suchen. Ich fand das Gefühl mich selbst zu verletzen sehr befreiend und hatte das Gefühl, das ich mich dadurch lebendig fühle, also habe dieses bis ich 16 war öfter getan. Die Hilfe von meinen Eltern habe ich nicht erhalten. Sie hielten es für ein Jugendtrennt und haben es auch ignoriert. Deswegen habe ich es auch sehr versteckt und wollte auch nicht, dass es jemand irgendwie in der Schule sieht, damit ich nicht noch mehr ausgelacht werde. Ich hatte in der Schule zu der Zeit extreme Probleme mich zu Konzentrieren oder mitzumachen. Ich war oft zu müde, weil ich nicht schlafen konnte oder einfach, weil mein Schlaf nicht erholend war, weil ich die ganze Nacht aufwache. Ich habe es dann gerade so geschafft meinen Hauptschulabschluss auf der Gesamtschule zu machen. Mit diesem Konnte ich dann nur leider nie irgendetwas machen, was ich gerne Beruflich gemacht hätte. Also habe ich Notgedrungen eine Ausbildung als Industriemechaniker angefangen. Ich hatte mich gefreut darauf und dachte vielleicht wird jetzt alles anders. Allerdings hat mich diese ganze Zeit zuvor so geprägt das ich Total introvertiert bin und mich selbst in die Außenseiter Rolle stelle. Ich habe es also wieder nicht geschafft Anschluss oder Freunde zu finden. Es gab eine Person, die immer mal wieder mit mir geredet hat und versucht hat auf mich zuzugehen, für mich war es aber sehr schwer irgendwie daraus einen festen Kontakt zu Knöpfen also was es eher eine hast du die Hausaufgaben Freundschaft. Ich hatte während der ganzen Zeit immer nur einen Freund, den ich auf der Gesamtschule kennengelernt habe. Diesen habe ich aber auch immer nur sporadisch mal gesehen und man hat was gemacht. Reden konnte ich dort aber auch nicht. Nach der Ausbildung bin ich dann als Quereinstieg in den gesagten Chemikanten Job gegangen. Ab dem Zeitpunkt fing mein Konsum an das ich am Wochenende konsumiert habe. Am Anfang mit der Ex-Freundin, weil diese nicht so regelmäßig Konsumieren wollte habe ich es irgendwann allein gemacht. Dann ging ich im Juli 2021 nach einem Jahr Wartezeit in eine Psychiatrische Tageklinik. In dieser habe ich mich sehr mit mir selbst auseinander Gesetz und konnte mich das erste Mal irgendwo in eine Gruppe einbinden. Dieses Gefühl hat mich in meiner Therapie sehr gestärkt. Zum Ende Habe ich dann die Diagnose Repressive Depressive Störung und Borderline Persönlichkeitsstörung bekommen. Kurz nach dem Ende habe ich dann wieder angefangen zu konsumieren, weil ich diese Gruppen Dynamik und den Tagesablauf nicht mehr hatte und mich ziemlich im Stich gelassen gefühlt habe. Nach der Tagesklinik hat aber auch gleichzeitig die Einzelgespräche mit meiner ersten Therapeutin angefangen. Nur konnte ich mich auf diese nicht wirklich einlassen und habe es nicht wirklich ernst genommen. Erst nach 1. Monat habe ich das ganze ernst genommen und ich konnte aktive Gespräche mit ihr führen. In diesen Konnte ich sehr viel für mich, was ich verdrängt hatte, wieder aufarbeiten, was ich verdrängt hatte. Während der Zeit war ich sehr lange krankgeschrieben, weil ich nicht länger diesen Job nachgehen wollte. Ich habe versucht mich als Industriemechaniker zu Bewerben allerdings war dieses erfolgslos. Also habe ich mich Total ausgeliefert gefühlt. Darüber habe ich mit meiner Therapeutin geredet und bin mit ihr auf die Idee gekommen eventuell einfach eine Abteilung´s Änderung in meinem jetzigen Betrieb anzufordern. Also habe ich darauf Gespräche mit dem Betriebsführer geführt ob so etwas auf Tagschicht möglich ist. Dieser hatte großes Verständnis gezeigt, sodass ich über das Hamburger Modell Schritt weise wieder Anfang zu Arbeiten allerdings in der Schlosserei als Betriebsschlosser statt als Chemikant. Am Anfang lief es wirklich super ich habe mich extrem wohl gefühlt, und konnte mich mit den anderen auch super verstehen. Zur gleichen Zeit habe ich eine Fernbeziehung begonnen in der ich mich anfangs sehr wohl gefühlt hatte. Das ganze lief dann ein Jahr so bis ich 2023 Starke Probleme mit Akne bekommen habe. Ich habe mich Total Schlecht gefühlt weil ich dachte das ich diese Zeit abgelegt hatte. Alle Gefühle des Lustig Machens kamen wieder in mir hoch. Meine Motivation war im Keller, mir ging es immer schlechter.
Zu der Zeit befand ich mich schon in Abstinenz und wollte diese auch weiter beibehalten. Ich habe mit der Freundin nicht drüber geredet, aber ihr war es egal und sie war trotzdem an meiner Seite. Trotzdem habe ich es nicht geschafft auf der Arbeit motiviert zu bleiben und ich habe mich selbst dich die Unmotiviertheit in ein schlechtes Licht gerückt. Dazu sind mir ständig Fehler passiert, was das Vertrauen in mich gemindert hat. Dann hatte ich meine MPU die ich Positiv abgelegt habe. Nach dieser MPU hat die Freundin von mir getrennt, weil ich immer abweisender wurde und ihr nicht mehr das gleich wie vorher bieten konnte, weil ich mich so unwohl mit mir selbst gefühlt habe. Auf der Arbeit wurde ich immer schlechter behandelt und ich war wieder exakt dort wo ich dachte das ich raus wäre. Ich habe das Ganze noch 2 Wochen durchgehalten, bis ich mich dazu entschieden habe wieder Cannabis zu Konsumieren. Also traf ich mich mit meinem alten Freundeskreis und hatte wenigstens dort das Gefühl, dass ich dazu gehöre. Während der ganzen Zeit von 2021 habe ich oft dinge für Autos oder Elektronik auf Raten gekauft und so mehrere Kredite aufgebaut, so dass ich einen relativ Hohen Schuldenberg besessen habe. Ich habe nach dem MPU als es mir so schlecht ging mir die Hilfe suchen sollen, wie ich es mir vorgenommen habe. Stattdessen habe ich die einfachste Möglichkeit gewählt. Ich hatte keine Freunde oder Freundin mehr zum Reden und mit meinen Eltern wollte ich nicht darüber reden. Ich hatte das Gefühl, das mich niemand verstehen würde, außer die Jungs, die selbst ihre Probleme mit dem Konsum beiseiteschieben. Dazu war ich, wenn ich konsumiert hatte Kontaktfreudiger und habe neue Freunde gefunden, sodass der Kreis größer geworden ist. Ich habe auch Leute kennengelernt, die nicht Konsumieren mit denen ich bis heute Kontakt halte. Durch das Konsumieren wurde ich sehr unmotiviert und habe dann sehr viel schleifen lassen, und habe mich auch wieder Langezeit krankgeschrieben bis ich dann Mitte des Jahres 2024 angefangen habe Gespräche zuführen ob es möglich ist mit Abfindung aus dem Betrieb auszuscheiden. Das Ganze hat sich dann bis August gezogen. Dann bin ich mit einer guten Abfindungssummer ausgetreten und habe mich wie befreit gefühlt. Ich habe gleichzeitig auch mein altes Fahrzeug verkauft und konnte all meine Schulden loswerden. In der Zeit hat sich das Problem mit meiner Akne auch wieder verbessert. Es war noch leicht anwesend, aber ich konnte mich selbst wieder im Spiegel ansehen. Als ich dann “Arbeitslos” war und keine Schulden mehr besaß habe ich im September eine Reise durch Asien unternommen. Ich habe mit vielen Fremden dort Kontakt aufgebaut und habe ein neues Leben für mich kennengelernt. Es war alles so leicht und Frei. Als ich zurückkam, im November war ich Kurzzeit wieder überfordert mit der Situation Arbeitslos zu sein und habe mich sehr gestresst und konnte mich auch nicht von meinem einzigen Freundkreis lösen.
 
22. Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
Meine Eltern fanden den Konsum nicht gut, weil sie wussten das ich nur wieder versuche etwas zu verdrängen, das habe ich allerdings ignoriert.

23. Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?

Zu verstärktem Konsum haben meine Probleme mit meiner Haut und auf der Arbeit geführt.

24. Haben Sie sich an Jemand um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden?
(Warum, wann, wer?)

Bei der Abstinenz für meine erste MPU habe ich nicht drüber geredet, sondern einfach aufgehört da ich wusste, dass ich für die MPU eine Abstinenz vorweisen muss. Bei dem Start der jetzigen Abstinenz habe ich nach meinem Wiederkommen von einer Reise mit meinem einzigen Freundeskreis im November 2024 geredet. Und diesen erzählt das ich so nicht weiterleben möchte und mehr mich selbst finden möchte, und an meinen Problemen Arbeit will. Nach diesem Gespräch habe ich mit nur einer Person nur noch etwas zu tun. Dem Rest habe ich die Freundschaft beendet und behalte dieses auch weiter so bei. Einer von diesen Freunden hat sich mit mir entschieden aufzuhören. Wir sind zusammen später auch noch viel gereist. Leider hatte dieser Mitte 2025 ein Rückfall erlitten, in welchem ich mich von ihm erfolgreich distanziert habe. Nach einer gewissen Zeit hat dieser den Konsum eingestellt und ist bis heute dabeigeblieben.

25. Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?

Nein

26. Hatten sie Konsumpausen/spitzen?
Warum? Wann?

Konsumpause hatte ich erst während meiner Tagesklinik 2021 und dann zwischen September bis November 2024. Ansonsten nur der Abstinenzzeitraum von Oktober 2022 bis August 2023

27. Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?

Hauptsächlich hat mich die Fähigkeit zur Emotionalen Selbstregulation dran gehindert, ohne Drogen abzuschalten. Wenn ich Stress auf der Arbeit hatte oder meine Hautprobleme stärker wurden, kamen starke Selbstzweifel und negative Gedanken wie: ‚Ich bin nicht attraktiv‘, ‚Ich gehöre nicht dazu‘ oder ‚Ich enttäusche andere‘. Diese Gedanken haben bei mir Unruhe und Grübeln ausgelöst. Ich konnte das damals schwer aushalten. Statt mich damit auseinanderzusetzen, habe ich die Droge genutzt, um diese Gefühle kurzfristig zu betäuben. Sie hat meine Gedanken leiser gemacht und mein Selbstwertgefühl künstlich angehoben.

28. Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?

Wenn ich weiter konsumiert hätte, und immer weiter meine Probleme verdrängt hätte wäre ich für eine Drogenabhängigkeit gefährdet gewesen.

29. Waren sie drogenabhängig?

Nein

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Wieso passiert das nicht wieder?

30. Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?

Ja, Hätte ich, wenn ich früher an meine Gefühls Regulation gearbeitet hätte.

31. Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?

Meine Entscheidung für eine dauerhafte Abstinenz beruht auf der Einsicht, dass ich nicht aus Freizeitgründen konsumiert habe, sondern um tieferliegende Probleme zu bewältigen. Ich habe in einer Zeit, in der ich mich innerlich wertlos und beruflich ausgegrenzt fühlte, mit dem Konsum begonnen. Ich habe dieses Gefühl, nicht dazuzugehören, seit meiner Kindheit. In belastenden Situationen, wie zum Beispiel durch beruflichen Druck oder meine Hautprobleme, haben sich diese alten Muster wieder aktiviert. Cannabis verschaffte mir kurzfristig Erleichterung. Ich wurde geselliger, meine Selbstzweifel nahmen ab und ich hatte weniger das Gefühl, allein zu sein. Langfristig gesehen hat sich meine Problematik durch den Konsum jedoch verstärkt: Ich wurde unmotivierter, ging Verantwortung aus dem Weg und verschlechterte meine Situation. Obwohl ich bis zu meiner ersten MPU abstinent gelebt habe, habe ich die tieferliegenden Ursachen nicht ausreichend angegangen. Nachdem meine Partnerschaft zu Ende ging und ich mich auch wieder beruflich isoliert fühlte, fiel ich in alte Verhaltensmuster zurück, da ich meine emotionale Stabilität noch nicht erreicht hatte. Die derzeitige Abstinenz ist anders. Ich habe absichtlich mit den Menschen um mich herum kommuniziert und deutlich geäußert, dass ich so nicht weitermachen will. Ich habe Freundschaften beendet, die mir nicht guttaten, mich von konsumierenden Personen distanziert und mein soziales Umfeld neu organisiert. Seit Beginn meiner aktuellen Abstinenz habe ich wesentliche Veränderungen vorgenommen: Ich habe meine Schulden vollständig abgebaut, mein belastendes Arbeitsverhältnis beendet und beginne eine Weiterbildung in einem Berufsfeld, das langfristig zu mir passt. Ich habe meine eigenen vier Wände bezogen und übernehme die Verantwortung für mein Leben. Meine Entscheidung für Abstinenz beruht darauf, dass mir bewusst geworden ist, nur im nüchternen Zustand meine Probleme lösen zu können. „Abstinenz bedeutet für mich Stabilität, Selbstverantwortung und die Chance auf persönliche Weiterentwicklung.


32. Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)

Der entscheidende Moment für mich war im November 2024, als ich von einer längeren Reise zurückkehrte. Auf der Reise habe ich erfahren, wie leicht und frei mein Leben ohne Schulden, beruflichen Druck und innere Schwere sein kann. Bei meiner Rückkehr und dem Widergeraten in alte Strukturen wurde mir deutlich, dass ich trotz aller äußerlichen Veränderungen innerlich noch nicht stabil war. Mir wurde bewusst, dass ich erneut in Gefahr bin, mich über Konsum zu regulieren, anstatt mich meinen Themen zu stellen. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir bewusst, dass ich so nicht weiterleben wollte. Ich habe aktiv das Gespräch mit meinen Freunden gesucht und deutlich gesagt, dass ich mich verändern und meine Probleme nüchtern angehen möchte. Daraufhin habe ich aktiv Freundschaften beendet, die mir schaden, mein Umfeld neu organisiert und Verantwortung für meine Situation übernommen. Der entscheidende Punkt war die Einsicht, dass Abstinenz für mich nicht nur eine Bedingung für die MPU darstellt, sondern auch die Basis für ein selbstbestimmtes, stabiles Leben ist.

33. Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht für gelegentlicher Konsum in Betracht?

Durch gelegentlichen Konsum würde das Risiko entstehen wieder in alte Gewohnheiten zu rutschen.

34. Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?

Der Verzicht war nicht so einfach für mich. In den ersten 2-3 Wochen hatte ich gerade abends immer wieder Gedanken an den Konsum und wusste nichts mit mir anzufangen. Dazu kamen Schlafschwierigkeiten in den ersten 2 Wochen. Dann habe ich angefangen, wieder mehr meinen Hobbys nachzugehen und abends dann angefangen viel zu lesen. Das Ganze war eine Umstellung für mich, die 1-2 Monate gedauert hat. Danach wurde dieser neue Alltag dann aber normal für mich.

35. Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?

Den entscheidenden Impuls habe ich selbst gesetzt, aber ich habe mir bewusst Unterstützung geholt. Besonders wichtig war für mich der Kontakt zu meinen Eltern. Das Verhältnis war früher belastet, aber heute kann ich offen mit ihnen sprechen. Diese Gespräche geben mir emotionale Stabilität.

36. Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?

Mein Umfeld, vor allem meine Eltern haben das sehr positiv aufgenommen. Viele Freundschaften die sich nicht nur um den Konsum gedreht habe, haben sich sehr vertieft und verbessert.

37. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?

Bis ich abschließend alle Gespräche mit den Konsumierenden Freunden geführt hatte, war ich noch mit diesen in Kontakt. Danach war ich nur kurze Zeit mit einem rückfällig gewordenen Freund, in Kontakt von diesem haben ich mir allerdings direkt, als mir dieses zu Ohren gekommen ist, wieder distanziert.

38. Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?

Nein

39. Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?

Ich werde dauerhaft abstinent leben. Für mich ist Cannabis kein neutrales Genussmittel, sondern ein Mittel gewesen, um mit innerem Druck und Selbstzweifeln umzugehen. Genau deshalb ist es für mich nicht kontrollierbar. Ich habe erlebt, dass ich in belastenden Situationen immer wieder dazu geneigt habe, über Konsum meine Gefühle zu regulieren. Deshalb schließe ich für mich einen zukünftigen Konsum konsequent aus.

40. Haben Sie zu Hause Cannabis?

Nein

41. Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?

Da ich für mich eine dauerhafte Abstinenz Entscheidung getroffen haben, stellt sich für mich die Frage des Fahrens unter Drogeneinfluss für mich nicht mehr. Ich habe für mich Verstanden, dass ich in meiner Vergangenheit meine eigene Stabilität total überschätz und dafür die Risiken unterschätz habe. Heute weiß ich, dass ich in Belastenden Situationen anfällig war diese falschen Entscheidungen zu treffen. Deshalb setze ich mir feste Strukturen, statt nur Vorsätze. Ich konsumiere grundsätzlich nicht mehr, meide bewusst konsumierende Umfelder und versuche Situationen zu vermeiden in denen ich alte Muster geraten könnte.
Dazu habe ich gelernt, dass ich bei Stressigen oder emotional Belastenden Sachen sofort gegensteuern muss, statt mich innerlich unter Druck zu setzen. Für mich steht jetzt fest das die Teilnahme am Straßenverkehr Verantwortung erfordert, und diese möchte in Zukunft konsequent wahrnehmen.

42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?
Einen Rückfall würde ich nicht erst am Konsum anerkennen, sondern schon, wenn sich etwas in meinen Gefühlen verändert. Bei wären dafür Frühwarnzeichen z.b. verstärkte Selbstabwertung, sozialer Rückzug, das Vermeiden von Gesprächen über Probleme oder Gedanken wie es ist doch egal zu haben. Auch wäre das Aufsuchen von alten Kontakten oder das Vernachlässigen meiner Sport Routine ein Klares Warnsignal. Bereits geringe Konsummengen würde ich als Rückfall werten und nicht verharmlosen. Ich weiß heute das Verharmlosung ein Teil meines Problems war. In so eine Situation muss ich sofort gegensteuern. Ich würde aktiv das Gespräch mit meinen Eltern suchen oder mir Vertrauten Freunden. Gegebenenfalls würde ich mir professionelle Unterstützung suchen, etwa über eine Beratungsstelle oder therapeutische Begleitung organisieren.

43. Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?

Kein Konsum.

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Zusätzlich für Wiederholungstäter

44. Wie lange haben Sie nach der letzten Begutachtung (MPU, FÄG) pausiert?

Nach der Positiven MPU habe ich etwa zwei weitere Wochen abstinent gelebt, bevor ich Rückfällig geworden bin. Wenn ich darauf zurückblicke, zeigt mir, dass das meine Abstinenz nicht ausreichend innerlich gefestigt war. Als meine Beziehung endete und ich mich wieder beruflich stark unter Druck fühlte, bin ich sehr schnell in alte Muster zurückgefallen. Daraus resultiere ich, dass ich meine emotionale Stabilität damals überschätz habe. Diese Erfahrung war für mich sehr hilfreich und vor allem auch lehrreich. Dadurch habe ich verstanden das Abstinenz nicht nur eine Phase für die MPU sein darf, sondern eine bewusste Lebens Entscheidung sein muss.

45. Was war der Auslöser für Ihr erneutes Fehlverhalten?

Die unmittelbaren Ursachen für mein wiederholtes Fehlverhalten waren die Trennung von meiner damaligen Partnerin, der zunehmende berufliche Druck und starke Selbstzweifel wegen meiner Hautprobleme. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich erneut sehr wertlos und ausgegrenzt gefühlt. Bei der Arbeit habe ich Fehler gemacht, mich selbst schlecht bewertet und hatte das Gefühl, in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Statt Hilfe zu suchen oder offen über meine Situation zu reden, habe ich mich innerlich zurückgezogen. Ich wollte diese Gefühle nicht ertragen und entschied mich für den Konsum, der mir offensichtlich einfacher erschien. Wenn ich zurückblicke, war nicht nur die Trennung der Auslöser, sondern auch meine unzureichende Bewältigung von Selbstabwertung und Überforderung. Meine Einschätzung meiner emotionalen Stabilität war zu hoch, weshalb ich in alte Bewältigungsmuster zurückgefallen bin.

46. Wieso hat es sich bei dem erneuten Fehlverhalten nicht um einen einmaligen Ausrutscher gehandelt?

Es hat sich nicht um einen einmaligen Ausrutscher gehandelt, weil mein Konsum kein spontaner Fehltritt war, sondern die Rückkehr in meine Verhaltensmuster. Ich habe nicht nur einmal konsumiert, sondern bin aktiv zu meinem alten Freundeskreis zurückgekehrt und den Konsum fortgesetzt. Das zeigt mir, das dort innere Ursachen vorhanden waren dir mich dazu gebracht haben. Ein Ausrutscher wäre eine einmalige Fehlentscheidung gewesen. Jedoch habe ich Cannabis erneut genutzt, um mit emotionalem Druck umzugehen.

47. War Ihr Verhalten schlimmer oder weniger schlimm als vor der ersten Auffälligkeit?

Rückblickend sehe ich mein Verhalten schlimmer als bei der ersten Auffälligkeit. Bei meiner ersten Auffälligkeit konnte ich die Tragweite meines Konsums und die Risiken im Straßenverkehr noch nicht richtig einschätzen. Bei meiner Zweiten Auffälligkeit wusste ich jedoch genau, welche Konsequenzen mein verhalten verursachen. Dadurch ist mir klargeworden das oberflächliche Verhaltensänderung nicht ausreichend ist, wenn die tief liegenden emotionalen Muster bestehend bleiben.

48. Warum hat es sich so entwickelt?

Entwickelt hat es sich so weil ich immer wieder in meine alten Muster der Selbstabwertung und Vermeidung zurückgefallen bin. Wenn ich mich ausgegrenzt oder nicht ausreichend fühle, sei es beruflich oder privat, habe ich mit Rückzug und innerem Druck reagiert. Anstatt mir frühzeitig Hilfe zu suchen oder offen zu reden, habe ich meine Probleme versucht mit mir selbst auszumachen. Dieses Muster begleitet mich schon seit meiner Jugend, in der ich häufig das Gefühl hatte, nicht dazuzugehören. Cannabis war für mich lange ein Mittel, um diese Anspannung kurzfristig zu reduzieren. Solange ich diese Zusammenhänge nicht vollständig verstanden und stabil bearbeiten hatte bestand ein erhöhtes Rückfallrisiko.

49. Was haben Sie gegenüber dem vorhergehenden Versuch geändert?

Beim ersten Mal habe ich die Abstinenz hauptsächlich eingehalten, um die MPU zu bestehen. Ich habe zwar nicht konsumiert, aber ich habe nicht an meinen Tiefen Problemen gearbeitet, die diesen Konsum verursacht haben. Ich dachte meine emotionale Stabilität wäre höher, dass reines nicht Konsumieren ausreichen wäre. Als dann der berufliche Druck und Trennung hinzukamen, bin ich sehr schnell in alte Muster gefallen. Jetzt habe ich aber grundlegende Dinge verändert. Mein Umfeld habe ich bewusst neu strukturiert, Konsumierende Kontakte beendet und mich klar positioniert. Außerdem habe ich meine Lebenssituation aktiv verändert, Schulden abgebaut, meinen belastenden Job verlassen und eine berufliche Neuorientierung begonnen. Ich habe auch verstanden, dass Abstinenz für mich eine dauerhafte Lebensentscheidung sein muss und kein Mittel zum Zweck. Mittlerweile arbeite ich aktiv an meinem Selbstwert und gehe mit Belastung offener um, statt sie zu verdrängen.
 
passt.
Details am Donnerstag, gerade hab leider ich bissi wenig Muse für so ein großes Ding ..

Wo ich beim Drüberfliegen gestolpert bin:
Diagnose Repressive Depressive Störung und Borderline Persönlichkeitsstörung
Hast Du dafür Klinikberichte und Prognosen / Empfehlungen?
Das wird im Kern des Gutachter-Interesses liegen, weil nun mal solche psychischen Ursachen extrem häufig mit Substanzmittelmißbrauch verknüpft sind...
Und solche psychischen Belastungen sind auch nicht einfach mal so vorbei, nur weil man vor einer MPU steht^^
 
Zuletzt bearbeitet:
Hast Du dafür Klinikberichte und Prognosen / Empfehlungen?
Das wird im Kern des Gutachter-Interesses liegen, weil nun mal solche psychischen Ursachen extrem häufig mit Substanzmittelmißbrauch verknüpft sind...
Und solche psychischen Belastungen sind auch nicht einfach mal so vorbei, nur weil man vor einer MPU steht^^
Hatte in meiner ersten MPU schon die Klinikberichte dazu eingereicht. Wurde dann gefragt ob ein Zusammenhang zwischen Cannabis und Borderline vorhanden ist. Dabei habe ich gesagt, das am Anfang eine Verbindung dazu vorhanden war. Dazu fragte er, seit wann ich genesen bin. Darauf habe ich gesagt, dass das ganze ein Langer Prozess war, und ich gelernt habe damit umzugehen (nur grob, war natürlich ausführlicher)


Ich habe auch mal aus der MPU Anordnung die ich bekommen habe zu dem 2. Delikt rausgesucht falls das etwas ändert.

„Kann Herr … das Führen von Fahrzeugen und einen Cannabiskonsum mit nicht fernliegender verkehrssicherheitsrelevanter Wirkung hinreichend sicher Trennen?“
 
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