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MPU Wiederholungstäter Cannabis mit 1.5ng

Moin :smiley138:

Zum ersten GA:
Aus meiner Sicht ist es das typische Beispiel für eine positive Prognose, bei der absehbar war, dass die Wahrscheinlichkeit einer WHT hoch war.
Du hattest eine D- und V-Fragestellung.
Zusätzlich rezidivierende Depression mit schwerer Episode und Borderline-Persönlichkeitsstörung.
Entlassbericht in „besserem“ Zustand mit der Untauglichkeit aufgrund deiner psychischen Situation für den Schichtdienst.
Cipralex erst nach einigen Jahren der Stabilität unter ärztlicher Aufsicht abzusetzen.

Du hast aber das Antidepressivum recht schnell nach dem klinischen Setting abgesetzt, zwar, wie du schreibst, in Absprache.
Du hast danach sehr schnell wieder konsumiert.

Im GA hebst du ja sehr darauf ab, wie viel Hilfreiches du dort gelernt hättest, was dir der GA offenbar abgenommen hat.
Da hätte er schon sehr hellhörig werden müssen, meiner Einschätzung nach.
Meiner Meinung nach hätten da sehr kritische Rückfragen kommen müssen, was und warum sich denn auf einmal geändert hat, was die Klinik nicht „geschafft“ hat.
Auch die Absetzung von Cipralex hätte deutlicher hinterfragt werden müssen.
Auch, dass es dir dann auf einmal sehr leicht gefallen ist, mit dem Konsum aufzuhören, ist nicht sehr glaubwürdig.

Das Motiv war grundsätzlich sehr nachvollziehbar, aber die Vermeidungsstrategien viel zu dünn.

Aus meiner Sicht war auch die Stabilitätsphase nach den Auffälligkeiten und deinen doch als für die FE sehr relevant anzusehenden Krankheitsbildern viel zu kurz.

Ich möchte hier in keinster Weise den GA oder seine Prognose in Frage stellen.
Ich war bei dem Gespräch nicht dabei und kann nur das beurteilen, was schwarz auf weiß im GA steht.

Ich möchte dich ausschließlich darauf hinweisen, dass du jetzt um ein Vielfaches d´rauflegen musst, um wieder ein positives GA zu erhalten, weil dieses 1.Gutachten Teil der Akte ist.
Auch in Hinblick auf deine Krankheitsbilder.
Was genau tust du für deine psychische Stabilität ?
Wie sieht es jetzt mit der Medikation aus ?
Bist du engmaschig in ärztlicher Betreuung ?
Wer weiß von deinen psychischen Störungen ?
Wie gehst du im Alltag, in deinem Umfeld mit den Krankheiten um ?
( Falls das schon irgendwo steht, entschuldige bitte. )

Meiner Einschätzung nach wäre das das Erste, um dass du dich „kümmern“ könntest, um dem nächsten GA zumindest schon einmal diesbezüglich Sicherheit vermitteln zu können.
Und noch wichtiger, um dir ein tragfähiges Fundament für deine Abstinenz zu schaffen.
Niemand im Zustand emotionaler/psychischer Instabilität kann langfristig zufrieden abstinent/clean sein.

Soweit erstmal von mir, lG
 
Du hast aber das Antidepressivum recht schnell nach dem klinischen Setting abgesetzt, zwar, wie du schreibst, in Absprache.
Das Antidepressivum hab ich abgesetzt, nachdem ich mehrfach Probleme damit hatte und körperliche Nebenwirkungen, weswegen ich dann mit Absprache meiner Therapeutin das schrittweise abgesetzt hatte. Ich hatte das angefangen zu nehmen auf Empfehlung von meiner Hausärztin, als ich eine Überweisung zur Therapie bekommen hab. Das war ein Jahr, bevor ich überhaupt in die Tagesklinik gegangen bin und hab dieses auch in schwächerer Dosis eingenommen. Also vorher waren’s nur 10 mg und während der Tagesklinik wurde das auf 20 mg angehoben. Ich hab mich sehr unwohl mit dem Antidepressivum gefühlt, so wär ich komplett betäubt, motivationslos und war auch irgendwie geistig nicht ganz anwesend und auch oft war mein Kopf nicht in der Lage einfache Rechenlösung oder sonst irgendwas abzufertigen ich konnte einfach nicht richtig nachdenken.
Was genau tust du für deine psychische Stabilität ?
Für meine psychische Stabilität habe ich mehrere feste Strategien entwickelt. Wichtig ist für mich vor allem, meine Frühwarnzeichen zu erkennen. Wenn ich merke, dass mein Selbstwert sinkt oder ich beginne, mich zu isolieren, versuche ich früh gegenzusteuern. Ein wichtiger Faktor ist Bewegung und Struktur. Ich gehe regelmäßig ins Fitnessstudio und mache Spaziergänge oder Wanderungen. Das hilft mir, Stress abzubauen und meine Gedanken zu sortieren. Außerdem rede ich heute viel offener über meine Probleme. Wenn ich merke, dass mich etwas belastet, spreche ich mit meiner Familie oder engen Freunden darüber, statt alles mit mir selbst auszumachen. Ein weiterer Punkt ist, dass ich Probleme aktiv angehe. Ein Beispiel ist meine Hautproblematik, die früher stark auf meinen Selbstwert geschlagen hat. Heute arbeite ich mit Ärzten zusammen und kümmere mich gezielt um die Ursachen, statt mich zurückzuziehen. Dadurch habe ich gelernt, mit Belastungen anders umzugehen und nicht mehr in alte Muster wie Isolation oder Verdrängung zu fallen.
Wie sieht es jetzt mit der Medikation aus ?
Ich nehme keine Medikation und habe es auch nicht vor irgendwann wieder Medikation zu nehmen.
Bist du engmaschig in ärztlicher Betreuung ?
Nach der Tagesklinik war ich bei meiner ersten Therapeutin. Diese Therapeutin hat sich selbstständig gemacht und hat ne eigene Stelle eröffnet. Da konnte ich dann auf Grund von Distanz nicht hingehen und wurde dann in der Lvr Klinik in Köln weitergeleitet. Diese war erst keine spezialisierte für mich und hat mir einfach nur quasi wenn ich sprechen wollte Rückhalt gegeben und das hat auch gut so geholfen. Irgendwann wurde ich von dieser dann wieder weitergeleitet. Mit dieser konnte ich dann gut auf Sachen eingehen und die hat mir auch super geholfen. Irgendwann haben wir dann immer weiter die Therapiezeiträume auseinandergesetzt so dass es am Anfang waren’s, glaube ich jede zweite Woche und danach war’s einmal im Monat und dann war’s eher nur noch so ein wenn’s Bedarf ist Gespräch und diese hat dann auch irgendwann die Abteilung gewechselt und war dann auch nicht mehr für mich erreichbar. Deswegen bin ich aktuell nicht in der therapeutischen Behandlung. Ich bin angemeldet für Gruppentherapie bei mir im aktuellen Wohnort zum Thema Selbstwert. Da steh ich auf der Warteliste und aktuell bin ich auch wieder daran bemüht mir eine neue Therapeutin zu suchen hab heute mein Erstgespräch bei einer Therapeutin hier im Ort und schau, ob das passt.
Wer weiß von deinen psychischen Störungen ?
in meinem Umfeld weiß mittlerweile jeder vor meiner psychischen Störung.
Wie gehst du im Alltag, in deinem Umfeld mit den Krankheiten um ?

In normalen Alltag hab ich keine wirklichen Einschränkungen, aufgrund der Krankheit und im Normalfall merk ich diese auch nicht, da ich an einem emotionalen stabilen Punkt aktuell bin. Ich merke diese häufig erst in emotionalen Ausnahmesituation, wie zum Beispiel eine Isolation oder eine Selbstwertproblematik. Und in diesem Momenten habe ich meine Strategien entwickelt, die ich mittlerweile nicht nur theoretisch benennen kann, sondern auch mehrfach in dem letzten Jahr erproben konnte.
 
Ich habe noch eine Frage.
Es ging mal darum ob ich eine Aufarbeitung zu D2 oder D3 mache. Laut Joost, sieht er mich in einer D2, was mir auch sinnvoll erscheint. Nun habe ich mal mein Zertifikat von der Vorbereitung‘s Firma rausgesucht, und für mich klingt es sehr als wären diese auf D3 gegangen. Die Vorbereitung war auch nicht so „tief“ wie ich sie jetzt hier offen gelegt habe. Es ging eher mehr um Stabilität und Klärung.
 

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Du noch 6 Monate Nachweise im Nachgang.
Ja, die habe ich ja.
Also könnte ich vom Prinzip, auch einfach seinen weg gehen? Soweit es mir bekannt ist, war dies eine Vorbereitung‘s Maßnahme. Wir haben uns sehr stark über das Thema Stabilität etc. Unterhalten. Aber ich würde aus meiner sich nicht sehen, das ich aufgrund dessen „Stabiler“ wäre.
Allerdings, soll ich auch zu einer MPU stelle gehen, die deren Zertifikat bekannter weiße akzeptiert als Maßnahme. Ist dort vielleicht der Zusammenhang?
 
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