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Negativ Gutachten verkehrs-/strafrechtliche Bestimmungen verstoßen wird

Hallo Lupsky,
Du hast hier ja schon die ersten Schritte gemacht - weiter so.

Ich stimme @joost zu, dass das Herumgedoktere an den Symptomen, also Deinem Verhalten, recht zweckfrei ist.

Du hast viel aus Deiner Vergangenheit erzählt und da möchte ich gerne nochmal ansetzen.
Korrigiere mich bitte, wenn ich etwas falsch zusammengefasst habe.
Du schriebst, als Jugendlicher/ Heranwachsender warst Du in einer Clique, und das habe Dir Bestätigung und innere Sicherheit gegeben (keiner konnte mir was, ich habe die Bewunderung von Frauen erfahren etc).
Die Trennung bzw. Scheidung von Deiner Frau hast Du als belastendes Ereignis geschildert, was so gravierend war, dass Du Deine Vorsätze zur Abstinenz bzw. Trennung von Alkohol- bzw. Drogenkonsum und Teilnahme am Straßenverkehr nicht einhalten konntest.
Deine Impulskontrolle hat komplett versagt, als Du auf den neuen Partner Deiner Ex-Frau getroffen bist.
Mehr oder weniger gleichzeitig hattest Du ebenfalls eine neue Partnerin, bei der Dir (zumindest unterschwellig bereits damals) schon klar war, dass es nichts Dauerhaftes werden kann.
Trotzdem wolltest Du es irgendwie "richtig" machen.
Es kam dann zu dem Unfall am Bahnübergang.

Ich mache Dir keine Vorwürfe für das damalige Verhalten.
Welches Rollenbild bezüglich Beziehungen hattest Du als Jugendlicher/Heranwachsender?
Wie hast Du Dir Dein Familienleben vorgestellt, als Du damals geheiratet hast?
Wenn Du eine Partnerin hast, was ist Deine Rolle? Ernährer, Beschützer, Partner, Familienmanager?

Hier sind Gefühle gefordert
 
Hallo Arcturus,

welches Rollenbild bezüglich Beziehungen hattest du als Jugendlicher/Heranwachsender?

Eher der Beschützer, der starke Mann an der Seite.

Wie hast du dir dein Familienleben vorgestellt, als du damals geheiratet hast?
Neun Jahre lang war unser Familienleben perfekt. Wir haben uns geliebt, respektvoll behandelt und über unsere Sorgen und Bedürfnisse gesprochen. Es war eine schöne, glückliche Zeit. Wir haben unsere Stärken genutzt, um uns etwas aufzubauen, und zusammen wunderschöne Dinge erlebt. Es war toll, eine Person zu haben, der ich zu 100 % vertrauen konnte, bei der ich auch mal schwach sein konnte, die immer hinter mir stand, mich in schweren Zeiten aufgebaut hat und mir ein Gefühl von Sicherheit gegeben hat. Das Gleiche habe ich ihr gegeben. (Oh Mann, wenn man das so schreibt, kommen die Gefühle wieder hoch, seufz.)


Wenn Du eine Partnerin hast, was ist Deine Rolle? Ernährer, Beschützer, Partner, Familienmanager?

Beschützer führen keine festen Beziehungen mehr.

Ich sage selbst, dass ich beziehungsgestört bin und nicht mehr fähig bin, bedingungslos zu vertrauen und mich einem Menschen so zu öffnen, wie damals.
 
dass ich beziehungsgestört bin
wie nicht wenige, übrigens^^

Wenn man also unter einem früh erfahrenden Beziehungs- (oder besser: Bindungs-)trauma leidet (das hört sich vllt besser an als "gestört"), dann passierts recht oft, dass "kleine Anteile" mit einer ziemlichen Gewalt am Partner hängen (altes Verlust-Erleben mit dem massiven Bedürfnis, einen Partner festzuhalten - das kann schon Richtung Panikimpuls gehen - vollkommen schlagartig und massiv, kaum mehr zu steuern. Dann krallen halt "Kleine" an "Papi- Anteilen" des Partners, und zwar mit Überlebensenergie).
Naja.. sowas kann "Affektreaktionen" durchaus auslösen. Könnte eine gute Erklärung für Deine Symptome (Austicken) sein.

Nur für den Fall, dass Du Dich da irgendwie angesprochen fühlst:
Wenn man sowas wirklich nachhaltig entmachten will, muss man mit (bindungs)traumaspezifischen Methoden da rangehen. Es bringt wenig, wenn "der Erwachsene" drüber redet, es sind die "kleinen Anteile" (bzw. frühere Erlebenswelten), die da Hilfe brauchen.... bei denen kommt ein "drüber reden" nicht an.

Nur mal so als Gedankenspielerei...
Keine Ahnung, ob Du Dich da irgendwie wiederfindest.
 
Ja, ich fühle mich angesprochen. Aber ich bin so, wie ich bin, glücklich. Abgesehen von den Vergehen, die ich teilweise abgelegt habe. Ich konsumiere seit 2017 keine Drogen mehr und seit 2021 keinen Alkohol mehr. Ich habe versucht, kontrolliert zu trinken, bis ich auffällig geworden bin. Danach habe ich mich wieder für die Abstinenz entschieden. Ich habe an meiner Impulskontrolle gearbeitet und daran, Regeln konsequent einzuhalten. Außerdem habe ich gelernt, Gefühle und Emotionen zu akzeptieren und damit umzugehen. Ich frage mich, was ich noch tun kann. Korrigiert mich bitte, wenn ich Hilfe brauche, um das bei der MPU richtig rüberzubringen. Ich möchte nicht mit Logik an die Sache herangehen. Momentan kommt es mir so vor, als würde ich hier über Sachen reden, die teilweise 20 Jahre her sind. Ich war bei einem Verkehrspsychologen und der hat mir gesagt, dass das hier alles nicht so gefragt ist (wahrscheinlich bin ich auch deshalb durchgefallen).
 
Hast Du über Deine Sorgen und Bedürfnisse in der Ehe gesprochen?

Die Rolle des Beschützers kommt nicht von ungefähr.
Schutz bzw. Verteidigung der Partnerin empfinden manche Männer als eine Art „Urinstinkt“.
Problematisch wird es dann, wenn die Impulskontrolle aussetzt und bei „Bedrohung“ des „Besitzes“ Deine Vernunft aussetzt und Hormonen und Kurzschlusshandlungen das Feld überlässt.

Erkennst Du Dich darin wieder?

Was mir noch aufgefallen ist:
Du schreibst selbst, wie paradox es Dir im Nachhinein vorgekommen ist, dass Du selbst als QM-Beauftragter es nicht auf die Kette bekommen hast, Dich an Regeln zu halten, von denen Du wusstest, dass sie für ein reibungsloses Funktionieren des Straßenverkehrs erforderlich sind.
Warum ist Dir das so schwer gefallen?
 
Hast du über deine Sorgen und Bedürfnisse in der Ehe gesprochen?
Ja, das haben wir, und es war auch gut so.

Erkennst du dich darin wieder?
Ja, auf jeden Fall.

Warum ist dir das so schwergefallen?
Es ist mir nicht schwer gefallen, ich habe das nicht so ernst genommen oder gar nicht mitbekommen, dass ich zu schnell war. Ich war ab und an mal zu schnell unterwegs und bin einmal aufgefallen (dreimal vor Gericht gewesen wegen zu schnell fahren und wurde freigesprochen, kein Aktenvermerk). Alle Verstöße waren auf der Autobahn. Außerdem waren die Strafen sehr gering oder blieben ganz aus, wodurch ich mich daran gewöhnt habe, auf der Autobahn schneller zu fahren, weil keine nennenswerten Konsequenzen eingetroffen sind. Rückblickend habe ich es unbewusst als Ventil benutzt, um Stress abzubauen, der mir ein Gefühl von Freiheit gab oder auch den Adrenalinschub.
 
Ich beziehe mich direkt auf den Beitrag #46 von dem lieben @joost:

Ich gehe noch einen Schritt weiter, genauso allgemein gehalten, quasi wie in einer Vorlesung o.Ä.
Du schaust, ob du dich darin wiederfindest.

Es gibt ( immer noch viel zu, pers. Meinung ) viele Männer, die noch patriarchalische Werte in sich tragen.
Patriarchalisch geht weit über die Rolle des Beschützers hinaus und führt diese gleichzeitig ad absurdum.
Es bedeutet, dass der Mann sich nur durch sein Geschlecht quasi über die Frau stellt.
Er bestimmt.
Er duldet keinen Widerspruch.
etc.

Insbesondere bedeutet es, dass die Frau quasi als Besitz angesehen wird.
Es geht also nicht um Liebe, Zuneigung, Gleichberechtigung, Anerkennen der Frau als Individuum mit eigenen Wünschen, Vorstellungen, Bedürfnissen usw., sondern nur um „Frau“ an sich, definiert ausschließlich über ihr Geschlecht und ihr äußeres Erscheinungsbild.
Wenn die Frau sich trennen will oder diesen Schritt sogar geht, wird das per definitionem nicht akzeptiert.
Er wird alles daransetzen, die Frau wieder „auf Linie“ zu bringen, allerdings ohne sich oder seine Rolle in dem Szenario zu hinterfragen.
Gefährlich, ja, im Wortsinne, wird es, falls die Frau einen neuen Partner haben sollte.
Nicht nur für sie, sondern auch für ihren Partner.

Weiteres nachzulesen unter „Femizid“, wie weit solche tief verinnerlichten „Fehlsteuerungen“ gehen können.

Zu dem, was du geschrieben hast, nur 2 Kommentare meinerseits:

1. Du bist ( noch ) auf dem völlig falschen Dampfer.
Es geht ( noch ) nicht um deine Verfehlungen im StV.
Das kannst du u.A. daran erkennen, dass, wenn der GA dich nach deinen Vermeidungsstrategien fragt, du diese in deinem -Fahrerlaubnis geschredderten- Dasein mindestens 6 Monate, in deinem Fall eher 12 Monate ausprobiert haben musst.

2. Lerne zitieren:
Das, was du geschrieben hast, ist kurmelig und im Prinzip nicht lesbar.

Und ja, auch und gerade im Kleinen wie im Großen, hat das mit dem Einhalten von Regeln zu tun.
Dieses ist ja genau dein Problem.
Wenn du das schaffst, bist du -zumindest- einen kleinen Schritt weiter.
 
Hallo Heinz,

ja, teilweise sehe ich mich darin wieder!

„Besitz” ist vielleicht ein bisschen hart, ich kann ja schlecht einen Menschen besitzen, aber es ging schon in die Richtung zum Ende hin.

So naiv, wie ich früher war, habe ich oft meine Meinung und Interessen durchgesetzt, die aber auch von den anderen akzeptiert wurden.



Jetzt möchte ich gerne wissen, was das mit Regeln zu tun hat.
 
So naiv, wie ich früher war,
naiv? Echt?
Schau mal nach dem wirklichen Bedürfnis dahinter - nur mal als Übung. Für die MPU wirst Du das brauchen.

ich kann ja schlecht einen Menschen besitzen,
Es geht in der MPU nicht um "Theorien", sondern um erlebte Praxis. In der Theorie wissen alle Raucher, dass das verdammt schädlich ist....
Wir verhalten uns oft "wider besseres Wissen". Und genau hier gilt es, die echten Antreiber zu finden. Das wäre der Auftrag. Kognitives Wissen wird vollkommen wirkungslos, wenn Emotionen etwas größer werden. Ist halt so. Ein Grundproblem unserer Spezies.
Also langweile den Gutachter nicht mit Theorien, sondern gehe Deinen Emotionen auf den Grund.
 
Absolut !!!!

Und der GA ist nicht nur gelangweilt, sondern schreibt dir, muss dir ein negatives GA schreiben.
Das hast du ja nun schon hinter dir und braucht ja keine Wiederholung, oder ?

Jetzt möchte ich gerne wissen, was das mit Regeln zu tun hat.
Mmh, die Formulierung klingt so a bitti nach Forderung, oder ?
Also nicht, könnte mir bitte jemand….?

Ich werde es nicht beantworten, da ich das begründet habe.

Ich werde diese kurmeligen Beiträge von dir nicht mehr lesen, für dich nur zur Info.
 
Jupp, stimmt, lupsky, du bist hier und beschäftigst dich mit dir, das ist toll !

Bleibe dran mit uns gemeinsam, auch und gerade, wenn es wehtut !
Denn, nun zitiere ich den lieben @joost ( ohne Zitierregeln ;) ):
„Da, wo es wehtut, gehtˋs lang.“
 
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