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TF am 31.7.26, BAK 1.7 Promille

Oweh!

Neuer Benutzer
Guten Morgen liebe Leute,

ersteinmal möchte ich mich herzlich für euer Engagement bedanken - was für ein Glück/Geschenk auf so unkompliziertem Weg kompetente Hilfe zu finden…

Ich bin weiblich, Anfang 40 und habe mich am o.g. Datum betrunken ins Auto gesetzt.
Noch befinde ich mich in einer Art „Schockstarre“, fühle mich als wäre ich kopfüber in ein „Güllefass“ gesprungen.
Mittlerweile habe ich immerhin die Leiter gefunden und versuche die ersten Stufen zu erklimmen.

Gerne würde ich zu gegebener Zeit die Möglichkeit hier nutzen um meinen Aufarbeitungsprozess mit euch zu teilen und eure Hilfe und Beratung in Anspruch zu nehmen.

Aktuell muss ich aber erstmal wieder Boden (bzw. Leiterstufen) unter die Füße bekommen und mit ein paar „praktischen/greifbaren“ Dingen beginnen.

Ich habe hier schon viel gelesen und bin erstaunt wie viele Informationen es gibt und was alles zu Bedenken ist - eine große Wand tut sich vor mir auf.

Ich denke es ist sinnvoll mit kleinen Schritten zu beginnen: ich habe mich bereits über einen AN per Haaranalyse informiert und ein geeignetes Labor in der Nähe gefunden. Desweiteren habe ich am Freitag einen Termin bei der Suchtberatung, obwohl ich der Meinung bin nicht abhängig zu sein, lasse ich mich gerne eines besseren belehren und habe keinerlei Schau ggf. Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Zur Haarsanalyse habe ich eine konkrete Frage, deren Antwort ich bisher nicht heraus finden konnte:
Ich habe vor etwa einem Jahr aus dem „nichts“ heraus eine ziemlich ausgeprägte sog. „Spätakne“ entwickelt. Diese habe ich nach intensiver - auch ärztlicher - Behandlung mittlerweile gut im Griff. Ich muss meine Haut aber zweimal tgl. mit alkoholhaltigen Produkten behandeln.
Ich habe am Donnerstag einen Termin bei meiner behandelnden Hautärztin - müssen wir die Therapie umstellen???

Ich hoffe, dass jetzt niemand denkt: die Frau hat doch ganz andere Probleme/Sorgen!
Ja, die habe ich definitiv und würde jederzeit die aktuelle Behandlung abbrechen - falls erforderlich.
Aber irgendwie muss das Leben weiter gehen und ich muss mit den kleinen, praktischen Dingen des Alltags anfangen…das wird mir dabei helfen wieder Fuß zu fassen (s.o.) und handlungsfähig zu bleiben.
Ich stelle mich auf mindestens 12 Monate Fahrverbot und Abstinenznachweis ein und möchte mit letzterem natürlich von Anfang an alles richtig machen. Ich habe keine Vorstrafen und bin auch noch nie auffällig im Straßenverkehr geworden.

Darf ich euch um einen ersten Rat bitten?

Hmmmh, da fällt mir noch etwas ein: ab wann ist es sinnvoll mit der 1. Haaranalyse zu beginnen?
Ich habe an dem WE vor der TF mit Freundinnen auf einem Kurzurlaub leider relativ viel Wein konsumiert (an zwei von fünf Tagen bestimmt kumulativ 1,5 Flaschen Weißwein 0.75 Liter), in den Monaten davor alle vier - sechs Wochen zwei - vier Gläser.
Ja, schwammige Aussagen werden für MPU nicht reichen, das ist klar. Es geht ja hier nur um eine erste Einschätzung.

Viele Grüße und vielen Dank im Voraus!
 
Willkommen im Forum

müssen wir die Therapie umstellen???

Das kann nur deine Hautärztin entscheiden. Grundsätzlich wird von dir erwartet, das du im Zweifel auch auf äußerlich aufgebrachten Alkohol in geringen Mengen verzichtest.

Darf ich euch um einen ersten Rat bitten?

Dein Plan hört sich richtig und pragmatisch an.

wann ist es sinnvoll mit der 1. Haaranalyse zu beginnen?

Bei Alkohol werden bis zu 3 Monaten rückwirkend aus Haaren ausgewertet. Das Haar wird noch innerhalb der Haut kontaminiert. Das Stück muss also so weit hinauswachsen, bis es nicht mehr ausgewertet wird. Dabei wird von 4 bis 6 Wochen (je nach Geschwindigkeit des Haarwachstums) ausgegangen. Wenn du 3 Monate auswerten lassen willst solltest du demnach nach 4 bis 4,5 Monaten die erste Haarprobe nehmen lassen.

Wenn dein Haar sehr langsam wächst musst du dementsprechend länger bis zur ersten Haarprobe warten. Ob deine Wartezeit lang genug ist wirst du erst nach der Auswertung der ersten Haarprobe erfahren.

Um diese Wartezeit "verlängert" sich also die Zeit, bis du ein Jahr Abstinenznachweise nachweisen kannst.

in den Monaten davor alle vier - sechs Wochen zwei - vier Gläser.

Das wird für den MPU-Gutachter nicht nur schwammig sondern sogar unglaubwürdig sein.
 
Schön, dass du hier gelandet bist :smiley138:

Fülle doch bitte noch den https://www.mpu-vorbereitung-online.com/forum/threads/profilfragebögen.263/ aus.

Dass du jetzt erst einmal in Schockstarre verfallen bist, ist ganz normal.
Auch, dass du jetzt ( noch ) deine Trinkmengen nicht realistisch einschätzt.

Alles nicht tragisch, gib dem Prozess Zeit und kümmere dich -wie du es ja schon getan hast- um die formalen Voraussetzungen wie AN
( Abstinenznachweise ).
Im Laufe dieses wird dir auch klar werden ( müssen ), was du wirklich getrunken haben musst, um diesen Wert zu erreichen und dann noch in der Lage zu sein, Auto zu fahren.
Ich lege dir dazu an`s Herz, dich mal mit der Berechnung von Promillewerten zu beschäftigen ( Widmark-Formel ).

Wir helfen dir dabei -und bei allen weiteren Schritten- sehr gerne !
 
Guten Morgen,
Schickstarre - das hat vermutlich die Mehrheit hier erlebt!
Für mich war wichtig, nicht in blinden Aktionismus zu verfallen aber auch nicht die Flinte ins Korn zu schmeißen oder die Hände in Schoß zulegen nach dem Motto wird schon.
Neben dem Sortieren meines Ichs war der Beginn von AN wichtig. Hier kannst am Anfang nur Zeit verlieren, was dir ggf. später auf die Füße fällt. Haare wurde ja schon gesagt (Puffer), mit Blut / Urin kannst quasi heute beginnen. Ist aber eine persönliche Entscheidung mit Vor- und Nachteilen.
Gruß
 
Guten Morgen,

vielen Dank für eure schnellen Antworten und das Hilfsangebot!

Die Hautärztin wird das nicht einschätzen können und die Therapie abbrechen - dann muss ich damit leben.
Muss ich denn jetzt bei jeder Creme/Deo/etc. Sorge haben?
Fällt das ebenso wie „versteckte“ Alkohole in Lebensmitteln in den Toleranzbereich?
Gibt es da Erfahrungswerte?

Um es noch mal klar zu stellen: bin bereit auf alles zu verzichten, aber auch grade auf dem besten Weg mich -evtl. übertrieben- irre zu machen. Hab schon diverse Kochzutaten wie Sojasauce, Fischsauce, etc. entsorgt und fange an die Inhaltsstoffe von allem möglichen zu „übersetzen“…
Aber vielleicht muss das auch so sein und ist ein Teil des Auseinandersetzungsprozesses?

Karl-Heinz, ich bekomme bis zum WE meinen Laptop wieder, dann fülle ich den Fragebogen aus - mit dem Smartphone ist das sehr mühselig.

Ich hab mir in früheren Jahren eine gewisse Trinkfestigkeit angewöhnt - da gibt es keinerlei Zweifel! Aber dazu später mehr…
 
Guten Morgen Bernie,

Danke, genau diesen blinden Aktionismus versuche ich auch zu vermeiden…
Hab ja noch viel Zeit mich intensiv mit allem auseinander zu setzen.
Würde gerne sofort mit Blut-/Urinproben beginnen - lebe aber auf dem platten Land (in meinem Dorf fährt nur der Schulbus) und es ist mir (bin berufstätig) kaum möglich kurzfristig zu den Abnahmeterminen in der nächsten Stadt zu erscheinen.
Vielleicht rufe ich in der mir anvisierten „Nachweisstelle“ auch einfach mal an und erkundige mich nach den Öffnungszeiten zur Probeentnahme.

(Ohweh. Wie konnte ich nur?)
 
Bei mir war es auch richtig, in dem Labor anzurufen und nach ortsnaher Entnahmestelle zu fragen. Diese tauchen - gerade auf dem Lande - auf den Internetseiten im Zweifel nicht auf.
Bzgl. Lebensmittel, Reinigungsmittel, Arzneien usw. die ggf. eine Gefahr darstellen im Zusammenhang mit dem AN darstellen, gibt es ja diverse Seiten. Bei mit war auch bei AN-Vertragsabschluss ein "Beratungsgespräch" vorgeschaltet. Dort wurden diese Dinge und sämtliche Fragen besprochen....
 
Die Hautärztin wird das nicht einschätzen können und die Therapie abbrechen

Doch, die kennt sich mit solchen Problemen aus und du wirst auch nicht ihre einzige Patientin mit Alkoholproblemen sein.

Muss ich denn jetzt bei jeder Creme/Deo/etc. Sorge haben?

Erst mal ja. Wir haben hier immer wieder mal Erfahrungsberichte das wahrscheinlich Abstinenznachweise durch solche "versteckten" Alkoholzunahmen vermasselt wurden.

Die Vorbereitung auf die MPU und das spätere alkoholfreie Leben sind anstrengend und erfordern Initiative. Du könntest direkt mit 3 Maßnahmen anfangen:

1. Suche und lerne, unter welchen Bezeichnungen Alkohol in Zutatenlisten aufgeführt ist.

2. Übe die Zutatenlisten der von dir benutzten Artikel zu lesen. Das ist häufig auch praktisch schwierig, da die Schrift extrem klein ist, manchmal wenig Kontrast zum Hintergrund hat und die Beleuchtung in Geschäften dem Verkauf dient.

3. Schreib (zunächst einfach ins Unreine) auf, welche Mittel du verwendest (Arzneien, Kosmetika, ...) und was du als Nahrung zu dir nimmst. So kannst du strukturiert mit dem Labor klären auf welche du verzichten solltest.

Meist verwendet man doch ziemlich wenig Produkte, zum Beispiel immer die gleiche Zahnpasta, so dass nach kurzer Zeit der eigene Überwachungsaufwand immer geringer wird.
 
Guten Morgen,

vielen Dank für eure schnellen Antworten und das Hilfsangebot!

Die Hautärztin wird das nicht einschätzen können und die Therapie abbrechen - dann muss ich damit leben.
Muss ich denn jetzt bei jeder Creme/Deo/etc. Sorge haben?
Fällt das ebenso wie „versteckte“ Alkohole in Lebensmitteln in den Toleranzbereich?
Gibt es da Erfahrungswerte?

Um es noch mal klar zu stellen: bin bereit auf alles zu verzichten, aber auch grade auf dem besten Weg mich -evtl. übertrieben- irre zu machen. Hab schon diverse Kochzutaten wie Sojasauce, Fischsauce, etc. entsorgt
Hallo liebe oweh schockstarre ist normal. Was den Alkoholgehalt angeht, ich habe auch komplett auf alles verzichtet, was Alkohol im Lebensmitteln beinhalten könnte und wenn ich auswärts essen war (Buffet im Urlaub ) nichts gegessen an Saucen etc. Wo man Alkohol drin vermuten könnte. Ich arbeite in der Zahnarztpraxis d.h. ich gehe jeden Tag mit Händedesinfektion um die aus Alkohol bestehen. Das war in der Abstinenzkontrolle kein Problem. Im übrigen habe ich Urin gemacht. du wirst danach auch befragt, auch nach Medikamenteneinnahme und so weiter. Wie lange würde deine Haut Behandlung denn noch gehen?
Wenn das nur noch wenige Wochen wären, dann würde ich das durchziehen denn auf ein paar Wochen mehr oder weniger Ohne Führerschein kommt es dann am Ende auch nicht an.
Ganz liebe Grüße
 
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