Hallo ihr Lieben, bin diese Woche auf das Forum gestoßen und möchte erstmal allen Beteiligten, die hier Mehrwerte für alle schaffen, ein großes Lob aussprechen. Ist eine wahnsinnige Hilfe für all diejenigen, die dieses Thema angehen müssen und eure Hilfe ist dabei gold wert.
Also vorab danke euch für die ganzen Mühen!!
Kurz zu mir: Bin am 30.11.2025 in der nacht (von Samstag auf Sonntag) auf einem E-Scooter von der Polizei angehalten worden und letztlich mit 1,62 Promille erwischt worden. Strafe wurde ausgesprochen, Sperrfrist läuft bald aus (10.09.2026) und nun muss ich "nur" noch die MPU erfolgreich hinter mich bringen. Würde hier im Folgenden gerne mal meinen Fall in aller Ausführlichkeit darstellen und bin glücklich über jede Hilfe, kritische Fragestellung und all das, was mir in der bevorstehenden MPU (Termin: 18.08.2026) weiterhelfen kann.
Vielen Dank schon mal!!
FB Alkohol
Zur Person
Geschlecht: Männlich
Größe: 1,98 Meter
Gewicht: ca. 95 KG
Alter: 32 Jahre
Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 30.11.2025
BAK: 1,62
Trinkbeginn: 18.30 Uhr
Trinkende: 0.30 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 01:44 Uhr
Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: Nein
Strafbefehl schon bekommen: Ja
Dauer der Sperrfrist: Insgesamt ca. 10 Monate
Führerschein
Hab ich noch: -
Hab ich abgegeben: Direkt vor Ort bei der Polizei abgegeben
Hab ich neu beantragt: Neu beantragt hab ich bereits (21.04.2026) - MPU nun noch ausstehend
Habe noch keinen gemacht: -
Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: Nein, nichts
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): Ist zu erwarten, dass das Führen von fahrerlaubnispflichtigen Fahrzeugen und ein die Fahrsicherheit beeinträchtigender Alkoholkonsum hinreichend sicher getrennt werden kann?
Falls nein oder wenn die zu begutachtende Person dauerhaft auf Alkohol verzichten muss, liegt ein ausreichend langer Abstinenzzeitraum sowie ein gefestigter Einstellungs- und Verhaltenswandel zu Alkohol vor?
Bundesland: Bayern
Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: Wird gleich ausführlicher beantwortet
Ich lebe abstinent seit:
Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: Nein
Urinscreening ja/nein: Nein
PEth-Analytik ja/nein: Nein
Keinen Plan?: -
Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: -
Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: -
Selbsthilfegruppe (SHG): -
Psychologe/Verkehrspsychologe: MPV GmbH / seit dem 03.03.2026 5 Einzel- und 9 Gruppensitzungen a 50 Minuten => "Am 08.07.2026 wurde die verkehrstherapeutische Maßnahme mit hauptsächlichem Nachsorgecharakter erfolgreich beendet" (Offizielle Bescheidung der MPV GmbH)
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: -
Ambulante/stationäre Therapie: -
Keine Ahnung: -
MPU
Datum: 18.08.2026
Welche Stelle (MPI): PIMA GmbH
Schon bezahlt?: Ja
Schon eine MPU gehabt? Nein
Wer hat das Gutachten gesehen?: -
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: -
Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: Nein, nichts
Ich habe die nachfolgenden 30 Fragen in einem anderen Thread gesehen und würde gerne damit euch in aller Ausführlichkeit darstellen, was passiert ist und was ich entsprechend aufgearbeitet habe. Bin dankbar für jede Hilfe, kritische Nachfragen und allgemein euren Gedanken zu meinem Fall.
SORRY vorab, wenn ich das teilweise zu ausführliche beantwortet habe oder mich im Kreis drehe. Das ganze Thema beschäftigt mich schon sehr und entsprechend möchte ich das maximal gut vorbereiten.
Tathergang
1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(Wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)
Am 29.11.2025 habe ich mich gegen 18:30 Uhr mit meiner damaligen „Fußballgruppe“ in einer Kneipe getroffen. Es war Bundesliga-Samstag und gleichzeitig hatte ein Freund aus der Gruppe Geburtstag. Wir haben uns damals fast jeden Samstag mit wenigen Ausnahmen getroffen. Regelmäßig sind wir gemeinsam ins Stadion gegangen oder haben den Abend in unserem Stammlokal verbracht. Ich bin an dem Tag später dazugestoßen, weil ich vorher noch mit meiner Freundin unterwegs war.
Wir haben Fußball geschaut, viel geredet und den Geburtstag eines Kollegen gefeiert, der ebenfalls regelmäßig dabei war. Dabei habe ich ausschließlich Bier getrunken. Als mich die Polizei später gefragt hat, wie viel ich getrunken hatte, habe ich angegeben, dass es sieben Bier gewesen sind. Erst als ich den Abend später in Ruhe noch einmal rekonstruiert habe, habe ich die tatsächliche Menge zurückgerechnet, die eher so bei 9-10 (0,5L) Bieren gewesen sein muss. Die Stimmung war ausgelassen und dass einige Runden von unserem Kollegen anlässlich des Geburtstages ausgegeben wurden, hat da sicherlich eine Rolle gespielt.
Gegen 1 Uhr wollte ich nach Hause. Eigentlich war mein Plan - wie immer - den letzten Bus oder die letzte U-Bahn zu nehmen. Als ich an der Haltestelle angekommen bin, waren beide vor wenigen Minuten gefahren und das waren die letzten Fahrten für den Abend. Also bin ich zunächst zu Fuß losgelaufen. Der Heimweg waren ungefähr 2,5 Kilometer, was machbar ist, aber im Winter und zu der Uhrzeit eher undankbar – sei’s drum.
Nach ungefähr 300 Metern stand rechts am Straßenrand ein E-Scooter. Ich weiß noch, dass ich einfach nur noch heim wollte. Es war spät, ich war müde und ehrlich gesagt hatte ich keine Lust, den ganzen Weg noch zu Fuß zu gehen. Ein Taxi kam mir in dem Moment gar nicht wirklich in den Sinn beziehungsweise erschien mir zu teuer. Der Scooter wirkte auf mich wie die einfachste Lösung. Dass ich in dem Zustand überhaupt nicht mehr objektiv & ehrlich einschätzen konnte, ob ich noch fahren konnte oder nicht, war mir damals nicht bewusst. Ich dachte einfach, dass ich die kurze Strecke schon schaffen würde. Also stieg ich auf den Scooter und fuhr los.
Nach ungefähr 400 Metern wurde ich von einer Polizeistreife um 01.10 Uhr im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle angehalten. Der Atemalkoholtest (01.12 Uhr) ergab 0,77 mg/l. Anschließend wurde ich zur Dienststelle gebracht, wo gegen 1:44 Uhr die Blutprobe entnommen wurde. Das spätere Ergebnis lag bei 1,62 ‰.
2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)
9 – 10 Bier / Helles (0,5L) // Keine Schnäpse oder ähnliches.
Trinkstart war gegen 18.30 Uhr. Trinkende gegen 0.30 Uhr.
3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
Insgesamt wären es ca. 2,5 KM gewesen => Zurückgelegte Strecke waren ca. 400 Meter
4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)
In der Nacht dachte ich schon, dass ich den „kurzen“ Weg noch sicher nach Hause schaffen kann. Es war spät und Winter. Ich dachte, dass sowieso weniger los auf den Straßen sei und vergangene Fahrten haben auch immer problemlos geklappt. Hatte nicht das Gefühl, dass ich große Ausfallerscheinungen hatte und dass der Weg kein großes Hindernis darstelle. Habe dabei jegliche Risiken für mich und meine Mitmenschen komplett ausgeblendet und dachte, alles noch sicher bewältigen zu können.
Es war unkompliziert den Roller in dem Moment zu nehmen und dass der „kurze“ Weg machbar sei.
Dass das natürlich vollkommener Irrglaube war, brauchen wir nicht drüber reden – aber dazu kommen wir später nochmal.
5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
Plan war – wie auch sonst – die letzte Bus- oder U-Bahn Verbindung zu nehmen, was in der Vergangenheit sehr gut geklappt hat.
Fußweg ist auch noch absolut im Rahmen des Machbaren. Von daher habe ich mir vorab
keine großen Gedanken gemacht, wie ich den Heimweg bestreiten kann und werden an diesem Abend.
6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
Vergangene (betrunkene) Fahrten mit dem E-Scooter sind bereits vorgekommen und haben (im Nachhinein) „problemlos“ geklappt“ War mit der Hauptgrund, warum ich auch an besagtem Abend auf den Roller gestiegen bin.
Einige Autofahrten mit Restalkohol am Nächsten morgen ebenfalls.
Aufgefallen bin ich dabei aber nie.
7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?
Bestimmt 10-15 Mal => Gab mir eine falsche Sicherheit, dass nichts passieren (kann). Bewusstsein, wie gefährlich auch die Teilnahme am Straßenverkehr für mich und meine Mitmenschen sein kann, habe ich dadurch kleingeredet. Mein Risikobewusstsein und Gefahrenwahrnehmung ist gegen 0 gesunken, was einer der Hauptgründe war, warum ich überhaupt erst auf den Roller gestiegen bin. Erschreckend zudem auch im Nachhinein, wie man objektive Fakten (hoher Alkoholkonsum) mit subjektivem Empfinden vermischt und denkt, man sei noch leistungsfähig genug, obwohl das objektiv gar nicht stimmen kann.
Alkoholtoleranz durch Gewöhnung und regelmäßiges Trinken war nichts, worüber ich mir Gedanken gemacht habe und dachte, es sei normal, sich nach der Menge noch entsprechend fit für den E-Scooter zu fühlen.
Zudem: Gefahren eines E-Scooters kleingeredet – „ist ja kein Auto“. Habe es eher wie Fahrrad gesehen – trotz motorisiertem Fahrzeug etc. Falscher Irrglaube auch in der Richtung
Exploration
8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)
1. Kontakt bestimmt zwischen 12 – 14 Jahren, wo auf Familienfeiern Alkohol konsumiert wurde. Bzw. in dem Alter das erste Mal wirklich realisiert, dass Alkohol konsumiert wird und nicht ein „normales“ Getränk. (Bei dem Punkt bin ich mir echt nicht sicher und hab einfach eine Vermutung aufgestellt ehrlicherweise)
1. Konsum war mit 17 Jahren. Ich habe mit Freunden damals das ausprobieren wollen. Geschmeckt hat es überhaupt nicht. Haben damals jeder 2 Mischbier getrunken.
9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
Mit 18 Jahren hat es eigentlich angefangen, regelmäßiger Alkohol zu konsumieren. Habe damals nach dem Abitur eine Ausbildung angefangen und war seither unter der Woche 5 Tage arbeiten (oder Berufsschule), weshalb wir öfters an den Wochenenden dann unterwegs waren und feiern gegangen sind. Stetig steigend bis 4-5 Bier oder 1-2 Cocktails an max. 2-3 Wochenenden im Monat. Wenn Freitags, da ich sonntags immer Fußballspiele hatte. Ausschließlich am Wochenende getrunken - mir war damals schon wichtig, dass sich der Konsum nicht negativ auf Arbeit oder Sonstiges auswirkt.
Mit 22 nach der Ausbildung (und 1 Jahr arbeiten) dann mit dem Studium angefangen, wodurch sich auch die Trinkmenge erhöht hat. Studium, neue Leute, Studentenleben Alles war neu und „aufregend“. Man war mehr unterwegs, viel mit Leuten zusammen und entsprechend ist in der Zeit auch der Alkoholkonsum gestiegen. Bestimmt 1x pro Woche mit max. 2-3 Long-Drinks oder 6-7 Bier. Der Konsum hat sich mit der Zeit über das Bachelor-Studium immer weiter „gelegt“. Man war dann im 3., 4. Oder 5. Semester auch nicht mehr auf jeder Uni Party, alles hatte sich eingependelt und ich hab ab dem 3. Semester zusätzlich mit einer Werkstudentenstelle angefangen, wodurch man auch mehr Verpflichtungen und weniger freie Zeit hatte. 4-5 Bier oder 1-2 Cocktails an max. 2-3 Wochenende im Monat.
Mit 26 habe ich dann direkt im Anschluss an das Bachelor Semester mit meinem Master angefangen. Gleiche Uni, deutlich anderer Schwierigkeitsgrad und Verpflichtungen und zudem eine neue Werkstudentenstelle, die mich auch anders gefordert hat. Ich war vielleicht an 2 Wochenenden im Monat unterwegs, habe dort ausschließlich Bier getrunken (max. 5 Bier). Corona Zeit hat da sicherlich auch mehr mit reingespielt, wo der Konsum relativ niedrig war wegen der ganzen Auflagen etc. (habe nie alleine getrunken)
Noch ein kleiner Hinweis und eine Einordnung zu den Mengen über das Studium hinweg, die sicherlich nicht wenig waren – da brauchen wir uns nicht drüber unterhalten: Ich war da aber immer schon leistungsorientiert unterwegs. Unter der Woche war tabu wegen Uni & Arbeit. Wochenende schon gerne mal einfach „laufen lassen“. Prüfungsphasen dagegen waren jedes Mal 4-8 Wochen gar kein Alkohol, weil volle Konzentration aufs Studium und gut durch die Prüfungen kommen. Das war ein Aspekt, der immer gut geklappt hat. Ich konnte und wusste mir eigene Grenzen zu setzen, wenn es drauf ankam.
Mit 29 (2023) dann nach dem Master in das Berufsleben eingestiegen als Unternehmensberater in der IT-Branche. Viel unterwegs, viele neue Leute und Projekte, steile Lernkurve und viel zu tun, wodurch sich das eigene Leben schon verändert hat im Vergleich zum Studentenleben. Weniger (mit Freunden) unterwegs gewesen – v.a an den Wochenenden. Der gewohnte Freundeskreis, wo viel unternommen wurde und der Alkohol nie im Vordergrund stand an den Treffen, hat sich im gleichen Atemzug ein wenig „disconnected“ => Jeder im Job angekommen, tlw. Familie. Also bei allen haben sich die Prioritäten verschoben, was aber auch okay war. Es war schade, aber hat sich irgendwie wie der normale Gang der Zeit angefühlt.
Arbeit hat sich dann immer mehr eingependelt und ich habe mich overall wohlgefühlt. So im Nachhinein betrachtet, habe ich mich aber zu der Zeit zu „sehr“ in die Arbeit gestürzt und dabei andere Aspekte, die mir immer gut getan haben, „vernachlässigt“ und dabei die Wochenenden als „exzessiven“ Ausgleich gesehen, was so ein engstirniges Denken war.
Ende 2024 / Anfang 2025 bin ich dann zu einer neuen Gruppe gestoßen. Bin schon immer gerne zum Fußball schauen ins Stadion gegangen und daraus hat sich eine neue Gruppierung gebildet, die sich dann immer mehr und regelmäßiger getroffen hat. Im Zuge dessen hat sich auch der Alkoholkonsum an den Wochenenden wieder erhöht. Wir haben uns eigentlich fast jeden Samstag getroffen (mit wenigen Ausnahmen) und waren entweder im Stadion oder in unserer Kneipe unseres Vertrauens, haben Fußball geschaut und einfach eine gute Zeit gehabt – immer mit (viel) Alkohol verbunden. Das waren schon so regelmäßig 6-7 Bier. Wenn jemand Geburtstag hatte oder etwas „Besonderes“ anstand auch mal mehr (wie am Delikttag, wo es mal 9-10 Bier waren – das war die maximale Menge). Dies war eher die Ausnahme, aber sicherlich nicht das 1. Mal, dass ich in der Menge getrunken haben. Dies lief dann bis zum Delikttag (29.11.2025), wonach sich das der Konsum drastisch reduziert hat, weil es schon ein einschneidendes „Erlebnis“ war.
Seitdem 3 Mal Alkohol angerührt (max. 2 Bier).
10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
s. oben - eigentlich alles eben beantwortet
11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Erste Erfahrungen mit dem Freundeskreis, den sich seit dem Kindergarten habe und bis heute sehr eng bin (da war der Alkoholkonsum aber immer relativ überschaubar und der Rausch stand nie im Vordergrund)
Studium vor allem mit Studienkollegen, die man zu der Zeit kennengelernt hat.
Zuletzt mit der besagten „Fußballgruppe“, die eng mit hohen Alkoholkonsum verknüpft war.
Also vorab danke euch für die ganzen Mühen!!
Kurz zu mir: Bin am 30.11.2025 in der nacht (von Samstag auf Sonntag) auf einem E-Scooter von der Polizei angehalten worden und letztlich mit 1,62 Promille erwischt worden. Strafe wurde ausgesprochen, Sperrfrist läuft bald aus (10.09.2026) und nun muss ich "nur" noch die MPU erfolgreich hinter mich bringen. Würde hier im Folgenden gerne mal meinen Fall in aller Ausführlichkeit darstellen und bin glücklich über jede Hilfe, kritische Fragestellung und all das, was mir in der bevorstehenden MPU (Termin: 18.08.2026) weiterhelfen kann.
Vielen Dank schon mal!!
FB Alkohol
Zur Person
Geschlecht: Männlich
Größe: 1,98 Meter
Gewicht: ca. 95 KG
Alter: 32 Jahre
Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 30.11.2025
BAK: 1,62
Trinkbeginn: 18.30 Uhr
Trinkende: 0.30 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 01:44 Uhr
Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: Nein
Strafbefehl schon bekommen: Ja
Dauer der Sperrfrist: Insgesamt ca. 10 Monate
Führerschein
Hab ich noch: -
Hab ich abgegeben: Direkt vor Ort bei der Polizei abgegeben
Hab ich neu beantragt: Neu beantragt hab ich bereits (21.04.2026) - MPU nun noch ausstehend
Habe noch keinen gemacht: -
Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: Nein, nichts
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): Ist zu erwarten, dass das Führen von fahrerlaubnispflichtigen Fahrzeugen und ein die Fahrsicherheit beeinträchtigender Alkoholkonsum hinreichend sicher getrennt werden kann?
Falls nein oder wenn die zu begutachtende Person dauerhaft auf Alkohol verzichten muss, liegt ein ausreichend langer Abstinenzzeitraum sowie ein gefestigter Einstellungs- und Verhaltenswandel zu Alkohol vor?
Bundesland: Bayern
Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: Wird gleich ausführlicher beantwortet
Ich lebe abstinent seit:
Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: Nein
Urinscreening ja/nein: Nein
PEth-Analytik ja/nein: Nein
Keinen Plan?: -
Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: -
Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: -
Selbsthilfegruppe (SHG): -
Psychologe/Verkehrspsychologe: MPV GmbH / seit dem 03.03.2026 5 Einzel- und 9 Gruppensitzungen a 50 Minuten => "Am 08.07.2026 wurde die verkehrstherapeutische Maßnahme mit hauptsächlichem Nachsorgecharakter erfolgreich beendet" (Offizielle Bescheidung der MPV GmbH)
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: -
Ambulante/stationäre Therapie: -
Keine Ahnung: -
MPU
Datum: 18.08.2026
Welche Stelle (MPI): PIMA GmbH
Schon bezahlt?: Ja
Schon eine MPU gehabt? Nein
Wer hat das Gutachten gesehen?: -
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: -
Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: Nein, nichts
Ich habe die nachfolgenden 30 Fragen in einem anderen Thread gesehen und würde gerne damit euch in aller Ausführlichkeit darstellen, was passiert ist und was ich entsprechend aufgearbeitet habe. Bin dankbar für jede Hilfe, kritische Nachfragen und allgemein euren Gedanken zu meinem Fall.
SORRY vorab, wenn ich das teilweise zu ausführliche beantwortet habe oder mich im Kreis drehe. Das ganze Thema beschäftigt mich schon sehr und entsprechend möchte ich das maximal gut vorbereiten.
Tathergang
1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(Wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)
Am 29.11.2025 habe ich mich gegen 18:30 Uhr mit meiner damaligen „Fußballgruppe“ in einer Kneipe getroffen. Es war Bundesliga-Samstag und gleichzeitig hatte ein Freund aus der Gruppe Geburtstag. Wir haben uns damals fast jeden Samstag mit wenigen Ausnahmen getroffen. Regelmäßig sind wir gemeinsam ins Stadion gegangen oder haben den Abend in unserem Stammlokal verbracht. Ich bin an dem Tag später dazugestoßen, weil ich vorher noch mit meiner Freundin unterwegs war.
Wir haben Fußball geschaut, viel geredet und den Geburtstag eines Kollegen gefeiert, der ebenfalls regelmäßig dabei war. Dabei habe ich ausschließlich Bier getrunken. Als mich die Polizei später gefragt hat, wie viel ich getrunken hatte, habe ich angegeben, dass es sieben Bier gewesen sind. Erst als ich den Abend später in Ruhe noch einmal rekonstruiert habe, habe ich die tatsächliche Menge zurückgerechnet, die eher so bei 9-10 (0,5L) Bieren gewesen sein muss. Die Stimmung war ausgelassen und dass einige Runden von unserem Kollegen anlässlich des Geburtstages ausgegeben wurden, hat da sicherlich eine Rolle gespielt.
Gegen 1 Uhr wollte ich nach Hause. Eigentlich war mein Plan - wie immer - den letzten Bus oder die letzte U-Bahn zu nehmen. Als ich an der Haltestelle angekommen bin, waren beide vor wenigen Minuten gefahren und das waren die letzten Fahrten für den Abend. Also bin ich zunächst zu Fuß losgelaufen. Der Heimweg waren ungefähr 2,5 Kilometer, was machbar ist, aber im Winter und zu der Uhrzeit eher undankbar – sei’s drum.
Nach ungefähr 300 Metern stand rechts am Straßenrand ein E-Scooter. Ich weiß noch, dass ich einfach nur noch heim wollte. Es war spät, ich war müde und ehrlich gesagt hatte ich keine Lust, den ganzen Weg noch zu Fuß zu gehen. Ein Taxi kam mir in dem Moment gar nicht wirklich in den Sinn beziehungsweise erschien mir zu teuer. Der Scooter wirkte auf mich wie die einfachste Lösung. Dass ich in dem Zustand überhaupt nicht mehr objektiv & ehrlich einschätzen konnte, ob ich noch fahren konnte oder nicht, war mir damals nicht bewusst. Ich dachte einfach, dass ich die kurze Strecke schon schaffen würde. Also stieg ich auf den Scooter und fuhr los.
Nach ungefähr 400 Metern wurde ich von einer Polizeistreife um 01.10 Uhr im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle angehalten. Der Atemalkoholtest (01.12 Uhr) ergab 0,77 mg/l. Anschließend wurde ich zur Dienststelle gebracht, wo gegen 1:44 Uhr die Blutprobe entnommen wurde. Das spätere Ergebnis lag bei 1,62 ‰.
2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)
9 – 10 Bier / Helles (0,5L) // Keine Schnäpse oder ähnliches.
Trinkstart war gegen 18.30 Uhr. Trinkende gegen 0.30 Uhr.
3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
Insgesamt wären es ca. 2,5 KM gewesen => Zurückgelegte Strecke waren ca. 400 Meter
4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)
In der Nacht dachte ich schon, dass ich den „kurzen“ Weg noch sicher nach Hause schaffen kann. Es war spät und Winter. Ich dachte, dass sowieso weniger los auf den Straßen sei und vergangene Fahrten haben auch immer problemlos geklappt. Hatte nicht das Gefühl, dass ich große Ausfallerscheinungen hatte und dass der Weg kein großes Hindernis darstelle. Habe dabei jegliche Risiken für mich und meine Mitmenschen komplett ausgeblendet und dachte, alles noch sicher bewältigen zu können.
Es war unkompliziert den Roller in dem Moment zu nehmen und dass der „kurze“ Weg machbar sei.
Dass das natürlich vollkommener Irrglaube war, brauchen wir nicht drüber reden – aber dazu kommen wir später nochmal.
5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
Plan war – wie auch sonst – die letzte Bus- oder U-Bahn Verbindung zu nehmen, was in der Vergangenheit sehr gut geklappt hat.
Fußweg ist auch noch absolut im Rahmen des Machbaren. Von daher habe ich mir vorab
keine großen Gedanken gemacht, wie ich den Heimweg bestreiten kann und werden an diesem Abend.
6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
Vergangene (betrunkene) Fahrten mit dem E-Scooter sind bereits vorgekommen und haben (im Nachhinein) „problemlos“ geklappt“ War mit der Hauptgrund, warum ich auch an besagtem Abend auf den Roller gestiegen bin.
Einige Autofahrten mit Restalkohol am Nächsten morgen ebenfalls.
Aufgefallen bin ich dabei aber nie.
7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?
Bestimmt 10-15 Mal => Gab mir eine falsche Sicherheit, dass nichts passieren (kann). Bewusstsein, wie gefährlich auch die Teilnahme am Straßenverkehr für mich und meine Mitmenschen sein kann, habe ich dadurch kleingeredet. Mein Risikobewusstsein und Gefahrenwahrnehmung ist gegen 0 gesunken, was einer der Hauptgründe war, warum ich überhaupt erst auf den Roller gestiegen bin. Erschreckend zudem auch im Nachhinein, wie man objektive Fakten (hoher Alkoholkonsum) mit subjektivem Empfinden vermischt und denkt, man sei noch leistungsfähig genug, obwohl das objektiv gar nicht stimmen kann.
Alkoholtoleranz durch Gewöhnung und regelmäßiges Trinken war nichts, worüber ich mir Gedanken gemacht habe und dachte, es sei normal, sich nach der Menge noch entsprechend fit für den E-Scooter zu fühlen.
Zudem: Gefahren eines E-Scooters kleingeredet – „ist ja kein Auto“. Habe es eher wie Fahrrad gesehen – trotz motorisiertem Fahrzeug etc. Falscher Irrglaube auch in der Richtung
Exploration
8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)
1. Kontakt bestimmt zwischen 12 – 14 Jahren, wo auf Familienfeiern Alkohol konsumiert wurde. Bzw. in dem Alter das erste Mal wirklich realisiert, dass Alkohol konsumiert wird und nicht ein „normales“ Getränk. (Bei dem Punkt bin ich mir echt nicht sicher und hab einfach eine Vermutung aufgestellt ehrlicherweise)
1. Konsum war mit 17 Jahren. Ich habe mit Freunden damals das ausprobieren wollen. Geschmeckt hat es überhaupt nicht. Haben damals jeder 2 Mischbier getrunken.
9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
Mit 18 Jahren hat es eigentlich angefangen, regelmäßiger Alkohol zu konsumieren. Habe damals nach dem Abitur eine Ausbildung angefangen und war seither unter der Woche 5 Tage arbeiten (oder Berufsschule), weshalb wir öfters an den Wochenenden dann unterwegs waren und feiern gegangen sind. Stetig steigend bis 4-5 Bier oder 1-2 Cocktails an max. 2-3 Wochenenden im Monat. Wenn Freitags, da ich sonntags immer Fußballspiele hatte. Ausschließlich am Wochenende getrunken - mir war damals schon wichtig, dass sich der Konsum nicht negativ auf Arbeit oder Sonstiges auswirkt.
Mit 22 nach der Ausbildung (und 1 Jahr arbeiten) dann mit dem Studium angefangen, wodurch sich auch die Trinkmenge erhöht hat. Studium, neue Leute, Studentenleben Alles war neu und „aufregend“. Man war mehr unterwegs, viel mit Leuten zusammen und entsprechend ist in der Zeit auch der Alkoholkonsum gestiegen. Bestimmt 1x pro Woche mit max. 2-3 Long-Drinks oder 6-7 Bier. Der Konsum hat sich mit der Zeit über das Bachelor-Studium immer weiter „gelegt“. Man war dann im 3., 4. Oder 5. Semester auch nicht mehr auf jeder Uni Party, alles hatte sich eingependelt und ich hab ab dem 3. Semester zusätzlich mit einer Werkstudentenstelle angefangen, wodurch man auch mehr Verpflichtungen und weniger freie Zeit hatte. 4-5 Bier oder 1-2 Cocktails an max. 2-3 Wochenende im Monat.
Mit 26 habe ich dann direkt im Anschluss an das Bachelor Semester mit meinem Master angefangen. Gleiche Uni, deutlich anderer Schwierigkeitsgrad und Verpflichtungen und zudem eine neue Werkstudentenstelle, die mich auch anders gefordert hat. Ich war vielleicht an 2 Wochenenden im Monat unterwegs, habe dort ausschließlich Bier getrunken (max. 5 Bier). Corona Zeit hat da sicherlich auch mehr mit reingespielt, wo der Konsum relativ niedrig war wegen der ganzen Auflagen etc. (habe nie alleine getrunken)
Noch ein kleiner Hinweis und eine Einordnung zu den Mengen über das Studium hinweg, die sicherlich nicht wenig waren – da brauchen wir uns nicht drüber unterhalten: Ich war da aber immer schon leistungsorientiert unterwegs. Unter der Woche war tabu wegen Uni & Arbeit. Wochenende schon gerne mal einfach „laufen lassen“. Prüfungsphasen dagegen waren jedes Mal 4-8 Wochen gar kein Alkohol, weil volle Konzentration aufs Studium und gut durch die Prüfungen kommen. Das war ein Aspekt, der immer gut geklappt hat. Ich konnte und wusste mir eigene Grenzen zu setzen, wenn es drauf ankam.
Mit 29 (2023) dann nach dem Master in das Berufsleben eingestiegen als Unternehmensberater in der IT-Branche. Viel unterwegs, viele neue Leute und Projekte, steile Lernkurve und viel zu tun, wodurch sich das eigene Leben schon verändert hat im Vergleich zum Studentenleben. Weniger (mit Freunden) unterwegs gewesen – v.a an den Wochenenden. Der gewohnte Freundeskreis, wo viel unternommen wurde und der Alkohol nie im Vordergrund stand an den Treffen, hat sich im gleichen Atemzug ein wenig „disconnected“ => Jeder im Job angekommen, tlw. Familie. Also bei allen haben sich die Prioritäten verschoben, was aber auch okay war. Es war schade, aber hat sich irgendwie wie der normale Gang der Zeit angefühlt.
Arbeit hat sich dann immer mehr eingependelt und ich habe mich overall wohlgefühlt. So im Nachhinein betrachtet, habe ich mich aber zu der Zeit zu „sehr“ in die Arbeit gestürzt und dabei andere Aspekte, die mir immer gut getan haben, „vernachlässigt“ und dabei die Wochenenden als „exzessiven“ Ausgleich gesehen, was so ein engstirniges Denken war.
Ende 2024 / Anfang 2025 bin ich dann zu einer neuen Gruppe gestoßen. Bin schon immer gerne zum Fußball schauen ins Stadion gegangen und daraus hat sich eine neue Gruppierung gebildet, die sich dann immer mehr und regelmäßiger getroffen hat. Im Zuge dessen hat sich auch der Alkoholkonsum an den Wochenenden wieder erhöht. Wir haben uns eigentlich fast jeden Samstag getroffen (mit wenigen Ausnahmen) und waren entweder im Stadion oder in unserer Kneipe unseres Vertrauens, haben Fußball geschaut und einfach eine gute Zeit gehabt – immer mit (viel) Alkohol verbunden. Das waren schon so regelmäßig 6-7 Bier. Wenn jemand Geburtstag hatte oder etwas „Besonderes“ anstand auch mal mehr (wie am Delikttag, wo es mal 9-10 Bier waren – das war die maximale Menge). Dies war eher die Ausnahme, aber sicherlich nicht das 1. Mal, dass ich in der Menge getrunken haben. Dies lief dann bis zum Delikttag (29.11.2025), wonach sich das der Konsum drastisch reduziert hat, weil es schon ein einschneidendes „Erlebnis“ war.
Seitdem 3 Mal Alkohol angerührt (max. 2 Bier).
10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
s. oben - eigentlich alles eben beantwortet
11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Erste Erfahrungen mit dem Freundeskreis, den sich seit dem Kindergarten habe und bis heute sehr eng bin (da war der Alkoholkonsum aber immer relativ überschaubar und der Rausch stand nie im Vordergrund)
Studium vor allem mit Studienkollegen, die man zu der Zeit kennengelernt hat.
Zuletzt mit der besagten „Fußballgruppe“, die eng mit hohen Alkoholkonsum verknüpft war.