• Als Forenbetreiber sind wir nicht verpflichtet, Beiträge oder Themen auf bloßen Wunsch zu löschen. Eine Entfernung erfolgt ausschließlich bei Vorliegen einer gesetzlichen Verpflichtung (z. B. bei rechtswidrigen Inhalten oder berechtigten datenschutzrechtlichen Ansprüchen). Bitte veröffentlichen Sie daher nur Inhalte, deren dauerhafte Speicherung und öffentliche Zugänglichkeit Sie zustimmen.

TF E-Scooter 1,75 BAK

Schwan

Neuer Benutzer
Guten Tag zusammen,
Ich habe in letzter Zeit viel hier gelesen und in Anbetracht meines anstehenden MPU-Termins am Mittwoch die folgende Aufarbeitung bzw. Darlegung meiner Reise verfasst.
Ich würde mich freuen, falls der Ein oder Andere Zeit hat Schwachstellen anzusprechen oder auch kritische Rückfragen zu stellen.
In jedem Fall werde ich zeitnah Rückmeldung über mein Ergebnis geben :)

Vorab eine Frage, die ich mir stelle:
Meine Aufarbeitung hatte das Ziel den Umgang mit Alkohol generell zu limitieren der Nutzung als Lösung für persönliche Problem zu verhindern. Die Fragestellung zu MPU hat ja den Hintergrund zum Umgang mit Alkohol und dem Fahren eines PKW. Hier sehe ich nach wie vor nicht, dass ich je ein Problem damit hatte (abgesehen von Restalkohol<0,5%, hier war ich leichtsinnig). Jetzt soll man Trinkanlässe und Fahren ja strikt trennen. Ist das gewährleistet, wenn ich zu einem Geburtstag mit dem Auto fahre und (wie schon immer) nichts trinke - oder setze ich mich damit einer Gefahr aus (Verfügbarkeit von Alkohol, übliches Konsumsetting) und sollte lieber jemand anderen Fahren lassen? Bzw. sollte ich es aktiv erwähnen, das ich damit nach wie vor keine Probleme habe, oder lieber unerwähnt lassen, sofern keine Nachfrage kommt?



FB Alkohol

Zur Person

Geschlecht: Männlich
Größe: 175
Gewicht: 72 kg
Alter: 28

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 04.05.2025
BAK: 1,75
Trinkbeginn: 15:00 Uhr
Trinkende: 01:00 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 03:09 Uhr

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: nein
Strafbefehl schon bekommen: ja
Dauer der Sperrfrist: keine (2 Monate Fahrverbot in Nov+Dez/25)

Führerschein
Hab ich noch: ja
Hab ich abgegeben: -
Hab ich neu beantragt: -
Habe noch keinen gemacht: -

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: -
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt):

Ist aufgrund der Fahrt mit einem erlaubnisfreien Kraftfahrzeug unter Alkoholeinfluss am 04.05.2025 zu erwarten, dass Herr X zukünftig auch das Führen eines fahrerlaubnispflichtigen Kraftfahrzeugs und einen die Fahrsicherheit beeinträchtigenden Alkoholkonsum nicht mehr hinreichend sicher trennen kann?
Falls die zu begutachtende Person eine Abstinenz geltend macht, liegt ein ausreichend langer Abstinenzzeitraum sowie ein gefestigter Einstellungs- und Verhaltenswandel zu Alkohol vor?

Bundesland: Bayern


Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: ca. 1x pro Monat 3 x 0,33l Bier
Ich lebe abstinent seit: -

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: nein
Urinscreening ja/nein: nein
PEth-Analytik ja/nein: nein
Keinen Plan?:

Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: nein

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: nein
Selbsthilfegruppe (SHG): nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: ja, Vorbereitungsgespräch
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: nein
Ambulante/stationäre Therapie: nein
Keine Ahnung:

MPU
Datum: 03.06.2025
Welche Stelle (MPI): TÜV Thüringen
Schon bezahlt?: ja
Schon eine MPU gehabt? nein
Wer hat das Gutachten gesehen?: -
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: -

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: keine









Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(Wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)


Ich hatte mich am 03.05.2025 mit ehemaligen Kommilitonen und Kollegen (duales Studium) in einer ca. 1 Stunde entfernten Stadt getroffen. Bis Anfang 2024 wohnte und arbeitete ich dort. In der Folgezeit war ich regelmäßig (ca. 1x pro Monat) zu Besuch.

Der Tag war ein Samstag, ich war alleine Zuhause (meine Verlobte war bei Ihren Eltern zu Besuch), verbrachte meinen Vormittag mit Serie gucken und fuhr gegen 13:30 Uhr Uhr mit dem Zug zum Treffpunkt, der Wohnung einer der 5 Anderen. Dort kam ich gegen 15:00 Uhr an und wir unterhielten uns, bis alle eingetroffen waren und stoßen dann gemeinsam mit einem Bier an. Um 16:00 Uhr machten wir uns auf den Weg zu einem Gasthaus im Wald, mein offenes Bier und ein weiteres nahm ich mit. Um 17:00 Uhr trafen wir dort ein, aßen etwas, erzählten von alten Zeiten und Ereignissen der jüngeren Vergangenheit und tranken weiter Bier. Um 20:00 Uhr machten wir uns (diesmal ohne Getränke) wieder auf den Rückweg in die Stadt. Hier hatte zuletzt ein Club zugemacht, in dem wir zu Studienzeiten öfter waren, bei einer Kneipe gab es Gerüchte hierzu. Der am Abend entstandene Plan war es, die verbleibenden Lokalitäten nacheinander aufzusuchen. Hier kamen wir gegen 20:30 Uhr in der Kneipe an und tranken recht zügig ein Bier, gingen danach in zwei Bars , in denen wir jeweils 2 Schnäpse und 1 Longdrink tranken. Ich wollte um 23:30 Uhr mit dem vorletzten Zug wieder nach Hause fahren, die anderen dann noch in den Club.

Mein Zug fiel jedoch aus, weshalb ich den nächsten um 0:30 Uhr anpeilte, wobei dieser bereits Verspätung hatte und mit den Anderen in den Club ging (5 min vom Bahnhof entfernt), hier trank ich noch einen Longdrink und später noch eine Jägerbombe „damit ich nicht im Zug einschlafe“. Ich checkte immer wieder die Bahn-App und ging um 01:10 Uhr zum Zug, holte mir noch eine Cola und fuhr um 01:30 Uhr los.

Um 02:30 Uhr kam ich in meiner Heimatstadt an, die Straßenbahn fuhr um diese Zeit nicht mehr. Ich hatte eine E-Scooter App auf dem Handy und war damit zuvor öfter auf die Arbeit gefahren, wenn mein Fahrrad kaputt war. Ich überlegte kurz was ich getrunken hatte und konnte mich an die 6 Bier erinnern, fühlte mich durch die Zugfahrt vermeintlich ausgeruht und war der Meinung sicher unter 1,6 Promille zu haben (den Wert kannte ich vom Fahrrad und übertrug ihn fälschlicherweise auf den E-Scooter). Das Fahren klappte (subjektiv) ohne Probleme, nach etwa der Hälfte der Strecke wurde ich von der Polizei angehalten. Ich willigte ein zu Pusten, in der Annahme dann weiter zu dürfen – laut Gerät hatte ich 1,4 Promille und die Polizisten nahmen mich mit auf die Wache, Ausfallerscheinungen zeigte ich lt. Test mit dem Arzt keine. Ich gab vor Ort noch überzeugt meine 6 Bier an und konnte mir das Ergebnis nicht ganz erklären. Erst am nächsten Tag konnte ich die echte Trinkmenge rekonstruieren.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)


15:45 1x Bier (Helles) 0,5l

16:30 1x Bier 0,5l

17:10-20:00 3x Bier 0,5l

20:30 1x Bier 0,5l

21:00 – 23:00 2x Gin & Tonic (je 4cl Gin unbekannte Sorte) 4x Tequila (ich weiß nicht mehr ob 2 oder 4cl 40%)

23:30 1x Gin & Tonic (4cl Gin)

01:00 1x Jägerbombe (unbekannte Menge Jägermeister 35%)

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
ca. 1,5 km , 3 Kilometer wollte ich fahren

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)

Ja, ich fühlte mich hellwach und war der Meinung der Konsum von insgesamt 6 Bier sei schon lange her. Auch während dem Fahren hatte ich keine Probleme die Balance zu halten.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
Ich wollte mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
Nein, aufgefallen bin ich vorher nie.



7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

In etwa 5 mal, als ich noch auf dem Land (2013-2016) gewohnt habe, sind wir ca. 1-2 mal pro Jahr vom Nachbarort nach dem Trinken mit dem Fahrrad nach Hause gefahren – ob ich hier noch im gesetzlichen Rahmen war weiß ich nicht mehr. Damals habe ich mir keine Gedanken darum gemacht, war ja nur das Fahrrad – ich denke das hatte auch wesentlich Einfluss auf die Einstellung zum alkoholisierten fahren mit einem Scooter.

Mit dem Scooter bin ich zuvor einmal betrunken ca. 100m gefahren, da war das gerade neu und wir waren betrunken und fanden es witzig das auszuprobieren.
Beim Auto gilt bei mir schon immer der Vorsatz 0,0%, wenn ich am selben Abend noch gefahren bin, habe ich nie getrunken, wenn ich am nächsten Tag fahren musste, habe ich bewusst weniger konsumiert (keine Starre Grenze, aber max. ~ 3x0,5l Bier, Trinkende ca. 10 Stunden vor Fahrtantritt), hier ist es deshalb möglich, das Fahrten mit Restalkohol stattgefunden haben.

Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)


Eine explizite erste Erinnerung an den Kontakt, also wie ich zB jemand anderen habe trinken sehen habe ich nicht, lediglich dass Bier und Wein halt "Erwachsenengetränke" waren, die mal beim Essen oder auf Geburtstagen getrunken wurden.
Woran ich mich erinnere ist mein erster Konsum. Auf der 17. Geburtstagsfeier eines Freundes meines Bruders, da war ich 15(1/2) und habe das erste mal Bier 2 oder 3 x0,33l getrunken. Ich weiß noch, das ich bis dahin immer abgelehnt hatte, wenn mir etwas angeboten worden war, ich fühlte mich zu jung dafür. An dem Abend wollte ich aber wieder bei den Älteren „dazugehören“. Das warme Gefühl und auch, dass ich mir keine Gedanken darum machte, wie ich mit anderen ins Gespräch kommen soll und was ich sagen soll, sind mir in Erinnerung geblieben. Außerdem haben sich alle sehr um mich gekümmert und mich ständig gefragt, wie es mir geht und mein Bruder hat mich ermahnt Wasser zwischendurch und nicht zu schnell zu trinken.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
Seit dem ersten Konsum habe ich regelmäßig (wöchentlich bis monatlich) Alkohol konsumiert, die anfängliche Vorsicht (Wasser und langsamer Konsum) ging mit fortschreitender Erfahrung verloren, damit ging auch ein Anstieg der Trinkmengen einher, auch Schnäpse und Longdrinks kamen mit ca. 17 dazu. Ich verließ mich auf mein Bauchgefühl und hörte oft erst auf, wenn ich merkte an körperliche Grenzen zu kommen (anfängliche Übelkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten) so ging das bis gegen Ende des Studiums (Ende 2018). Ab da veränderte sich zwar an der Häufigkeit nichts, jedoch wurden die Mengen wieder geringer, denn ich hörte oft schon während dem Abend auf zu trinken, also lange bevor ich am „Limit“ war.
Ende 2023 fing ich wieder an größere Mengen zu trinken und ging auch vermehrt auf Veranstaltungen, in denen der Alkohol im Mittelpunkt steht (Malle-Partys, Bierfeste, Clubs), das ging, mit kurzer Unterbrechung (s.u.) bis zum Tag der Trunkenheitsfahrt so.

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

Grundsätzlich habe ich nur an getrunken, wenn ich am nächsten Tag frei hatte, also in der Regel Wochenenden. Dabei aber nie an jedem Wochenende im Monat und auch eher selten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, nur falls hier mal zufälligerweise zB zwei mir wichtige Geburtstage nacheinander stattfanden. Ansonsten hielt ich mir immer auch Zeit für mich und meine Freundin oder auch nur mich persönlich frei. In der Schul- und Studienzeit sind es zeitweise 3 Trinkanlässe pro Monat, danach eher 1 mal und zuletzt (vor der Trunkenheitsfahrt) zwischen 1-2 Mal gewesen. Aktuell sind es (max.) 1 Abend pro Monat an dem ich trinke.
Daneben gab es ca. je 3 Anlässe im Jahr, bei denen ich ein Glas Wein oder Sekt getrunken habe, dies jedoch meist isoliert (zB beim Essen-Gehen oder bei Familienfeiern)
Ich habe durchgehend überwiegend Bier konsumiert, anfänglich Pils, ab dem Studium bevorzugt Helles. Während der Schul- und Studienzeit, sowie in der Zeit vor der Trunkenheitsfahrt auch Longdrinks (Anfänglich Jäger+Cola, später bevorzugt Gin&Tonic) und Schnaps (Tequila) oder Liköre. Wobei Bier eher in privaten Settings und Longdrinks eher in Bars/Clubs konsumiert wurden.

Die Menge belief sich dabei in Schul-/Studienzeiten (Alter:15-21) auf 1,5-2l Bier (3-4 Bier á 0,5l) und 3-4 Schnäpse (2cl). Im Alter von 22-25 1-2l Bier (2-4 Bier á 0,5l), selten 1-2 Schnaps oder Longdrinks.
Im Alter von 26-27: 2-3l Bier (4-6 Bier á 0,5l) und 2-3 Schnäpse.
Longdrinks habe ich hier nicht separat aufgezählt, wenn diese konsumiert wurden, entfiel dafür ~1 Bier (also zb. statt 4-6 Bier wurden dann 3 Bier und 1-3 Longdrinks konsumiert).


11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Getrunken habe ich immer mit Freunden, entweder bei mir oder Anderen zuhause, in Bars, Restaurants und Clubs, sowie auf Festen (Volksfeste, private Feierlichkeiten)

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)


In der Vergangenheit bin ich immer davon ausgegangen ausschließlich aus inneren und enthemmenden Gründen zu trinken, ich war in sozialen Situationen meist zurückhaltend und wusste nicht, wie ich mit Anderen ins Gespräch kommen oder Gespräche aufrecht erhalten sollte, gleichzeitig fand ich es unangenehm die daraus resultierende Stille auszuhalten, wusste sie jedoch auch nicht zu brechen. Wenn ich Alkohol konsumierte, machte ich mir darüber überhaupt keine Gedanken, ich sprach auch Fremde ohne Probleme an, und redete über alles Mögliche. Je öfter ich mit Leuten betrunken ins Gespräch kam, desto leichter fiel es mir dann auch diese nüchtern anzusprechen. Da dies eine direkte Auswirkung des Alkoholkonsums war, war mir diese Motivation von Anfang an bewusst.
Was mir erst durch die Aufarbeitung meiner Trinkhistorie und dem generellen Befassen mit dem Thema Alkoholkonsum aufgefallen ist, das es auch extrinsische Faktoren gibt und ich diese eigentlich seit meinem ersten Konsum erlebt habe und direkt von meiner inneren Motivation begünstigt wurde. In meinem Fall war es das Bedürfnis nach Zugehörigkeit.

Ich war der jüngste von 4 Brüdern und war in der Kindheit oft mit meinem nächstälteren Bruder und dessen Freunden zusammen. Als diese dann angefangen haben Alkohol zu trinken, war ich erst 13, daraufhin hatte ich seltener Kontakt zu der Gruppe, also nur noch in Settings in denen kein Alkohol konsumiert wurde. Mit 15 ½ habe ich dann auch angefangen Bier zu trinken und konnte so wieder an dieser Gruppe teilhaben, hierbei fühlte ich mich sogar viel stärker akzeptiert und als Individuum wahrgenommen als vorher.
Als dann auch in meiner Klasse angefangen wurde Alkohol zu konsumieren, war ich schon der „Erfahrene“ und vertrug mehr als die Anderen. Da ich sonst eher klein und unscheinbar war, und auch nicht wirklich gut in irgendetwas, gefiel es mir, hier Eindruck zu schinden, weshalb ich auch oft mehr trank als nötig bzw. mit anderen mithalten und mich beweisen wollte.
Im Studium fand ich Gruppenzugehörigkeit bei denen, die am Wochenende gerne auf Partys gingen und Alkohol konsumierten, das Studium hatten wir zwar alle noch als gemeinsames Interesse, aber das war als Konversationsthema nach 8 Stunden Lehrsaal nicht sehr attraktiv. Ich hatte nüchtern also immer noch Schwierigkeiten Konversationen zu führen und konnte so viel leichter mit den Anderen ins Gespräch kommen, auch am nächsten Tag hatte man dann etwas zum drüber reden. Auch in dieser Gruppe war ich einer der Jüngeren und ich hatte das Gefühl mich hier beweisen zu können. Der für mich erprobte Weg, war also weiterhin der erhöhte Konsum.

Im Laufe des Studiums und insbesondere danach fand ich zum Einen heraus, sehr gut in meiner Fachrichtung zu sein und entdeckte zum Anderen den Sport für mich, wodurch mein Selbstwert stieg. Ich habe das damals nicht verknüpft, aber ich hörte zu dieser Zeit oft nach 3 oder 4 Bier auf zu trinken und lehnte Schnäpse oder Rundentrinken meist ab, obwohl die anderen noch weiter tranken.

Das Änderte sich (unbewusst) wieder, als ich 2023 aufgrund mehrerer Knochenbrüche kaum bis gar keinen Sport mehr machen konnte, mehrere Monate bettlägerig war und ich mich generell sehr schwach und klein fühlte.
Nachdem alles wieder verheilt war, fing ich auch wieder an Alkohol zu konsumieren (10/23).
Anfang 2024 wechselte ich dann aus privaten Gründen (nähe zur Familie) in eine andere Stadt und ein neues Arbeitsumfeld, die Einarbeitung war schlecht und ich fühlte mich komplett verloren. Auch mit den Leuten konnte ich wenig anfangen (im Schnitt 20 Jahre Älter und in komplett anderen Lebensphasen).
Ich kannte in der neuen Stadt zwar ein paar Leute, aber es zog mich immer noch zu meinen Freunden in die alte Stadt. Hier wurde ich ca. 1-2 mal im Monat eingeladen. Ich freute mich über die Einladung und wenn ich nichts mit meiner Freundin geplant hatte, kam ich diesen auch nach. Dort fühlte ich mich zugehörig und wertgeschätzt, ich wollte möglichst nicht negativ auffallen, um dieses Gefühl nicht zu gefährden und so nahm ich auch wieder am Runden-Trinken teil und stieg erst aus, wenn ich spürte nah am eigenen Limit zu sein(zB Konzentrationsprobleme, Inmichgekehrtheit).

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol
)
bei wenig: kommunikativer, enthemmter, euphorisch
bei viel: Konzentrationsprobleme, Probleme mit der Aussprache, Inmichgekehrtheit.

Für die User, die als Trinkmotiv eine Steigerung des eigenen Selbstbewusstseins erkannt haben (und dies bei der MPU auch so anführen), ergibt sich eine weitere Frage:
13a. Warum hat Ihnen das Erreichen des eigentlich gewünschten Effektes bei wenig Alkohol dann nicht genügt, wieso kam es zu weiterem Alkoholkonsum?
(Zum Hintergrund der Frage kann hier nachgelesen werden: KLICK)

Der enthemmende Effekt, also das innere Motiv meines Konsums führte mich nur bis zu den ersten paar Bieren, in Zeiten in denen dies mein Hauptmotiv war, hörte ich danach auch tatsächlich auf zu trinken.
Lediglich in Zeiten, in denen das äußere Motiv, also die Gruppenzugehörigkeit eine Rolle spielte, kam es zu weiterem Alkoholkonsum, dieser war wesentlich bedingt durch die Zusammensetzung der Gruppe und meinem gegenwärtigen Selbstwert. Je höher der Gesamtkonsum der Gruppe, desto höher war auch mein Ansporn, meinen Konsum dieser Gruppe anzupassen bzw. die eigenen Konsumgrenzen auszureizen.
 
14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Nein, so etwas ist nie vorgekommen.



15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Es gab keine direkten Auswirkungen, bis auf die Tatfolgen der Trunkenheitsfahrt. Ab und an fühlte ich mich am nächsten Tag zwar ausgelaugt, besonders wenn ich spät ins Bett gegangen bin, das tat ich aber nie, wenn ich am nächsten Tag Leistung bringen musste, oder verabredet war.

Indirekt hatte der Alkoholkonsum zur Folge, das ich mich auch vermehrt mit Menschen umgeben habe, die Alkohol konsumiert haben.



16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.




Wie unter Punkt 12 aufgeführt hing dies im Wesentlichen mit meinem Selbstwert und meinem Bedürfnis nach Zugehörigkeit zusammen. Hatte ich das Gefühl ein interessanter, starker und kompetenter Mensch zu sein, war ich nicht so sehr auf eine Bestätigung von außerhalb angewiesen. Meine Persönlichkeit war für mich ausreichende Daseinsberechtigung in einer Gruppe.

In Zeiten in denen mein Selbstwert gering war, suchte ich vermehrt nach Bestätigung von außerhalb und dachte mich in Gruppensituationen beweisen zu müssen. Dies lebte ich in der Pubertät, im Studium, sowie nach meinem Unfall und Jobwechsel durch überhöhten Alkoholkonsum aus.



17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

In meiner Jugend gab es einen Abend, bei dem Ich nicht mehr wusste wie ich heimgekommen war – danach habe ich spätestens „nach Gefühl“ aufgehört zu trinken, also wenn ich zB gemerkt hatte, ich bekomme Konzentrationsprobleme oder Inmichgekehrt.



18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Ich habe schon 3 mal für ca. 3-4 Monate auf Alkohol verzichtet, das war jedes Mal gesundheitlich motiviert. Zweimal bestand Verdacht auf eine Hepatitis Infektion (beim ersten Mal ergab sich bei einem zweiten Test ein negatives Ergebnis, beim zweiten mal lediglich ein Kontakt mit dem Virus, ohne tatsächlichen Krankheitsausbruch – also nach Entwarnung kein „Grund“ zur weiteren Abstinenz), einmal befand mich nach einer OP in einem körperlichen Heilungsprozess und wollte die Heilung nicht torpedieren.

19. In welcher Kategorie eines Alkohol trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)

Früher habe ich gedacht ich konsumiere in nicht bedenklichen Mengen und habe mich als Partytrinker und Gesellschaftstrinker betrachtet.

Heute kann ich kaum glauben, dass ich die damaligen Trinkmengen (z.B. 5x0,5 Bier + mehrere Schnäpse ) noch als OK eingestuft habe. Hier habe ich definitiv die Wahrheit, also die tatsächlichen Trinkmengen verdrängt um ein falsches Bild von mir aufrecht zu erhalten. Auch mein Konsummotiv sehe ich deutlich kritischer, da es auf einem negativen Selbstbild aufgebaut hat.





Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)




Ich trinke noch Alkohol, die Auswahl habe ich limitiert auf Bier, Wein und Sekt.

In gesellschaftlichen Situationen trinke ich maximal 3x 0,33l Bier, limitiert auf 1 mal pro Monat, im Vorhinein geplant.

Wein und Sekt trinke ich lediglich ein Glas (0,15l) zum Essen bzw. anstoßen.

Möchte ich von der Häufigkeit oder dem Getränk abweichen, so muss ich dies im Vorhinein explizit planen (Zeitraum, Menge in Alkohol im Vergleich zu Bier, Grund, letzter Konsum, Gefahrenpotential). Durch diese Möglichkeit und die Angabe eines Grundes gebe ich mir die Möglichkeit auf ggf. in Zukunft auftretende interne und externe Motive zu reagieren.



21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

Ich habe vor zwei Wochen ein Glas Sekt auf der Arbeit getrunken. Ich habe mit Kollegen auf die Beförderung von mir und einem Kollegen angestoßen. Das war der erste Sekt in diesem Jahr, danach habe ich mich ziemlich müde und etwas leichtköpfig gefühlt. In Zukunft werde ich in solchen Situationen auf akloholfreien Sekt bzw. O-Saft zurückgreifen.

Am 1. Mai, hier habe ich 2x0,33l Bier getrunken, da war ich bei Freunden zum Grillen.

Davor am 11. April bei einer Weinprobe 4x0,1l getrunken, dies hatte ich mir im Vorhinein freigestellt, der Fokus lag hier auf der geschmacklichen Komponente des Weins, es fand in einem Hotel statt, in dem ich mit meiner Verlobten übernachtete, Gefahr (einer Verkehrsteilnahme) bestand aus meiner Sicht keine.



22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?

Nein, ich möchte keine „Unbedenklichkeit“ mit dem Geschmack oder dem Getränk an sich verknüpfen.

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?

Ich trinke weiterhin Alkohol, aber nur noch in kontrollierter Form. Ich habe mich für einen weiteren Konsum entschieden, da sich ein kompletter Verzicht auch als ein solcher angefühlt hätte und meiner Meinung nach unverhältnismäßig gewesen wäre. Ich hätte mir hier schwerer getan, meine eigene Vorgabe einzuhalten, da ich nicht voll davon überzeugt gewesen wäre.
Ich sehe Alkohol auch als kulturell verankertes Genussmittel an. In der Vergangenheit habe ich es meist nicht als solches benutzt, aber ich wollte zu diesem Konsum zurückkehren und einen verantwortungsbewussten Umgang zementieren.







24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?

Ich habe gespürt, welche direkten Konsequenzen verantwortungsloser Konsum haben kann, darüber habe ich mir vorher nie Gedanken gemacht. Ich habe zudem andere Menschen durch mein eigenes Handeln gefährdet. Das ist nicht der Mensch, der ich sein möchte. Im Nachgang zur Tat musste ich mich zwangsweise mit meinen echten Trinkmengen außeinandersetzen und realisierte hier erst, dass diese sich in einem gefährlichen Bereich bewegten.







25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Anfangs habe ich ca. 2 Monate gar nichts getrunken und habe Zusammenkünfte mit Alkohol komplett gemieden. Ich fühlte mich verunsichert, weil ich zu dieser Zeit noch nicht herausgefunden hatte, weshalb ich soviel konsumiert hatte. Ich setzte mich zudem mit der Trinkmenge am Tattag auseinander und mir wurde bewusst, das ich eine Toleranz aufgebaut hatte, also schon länger auf diesem Niveau trank, sonst hätte ich keinen E-Scooter fahren können, das hatte mir der Polizist auch recht klar gesagt.

Gleichzeitig hatte ich nicht das Gefühl, eine dauerhafte Abstinenz sei notwendig, hatte nie den Gedanken „ich wünschte jetzt wäre ich betrunken“ und konnte die Menge auch zu Zeiten übermäßigem Konsums noch kontrollieren, wenn ich zB am nächsten Morgen verabredet war. Ich redete viel darüber mit meiner Verlobten und diese ermutigte mich mir erst einmal ein Limit zu setzen, wenn ich mich damit wohler fühlen würde, sie würde mich auch in der Einhaltung unterstützen. Klar war für mich auf jeden Fall auf Schnäpse und Longdrinks zu verzichten, da ich diese als schwer Einzuschätzen einstufte. Außerdem würde es keinen Sinn machen, Veranstaltungen zu Besuchen in denen der Alkoholkonsum im Vordergrund steht (zB Malle-Partys, Bierfeste, Rundentrinken). Ich wusste zu diesem Zeitpunkt, das ich Alkohol konsumiere, weil ich meine Schüchternheit überdecken wollte, dies sah ich zum damaligen Zeitpunkt als validen Grund an und wusste aus Erfahrung, dass ich ab ca. 2l Bier wieder ruhiger wurde. Um das Motiv nicht zu konterkarieren, setzte ich mein Limit also anfänglich auf 3x0,5l. Beim ersten Konsum nach der Trunkenheitsfahrt trank ich lediglich ein Bier, mehr traute ich mir nicht zu. In den folgenden Monaten merkte ich zum Einen auch schon eine deutliche Wirkung nach dem zweiten Bier, andererseits trank ich auch langsamer und so hatte ich öfters einen abgestandenen Rest in der Flasche/im Glas. Ich passte die Trinkeinheit deshalb auf 0,33l an und setzte das Maximum auf 1 Liter.

Parallel dazu suchte ich weiter nach dem Grund, in Internet stoß ich auf MPU-Foren und dort auf die Aufarbeitung durch Betrachtung der eigenen Trinkhistorie. Hier fiel mir erst der verringerte Konsum zwischen Studium und Unfall auf, lernte das es auch äußere Motive gibt und konnte meinen Erstkonsum mit dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit verknüpfen. Auch lernte ich, dass auch mein inneres Motiv problematisch ist, schließlich sollte man charakterliche Schwächen nicht mit Drogen auszugleichen versuchen, sondern diese selbst nachhaltig angehen.

So fügte ich meiner Regel die Begrenzung auf 1 Trinkanlass pro Monat hinzu, dies sollte mich dazu animieren, mich den unangenehmen Situationen nüchtern zu stellen und hieraus zu lernen.

Auch wenn ich nun den Grund für meinen übermäßigen Konsum kannte, kam es für mich nicht in Frage kein Limit mehr zu setzen, da ich nicht „nach Gefühl“ entscheiden wollte, damit hatte die Geschichte ja erst angefangen, zudem waren die Probleme zwar erkannt, aber noch nicht beseitigt.

Ich suchte mir also aktiv Dinge, um meinen Selbstwert zu stärken, ich fing an Kraft-Sport zu machen, dies hatte den erfreulichen Nebeneffekt, die noch vorhandenen Einschränkungen der Knochenbrüche weitestgehend zu heilen, so kann ich mittlerweile wieder rennen. Außerdem fing ich endlich mal an Klavier zu lernen und trat der Brettspiel-Runde meines Bruders bei.

Die Trinkmenge von 1 Liter lies ich seither unangetastet, ich merke jedoch zunehmend, das ich nach dem 2 Bier aufhöre und das dritte hinterfrage, weil ich mich auch ohne gut fühle. Lediglich bei längeren Trinkanlässen greife ich zum dritten Bier, wenn ich etwas Abwechslung in die Getränkeauswahl bringen möchte. Ich lasse die Grenze aber erst einmal bewusst stehen, da ich es als positiv sehe, die eigene Grenze zu unterbieten bzw. nicht auszureizen.



26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?



Ich bin insgesamt glücklicher und habe das Gefühl, ein besseres Ich zu sein. Mein Umfeld hat sich zwar geändert, aber wie ich finde zum Positiven (so treffe ich die Kollegen aus der alten Stadt nicht mehr, da diese Zusammenkünfte stark Alkohol-fokussiert sind). Die Verbindungen, die ich zu Freunden, mit denen Ich Sport mache, oder zur Brettspiel-Runde sind deutlich erfüllender, als betrunkene Konversationen mit Menschen, mit denen man nüchtern nichts gemein hat.
Ich versuche auch nüchtern einfach drauf los zureden, ohne mir zu viel Kopf zu machen und mich dabei auch verletzlicher zu zeigen. Das war oft unangenehm für mich, aber bisher wurde meist positiv darauf reagiert, sei es durch zuhören, ein öffnen des Gegenüber. Ist trotz Versuche meinerseits kein Gespräch zustandegekommen, versuchte ich mich nicht hierfür fertig zu machen, zu einem Gespräch gehören immer zwei, genauso bin für die „unangenehme“ Stille nicht ich allein verantwortlich, diese empfinde ich nur noch selten als unangenehm.





27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
Ich habe meine körperliche Gesundheit in den Fokus gestellt. Daran zu arbeiten erfüllt mich und der Sport ist gleichzeitig auch eine psychische Entlastung. Ein erhöhter Alkoholkonsum würde, nicht nur langfristig, sondern direkt am nächsten Tag unerwünschte, negative Auswirkungen auf meine Leistung haben.

Ich notiere kurz einmal im Monat, was und wie oft ich getrunken habe und gucke mir den bisherigen an, so sehe ich die echten Zahlen. Das kombiniere ich mit einer bestehenden Gewohnheit (Haushaltsbuch) und ist deshalb kein großer Aufwand.

Früher habe ich Freunde treffen und Alkoholkonsum stark miteinander verknüpft, heute findet der deutlich überwiegende Anteil an Treffen ohne Alkohol statt, hier hilft mir auch das geänderte Umfeld. Auch wenn ich auf Veranstaltungen gehe, auf denen Alkohol konsumiert wird, trinke ich nicht automatisch auch Alkohol, ich entscheide es zudem niemals spontan.

Ich habe mir neue Hobbys und Interessen gesucht, aus denen ich meinen Selbstwert beziehe.

Ich meide aktiv Veranstaltungen, in denen der Alkoholkonsum im Fokus steht (Bierfeste, Malle-Partys, Disco)





28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(mit Begründung)

Ich habe realisiert, das ich zuvor sehr Verantwortungslos mit Alkohol umgegangen bin und mir selbst meine üblichen Trinkmengen kleingeredet habe. Zudem hatte ich die Wirkung des Alkohols als schnelle und einfache Lösungen für innere Defizite genutzt.

Ich kenne das in der Form vom Veganismus, hier habe ich auch lange Fleisch und Tierprodukte genossen und die negativen Aspekte verdrängt und schöngeredet. Seit ich hier vor ca. 5 Jahren meine vorigen Denkmuster aufgebrochen habe, ist der Verzicht kein Verzicht sondern eine Selbstverständlichkeit. So empfinde ich das mit dem Alkohol auch.

Ich habe meinen Selbstwert stabilisiert und auf mehrere Fundamente gestellt (Sport, Arbeit, Familie, Freunde, Kunst) selbst wenn eines davon wegfällt, habe ich noch andere zum Ausgleich.

Ich habe zudem gelernt Stille in Konversationen nicht als unangenehm zu empfinden und arbeite stetig daran offener mit Menschen umzugehen.



29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

Ich habe die 0,0 Promilleregel, welche ich schon immer für das Auto habe, nun auf sämtliche Fahrzeuge ausgeweitet. Der eigenen Einschätzung über Fahrtauglichkeit ist nach Alkoholkonsum nicht zu trauen.

Ich lege im Vorhinein fest, ob und wie viel ich maximal trinken werde, dabei spielt auch die Fahrsituation eine Rolle.

Ich habe realisiert, dass auch E-Scooter und Fahrräder eine Gefahr für mich und andere darstellen können.

Ich habe mir eine Taxi-App geholt und auch immer Notfall-Bargeld in meiner Handyhülle, so ist dies immer die einfachste Option.



30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?



Ich schäme mich jetzt im Nachhinein, das es soweit kommen musste wie an dem Abend der Trunkenheitsfahrt, bevor ich realisierte, hier etwas ändern zu müssen. Ich bin gleichzeitig aber auch froh die Möglichkeit gehabt zu haben, mein Leben zu hinterfragen und aktiv Schritte in die richtige Richtung zu gehen.
 
ich habs aus Zeitgründen nur mal kurz überflogen.
Zwei Kurzanmerkungen dazu: ja, ich halte eine A3 mit risikoarmem Konsum für machbar
und: schau Dir Deine Gründe, weiter zu konsumieren, nochmal genau an. Du verweisst auf "Genußtrinken", aber Deine geplanten Trinkanlässe beinhalten was anderes...
Und versuche nicht mit Veganismus und so Zeux vom Thema abzulenken :)

Und Dein "Konsummotiv" ist bisschen oberflächlich. Von was genau trinkst Du Dich da weg? Benenne das mal...
(und nimm das gleich als Rückfall-Alarmsystem)
 
Zurück
Oben