Hallo,
ich habe in letzter Zeit viel hier im Forum gelesen und nun meinen Fragebogen beantwortet. Ich hoffe, dass mir jemand eine Einschätzung geben kann oder mir meine Schwachstellen zeigen kann.
Ich hatte schon eine MPU. Hierauf habe ich mich nicht genügend vorbereitet und wollte auch auf kT raus. In der gutachterlichen Empfehlung wird diese Möglichkeit auch nicht ausgeschlossen. Allerdings habe ich für mich beschlossen, dass ich zukünftig ganz auf Alkohol verzichten möchte. Aber lest selbst ;-)
Zur Person
Geschlecht: Weiblich
Größe: 169
Gewicht: 73 kg
Alter: 38
Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 09.08.2025
BAK: 1,69
Trinkbeginn: 16:30 Uhr
Trinkende: 22:30 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 01:09 Uhr
Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: nein
Strafbefehl schon bekommen: ja
Dauer der Sperrfrist: keine
Führerschein
Hab ich noch: nein
Hab ich abgegeben: 03.06.2026
Hab ich neu beantragt: 15.06.2026
Habe noch keinen gemacht: -
Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Nein
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: -
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt):
Ist zu erwarten, dass Frau XXX zukünftig einen die Fahrsicherheit beeinträchtigenden Alkoholkonsum und das Führen von (Kraft-)Fahrzeugen und fahrerlaubnisfreien Fahrzeugen (z.B. Fahrrad) hinreichend sicher trennen kann?
Erfüllt Frau XXX aufgrund des aktenkundigen Alkoholkonsums weiterhin die körperlich/geistigen Voraussetzungen zum sicheren Führen eines (Kraft-)Fahrzeugs der Gruppe 1?
Bundesland: Bayern
Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: nein
Ich lebe abstinent seit: seit 04.03.2026
Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: nein
Urinscreening ja/nein: ja
PEth-Analytik ja/nein: nein
Keinen Plan?:
Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: nein
Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: ja, seit Nov 2025
Selbsthilfegruppe (SHG): nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: nein
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: nein
Ambulante/stationäre Therapie: nein
Keine Ahnung:
MPU
Datum: noch nicht
Welche Stelle (MPI): AVUS München
Schon bezahlt?: nein
Schon eine MPU gehabt? ja
Wer hat das Gutachten gesehen?: nur ich
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: Es ist nicht zu erwarten, dass Frau XXX zukünftig einen die Fahrsicherheit beeinträchtigenden Alkoholkonsum und das Führen von (Kraft-)Fahrzeugen und fahrerlaubnisfreien Fahrzeugen (z.B. Fahrrad) hinreichend sicher trennen kann.
Frau XXX erfüllt trotz des aktenkundigen Alkoholkonsum weiterhin die körperlich/geistigen Voraussetzungen zum sicheren Führen eines (Kraft-)Fahrzeugs der Gruppe 1.
Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: keine
Tathergang
1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(Wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)
Am Samstag, den 09.08.2025 habe ich mich mit meiner Schwester, zwei Bekannten und von deren mir vorher nicht bekannten Freunden im Gäubodenvolksfest in Straubing getroffen. Meine Schwester und ich sind mit dem Fahrrad reingefahren, da dies für uns der schnellste und günstigste Weg ist um ins Volksfest zu kommen. Im Verlauf des Abends haben wir im Bierzelt gefeiert und zwischendurch habe ich mich noch mit einer Freundin getroffen. Um ca. 23 Uhr wollte ich nach Hause. Meine Schwester noch nicht. Deswegen habe ich mich alleine auf den Weg gemacht. Ich habe dann um kurz vor Mitternacht mit meinem Fahrrad auf der Westtangente in Straubing einen Unfall verursacht. Infolgedessen wurde ich mit einer massiven Kopfverletzung in das Krankenhaus eingeliefert. Dort wurde durch die Polizei eine Blutabnahme vorgenommen und ein Promillewert von 1,69 festgestellt.
2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)
Trinkzeit von 16.00 bis ca. 23.00 Uhr
1 l Radler (Festbier), 2 l Festbier, 2x 0,33 Pils
3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
Den ersten Kilometer (ca.) habe ich sicher geschoben. Die ersten 200 m kann man zu der Zeit gar nicht fahren, da auf dem Geh-/Radweg sehr viel los ist. Durch meine Amnesie aufgrund der Kopfverletzung kann ich den Zeitpunkt wann ich aufgestiegen bin nicht mehr sagen. Von meiner Gedächtnislücke bis zu dem Unfall waren es ca. 300 m. Der Gesamtweg hätte 5 km betragen.
4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)
Nein, ich hatte nicht das Gefühl, dass ich noch fahren kann. Beim Schieben habe ich gemerkt, dass ich sehr stark schwanke und auch mein Rad nicht mehr richtig halten konnte. Einmal ist es mir auch umgefallen. Daher habe ich auch länger geschoben als durch die vielen Leuten eh nötig gewesen wäre.
5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
Ich wollte mit meiner Schwester um 24.00 Uhr mit dem Bus nach Hause fahren. Allerdings wollte ich um 23.00 Uhr schon heim, weil ich mich in der Gesellschaft nicht mehr wohl gefühlt habe und keinen Alkohol mehr trinken wollte.
6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
Nein, ich bin nie im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss auffällig gewesen.
7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?
Ich vermute, dass es an die 100-mal gewesen sein müssten an den ich mit geringen Mengen mit dem Rad gefahren bin. Plus ca. 10 Fahrten bei denen ich stärker alkoholisiert war. Rückblickend betrachtet folgere ich, dass mein Verhalten nicht zu verantworten war und dass ich zu oft mich und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet habe. Es musste früher oder später passieren.
Exploration
8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)
Mit 13 Jahren waren wir an Silvester bei einer Freundin und ihre Eltern haben uns von einem Kobraschnaps probieren lassen. Haben wir wieder ausgespuckt.
Das erste Mal betrunken war ich mit 15 Jahren nach einer Tanzparty in der Tanzschule. Da habe ich drei Rigo (Alkopop) getrunken.
9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
Bis 18 Jahre habe ich im Jahr dreimal Alkohol getrunken (mein Geburtstag, der Geburtstag einer Freundin und Silvester). Bis dahin war ich in einer Beziehung und wir haben viel Zeit zu zweit und zu Hause verbracht.
Mit 18 Jahren habe ich mich von meinem Freund getrennt. Mit einer damaligen Schulkameradin bin ich viel feiern gegangen und habe einen neuen Freundeskreis gefunden. Da ich sehr schüchtern bin, habe ich den Alkohol benutzt um aufgeschlossen, offen und „cool“ zu sein. Mit der Zeit hat sich mein Alkoholkonsum gesteigert und ich war dann schon zwei- bis dreimal im Monat betrunken.
Mit 23 lernte ich meinen jetzigen Mann kennen und das Feiern hat sich in Essen gehen oder Biergarten 1-2 mal im Monat umgewandelt. Da habe ich dann teilweise bis 3 0,5 l Bier getrunken. Ausnahmen kamen schon vor, z.B. Volksfest, Geburtstage. Da war ich dann 4–5-mal im Jahr betrunken.
In meinen Schwangerschaften habe ich natürlich nichts getrunken. Allerdings hat sich das in den letzten 4-5 Jahren wieder gesteigert. Am Ende (kurz vor der Trunkenheitsfahrt) habe ich zweimal im Monat mehr Alkohol getrunken.
10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
18-23 Jahre: 2–3-mal im Monat: 0,75 - 1,00 l Wodka Boot zu dritt
ab 23 Jahre: Umstieg auf Wein/Bier, bei den Ausnahmen dann wieder 6-8 Longdrinks à 4 cl
vor der Trunkenheitsfahrt: zweimal im Monat 4-5 Bier
11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Ich habe überwiegend auf Feiern und in Gesellschaft getrunken. Auch mal im Biergarten zum Essen.
12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)
Vor 23 habe ich aus Unsicherheit getrunken. Ich fühlte mich in Gegenwart Fremder nicht wohl und brauchte auch eine Zeit um aufzutauen. Dieses Gefühl konnte ich mit Alkohol betäuben, so dass ich nach außen hin die lustige Partymaus geworden bin.
Ab 23 war das nicht mehr so wichtig, da ich mit meinem Partner angekommen bin. Trotzdem fiel ich doch regelmäßig (4-5 mal im Jahr) in meine „Rolle“ zurück.
Ich habe durch meinen Job an mir gearbeitet und die Unsicherheit gegenüber Fremden minimiert, da ich als Bauleiterin ständig Kontakt mit neuen Menschen habe und mir das jetzt auch sehr gut gefällt. Allerdings ist dieser Job auch mit viel Stress und Druck verbunden. Trotzdem habe ich nebenbei noch ein Aufbaustudium begonnen.
Ich stand in den Jahren vor dem Vorfall enorm unter Druck. Ich habe zwei Söhne bekommen und dennoch Vollzeit als Bauleiterin weitergearbeitet. In meiner „Freizeit“ habe ich das Studium beendet, mich um meine Kinder und den Haushalt gekümmert. Vor drei Jahren hatten wir dann die Möglichkeit in das Haus meiner Oma einzuziehen. Dafür haben wir es in Eigenregie am Wochenende saniert. Im Nachhinein bin ich verwundert, wie ich das überhaupt geschafft habe. Ich habe einfach funktioniert. Allerdings hatte ich in dieser Zeit keine Zeit für mich. Ich konnte nie entspannen und stand ständig unter Druck. Meine Bewältigungsstrategie bestand darin am Anfang alle 2 Monate mit meinen Freundinnen feiern zu gehen. Mit dem Alkohol fiel der ganze Druck von mir ab, ich fühlte mich entspannter. Irgendwann hat es nicht mehr alle paar Monate gereicht, sondern hat sich bis vor der Trunkenheitsfahrt auf zweimal im Monat gesteigert und auch zur Gewöhnung geführt.
ich habe in letzter Zeit viel hier im Forum gelesen und nun meinen Fragebogen beantwortet. Ich hoffe, dass mir jemand eine Einschätzung geben kann oder mir meine Schwachstellen zeigen kann.
Ich hatte schon eine MPU. Hierauf habe ich mich nicht genügend vorbereitet und wollte auch auf kT raus. In der gutachterlichen Empfehlung wird diese Möglichkeit auch nicht ausgeschlossen. Allerdings habe ich für mich beschlossen, dass ich zukünftig ganz auf Alkohol verzichten möchte. Aber lest selbst ;-)
Zur Person
Geschlecht: Weiblich
Größe: 169
Gewicht: 73 kg
Alter: 38
Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 09.08.2025
BAK: 1,69
Trinkbeginn: 16:30 Uhr
Trinkende: 22:30 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 01:09 Uhr
Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: nein
Strafbefehl schon bekommen: ja
Dauer der Sperrfrist: keine
Führerschein
Hab ich noch: nein
Hab ich abgegeben: 03.06.2026
Hab ich neu beantragt: 15.06.2026
Habe noch keinen gemacht: -
Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Nein
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: -
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt):
Ist zu erwarten, dass Frau XXX zukünftig einen die Fahrsicherheit beeinträchtigenden Alkoholkonsum und das Führen von (Kraft-)Fahrzeugen und fahrerlaubnisfreien Fahrzeugen (z.B. Fahrrad) hinreichend sicher trennen kann?
Erfüllt Frau XXX aufgrund des aktenkundigen Alkoholkonsums weiterhin die körperlich/geistigen Voraussetzungen zum sicheren Führen eines (Kraft-)Fahrzeugs der Gruppe 1?
Bundesland: Bayern
Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: nein
Ich lebe abstinent seit: seit 04.03.2026
Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: nein
Urinscreening ja/nein: ja
PEth-Analytik ja/nein: nein
Keinen Plan?:
Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: nein
Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: ja, seit Nov 2025
Selbsthilfegruppe (SHG): nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: nein
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: nein
Ambulante/stationäre Therapie: nein
Keine Ahnung:
MPU
Datum: noch nicht
Welche Stelle (MPI): AVUS München
Schon bezahlt?: nein
Schon eine MPU gehabt? ja
Wer hat das Gutachten gesehen?: nur ich
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: Es ist nicht zu erwarten, dass Frau XXX zukünftig einen die Fahrsicherheit beeinträchtigenden Alkoholkonsum und das Führen von (Kraft-)Fahrzeugen und fahrerlaubnisfreien Fahrzeugen (z.B. Fahrrad) hinreichend sicher trennen kann.
Frau XXX erfüllt trotz des aktenkundigen Alkoholkonsum weiterhin die körperlich/geistigen Voraussetzungen zum sicheren Führen eines (Kraft-)Fahrzeugs der Gruppe 1.
Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: keine
Tathergang
1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(Wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)
Am Samstag, den 09.08.2025 habe ich mich mit meiner Schwester, zwei Bekannten und von deren mir vorher nicht bekannten Freunden im Gäubodenvolksfest in Straubing getroffen. Meine Schwester und ich sind mit dem Fahrrad reingefahren, da dies für uns der schnellste und günstigste Weg ist um ins Volksfest zu kommen. Im Verlauf des Abends haben wir im Bierzelt gefeiert und zwischendurch habe ich mich noch mit einer Freundin getroffen. Um ca. 23 Uhr wollte ich nach Hause. Meine Schwester noch nicht. Deswegen habe ich mich alleine auf den Weg gemacht. Ich habe dann um kurz vor Mitternacht mit meinem Fahrrad auf der Westtangente in Straubing einen Unfall verursacht. Infolgedessen wurde ich mit einer massiven Kopfverletzung in das Krankenhaus eingeliefert. Dort wurde durch die Polizei eine Blutabnahme vorgenommen und ein Promillewert von 1,69 festgestellt.
2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)
Trinkzeit von 16.00 bis ca. 23.00 Uhr
1 l Radler (Festbier), 2 l Festbier, 2x 0,33 Pils
3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
Den ersten Kilometer (ca.) habe ich sicher geschoben. Die ersten 200 m kann man zu der Zeit gar nicht fahren, da auf dem Geh-/Radweg sehr viel los ist. Durch meine Amnesie aufgrund der Kopfverletzung kann ich den Zeitpunkt wann ich aufgestiegen bin nicht mehr sagen. Von meiner Gedächtnislücke bis zu dem Unfall waren es ca. 300 m. Der Gesamtweg hätte 5 km betragen.
4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)
Nein, ich hatte nicht das Gefühl, dass ich noch fahren kann. Beim Schieben habe ich gemerkt, dass ich sehr stark schwanke und auch mein Rad nicht mehr richtig halten konnte. Einmal ist es mir auch umgefallen. Daher habe ich auch länger geschoben als durch die vielen Leuten eh nötig gewesen wäre.
5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
Ich wollte mit meiner Schwester um 24.00 Uhr mit dem Bus nach Hause fahren. Allerdings wollte ich um 23.00 Uhr schon heim, weil ich mich in der Gesellschaft nicht mehr wohl gefühlt habe und keinen Alkohol mehr trinken wollte.
6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
Nein, ich bin nie im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss auffällig gewesen.
7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?
Ich vermute, dass es an die 100-mal gewesen sein müssten an den ich mit geringen Mengen mit dem Rad gefahren bin. Plus ca. 10 Fahrten bei denen ich stärker alkoholisiert war. Rückblickend betrachtet folgere ich, dass mein Verhalten nicht zu verantworten war und dass ich zu oft mich und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet habe. Es musste früher oder später passieren.
Exploration
8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)
Mit 13 Jahren waren wir an Silvester bei einer Freundin und ihre Eltern haben uns von einem Kobraschnaps probieren lassen. Haben wir wieder ausgespuckt.
Das erste Mal betrunken war ich mit 15 Jahren nach einer Tanzparty in der Tanzschule. Da habe ich drei Rigo (Alkopop) getrunken.
9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
Bis 18 Jahre habe ich im Jahr dreimal Alkohol getrunken (mein Geburtstag, der Geburtstag einer Freundin und Silvester). Bis dahin war ich in einer Beziehung und wir haben viel Zeit zu zweit und zu Hause verbracht.
Mit 18 Jahren habe ich mich von meinem Freund getrennt. Mit einer damaligen Schulkameradin bin ich viel feiern gegangen und habe einen neuen Freundeskreis gefunden. Da ich sehr schüchtern bin, habe ich den Alkohol benutzt um aufgeschlossen, offen und „cool“ zu sein. Mit der Zeit hat sich mein Alkoholkonsum gesteigert und ich war dann schon zwei- bis dreimal im Monat betrunken.
Mit 23 lernte ich meinen jetzigen Mann kennen und das Feiern hat sich in Essen gehen oder Biergarten 1-2 mal im Monat umgewandelt. Da habe ich dann teilweise bis 3 0,5 l Bier getrunken. Ausnahmen kamen schon vor, z.B. Volksfest, Geburtstage. Da war ich dann 4–5-mal im Jahr betrunken.
In meinen Schwangerschaften habe ich natürlich nichts getrunken. Allerdings hat sich das in den letzten 4-5 Jahren wieder gesteigert. Am Ende (kurz vor der Trunkenheitsfahrt) habe ich zweimal im Monat mehr Alkohol getrunken.
10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
18-23 Jahre: 2–3-mal im Monat: 0,75 - 1,00 l Wodka Boot zu dritt
ab 23 Jahre: Umstieg auf Wein/Bier, bei den Ausnahmen dann wieder 6-8 Longdrinks à 4 cl
vor der Trunkenheitsfahrt: zweimal im Monat 4-5 Bier
11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Ich habe überwiegend auf Feiern und in Gesellschaft getrunken. Auch mal im Biergarten zum Essen.
12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)
Vor 23 habe ich aus Unsicherheit getrunken. Ich fühlte mich in Gegenwart Fremder nicht wohl und brauchte auch eine Zeit um aufzutauen. Dieses Gefühl konnte ich mit Alkohol betäuben, so dass ich nach außen hin die lustige Partymaus geworden bin.
Ab 23 war das nicht mehr so wichtig, da ich mit meinem Partner angekommen bin. Trotzdem fiel ich doch regelmäßig (4-5 mal im Jahr) in meine „Rolle“ zurück.
Ich habe durch meinen Job an mir gearbeitet und die Unsicherheit gegenüber Fremden minimiert, da ich als Bauleiterin ständig Kontakt mit neuen Menschen habe und mir das jetzt auch sehr gut gefällt. Allerdings ist dieser Job auch mit viel Stress und Druck verbunden. Trotzdem habe ich nebenbei noch ein Aufbaustudium begonnen.
Ich stand in den Jahren vor dem Vorfall enorm unter Druck. Ich habe zwei Söhne bekommen und dennoch Vollzeit als Bauleiterin weitergearbeitet. In meiner „Freizeit“ habe ich das Studium beendet, mich um meine Kinder und den Haushalt gekümmert. Vor drei Jahren hatten wir dann die Möglichkeit in das Haus meiner Oma einzuziehen. Dafür haben wir es in Eigenregie am Wochenende saniert. Im Nachhinein bin ich verwundert, wie ich das überhaupt geschafft habe. Ich habe einfach funktioniert. Allerdings hatte ich in dieser Zeit keine Zeit für mich. Ich konnte nie entspannen und stand ständig unter Druck. Meine Bewältigungsstrategie bestand darin am Anfang alle 2 Monate mit meinen Freundinnen feiern zu gehen. Mit dem Alkohol fiel der ganze Druck von mir ab, ich fühlte mich entspannter. Irgendwann hat es nicht mehr alle paar Monate gereicht, sondern hat sich bis vor der Trunkenheitsfahrt auf zweimal im Monat gesteigert und auch zur Gewöhnung geführt.
