@Nancy Danke fürs Ändern
@MrMurphy @Lampencharlie ja das stimmt, da habt ihr ein guten Punkt. Das habe ich auch gemacht und in der Zwischenzeit den Fragebogen ausgefüllt, den stelle ich jetzt mal rein
FB
1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(Wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)
Ich habe mich am 28.06.2025 mit 2 Freunden aus meiner Heimatstadt verabredet, die dann zu mir gekommen sind. Wir haben bei mir mehrere Getränke (genaue Mengen s. Punkt 2) getrunken mit dem Plan später noch in die Stadt zu gehen. Gegen 0:00 haben wir uns auf den Weg in die Stadt gemacht wo meine Freunde sich erstmal etwas zu essen geholt haben, ich selber hatte keinen Hunger. Danach sind wir in eine Kneipe gegangen und bis ca. 3 Uhr geblieben, wo wir mehrere Getränke (Longdrinks, Bier und Shots) getrunken haben. Anschließend sind wir in eine weitere Kneipe gegangen, wo wir weiter getrunken haben. Mein letztes Getränk hatte ich gegen 5:10 Uhr. Gegen 5:30 Uhr sind meine Freunde mit einem Uber nach Hause gefahren. Ich habe mich dann etwas später auf den Weg zur U-Bahn Haltestelle gemacht, habe dabei aber bemerkt, dass ich eine längere Zeit auf die nächste Bahn warten müsste. Auf dem Weg zur Bahnhaltestelle sah ich ein Mietfahrrad wofür ich ein Konto hatte und dachte mir, dass ich ja die „kurze“ Strecke eben mit dem Fahrrad nach Hause fahren könnte. Gegen kurz nach 6 wurde ich von der Polizei wegen auffälliger Fahrweise (starke Schlangenlinien) angehalten und ich habe einen Atemalkoholtest gemacht, welcher 2,28‰ ergab. Danach wurde ich mit zur Wache genommen wo mir dann gegen 08:54 Uhr Blut (1,84‰) abgenommen worden ist und noch ein paar Koordinationstests gemacht worden sind. Danach konnte ich die Wache verlassen und bin nach Hause gelaufen.
2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)
22:00 – 00:00
4x Longdrinks (je 4cl Whisky, 40% + Mischgetränk)
1x 4cl Tequila, 40%
00:00 – 03:00:
2x Bier (0,5l, 5%)
2x Longdrinks (je 4cl Jägermeister, 35% + Mischgetränk)
13x Liköre (je 4cl, Apfelkorn, 18%)
03:00 – 5:10
2x Bier (0,5l, 5%)
2x Longdrinks (je 4cl, Jägermeister, 35% + Mischgetränk)
3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
Ich bin ca. 500 m gefahren bis ich angehalten worden bin. Ich wollte noch weitere 1,7 km fahren.
4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
Obwohl ich kurz nach dem Aufsteigen aufs Fahrrad hingefallen bin, dachte ich könnte es noch irgendwie sicher nach Hause schaffen. Diese Einschätzung war rückblickend natürlich falsch und ich war absolut nicht mehr fahrtüchtig und habe nicht nur mich, sondern auch andere damit in Gefahr gebracht.
5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
Ursprünglich wollte ich mit der Bahn nach Hause fahren.
6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
Nein.
7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?
Sehr häufig, genaue Zahl weiß ich nicht genau, dürften aber mehr als 30x mit dem Fahrrad gewesen sein.
Wenn ich am selben Abend noch Auto gefahren bin, dann habe ich am Abend nicht mehr als 2 x 0,5l Bier getrunken. Es ist aber häufig vorgekommen, dass ich mein Auto am nächsten Tag abgeholt habe und dabei noch Restalkohol hatte.
Exploration
8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)
Meine erste Erinnerung an Alkohol kommt aus meiner frühen Kindheit, wenn z.B. Eltern oder andere Verwandte im Urlaub oder beim Besuchen eines Restaurants Alkohol getrunken haben.
Das erste Mal, dass ich selber Alkohol getrunken habe, war mit 14 Jahren bei einem Freund. Mein Kollege hatte heimlich ein Bier von seinen Eltern genommen, das wir zusammen probiert haben, es uns aber nicht geschmeckt hat.
9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
Über die Jahre wurde der Konsum höher und regelmäßiger.
Mit 14 habe ich das erste Mal Alkohol getrunken. Bei den Gelegenheiten wurden maximal zwei Biermixgetränke getrunken, weil mir alle anderen Arten von Alkohol nicht geschmeckt haben. Zusätzlich war die Verfügbarkeit von Alkohol nicht gegeben, weil man es vor den Eltern/Familie verheimlicht hat und ich auch niemanden kannte, der mindestens 16 war, um Alkohol zu besorgen.
Als ich mit 15 in einen neuen Freundeskreis gekommen bin, wo alle älter waren als ich, hat sich mein Konsum erhöht, wo ich dann auch das erste Mal Schnaps getrunken habe. In der Zeit ist es auch vorgekommen, dass ich das erste Mal betrunken war.
Dann mit 16 wurde der Konsum nochmal höher, es gab mehr Partys oder Ähnliches wo man hingegangen ist.
Nach der Schule mit 18 kam die Studienzeit wo ich häufiger mit Freunden auf Partys in Discos oder Kneipen gegangen bin, fast jedes Wochenende, manchmal auch zweimal am Wochenende. Als dann irgendwann die Corona-Zeit kam, ging der Konsum stark zurück, weil es nicht mehr möglich war rauszugehen oder sich mit mehreren Leuten zu treffen. Als diese Zeit vorbei war, ging der Konsum auch wieder in Höhe und Häufigkeit in Richtung Vor-Corona-Zeit.
Als ich mit 25 mit meiner damaligen Freundin zusammengekommen bin, hat sich mein Konsum verringert. Die häufigen Abende auf Partys oder in der Kneipe/Disco waren deutlich seltener, es wurde eher zusammen mit Freunden bei „gemütlichen“ Abenden oder beim Essen gehen getrunken. Bei besonderen Anlässen wie z.B. Geburtstagen habe ich mehr getrunken, ähnlich so viel wie in der Studienzeit, was jedoch nicht so häufig war (ca. 1x alle 2 Monate).
Nach der Trennung hat der Alkoholkonsum wieder zugenommen (s. Punkt 16).
10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
14 Jahre:
4-5 x pro Jahr: 1-2 Biermischgetränke (0,5l, 2,5%)
15 Jahre:
1x im Monat: 2-3 Biermischgetränke (0,5l, 2,5%) + 2-3 Schnäpse (2cl, 40%)
16 – 18 Jahre:
2x im Monat: 2-3 Bier (0,5l, 5%) + 3-4 Longdrinks (4cl, 40% + Mischgetränk)
19 – 24 Jahre:
4-6x pro Monat: 2-3x Bier (0,5l, 5%) + 6-8 Longdrinks (4cl, 40% + Mischgetränk) + seltener Mal 3 – 4 Schnäpse (2cl, 40%) oder 3-4 Liköre (2cl, 18%)
25 – 28 Jahre
2x pro Monat: 3-4 Bier (0,5l, 5%) oder 3-4 Gläser Wein (0,2l, 10%)
1x pro 2 Monate: 7-8 Bier (0,5l, 5%) + 3-4 Liköre (2cl, 20%)
März 2025 bis Juni 2025 (28 Jahre) (Ende Juni war TF):
6-7x pro Monat: 7-9 Bier (0,5l, 5%) + 3-5 Schnäpse (4cl, 50%) oder äquivalent an Longdrinks (4cl, 40% + Mischgetränk)
Am Tag der TF (29.06.): s.o.
11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Auf privaten Feiern, in Kneipen oder Discotheken mit Freunden, Arbeitskollegen oder meinen Eltern. Ausschließlich in Gesellschaft.
12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)
Äußere Motive
Als ich mit 15 in einen neuen Freundeskreis gekommen bin, waren alle älter als ich und haben Alkohol getrunken. Ich fand es schön endlich Anschluss gefunden zu haben und hab deshalb auch aus Zugehörigkeit angefangen mitzutrinken. Es war Normalität, dass auf Partys oder Kneipenbesuchen Alkohol getrunken worden ist. Auch, dass übermäßig Alkohol konsumiert worden ist, war normal in diesem Umfeld. Wegen Gruppenzugehörigkeit und Geselligkeit wurde von meiner Seite aus auch gerne mitgetrunken. Auch im familiären Umfeld war das nicht sonderlich anders. Meine Eltern haben des Öfteren größere Feiern veranstaltet, wo teilweise auch viel Alkohol getrunken wurde. Meine Eltern haben mit 15 mitbekommen, dass ich Alkohol trinke, aber mir den Konsum nicht verboten, weil „sie selbst auch mal jung waren“ und meinten, dass ich lieber vor Ihnen kontrolliert trinken sollte, als mich heimlich „abzuschießen“. Die äußeren Motive erklären jedoch nicht den über die Jahre angestiegenen und hohen Konsum.
Innere Motive
In meiner Kindheit war mein Vater sehr viel arbeiten und kaum Zuhause. Zusätzlich ist er emotional eher kühl und distanziert gewesen und ich habe nicht viel Lob, Bestätigung oder Anerkennung erfahren. Das hat dazu geführt, dass ich als Kind Perfektionismus als Schutzmechanismus entwickelt habe. Wenn ich keine Anerkennung bekomme, dann liegt das an mir und ich muss durch Leistung mir Anerkennung, Bestätigung und Liebe verdienen. Das hat sich durch mein ganzes Leben gezogen. Ich habe Anerkennung und Bestätigung immer bei anderen gesucht und versucht durch Perfektionismus und Leistung zu erreichen. Wenn etwas nicht geklappt wie ich mir das vorgestellt habe dann hat mich das emotional unter enormen Stress gesetzt wo sich bei mir das Gefühl ausgebreitet hat nicht genug zu sein, es nicht Wert zu sein geliebt zu werden. Das hat auch zu Problemen mit meinem Selbstwertgefühl geführt und zur Angst vor negativer Beurteilung anderer, was bei mir soziale Ängste ausgelöst hat. Dazu kommt, dass ich sehr introvertiert und verschlossen gewesen bin und nicht über meine Probleme/meine Sorgen gesprochen habe, was ich mir bei meinem Vater abgeguckt habe. Mein Vater hatte eine Ein-Mann Baufirma als Selbstständiger und war hauptverantwortlich fürs Geld verdienen. Wir haben zusammen mit meinen Großeltern in einem Haus gewohnt. Meine Eltern hatten einen sehr großen Schuldenberg abzubezahlen, weshalb mein Vater auch extrem viel arbeiten musste, damit wir das Haus nicht verlieren. Das war natürlich ein enormer Stress für Ihn, was er aber nach außen hin nicht gezeigt hat. Zwei prägende Sätze die ich in meiner Jugend und Kindheit sehr oft von meinem Vater gehört habe waren „man fängt immer bei sich selber an“ was vermutlich als Rat bezogen auf Selbständigkeit und Eigenverantwortung gemeint war. Ich habe es aber kontraproduktiv verinnerlicht und alles auf mich bezogen, vermehrt mir auch die Schuld gegeben, selbst wenn ich auf etwas keinen Einfluss hatte. Das zweite war „alles ist nur eine Sache der Willenskraft“. Das habe ich auch negativ auf mich selber bezogen und wenn ich etwas nicht geschafft habe, dann lag es an mir und dass ich nicht die Willenskraft habe etwas zu ändern z.B. mein Übergewicht in den Griff zu bekommen, womit ich seit meiner Kindheit Probleme hatte. Diese Kombination hat meinen Perfektionismus noch weiter verstärkt, ich durfte mir keine Fehler erlauben und wenn etwas nicht so läuft wie ich mir das vorstelle, dann ist das allein meine Schuld. Ich bin Einzelkind, komme aus einer Arbeiterfamilie und bin der erste, der Abitur und Studium gemacht hat und bin momentan (hoffentlich bald fertig) an meiner Promotion in Biologie dran. Dadurch kam ebenfalls noch mehr Leistungsdruck auf mich, weil ich ja das „Vorzeigekind“ bin auf das man stolz sein kann. Als ich die 7. Klasse wiederholen musste oder mein erstes Studium abgebrochen hatte war dementsprechend das Theater groß. Dazu kommt, als ich die 7. Klasse wiederholt habe, habe ich in der neuen Klasse Ausgrenzung und Mobbing erlebt, was das oben beschriebene noch mehr verstärkt hat und ich noch introvertierter geworden bin und kaum Freunde hatte. Mit 15 kam ich durch Leute aus meiner alten Klasse in ein neuen Freundeskreis, wo vermehrt Alkohol getrunken ist, wodurch ich dann auch aus Zugehörigkeit (s. äußere Einflüsse) getrunken habe.
Ich habe gemerkt, dass Alkohol trinken, den emotionalen Stress alles immer perfekt machen zu müssen und damit verbunden das Gefühl nicht genug zu sein, es nicht wert zu sein geliebt zu werden zumindest für eine kurze Zeit betäubt. Ich konnte damit das Gefühl und den Stress für kurze Zeit vergessen, was eine vermeintliche Erleichterung für mich war. Die damit einhergehenden Begleiteffekte, z.B., dass ich unter Alkoholeinfluss offener war und meine sozialen Ängste z.T. mindern konnte, war für mich ein „positiver“ Nebeneffekt. Mit der Zeit habe ich mehr getrunken, um diesen Effekt zu erreichen, wodurch ich eine hohe Alkoholtoleranz entwickelt habe.
13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet? (bei wenig und bei viel Alkohol)
Bei wenig Alkohol habe ich gemerkt, dass ich entspannter wurde und Spaß hatte. Ich war offener und konnte besser auf Menschen zugehen.
Bei viel Alkohol kam es verstärkt zur Enthemmung und offener Kommunikation. Da ich nüchtern eher introvertiert war, aber unter starken Alkoholeinfluss überhaupt nicht, war es mir neben manchmal unangenehm am Tag danach, wenn ich betrunken zu offen kommuniziert habe bzw. jemanden „voll gelabert“ habe. Sonst bin ich ab einem gewissen Punkt meistens müde geworden, seltener kam es vor, dass ich traurig geworden bin.
14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?
Nein.
15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
Nach übermäßigen Alkoholkonsum hatte ich einen Kater, bei dem mein Schlaf sich verschlechtert hatte und ich für den Tag nicht wirklich viel machen bzw. unternehmen konnte und wollte. Für mein Privatleben ist es mir in manchen Aspekten schwieriger Gefallen mich zu motivieren z.B. zum Sport zu gehen. In meinem direkten Umfeld hatte der Alkohol jedoch keinen Einfluss. Ich konnte soziale und familiäre Kontakte normal pflegen. In Bezug auf mein Studium oder meine Arbeit hatte ich ebenfalls keinen negativen Einfluss meines Alkoholkonsums, da ich Klausuren und Abschlüsse meist mit sehr guten Noten bestanden und bei meiner Arbeit stetig gute Leistung gezeigt habe. Dazu kommt, dass ich prinzipiell unter der Woche oder auf der Arbeit nicht getrunken habe. Wenn am Wochenende wichtige Termine oder Veranstaltungen waren, habe ich an dem Tag davor nicht getrunken.
16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben? Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.
In den Monaten nach der Trennung bis zur TF habe ich häufiger und mehr Alkohol getrunken. Die Trennung an sich hat mich emotional sehr aufgewühlt und auch stark gestresst, nicht nur wegen der Trennung an sich, sondern auch weil ich mir schnell eine neue Wohnung suchen musste, die damit einhergehende finanzielle Belastung für mich sehr groß war (weil ich Schulden aufnehmen musste für Möbel/Umzug etc.) und ich über mehrere Wochen bei einem Freund auf der Couch geschlafen habe. Ich musste mich wieder darauf einstellen, alleine zu leben, was diese Phase ebenfalls erschwerte. Diese emotionalen Belastungen haben bei mir wieder das Gefühl ausgelöst nicht genug zu sein, was sich in starken Stress wiedergespiegelt hat, was sich selber verstärkt hat zusätzlich durch meine Einstellung, dass ich alles alleine schaffen müsse. Zudem gab es berufliche Probleme, weil mein Projekt schlecht lief und keine vernünftige Daten bei den Experimenten rumgekommen sind, die ich für meine Doktorarbeit brauchte. Dabei hatte ich nur noch für ein halbes Jahr einen Vertrag, wobei es für eine Verlängerung aufgrund fehlender finanzieller Mittel schlecht aussah. Dadurch habe ich mir viele Sorgen um meine berufliche Zukunft und ob ich dann überhaupt die Doktorarbeit schaffe, gemacht. Mein Selbstwert habe ich von den beiden Säulen Partnerschaft und wissenschaftliche Karriere abhängig gemacht. Die eine ist komplett weggebrochen und die andere, die sonst immer konstant war, worüber ich versucht habe über Leistung Anerkennung und Bestätigung zu bekommen, war stark am Bröckeln. Den daraus resultierenden Stress habe ich versucht auszugleichen, indem ich wieder vermehrt getrunken habe. Dadurch dachte ich, ich könnte für einen kurzen Zeitraum meine jetzigen Probleme vergessen und kurzzeitig das Gefühl, nicht genug zu sein, betäuben. Der Alkoholkonsum war für mich eine kurzfristige Lösung für meine Probleme, der die emotionale Belastung und meinen Stress aber eher mehr verstärkt als gelindert hat und somit eine ungesunde Bewältigungsstrategie ohne kurz- oder langfristigen Wert dargestellt hat.
17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
Ich würde sagen eher nur vereinzelt in meiner Jugend, wo ich nicht gut einschätzen konnte, was ich vertrage. Die letzten Jahre nicht. Wenn ich mir vorab ein Limit gesetzt habe, habe ich das auch eingehalten.
18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Ich habe des Öfteren Alkoholpausen eingelegt, in den letzten Jahren meistens im Januar („dry january“) für einen Monat. Manchmal habe ich diese Pausen auf 3 Monate ausgeweitet um z.B. mich mehr auf Sport zu fokussieren.
19. In welcher Kategorie eines Alkohol trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein? (mit Begründung)
Wenn damit die Einteilung nach Jellinek gemeint ist, dann habe ich mich früher als Beta-Trinker gesehen, weil ich ja „nur“ in Gesellschaft/bei sozialen Anlässen getrunken habe. Rückblickend würde ich mich aber eher als Alpha-Trinker sehen, weil ich durch Alkohol versucht habe Gefühle und emotionalen Stress zu bewältigen.